Wort zum Sonntag bezüglich „Max“

Ich schreibe dies in der Hoffnung einer der 5 Leute, die gelegentlich diesen Blog lesen, könnte Präsident der USA Barack H. Obama sein. Unwahrscheinlich, ich weiß, aber deutlich wahrscheinlicher ist, dass zumindest ein NSA-Agent mitliest. Vielleicht ist der ja so nett und leitet das hier weiter. In dem Fall schon mal danke im Voraus.

Die USA von heute sind eine militaristische Gesellschaft. Ich denke diese Aussage ist nicht kontrovers. Ob man sich die zahlreichen militärischen Einsätze der letzten 15 Jahre über die gesamte Welt (okay, stimmt nicht, eigentlich waren die alle in einem geographisch recht eingegrenzten Bereich) ansieht, das Wettrüsten zwischen Bevölkerung und Polizei in den USA selbst oder die absolute Verehrung, die aktiven Soldaten und Veteranen zuteilwird. Zumindest in der Theorie, mit der tatsächlichen Unterstützung für Veteranen (gerade in psychologischer Hinsicht) sieht es ja wohl eher düster aus.

Auch die Filmindustrie macht sich hier zum Teil der Maschine, nicht nur weil es gut ankommt, sondern weil eine positive Darstellung im Film vorkommender US-Truppen dafür sorgt, dass man Hardware und Statisten gratis von der Armee bekommt. All das sind nun wirklich keine neuen Erkenntnisse, warum schreibe ich das alles also? Weil ich heute dieses Poster gesehen habe

max

Eigentlich ein belgischer Malinois aber durch und durch Amerikaner: der Max

und es nicht einfach kommentarlos einstellen wollte. Obwohl ich es hätte machen können. Was kann man dazu schon noch sagen. „Das Poster zum neuen Familienfilm ‚Max‘ zeigt einen Hund in schusssicherer Weste vor schwarzem Rauch. Aber nicht irgendeinen Hund sondern einen MARINE! Und HERO!“

US-Filmkritiker Roger Ebert bezeichnete Filme einmal als „Maschinen, die Empathie erzeugen“, was ich sehr treffend finde. Ich bin mir sicher „Max“ wird seinem jugendlichen Herrchen keine ganz schlimmen Lektionen erteilen, („traue Niemandem, der nicht blütenweiß ist und trage immer eine geladene Waffe bei Dir“) sondern wird ihm nur den Wert von Disziplin nahe bringen (und vielleicht 1 bis 5 Terroristen fangen). Und dennoch bereitet mir dieses Poster mehr Magenschmerzen als es der brutalste Horrorschinken oder ein neuer Michael Bay Film je könnte.

Geht das nur mir so? Werde ich alt? Bin ich ein linksradikaler Antiamerikaner? Bin ich zu Reverend Lovejoys Frau aus den Simpsons geworden („will den hier niemand an die KINDER denken“)? Wie seht ihr das liebe Leser, insbesondere natürlich der Herr Obama?

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