Gestern Gesehen: The Congress (2013)

Nach dem großartigen „Waltz with Bashir“ waren die Erwartungen an Regisseur Ari Folman sehr hoch. Vielleicht zu hoch. In „Waltz“ verband er Animation und Dokumentation, etwas das ausserhalb von Lehrfilmen für Kinder eher ungewöhnlich ist. Auch in „The Congress“ verbindet er Animation mit Drama und Science Fiction.

Im Zentrum der Handlung steht eine fiktive Version von Schauspielerin Robin Wright (Braut des Prinzen, Forrest Gump), die durch ihren Unwillen sich an das Hollywoodsystem anzupassen ihre Karriere zerstört hat . In dieser Situation bietet ihr der CEO des Studios Miramount (*augenroll*) an sie zu scannen und zu digitalisieren und dem Studio für 20 Jahre die Rechte an ihrer Person abzutreten. Ihr digitalisiertes Ich würde Filme drehen, Werbung machen und so weiter, sie selbst muss aus der Öffentlichkeit vollkommen verschwinden.

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Sohn Aaron stellt Bedingungen für den Vertrag seiner Mutter: kein Porno und keine Nazis

Dieser faustische Pakt gefällt ihr zwar nicht aber da sie sich um ihren langsam taubblind werdenden Sohn kümmern muss nimmt sie an.

20 Jahre später fährt sie nach Abrahama City zum futuristischen Kongress von Miramount Nagasaki Labs, die inzwischen eine Droge entworfen haben, die die Welt animiert erscheinen lässt. Abrahama ist eine animierte Zone, der man sich nur unter dem Einfluss der Droge nähern darf. Der folgende Filmteil übernimmt Teile der Handlung aus Stanislaw Lems „Der futurologische Kongreß“ und ist – man ahnt es – animiert.

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Die Unangepassten: Robin Wright und ein im Film nicht benannter Schauspieler – keine Ahnung wer das sein könnte

Entertainment als Droge, Kapitalismus als Kult, Rebellion gegen Miramount, Beziehung zu einem Animator der Robin Wright in den Computer eingespeist hat, noch ein Zeitsprung, wahre Welt, Zeppeline, Suche nach Sohn.

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Würden Drogen den Filmgenuss erhöhen?

Der letzte Absatz war unzusammenhängend, ja, der Film in dem Teil leider auch. Er sieht toll aus und Teile funktionieren aber es wird nie etwas Ganzes . Ich hätte so viel lieber einen Film über die ursprüngliche Prämisse über den Verkauf der eigenen Person gesehen. Man erahnt eine tolle Satire auf das System Hollywood und endet in einem Acid-Trip. Und die Teile passen einfach nicht zusammen. Irgendwann habe ich angefangen „Wo ist Walter“ zu spielen und zu schauen welche Hintergrundfiguren ich in der Animation erkenne.

FAZIT: wahnsinnig ambitionierter Film und liebevolle Hommage an Fleischer, Planete Sauvage, Schneewittchen und Miyazaki aber eben kein kohärenter Film. Vielleicht ist eine zweite Sichtung notwendig aber ich glaube nicht, dass das bald passiert.

5/10 aber ganz bestimmt nicht durchschnittlich

PS: eine israelische-französische-deutsche-belgische-polnische Koproduktion mit zusätzlicher Animationsarbeit in Luxemburg und auf den Philippinen, uff – irre ich mich oder gibt es diese Länderübergreifenden Produktionen immer seltener?

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