Gestern Gesehen: Moebius, die Lust, das Messer (2013)

Der folgende Text sollte von empfindlichen Gemütern vermutlich nicht gelesen werden, der Film AUF JEDEN FALL von ihnen nicht angesehen werden!!!!! Ihr seid gewarnt.

Ich glaube ich habe einen großen Fehler gemacht. Ich habe meinen ersten Film des koreanischen Star-Regisseurs Kim Ki-duk gesehen. Moebius. Und ich glaube ich möchte so bald keinen zweiten sehen. Oder überhaupt jemals. Uff!

Doch zum Film selber: er ist stumm. Insoweit, dass es keine Dialoge gibt. Und zum größten Teil keine Musik. Die Photographie ist äußerst gekonnt und dank Einsatz von Handkameras, teilweise unangenehm intim. Der Film ist in warmen Farben gehalten die in starkem Kontrast zur Handlung stehen, der ich wohl so langsam nicht mehr aus dem Weg gehen kann. . . Ich erzähle mal die ersten 20 Minuten nach:

Ein Mann betrügt seine Frau mit einer Ladenbesitzerin. Seine Frau ist erzürnt und versucht ihn mit einem Messer zu entmannen. Als das fehlschlägt, richtet sie die Waffe zum selben Zweck gegen ihren jugendlichen Sohn. Den abgetrennten Phallus verschlingt sie. In einem Akt der Solidarität lässt sich der Vater ebenfalls den Penis entfernen und beendet seine außereheliche Beziehung. Der Sohn wird von Schulrüpeln verfolgt, die ihm die Hose herunterziehen, um sein . . . Problem offenzulegen, als sein Vater ihm zur Hilfe kommt schlagen sie ihn zusammen. Der Sohn besucht die Exgeliebte des Vaters, die sofort die Hüllen fallen lässt, der Sohn flieht, wird erneut von den Rüpeln belästigt, die ihrerseits von einer Gang verprügelt werden. Die Gang vergewaltigt die Ladenbesitzerin und zwingt den Sohn teilzunehmen, er kann den Akt aber zu Glück nur vortäuschen. Der Sohn wird festgenommen, der Vater will beweisen, dass sein Sohn niemanden vergewaltigen kann, indem er ihm die Hose herunterzieht, der beschämte Sohn verprügelt ihn. Während der Sohn im Gefängnis sitzt findet der Vater heraus, dass man durch Schmerz orgasmische Erfahrungen erleben kann. . .

Und so weiter. Der Film enthält eine Handvoll Penektomien (das klingt komischer als geplant), mehr Vergewaltigungen als ich bereit bin zu zählen und wenn das noch nicht reichen sollte, eine ordentliche Schippe Inzest oben drauf. Sowie zahlreiche Arme und Füße mit scharfkantigen Steinen wundgerubbelt als eine Art Ersatz-Masturbation. Dabei übertritt er mehrfach die Grenze zum Grotesken und ich als Zuschauer konnte mir ein Lachen nicht verkneifen. Ich bin mir nicht sicher ob ich mit dem Film oder über den Film gelacht habe. Letztendlich ist es eine lange Kette (oder vielleicht eine Möbiusschleife) sich wiederholender Grausamkeiten. Es wäre leicht den Film als Trash abzutun, wenn nicht der ernsthafte Ansatz des Regisseurs in jeder Szene spürbar wäre.

Hier mein Versuch einer Interpretation: die vier „Edlen Weisheiten“ des Buddhismus besagen, dass 1. die Existenz im Lebenskreislauf leidvoll ist, 2. Gier und Hass die Ursachen dieses Leids sind, 3. ein Erlöschen der Ursachen ein Erlöschen des Leids zur Folge hat, 4. der achtfache Pfad zum Nirwana der Weg zum Erlöschen der Ursachen ist. Die ständige Wiederholung der grausigen Taten (oder der lustvollen Taten, die hier Schmerz mit sich bringen) im Film stellen die leidvolle Existenz dar und ich werde hier nicht verraten, ob ihr irgendjemand entkommt. Ich könnte hier jetzt noch über Oedipuskomplexe, griechische Schöpfungmythologie oder die ‚interessanten‘ Ideen des Films bezüglich Frauen philosophieren. Dafür müsste ich aber weiter über den Film nachdenken. Und das muss nicht sein.

Der Film ist also eine buddhistische Allegorie. Oder vielleicht doch ein Troma-Film im Kunstgewand und der Regisseur lacht sich über solche Rezensionen kaputt. Ist auch möglich.

Ich gehe jetzt meine Seele duschen.

FAZIT: Hervorragendes Heilmittel für gute Laune. . .

Ich kann diesen Film niemandem empfehlen, nicht mal mir selbst aber er ist, wie man hoffentlich merkt, hervorragend gemacht und erreicht sein Ziel. Ugh./10

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