Gestern Gesehen: The Equalizer (2014)

Vor 14 Jahren drehte Antoine Fuqua ‚Training Day‘ mit Denzel Washington in der Hauptrolle. Vor einem Jahr fand sich dieses Dreamteam wieder zusammen um ‚The Equalizer‘ zu drehen.

Robert McCall (Washington) ist ein ehemaliger CIA-Agent mit einem Satz besonderer Fähigkeiten. Klingt jetzt schon klischeehaft? Ist es auch. Natürlich lebt er in einer fast kahlen Wohnung, rückt sein Besteck stets in einen rechten Winkel zur Tischkante und misst jeden Moment seines gleichförmigen Lebens mit einer Stoppuhr. Denn er war ja mal CIA-Agent und das bringt im Film nun mal Zwangsstörungen mit sich. Jetzt arbeitet er in einem Baumarkt in Boston, ist freundlich und hilfsbereit und verbreitet mehr nützliche Ratschläge als ein sehr dickes Selbsthilfebuch.

McCall hilft einem Kollegen dabei Gebäudesicherheitsmann zu werden

McCall hilft einem Kollegen dabei Gebäudesicherheitsmann zu werden

Abends sitzt er in einem Diner, liest klassische Literatur und klönt mit einer jungen Prostituierten (Chloe Grace Moretz). Eines Tages wird die von ihrem russischen Zuhälter böse verprügelt. McCall bringt ihn und etwa 7 weitere Männer in einer erstaunlich langweiligen Action-Sequenz um die Ecke. Doch der zynische Zuhälter war Teil der radikalen Russenmafia, die prompt einen perfiden Profi schickt, der der sinisteren Sache nachgehen soll. Es entbrennt ein heftiger Wettstreit zwischen McCall und dem Russenmafiosoklischee Tevi, wer emotionsloser morden kann.

„Halt, warte! Noch nicht mit morden anfangen! Wir beleidigen Dich erst noch und lachen Dich aus. Wir müssen über zwei Stunden kommen!“

Gut zwei Stunden braucht das Ganze am Ende. Und ist damit mindestens 30 Minuten zu lang. Ein ‚knallharter Rächer‘-Film Klischee jagt das Nächste (und überholt es manchmal). Und so etwas wie Kreativität, flammt dann erst beim Showdown im Baumarkt auf (zumindest haben die Macher sich Abel Ferraras Video-Nasty ‚Driller Killer‘ angesehen).

„Hm, ich habe einen Mann zu Brei geschlagen (als Warnung), eine Frau erwürgt (aus Sadismus) und ich trage schicke Anzüge. Oh Gott, ich bin ein Klischee!“

Wer unbedingt einen Film über einen unbesiegbaren Superkiller, der sich mit der Russenmafia anlegt, sehen möchte ist mit dem kreativ-absurden ‚John Wick‘ ebenfalls von 2014 deutlich besser bedient. Der ‚Equalizer‘ unterscheidet sich in Nichts von den gefühlt 25 themengleichen Filmen dieser Art, die jedes Jahr erscheinen. Außer, dass Liam Neeson nicht die Hauptrolle spielt.

„Ich gehe jetzt für 90 Sekunden von dieser Explosion weg ohne mich umzudrehen. Erstens ist das cool und zweitens müssen wir über zwei Stunden kommen!“

FAZIT: Eine Ex-Kollegin von McCall bezeichnet Killer Tevi als ‚Soziopath mit Visitenkarte‘, während sie im Hintergrund auf einem Foto mit George Dabbelju Bush zu sehen ist. Alanis Morissette würde das wohl als ‚ironic‘ umschreiben.

4/10 oh mein Gott Denzel Washington ist 60?!

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