Gestern Gesehen: Ant-Man (2015)

Ant-Man und ich hatten von Anfang an eine komplizierte Beziehung. Als ich zum ersten Mal vom Film hörte, zuckte desinteressiert mit den Schultern. Dann las ich, dass Edgar Wright (Shaun of the Dead, Hot Fuzz) Regie führen würde. Jetzt war ich sehr interessiert. Dann gab Wright das Projekt auf, weil Marvel den Film mehr ins „Marvel Cinematic Universe“ integrieren wollte, gegen Wrights Willen. Daher wurde er ersetzt durch den Regisseur von ‚Der Ja-Sager‘ [Witz hier einsetzen] Peyton Reed. Interesse wieder weg. Dann sah ich diesen Trailer:

Interesse wieder da. Aber nicht genug fürs Kino. Nun hab‘ ich ihn auf Blu-Ray gesehen.

In den 80ern arbeitete Hank Pym (Michael Douglas), nach seiner Entdeckung eines Schrumpfserums, als Agent Ant-Man für die Spionageorganisation S.H.I.E.L.D.. Als er erfährt, dass S.H.I.E.L.D. versucht sein Serum zu replizieren schmeißt er hin. Er gründet seine eigene Firma, die ihm allerdings bald von seinem Protégé Lex Luthor Darren Cross abgenommen wird. Auch der versucht nun Pyms Entdeckung nachzubauen. Und steht Jahrzehnte später kurz davor.

Scott Lang (Paul Rudd) ist Einbrecher. Aber ein ganz netter. Er klaut nur von Leuten, die das verdienen. Ehrlich. Frisch aus dem Knast will er anständig werden, denn er hat eine Tochter, die er sehr liebt. Hank Pym beschließt, dass Lang perfekt als neuer Ant-Man geeignet ist, um Cross‘ Arbeit zu sabotieren. Aus Gründen. Pyms Tochter Hope (Evangeline Lilly) sieht das zunächst anders, hilft aber trotzdem dabei Lang auszubilden, auch wenn eigentlich sie in den Ant-Man Anzug möchte. Es folgen mikrokosmische Prügeleien und Ameisen-Kontrolle, mit deren Hilfe Soziopath Cross gestoppt werden soll.

Normalerweise ist die halbstündige Keilerei am Ende das Schwächste an Marvel-Filmen. Bei Ant-Man war sie das Beste. Das lag zum einen daran, dass sie kreativ inszeniert ist, mit zwei Widersachern, die fließend ihre Größe ändern können. Es liegt aber auch daran, dass der Rest des Films so fad ist. Paul Rudd ist kein Robert Downey Jr., auch wenn er es gern wäre. Michael Douglas spielt den Standard-Mentor routiniert runter (und es ist fraglos schön ihn wieder in einem Film zu sehen). Evangeline Lilly ist auch da. Nicht wirklich da ist Corey Stoll als glatzköpfiger Bösewicht Darren Cross. Der ist einfach so blass, dass man sich fast ein wenig Overacting wünscht (so, wie bei ‚Iron Mans‘ eigenem Glatzkopf-Ganoven). Insgesamt fühlt sich der Film sehr nach Fließbandarbeit an. Und die Anbindung ans Marvel Universum ist so überflüssig (und dämlich), dass ich fast nicht mehr glauben kann, dass Marvel bereit war Wright dafür gehen zu lassen. Auch von der Aussage her hat mich der Film eher verwirrt als überzeugt. Er scheint eine Geschichte vom „geläuterten Gauner“ erzählen zu wollen, doch da er Lang von Anfang an als eine Mischung aus Robin Hood und Jean Valjean darstellt funktioniert das nicht wirklich. Hier wurde das Drehbuch wohl einmal zu oft umgeschrieben. Aber, wie gesagt, die Action-Sequenzen sind teilweise sehr kreativ, beinahe schon pixaresk, inszeniert. Ich könnte mir vorstellen das Ant-Man einer der wenigen Filme ist, der von 3D Technologie tatsächlich profitiert. Aber das ist Spekulation.

Ob es nun daran liegt, dass ich immer im Hinterkopf hatte was Wright wohl aus dem Film gemacht hätte oder ich allgemein an Superhelden-Ermüdung leide, das war für mich einer der schwächeren Marvel Filme. Nicht besonders lustig, nicht besonders episch, nicht besonders spannend. Nicht zu viel Ant-izipieren, dann wird man nicht Ant-täuscht. The Ant.

FAZIT: Most. Mediocre. Superhero. Movie. Ever.

5/10 Anschlussfehlern in den ersten 5 Minuten (man beachte des Agenten blutige Nase)

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2 Gedanken zu “Gestern Gesehen: Ant-Man (2015)

  1. ich mochte Ant-Man und weiß nichtmal genau, warum. Hmm, vielleicht, weil ich Ameisen cool finde. Die Kämpfe fand ich auch ganz gut gelungen. An den Rest des Films kann ich mich bereits kaum noch erinnern, aber ich weiß noch, dass ich mich am Ende gut unterhalten fühlte. Allerdings habe ich auch einen Bogen um die meisten Superheldenfilme gemacht, da es einfach viel zu viele gibt.

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    • Tja, da bist Du auch definitiv in der Mehrheit (was das gefallen des Films angeht). Aber das Du Dich an die Handlung kaum errinern kannst sagt doch was aus. . .
      Ein Sequel ist schon sicher. Ein Prequel mit dem jungen Hank Pym als Ant-Man ist angedacht. Ant-Man ist im nächsten Cap. America. . . ja Superhelden-Ermüdung.

      Ich sehe gerade, dass ich den Bösewicht nicht einmal als Ant-Agonist bezeichnet habe. Was hab‘ ich mir dabei gedacht.

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