Gestern Gesehen: WolfCop (2014)

Es hätte schief gehen können. Es hätte wahrscheinlich schief gehen müssen. Am Anfang war der Name: WolfCop. Und dann war da ein tatsächlich cooles Retroposter. Dann folgte eine Crowdfunding-Kampagne. Man musste befürchten seelenlose Ironiker wollten Geld aus einem halbwegs cleveren Internet-Meme schlagen. Wobei halbwegs clever für ein Internet-Meme schon außergewöhnlich ist. Doch zum Glück kam es anders und besser: der Kanadier Lowell Dean hat jede Menge Liebe (und Arbeit) in dieses Projekt gesteckt und heraus kam ein Film, der alles tut um sein (wahrscheinlich schon dank des Titels stark vorselektiertes) Publikum zu unterhalten.

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Dirty Hairy. Okay, das tat mir jetzt selbst weh.

Lou Garou (Leo Fafard) ist Polizist in einem kanadischen Hinterwäldlerkaff. Er ist faul, er ist feige und er säuft wie ein Loch. Seinen Job hat er nur noch, weil sein toter Vater als Held galt. Sein Vorgesetzter (Aiden Devine) und seine ehrgeizige Kollegin Tina (Amy Matysio) können ihn nicht besonders leiden. Leiden können ihn eigentlich nur der ortsansässige Verschwörungstheoretiker Willie (Jonathan Cherry) und Barbesitzerin Jessica (Sarah Lind). Nachdem er mal wieder aus einem Blackout-Zustand aufwacht ist aber etwas anders: anstatt einen Kater zu haben ist er ein. . .WolfCop. Und das ausgerechnet wenige paar Tage vor der jährlichen „Drink ’n Shoot“ Jagd und der Bürgermeisterwahl!

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Ich glaube mir gefällt die Richtung nicht, in die sich das entwickelt. . .

WolfCop verlässt sich nicht einfach darauf, dass der Zuschauer die zugrunde liegende Prämisse so gut findet, dass sie allein die Laufzeit füllen kann, nein, er versucht eine Geschichte zu erzählen. Eine recht komplexe Geschichte mit vielleicht zu vielen übersinnlichen Elementen, mit der er sich in seinen gerade mal gut 70 Minuten Laufzeit etwas verzettelt. Aber die. . . Energie stimmt. Und vor allem die Charaktere. Ist Hauptfigur Garou von Anfang an Es-gesteuert (im Freudschen Sinne) gibt ihm die Lykanthropie endlich die Möglichkeit seine Persönlichkeit voll auszuleben. Selbst der Schnaps gibt ihm nun zusätzliche Kraft. Und alle anderen Charaktere sind zumindest mehrdimensional angelegt, was bei der kurzen Laufzeit schon eine Meisterleistung darstellt. Ähnlich wie beim ‚Turbo Kid‘ ist einfach die Liebe und die Energie aller Beteiligten zu jedem Moment spürbar. Die Schauspieler haben sichtlich Spaß und die Outtakes offenbaren, dass einiges improvisiert wurde. Und die nicht CGI Spezialeffekte funktionieren ziemlich gut. Die Blut und Schmodder Effekte sind ebenso eklig wie lustig – abgerissene Gesichter dienen mehr als einmal als Pointe – und die Wolfsmaske an sich funktioniert in manchen Szenen, in anderen fällt sie etwas flach. Es gibt gelungene Anspielungen auf andere Filme von ‚Spider-Man‘ bis ‚Ginger Snaps‘ (klar, kanadische Werwölfe müssen zusammen halten), viele Pointen zünden, manchmal wird es etwas zu pubertär und es gibt eine Montage, in der das WolfCop Mobil gebaut wird. Wer jetzt noch nicht überzeugt ist, dem wird auch nicht weiterhelfen, dass der Film in einem WolfCop Rap endet.

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Willie will Lou von satanistischen Umtrieben überzeugen. Lou will saufen.

Ein Sequel ist bestätigt und das ist auf jeden Fall eine gute Sache. Denn die Herkunftsgeschichte ist jetzt aus dem Weg geräumt und wir können dem WolfCop in Ruhe beim Ordnungshüten zusehen. Und beim Donutfressen. Und beim Saufen natürlich.

FAZIT: äußerst spaßiger kleiner Film, der hält was sein Titel verspricht

7/10 Liquor Donuts

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2 Gedanken zu “Gestern Gesehen: WolfCop (2014)

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