Horrortipps: Werwolf? Erwolf? Siewolf? Duwolf? Wirwolf!

Was seine filmische Darstellung betrifft war der Werwolf seinem Bruder-Monster im Geiste, dem Vampir, gegenüber stets benachteiligt. Fragt man einen Filmfreund unvorbereitet nach Werwolffilmen, so kommt er oder sie vielleicht auf drei gelungene Beispiele: ‚Der Wolfsmensch‘ (1941), ‚American Werewolf‘ (1981) und als dritten vielleicht ‚Wolf‘ (1994) oder ‚Teenwolf‘ (1985). Sicher, in den letzten Jahren gab es eine ganz beträchtliche Anzahl an Filmen, in denen Werwölfe vorkommen (‚Underworld‘, ‚Twilight‘, ‚WolfCop‘), doch spielen sie selten die Hauptrolle, noch betrachten sich diese Filme selbst als Horror. Dabei ist das Erwachen einer rein tierischen Triebhaftigkeit im Menschen grundsätzlich ein spannendes und unheimliches Thema. Und auch ein vielfältiges. Für meine Tipps habe ich versucht zwei ebenso unterschiedliche, wie gelungene Filme herauszusuchen:

‚Ginger Snaps‘ (2000)

Lykanthropie ist als Metapher für die Pubertät wie gemacht: Körper und Geist machen eine radikale Veränderung durch und neue Interessen werden entdeckt und verfolgt. Die Schwestern Ginger und Brigitte Fitzgerald, 15 und 16 Jahre alte Außenseiterinnen, sind unzertrennlich. Doch als Ginger eines Nachts von einem Tier angefallen wird, macht sie eine Veränderung durch. Erhöhtes Haarwachstum und ein rudimentärer Schwanz sind nur der Anfang. Aggressives Verhalten und ein offener Umgang mit Sexualität belasten die Beziehung zur introvertierten Brigitte, machen sie aber in der Schule beliebter. Doch die Verwandlung schreitet langsam aber unaufhaltsam fort und scheint auf ein tragisches Ende zuzusteuern. John Fawcetts Film funktioniert nicht zuletzt aufgrund der darstellerischen Leistungen von Emily Perkins (Brigitte) und Katharine Isabelle (Ginger) und der Qualität mit der ihre Beziehung geschrieben ist. Seine tragischen und blutigen Momente lockert der Film immer wieder mit tiefschwarzem Humor auf. Das Werwolfmodell, das am Ende des Films auftaucht sieht leider reichlich albern aus, doch war der Film bis hierhin so gut dass man darüber gern hinwegsieht. Die Idee einer Verwandlung, die sich durch den ganzen Film zieht ist immerhin auch einzigartig. Der Film zog eine Fortsetzung und ein Prequel nach sich. Die Fortsetzung ist sehr nihilistisch aber dennoch sehenswert, dass Prequel leider recht langweilig.

legosi-port-klHerr Legosi meint: Naja, Kinder der Nacht sind ja erst mal ganz gut, aber insgesamt machen sie etwas wenig Musik! Aber doch ein recht gelungener Film. Mit Vampiren wäre er natürlich besser!

 

‚Dog Soldiers‘ (2002)

‚Dog Soldiers‘ ist das Erstlingswerk von Regisseur Neil Marshall, der mit dem zweiten Film ‚The Descent‘ einen der besten Horrorfilme der 2000er abliefern würde. ‚Dog Soldiers‘ folgt der klassischen Situation von „wir hier drinnen, die da draußen“, die immer funktioniert ganz egal ob „die“ nun Zombies, Aliens oder eben Werwölfe sind. „Wir“ sind in diesem Fall eine Gruppe von Soldaten der britischen Armee, die eigentlich erwartet hatten eine Übung im Wald durchzuführen, sich aber unversehens in einem Haus vor den angreifenden Werwölfen verbarrikadieren müssen. Viel neu macht der Film sicher nicht, doch gelingt es Marshall schon in seinem Erstlingswerk den Adrenalinpegel auf derart  hohem Niveau zu halten, dass man als Zuschauer gar keine Zeit hat sich über altbekanntes zu beschweren. Die überlebensgroßen Werwölfe wirken in diesem Film gelungen bedrohlich und fremdartig. Subtilität und Metaphern interessieren diesen Film nicht im geringsten, er will einfach nur 90 Minuten unterhalten und das gelingt ihm auch ganz wunderbar. Sämtliche Androhungen zumeist furchtbar klingender Fortsetzungen haben sich bisher glücklicherweise als Schall und Rauch erwiesen.

legosi-port-klHerr Legosi meint: Ich mag diese Filme nicht in denen so sinnlos Blut vergossen wird! Was für eine elende Verschwendung! Das kann man doch alles noch trinken! In einem Vampirfilm gäbe es so etwas nicht!

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