Horrortipps: HaHa-Horror? Missverstandene Horrorkomödien

Horror und Komödie stellen eine Symbiose dar, die fast so alt ist, wie die beiden Filmgenres selbst. Die frühesten Horrorfilme arbeiteten immer auch mit bewusst komischen Elementen. Was macht diese Kombination so reizvoll? Ist es nur der typische „comic relief“, der auch in anderen Genres zu finden ist oder geht es darüber hinaus? Ist es mit der Tragikomödie verwandt und Schreckliches und Lächerliches liegen einfach sehr nah beieinander? Man könnte darüber sicher eine interessante psychologische Ausführung schreiben, doch ist dies sicher nicht der Ort dafür.

legosi-port-klHerr Legosi meint: Oder Sie der Mann dafür! Ah ah ah!

Warten Sie bitte bis Sie dran sind! Jede Zeit bringt gelungene Horrorkomödien hervor jedoch werden viele Vertreter abseits der großen Namen, wie ‚Shaun of the Dead‘ oder ‚Cabin in the Woods‘ in den letzten Jahren missverstanden. Gerade über die beiden folgenden Filme habe ich mehrfach die Spekulation gehört, sie nähmen sich grundsätzlich ernst und jeder Humor sei nur mangelnder Umsetzung geschuldet. Das ist natürlich Quatsch. Beide Filme wollen, dass über sie gelacht wird. Tut Euch also keinen Zwang an.

‚Drag me to Hell‘ (2009)

Sam Raimi hat einige der besten Horrorkomödien überhaupt abgeliefert. Je nachdem welche Mischung der beiden Genres man bevorzugt ist ‚Evil Dead 2‘ oder ‚Armee der Finsternis‘ der ideale Vertreter des Genres.  Dann riefen aber die Superhelden und er drehte zwei gelungene Spider-Man Filme. Und dann noch einen. Dann riefen die Superhelden nicht mehr und er kehrte zu dem Genre zurück, dass ihn bekannt gemacht hat.

Christine Brown ( Alison Lohman) ist eine junge Bankangestellte in Los Angeles. Als sie eines Tages, in Hoffnung auf eine Beförderung, der älteren, unheimlichen Sylvia Ganush einen Aufschub ihrer Hypothekenzahlung verweigert, wird sie prompt von der Frau verflucht. Der Dämon Lamia wird sie nun drei Tage verfolgen und mit allerlei finsterem Schabernack quälen, mal lustig, mal schrecklich. Am Ende der Frist wird er sie mit in die Hölle nehmen, es sei denn sie findet bis dahin eine Lösung.

Die ein oder andere Szene, der ein oder andere Gag kommt dem aufmerksamen Zuschauer zwar schon aus den ‚Evil Dead‘ Filmen bekannt vor, doch findet sich hier genug Neues und Lohmans Rolle ist derart anders angelegt als Bruce Campbells Ash, dass hier ein absolut lohnenswerter Film herauskommt. Eine Seancenszene samt Ziegenbock allein macht den Film schon sehenswert. Das alte Niveau erreicht Raimi zwar nicht mehr (und , wenn ‚Die fantastische Welt von Oz‘ als Hinweis dienen darf, wird er es auch nicht mehr erreichen) doch der Film macht jede Menge Spaß.

legosi-port-klHerr Legosi meint: Zu meiner Zeit hätte ein finsterer Dämon sich nicht drei Tage Zeit genommen, für irgendwelchen Blödsinn, wie Fliegen in Kuchen zu backen oder was auch immer dieser Typ hier macht. Da  ging’s direkt in die Hölle! Außerdem: die arme Katze!!

 

‚Slither‘ (2006)

Für den Regisseur von ‚Slither‘, James Gunn, stand der Ruf der Superhelden noch bevor, als er diesen Film gemacht hat. Mit ‚Guardians of the Galaxy‘ würde er 2014 einen der unterhaltsamsten Filme dieses Genres abliefern. Doch stand ‚Slither‘ noch sehr im Lichte seines Karrierebeginns bei Troma. Einem US-amerikanischem Independent Studio, dessen Gründer Lloyd Kaufman stolz darauf ist niemals eine Geschmacklosigkeit auszulassen und das zum Motto seiner Firma gemacht hat. ‚Slither‘ hat zwar offiziell mit Troma nichts zu tun, Geschmacklosigkeiten sind aber reichlich vorhanden und Gunn würdigt seinen ehemaligen Arbeitgeber mit einem Stan Lee-esken Cameo Auftritt als Betrunkenem.

Ein Meteorit schlägt nahe einer amerikanischen Kleinstadt ein. Auf dem Meteoriten befand sich ein nacktschneckenartiger, intelligenter Parasit, der den lokalen Autohändler und Unsympathen Grant Grant (Michael Rrooker) infiziert. Der gibt die folgenden körperlichen Veränderungen gegenüber seiner Frau als Folgen einer allergischen Reaktion auf einen Bienenstich aus, plant jedoch heimlich die Infizierung der ganzen Stadt. Grants Frau Starla (Elizabeth Banks) bleibt misstrauisch und wendet sich an Sherriff Bill Pardy (Nathan Fillion), der nur zu bereit ist die Vermutungen seiner Jugendliebe zu verfolgen – zum Glück.

Die Handlung mag aus zahllosen 50er Jahre Filmen oder David Cronenbergs Oeuvre bekannt erscheinen, doch schafft es Gunn sie sich ganz und gar zu eigen zu machen. Mit allerlei Widerlichkeiten, sympathischen Charakteren und lustigen Dialogen bevölkert er seine Kleinstadt und arbeitet hier schon mit zahlreichen gut aufgelegten Schauspielern, denen wir auch in ‚Guardians‘ wieder begegnen. Eine völlig unterbewertete Genre-Perle, bestens geeignet für Leute, die typische Zombiefilme satt haben.

legosi-port-klHerr Legosi meint: Igitt, dass Ihnen solcherart Geschmacklosigkeit zusagt sollte mich wohl nicht überraschen Herr „Filmlichter“. Ah ah ah!

 

 

Wissen Sie, statt „Ah ah ah“ könnten Sie auch „lol“ tippen!

legosi-port-klHerr Legosi meint: Oh, wirklich, kann ich das? Und was kann ich anstelle eines eiskalten Blicks voller Verachtung tippen? Haben Sie da auch einen weisen Rat? Oh bitte, sagen Sie es mir, ich bin soo gespannt!

 

Okay, Schluss für Heute.

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