Der Filmlichter und das Geheimnis des ptolemäischen Scharniers

ptolemäisches scharnier

Wenn man den Begriff „ptolemäisches Scharnier“ in die Google-Suche eintippt ist mein Blog der erste Vorschlag, den die Suchmaschine ausspeit. Das ist leider nicht sehr hilfreich findet man hier doch nur meinen bemüht lustigen Verriss des Films ‚Katakomben‘. Leider findet man aber auch sonst nicht viel zu diesem Begriff (beinahe nur Rezensionen von ‚Katakomben‘). Ich möchte aber natürlich nicht, dass Besucher, die mich auf diesem Wege finden völlig enttäuscht sind, ist das doch einer der häufigsten Suchbegriffe über den dieses Blog (beinahe täglich) gefunden wird. Mit endgültigen Antworten kann ich leider nicht aufwarten aber schauen wir doch mal, was wir herausfinden können.

Der Charakter Scarlett setzt diesen Begriff im Film ‚Katakomben‘ in Zusammenhang mit ägyptischen Pyramiden. Das halte ich für äußerst unwahrscheinlich. Als sich General Ptolemaios, im Zuge des Zerbrechens des Reiches Alexanders des Großen, 323 v. Chr. Ägypten unter den Nagel riss hat dort schon seit vermutlich über 1000 Jahren niemand mehr Pyramiden gebaut. Da sein hellenistisch-ägyptisches Reich das erste war, das als „ptolemäisch“ bezeichnet wurde, wäre die Verwendung im Film also blödsinnig. Doch, da der Film in Bezug auf seine esoterischen Hintergründe seine Hausaufgaben gemacht zu haben scheint, schauen wir nochmal genauer hin.

Die ptolemäische Dynastie endete im Jahr 30 v. Chr., als Königin Kleopatra VII. Philopator (die mit der schönen Nase!), nach der Niederlage ihres Verbündeten Marcus Antonius im römischen Bürgerkrieg, Selbstmord beging und Ägypten als Provinz unter die direkte Kontrolle Roms fiel. Kann es in dieser Zeit der hellenischen Herrschaft über Ägypten eine bestimmte Bauweise von Häusern, Tempeln, Schiffen oder sonst was gegeben haben, die eine bestimmte Art von Scharnier beinhaltete? Möglich. Falls ein Archäologe mit Ahnung dies liest, erzähl uns bitte mehr.

Einen anderen, wahrscheinlicheren Ansatz sehe ich aber in Claudius Ptolemäus, einem Gelehrten aus Alexandria, der ungefähr zwischen 100 und 160 n. Chr. gelebt hat. Der hat ein 13bändiges Werk über so ziemlich alles geschrieben. Von Musiktheorie bis Geographie. Und er hat das geozentrische Weltbild festgelegt, nach dem die Erde im Mittelpunkt von allem liegt. Das hatte dann bis zu Kopernikus und Galilei  bestand und spielte in der Kosmologie der Gnostiker, die dann wiederrum die Alchemisten übernahmen, eine große Rolle. Damit wäre ein thematischer Anknüpfpunkt zu ‚Katakomben‘ gefunden. Und über Mathematik hat Ptolemäus auch viel geschrieben. Zum Beispiel den Satz des Ptolemäus. Hat er also möglicherweise auch etwas über Mechanik oder Mathematik von Scharnieren geschrieben? Gut möglich. Sind Mathematiker anwesend? Von den Pyramiden wären wir damit aber zeitlich natürlich noch weiter weg.

So, wirklich weiter wird Euch Suchende das alles nicht gebracht haben aber vielleicht ist es mir gelungen Euch auf einen erfolgversprechenden Weg zu lenken. Was bleibt also? Nun, das Einfachste wäre wohl „Ptolemäus seins“ mit wasserfestem Marker auf ein altes Scharnier zu schreiben und stattdessen einfach mal was über Filme zu lesen. Und, wisst ihr was? Dafür könntet ihr auch gleich genau hier bleiben! Das fänd ich zumindest pyramidal! Oder auch ptotal ptoll! Hahahahahaha!!! Hallo? Noch irgendwer da? Och…

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3 Gedanken zu “Der Filmlichter und das Geheimnis des ptolemäischen Scharniers

  1. Pingback: Gestern Gesehen: Katakomben (As Above So Below) (2014) | filmlichtung

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