Newslichter Ausgabe 11: Bond-Regie, Kinoboykott und langsamere Sternenkriege

Hallo Newsleser! Eine merkwürdige Woche der Film-Neuigkeiten geht vorüber. Das meistberichtete Thema, Joaquin Phoenix im Clownskostüm für seinen Jokerfilm, lasse ich mal unkommentiert und frage mich, warum jeder neue Joker schon Monate vor dem Film Geschrei auslöst. Auch beginne ich mich langsam zu fragen, warum zusammengeschnittene Fantrailer zu allerlei Superheldentum eigentlich Neuigkeiten sind. Damit aber genug zu News, die hier nicht besprochen werden und weiter zu solchen, die ein paar Worte verdienen.

 

Cary Fukunaga hinter der Kamera für Bond 25

https://screenrant.com/bond-25-director-cary-fukunaga/

Nachdem es in den letzten Wochen so aussah, als müsse man befürchten, Daniel Craigs Geheimagenten-Dienstverhältnis würde mit Dienst nach Vorschrift enden, gab es diese Woche gleich zwei Mitteilungen, die neue Hoffnung machen. Nicht nur konnte Regisseur Cary Fukunaga für den Film gewonnen werden, auch die Veröffentlichung wurde auf den Valentinstag 2020 verschoben, um eine angemessene Produktionszeit zu erlauben. Ich kenne von Fukunaga nur seine erste Staffel von ‚True Detective‘ und auch wenn ich davon kein solcher Überfan bin wie viele andere, zeigte er dort doch einiges an kreativen Fähigkeiten und das Beste aus seinen Darstellern herauszuholen, sowie einen unbedingten Willen zur Innovation. Genau das Richtige für eine Filmserie, die nichts mehr fürchtet, als den Vorwurf der Altbackenheit. Nun können wir also in Ruhe weiterspekulieren, wer der nächste Bond wird. Fukunaga hat ja mal nen Film mit Idris Elba gedreht…

 

Die Sternenkriege werden langsamer

https://www.hollywoodreporter.com/news/bob-iger-disneys-streaming-service-james-gunn-star-wars-slowdown-1145493

Disney-Chef Bob Iger geht, in einem Interview, mit seiner Entscheidung für jährliche Star Wars Veröffentlichungen recht hart ins Gericht. Er habe etwas zu viel zu schnell gewollt, sagt er. In Zukunft könne man also mit einer bedächtigeren (aber stetigen) Veröffentlichung von Star Wars Beiträgen rechnen. Das es Änderungen an der Star Wars Veröffentlichungsstrategie geben würde, war nach dem finanziellen „Misserfolg“ von ‚SOLO‘, der bislang „nur“ 400 Millionen, statt alles Geld der Welt eingespielt hat, ja absehbar, nun gibt es die Bestätigung von ganz oben. Am Termin für Episode IX im Dezember nächsten Jahres ändert sich allerdings nichts.

PS: auch beschreibt er die Entlassung von James Gunn als bereits beschlossene Sache, die er nur noch abgenickt habe. Er steht allerdings zu seiner Entscheidung. (anders als ich zu meiner, darüber nicht mehr zu schreiben…)

 

Mörderpuppen Reboot

https://screenrant.com/childs-play-creator-reacts-chucky-remake/

Man kann von Chucky der Mörderpuppe ja halten was immer man möchte, eines kann man wohl nicht bestreiten: Erfinder Don Mancinis Begeisterung für seine Schöpfung. Er hat alle sieben bisherigen Chucky Filme geschrieben und bei den letzten dreien sogar Regie geführt. Und nach allem was man hört führte er seine Schöpfung in immer neue, kreative Richtungen. Daher kann seine negative Reaktion nicht überraschen, als MGM, die die Rechte am ersten Film halten, ein Reboot bekanntgaben, in das Mancini auf keine Weise involviert ist und wohl nicht einmal informiert wurde. Eine durchaus fiese Geste, denn wer weiß, wie viele sich, ohne Mancinis Arbeit, noch an den Film von 1988 erinnern würden.

 

Gratis Zimmer… ist verschwunden

https://screenrant.com/room-tommy-wiseau-youtube-watch-online/

Wenn man über die schlechtesten Filme aller Zeiten liest, landet man früher oder später bei Tommy Wiseaus ‚The Room‘. Dessen Entstehung war sogar vor Kurzem Subjekt eines Films von und mit James Franco. Nun hat Wiseau sein Machwerk gratis auf seinem Youtube-Kanal veröffentlicht. Das sollte eigentlich die News sein, doch Wiseau wäre nicht Wiseau, wenn die Sache damit beendet wäre. Nur Tage später ist das Video wieder verschwunden. Ob Tommy nun doch nicht alle Rechte besaß, den Film doch nicht verschenken wollte oder einfach Youtubes Nacktheitsalgorithmen angesprungen sind (vermutlich das), seinem Ruf als ‚Disaster Artist‘ macht er alle Ehre.

 

‚Space Jam‘ bekommt eine Fortsetzung

http://www.filmstarts.de/nachrichten/18521128.html

Nicht nur die Webseite (unbedingt anklicken, wenn Ihr einen Ausflug in die Urwelt des Internet machen wollt!) von Warners Looney Tunes Basketballerei erweist sich als erstaunlich langlebig, auch das Franchise an sich ist keineswegs tot. ‚Black Panther‘ Regisseur Ryan Coogler, der mit ‚Creed‘ bereits bewiesen hat, dass er aus alten Marken noch Neues herausholen kann, produziert das Ganze. Die Regie übernimmt Terence Nance, der damit auch seinen ersten Spielfilm abliefert. Die Looney Tunes sind natürlich wieder mit von der Partie, die menschliche Hauptrolle des Basketballprofis übernimmt LeBron James. Ob Michael Jordan einen Auftritt haben wird, ist bislang nicht abzusehen. Mal sehen ob‘s ein Slam Dunk wie Teil 1 wird.

 

Netflix und das Kino – mal wieder

https://www.moviepilot.de/news/zerstoren-grundpfeiler-eines-systems-deutsche-kinos-wehren-sich-gegen-netflix-1111587

Das ein Gewinnerfilm des Filmfestivals von Venedig auch in deutschen Kinos läuft ist eigentlich selbstverständlich. Doch der neueste Gewinner Alfonso Cuarons ‚Roma‘ wird nun von den deutschen Kinos boykottiert. Denn es ist ein Netflix Film. Und die kommen normalerweise nicht ins Kino. Doch diesmal wollte Netflix eine Ausnahme machen, hat die Rechnung aber ohne die Kinobetreiber gemacht. Kinofilme kommen üblicherweise erst frühestens 90 Tage nach Kinostart auf Streamingdiensten, im Fernsehen oder auf Heimmedien heraus. Netflix würde sich mit ‚Roma‘ aber nicht an diese übliche Absprache halten, sondern den Film parallel veröffentlichen. Das rechne sich für die Kinos aber nicht und zerstöre einen Grundpfeiler des Systems, sagen die Betreiber. Ich verstehe die Sorge der Kinobetreiber. Ich verstehe, wieso Streaming als „Feind“ betrachtet wird. Ich würde allerdings einfach einmal vorschlagen einen Blick auf andere derartige Veröffentlichungen zu werfen. In Großbritannien kam etwa Ben Wheatleys Film ‚A Field In England‘ gleichzeitig ins Fernsehen, auf Heimmedien und ins Kino. Dabei stellte sich heraus, dass keines der Medien den anderen Publikum abgeschöpft hätte. Gerade bei kleineren Produktionen scheint es Leute zu geben, die sie explizit im Kino sehen möchten, auch wenn es andere Möglichkeiten gäbe. Es wäre schön, wenn deutsche Kinos dem nicht im Weg stehen würden. Ein Krieg gegen Streaming scheint zumindest mir so sinnlos, wie er vor 60 Jahren gegen das Fernsehen war.

Das war es für diese Woche von meiner Seite mit Neuigkeiten. Wir lesen uns nächste Woche wieder!

16 Gedanken zu “Newslichter Ausgabe 11: Bond-Regie, Kinoboykott und langsamere Sternenkriege

  1. Jetzt bin ich auch wieder aktuell. Danke für den wöchentlichen Überblick 🙂
    Bond: Ich bin riesiger True-Detective Fan und somit bin ich jetzt mehr gehypt als bei Boyle.
    Star Wars: Bekommen die nicht sehr viel Geld um so etwas vorrauszusehen? Besucher-Marketing müsste doch so ein Sättigungs-Gefühl schon gezeigt haben. Naja, mal gucken wann der die gleichen Worte zum MCU sagt.
    Space Jam 2: Freu ich mich drauf. Allerdings nicht so sehr aus Nostalgie. Ich hoffe eher, dass der Film ein Erfolg wird und die „Looney Tunes“ zu alten Erfolgen zurück finden.
    Boykott: Von beiden Seiten verständlich, aber natürlich schade.

    Ich hab noch zwei News für dich 🙂 Erstmal sind die Reaktionen von Til Schweiger auf Kritiken zu seinem neuen Film auf Facebook unbezahlbar. Die Kommentare dazu sind aber vielleicht noch besser. Unbedingt angucken 😀
    Zweite News: Keiner interessiert sich für „The Man who killed Don Quixote“. Ich habe gestern vergeblich nach einem Kino für Donnerstag gesucht -.-

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  2. Also einen schwarzen Bond wäre ich nicht bereit zu akzeptieren, auch keine Jane Bond. Idris Elba ist für mich ohnehin nach zwei Folgen *Luther* verbrannt, eigentlich wollte ich nach drei Minuten wieder ausschalten, weil mir klar war, dass die Serie nicht meins ist. Hätte ich mal machen sollen.
    Auch sonst sind die Kritiken für seine Filme ja sehr schlecht.

    Gefällt 1 Person

        • Gute Schauspieler haben schon immer mal in schlechten Filmen und Serien mitgespielt 😀
          Ich finde er hat das Charisma und ist geprüft in Action – beides wichtig für einen Bond. Was schwarz oder Frau angeht, da bin ich für beides. Warum? Weil gerade der letzte Bond mir gezeigt hat, dass ein Engländer im Smoking und mit einer fetten Karre, der die Welt retten muss und eine Frau befreien muss, einfach gähnend langweilig ist. Neue Impulse brauch das Franchise. Ein Schwarzer der gegen die neuen Rechten kämpft, eine Frau die von der Männerwelt unterschätzt wird und dann so richtig aufräumt… Da gibt es einfach viel mehr Möglichkeiten und ich gebe nichts auf Tradition oder sonst was.

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          • Da kommen wir nicht einmal annährungsweise zusammen. Ich prophezeihe den ersten Flop der Reihe, sollte Elba oder eine Frau übernehmen.

            ‚Weil gerade der letzte Bond mir gezeigt hat, dass ein Engländer im Smoking und mit einer fetten Karre, der die Welt retten muss und eine Frau befreien muss, einfach gähnend langweilig ist. `

            Bond ist schon seit Connery gähnend langweilig und ausgelutscht. Craig ging noch mal. Erstes sind die Filme nichts Besonderes mehr, da es zu viele Filme in dieser Richtung gibt und zweites…ja, immer dasselbe.

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    • Ich sehe jetzt an der Rolle Bond nix, was ihn unbedingt zu nem weißen Mann machen würde. Insbesndere weil Bond und 007 durch die vielen Rollenwechsel ohnehin nur als Tarnnamen betrachtet werden können.

      Und Elba hat bei mir schon allein wegen ‚The Wire‘ jede Menge Steine im Brett.

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  3. Pingback: Newslichter Ausgabe 16: Boba ist tot, Jason lebt und Liam Neeson räumt Schnee | filmlichtung

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