Newslichter Ausgabe 15: düstere Holzpuppen, verkaufte Moves und ein Terminator mit Happy End?

Willkommen zu einer kurzen, knappen Ausgabe des Newslichters. Denn wirklich viel Berichtenswertes gibt es diese Woche für mich nicht. Das soll allerdings nicht heißen, dass das was hier ist nicht spannend wäre. Wobei man sich über den Namen Newslichter diesmal wohl streiten könnte, bezieht sich doch die Hälfte der Meldungen auf recht Altes. So, und nachdem ich mit dieser wahnwitzig geschickten Einleitung dafür gesorgt habe, dass auch wirklich keiner mehr mitliest, können wir genauso gut loslegen:

 

Guillermo Del Toro dreht ‚Pinocchio‘ für Netflix

http://www.filmstarts.de/nachrichten/18521657.html

Laut eigenen Aussagen setzt Oscargewinner Del Toro mit diesem Film einen Kindheitstraum in die Tat um. Sein ‚Pinocchio‘ soll im faschistischen Italien der 30er Jahre spielen. Und ein Musical in Stop-Motion Animation werden. Man darf also vermuten, dass seine Version noch ein ganzes Stück düsterer wird, als der Disney Zeichentrickfilm von 1940. Für die Animation arbeitet der Mexikaner mit Mark Gustafson zusammen, der auch für die Animation in Wes Andersons ‚Der fantastische Mr. Fox‘ verantwortlich zeichnete. Netflix kann seiner beeindruckenden Filmemacherriege einen weiteren hinzufügen und Del Toro ein Herzensprojekt umsetzen, für das er schon seit Jahren erfolglos in Hollywood geworben hat. Klingt nach einer Win-Win Situation, vor allem für uns Zuschauer.

 

Der ‚Terminator‘ hätte beinahe ein Happy End bekommen

https://www.slashfilm.com/terminator-happy-ending/

Die Produzentin und Ko-Autorin des Science Fiction Klassikers hat bei der Verleihung eines Preises für ihr Lebenswerk ein wenig aus dem Nähkästchen geplaudert. Nach Testvorführungen war man beim Studio ganz und garnicht vom Ende des Films überzeugt. Der Film solle enden, nachdem Kyle Reese und Sarah Conner den Tanklaster in die Luft gejagt haben und sich umarmen. Sprich, Reese sollte überleben und das Endoskelett der Mordmaschine sollte niemals auftauchen! Die ganze Sequenz in der Fabrik fiele weg. Das ist in der Rückschau schwer vorstellbar. Man möchte fast annehmen, das Studio spekulierte schon auf Fortsetzungen und wollte auf den typischen Actionhelden in Form von Kyle Reese nicht verzichten. Sich gegen diese Entscheidung zu wehren war für den erstmaligen Regisseur James Cameron und Hurd, die aus der Umgebung von B-Movie Papst Roger Corman kam und deshalb (noch) nicht ganz ernst genommen wurde, alles andere als einfach. Aber zum Glück, so Hurd, hatten sie Verbündete hinter den Kulissen, die dafür sorgten, dass wir den Film so zu sehen bekamen wie wir ihn heute kennen und die Macher ihn wollten. Und natürlich das Franchise, das bis heute läuft –  aber ob wir dafür dankbar sein müssen?

 

Warum Jet Li zu den ‚Matrix‘ Fortsetzungen nein gesagt hat

https://www.abacusnews.com/digital-life/jet-li-says-he-rejected-matrix-because-he-didnt-want-his-kung-fu-moves-digitally-recorded/article/2169070

Aus der Rückschau scheint es offensichtlich, warum jemand bei den ‚Matrix‘ Sequels nicht dabei sein wollen würde: weil die gar nicht mal so gut sind. Das konnte nach dem überwältigenden Erfolg des ersten Films aber niemand ahnen. Warum also hat der berühmte chinesische Schauspieler das Angebot abgelehnt? In einem chinesischen Interview verriet er jetzt Erstaunliches. Denn tatsächlich ging es bei dem Angebot nicht nur um die Rolle des Seraph, das Studio sah auch sechs Monate vor, in denen sie die Martial Arts-Moves Lis in eine digitale Datenbank kopiert hätten. Die Rechte an diesen Moves wären dann an das Studio geflossen. Und Warner hätte diese Datenbank nutzen können, um Gesichter anderer Schauspieler auf digitale Stuntmen zu kopieren, die Lis Moves ausführen. Damit war Li nicht einverstanden. Nicht nur hatte er sein Leben lang trainiert um so gut zu werden, wie er damals war, er selbst würde auch älter werden, könnte die Moves nicht mehr ausführen, während sie dem Studio auf ewig gehörten. Ich habe ja schon ein paar Mal über digitale Darsteller geschrieben. Digitale Stuntmen sind natürlich nochmal ein eigenes Thema und ich gebe zu, ich habe bisher gar nicht darüber nachgedacht, wo deren Tricks herkommen. Ich kann Lis Entscheidung auf jeden Fall sehr gut nachvollziehen.

 

Peter Jacksons neuer Film womöglich doch weltweit im Kino

http://www.haz.de/Nachrichten/Kultur/Uebersicht/They-Shall-Not-Grow-Old-Peter-Jackson-ueberrascht-mit-Erster-Weltkriegs-Doku

Eigentlich sollte es ein kleines Projekt für das britische „Imperial War Museum“ werden. Etwa eine halbe Stunde Filmmaterial aus dem ersten Weltkrieg sollte Jackson so aufarbeiten und kolorieren, dass sie wie aktueller Film wirken. Doch wie alles was der Neuseeländer anfasst wurde es sofort entschieden größer. Nun ist es ein abendfüllender Film namens ‚They Shall Not Grow Old‘ geworden. Lippenleser haben entziffert, was die Soldaten in den Aufnahmen sagen und es wurde mit regional korrekten Schauspielern nachvertont. In britischen Kinos ist der Film gar in 3D zu sehen und macht, wenn man den Kritikern glauben darf, die hundert Jahre alten Aufnahmen so glaubhaft und begreifbar wie nie zuvor. Nun wünscht sich Jackson, dass der Film auch außerhalb von Großbritannien zu sehen sollte. Und wie es aussieht stehen die Chancen dafür nicht schlecht. Ich bin ja eigentlich kein großer Freund vom Nachkolorieren von Filmen. Doch was ich bislang von ‚They Shall not Grow Old‘ gesehen habe, hat mich in der Tat beeindruckt. Allein die Aufnahmen mit Hilfe des Computers auf mehr als die typischen 16 bis 18 Frames zu bringen macht sie entschieden lebendiger. Für Filme wünsche ich mir solche Aktualisierungen nicht, aber für Archivmaterial kann es eine wirklich gute Idee sein, um die Vergangenheit erlebbarer zu machen. Ein spannender, historischer Klammergriff über 100 Jahre des Filmemachens, sozusagen.

 

Und das soll es für heute gewesen sein. Der nächste Newslichter erscheint übrigens schon nächsten Dienstag. Denn Mittwoch ist Halloween und da ist es ihm zu gruselig! Bis dann.

2 Gedanken zu “Newslichter Ausgabe 15: düstere Holzpuppen, verkaufte Moves und ein Terminator mit Happy End?

  1. Zu Jet Li: Bravo, gute Entscheidung. Zum einen wegen des echt schlimmen Versuchs eines “Körperdiebstahls“, zum anderen, weil die Fortsetzungen von Matrix auch wirklich schlecht waren.
    Der Mann hat Rückgrat und das kommt sicher nicht nur vom Kung Fu Training

    Gefällt 1 Person

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