Newslichter Ausgabe 18: ‚Shaun das Schaf‘ gehört nun der Arbeiterschaft, Mad Max fährt nicht mehr und Meisterdetektiv Ryan Reynolds ermittelt

Hallo zusammen, Zeit für einen neuen Newslichter. Und was für ein Newslichter das wird. Der erste, der sich womöglich mit „Fake News“ wird beschäftigen müssen. Hat sich Playboy Deutschland ein Ennio Morricone Interview aus den Fingern gesaugt? Dazu gute Neuigkeiten für Super Mario und schlechte für Mad Max. Die größte und traurigste Neuigkeit der Woche, der Tod von Stan Lee im Alter von 95 Jahren, wird keinen Platz im Newslichter finden, weil der flapsige Tonfall der Meldung nicht gerecht würde. Lasst mich hier einfach sagen, ich erinnere mich, wie ich mein erstes ‚Spider-Man‘ Heft bekommen habe. Ich war 9 oder 10 Jahre alt. Damals hieß das hier noch ‚Die Spinne‘. Darin las ich den Satz „Mit großer Kraft muss auch große Verantwortung einhergehen“. Eine These, die in ihrer simplen Weisheit vermutlich die Beste im gesamten Superheldencomictum ist. Danke Stan. Und jetzt legen wir los.

 

Super Mario Bros Film von „Minions“ Studio Illumination

https://screenrant.com/super-mario-animated-movie-release-date/

Wah-Huh! It’s-a him! That plumber! In den nächsten vier Jahren steht uns ein Animationsfilm um die italo-amerikanischen Klempner-Brüder mit Hang zum Prinzessinnenretten ins Haus. Shigeru Miyamoto, der Erfinder des Schildkrötenstampfers soll dabei eng in die Produktion involviert werden. Das klingt so als könne dieser Film endlich das Mundwasser werden, das den ranzigen Geschmack der schimmlig-düsteren Verfilmung von 1993 mit Bob Hoskins vertreibt. Illumination CEO Chris Meleandri betont jedenfalls die Schwierigkeit in relativ flachem Material genug Tiefe zu finden, ohne dabei die Essenz so sehr zu verwässern, das Fans sie nicht mehr erkennen. Hoffen wir, dass es gelingt.

 

Ein neuer Mad Max Film ist im Moment äußerst unwahrscheinlich

http://www.filmstarts.de/nachrichten/18521839.html

Nach dem großartigen ‚Mad Max: Fury Road‘ haben sich viele Fans auf mehr aus George Millers postapokalyptischer Welt voll Guzzoline und Wegen nach Walhalla gefreut. Tatsächlich hatte der Australier auch schon einen fünften Teil ‚Mad Max: Wasteland‘ in Planung. Doch nun hat er sich einem anderen Projekt, dem Fantasyfilm ‚Three Thousand Years of Longing‘ zugewandt. Der Grund dafür ist leider ein unschöner. Miller und seine Produktionsfirma verklagen Warner. Die schulden Miller, nach eigenen Angaben noch eine Prämienzahlung über 7 Millionen. Warner sagt, sie würden die einbehalten, weil Miller das Produktionsbudget überzogen habe, was der wiederum bestreitet. Nun kann George Miller keinen neuen Mad Max drehen, weil Warner die Rechte hält und, da der Film bei aller positiven Aufnahme, kein Supererfolg an der Kasse war, ist auch von Seiten Warners nicht mit einer Fortsetzung zu rechnen. Letzteres ist wahrscheinlich auch ganz gut so.

 

Hänsel und Gretel und der Horror im Wald

https://screenrant.com/hansel-gretel-movie-filming-start-synopsis/

5 Jahre ist ‚Hänsel und Gretel: Hexenjäger‘ jetzt her. Der Film adaptierte das klassische Märchen der Brüder Grimm mit Action- und Horrorelementen. Und der Trailer sah grausig genug (auf die schlechte Weise) aus, dass ich ihn nie gesehen habe. Nun soll es eine neue Horroradaption des Stoffes geben. Bei dem das Geschwisterpaar im dunklen Wald nicht nur auf eine kannibalistische Hexe trifft, sondern auf einen ganzen Zirkel. Auf einen “Nexus entsetzlichen Bösen“ gar. Ich weiß nicht, ob die guten Castingmeldungen allein bei mir Interesse am Film wecken würden, ‚ES‘ Darstellerin Sophia Lillis als Gretel und Alice Krige als eine der Hexen, aber gemeinsam mit dem Regisseur tun sie es. Osgood Perkins zeichnet verantwortlich. Und eine Märchenumsetzung scheint nach seinem letzten Film ‚Die Tochter des Teufels‘ ebenso merkwürdig wie offensichtlich, dass ich tatsächlich gespannt auf den Film bin.

 

Ennio Morricone nennt Quentin Tarantino (k)einen Kretin?

https://www.musikexpress.de/angebliches-fake-interview-ennio-morricone-will-den-deutschen-playboy-verklagen-1152207/

Wenn man Playboy Deutschland glauben möchte, dann hat sich Filmmusiklegende Ennio Morricone in einem Interview mit dem Magazin ordentlich über Quentin Tarantino ausgelassen. Nicht nur waren die Arbeitsbedingungen bei ‚Hateful Eight‘ furchtbar, er hatte viel zu wenig Zeit, auch seien Tarantinos Filme Müll und der Filmemacher selbst ein Kretin, der sich sein Material aus älteren, besseren Filmen zusammenklaut. Hollywood sei ohnehin aufgeblasener Unsinn und die Oscars peinlicher Firlefanz.

Wenn man Ennio Morricone glauben möchte, dann hat er nicht nur nichts davon je gesagt, er hat sogar Playboy Deutschland nie ein Interview gegeben. Er ist stolz auf seinen Oscar und ist froh, dass Tarantino ihm diese Möglichkeit gegeben habe. Da er die Sache seinen Anwälten übergeben hat, werden wir hoffentlich bald genaueres wissen.

Meine persönliche Einschätzung ist, dass mich die Äußerungen von Morricone sehr wundern würden. 1. war er bei der Arbeit an ‚Hateful Eight‘ 87 Jahre alt und hätte sie sicher nicht mehr nötig gehabt. 2. war es die zweite Zusammenarbeit mit Tarantino, nachdem er bereits zu ‚Django Unchained‘ ein Lied beigetragen hat. Warum sollte er das tun, wenn er Tarantino so verachtet? 3. Morricone hat schon immer nur nach seinen eigenen Bedingungen gearbeitet, Regisseuren gesagt, was er schreibt und was nicht, ich bezweifle stark, dass sich das mit Mitte 80 geändert hat.

Aber wer weiß, vielleicht ist Tarantino als „Chef“ unerträglich genug, dass er sich solche Äußerungen hat entlocken lassen.

[Update] Nun hat sich Playboy Deutschland noch vor Erscheinen des Newslichters geäußert. Das Interview habe definitiv stattgefunden, das könnten Mitarbeiter des Konzertveranstalters Semmel Concerts bestätigen, die ebenfalls anwesend waren. Morricone hat sein Statement insoweit angepasst, als dass er die Existenz des Interviews nicht mehr anzweifelt. Die Aussagen seien aber nachwievor unwahr.

https://www.musikexpress.de/umstrittenes-interview-der-deutsche-playboy-wehrt-sich-gegen-ennio-morricone-1152837/

 

Die Arbeiter übernehmen die Mittel der Knetproduktion

https://news.avclub.com/cracking-toast-comrade-aardman-animations-belong-to-t-1830359455

Das britische Stop-Motion Animationsstudio Aardman gehört nun zu drei Vierteln seinen Mitarbeitern. Dies geschah auf Betreiben der Gründer und bisherigen Alleineigentümern Peter Lord und David Sproxton, die das Studio in den 70ern, noch während sie auf der Uni waren, gründeten. 75% der Studioanteile würden nun von einer Stiftung im Namen der Mitarbeiter verwaltet, während das letzte Viertel im gemeinsamen Besitz der Gründer bleibt. Die Stiftung ist ein Weg, um Aardmans Unabhängigkeit für den Zeitpunkt zu bewahren, wenn sich Lord und Sproxton aus der aktiven Arbeit zurückziehen. Aardman soll kein “Asset“ werden, das gehandelt wird, sondern eines der größten, unabhängigen Animationsstudios der Welt bleiben. Im Vorstand der Stiftung soll unter anderem ‚Wallace & Gromit‘ und ‚Shaun das Schaf‘ Erfinder Nick Park Platz nehmen.

 

‚Pokémon Meisterdetektiv Pikachu‘ als Realfilm

http://www.filmstarts.de/nachrichten/18521983.html

Ich weiß quasi nichts über Pokermans. Aber, wer einen Realfilm sehen möchte, in dem Ryan Reynolds eine kleine gelbe Fellkugel mit Sherlock Holmes Kappe spielt, die sprechen kann, aber nur von einer Person verstanden wird (alle anderen hören nur „Pika Pika“) und die, vermutlich, Verbrechen löst, hat jetzt die Möglichkeit dazu. Viel Spaß, glaub ich.

Das war‘s für heute. Bis nächste Woche.

12 Gedanken zu “Newslichter Ausgabe 18: ‚Shaun das Schaf‘ gehört nun der Arbeiterschaft, Mad Max fährt nicht mehr und Meisterdetektiv Ryan Reynolds ermittelt

  1. „‚Pokémon Meisterdetektiv Pikachu‘ als Realfilm“…

    und mein Freund Zacksmovie ist aus dem Häuschen. Mir persönlich könnte das nicht egaler sein und ich wundere mich, dass das an der Stelle eine Meldung wert ist 😉

    Gefällt 1 Person

  2. Ich gebe es ungern zu, aber mein Highlight war der „Pikachu“-Trailer (natürlich zusammen mit dem ToyStory4 Teaser). Diese unfassbare Niedlichkeit zusammen mit der Reynolds Stimme hat irgendwas. Außerdem wünsche ich mir seit meiner Kindheit „reale“ Pokemon. Sorry, aber ich bin hin und weg 😀
    Zu Morricone und Playboy: Da wollen wohl beide nicht so ganz die Wahrheit sagen.
    Zu Mad Max: Schade, sehr schade. Miller ist auch nicht mehr der jüngste, um einfach mal ein paar Jahre Rechtsstreit abzusitzen.

    Gefällt 2 Personen

    • Das Merkwürdigste ist, dass Reynolds seine Fellkugel exakt so spricht wie Deadpool. Ich glaube, dass ist was den Trailer für mich als Pokemon Nixblicker so auffällig gemacht hat.

      Ich hoffe Miller kündigt in 1-2 Jahren die „Fortsetzung einer Legende“ an. Und wenn alle heiß auf Mad Max sind, enthüllt er Schweinchen Babe 3…

      Gefällt 1 Person

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