Newslichter Ausgabe 34: Nochmal Netflix, König Conan und James Gunn

Willkommen zurück beim Newslichter. Heute beginne ich mal mit einer Ankündigung in eigener Sache: weil sich in letzter Zeit die Newslichter mit einem einzelnen extremen Schwerpunktthema ziemlich gehäuft haben, habe ich beschlossen, solche umfangreicheren Themen in Zukunft auf einen gesonderten Artikel (üblicherweise am Samstag) auszugliedern. Im Newslichter wird es allerdings einen Hinweis und, sobald der Artikel da ist, auch einen Link geben, so dass Ihr auch weiterhin alle (von mir für interessant befundenen) News an einem Ort finden könnt. Nun aber auf in die (beinahe) Schwerpunkt-freie Ausgabe 34!

 

Oscar vs. Netflix Nachtrag

https://www.hollywoodreporter.com/live-feed/jeffrey-katzenberg-steven-spielberg-isnt-get-netflix-1193263

https://screenrant.com/jason-blum-netflix-spielberg-controversy/

Der Schwerpunkt der letzten Woche lag darauf, dass die Academy und allen voran Steven Spielberg Netflix-Filme (und Streaming Filme im allgemeinen) in Zukunft von den Oscars ausschließen wollen. Der langjährige Mitarbeiter und Freund Spielbergs, Jeffrey Katzenberg (regelmäßige Filmlichter Leser erinnern sich an ihn, als den Mann, der beinahe ‚Taran und der Zauberkessel‘ in Stücke geschnitten hätte), sagt nun Spielberg habe eigentlich gar nichts gesagt. Es habe eine Presseanfrage bei seinem Sprecher gegeben, deren Beantwortung allerdings im extremen verfälscht worden wäre. Weder habe Spielberg ein Problem mit Netflix, noch Pläne im April die Regeln der Verleihung zu ändern. Schwer zu sagen, ob das nun alles ein aufgeblähter Presse-Tornado war, oder nicht. Spielbergs Meinung zu hohen Bedeutung von Kino ist jedenfalls bekannt, ebenso seine Meinung zu Netflixfilmen, die er mit Fernsehfilmen gleichsetzt. Sicherlich sind aber Ideen wie die, dass Spielberg persönlich dafür verantwortlich zeichnet, dass ‚Green Book‘ gegen ‚Roma‘ den Oscar als bester Film gewonnen hat in die tiefste Gerüchteküche zu verbannen.

Egal wer nun was gesagt hat, Tatsache ist, dass die Anti-Netflix-Idee nicht viele Anhänger fand. Weder unter Zuschauern, noch unter Filmemachern. Beispielhaft sei hier Jason Blum vom kleinen aber erfolgreichen Produktionsstudio Blumhouse, dass mit ‚BlacKkKlansman‘ auch bei den letzten Oscars vertreten war, genannt. In einem Interview mit Variety nannte Blum Netflix „die Zukunft wie wir Filme sehen werden“ und sagte, dass könne man auch nicht mehr stoppen. Das sieht er aber keineswegs negativ, weist er doch darauf hin, dass Netflix toll für Leute ist, die sich regelmäßige Kinobesuche schlicht nicht leisten können. Dann setzt er Netflix in eine Reihe mit cinematischen Innovationen wie Ton und Farbe, die zu ihrer Zeit ebenfalls heftig umstritten waren. Sicher kann man argumentieren, dass Blumhouse ein Studio ist, dass auf kleine Produktionen spezialisiert ist und daher mehr von Netflix profitiert als die „Großen“. Dennoch teile ich Mr. Blums Einschätzung ziemlich uneingeschränkt, abgesehen vielleicht von der Einreihung in die großen Innovationen.

 

WGA und Netflix uneins über Zahlungen an Autoren

https://www.cinemablend.com/news/2468217/netflix-and-the-wga-are-disputing-over-how-much-its-writers-are-paid

Und nur um direkt klarzumachen, dass auch in einer Netflix Zukunft keineswegs alles rosig ist, reden wir über den Konflikt der Writers Guild of America, sprich der Gewerkschaft der Film- und Fernsehautoren, und Netflix. Die Gewerkschaft ist nämlich der Meinung Netflix zahle ihren Mitgliedern zu wenig. Es geht um die Berechnung von „Residuals“ (gibt es da ein passendes, deutsches Wort), sprich die Vergütung für mehrfache Aufführungen und Wiederholungen, gerade auch in Anbetracht der zunehmenden Aufführung von Netflixfilmen im Kino. Die WGA hat nun ein Schiedsverfahren eröffnet, welche Folgen das für Netflix und andere Streaming-Anbieter haben wird, bleibt erst einmal abzusehen.

 

Schwarzenegger wäre gern noch einmal Conan

http://www.thearnoldfans.com/news/2019/3/3/exclusive-arnold-talks-t6-fate-of-conan-brings-comic-con-pop.html

Ein Geheimnis hat Arnold Schwarzenegger nie daraus gemacht, dass er gern noch einmal die Rolle des cimmerischen Fantasy-Barbaren Conan übernehmen würde. Und tatsächlich halten sich seit Jahren Gerüchte (an deren Streuung der Schauspieler nicht ganz unschuldig sein dürfte), dass es einen Film geben würde, in dem Schwarzenegger als alternder König Conan zu sehen sein wird, der, von den administrativen Aufgaben gelangweilt, in ein letztes Abenteuer aufbricht (Realweltbezüge zum „Governator“ darf jeder selbst ziehen). Zuletzt hieß es wohl sogar, haltet Euch fest, dass der Film ein CINEMATISCHES UNIVERSUM rund um die Charaktere von Pulp-Autor Robert E. Howard, dem Schöpfer von Conan, aufbauen sollte. Nun hat Schwarzenegger aber in einem Interview erklärt, dass der derzeitige Rechteinhaber von Conan kein allzu großes Interesse an dem Projekt zeigt, weil wohl gerade Verhandlungen zu einer Conan TV Serie im Sande verlaufen sind und eine gewisse Frustration zu dem Thema besteht. Die Hoffnung hat er aber noch nicht aufgeben. Schade, der Ansatz klingt interessant und mit dem richtigen Regisseur könnte womöglich ein tolles Projekt daraus werden. Ich drücke dem 71Jährigen jedenfalls die Daumen, dass er bald wieder den Lendenschurz anlegen darf. Er würde darin immer noch eine weit bessere Figur machen als ich…

 

James Gunn und die ‚Suicide Squad‘

https://www.ign.com/articles/2019/03/07/suicide-squad-2-team-lineup-reportedly-revealed-dave-bautista-rumored-for-role

Wenden wir unser Auge doch mal einem Dauergast der frühen Newslichter Ausgaben zu: James Gunn. Nachdem der von Disney aus doch recht fadenscheinigen Gründen gefeuert wurde, hat ihn Warner für sein DCEU erfreut an Bord geholt. Sein ‚Suicide Squad 2‘ scheint weniger Fortsetzung des umstrittenen David Ayer Films und mehr ein weicher Reboot zu werden. Mir einer Menge neuer Charaktere und alten Charakteren mit neuen Darstellern. So wird etwa Will Smith als „Deadshot“ vermutlich durch Idris Elba ersetzt. Auch möchte Gunn Dave Bautista, den Drax-Darsteller in Gunns ‚Guardians oft he Galaxy‘ Filmen und wohl lautstärkster Kritiker seiner Entlassung, als Charakter Peacemaker für ‚Suicide Squad 2‘ anwerben. Sollte diese Besetzung stattfinden, darf man die wohl als mehr oder weniger dezenten Mittelfinger in Richtung des alten Arbeitgebers werten.

Währenddessen scheint sich ‚GotG 3‘ bei Disney nicht nur zur heißen, sondern zur nuklearen Kartoffel entwickelt zu haben. Keiner will das Projekt auch nur mit der Kneifzange anfassen. Sei es aus Respekt vor Gunn, oder aus Sorge vor den unvermeidbaren „Gunn war aber besser“ Rezensionen. Da fragt man sich langsam, ob die Guardians den nächsten Avengers Film wohl überhaupt überleben…

 

Und das war er auch schon, der Newslichter für diese Woche. Doch heute ist nicht alle Tage, ich komm‘ wieder keine Frage! Warum habe ich das Ende der ‚Rosarote Panther‘ Serie im Kopf? Glaubt mir, darauf habe ich auch keine gute Antwort.

3 Gedanken zu “Newslichter Ausgabe 34: Nochmal Netflix, König Conan und James Gunn

  1. Pingback: Newslichter Ausgabe 35: Cannes, Mutanten und ein Ende | filmlichtung

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