Newslichter Ausgabe 39: viele Agenten-Autoren, unglücklicher Höllenjunge und eine reale Prinzessin

Und hier kommt auch schon Ausgabe 39 des Newslichters. Diese Woche mal wieder etwas kürzer, denn die News (also die unwichtigen, über die wir hier reden) kannten nur drei Themen. 1. Oooooh mein Gott, die letzte Staffel von ‚Game of Thrones‘ fängt an!! Da ich aus der Serie nach etwa 3 Folgen ausgestiegen bin, habe ich keine Ahnung, welcher Thron nun welches Spiel gewinnt, ob der Winter inzwischen da ist, oder was auch immer. 2. Oooooh mein Gott, die ‚Avengers‘ Gerüchteküche brodelt derart extrem, dass mir die Brille beschlägt. Wer lebt? Wer nicht? Wer schnipst? Wer hat welches kosmische Dingsbums? Wer ist nochmal wer? 3. Oooooooh mein Gott, der ‚Star Wars: Episode IX‘ Trailer!! Habt Ihr gesehen, wie der Hitchcock zitiert!? Landoooo!!!! Lacht da Vincent Price oder „our pal Patine“!?! Okay, ‚Rise of the Skywalker‘ ist ein doofer Titel. Aber natürlich wollen wir über diese Themen hier gar nicht reden, das machen ja schon alle anderen. Na gut, über ‚Star Wars‘ schon, aber nur über einen ganz bestimmten Aspekt von ‚Star Wars‘. Liest eigentlich noch wer die Einleitung, oder seid Ihr alle schon zu den News gesprungen, während ich ge-‚Star Wars‘-fanboyt habe? Ach egal, legen wir halt los.

 

‚Bond 25‘ braucht eine Menge Autoren

https://www.cinemablend.com/news/2470340/looks-like-bond-25s-script-is-getting-help-from-killing-eves-phoebe-waller-bridge

Wir erinnern uns: Danny Boyle wollte beim nächsten Bond, dem Letzten mit Daniel Craig, Regie führen, aber nur unter der Bedingung, dass er das Drehbuch, welches von seinem langjährigen Autoren John Hodge und ihm selbst stammte, ohne Einmischung umsetzen dürfe. Daraus wurde offenbar nichts und Boyle verließ das Projekt, um durch Cary Fukunaga ersetzt zu werden. Das Buch sollte aber grundlegend weiterverwendet werden. Allerdings mit erheblichen Überarbeitungen durch die Bond-Drehbuch-Veteranen Neal Purvis und Robert Wade. Im Februar wurde nun Autor Scott Z. Burns an Bord geholt, um deren Arbeit wiederum noch einmal zu überarbeiten. Damit hat die die Überarbeitungsorgie aber immer noch kein Ende. Auf ausdrücklichen Wunsch von Daniel Craig sitzt nun die Schauspielerin und humoristische Autorin Phoebe Waller-Bridge an dem Drehbuch. Man darf annehmen, um mehr Humor in das Geschehen einzubringen. Und obwohl ich mir sicher bin, dass alle Beteiligten fähige, kreative Leute sind, sehe ich hier das klassische „zu viele Köche verderben den Brei“ Problem. Damit meine ich gar nicht so sehr die Autoren, sondern diejenigen, die sie anheuern. Wir haben hier also ein Skript, das der grundsätzlichen kreativen Vision von Boyle und Hodge entspricht. Das gefiel den Produzenten nicht, die es haben überarbeiten lassen. Dann war irgendjemand damit so unzufrieden, dass eine weitere Überarbeitung notwendig wurde, bevor Craig offenbar Änderungsbedarf sah. Und Cary Fukunaga wird sicherlich seinerseits eigene Ideen einbringen wollen (und ist durchaus bereit diese durchzusetzen, oder ein Projekt zu verlassen, siehe ‚ES‘). Ein solches kreatives Tauziehen hilft dem endgültigen Film meist so gar nicht, doch wollen wir den Teufel nicht jetzt schon an die Wand malen. Denn ein Teufel, den genau dieses Problem betrifft ist zufällig derzeit im Kino zu sehen.

 

Kaum jemand scheint glücklich mit ‚Hellboy‘

https://screenrant.com/hellboy-reboot-box-office-bomb/

https://screenrant.com/hellboy-2019-rewrites-issues-harbour-marshall/

Die Kritik geht wahrlich nicht sanft mit der Neuauflage des Höllenjungen ins Gericht und auch die Publikumsreaktionen (die in Zeiten sozialer Medien für den Erfolg eines Filmes viel wichtiger sind) sind zu einem großen Teil verhalten bis enttäuscht. Darum soll es hier aber gar nicht gehen, sondern darum, wie es womöglich dazu kam. Der Ansatz der Neuauflage klang erst einmal nicht sooo schlecht: ‚Hellboy‘ ist eine Comicserie des Autoren/Zeichners Mike Mignola. Die beiden Adaptionen von Guillermo Del Toro lassen zwar durchaus noch Mignolas Ideen erkennen, allerdings durch Del Toros sehr deutliche, kreative Linse. Für mich machte zwar genau das einen guten Teil der Faszination der Adaptionen aus, doch der Ansatz einer neuen Umsetzung, die sich weit näher an Mignolas Vorlage hält, ist nicht per se schlecht. So war Mignola an der Erstellung des Drehbuches auch zumindest beteiligt. Hinter den Kulissen des Filmes ging es aber wohl alles andere als friedlich zu. Die Produzenten Lawrence Gordon und Lloyd Levin sollen nicht nur Sam McCurdy den langjährigen Stamm-Kameramann von Regisseur Neil Marshall (‚The Descent‘) gegen dessen Willen gefeuert haben, nein es soll so weit gegangen sein, dass sie sie Marshalls Regieanweisungen an seine Schauspieler am Set widersprochen haben. Währenddessen sollen Hauptdarsteller David Harbour und Co-Star Ian McShane am Set selbständig Änderungen am Skript vorgenommen haben. All dies würde bedeuten, dass Marshall nicht wirklich die Kontrolle über den Film hatte. Selbstverständlich sind all das Gerüchte und ein Anwalt der Produzenten hat diesen Behauptungen auch bereits widersprochen. Fakt ist jedoch, dass Marshall an der Promotion für den Film in keiner Weise beteiligt war oder ist. Ob hier nun panisch ein schwarzer Peter hin und hergeschoben wird, oder nicht, man kann wohl erahnen, dass es zu einigen kreativen Differenzen gekommen ist, die nicht in geringer Weise zur negativen Rezeption des Filmes beitragen. Oder vielleicht findet der Film doch noch seine Fans, wenn er von mehr Leuten gesehen wird. Ist immerhin durchaus möglich.

 

Carrie Fisher in ‚Rise oft he Skywalker‘

https://www.cinemablend.com/news/2470267/jj-abrams-reflects-on-surreal-challenge-of-figuring-out-how-to-use-real-footage-of-carrie-fisher

Regisseur J.J. Abrams hat erneut in mehreren Interviews betont, dass Carrie Fishers Leia in der 9ten Star Wars Episode nicht als CGI Charakter auftauchen würde. Auch eine neue Darstellerin stand nie zur Debatte. Es gäbe genug ungenutztes Material mit ihr aus ‚Die letzten Jedi‘ und ‚Erwachen der Macht‘, um sie in dem Film erscheinen zu lassen. Laut Abrams war es eine surreale Erfahrung Jahre nach dem Tod der Schauspielerin auf diese Weise mit ihr zu arbeiten. Persönlich freue ich mich über diese Entscheidung, frage mich jedoch, ob es wirklich an Pietätsbedenken seitens der Macher (damit meine ich weniger Abrams als die Produzenten bei Disney) liegt, oder vor allem an den negativen Reaktionen auf den CGI Peter Cushing in ‚Rogue One‘. Das Lustigste an der ganzen Situation ist vermutlich, dass ich, nach allem was ich von Fisher gehört und gesehen habe, nicht überrascht wäre, wenn sie diejenige gewesen wäre, der es am egalsten wäre, würde sie durch CGI ersetzt. Aber nun gut, sparen wir uns den Zynismus und hoffen, dass es eine würdige letzte Rolle in einem gelungenen ‚Star Wars‘ Film wird.

 

Das war es auch schon wieder für diese Woche. Nächste Woche gibt es mehr!

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