Newslichter Ausgabe 44: spoilerfreier Tarantino, DeLoreans und endlich mal ein Horror Remake

Willkommen bei Ausgabe 44 des Newslichters. Wahrlich, die Zeit fliegt, selbst wenn man nicht in einer Zeitmaschine aus einem DeLorean sitzt. Um John DeLorean, dessen Auto nicht viele, aber immerhin Doc Brown überzeugt hat, geht es heute. Und um Batman, Quentin Tarantino und dem Jakob seine Leiter. Legen wir lieber los, bevor ich noch mehr grammatikalischen Schaden anrichten kann.

 

‚Jacob’s Ladder‘ Remake

https://screenrant.com/jacobs-ladder-movie-remake-release-date/

Tja, früher oder später kommt wohl kein Film, der sich irgendwo im Dunstkreis des Begriffs „Horror“ befindet um ein Remake herum. Adrien Lynes Original von 1990, ein Horrorthriller um einen Vietnamveteranen (Tim Robbins), der von schrecklichen Visionen geplagt wird, war kein sonderlich großer Erfolg, aber er war einflussreicher als man meinen sollte. Denn er diente als direkte Inspiration für die finstere Welt der ‚Silent Hill‘ Videospiele, die ihrerseits Vorlage für allerlei Horrorfilme (und nicht nur ihrer Verfilmungen) wurde. Was aber nicht bedeuten soll, dass ‚Jacob’s Ladder‘ selbst nicht auch über die Jahre ein Kultpublikum gefunden hätte. Nun soll also ein Remake her. Gerüchte darüber gibt es seit 2013, nun haben sie sich insofern verdichtet, dass sicher ist, dass David Rosenthal Regie führen soll und Michael Ealey. Ich muss gestehen, dass mir beide unbekannt sind, hoffe aber, dass es ihnen gelingt einen ähnlich verstörenden Ton zu treffen wie Lyne und Robbins vor fast 30 Jahren.

 

Tarantino bittet um Diskretion

https://deadline.com/2019/05/quentin-tarantino-letter-cannes-once-upon-time-hollywood-spoilers-1202618690/

In einem offenen Brief hat sich Quentin Tarantino an Veranstalter und Besucher der Filmfestspiele von Cannes gewandt. Darin bittet er auf Spoiler für seinen Film ‚Once Upon A Time in Hollywood‘, der dort uraufgeführt wird, zu verzichten. Das könnte man nun auf die aktuelle Spoiler-Phobie schieben, über die ich hier immer mal wieder schreibe, allerdings ist die Tatsache, dass ein Regisseur seinen Film nicht verraten will nun nichts wirklich Neues. Das berühmteste Beispiel dürfte wohl Hitchcock in Bezug auf ‚Psycho‘ sein. Hier weigerte er sich den Bossen von Paramount eine Kopie des Skripts zukommen zu lassen, aus Angst sie könnten etwas verraten, zeigte den Film vorher nicht Kritikern, verbot seinen Hauptdarstellern Interviews zu geben, aus Angst sie könnten sich verplappern und drehte gar einen Trailer, der nichts mit dem Film zu tun hat, in dem er den Zuschauer mit auf eine joviale Tour durch das Bates-Haus nimmt. Auch bat er sich von Kinos aus, niemanden nach Beginn des Films einzulassen, weil er nicht wollte, dass die Spätkommer die anderen Zuschauer mit dauernden „aber wo ist Janet Leigh?“ Fragen nerven. Und das war Jahrzehnte vor dem perfekten Spoiler-Vektor, dem Internet. Ob eine solche Bitte heute noch ihren Zweck erfüllen wird, das werden die nächsten Tage zeigen.

 

Robert Pattinson ist (vermutlich) der neue Batman

https://www.cinemablend.com/news/2471886/robert-pattinson-has-been-cast-to-play-the-new-batman

Eine ganze Reihe von Publikationen scheint es als sicher zu betrachten, dass Robert Pattinson, nach dem Abgang von Ben Affleck, der neue Darsteller des Batman wird. Dabei scheint von offizieller Warner-Information nur sicher, dass er an der Spitze einer Liste, gemeinsam mit Nicolas Hoult (Beast im X-Franchise) steht. Aber gut, gehe ich einmal davon aus, dass andere besser informiert sind als ich. Die Reaktionen auf diese Nachricht sind ehrlich gesagt nicht mehr überraschend, aber immer noch enttäuschend. Sofort haben entrüstete „Fans“ mehrere Petitionen gestartet, die verlangten, dass Warner den noch nicht fertig eingestellten Pattinson entlassen und einen anderen, „passenderen“ Darsteller anheuern. Ich hoffe einfach mal ich muss niemandem das Konzept von Schauspielerei erklären. Glaubt irgendjemand wirklich Pattinson legt seinen Batman exakt so an, wie seinen Glitzer-Eddie aus ‚Twilight‘? Denn darauf scheint ein Großteil der Kritik abzuzielen. Dabei hat Pattinson nun wirklich seine Zeit nach Twilight damit zugebracht unter Beweis zu stellen, dass er ein interessanter Darsteller ist. Seien es seine Zusammenarbeiten mit David Cronenberg, aktuell mit Claire Denis und in naher Zukunft mit Robert Eggers, das sind alles hochinteressante Regisseure. In Besprechungen von seinen Filmen hier auf dem Blog (‚The Rover‘ oder ‚Lost City of Z‘) habe ich nicht immer die wärmsten Worte für die Filme, aber Pattinson war nie das Problem. Und ‚Good Time‘ steht gar nur seinetwegen auf meiner „zu sehen“ Liste. Wir haben im Bat-Franchise denselben Eiertanz vor gut 10 Jahren schon einmal durchgemacht, als „Fans“ sich über Heath Ledger als Joker entrüsteten „aber der war in [Projekt, das sie nicht mögen hier einsetzen]!“ und wie ist das ausgegangen? Seien wir ehrlich, jemand der seine 20er damit verbracht hat so zu tun als sei er ein Vampir ist doch die ideale Batman-Besetzung.

Sei dem wie es will, Matt Reeves ‚The Batman‘ soll ein Noir-inspirierter Film werden, in dem Batmans detektivische Fähigkeiten im Mittelpunkt stehen, die von bisherigen Umsetzungen meist ignoriert wurden. Ich für meinen Teil bin gespannt.

 

„You built a time machine out of a DeLorean?“

https://deadline.com/2019/05/john-delorean-pic-driven-acquired-by-uphe-content-group-cannes-1202617016/

Das wahrlich mehr als filmreife Leben des DeLorean Entwicklers/Herstellers John DeLorean soll endlich eine würdige Umsetzung bekommen. In Nick Hamms ‚Driven‘ spielt Lee Pace den Manager/Ingenieur. DeLorean machte in den 60er Jahren General Motors vom Hersteller von Familienkutschen zur großen Nummer in Muscle Cars. Dadurch wurde er so eine Art Manager-Superstar, der sich gern mit nacktem Oberkörper beim Gewicht-Stemmen ablichten ließ und ein Model als Ehefrau hatte. Er erwies sich aber als derart egozentrisch, dass General Motors ihn entließ. Folglich gründete er seine eigene Firma, entwarf sein Stahlgebilde mit den Flügeltüren und wollte es in Nordirland (in den späten 70ern, frühen 80ern…) produzieren lassen. Dabei ging vieles schief, DeLorean verplemperte noch mehr Geld und am Ende musste er sehr schnell 17 Millionen auftreiben, wodurch er zum zentralen Element in der Drogenfalle des FBI-Informanten Jim Hoffman (im Film Jason Sudeikis) wurde. Sollte der Film nur halb so irrsinnig wie die wahre Geschichte werden, haben wir hier einen echten Geheimtipp an der Hand.

 

Das war es auch schon wieder für heute. Neue Neuigkeiten gibt es brandneu in der neuen Woche. Bis dahin!

 

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4 Gedanken zu “Newslichter Ausgabe 44: spoilerfreier Tarantino, DeLoreans und endlich mal ein Horror Remake

  1. Oh, die DeLorean-Story klingt super! Lee Pace ist auch eine famose Besetzung. Ich sehe ihn gerade in „Halt and Catch Fire“ und in dieser Serie spielt er einen ähnlich egomanischen Manager, der in den 80ern die PC-Welt erobern/umkrempeln möchte.

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  2. Bzgl der Nichtspoiler-Bitte von Tarantino ist die Kritik zum Film von Spiegel Online sehr bezeichnend.
    Zunächst schreiben sie:

    „Man solle bitte auf Spoiler verzichten, um allen anderen dasselbe Seherlebnis zuzugestehen, das man selber gleich haben würde. Die Filmkritik reagierte mit Buhrufen. Von Tarantino hätte man mehr Vertrauen erwartet.“

    Man bedenke, das ist dieselbe Plattform, die bereits das Ende von Split in ihrer Kritik verraten hat. Aber gut, wer erinnert sich noch an die Vergangenheit…
    Amüsanter ist, dass sich fast im gleichen Schreibmaschinenzug dann doch genug auf das Ende eingehen, dass man sich bereits denken kann, was auf jeden Fall nicht passieren wird und ungefähr, was passieren wird.
    Den zugehörigen Artikel verlinke ich mal nicht, weil ich denen keinen Link-Juice und erst recht keine Klicks gönne, aber wer mag, sucht ihn unter dem Namen „Quentin Tarantino in Cannes –
    Er rettet sie alle“ bei Google.

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    • Hach ja, Spiegel und Filmkritik…

      Natürlich hat jede Kritik das „Recht“ so viel über den Film zu verraten wie sie will, egal was die Macher sich wünschen. Aber das macht sie 1. unsympathisch und 2. sollte doch jemand der dafür bezahlt wird in der Lage sein einen Text über einen Film zu schreiben ohne die ganze Handlung runterzurattern. Sollte man meinen.

      Ich habe hier übrigens irgendwo in einer Schublade noch eine ausgeschnittene Spiegel Kritik des ersten Herr der Ringe Films. Die ergeht sich in der ersten Hälfte darin, dass ein solches Buch gar keinen Film brauche. In der zweiten Hälfte orakelt der Autor dann brillant, das Publikum würde das auch erkennen und der zweite und dritte Film würden, wegen Erfolglosigkeit, nie erscheinen. Über den Film selbst erfährt man exakt gar nichts. Ob das nun besser oder schlechter als eine Spoiler-Rezension ist, muss wohl jeder selbst entscheiden…

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