Newslichter Ausgabe 52: Lady Barbie, stockender Stuber und Space Invaders

Willkommen zu Ausgabe 52 des Newslichters. In der verlassenen Geisterstadt namens „Summer Hole“ war es diese Woche erstaunlich bedeckt, kalt und nieselig für diese Jahreszeit. Hat das immerhin für ein Mehr an brandheißen Filmnews gesorgt? Naja, geht so. Das meiste diese Woche sind weniger heiße News als „nichts wird so heiß gegessen wie es gekocht wird“-News. Aber da sie im Moment noch gekocht werden, sind sie jetzt gerade zumindest ordentlich heiß. Legen wir los!

 

Lashana Lynch wird 007

http://www.filmstarts.de/nachrichten/18526259.html

Nachdem Daniel Craig seinen Abschied als Bond verkündet hat, haben sich viele einen nicht-weißen Darsteller oder eine Frau als Nachfolger gewünscht. Die Produzenten zeigten sich davon nicht sonderlich bewegt und ließen durchblicken, dass Bond ein weißer Mann bleiben würde. Nun aber ist in Überschriften allerorten (auch hier) zu lesen, dass Lashana Lynch zur neuen 007 würde. Aber natürlich anders als gedacht. Bevor ich genauer auf die Nachricht eingehe, möchte ich vorausstellen, das alles was man darüber liest sich auf eine nicht eben wahnsinnig verlässliche Quelle bezieht: das britische Boulevardblatt Daily Mail, die ihrerseits einen anonymen Informanten zitieren. Am Ende von ‚Spectre‘ hat Bond seinen Dienst beim MI6 beendet. Für den nächsten Film wird er zurückberufen, aber seine Dienstnummer 007 ist inzwischen an eine neue Agentin weitergegangen. Für wie lange? Wer weiß. Das war es auch schon. Natürlich ist das entrüstete Geschrei derer, die Bond nur als weißen Mann sehen wollen und nur Überschriften lesen bereits sehr laut. Und das Schlimme ist, der Zyniker in mir glaubt nicht, dass das ein „Leak“ war, sondern eine gezielte Veröffentlichung von Universal selbst. Denn jetzt wird es erst einmal Geschrei geben, dann wird es Kolumnen und Think Pieces darüber geben, warum dieses Geschrei ganz furchtbar ist und dann Kolumnen und Think Pieces, dass das Geschrei natürlich furchtbar war, in der Sache aber vielleicht nicht ganz falsch und dann Kolumnen und Think Pieces darüber, dass das Ganze zynisches Marketing ist und so weiter und so fort. Gratis Promotion bis der Film erscheint. Leidtragende ist natürlich Frau Lynch, auf der sich ein Großteil des Furors ergehen wird. Falls ich Recht habe, wurde sie hoffentlich wenigstens gewarnt. Und all das für vermutlich eine 10 Minuten Sequenz im Film, oder eine Pointe, auf die die Filmserie um den narzisstischen Spion seit über 50 Jahren hinarbeitet: James Bond schläft mit 007.

Nachtrag: etwas untergegangen ist das Gerücht, dass Christoph Waltz als Bonds Halbbruder-Nemesis Ernst Stavro Blofeld zurückkehren wird, wobei Rami Malek der Hauptbösewicht bleibt.

 

Komödie im Kino mit schwerem Stand?

Ein Artikel in der New York Times spekuliert darüber, dass die Komödie im heutigen Kinoprogramm der Blockbuster einen schweren Stand hat. Als Beispiel wird die Dave Bautista/Kumail Nanjiani Komödie ‚Stuber‘ herangezogen. Von FOX produziert wurde sie von Dsiney direkt in zahlreichen Kinos veröffentlicht und von einer 30 Millionen Dollar Werbekampagne begleitet. Und dafür läuft sie äußerst enttäuschend. Aber womöglich liegt das Problem nicht so sehr darin, dass Komödien von Blockbustern ins Streaming verbannt werden, wie der Artikel mutmaßt, sondern mehr darin, dass Disney meint diesen Film wie einen Blockbuster handhaben zu müssen. Ich glaube, bei Komödien ist, fast mehr als bei jedem anderen Genre, Mundpropaganda wichtig. Niemand geht in ‚Stuber‘, weil er den Namen erkennt, wie bei ‚Star Wars‘. Aber wenn mir jemand erzählt, er habe mit ‚Stuber‘ gerade eine wahnsinnig witzige Komödie gesehen, werde ich hellhörig. Also eine Veröffentlichung in wenigen Kinos, die dann, je nach Nachfrage immer mehr erweitert werden kann. Wie das im besten Fall läuft zeigte vor kurzem ‚One Cut of the Dead‘. Die japanische Low Budget Komödie erschien in einem Kino in Japan. Dann kam die Mundpropaganda ins Spiel. Bald war er in zahllosen Kinos in seiner Heimat zu sehen, spielte das 1000fache seines Budgets ein, noch bevor er zu einem weltweiten Erfolg wurde. Aber womöglich sind die großen Hollywoodstudios wirklich nicht mehr an solchen Veröffentlichungen interessiert. Das würde bedeuten, die nächsten Komödienerfolge kommen entweder nicht aus den USA, oder falls doch, aus dem Independent Bereich. Das wäre auch nix ganz Neues. Vielleicht ist ‚Stuber‘ aber auch einfach kein guter Film. Wäre natürlich möglich.

 

Lady Barbie?

https://screenrant.com/barbie-live-action-movie-writers-director-greta-gerwig/

Wenn um einen Film die Gerüchteküche nie erkaltet, dann ist es wohl die Live Action Verfilmung der unkaputtbaren Plastikpuppe Barbie. Sowohl Diablo Cody als auch Bert Royal sollen Drehbücher eingereicht haben, Patty Jenkins soll für die Regie im Gespräch gewesen sein (zumindest sie streitet das ab) und für die Hauptrolle geistern Namen von Anne Hathaway bis Amy Schumer durch die Gegend. Nun sollen Greta Gerwig und Noah Baumbach an einem gemeinsamen Buch sitzen. Baumbach und Gerwig haben gemeinsam etwa ‚Frances Ha‘ geschrieben, bei dem Baumbach dann Regie geführt und Gerwig die Hauptrolle gespielt hat. Beim ‚Barbie‘ Film will das Gerücht allerdings, das Gerwig im Regiestuhl Platz nehmen wird, die mit ‚Lady Bird‘ ein erfolgreiches Regiedebüt abgeliefert hat. Das Baumbach dann folgerichtig die Hauptrolle übernimmt ist eher unwahrscheinlich, dafür ist Margot Robbie im Gespräch. Nicht wenige Spielzeughersteller scheinen derzeit Filme zu produzieren, nach dem Motto, für LEGO hat’s ja auch funktioniert. Baumbach und Gerwig könnten immerhin ein Weg sein ‚Barbie‘ etwas Interessantes abzugewinnen.

 

Space Invaders aus dem Automaten direkt auf die Leinwand

https://deadline.com/2019/07/space-invaders-movie-new-line-taito-arcade-game-new-line-greg-russo-mortal-kombat-1202645635/

Und hier ist das unausweichliche Sequel zu meinem Artikel ‚6 bizarre Videospielverfilmungen, die derzeit in Produktion sind‘. Die ‚Space Invaders‘ kommen ins Kino. Brandheiß aus Taitos megaerfolgreichen Münzengrab eines Arcadeautomaten von… 1978 nur 41 Jahre später auf dem Weg auf die Leinwand. Im Automaten fährt man im unteren Bereich des Bildschirms eine Kanone hin und her und ballert auf die von oben in Reih- und Gleid anrückenden ‚Space Invaders‘. Viel Material für einen Film liefert das womöglich nicht und der Titel ist jetzt doch irgendwo recht generisch. Doch vielleicht wird das Drehbuch von Greg Russo alles retten. Der schreibt immerhin auch das Reboot zu ‚Mortal Kombat‘ und wer einen Videospielfilm schreibt, der kann auch nen anderen schreiben (und einen dritten, am ‚Resident Evil‘ Reboot werkelt er auch). Die einzige Frage die bleibt ist wohl, ob Dwayne „The Rock“ Johnson den Boss der Space Invaders oder doch eher die Kanone spielen wird. Und ob es ein Crossover mit der Tetris Trilogie geben wird…

PS: In Deutschland gab es bereits einen Film namens ‚Space Invaders‘. Der hatte im Original allerdings den galaktisch überlegeneren Titel ‚Killer Klowns from Outer Space‘!

 

Und das war es für diese Woche. Jetzt heißt es noch sieben Mal schlafen bis zum nächsten Newslichter!

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