Newslichter Ausgabe 62: Pippi Langstrumpf, Winnetou und Baller-Ina

Willkommen zu Ausgabe 62 des Newslichters. Wisst Ihr, gelegentlich bilde ich mir ein, ich hätte ein gewisses komisches Talent. Dieses Talent erschöpft sich allerdings zum größten Teil, da mache ich mir gar keine Illusionen, in launigen Bemerkungen und ironischen Beobachtungen. Die Konstruktion eines elaboraten Gags, mit exaktem Setup und präzise platzierter Pointe, das ist etwas, was ich nur mit stiller (naja, eher laut lachender) Bewunderung wertschätzen kann, ohne mir je einzubilden, dass ich dazu fähig wäre. Und, wahrlich, die letzte Woche hielt einen solchen Gag bereit. Einen Gag, der nur bei voller Partizipation des Publikums wirklich funktionieren kann. Und partizipiert hat es, inklusive mir. Die letzte Woche wurde beherrscht von der Diskussion über die Bemerkungen von Regisseur Martin Scorsese, der Disneys Marvel Filme mehr mit einer Freizeitparkattraktion als „echtem Kino“ verglichen hat. Es folgten „er hat fraglos Recht!“ und „wie kann er etwas derart Grausames sagen!?“ Reaktionen zu etwa gleichen Teilen. Ende der Woche lieferte Disney dann die perfekt getimte Pointe: einen Trailer zu ‚Jungle Cruise‘ mit Emily Blunt und Dwayne „THE ROCK“ Johnson! Einem Film basierend auf… einer Freizeitparkattraktion aus Disneyland! Mehr als BRA und vielleicht noch VO kann ich dazu beim besten Willen nicht sagen. Und da man aufhören soll, wenn es am schönsten ist, sage ich diese Woche auch nichts zu Scorseses „Klarstellungen“ zu dem Thema, die eh nichts Neues beitragen. Und Neues gibt es genug, wie wir gleich sehen werden. Legen wir also los!

 

Pippi Returns

https://screenrant.com/pippi-longstocking-movie-paddington-producers/

Die Superheldin aller Superheldinnen kehrt auf die Leinwand zurück. Mr. Scorsese sollte schon einmal sicherstellen, dass sein Sicherheitsbügel fest eingerastet ist! Warum kommt Pippi gerade jetzt zurück? Das dürfte vor allem daran liegen, dass die Produzenten der großartigen ‚Paddington‘ Filme ein Problem haben. Denn Regisseur Paul King steht erst einmal nicht für einen dritten Film zur Verfügung. Und einige der Darsteller, darunter auch die originale Bärenstimme Ben Wishaw, wollen ohne King keinen dritten Film drehen. Also muss ein anderer, unkaputtbarer Kinderstoff her. Und da bietet sich Astrid Lindgrens umfangreicher Fundus ja geradezu an. Noch ist nichts darüber bekannt, wer vor oder hinter der Kamera agieren wird. Und wir wissen alle, dass „von den Produzenten von“ alles andere als ein sicheres Qualitätsmerkmal ist. Sicher ist im Moment eigentlich nur eines: zwei mal drei macht vier (und drei macht neune)!

 

‚John Wick‘ Spin-Off ‚Ballerina‘

https://screenrant.com/ballerina-john-wick-movie-spinoff-director/

Hehe, wohl eher Baller-Ina. Das habt Ihr gedacht, wenn Ihr einen ähnlich infantilen Sinn für Humor habt wie ich… In ‚John Wick 3‘ sahen wir Anjelica Huston als „Director“, die scheinbar Ballerinas ausbildet. Das Spin-Off geht nun davon aus, dass dies In Wirklichkeit getarnte Profikillerinnen sind. Frage: ist irgendjemand im John Wickiversum eigentlich kein Profikiller? Also abgesehen von den Regionalmanagern des „High Table“, die eingreifen, wenn sich die Profikiller nicht professionell genug umlegen? Wurscht, Ballerina soll jedenfalls von Len Wiseman, dem Burschen hinter ‚Stirb Langsam 4.0‘ und dem ‚Total Recall‘ Remake, inszeniert werden. Hey Moment mal, wo ist denn mein Interesse hin?! Ich bin mir ganz sicher gerade eben war es noch da und jetzt kann ich es nirgendwo mehr finden! Das muss irgendwer mitgenommen haben! Ganz ehrlich, ich glaube an die Existenz von Baller-Ina (hehe) ohnehin erst, wenn ich den Film sehe. Denn John Wick Spin-Offs sind ähnlich schwer aufzuspüren wie Baba Yaga selbst. Erinnert sich noch jemand an das Serien-Spin-Off ‚The Continental‘ rund um das Killerhotel in New York? Das soll auch angeblich immer noch kommen. Und ist erst seit 5 Jahren oder so in der Planung. Wird vermutlich genau dann fertig, wenn kein Hund mehr nach Mr. Wick bellt.

 

Der junge Häuptling Winnetou

http://www.filmstarts.de/nachrichten/18527837.html

Ja ist es denn zu glauben? Nicht nur Pippi schwingt sich erneut in den Sattel, auch der wohl berühmteste deutsch-französische Apache reitet wieder. Da fühlt man sich ja fast als hätte man 1990 während der Sommerferien das Nachmittagsprogramm der Öffentlich Rechtlichen eingeschaltet! Dabei soll Winnetou allerdings nicht, wie man vielleicht erwarten könnte, sehr, sehr alt sein, sondern im Gegenteil jünger als wir ihn je gesehen haben. Als 12jährigen Häuptlingssohn sollen wir ihn in ‚Der junge Häuptling Winnetou‘ erleben. Es ist mir fast peinlich zuzugeben, wir sehr ich mir gerade einen „Young Shatterhand“ Witz verkneifen muss. Aber nach dem ganzen Baller-Ina Ding habe ich das Gefühl ich stehe eh schon auf dünnem Eis… Auf dem Regiestuhl nimmt Mike Marzuk Platz, der für fünf ‚Fünf Freunde‘ Filme zwischen 2012 und 2018 verantwortlich zeichnet, sowie für einige Komödien, die ich allesamt nicht kenne. Ein leichter Kinderfilm-Tonfall dürfte für diesen Winnetou also anzunehmen sein. Vielleicht nicht der schlechteste Ansatz für ein Reboot.

 

Und das war es auch schon wieder für diese Woche. Wir sehen uns nächste Woche wieder, wenn vermutlich ‚Herbie‘ ein Reboot bekommt.

 

7 Gedanken zu “Newslichter Ausgabe 62: Pippi Langstrumpf, Winnetou und Baller-Ina

    • Ist ja nicht Hollywood, sondern britische Produzenten. Und nein, keine Marke, in der auch nur noch ein Euro drinsteckt wird jemals ruhen dürfen. Bruce Willis wird auch mit 80+ noch langsam sterben und der Krieg der Sterne niemals enden.

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      • Sche***egal… Klassiker muss man in Ruhe lassen.
        Star Wars habe ich nach dem bescheuerten Teil VII abgeschworen. Das gucke ich nicht mehr.
        Von den Die Hard Filmen habe ich nicht einen einzigen gesehen 😆 Ich mag die anderen Sachen von ihm. So etwas wie Keine halben Sachen 1 + 2 oder REDS 1 + 2 🙂

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    • Winnetou als Großvater? 😉

      Klar ist das generisch und ich bin mir nicht sicher, ob ein Winnetou Revival überhaupt funktionieren kann. Aber hey, wenn es einen Regisseur gibt, der fünf Fünf Freunde Filme in ebensovielen Jahren in die Kinos bringt (was wohl bedeutet, dass die ein gewisser Erfolg waren, obwohl sie an mir völlig vorbeigegangen sind…), dann wird der schon wissen was er tut. Vermutlich. Vielleicht. Hoffentlich.

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