Newslichter Ausgabe 69: das Problem mit Trailern und eine Verteidigung blöder Ideen

Willkommen zur Ausgabe 69 des Newslichters. Auch diese Woche wird es wieder einmal monothematisch. Denn wirklich viele kommentierenswerte News gab es diese Woche nicht. Ich habe wenig Lust darüber zu spekulieren wie doof die Rückkehr von Sheev Palpatine in Episode IX wohl werden wird oder darüber zu diskutieren ob Batman wirklich ein Superheld ist, obwohl er keine Kräfte, nur ein Cape hat. Auch das ‚Die Eiskönigin 2‘ nicht einfach nur viel Geld, sondern gleich alles Ged einspielt sollte wohl kaum jemanden ernsthaft überraschen. Also reden wir diese Woche doch einmal über etwas ganz anderes. Über Hässlichkeit und warum die manchmal ganz toll sein kann. Legen wir los!

 

Das (neue) Problem mit Trailern

https://screenrant.com/cats-musical-movie-cgi-trailer-backlash/

In unserer neuen, sozialmedialen Gesellschaft haben wir als Publikum weit mehr Zugang zu den Machern von Filmen als je zuvor. Das erscheint zunächst als etwas Gutes. Direktes, ehrliches Feedback und ein Austausch über Ideen ist doch wunderbar. Dass es sich dann oft genug in „Shitstorms“ (ich bin immer noch für den deutschen Begriff „Kackgewitter“) ergeht ist ein Thema für sich, das wir hier gar nicht behandeln wollen. Nein, mir soll es heute um grundsätzlich ehrlich gemeintes Feedback gehen und wie selbst das, in meinen Augen, negative Folgen haben kann.

Dass Trailer zu viel über die Handlung des Films den sie repräsentieren verraten ist nichts Neues. Neu ist allerdings, dass Macher und Studios auf die Reaktionen auf einen Trailer ihrerseits wieder reagieren können. Wir haben das etwa mit dem Trailer zur Verfilmung der ‚Sonic‘ Videospiele gesehen. Derart negativ waren quasi sämtliche Reaktionen auf das CGI des schnellen, blauen Igels, das alsbald verkündet wurde, der Charakter würde noch einmal vollständig überarbeitet.

In geringerem Maße (und als Anlass für diesen Text) sehen wir es gerade mit der Verfilmung des Musicals ‚Cats‘. Die Reaktionen auf die Mensch/Katze CGI Hybriden des ersten Trailers waren negativ bis schockiert. Auch ich selbst habe einen Artikel dazu geschrieben, in dem ich mit, hoffentlich erkennbarem, Augenzwinkern über das „Grauen“ geschrieben habe. Am Ende lasse ich allerdings durchblicken, dass ich den Film durchaus sehen will. Und das hat wenig mit ‚Cats‘ zu tun und sehr viel mit dem außergewöhnlichen CGI. Gerade weil es „falsch“ aussieht, ist es interessant.

Glaubt irgendjemand wirklich, dass ‚Sonic‘ nun ein besserer Film wird, weil Sonic eben ein klein wenig weniger furchtbar aussieht? Bedenkt, dass dieselben Leute, die das erste Sonic-Design abgenickt haben auch für alle anderen kreativen Entscheidungen im Film, Plot, Dialoge, Charaktere, Musik etc. verantwortlich sind. Ich sehe hier eher die Wahrscheinlichkeit, dass man den Film jetzt von einem potentiellen „so schlecht, dass es gut ist“ Kandidaten zu einem mittelmäßigen, sofort vergessenen Irgendwas gemacht hat.

Und auch bei ‚Cats‘ fürchte ich, dass er, ohne das gänzlich herausstechende CGI, weniger interessant als vorher sein könnte. Genau da liegt meine Befürchtung. Das diese Art von Feedback noch weit schlimmer für den Film sein könnte als die gefürchteten Testvorführungen. Lasst die Studios ihre Fehler machen. Lasst sie hässliche, dumme Filme produzieren. Lasst die Macher, umdunstet von selbstzufriedener Überzeugung, in die „Auteurs“falle tappen. Die Ergebnisse sind allemal interessanter als der Blockbustereinheitsbrei, in dem kein Bissen zu heiß oder zu kalt sein darf, für niemanden zu salzig oder zu süß.

Das Problem ist, ich weiß selbst nicht wie das gehen soll. Trailer werden im Internet gepostet und Leute werden ehrlich darauf reagieren. Auch ich werde darauf nicht gänzlich verzichten. Und wenn sich eine behebbare Kritik dabei herausschält, was sollen die Studios anderes tun als zu versuchen sie zu beheben? Aber dieses sorgfältige Abschmirgeln aller Ecken und Kanten, nicht nur auf ‚Sonic‘ oder ‚Cats‘ und sicherlich nicht nur auf CGI bezogen, ist etwas, das sich noch einmal rächen wird. Denn Film, der gar nicht mehr überrascht oder herausfordert, ist irgendwo direkt überflüssig. Lasst Filme außergewöhnlich sein! Auch wenn es doof scheint!

 

Und das war es für diese Woche. Nächste Woche gibt es vermutlich wieder mehr, was (womöglich doofe, aber genau deswegen unterhaltsame) Kommentare von mir verdient. Bis dann!

 

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