Newslichter Ausgabe 85: Corona, Krise und Katzenpopos

Willkommen bei Ausgabe 85 des Newslichters und Herzliche Grüße aus respektvoller Social Distance! Wie bereits letzte Woche angedroht ist SARS-CoV-19 nun auch im Newslichter angekommen. Aber keine Sorge, nicht in übertragbarer Form. Dennoch könnt Ihr Euch nach dem Lesen gern die Hände waschen. Vielleicht auch mal das Display, oder die Tastatur von dem Gerät auf dem Ihr lest. Gebt’s zu schmuddelig genug ist es. Anders als sonst wird es diesmal ein längeres Hauptthema ohne einen direkten Newsartikelbezug geben, in dem ich ein wenig über die derzeitigen Herausforderungen für die Filmindustrie schwadroniere und meine eigene Naivität eingestehe. Legen wir also los!

 

Corona und der Film

Manchmal, und es ist zwecklos es abzustreiten, ist es doch schwarz auf weiß zu lesen, bin ich recht naiv. Vor einigen Wochen wunderte ich mich darüber, warum Disney-CEO Bob Iger Ende Februar „völlig überraschend“ zurückgetreten ist. Stellt sich heraus, Herr Iger kann ein wenig besser in die Zukunft sehen als ich und wollte seine Stelle offenbar im Erfolg verlassen. Denn zwei von Disneys wichtigsten Geschäftsfeldern dürften hart von der derzeitigen Epidemie getroffen werden. Die Vergnügungsparks und natürlich der Film. Nicht nur Disney, die ganze Filmindustrie steht vor einer nie dagewesenen Situation. Quasi weltweit sind sie nicht mehr in der Lage ihre Filme ins Kino zu bringen. Sei es, weil diese schließen mussten, oder sie diesen Schritt zum Schutz ihrer Kunden freiwillig gegangen sind.

Das ist nicht nur eine wirtschaftlich grausige Situation für die Kinos (dazu unten mehr), sondern auch für die Verleihe und Studios. Vielleicht noch am wenigsten für kleinere Arthouse Filme, die ohnehin nur in einer Handvoll Programmkinos in Großstädten gelaufen wären und dann in den Stream, oder das Video on Demand gegangen wären. Doch der Blockbuster, jene gigantische Krücke auf die sich die großen Filmstudios mehr und mehr stützen, macht einen Gutteil seiner Einnahmen eben immer noch über Kinobesuche. Mal ganz davon abgesehen, dass es hier komplexe Vertragswerke gibt, die vorsehen in wie vielen Kinos der Film bis wann zu laufen hat, wobei dafür hier vermutlich Versicherungen greifen.

Was können die Studios also tun? Sie haben zwei Möglichkeiten. Zum ersten, ihren Film jetzt als Video On Demand veröffentlichen, in der Hoffnung, auf diese Weise zumindest keinen Verlust einzufahren, aber eben auch auf große Gewinne zu verzichten. Vor allem, da durch geschlossenen Einzelhandel auch DVD/BluRay Käufe weit geringer als sonst wären. Zum zweiten den Film zu verschieben. Es fällt auf, dass sich bislang kein größerer Film für Punkt eins entschieden hat. Für ‚Wonder Woman 1984‘ stand es im Raum, doch verkündete Warner letztlich, dass man den Film doch ins Kino bringen wolle. Irgendwie, irgendwann.

Rechnen wir einmal durch, etwa 10 „große“ Filme erscheinen in der Woche. Bleiben wir positiv (oder utopisch) und hoffen einmal, dass die weitreichenden Kinoschließungen nur vier Wochen dauern. Das wären 40 Filme, die später im Jahr/nächstes Jahr neue Termine brauchen. Einem Jahr, das eigentlich schon verplant ist. In einem Markt, auf dem die Studios es hassen sich selbst Konkurrenz zu machen, indem sie zwei „große“ Filme gleichzeitig draußen haben. Sicherlich wird sich das irgendwann ausgleichen, aufgrund der Tatsache, dass viele Filme nun ihre Dreharbeiten einstellen müssen, sei es auf Anordnung, oder um ihre Mitarbeiter zu schützen. Doch wird es ein komplexes System von Verschiebungen geben, das die Filmbranche sicherlich Milliarden kosten wird. Aber sie kann es tragen. Weit besser vermutlich als der Techniker beim neuen ‚Batman‘ Film, der nach dem Drehstop ohne Job dasteht. Und wer weiß, vielleicht erwartet uns 2021 der blockbusterigste Januar aller Zeiten.

Gebeutelt sind auch die Kinos. Tatsächlich erscheinen bereits wieder Spekulationen, ob dies nun das Ende des Kinos sei. Ich selbst mag nicht mehr der größte Kinogänger sein, doch ist das wohl kaum etwas, das irgendjemand der dieses Blog liest wollen kann. Von daher spendet Euren örtlichen Kinos. Gerade den kleineren, wenn Ihr irgend könnt. Oder kauft Gutscheine für die Zeit nach Corona. Oder lasst sie wenigstens wissen, dass Ihr vorhabt Ihnen die Türen einzurennen wie nie zuvor, sobald es wieder möglich ist. Das gilt natürlich auch für alle anderen kulturellen Einrichtungen außer Kinos, aber das hier ist halt ein Filmblog. Die Welt nach Corona mag anders aussehen als die vorher. Aber sie wird immer noch eine mit Kinos und Filmen sein. Mit Popcorngeraschel, Nachogestank, Filmquatschern und Handybenutzern. Und, wenn Ihr mich fragt, ist das tausendmal besser als die Alternative.

PS: unter hilfdeinemkino.de könnt Ihr Euer Lieblingskino auch durch das Gucken von Werbung unterstützen.

 

‚The Suicide Squad‘ im Heimschnitt

https://screenrant.com/james-gunn-suicide-squad-movie-editing-coronavirus/

Vielleicht habt Ihr Euch gefragt, was der Dauergast früher Newslichterausgaben James Gunn eigentlich so während des Corona-bedingten Zuhausebleibens macht. Nein? Okay ich auch nicht, aber ich erzähl‘s Euch trotzdem. Er arbeitet am Schnitt seines Sequels/Reboots zu ‚Suicide Squad‘, das für maximale Verwirrung  ‚The Suicide Squad‘ heißen wird. Insbesondere die Person, die bei der Eindeutschung von Filmtiteln gern das „The“ entfernt dürfte ihn verfluchen (Die ‚Suicide Squad‘, die?). Schön zu sehen, dass er seine Zeit sinnvoll nutzen kann, auch wenn die Veröffentlichung seines Films wohl in einiger Unsicherheit stehen dürfte (siehe oben). Und? War exakt so spannend wie Ihr erwartet habt, huh?

 

‚New Mutants‘ und die Katastrophen der Veröffentlichung

https://screenrant.com/new-mutants-movie-marvel-firsts-delays/

Irgendwo ist bei dem Film ‚New Mutants‘, der im FOX-schen ‚X-Men‘ Universum spielt, der Wurm drin. 2018 sollte er ursprünglich veröffentlicht werden, ein Termin, der aufgrund von Nachdrehs verpasst wurde. Dann sollte er 2019 erscheinen, was durch die Übernahme von FOX durch Disney verhindert wurde. Eine gigantische Umwälzung innerhalb der Filmwelt und ein großer Schritt auf Disneys Weg zum Monopol. Nun also wurde April 2020 als neuer Termin unter Disney angepeilt, diesmal mit ordentlich Werbung, damit auch nichts schiefgehen könnte. Und dann… aber das habt Ihr sicherlich alle bemerkt, was dann schiefgegangen ist. Sollte der Film einen neuen Veröffentlichungstermin für 2021 finden und dann eine Drachenplage ausbrechen, oder die Aliens die Erde überfallen, sollten wir uns vielleicht mit dem Gedanken anfreunden, dass ‚New Mutants‘ verflucht ist…

Anmerkung: nein, ich denke nicht, dass die derzeitige Covid-19 Krise auf die Tatsache zurückzuführen ist, dass ‚New Mutants‘ „verflucht“ ist. Ich denke auch nicht, dass einer meiner Leser das glaubt. Doch sei dies hiermit, im Sinne einer vernünftigen Informationspolitik als FAKE NEWS zum Zwecke der mäßigen Unterhaltung markiert.

 

Von Katzen und Arschlöchern

https://screenrant.com/cats-movie-butthole-cut-universal-studio-response/

‚Cats‘ ist ein Flop, der einfach nicht aufhören kann zu floppen. Der Elefant, der bereits den gesamten Porzellanladen in Schutt und Asche gelegt hat und dann noch einmal zurückkommt, um den Ofen zu zertreten und die Glasur auszutrinken. Auf Twitter verbreitet sich dieser Tage das Gerücht eines „Butthole Cuts“. Die CGI Homunku-Katzen hätten, so will es das Gerücht, für lange Zeit liebevoll modellierte Arschlöcher gehabt. Bis jemand bei Universal, der noch nicht völlig high auf Katzenminze war, VFX Spezialisten mit der Überarbeitung der Katzenkimmen noch vor Veröffentlichung beauftragt habe. Diese Information stützt sich auf den Bekannten eines Bekannten der an den VFX mitgearbeitet haben soll. Es sagt vermutlich einiges über ‚Cats‘ aus, dass dieses Gerücht nicht in Bausch und Bogen verlacht wurde, sondern im Gegenteil eine Bewegung gegründet wurde, mit dem Ziel den „Butthole Cut“ veröffentlicht zu sehen. Und Universal? Die sagen gar nichts dazu. Auch das sagt vermutlich einiges über ‚Cats‘ aus. Wahrscheinlich ist man einfach mal froh zu lesen, dass jemand den Film sehen will. Und sei es auch nur wegen CGI-Arschlöchern.

 

Das war es für diese Woche. Seid vernünftig und bleibt gesund selbst wenn Ihr selbst Euch nicht vor der Krankheit fürchten müsst. Vorgeschädigte und alte Menschen werden es Euch danken. Wenn Ihr in der Pflege, oder der Medizin arbeitet, wenn Ihr Regale bei REWE bestückt oder Waren ausliefert, kurz wenn derzeit Ihr im Umgang von Menschen eine entscheidende Rolle erfüllt, weiß ich nicht, ob Euch jemals genug zu danken ist. Dennoch: vielen Dank! Ansonsten ruft Freunde oder Verwandte an, die in der derzeitigen Situation einsam oder verzweifelt sein könnten. Wenn wir alle einander helfen, dann gehen wir vielleicht als eine bessere Gesellschaft aus dieser Krise hervor als wir hineingestolpert sind. Alles Gute und bis nächste Woche!

4 Gedanken zu “Newslichter Ausgabe 85: Corona, Krise und Katzenpopos

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