Newslichter Ausgabe 100: Singvögel, Schildkröten und Murmeltiere… jetzt wird’s zoologisch

Willkommen bei Ausgabe 100 des Newslichters. Wow, 100 mal habe ich hier nun schon zumeist Unsinn, gelegentlich Wichtiges aus der Filmindustrie kommentiert. Und wie könnte man so ein Jubiläum besser feiern, als mit neuen Filmnews? Genau, gar nicht. Es sei denn, drei der vier News drehen sich, in gewisser Weise, um Tiere. Das wäre noch besser.

Der traurigen Nachricht zum Tode Ennio Morricones werde ich am Samstag einen eigenen Beitrag einräumen. Das würde hier jeden Rahmen, in Sachen Länge und Tonalität, sprengen. Heute soll es um Corona und den Umgang damit in Hollywood, die Frage ob wirklich jede IP wieder aufgekocht werden muss und Teenage-Schildkröten in der midlife crisis gehen. Legen wir also los!

 

‚Songbird‘ vor dem Aus?

http://www.filmstarts.de/nachrichten/18531579.html

Der Thriller ‚Songbird‘ sollte die Corona-Krise zum Thema haben. Nicht nur deswegen, sondern auch weil er einer der ersten Filme gewesen wäre, die in Hollywood wieder in Produktion gehen, waren zahllose Augen auf ihn gerichtet. Nun hat es für Produzent Michael Bay aber eine der schlechtesten Neuigkeiten gegeben, die man sich vorstellen kann. Die einflussreiche Schauspielergewerkschaft SAG-AFTRA hat für den Film eine „Do Not Work“ Aufforderung für den Film erstellt, die ihren Mitgliedern, quasi allen Schauspielern in Hollywood, unter Androhung empfindlicher Strafen, effektiv verbietet an dem Film zu arbeiten. Der Grund ist der intransparente Umgang mit Coronavirus-Sicherheitskonzepten. Offenbar wurde nie über den Ansatz, dass selten mehr als ein Schauspieler in einem Raum sein soll hinaus konkretisiert, keine detaillierten Sicherheitsprotokolle mitgeteilt. Sollte die Aufforderung bestehen bleiben, könnte das ein Aus für den Film bedeuten. Auf Produzentenseite versucht man die Angelegenheit derzeit als bald gelösten „Papierkram“ abzutun, allerdings ist ein gewisser PR-Schaden für den Film, der sich neue, angepasste Konzepte auf die Fahnen geschrieben hatte schon jetzt unübersehbar. Es wird sich zeigen müssen, ob die vielzitierten „innovativen Techniken“ nur unter Verschluss gehalten wurden, oder leeres Gerede waren. Insbesondere in einem Los Angeles, das derzeit traurige Rekordzahlen an Neuerkrankungen vermelden muss, ist ein schulterzuckender Umgang mit dem Virus schlicht nicht gangbar.

 

‚Teenage Mutant Ninja Turtles‘ rebooten mal wieder

http://www.filmstarts.de/nachrichten/18531530.html

Schildkröten, das ist bekannt, werden ziemlich alt. Da erstaunt es auch nicht, wenn ihre Teenager Jahre deutlich länger dauern als bei anderen Spezies. Bei den ‚Teenage Mutant Ninja Turtles‘ nun immerhin schon seit den späten 80ern. Die Pizza-süchtigen Kanalisationsbewohner scheinen nicht totzukriegen. Die letzten beiden Realfilme, ebenfalls von Michael Bay produziert, kamen bei der Kritik Allerdings gar nicht gut an und zumindest der Zweite blieb unter den finanziellen Erwartungen. Also dachte man sich, rebooten wir sie halt gleich wieder. Erneut als Realfilme produziert von Michael Bay. Doch das scheint sich nun geändert zu haben. Man will für die Filme, vielleicht nicht zuletzt unter dem Einfluss der Corona-Krise, nun voll auf Computeranimation setzen. Auch hat Bay seinen Produzentenposten verloren und ist durch Seth Rogen ersetzt worden. Das lässt eine deutlich humorigere Variante der Turtles erwarten. Davon unabhängig produziert derzeit auch Netflix einen Animationsfilm mit den mutierten Teenager Ninja Schildkröten. Apropos, das Unterhaltsamste was ich mit den Grünlingen in letzter Zeit gesehen habe, war ihr animiertes Crossover mit Batman. Okay, das war auch das Einzige mit ihnen, was ich gesehen habe, aber Spaß hat es gemacht. Aber ich bin sicher, sie werden auch in 15 Jahren noch Teenager und Ninjas sein.

 

‚Und täglich grüßt das Murmeltier‘ Serie?

https://screenrant.com/groundhog-day-movie-tv-show-stephen-tobolowsky/

Ich bin, das ist vermutlich deutlich geworden, nicht der allergrößte Freund von Reboots und Remakes. Ich lehne sie nicht rundheraus ab, allerdings wirken sie fast immer wie eine kreative Krücke. Ein Film bei dem ich bei einem Remake vermutlich auf die Barrikaden gehen würde, ist allerdings ‚Und täglich grüßt das Murmeltier‘. Obwohl eine Studioproduktion, bin ich doch der Meinung in dem Film steckt ganz viel Herz und Seele von Harold Ramis. Zu viel als das irgendjemand anderes den Film adäquat rebooten könnte. Was bei der Thematik des Films ohnehin reichlich albern wirkt. Auch war ein, zugegeben trauriges, kreatives Element die Spannung zwischen den alten Freunden Ramis und Bill Murray, die zu einem Bruch der Freundschaft führte, der erst kurz vor Ramis‘ tragisch frühem Tod mit 69 Jahren gekittet werden konnte. Und seit diesem tragischen Tod gibt es exakt keinen Grund mehr, warum Punxatawney Phil jemals wieder seinen Schatten auf der Leinwand entdecken sollte. Nun hat Stephen Tobolowsky, Darsteller des Ned Ryerson („Biiiing!“) allerdings in einem Podcast erzählt, dass ihn ein Produzent angesprochen habe, ob er die Rolle 30 Jahre später für eine Fernsehserie basierend auf dem Film noch einmal spielen wolle. Eine Fernsehserie brauche ich zwar auch nicht, allerdings kann ich sie besser ignorieren, als mir das bei einem Remake/Reboot möglich wäre. Ich wünschte nur manche Dinge könnten liegengelassen werden als das was sie sind und nicht als Ressource betrachtet werden, die man immer weiter ausbeuten muss. Aber hey, das Murmeltier grüßt schließlich täglich. Moment, war das nicht ein Sinnbild für die Hölle?

 

„Who You Gonna Call?“

https://deadline.com/2020/07/ghostbusters-sony-independence-day-box-office-relic-spider-man-far-from-home-1202978592/

Der Unabhängigkeitstag der USA, der vierte Juli, ist immer auch ein wichtiger Tag für das Kino. Wer an diesem Tag das „box office“ beherrscht, beherrscht womöglich auch den Rest des Jahres. Letztes Jahr war das etwa ‚Spider-Man: Far From Home‘. Dieses Jahr ist, natürlich, merkwürdiger. Ein Großteil der US-Kinos ist noch geschlossen, die anderen laufen nur im Teilbetrieb. Das ist eine Situation seltsam genug, dass man sich bewegt fühlen mag, paranormale Hilfe anzufordern. Und das ist geschehen, in Gestalt der ‚Ghostbusters‘ von 1984, die die Topliste dieses Jahr anführten. Eine halbe Million hat der Film am vierten Juli im Kino eingespielt. Klingt nicht nach wahnsinnig viel, aber für einen 36 Jahre alten Film unter den gegebenen Bedingungen ist das nicht übel. Ob man das als gutes Vorzeichen für den dritten Film, der nächstes Jahr ins Kino kommen soll, werten mag oder nicht ist jedem selbst überlassen.

Und das war es für diese Woche. Auf 100 weitere Ausgaben, angefangen mit der von nächster Woche!

5 Gedanken zu “Newslichter Ausgabe 100: Singvögel, Schildkröten und Murmeltiere… jetzt wird’s zoologisch

  1. Ich mag keine Reboots und erst recht keine Remakes… *brrr*
    Teenage Mutant Ninja Turtles…bitte nicht. Da gibt es schon genug Müll von… Das Murmeltier war ein Ding seiner Zeit… mit einer Serie lockt man doch niemanden hinterm Ofen vor.

    Gefällt 1 Person

  2. Herzlichen Glückwunsch zur 100! Weiter so. Vielleicht schaffst du es ja in den nächsten 100 Ausgaben mehr Gossip einfließen zu lassen. „Arnie zerstört Trump“, „Eddie Murphy war beim Friseur“ oder „Emma Stone renoviert ihr Badezimmer“. Das sind doch die wahren News aus Hollywood!

    Gefällt 1 Person

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