Top 10 Filme von damals 1987 Platz 5 bis 1

Es folgt die obere Hälfte der Top Ten der westdeutschen Kinocharts von 1987, basierend auf der entsprechenden Liste von chartsurfer.de. Die Plätze 10 bis 6 findet Ihr hier.

  1. ‚Beverly Hills Cop II‘

Als in Beverly Hills eine Reihe gut geplanter großer Raubüberfälle stattfinden und seine ehemaligen Kollegen sowohl von den Gangstern als auch vom neuen Polizeichef in der Ermittlung behindert werden, muss Axel Foley (Eddie Murphy) noch einmal aus Detroit nach L.A. zurückkehren. Diese Fortsetzung habe ich deutlich häufiger gesehen als das Original. Einfach weil sie gefühlt häufiger im TV gezeigt wurde. Und ich würde sie als eine der seltenen Fortsetzungen betrachten, die an das Original herankommt. Der Tonfall ist eher noch etwas schnoddriger geworden, nicht nur in der Filmwelt selbst, sondern auch vom Film ausgehend. So sind häufiger Stallone Poster im Hintergrund zu sehen, darunter ‚Die City Cobra‘, den Film, den Stallone statt Beverly Hills Cop gemacht hat. Auch ohne Stallone findet sich hier Ehefrau Brigitte Nielsen, ein kurzzeitiger Dauergast der Charts, als Freundin des Bösewichts wieder. Auch Harold Faltermeyer kehrte für die Musik zurück und erhielt einen ASCAP Award, während George Michael für den Song „I Want Your Sex“ eine Goldene Himbeere Nominierung bekam. Chris Rock legt sein Filmdebüt als Einparker des Playboy Mansions hin.

  1. ‚Das Dschungelbuch‘

Da ist dann doch nochmal eine Disney-Wiederaufführung. Zu denen und ihrem Erfolg habe ich eigentlich alles gesagt was zu sagen ist, schaut bei Interesse bei älteren Listen vorbei. ‚Das Dschungelbuch‘ ist ein toller Film mit toller Musik und ich versuche es seit Jahren mit Gemütlichkeit! Über den Erfolg dessen kann man streiten.

  1. ‚Crocodile Dundee – Ein Krokodil Zum Küssen‘

„DAS ist ein Messer.“ Crocodile Dundee löste in Europa, vor allem aber den USA, eine kurzlebige Australien-Faszination aus. Der Film, der den Besuch einer amerikanischen Journalistin, die den Abenteurer Mick „Crocodile“ Dundee (Paul Hogan) im Outback besucht und interviewt und ihn dann mit nach New York nimmt, treibt die typische Landleben/Stadtleben-Parabel ins Extrem. Erst das Partygirl im Outback, dann der Naturbursche in der Großstadt. Auch wenn in der deutschen Synchro die sprachlichen Gags wegfallen, bleibt noch genug Unterhaltung in der geradlinig erzählten Story übrig. Dundee basiert übrigens auf dem Australier Rod Ansell, der nach einem Unfall wochenlang allein in der Wildnis überlebte. In einer australischen Late Night Show trat er dann barfuß auf, erzählte von seinen Abenteuern und dass er im Hotel auf dem Boden schläft, da ihm das Bett viel zu weich sei. Paul Hogan sah das, schrieb mit einigen Leuten zusammen das Drehbuch und wurde ein internationaler Star. Er war sehr stolz darauf das typische Image des australischen Helden von Gangstern wie Ned Kelly zu entfernen. Rod Ansell befand sich mit der Filmproduktion lange im Streit, da er eine Pension als der „echte Crocodile Dundee“ führte. Mitte der 90er entwickelte er eine Methamphetaminabhängigkeit und eine paranoide Psychose, in der er sich von Freimaurern bedroht sah. 1999 lauerte er zwei Polizisten auf, tötete einen von ihnen und starb im anschließenden Feuergefecht selbst. Hat nichts mit dem Film zu tun, entbehrt aber nicht einer gewissen Ironie, wenn seine Lebensgeschichte ganz ähnlich der Kellys endet.

  1. ‚Otto – Der Neue Film‘

Der ist nun ein deutlich schwächeres Sequel. Otto ist in der großen Stadt, die jetzt Berlin und nicht mehr Hamburg ist, unglücklich und muss als Mietschuldner allerlei Arbeiten erledigen, etwa auf eine suizidale Katze aufpassen. Die surrealen Momente des ersten Films und dessen wilde Kreativität fehlen, trotz gleichem Kreativteam, hier weitgehend. Otto scheint gemerkt zu haben, dass es den meisten (oder wenigstens genug) Zuschauern reicht, wenn er seine Standerdgags abliefert. Von denen einige auch durchaus zünden. In zeitgenössischen Kritiken fiel vor allem das für deutsche Filme ungewöhnlich aggressive Product Placement auf.

  1. ‚Dirty Dancing‘

Hier krache ich nun schmerzhaft mit dem Steißbein auf den Boden, weil ich mich voll zwischen die Stühle setze. Für die einen ist ‚Dirty Dancing‘ unerträglicher Kitsch mit furchtbarer Musik und hinter seiner scheinbaren Anrüchichkeit urbieder. Die anderen lieben ihn. Ich find ihn… ziemlich okay. Die Liebesgeschichte zwischen Tanzlehrer Johnny Castle (Patrick Swayze) und seiner Schülerin Frances „Baby“ Houseman (Jennifer Grey) ist teilweise etwas altbacken inszeniert (spielt aber halt auch 1963), allerdings hat der Film für die 80er einen erstaunlich progressiven Blick auf das Thema Abtreibung. Vielleicht war es diese Mischung aus klassischer Inszenierung und modernen Sichtweisen, die den Film zum Erfolg nicht nur bei den ursprünglich anvisierten Teenagern, sondern auch und gerade bei zahllosen Erwachsenen machte. Insbesondere schalteten die Karrieren von Grey und Swayze in den Turboboost, wobei letzterer eine ungewöhnliche Karriere hinlegte, die scheinbar mühelos zwischen Action (‚Road House‘) und Romantik (‚Ghost‘) hin- und herwechselte. Und so gehe ich von der Tanzfläche, ohne die Hebefigur wirklich geschafft zu haben. Hatte ich die Zeit meines Lebens? Nö, aber spaßig war es dennoch.

 

Dieses Jahr fällt vor allem durch eine ganze Reihe Filme auf, die ich sehr mag, die es aber alle nicht in die Charts geschafft haben. ‚Stand By Me‘ auf Platz 17. ‚Angel Heart‘ auf der 19. ‚Die Fliege‘ auf der 24. ‚Der Himmel über Berlin‘ auf der 27. ‚Blue Velvet‘ auf der 31. ‚Predator‘ auf der 35 (wtf? Däts Arnie Äkschn! Liegts an der 18er Freigabe? Oder mochten wir hier echt Stallone lieber?). Dagegen fühlen sich die Chartplatzierungen fast ein wenig blass an. Das soll nicht heißen, das seien alles schlechte Filme, das habe ich oben ja schon gesagt, dass es nicht so ist. Aber irgendwie fühlt sich die Auswahl diesmal ungewöhnlich beliebig an.

Gut, gehen wir sie wie üblich durch. Vier europäische Filme finden sich auf der Liste, darunter ein deutscher. Dazu kommt eine australische Produktion. Der Rest stammt aus Hollywood. Fünf Filme sind Franchise-Beiträge (sechs, wenn man ‚Dirty Dancing‘ als Franchise betrachtet). Davon sind vier Fortsetzungen, ‚Crocodile Dundee‘ ein neues Franchise (und ‚Dirty Dancing‘ ebenfalls).

Jetzt sind ein paar Worte zur Zukunft dieser bei Euch (und mir) ziemlich beliebten Reihe angebracht. Mein Plan ist dieses Jahr die 80er zu beenden, es fehlen mit 88 und 89 also noch zwei Jahrgänge. Die werden eher später im Jahr folgen, steht doch zunächst der Ghostbusters Monat an und im Oktober wird es hier auf dem Blog eh immer seltsam. Aber wenn kein größeres Unglück geschieht sollte das klappen. Nächstes Jahr sind die 90er dran. Das Jahr 2000 soll dann erst einmal das vorläufige Finale der Reihe werden. Aber das ist wieder so weit weg, wer weiß wie es dann aussieht.

Nächstes Chartjahr kommen jedenfalls eine weitere deutsche Serie und ein weiterer deutscher Komiker ins Kino. Dazu Fortsetzungen, mehr Eddie Murphy und ein Cartoon-Hase unter Verdacht. Es wird wunderbar!

5 Gedanken zu “Top 10 Filme von damals 1987 Platz 5 bis 1

  1. Da hab ich dann doch einige von gesehen:
    Beverly Hills Cop 2 ist für mich der schwächste Teil der Reihe.
    Crocodile Dundee ist Kult, den guck ich mindestens alle zwei Jahre.
    Dirty Dancing hab ich vor gar ein paar Wochen gesehen, den fand ich auf einmal gut, auch wenn der sehr vom Soundtrack profitiert.

    Angel Heart hab ich erst vor ein paar Tagen gesehen, den fand ich auch gut.
    Der Himmel über Berlin (mochte ich auch sehr) ist für einen Wendersfilm vergleichsweise erfolgreich, neben Paris, Texas wohl sein größter kommerzieller Erfolg.
    Stand by Me liegt bei mir noch auf Blu Ray herum, bei dem würde es mich aber wundern, wenn ich den nicht gut finden würde.
    Zur Fortsetzung sehr schön, mein Tipp für 1988: Prinz aus Zamunda, Roger Rabbit und Ein Fisch Namens Wanda sind weit vorne dabei.

    Gefällt 1 Person

    • Himmel über Berlin hatte ich auch immer als Erfolg für Wenders abgespeichert. Daher dachte ich der hätte wenigstens in Richtung Charts schnuppern können…

      Stand By Me wird Dier sicher gefallen. King ist (für mich) immer am besten, wenn er nostalgische Rückschau mit finsteren Elementen verbindet. Und Rob Reiner gelang in der Zeit ja eh fast alles.

      Deine Tipps sind 2 von 3 korrekt. Der dritte ist auch nicht falsch, aber erst ein Jahr später… 😉

      Gefällt 1 Person

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