Newslichter Ausgabe 115: schmerzhafte Achterbahn, Gewackel und alter Lederkram

Willkommen bei Ausgabe 115 des Newslichters. Heute mal nichts über Verschiebungen, nichts über darbende Kinos und, hurra und juchhei!, nichts über Covid-19. Nein, heute geht es nur um gar nicht mal so gute Ideen. Das muss natürlich nicht zwangsläufig heißen, dass das Ergebnis kein gutes wird, aber die Ideen sind… nicht gut. Finde ich jedenfalls. Muss man ja dazu sagen. Denn andere Meinungen sind natürlich legitim. Nur eben offensichtlich falsch! Legen wir los!

Wackeldackel – der Film

https://screenrant.com/bobbleheads-movie-trailer-universal-toys/

Mitte der 90er hatten die Computer-Animations-Pioniere von Pixar eine inspirierte Idee. Warum nicht eine Frage filmisch umsetzen, die sich jedes Kind wohl einmal gestellt hat: „was machen meine Spielzeuge eigentlich, wenn ich nicht da bin?“ Der Rest, wie man so sagt, ist Geschichte. Nicht nur die Geschichte einer Trilogie mit vier Teilen, nicht nur die Geschichte des steilen Aufstiegs Pixars, nein, auch die Geschichte eines, in der CG Animation sehr beliebten Genres. Denn es folgten Fragen wie „was machen eigentlich Videospielcharaktere, wenn wir nicht da sind?“ in ‚Ralph Reicht‘s‘ oder „was machen Haustiere, wenn wir nicht da sind?“ in ‚Pets‘. Und dann sind da die Fragen, die niemals jemand stellen würde, die Filme aber dennoch meinen beantworten zu müssen. „Was machen eigentlich Emojis im Telefon, wenn wir nicht da sind?“ fragte ‚Emoji – der Film‘ und erhielt ein lautes „wen interessiert’s“ als Antwort… okay, das ist gelogen, er erhielt über 200 Millionen Dollar als Antwort. Nicht zuletzt deswegen fragt nun bald ‚Bobbleheads: The Movie‘ was denn wohl Wackelkopffiguren so machen, wenn wir nicht da sind. Ich würde ja gern vermuten, den Film gäbe es nur, weil Universal unerwarteten Reibach mit der Heimveröffentlichung von ‚Trolls World Tour‘ gemacht haben und nun schnell irgendwas nachschieben wollen. Aber das ist Blödsinn, denn solche Animationsfilme, mögen sie inhaltlich auch Wackelkandidaten sein, brauchen Zeit. Nein irgendwer hält das echt für eine gute Idee. Und behält finanziell womöglich auch noch Recht. Aber Cher spricht ihre eigene Wackelkopffigur. Na denn.

John Wick ist wie eine Achterbahn

https://screenrant.com/coolest-john-wick-kills-ranked/

Im Motion Gate Theme Park in Dubai eröffnet Anfang nächsten Jahres (wenn die Umstände es zulassen) die Achterbahn John Wick: Open Contract. Dabei steht man in einer Nachbildung des Continental Hotels an und muss offenbar eine Entscheidung treffen: will man John Wick unterstützen, oder ihn jagen? Für mich scheint die Antwort eindeutig. Aber ich werde auch ungern von einem Pferd ins Gesicht getreten, lasse mir mit einem Buch den Kiefer brechen, werde vom Schäferhund zerfleischt, bekomme einen Bleistift ins Hirn und all das bevor wir überhaupt im „Messermuseum“-Abschnitt der Achterbahn ankommen. Nee, da helfe ich ihm lieber. Und werde dann von High Table Assassinen mit dem Samuraischwert gewürfelt… ich merke gerade, es ist deutlich gesünder gar nichts mit Herrn Wick zu tun zu haben. Mal sehen, ob ich den Flug nach Dubai noch storniert bekomme…

‚Texas Chainsaw Massacre‘ Reboot…

https://screenrant.com/texas-chainsaw-massacre-reboot-2021-leatherface-poster-reveal/

Manche Dinge haben einen Ort, vor allem aber auch eine Zeit. Die Zeit für ‚Texas Chainsaw Massacre‘ war 1974. Das wusste auch Regisseur Tobe Hooper, als ihm die Cannon Produzenten Golan und Globus 12 Jahre später Geld für eine Fortsetzung in die Hand drückten. Er ging tonal in eine radikal andere, alberne Richtung. Seitdem gab es immer wieder mal Versuche die Reihe neu zu beleben, die alle nicht mehr aus dem Original übernommen zu haben scheinen als „Slasher“ und „Gore“. Beides lässt mich vermuten, sie haben das Original nie wirklich gesehen. Lebte das doch gerade davon was es nicht zeigte. Und davon, dass 1974 war. Der Tiefpunkt war vor drei Jahren erreicht als Leatherface in ‚Leatherface‘ allen Ernstes eine Leatherface-ORIGIN STORY verpasst bekam. Hat den eigentlich irgendwer gesehen? Vermutlich nicht, hat er doch weltweit keine 1,5 Millionen eingenommen. Und jetzt haben die Rechteinhaber offenbar zu ‚Halloween‘ rübergelinst und gesagt, das wollen wir aber auch! Nun steht also ein neuer Film auf dem Programm, der genau wie das Original heißt, alles dazwischen ignoriert und Leatherface 60 Jahre alt macht (was bedeuten würde, er war 13 oder 14 im ersten Film… okay). Besonders gutes Zeichen: die als Regisseure engagierten Brüder Ryan und Andy Tohill wurden eine Woche nach Beginn der Dreharbeiten gefeuert und durch David Blue Garcia ersetzt. Läuft also.

Es folgt ein Witz für alte, extrem nerdige Leute: kann mal jemand Ron Gilbert da rüber schicken, damit er das Benzin versteckt?

Das war es für diese Woche. Für nächste Woche war es das noch nicht. Für nächste Woche hat es noch nicht einmal angefangen!

2 Gedanken zu “Newslichter Ausgabe 115: schmerzhafte Achterbahn, Gewackel und alter Lederkram

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