Die 5 Besten am Donnerstag: meine 5 liebsten Filme im Jahr 2020

Willkommen bei den 5 Besten am Donnerstag! Es geht wieder los! Heute fragt uns Gina, welche 5 Filme uns 2020 am besten gefallen haben. Dabei müssen es nicht unbedingt Filme von 2020 sein, wir müssen sie nur 2020 gesehen haben. Ich habe mich dennoch auf aktuelle Nennungen beschränkt, um hier nicht die üblichen Verdächtigen (nein, nicht den Film) wieder zu nennen, nur weil ich sie letztes Jahr halt wieder gesehen habe. Die Liste ist nicht aufsteigend wertend zu verstehen.

5. ‚Once Upon A Time In Hollywood‘/‘Portrait einer jungen Frau in Flammen‘

Ja, eine Doppelnennung. Ja, das ist geschummelt, um einen sechsten Film in die Liste zu schmuggeln. Meldet mich halt beim Filmblog.Ethikrat, wenn Ihr es ernsthaft schlimm findet. Aber ich konnte weder Céline Sciamma noch Quentin Tarantino aus der Liste werfen. Und beide Filme waren eine echte Überraschung. Tarantino hat mich ehrlich gesagt schon länger nicht mehr wirklich begeistert und bei diesem Film habe ich ein wenig selbstzufriedene Hollywood-Nostalgie erwartet. Die ist zugegeben auch da, aber dazu brillante Charakterzeichnung und DiCarios beste Performance. ‚Porträt…‘ wurde mir damit beschrieben, dass Sciamma eine neue Art zu sehen schaffe. Ich rechnete also mit einem gefilmten Essay, wie man sie aus Frankreich immer befürchten muss, 2 Stunden elegant gefilmte Langeweile. Stattdessen bekam ich einen ebenso klugen wie sinnlichen, wie in der Tat brillant fotografierten Film, der mich über seine ganze Laufzeit und darüber hinaus nicht losgelassen hat. Irgendwo ist es passend, dass beide Filme gemeinsam genannt werden, könnten sie doch ästhetischer kaum gegensätzlicher sein…

4. ‚Midsommar‘

Ari Aster zeigt, wie man mit Trauer nicht umgehen sollte. Genau so könnte man wohl auch seinen ersten Film ‚Hereditary‘ beschreiben, aber ich gehöre zu der Minderheit, die von diesem Film weit mehr abgeholt wurde.

3. ‚Knives Out‘

Cleveres Whodunnit und wie jeder gute Krimi mit sozipolitischer Botschaft. Ich kann mich nicht erinnern, wann ich Daniel Craig das letzte Mal so viel Spaß haben gesehen habe. Überhaupt ein brillanter Cast und mit Rian Johnson ein Regisseur, der gezeigt hat, dass er auf Star Wars nicht angewiesen ist. (Der thematisch ähnliche ‚Ready Or Not‘ hat es nicht ganz auf die Liste geschafft)

2. ‚Der Leuchtturm‘

Der perfekte Film für 2020. Wie lange sitzen wir jetzt hier fest? Seit 5 Minuten, 3 Wochen? Lockdown ist doof, aber solange wir nicht mit unserem Chef unter einem Dach sitzen, er dauernd furzt und wir von einer Möwe verarscht werden, könnte es halt immer noch schlimmer kommen.

1. ‚Parasite‘

Dass Bong Joon-Ho ein Genie ist, wusste ich schon vorher, aber was für ein perfekter Film, um es der Welt zu zeigen. Ein wahrlich wilder Ritt, ein wütender erhobener Mittelfinger ins Gesicht eines ungerechten Kapitalismus‘ aber ohne jede Aufregung präsentiert. Ein Film, der scheinbar spielerisch zwischen Genres springt und mit einer visuellen Eleganz, die fast alles andere wie grauen Matsch aussehen lässt.

13 Gedanken zu “Die 5 Besten am Donnerstag: meine 5 liebsten Filme im Jahr 2020

  1. „Parasite“ wäre bei mir sicher auch dabei. Aber ich hab mich tatsächlich auf gesehene Kinofilme konzentriert und den hab ich doch sogar noch 2019 im Kino (und 2020 dann im Heimkino) geschaut. Schon wieder so lange her. Unfassbar.

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  2. Pingback: Deine 5 liebsten Filme im Jahr 2020 | Sneakfilm - Kino mal anders

  3. Nur Filme dabei, bei denen ich komplett mitgehe.

    OUATIH könnte sogar Jackie Brown als meinen liebsten Tarantino ablösen.
    Portrait einer jungen Frau in Flammen ist wahrlich sinnlich, der Film der Blau ist eine warme Farbe gerne gewesen wäre.
    Midsommar ist nach einem gutem Erstling ein fantastischer Film, ich muss den unbedingt noch einmal sehen.
    These: Rian Johnson ist ein zu guter Regisseur für Star Wars, Knives Out hat mir auch schon zwei mal Freude bereitet, lohnt sich alleine für Daniel Craigs Akzent.
    Der Leuchtturm lohnt sich allein für die Szene in der Pattinson mit der Möwe agiert.
    Parasite, zu dem Film ist alles gesagt, vielleicht jetzt schon ein Klassiker.

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    • „OUATIH könnte sogar Jackie Brown als meinen liebsten Tarantino ablösen.“

      Hm, dafür müsste ich ihn noch häufiger sehen, aber grundsätzlich ja. Es ist definitv der erste seit langem, der in derselben Liga spielt.

      Knives Out hat dafür gesorgt, dass ich micht echt freue, dass Craig nicht mehr Bond ist (ich meine, es sei denn sie kommen mit WIRKLICH viel Geld um die Ecke…), weil er wieder mehr in anderen Rollen zu sehen sein wird!

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      • Ich hab unheimlich oft Lust OUATIH zu gucken, das habe ich sonst bei Tarantino eher selten und der Film wird auch von Mal zu Mal besser. Du kannst also dem „Mittelwerk“ nicht viel abgewinnen? „Django Unchained“ fand ich auch sehr gut, aber ab dem zweiten Mal etwas schwächer.

        Diesen Effekt hatte ich schon als ich „Logan Lucky“ sah, aber ja „Knives Out“ hat das noch einmal potenziert.

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        • Logan Lucky muss ich unbedigt schauen!

          Tarantino hat wenige wirklich schlechte Filme gemacht. Manche würden sagen keinen, ich würde sagen Death Proof. Aber seit den 2000ern gibt es wohl keinen Film von ihm (außer eben OUATIH), der nicht dadurch gewonnen hätte, wenn er noch eine Runde im Schnitt durchlaufen hätte. Alle sind ausufernd und mäandernd.

          Das ist OUATIH auch, aber hier hat er aus seiner (mMn) Schwäche eine Stärke gemacht. Denn wo mich bei „missionsbasierten“ Filmen wie Django oder Basterds das Mäandernde stört, ist hier ja genau der Inhalt, dass das Leben den Charakteren wie ein nie endender, sonniger Nachmittag erscheint. Da wird mit dem Auto herumgefahren, im Garten gearbeitet, die eigenen alten Filme geschaut, oder sich, aus reiner Langeweile, geprügelt. Kontrastiert wird das mit der Midlife Crisis von Leos Charakter und dem Zuschauerwissen um das Kommen der Manson-Family. Die brutal-absurde Auflösung dieser Spannung ist dann das Zitronencreme-Bällchen auf dem Kosakenzipfel! 😉

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          • Logan Lucky, definitiv einer der guten Soderberghs.

            Death Proof und Kill Bill haben mir gar nicht zugesagt, sonst finde ich alles was Tarantino gemacht hat sehr gut bis überragend.

            Der Unterschied zu Basterds und Django ist halt, dass wir hier zwei Hauptfiguren verfolgen, die noch gar nicht von ihrer zufälligen Mission wissen, wir also einen weit weniger Plot getriebenen Film haben, sondern einen, der einen das zeigt, was Tarantino am besten kann: Charaktere und Atmosphäre. Die Auflösung kommt dadurch dann bei der Erstsichtung doch wieder überraschend, obwohl das Prinzip dasselbe ist.

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