Neuer ‚Ghostbusters Legacy‘ Clip… – Fanboy-Sorgen

„It’s not easy, being green!“ – das wusste schon Kermit. Ob Slimer dem zustimmen würde weiß ich nicht, der schien dadurch nie sonderlich belastet. War aber halt auch schon tot. Okay, damit bin ich im Eröffnungssatz so weit wie möglich vom Thema abgekommen, das muss man auch erst einmal schaffen. Doch halt, hier kommt die brillante Überleitung: was auch nicht immer ganz leicht ist, ist ein ‚Ghostbusters‘ Fan zu sein. ‚Ghostbusters: Legacy‘ (‚Afterlife‘ im Original) lässt inzwischen bald länger auf sich warten als Godot. Und dann bekommt man endlich mal eine Minute neues Filmmaterial zu sehen und… naja, seht selbst:

Ich meine, das ist ziemlich furchtbar, oder? Das liegt nicht nur an mir? Daran, dass ich ein bitterer, alter Mann geworden bin? Sicherlich, einiges liegt an mir. Etwa die Tatsache, dass die paar Noten von Elmer Bernsteins originaler Musik in meinen Ohren schlicht falsch klingen, wenn sie in einem hell erleuchteten, modernen Supermarkt ertönen. Die Tatsache, dass das Ganze arg merkwürdig geschnitten ist (beachtet etwa, wie die Reaktion des Charakters auf die zuckende Tüte, das wirkt geradezu zerschnitten) ist aber schwer abzustreiten. Mein eigentliches Problem sind aber, natürlich, die „Mini-Pufts“. Irgendwer bei Columbia vermisst ganz offensichtlich die Jahre als die (Cartoon-) Ghostbusters auf allem was ein Kind braucht, von Schulheften bis Turnbeuteln, zu finden waren. Und wer ist da jetzt drauf? Genau, die Minions. Hat sich also ein Marketingmensch hingesetzt und sich die „Mini-Pufts“ ausgedacht. Und natürlich sind die (wenigstens in den USA) auch als sammelbare Minifiguren von Hasbro erhältlich. Im „Blindbag“, damit Mutti und Vati möglichst viele kaufen müssen, bis die Sammlung vollständig ist. Also für sich selbst natürlich, denn ob sich Kinder überhaupt noch für ‚Ghostbusters‘ interessieren ist… mindestens fraglich. Columbia glaubt aber fest dran, denn Frühstücksflocken mit Mini-Pufts drin wird es (wenigstens in den USA) auch geben.

Ganz ehrlich, nachdem letztes Jahr der „Slimer-aber-blau“ Geist zu sehen war und jetzt dieser Quatsch verliere ich langsam aber sicher meine guten Hoffnungen (siehe hier) für den Film. Jason Reitman (von dem ich einige Filme sehr mag, schaut ‚Young Adult‘!) schien nicht aus purem Nepotismus den Job als Regisseur bekommen zu haben, sondern tatsächlich eine eigene Idee mitzubringen. Ich bin mir bewusst, dass ein Film wie ‚Ghostbusters: Legacy‘ letztlich wohl nie mehr sein wird als „Revenue Object 7-1“ auf dem vierteljährlichen Shareholder Meeting bei Columbia, aber die Marktschreierei derart nackt zu sehen ist schon irgendwie unangenehm.

So, jetzt setze ich meine Fanboy-Matrosenmütze erst wirklich auf, und analysiere das im Clip zu sehende „in universe“. Wenn ihr das, aus verständlichem Grund, nicht lesen wollt, dann könnt Ihr den Peter Lustig machen und „abschalten“. Für alle anderen geht’s weiter.

Das Erste was mir amüsiert aufgefallen ist: welcher Lebensmittelkonzern auch immer die Stay Puft Marshmallows vertreibt, verwendet nachwievor den Marshmallowman als Maskottchen. Man sollte annehmen, wenn eine hunderte Meter große Version des eigenen Markenlogos in Manhattan randaliert, sicherlich mit dutzenden Toten und hunderten Verletzten, vom Sachschaden, nicht nur durch das Gestampfe, sondern vor allem durch die Tatsache, dass bestimmt noch wochenlang verbrannte, klebrige Marshmallowreste aus jeder Ritze in Manhattan gekratzt werden mussten, abgesehen, wird wenigstens das Logo überarbeitet, wenn nicht gar die Marshmallow-Sorte vom Markt genommen. Hier aber nicht.

Das zweite ist, dass Gozer offensichtlich wieder einen Weg in unsere Realität findet. Hier ist er an die Form des Marshmallowmans gebunden („CHOOSE THE FORM OF THE DESTRUCTOR!“). Insofern macht es sogar ein wenig Sinn, dass er sich anfangs in kleiner Form manifestiert. Aber dann sollte „THE DESTRUCTOR!“ auch zerstören, anstatt sich selbst zu rösten, oder? Im Originalfilm sah er albern aus, war aber gefährlich, das war der Gag („I am terrified beyond the capacity for rational thought!“), hier sind sie alberner und ungefährlicher als die Mini-Ashes aus ‚Army of Darkness‘.

Nerd-Trivia: der Marshmallowman in der Zeichentrickserie war unabhängig von Gozer. Zunächst trat er als Traumversion, erschaffen vom Sandman, auf, später wurde der Tatsächliche Marshmallowman aus der Containment Unit befreit. Doch da Gozers Zugriff auf unsere Dimension durch die Zerstörung von Shandors Tempel verhindert war, handelte er als eigene Entität. Noch später schuf Egon eine „gute“ Version des Marshmallowmans, indem er eine Probe seines Ektoplasmas positiv auflud.

So, jetzt sind fraglos alle Leser weg, daher kann ich genauso gut auch aufhören.

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