Das große Kinosterben bleibt aus!

Manchmal braucht es doch auch gute Nachrichten. Trotz jeder Menge Schwarzmalerei, durchaus auch von mir, scheinen die Kinos in Deutschland den Ausnahmezustand der letzten 18 Monate halbwegs überstanden zu haben. Zumindest ist das große Kinosterben ausgeblieben. Das zeigt der Bericht der Filmförderungsanstalt (FFA), der das erste Halbjahr 2021 mit den ersten Halbjahren der 5 vorhergehenden Jahre vergleicht.

1716 Kinos gab es demnach zwischen Januar und Juni 2021 in Deutschland. Das sind 18 weniger als im Vorjahreszeitraum (1734) aber immerhin 27 mehr als im entsprechenden Zeitraum 2019 (1689). Der Bericht bricht die Zahlen bis auf die Sitzplätze herunter. Hier gibt es 2021 13.631 weniger als 2020 (2020: 799.872; 2021: 786.241). Was bedeutet, dass die verschwundenen Kinos im Durchschnitt 757 Sitze aufwiesen.

Wie dramatisch die finanzielle Situation der Kinos war (und vermutlich zu einem guten Teil immer noch ist) zeigen die Umsätze. 2021 wurden im ersten Halbjahr 6,4 Millionen Euro umgesetzt. 2020 waren es, da die Lockdowns erst im März einsetzten, immerhin noch 220,1 Millionen. Im selben Zeitraum 2019 jedoch 461,5 Millionen. Zuschauerhilfsaktionen, Hilfen von Bund, Ländern und Kommunen haben aber offenbar gut genug gegriffen um ein Massensterben der Kinos zu verhindern. Entscheidend wird nun wohl sein, wie sich die Situation im zweiten Halbjahr entwickelt. Ob wir eine langsame Rückkehr zu vor-Pandemie-Zeiten sehen, oder das Publikum vorsichtig bleibt.

Natürlich ist es auch durchaus möglich, dass die Aussetzung der Insolvenz-Meldepflicht bis April 2021 hier noch ein wenig das Bild verzerrt. Dennoch gibt sich FFA-Vorstand Peter Dinges deutlich optimistisch: „Insgesamt aber scheinen die Kinos in ihrer Gesamtheit bis jetzt relativ unbeschadet durch die zuletzt siebenmonatige Schließungszeit gekommen zu sein. Es tut gut zu sehen, dass die Maßnahmen und Hilfsprogramme des Bundes, der FFA und der Länder gewirkt haben, so dass wir jetzt, bei wieder geöffneten Kinos, sagen können: Das Kino lebt.“

Diesen Optimismus möchte ich jetzt auch keineswegs kaputtreden. Doch ist das Kino und sind gerade die großen Ketten in den letzten Jahren sehr abhängig vom Blockbuster geworden. Und nun wo in den USA die pandemische Situation ein weiteres Mal zu entgleiten droht, halten die Studios gerade wieder den Atem an und schauen darauf, wie sich ‚Shang Chi‘ schlagen wird, bevor sie über weitere mögliche Verschiebungen entscheiden. Daneben ist ebenfalls unklar wie viel vom bisherigen Publikum stattdessen lieber auf oftmals zeitnahe Streamingveröffentlichungen zurückgreifen wird.

Die Krise der Kinos, genauso wie die gesamte Corona-Krise, ist keineswegs beendet. Doch dürfen wir vielleicht hoffen auf der Zielgeraden zu sein. Mögen die Ressourcen für einen letzten Spurt reichen!

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