Newslichter Ausgabe 160: Arbeitskampf, archäologische Termine und eine Auszeit

Willkommen bei Ausgabe 160 des Newslichters. Heute tatsächlich mal wieder ein ganz gewöhnlicher Newslichter, zu dem ich keine spezielle Einleitung habe, was mich zurück zum alten Problem bringt, dass ich echte Schwierigkeiten damit habe mir Einleitungen zu überlegen, aber dennoch nicht auf den einleitenden Text verzichten möchte und sei es auch nur ein einzelner, überlanger Satz, der mit den Folgenden gar nicht sonderlich viel zu tun haben muss. Legen wir los!

IATSE-Streik vermutlich abgewendet

So ein Hollywood Filmset dürfte mit seinem Personal einen guten Querschnitt durch die US-amerikanische Gesellschaft abbilden. Von den 1% an der Spitze in Form von Hauptdarstellern und Regisseur bis hinunter an den Rand des Existenzminimums. Da überrascht es schon beinahe, wie selten tatsächlich offener Arbeitskampf stattfindet. Zuletzt jedenfalls war die International Alliance of Theatrical Stage Employees (IATSE), der Gewerkschaft, die etwa Beleuchter, Kulissenbauer, Kostümdesigner, Maskenbildner und ähnliche Berufe vertritt und gut 60.000 Mitglieder zählt, in Verhandlungen mit der Organisation der Filmstudios getreten. Zum ersten Mal seit 1945. Zentrale Forderungen waren bessere Löhne, vor allem für Arbeiter bei Streaming-Diensten und existenzsichernde Bezahlung bei Geringverdienern und eine generelle Regelung von Ruhezeiten, hier klagten vor allem Mitarbeiter von Netflix, Disney und Warner über ewig lange Arbeitszeiten und hohen Stress. Die IATSE trat dabei mit einer sehr starken Streikbereitschaft von 98% zu den Verhandlungen an. Nach drei Monaten zäher, erfolgloser Verhandlungen war eigentlich ein Streikbeginn für den Montag dieser Woche quasi beschlossene Sache. Allerdings kam es noch am letzten Samstag zu einer überraschenden Einigung, einem „Hollywood Ende“, wie es IATSE-Präsident Matthew Loeb nannte. Die Einigung sieht, laut Loeb, eine signifikante Erhöhung der Vergütung und eben existenzsichernde Löhne am unteren Ende der Skala vor. Sie muss nun noch von den Mitgliedern der IATSE ratifiziert werden. Und hier macht sich teilweise durchaus Unmut breit, da vielen die langsam durchsickernden Ergebnisse, wie etwa eine Lohnerhöhung von 3% pro Jahr, für die nächsten drei Jahre, nicht annähernd weit genug gehen. Einen Termin für die Ratifizierung gibt es noch nicht.
Sollte es doch noch zu einem Streik kommen, würde dies einen erneuten Stopp für quasi sämtliche Film- und Serienproduktionen in den USA bedeuten.

Indiana Jones und der variable Erscheinungstermin

Das Wehklagen der Fans mag laut gewesen sein, als Indy 2008 dem Königreich des Kristallschädels nachforschte, doch der Film war finanziell erfolgreich genug, dass schnell grünes Licht für ein Sequel gegeben wurde. Dann dauerte es doch bis 2019, damit ein konkreter Termin stand. Der 19 Juli des Jahres nämlich. Doch dann wollte man doch dem Platzhirsch des ‚König der Löwen‘ Remakes den Weg räumen und der Termin wurde auf den 10. Juli 2020 verschoben. 2020 ging bekanntermaßen die Welt unter, deswegen verschob sich Indy auf den 9. Juli 2021. Da war die Welt aber immer noch nicht fertig mit untergehen, deswegen verschob er sich auf den 18. Oktober diesen Jahres. Und dann auf den 28. Juli 2022. Und jetzt? Direkt nochmal ein Jahr auf den 30. Juni 2023. Das hat nun offensichtlich schon nichts mehr mit der Corona Pandemie zu tun. Allerdings kam es in Folge einer Schulterverletzung zu einem längeren Ausfall von Hauptdarsteller Harrison Ford. Aber auch der erklärt keine erneute Verschiebung um ein Jahr. Ich hatte hier ja mal gemutmaßt, der Film würde vor allem in Rückblenden erzählt, nun gibt es Gerüchte, es ginge direkt mal um Zeitreisen. Passt von daher ja, mit den stets wandelnden Terminen. Da ein „De-aging“ Fords kategorisch ausgeschlossen wurde, frag ich mich, ob man eigentlich weiß, was Alden Ehrenreich gerade so macht? „Would that it were so simple!“

Ryan Reynolds nimmt ne Auszeit

Okay, das hier ist mal eine wirklich persönliche Nachricht. Und gleichzeitig eine gute und eine schlechte. Es ist nämlich so. Neulich schreibe ich einem Freund, dass ich ‚Deadpool‘ zwar mag, aber mir Ryan Reynolds davon abgeleitete Medienpersönlichkeit ziemlich auf die Nerven geht. Gut vier Tage später verkündet Reynolds, dass er eine zeitlich nicht näher umrissene Auszeit nimmt. Fangen wir mit der schlechten Nachricht an: Reynolds liest offensichtlich meine Emails mit, der olle Hacker. Die gute ist, er scheint meine Meinung erstaunlich ernst zu nehmen. Von daher, Herr Reynolds: ich würde sie ja total viel doller gern mögen, wenn sie mir 57… 10 Millionen Euro auf mein, Ihnen zweifellos bekanntes, Konto überweisen. Oh und falls Sie dafür verantwortlich sind, dass ich seit einigen Wochen von einem südafrikanischen Taxidienst zugespamt werde, würde ich mich freuen, wenn Sie da auch was unternehmen könnten. Zeit haben Sie jetzt ja schließlich!
Ich bedanke mich herzlich, Ihr zukünftiger Freund, Newslichter!

Wir sehen uns nächste Woche wieder. Außer ich hab bis dahin schon meine 10 Millionen erhalten, dann mache ich vermutlich was anderes. Ein Steak mit Goldüberzug essen, oder was reiche Leute halt so machen.

3 Gedanken zu “Newslichter Ausgabe 160: Arbeitskampf, archäologische Termine und eine Auszeit

  1. Pingback: Newslichter Ausgabe 161: tödlicher Unfall am Set von ‚Rust‘ | filmlichtung

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