Gibt es Filme, die „sicher“ vor Remakes sind?

Das Remake ist ein oft ungeliebtes aber dennoch immer wieder lukratives Unterfangen in Hollywood. Langsam aber sicher arbeitet man sich derzeit durch 30 bis 40 Jahre alte Titel und schaut, was sich wiederbeleben lässt. Wobei das Remake derzeit ein wenig wie ein Auslaufmodell scheint und das späte Sequel, das gleichzeitig als Reboot funktioniert an Beliebtheit gewinnt. Schließlich gewinnen hierbei alle, es ist keine pure Wiederholung von Bekanntem, aber das Studio kann den bekannten Namen benutzen.

Dennoch wird das Remake so bald sicher nicht verschwinden. Die Frage ist, gibt es Filme, die sicher vor einem Remake sind? Sicherlich kann man hier finanziell nicht sonderlich erfolgreiche Filme und „persönliche“ Filme, die ohne den Filmemacher nicht denkbar wären nennen. Aber ich meine hier ganz bewusst Filme, die eigentlich gefundenes Fressen für ein Remake wären.

Eine gute Absicherung gegen Remakes, so scheint es wenigstens, ist die Nähe zu Steven Spielberg. Remakes eigener Filme wie ‚Der Weiße Hai‘ oder ‚ET‘ hat er schon kategorisch ausgeschlossen. Aber auch Projekte an denen er entfernter beteiligt war, sind bisher darum herumgekommen. ‚Gremlins‘ etwa wird vermutlich irgendwann einen dritten Teil bekommen, aber Joe Dante und Autor des ersten teils Chris Columbus lehnen ein Remake lautstark ab. Ob die beiden allein es verhindern könnten, wer weiß, aber Spielberg ist immerhin Produzent. Dieselbe Situation besteht bei ‚Zurück in die Zukunft‘ Robert Zemeckis und Ko-Autor Bob Gale sagen ein Remake sei „nur über ihre Leichen“ zu machen. Auch hier ist Spielberg Produzent. Ebenso bei ‚Goonies‘, wo sicherlich zahlreiche Verantwortliche auf ein Remake brennen.

Doch verallgemeinern kann man das nicht. ‚Poltergeist‘ etwa, wurde von Spielberg produziert, was ihn aber nicht vor einem reichlich mäßigen Remake retten konnte. Und natürlich ist Steven Spielberg auch Mitte 70. Was offen lässt, wie sich die Situation in 20 Jahren darstellt. Wenn der Name ‚Zurück in die Zukunft‘ dann immer noch zieht könnte genau das eintreten, was die Bobs Gale und Zemeckis in Aussicht stellen.

Nein, eine echte Sicherheit gibt es wohl wirklich nicht. Oder doch? Kathleen Kennedy, Präsidentin von Lucasfilm, hat kürzlich festgestellt, dass es keine Darsteller gäbe, die die Rollen der ikonischen Charaktere aus ‚Star Wars‘ übernehmen könnten. Ich weiß nicht, ob ich ihr da zustimme, aber damit wäre zumindest die originale Trilogie doch sicher vor Remakes, oder? Für den Moment ist sie das sicherlich. Disney ahnt vermutlich, dass sie damit eine Menge Geld einfahren könnten, wissen aber auch, dass die ‚Star Wars‘ Fans ziemlich laut werden können. Und ein Remake der originalen Trilogie würde zu extremem Geschrei führen. Das wäre jetzt vermutlich die Stelle in einem Film, wo sich der unauffällige Charakter am Fuß des Tisches zu Wort meldet und unsicher fragt „und was ist mit den Prequels?“. Tja, wer weiß? Und wer weiß, wie die Situation in fünf, zehn oder zwanzig Jahren aussieht. Kennedys Aussage mag jetzt gerade gelten, aber für die Ewigkeit steht sich vermutlich nicht.

Gibt es Filme, bei denen Ihr Euch wundert, warum es noch kein Remake gibt? Nicht unbedingt solche, bei denen Ihr es Euch wünscht (wobei das auch okay ist), aber solche deren Name eigentlich stark genug ist, dass sich eines lohnen würde, bislang aber merkwürdig ausbliebt.

8 Gedanken zu “Gibt es Filme, die „sicher“ vor Remakes sind?

  1. Bevor ich deine Abschlussfrage beantworte, möchte ich noch kurz eine These raushauen:
    Es wird in den nächsten 50 Jahren kein „Titanic“-Remake geben. Nun wäre natürlich die Frage, ob eine (weitere) Verfilmung des Unglücks überhaupt ein Remake ist oder einfach eine weitere Adaption. So oder so ist Camerons Version meiner Meinung nach safe.

    Ich wundere mich tatsächlich, dass es die ganzen alten deutschen Klassiker nicht (von Hollywood) neuverfilmt wurden. Caligari, Nosferatu (der wird ja bald von Eggers neuverfilmt), Metropolis, M usw.

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    • Hmm, bei dem Titanic Thema könnte ich mir einen Spionage Thriller oder eine Detektivgeschichte an Bord vorstellen, wobei die Katastrophe nicht die Hauptrolle spielt, sondern eher ein Suspense Element ist. Aber im Großen und Ganzen hast Du Recht. Schon weil man zu viel Geld in ein Projekt pumpen müsste, aus dem sich kein Franchise stricken lässt… wobei Titanic 2: Olympic… naja, bringen wir niemanden auf doofe Ideen.

      Bei den deutschen Klassikern fehlt mMn die „brand recognition“. Vielleicht noch am ehesten bei Metropolis, wobei da vermutlich mehr Leute fragen, ob das nicht da ist, wo Superman wohnt.

      Gefällt 2 Personen

    • Ich wundere mich tatsächlich, dass es die ganzen alten deutschen Klassiker nicht (von Hollywood) neuverfilmt wurden. Caligari, Nosferatu (der wird ja bald von Eggers neuverfilmt), Metropolis, M usw.

      M wurde in Hollywood von Joseph Losey neu verfilmt, unter dem Originaltitel.

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  2. Pingback: Media Monday #575 | moviescape.blog

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