Newslichter Ausgabe 203: noch mehr Warner, ‚Heat 2‘?, Spencer/Hill Remake?!

Willkommen bei Ausgabe 203 des Newslichters. Wir sind noch nicht ganz durch mit Discovery Warner und ihrer aufsehenerregenden Neuausrichtung. Soll aber nicht das einzige Thema bleiben. Und nicht einmal dasjenige, über das ich mich diese Woche aufrege… Legen wir los!

Wohin rennst Du, ‚The Flash‘?

Bei Warner liest man, ich habe es immer geahnt, aufmerksam den Newslichter. Denn nun sind „Insiderinformationen“ an das üblicherweise hervorragend informierte Magazin Hollywood Insider durchgedrungen, wie man mit der unsicheren Zukunft des DC-Films ‚The Flash‘ umgehen will. Unsicher vor allem aufgrund des kriminellen Verhaltens von Flash Ezra Miller, wie letzte Woche berichtet. Nun scheint man bei Warner drei Szenarien für möglich zu halten.

1. Miller gibt sein kriminelles Treiben auf, leistet Abbitte und Wiedergutmachung und sucht Hilfe. Der Film erscheint ganz normal, Miller leistet die übliche Pressearbeit eines Blockbusters.

2. Weiter wie bisher. Man hofft Millers Treiben bleibt weiterhin unter dem großen Radar der Medien. Pressearbeit müssen Nebendarsteller wie Sasha Calle oder Michael Keaton leisten. Man hofft ganz fest, dass sich keine Journalistin nach Miller erkundigt.

3. Ein Scheitern von Plan 2. Millers Handeln akkumuliert sich zum Skandal, oder es erfolgt ein großer Knall. In dem Fall wandert der 200+ Millionen Dollar Film ins exakt selbe Aus wie ‚Batgirl‘. Und CEO David Zaslav hat bewiesen, dass er da wenig Skrupel kennt.

Plan 1 erscheint unwahrscheinlich. Neben den zahlreichen kriminellen Handlungen hat Miller nämlich, offenbar pünktlich und professionell, im Sommer an Nachdrehs für den Film teilgenommen. Das deutet zumindest an, dass es sich hier nicht um erratisches, sondern durchaus geplantes Handeln dreht. Bleibt also Plan 2. Fraglich, wie lange man dann noch auf Plan 3 umschalten kann, bevor der Werbevorlauf so umfangreich geworden ist, dass eine Absage des Films zur erneuten PR Katastrophe würde. Tönerne Füße also für das DCEU. Und nicht sonderlich gut gebrannter Ton noch dazu.

Update 16.08.: Ezra Miller hat öffentlich um Entschuldigung gebeten und verkündet eine Therapie anzutreten. Also doch Plan 1…

Ist das alles bloß n Steuerdings

Selbst erfahrene Industriekollegen schienen erschüttert als vor knapp 2 Wochen das Aus für den DCEU Film ‚Batgirl‘ feststand. Hauptdarstellerin Leslie Grace, Bösewichtdarsteller Brendan Fraser, J-J- Simmons und Batman Darsteller Michael Keaton wurden ähnlich kalt erwischt, wie die Regisseure  Adil El Arbi und Bilall Fallah (‚Bad Boys For Life‘). Glaubt man den Angaben von Discovery Warner CEO David Zaslav fiel der Film gerade durch alle Register. Für den Stream zu groß, fürs Kino zu klein würde er bei jedem Publikum falsche Erwartungen wecken. Nur so recht glauben mag das niemand. Ebenso wenig den ähnlichen Fall des neuen Scooby Doo Films. Was steckt also sonst dahinter? Waren die Filme einfach nur schlecht? Wäre vermutlich in der langen Historie Hollywoods das erste Mal, dass das der Grund wäre Filme zu kippen.
Eine sinnvolle Antwort, wenn auch pure Spekulation, wäre eine Steuerersparnis. Die durch die Fusion „neu gegründete“ Firma Discovery Warner könnte die Kosten der Filme komplett von der Steuer abschreiben, wenn sie damit keinerlei Geld verdienen. Und womöglich erscheint das Zaslav und seinem Team lukrativer als die Veröffentlichung. Das würde vermutlich bedeuten, dass wir nie auch nur einen Schnipsel der Filme offiziell zu sehen bekommen. Denn wenn Discovery Warner die Filme abschreibt, und danach auch nur einen Cent mit ihnen verdient, dann tritt ihnen die US-Steuerbehörde auf die Zehen. Und das kann wehtun. Das würde also eine tatsächliche „damnatio memoriae“ der Filme bedeuten. Reichlich übel für alle beteiligten Kreativen, aber wenn sich so ein paar Dollar mehr rausholen lassen… Wobei vielleicht ist das notwendig. Denn Discovery Warner ist eine Firma, die mit 40 Milliarden Schulden startet. Discovery hat AT&Ts Schulden für deren Übernahme von Warner mitgekauft und Warners Teilhaber ausbezahlt, um auf diesen beeindruckenden Betrag zu kommen. Mich lässt das ein wenig befürchten, dass das Studio so immer mehr zu einem obskuren Investitionsobjekt wird, aus dem sich irgendwie noch Geld schlagen lässt, bis es derart toxischer Ramsch ist, den absolut niemand mehr anfassen will.

‚Heat 2: Thriller‘

Habt Ihr mitbekommen, dass dieser Tage ‚Heat 2: Thriller‘ erscheint? Nicht eben der kreativste Titel, aber von Michael Mann. Und Ko-Autorin Meg Gardiner. Ko-Autorin? Genau, ‚Heat 2: Thriller‘ (ich weiß echt nicht, bei dem Titel) ist ein Roman. Der erscheint im Imprint „Michael Mann Books“ von Harper Collins. Man darf also vermutlich noch mehr Romane von Herrn Mann erwarten. Aber auch eine Verfilmung? Das Buch soll gleichzeitig die Jahre vor und einige nach der Handlung von ‚Heat‘ beleuchten. Wenn es eine Verfilmung geben sollte, und Mann scheint daran interessiert, dann sicherlich nicht mehr mit derselben Besetzung von damals. Ich bleibe gespannt ob ‚Heat 3: Crimedrama‘ und ‚Heat 4: Gangstermovie‘ als nächste Fortsetzungen anstehen.

‚Zwei wie Pech und Schwefel‘ zum zweiten

Bereits im März erschien in Italien ‚Altrimenti ci arrabbiamo‘ mit viel Brimborium. Die Kinos blieben jedoch weitgehend leer. Nun erscheint auf Netflix auch international ‚Zwei wie Pech und Schwefel‘ mit  Edoardo Pesce und Alessandro Roja. Moment mal, ‚Zwei wie Pech und Schwefel‘, wie der Bud Spencer/Terence Hill, rote Strandbuggy-Würstchenfress-Film von 1974? Exakt. Das ist ein Legacy Sequel. Nun zankt sich die nächste Generation immer noch um den Besitz des Buggys.
Schon im März waren zahlreiche erzürnte Stimmen zu vernehmen, die sich echauffierten, wie man es wagen könne, einen Spencer/Hill Film ohne Spencer oder Hill zu drehen (Hill hat wohl auch keinen Cameo Auftritt im neuen Film). Ich gebe zu, zornig macht es mich nicht, nur extrem verwundert. Manche Filme leben absolut von ihren Darstellern. Du kannst keinen Schimanski ohne Götz George drehen, ein Hulot geht nicht ohne Jacques Tati. Du kannst nicht irgendeinen Muskelbuben hinstellen und sagen, der sei doch genauso gut wie der olle Schwarzenegger. Und Du kannst ganz sicher nicht Spencer & Hill ersetzen! Die beiden haben sich ob ihrer grandiosen, humorigen Chemie in den 70er ihr ganz eigenes Genre erkloppt. Und ganz ohne Pesce oder Roja beleidigen zu wollen, die machen hier immerhin einfach einen Job, das kann doch nix werden. Für wen soll das überhaupt sein? Altfans regen sich, wie oben erwähnt, auf, oder reagieren desinteressiert und junge Leute lockst Du sicher nicht, indem Du fünfzig Jahre alte Filme, von denen ihnen ihre Eltern und Großeltern vorgeschwärmt haben neu aufkochst. Das hier ist die Nostalgie-Seuche des Kinos, nur das nicht einmal die verdammte Nostalgie bedient wird! Was soll das?! Für wen ist das!?!? Mist, jetzt hab ich mich doch aufgeregt…

Bis nächste Woche bin ich aber wieder die Ruhe selbst. Bis dann!

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7 Gedanken zu “Newslichter Ausgabe 203: noch mehr Warner, ‚Heat 2‘?, Spencer/Hill Remake?!

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