Newslichter Ausgabe 218: marvelöse Filmstars, alter, junger Archäologe und MGMs Zukunft

Willkommen bei Ausgabe 218 des Newslichters. Und wieder etwas kurz, aber dafür hoffentlich interessant. Legen wir direkt los! (hab ich hier etwa schlicht die „Einleitung“ von letzter Woche übernommen?)

Marvel Stars oder Filmstars?

In einem Podcast Interview hat Quentin Tarantino gesagt, dass Marvel Stars keine Filmstars seien. Die Charaktere, die Rollen sind die Stars, nicht die Darsteller dahinter. Dies wird im Internet nun als eine wahnsinnig kontroverse Aussage gehandelt. Aber ist sie das wirklich?
Ich finde nicht. Sie ist richtig. Aber nicht sonderlich nuanciert. Natürlich gibt es Beispiele für Filmstars unter den Marvel Darstellern. Man möchte direkt auf den Anfang vom Ganzen deuten. Auf ‚Iron Man‘ und Robert Downey jr.. Wobei man ihm wohl argumentieren könnte, seine Post Marvel Karriere ist nicht die eines Filmstars. Da ist dieser scheußliche ‚Doolittle‘ Film und eine Dokumentation über Downeys Vater. Aer zwischendurch war Downey fraglos ein Star. Scarlett Johannson auch. Und natürlich viele, die nur mal eben bei Marvel reinschauen. Cate Blanchett oder Christian Bale etwa.
Aber in der Sache hat Tarantino Recht. Die Leute gehen wegen Captain America ins Kino, nicht wegen Chris Evans. Wegen Thor, nicht wegen Chris Hemsworth. Das bedeutet natürlich nicht, dass ein Darsteller nicht wichtig oder mit der Rolle verbunden wäre, siehe etwa Disneys eilige Ankündigung, die Rolle des T’Challa nach dem Tode Chadwick Bosemans nicht neu zu besetzen. Das steht aber immer im Dienste des Charakters und seiner Kontinuität. Und ist die natürliche Folge weg vom Themenkino hin zum Franchise Kino. Hier ist die Wiedererkennbarkeit der Charaktere und Welten entscheidend. Und eben nicht die Starpower der Darsteller.
Man könnte nun auch mit vollem Recht fragen, ob denn dieser Schritt weg vom Star unbedingt ein schlechter ist. Vielleicht wurden den Schauspielenden ja in den ersten Jahrzehnten des Films viel zu viel Aufmerksamkeit geschenkt. Schon Hitchcock wollte sie ja lieber als „Vieh“ behandelt sehen.
Insofern ist Tarantinos Aussage zwar ein wenig undifferenziert, im Kern aber fraglos wahr. Und bietet mMn. weit weniger Zündstoff als Scorseses berüchtigtes „Marvel ist kein Kino“. Aber hey, inzwischen weiß jeder, dass so ein ordentlicher Zoff zwischen Marvel-Fans und Cineasten halt für jede Menge zorniger Klicks sorgt. Und das ist bekanntlich das Wichtigste. Wenn sich dann noch Film-, äh Marvelstars einmischen, na, dann wird’s nur umso klickiger!

„Young“ Indiana Jones

Harrison Ford ist fraglos ein Filmstar, aber auch ein Darsteller, der auf gleich zwei Franchise Charaktere festgelegt ist. Wie festgelegt zeigt nun einmal wieder eine Ankündigung für den kommenden fünften Indiana Jones Film. Hier will man in der Eröffnungsszene einen digital verjüngten Jones zu Peitsche-schwingenden Höchstzeiten zeigen, bevor der Film in die späten 60er und zum aktuellen Ford/Jones springt. Warum kein jüngerer Darsteller? Warum muss es unbedingt Fords Gesicht sein, dass wir sehen? Auch hier kann ich wieder Scorsese hinzuziehen. Dessen ‚The Irishman‘ hat nämlich deutlich gezeigt, dass es eben nicht reicht, das Gesicht eines Darstellers zu verjüngen. Ein 75Jähriger bewegt sich anders, als ein 30Jähriger. Und da ändert auch kein Computer was dran. Mal ganz davon ab, dass die zeitlichen Abstände auch den alten Jones immer noch jünger machen, als den alten Ford. Mein Interesse für diesen Film ist, trotz James Mangold im Regie-Stuhl, schon seit längerem vollständig ironisch. Ich möchte Jones bloß noch als extrem mürrischen, alten  Mann sehen („Grabungsgenehmigung? Vor 30 Jahren wussten wir nichtmal, wie man das schreibt!“). Halt wie Ford.

Weiß Amazon endlich, was es mit MGM will?

Seit Amazon MGM gekauft hat, ist es reichlich ruhig geworden, um das früher oft genug gebeutelte Studio. Wusste man beim großen Online Händler eigentlich, warum man das gekauft hat? Okay, wegen Bond natürlich. Und um sich mit dem Katalog des Studios das Prime-Angebot auszukleiden. Aber ich meine jetzt eher für die Zukunft (außer Bond, natürlich). Schließlich hat MGM theatrical seit dem Weggang der alten Bosse keinen Chef mehr. Nun aber wird es deutlich, dass Amazon durchaus ins Kino strebt. Laut dem Magazin deadline strebt man bei MGM 8-10 Kinofilme pro Jahr, mit einem Gesamtbudget von etwa einer Milliarde. Das könnte ein Hinweis auf mittelgroße Produktionen sein. Vor allem aber ein Um denken bei Amazon, dass Streaming eben doch nicht die absolute Zukunft ist und auch im Kino noch was zu holen ist (wie das seinerseits gebeutelte Netflix derzeit unter höhnischen Bemerkungen lernen muss, weil sie die eigene Kinoveröffentlichung von ‚Glass Onion‘ allzu sehr beschnitten haben). Könnte also durchaus sein, dass aus dieser Richtung in nächster Zeit was Interessantes kommt!

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3 Gedanken zu “Newslichter Ausgabe 218: marvelöse Filmstars, alter, junger Archäologe und MGMs Zukunft

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