Spieleempfehlungen: Point & Click & Grusel

Heute will ich Euch mal ein paar Computer-/Videospiele empfehlen. Gruselige, natürlich. Da das, ganz allgemein auf alle Spiele bezogen, aber ein viel zu großes Feld aufmachen würde, will ich mich hier auf Point & Click Adventures konzentrieren.

Was sind Point & Click Adventures? In Adventurespielen löst man üblicherweise Rätsel, um eine Geschichte zu erleben. Ursprünglich tat man dies in Textadventures, wo man mit einem Parser Befehle eintippen konnte, deren Auswirkungen dann als Text beschrieben wurden. Ende der 80er hielt dann jedoch mehr und mehr Grafik Einzug in Adventuregenre. Und mit der Grafik bald auch die Maus als Kontrollgerät der Wahl. Mit ihr klickte man auf Befehle und dann auf das Objekt mit dem man interagieren wollte und sah die Auswirkungen dessen nun als Animation. Es gab Point & Click Spiele aus der dritten Person, wobei man eine Figur auf dem Monitor kontrollierte. Führende Firmen waren hier Lucas Arts (‚Monkey Island‘ Reihe, ‚Indiana Jones‘ uvm.) und Sierra Online (Allerlei ‚Quest‘ Reihen und, natürlich, ‚Leisure Suit Larry‘). Aber auch solche aus der ersten Person, bei der man die Spielwelt durch die Augen des Protagonisten sieht (‚Myst‘). Ihren Höhepunkt hatten diese Spiele fraglos in den 90ern. Seit deren Ende werden sie regelmäßig für tot erklärt. Doch spätestens seit dem Indie-Game-Boom der 2010er feiern sie eine neue Blütezeit, oft als Autorenwerke von einem kleinen Team, oder gar einer Person. Genau solche Projekte, vor allem der letzten 10 Jahre, will ich hier mal empfehlen.

‚Scratches‘

Meine erste Empfehlung ist auch gleich die schwierigste. Zum einen ist das Spiel von 2006, zum anderen derzeit aufgrund eines Rechtsstreits nicht bei typischen online Anbietern verfügbar ist. Aber ehrlich gesagt ist ‚Scratches‘ zu gut, um es hier nicht zu erwähnen. In dem Spiel von Agustin Cordes, spielt man einen Horrorautoren in den 70er Jahren, aus der Ego-Perspektive. Der Manager des Autoren hat ihm für ein paar Wochen ein verlassenes, viktorianisches Herrenhaus gemietet, in dem er, von der Atmosphäre inspiriert und fernab jeder Ablenkung, sein neues Buch fertigstellen soll. Man erforscht nun dieses gigantische Haus und sein Grundstück und stellt fest, dass nicht nur die Atmosphäre bedrückend und die Geschichte des Hauses verstörend ist, es geht auch noch alles schief und irgendwer oder irgendwas ist im Haus. Mehr will ich gar nicht verraten, doch ist das Spiel so atmosphärisch, dass ich mich immer noch an den Moment erinnern kann, wenn man den Keller des Hauses das erste Mal betrat und die Musik einsetzte. Ich will diesen Moment hier nicht als Video verlinken, weil man ihn am besten selbst erleben sollte. Ein Spiel, das ich immer noch alle paar Jahre durchspiele, auch wenn viele der Rätsel heute nicht mehr zeitgemäß und geradezu unfair wirken.

‚The Last Door‘

‚The Last Door‘ ist ein Adventure, das zwischen 2013 und 2016 episodisch in zwei „Staffeln“ erschien. Hierin spielt man Jeremiah Devitt, der im 19ten Jahrhundert, nach dem Selbstmord eines früheren Schulfreundes, nach Antworten sucht, die ihn allerdings an Orte bringen, die nie für Menschen vorgesehen waren. ‚The Last Door‘ atmet die Atmopshäre einer H.P. Lovecraft Erzählung, aber ausnahmsweise mal ohne seine typischen Klischees, wie seine Meeresfrüchte-Phobie, nachzubauen. Die Grafik ist hier sicher gewöhnungsbedürftig. Ich habe sie häufig als „retro“ beschrieben gesehen, aber, nein, so sahen Spiele nie wirklich aus. Sie ist bewusst abstrakt und undeutlich gehalten. Und in Verbindung mit dem sehr guten Sounddesign schafft das eine hocheffektive und einzigartige Atmosphäre. Der Verzicht auf gesprochene Dialoge mag dem Budget geschuldet sein, fügt sich aber in das gesamte Gefühl sehr gut ein. Die Rätsel sind nicht ganz ohne Herausforderung, ich habe aber nie wirklich lange gehangen. Das größte Problem des Spiels ergibt sich auch aus seiner Stärke. Die abstrakte Grafik mag kosmische Bedrohungen vage genug halten, damit sie ihre Wirkung voll entfalten, allerdings weiß ich auch erst ob ein weißes Quadrat nun ein Kästchen, ein Wollknäuel oder ein Schädel ist, wenn ich drauf klicke und Jeremiah es beschreibt. Dennoch, eines meiner liebsten Gruselpsiele! Beide Staffeln sind bei Steam und gog.com erhältlich. Für PS4, XBOX ONE und Nintendo Switch ist eine Complete Edition erschienen.

‚Unavowed‘

‚Unavowed‘ erschien 2018 bei Designer Dave Gilberts eigenem Indie-Publisher Wadjet Eye Game. Hier spielt man einen Protagonisten, der einem Exorzismus unterzogen wird, nachdem er ein Jahr lang von einem Dämon besessen war. Magier Eli und Halb-Dschinn Mandana nehmen die dramatische Aktion vor. Beide gehören zum New Yorker Zweig der Unavowed. Einer Organisation, die hinter den Kulissen das Übernatürliche bekämpft. Da Dein Charakter im letzten Jahr unter Kontrolle des Dämons allerlei Unheil angerichtet hat, wirst Du direkt in die dünnen Reihen der Unavowed rekrutiert. Im Spielverlauf sind eine Reihe übernatürlicher Missionen in ganz New York zu lösen und neue Mitglieder für das Team zu rekrutieren. ‚Unavowed‘ ist nicht wirklich ein gruseliges Spiel, nutzt aber durchaus Elemente des Horrors. Was es vor allem von anderen Adventures auszeichnet ist seine Wiederspielbarkeit. Am Anfang kann man wählen, ob die eigene Figur männlich oder weiblich sein soll und aus drei Professionen (Barkeeper, Polizist, Schauspieler) wählen. All das hat Einfluss auf den Spielverlauf. Zudem kann man vor jeder Mission zwei Mitglieder der Unavowed aussuchen, die einen begleiten sollen, was für andere Dialoge und Rätsellösungen sorgt. Das Spiel ist sehr gut geschrieben und fühlt sich, wie schon Gilberts vorige Spiele, die ebenfalls gelungene ‚Blackwell‘-Reihe, wie ein Liebesbrief an seine Heimatstadt New York an. Mit seiner Pixeloptik erinnert das Spiel an Genre-Größen aus den 90ern, doch sein Spieldesign ist ein rundum modernes. ‚Unavowed‘  bei Steam und gog.com, sowie für die Nintendo Switch erhältlich.

‚Gibbous – A Cthulhu Adventure‘

Privatdetektiv R. Ketype hat den Auftrag nach dem berüchtigten Necronomicon zu suchen. Als er es in der Miskatonic Library im düsteren Darkham ausfindig macht, wird er jedoch von einem seltsamen Kult entführt. Stattdessen stolpert Bibliothekar Buzz Kerwan über das gefährliche Buch. Ein unvorsichtig gelesener Spruch daraus sorgt flugs dafür, dass seine Katze Kitteh plötzlich sprechen kann, sehr zu ihrem Unmut. Ketype, Kerwan und sogar Kitteh werden nun die Welt bereisen müssen, sich Jahrhunderte alten Verschwörungen, mehreren Kulten und sogar dem Bösen aus den Sternen stellen müssen. ‚Gibbous‘ ist eine Parodie auf typische Lovecraft und Cthulhu Klischees. In schicker, handgezeichneter Comicgrafik bereisen die Protagonisten hier allerlei Schauplätze, lösen Rätsel und reißen Witze. Die Witze landen bei weitem nicht alle, aber ihre Dichte ist so hoch, dass es trotzdem zu unterhalten weiß. Die einzelnen Schauplätze sind meist klein genug, dass die Rätselketten nie zu komplex werden, der Spielfluß bleibt jederzeit erhalten. Leider haben mich der letze Schauplatz und vor allem das Ende ein wenig enttäuscht. Hier arbeitet alles auf eine Pointe hin, die man Kilometer weit kommen sieht. Aber in einem Spiel ist der Weg das Ziel und der Weg wusste mich zu gut 80% hervorragend zu unterhalten. Gelegentlich bemerkt man die Grenzen des Budgets. Da sämtliche Sprache vertont ist, sind die Interaktionsmöglichkeiten an manchen Orten recht beschränkt. Das Spiel erschien 2019 auf PC und ist bei Steam und gog.com erhältlich. Seit 2020 gibt es auch eine Nintendo Switch Version.

‚The Darkside Detective‘

In einfacher aber schöner Pixelgrafik gehalten spielt ‚The Darkside Detective‘ in der fiktiven Stadt Twin Lakes. Diese ist mit einer Geisterwelt, der Darkside verbunden. Daher geschieht hier allerlei übernatürliches Verbrechen, das von der Bevölkerung aber weitgehend ignoriert wird. Die Polizei unterhält daher eine „Darkside Division“. Diese ist jedoch hoffnungslos unterfinanziert und besteht aus Detective Francis McQueen und dem uniformierten Polizisten Patrick Dooley. Ebenfalls in einzelne Episoden gegliedert ist der Humor von ‚The Darkside Detective‘ reichlich albern mit allerlei (Horror-)Popkultur-Anspielungen. Die Episoden spielen sich flott weg und wissen absolut zu unterhalten, achten vor allem darauf auch nicht länger zu sein als nötig. Ein sehr schönes Siel „für zwischendurch“. Das Spiel erschien 2017 für PC und danach für so ziemlich alle Konsolen unter der Sonne (oder sollte ich sagen unter dem Bluuutmond?).

‚If On A Winter’s Night, Four Travelers‘

So, jetzt gehe ich mal ein Risiko ein und empfehle ein Spiel, das ich bislang nur angespielt habe. In dem Spiel finden sich vier Charaktere Ende der 1920er Jahre bei einem merkwürdigen Maskenball in einem Zug wieder. Im Laufe des Spiels erforscht man ihre jeweiligen Geschichten. Soweit ich das bisher gesehen habe, stellt das Spiel das Narrativ in den Vordergrund. Echte Rätsel gibt es kaum. Aber das Ganze scheint mir sehr gut geschrieben, in edler Pixelgrafik präsentiert und mit einer tollen Soundkulisse unterlegt. Und warum traue ich mich, dieses Spiel von 2021 zu empfehlen, obwohl ich es bislang nicht einmal durchgespielt habe? Weil es gratis ist. Man kann es bei Steam und an zahlreichen weiteren Orten für PC herunterladen. Und ich sehe keinen Grund das nicht zu tun.

Okay, das sollte genug Material bis mindestens Halloween sein. Falls Ihr Tipps für (halbwegs) aktuelle Horror Point & Clicks habt, nur immer her damit! Wir können auch gern über alte Horroradventures schwadronieren, wenn Ihr wollt.

Die 5 Besten am Donnerstag: die 5 besten Held:innen aus Horrorfilmen, an deren Seite du kämpfen würdest

Willkommen bei den 5 Besten am Donnerstag! Heute fragt uns Gina nach den 5 besten Held:innen aus Horrorfilmen, an deren Seite du kämpfen würdest. Eine sehr schöne Frage, auf die es eine ganze Menge guter Antworten gibt. Bin gespannt die anderen Listen zu sehen! Ich mache hier mal keine wertende Liste, sondern eine nach Gefahren aufgeteilt.

5. Haley aus ‚Crawl‘

Für alle wasserbasierten Gefahren. Nicht wasserscheu wie Chief Brody, nicht zum Fanatismus neigend wie Quint, aber dafür mit der Athletik einer Profisportlerin. Ich bezweifle, dass ich ihr eine große Hilfe wäre, aber sie kriegt das vermutlich auch allein hin!

4. Tucker & Dale aus ‚Tucker & Dale vs. Evil‘

Nützlich bei jeder Art von Gefahr. Sicherlich, die beiden wissen vielleicht nicht unbedingt was da gerade wirklich so um sie herum passiert, aber wenigstens sind sie sympathisch und mit einer Menge Glück gesegnet. Hoffe ich einfach mal, dass da was auf mich abfärbt.

3. Billys Mutter aus ‚Gremlins‘

Für ca. kniehohe Mistkerle. Ich weiß nicht mehr genau, wie viele der kleinen Quälgeister Billys Mutter mit rücksichtsloser Effizienz und allerlei Küchengerät erledigt, aber es ist definitiv eine Zahl, die bei Legolas und Gimlis Ork-Mord-Wettstreit hätte mithalten können.

2. Erin aus ‚You’re Next‘

Für Home Invasions. Mörderische Einbrecher mit Tiermasken im Haus? Naja, ich bleib einfach mal auf dem Sofa sitzen, Erin regelt das schon. Und es ist eh am besten, ihr dabei nicht im Weg rumzustehen. Man muss sich nur vor fliehenden Möchtegernmördern im Schweinsgalopp und fliegenden Glassplittern hüten. Ach ja, und am besten nachfragen, bevor man irgendeine Tür öffnet…

1. Ellen Ripley aus der ‚Alien‘ Reihe

Für Aliens. Offensichtlich. Das schöne ist, wenn man Ripley einfach zuhört und ihre Vorschläge umsetzt, dann bricht vermutlich nicht einmal ein Horrorfilm aus. Oh, ein Crewmitglied hat einen unbekannten Parasiten im Gesicht kleben? Ja, dann ist Quarantäne in der Tat eine gute Idee! Ash nimm die Grapschfinger vom Türöffner! Und sollten doch Aliens auftauchen, dann stehe ich genau hinter ihr, Jonesy und ihrem Flammenwerfer, vielen Dank!

Newslichter Ausgabe 159: Horror Reboots und Disney-Gründungen

Willkommen bei Ausgabe 159 des Newslichters. Hm. Letzte Woche habe ich einen ganz normalen Newslichter für diese Woche versprochen. Und was man verspricht muss man bekanntlich auch halten. Problem dabei ist, dass ich auch diese Woche wieder ernsthafte Schwierigkeiten hatte interessante/unterhaltsame Themen zu finden. Hab ich halt keinerlei Kontrolle drüber. Daher hier ein etwas magererer Newslichter als üblich. Hey, kann ich mal wieder ein paar wirklich bizarre Nachrichten haben? Was macht der ‚Tetris‘ Film (Verzeihung, die Trilogie!) zum Beispiel?!* Ach egal, legen wir los!

Victor Miller hält Rechte am originalen ‚Freitag der 13te‘

Seit dem mäßigen Remake von 2009 ist es erstaunlich ruhig geworden am Crystal Lake. Jason Vorhees (und seine Mutti) scheinen nicht länger umzugehen. Dass liegt an der US-Justiz. Aber anders als man vielleicht annehmen würde. Der Autor des ersten ‚Freitag der 13te‘, Victor Miller, hat auf Rückerhaltung seiner Rechte am Drehbuch geklagt, wozu, laut US-Recht, jeder Autor nach 35 Jahren berechtigt ist. Der Produzent der Reihe, Sean Cunningham, reagierte mit einer Gegenklage und verklagte gleich selbst noch mehrere Studios. Wenigstens der Miller Prozess scheint nun beendet und die Rechte am Buch zum ersten Film liegen wieder bei Miller. Die Frage ist, was der nun damit anfangen kann. Ein Remake vom ersten Teil? Eine Fortsetzung wäre nur mit den von ihm geschaffenen Figuren, nämlich Pamela Vorhees (die Mörderin in Teil 1, wie jeder außer Drew Barrymore weiß) und Jason als untotem Jungen, als der er in einer Traumszene zu sehen ist. Wobei Miller auch früher schon sehr deutlich gemacht hat, dass er Jason als erwachsenen Killer eh doof findet. Aber findet man Finanzen und Publikum für einen Freitag den 13ten ohne den müffelnden Meuchler? Ich meine, Jason Blum spechtet ja bereits auf ein Reboot, aber ohne den missmutigen Hockeyfan? Sehe ich jedenfalls nicht, dass das funktioniert.

Pinhead unter Aufsicht von Clive Barker zurück

Aber wo wir ohnehin gerade von zurückerhaltenen Rechten sprechen: Autor/Regisseur Clive Barker hat schon vor einiger Zeit die Rechte an ‚Hellraiser‘ zurückerlangt. Nachdem die Reihe über Jahrzehnte übel heruntergewirtschaftet wurde, darf man nun vielleicht eine Rückkehr zur eklig-atmosphärischen Qualität des Originals erwarten. Natürlich wird der neue Film ein Reboot. Regie führen wird David Bruckner (‚The Ritual‘), die Rolle von Pinhead übernimmt Jamie Clayton (‚Sense8‘). Die Story wird von David S. Goyer stammen, basierend auf Barkers ‚Hellbound Heart‘ Kurzgeschichte. Und vor allem wird Barker halt auch die Aufsicht über das Geschehen haben. Das klingt alles ziemlich gut, allein das Erscheinen bei Disney+ lässt eine besorgte Augenbraue in die Höhe schnellen als würde sie von einem Haken gezogen. Disney will seinen Streaming Dienst ja sehr familienfreundlich halten, ein guter ‚Hellraiser‘ ist aber von „familienfreundlich“ so weit entfernt wie ich vom Lösen eines Rubix Würfels (weswegen ich mir wohl auch nie Sorgen um die Hellraiser Puzzlebox machen müsste). Aber offenbar hat der Dienst ohnehin gerade eine an Erwachsene gerichtete Unterkategorie eingerichtet. Von daher kann es wohl auch dort was werden. Ich bin vorsichtig gespannt.

Film über die Gründung von Disneyland

Apropos Disney. Regisseur David Gordon Green weiß jetzt wohl schon, wo er hinfahren wird, sobald seine Arbeit in Haddonfield mit ‚Halloween Ends‘ abgeschlossen sein wird. Nach Disneyland. Beziehungsweise zur Gründung von Disneyland 1955. Um Walt Disneys großes Traumprojekt, das ihn mehr und mehr von den Zeichentrickfilmen ablenken sollte, wird es in einem Film unter seiner Regie gehen. Wer die Hauptrolle übernehmen wird ist noch nicht klar. Auch nicht wann genau der Dreh stattfindet. Wohl aber, dass der Film bei Disney+ exklusiv erscheinen wird. Womöglich muss er als Teil der neuen Initiative von Disney gesehen werden, ihre berühmten Freizeitparkattraktionen in andere Medien zu übertragen. Bislang hatte das ja nur mit den ‚Pirates of the Caribbean‘ funktioniert, doch ‚Jungle Cruise‘ dürfte nun sicher für mehr Nachschub sorgen.

Wir sehen uns nächste Woche. In welcher Form wage ich kaum vorherzusagen…

*die Antwort ist, dass man davon seit 2017 nix Neues gehört hat…

‚Devil’s Rain – Nachts, wenn die Leichen schreien‘ (1975)

Im Sinne der Genauigkeit möchte ich direkt darauf hinweisen, dass in diesem Film keinerlei Leichen schreien. Das haben die deutschen Titelgeber wohl auch gemerkt und ihn später in ‚Nachts, wenn die Zombies schreien‘ umbenannt. Doch auch von Untoten ist hier keine nächtliche Ruhestörung zu erwarten. Dies ist ein Film, der voll auf der okkulten Welle der 70er mitschwimmt. Aber ‚Nachts, wenn die Satanisten skandieren‘ hat vermutlich einfach nicht denselben Klang. Unter dem Titel der Überschrift taucht er heute auf Streaming-Plattformen auf (oder auch nicht, er ist nicht sooo leicht zu finden). Haben wir zur Falschaussage also immerhin auch den Originaltitel. Jetzt aber zum Film (es ist eigentlich immer ein Qualitätsmerkmal, wenn ein Film ca. vier verschiedene deutsche Titel hat, oder?).

‚Devil’s Rain‘ wurde, aus mir gänzlich unverständlichen Gründen, bislang noch nicht als Kultfilm (im wahrsten Sinne des Wortes…) wiederentdeckt. Dabei hat Regisseur Robert Fuest, bekannt für die beiden Dr. Phibes Filme, eine Art campy, 70er Jahre Vorläufer der ‚Saw‘-Filme, aber mit Vincent Price und daher 258% besser, hier einen absolut eindrucksvollen Cast zusammengetrommelt. Aber bekannt ist ‚Devil’s Rain‘ eigentlich nur für exakt eine Sache. Der Gesichtsabdruck von William Shatner, der für diesen Film erstellt wurde, diente auch als Vorlage für jene Captain Kirk-Halloween-Maske, die, erheblich modifiziert, das Gesicht von Michael Myers in John Carpenters ‚Halloween‘ verbergen sollte. Tatsächlich erinnert Shatner in der zweiten Filmhälfte hier, wenn seine obere Gesichtshälfte von einer prothetischen Maske bedeckt ist, frappierend an den Slasher. Aber wir wollen hier ja nicht über den einen bekannten Fakt reden, sondern den Film an sich.

Mark Preston (Shatner) und seine Mutter (Ida Lupino) warten während eines Unwetters auf Marks Vater. Doch als der auftaucht kann er nur noch einige kurze Sätze Exposition herausbringen, bevor er in eine wächserne Substanz zerfließt, scheinbar vom Regen geschmolzen. Kurz darauf wird Marks Mutter entführt. Hinter all dem steckt der satanische Kultführer Corbis (Ernest Borgnine), der ein Buch erpressen will, dass seit Jahrhunderten im Besitz der Prestons ist. Als Mark in die Wüsten-Geisterstadt Red Sand fährt, um nach Corbis und seiner Mutter zu suchen, verschwindet auch er. Nun macht sich sein älterer Bruder Tom (Tom Skerrit), ein Wissenschaftler, der das Paranormale untersucht, auf die Suche, begleitet von seiner Frau Julie (Joan Prather) und seinem Kollegen Sam Richards (Eddie Albert). Womöglich wird ein Jahrhunderte alter, satanischer Familienzwist hier sein Ende finden.

‚Devil’s Rain‘ hält sich gar nicht erst mit einem ersten Akt auf, in dem wir die Charaktere kennen lernen. Quasi sofort sprechen die Charaktere mit großer Selbstverständlichkeit über „das Buch“, „Corbis“ und den Satan. Keine Sorge, scheint Fuest sagen zu wollen, ihr versteht das schon früher oder später. Und falls nicht ist es auch nicht so schlimm. Denn nach 15 Minuten sind wir in der Wüste und die Teufelei geht ohnehin los. Und, ganz ehrlich, das kann ich respektieren. Gerade bei einem 70er Jahre Horrorfilm. Vergleicht man das nämlich mit einem Film wie ‚Rabbits‘/‘Night of the Lepus‘ mit Shatners Enterprise Kollegen DeForest Kelley, einem Film um bösartige Riesenkaninchen(!), wird der Unterschied klar. Jeder, der den Film sieht wartet nur auf Karnickel mit Ketchup am Maul, die „bedrohlich“ um Miniaturhäuschen hoppeln. Doch bevor er seine wunderbar irrsinnige Prämisse einlöst, hat der Film unerträglich ernsthafte Laborszenen und ewige Dialoge gesetzt. ‚Devil’s Rain‘ hingegen weiß genau was wir sehen wollen: satanische Kultisten, die Vanille- und Waldmeisterpudding bluten, Ernest Borgnine, der in hervorragend gemachter, aber wahnsinnig alberner Ziegenmannmaske augenrollend den Hohepriester gibt und schließlich der titelgebende Devil’s Rain selbst, der eine Satanistenmassenschmelze auslöst, die auch heute noch ein durchaus effektiver, praktischer Effekt ist.

All das soll übrigens keineswegs bedeuten ‚Devil’s Rain‘ würde sich nicht ernst nehmen, im Gegenteil. Genau das macht nämlich einen guten Teil des Spaßes aus. Das Robert Fuest hier einen erstaunlichen Cast versammelt hat, der das Thema „Satanisten in einer Western-Geisterstadt“ mit völligem Ernst angeht. Keiner tanzt hier aus der Reihe. Der sonst oft so joviale Borgnine gibt seinen Corvis reichlich bedrohlich, Shatner gibt mal nicht den Helden, sondern eines der Opfer und selbst ein Hollywood Urgestein wie Ida Lupino spielt hier einen Gutteil des Films mit einer augenlosen Maske mit völliger Ernsthaftigkeit. Ach ja, und ein gewisser John Travolta hat hier seinen ersten Kinofilmauftritt, der fast nur darin besteht von Tom Skerrit vermöbelt und eine Treppe runtergeworfen zu werden. Aber mit aufs und abs kennt er sich ja aus. Allerdings ist es Jahrzehnte nach der „satanic panic“ sehr schwer (oder fast unmöglich) diese geballte Ernsthaftigkeit nachzuvollziehen und nicht komisch zu finden. Insbesondere bei einem Film, der Anton Szandor LaVey, Gründer der „Church of Satan“ als „technischen Berater“ (und für eine Minirolle) anheuert. Es ist schwer nicht zu grinsen, wenn man sich vorstellt, wie ihn jemand am Set fragt, ob das so „satanisch korrekt“ ist, während Borgnine in voller Maskerade herumläuft.

Obwohl ich hier nun die „trashigen“ Elemente des Films deutlich in den Vordergrund stelle (weil sie der Grund sind, warum ich immer wieder mal zu ihm zurückkehre), soll das nicht heißen, dass Fuest und Kameramann Alex Phillips nicht durchaus stimmungsvolle Bilder gelingen. Die Silhouetten schwarzberobter Gestalten vor einem Sonnenuntergang in der Wüste etwa wissen durchaus zu gefallen. Und die zerfließenden Menschen am Ende haben schon etwas von einem Hieronymus Bosch-Gemälde. Die Maskenbildner lassen an ihrer Kunst ohnehin keinen Zweifel. Es ist bedauerlich, dass der totale Flop dieses Films Fuests Kinokarriere quasi (abgesehen von ‚Aphrodite‘, einem Erotikfilm mit Horst Buchholz) beendete.

Diese Mischung aus Okkultismus und Gothic-Ästhetik in einem Westernsetting ist durchaus ziemlich einmalig, so wenig gruselig das letztliche Produkt auch sein mag. Es würde mich wundern, wenn der Film nicht ein erheblicher visueller Einfluss auf meinen liebsten 90er Jahre Shooter ‚Blood‘ gewesen wäre. Vielleicht mag ich ihn auch deshalb so gern. Würde ich ihn empfehlen? Tja, wollt Ihr Ernest Borgnine als Ziegenmann sehen? Shatner, der aussieht wie Michael Myers? Die Captains Kirk der Enterpise und Dallas der Nostromo als Brüder? Gelungene Maskeneffekte und jede Menge schmelzendes Wachs vor preisgünstiger Kulisse? Wenn Ihr auch nur eine dieser Fragen mit ja beantwortet und ca. 80 Minuten Zeit habt, haut rein! Was habt ihr zu verlieren? Außer Eurer Seele! Mwahahaha!

Buchempfehlungen: ‚The Elementals‘ und ‚Blackwater‘ von Michael McDowell

Obwohl ich sehr gerne Horrorfilme schaue, lese ich gar nicht mal so viel Gruseliges. Allerdings hat mich die Lektüre von Grady Hendrix‘ wunderbarem ‚Paperbacks From Hell‘ (siehe hier) auf allerlei Lesefährten geschickt. Und dabei habe ich mit ‚Blackwater‘ auch ein Buch entdeckt, dass direkt seinen Weg auf die vorderen Plätze meiner liebsten Horrorliteratur geschafft hat. Das möchte ich Euch heute kurz vorstellen. Daneben aber auch ‚The Elementals‘ vom selben Autor, Michael McDowell. Aus verschiedenen Gründen, nicht zuletzt weil das auch auf Deutsch verfügbar ist. Wenigstens theoretisch. Aber dazu unten mehr. Zunächst lohnt es sich vielleicht mit einer kurzen Biografie McDowells einzusteigen.

Michael McEachern McDowell ist ein Name, den man nicht unbedingt kennt. Allerdings dürfte die eine oder der andere mit seiner Arbeit am Film vertraut sein. Er wurde am 1.6.1950 in Alabama geboren, wo er auch aufwuchs. 1969 traf er seinen lebenslangen Partner Laurence Senelnick, einen Theaterhistoriker und Regisseur in dessen Stück er eine Rolle übernahm. 1978 erlangte er einen Ph.D. in Englisch an der Brandeis University. Kurz darauf begann sein umfangreiches, literarisches Schaffen. Unter seinem eigenen Namen veröffentlichte er während der 80er Jahre eine ganze Reihe Horror-Romane, aber auch Auftragsarbeiten, wie eine Roman-Adaption des Cluedo-Films ‚Alle Mörder sind schon da‘. Unter verschiedenen Pseudonymen schrieb er jedoch so ziemlich alles von der Komödie bis zu Science Fiction. Dabei betrachtete er sich als kommerziellen Autor und war durchaus stolz darauf. In einem Interview mit Literaturkritiker Douglas E. Winter sagte er „Ich schreibe Dinge, die nächsten Monat in den Buchhandlungen stehen sollen. Ich halte es für einen großen Fehler für die Ewigkeit schreiben zu wollen.“
Mitte der 80er begann er dann für verschiedene Anthologie-Fernsehserien zu schreiben und 1988 entwickelte er Geschichte und Drehbuch zu Tim Burtons ‚Beetlejuice‘ mit. Mit den 90ern ließ er die Literatur weitgehend hinter sich und wandte sich voll dem Drehbuchschreiben zu. So entwickelte er eine Idee Burtons zu ‚Nightmare Before Christmas‘ oder adaptierte Stephen Kings ‚Thinner‘. 1994 wurde ihm eine AIDS Diagnose gestellt. Daraufhin nahm er, für mehr finanzielle Sicherheit, an verschiedenen Universtäten Dozentenstellen für Drehbuchschreiben an. Daneben arbeitete er jedoch weiter an Auftragsarbeiten und persönlichen Projekten, etwa einer Fortsetzung zu ‚Beetlejuice‘. Diese stellte er jedoch vor seinem frühen Tod am 27.12.1999, in Folge seiner Erkrankung, nicht mehr fertig. Er wurde nur 49 Jahre alt.

Kommen wir zu den Büchern. In ‚The Elementals‘ haben zwei reiche, verschwägerte Familien aus Mobile, Alabama, die McCrays und die Savages, gerade eine sehr seltsame Beerdigung hinter sich gebracht und wollen nun in den extrem abgelegenen Ferienort der Familien fahren. Beldame an der Küste, bei Hochwasser sogar vor der Küste, besteht aus alten viktorianischen Häusern. Eines gehört den McCrays, das andere den Savages. Allerdings ist da noch ein drittes Haus. Das steht leer und wird langsam aber sicher vom Sand verschluckt. Die 15jährige India McCray, die für die Beerdigung und diesen Urlaub mit ihrem Vater aus New York angereist ist, versteht nicht, warum die Erwachsenen nicht über dieses Haus sprechen wollen. Ja, sogar fast so tun als existiere es nicht. Denn, da ist sie sich sicher, irgendetwas ist in diesem Haus.

Die Beschreibung lässt es wie eine Geisterhaus-Geschichte klingen und das ist sie ein Stück weit auch. McDowell ist durchaus sehr gut darin seinen Horror verstörend anschleichen zu lassen. Was ihn aber wirklich auszeichnet, ist wie er ihn dosiert und was er darum herum schafft. Seine Darstellung des US-Südens fühlt sich absolut wahrhaftig an. Sicherlich aus eigener Erfahrung, ist er dort ja auch aufgewachsen. Die absolute Trägheit ausgelöst durch die Hitze, die Umgangsformen, die hinter Höflichkeit versteckte, soziale Schichtung, all das lässt einen Ort, an dem ich noch nie war völlig greifbar erscheinen. Noch stärker ist aber die scheinbar spielerische Leichtigkeit mit der er in wenigen Sätzen hochkomplexe Beziehungen zwischen seinen Charakteren aufspannen kann. So rund fühlen sie sich an, dass der Horror, wenn er dann kommt, tatsächlich wie das Eindringen von etwas Fremdem, etwas Bösem in das Vertraute anfühlt.

‚The Elementals‘ ist perfekt um auszuprobieren, ob McDowell etwas für einen ist. Möchte man danach mehr, ist viel da, gefällt es gar nicht, wird einem auch der Rest nicht zusagen. Das Bekommen ist nur nicht ganz so einfach. Jedenfalls wenn man keinen E-Reader hat. Das amerikanische Taschenbuch ist recht teuer. Auf Deutsch ist das Buch als ‚Die Elementare‘ als Hardcover beim Festa Verlag erschienen, ist dort jedoch vergriffen. Aus zweiter Hand kann es entsprechend teuer werden. Das englische Ebook hingegen ist günstig zu erwerben und auch die Form in der ich es gelesen habe und zu der ich raten würde.

Nun aber zum Hauptgang: ‚Blackwater‘. 1919 treten die Flüsse Blackwater und Perdido über ihre Ufer und begraben das Örtchen Perdido in Alabama unter ihren Fluten. Oscar Caskey, Sohn der reichsten Holzindustrie-Familie des Ortes, sucht die Stadt mit seinem Boot nach Überlebenden ab. Überraschend findet er im ersten Stock des örtlichen Hotels die mysteriöse Elinor Dammert. Elinor und Oscar kommen sich schnell näher, sehr zum Unmut von Caskey-Matriarchin Mary Love, die fürchtet, die absolute Kontrolle über ihre Familie zu verlieren. Zu Recht, wie sich herausstellt. Über Jahrzehnte verfolgen wir den Aufstieg der Caskeys, denen scheinbar nichts misslingt, solange Elinor da ist. Allerdings kommen immer wieder einmal Menschen auf ebenso mysteriöse wie grausame Weise ums Leben. Und was ist Elinors Verbindung zum Fluss Blackwater in dem sie, trotz gefährlicher Strömungen, immer wieder nachts schwimmen geht?

Ich habe es an anderer Stelle schon einmal geschrieben: Horror ist ein Genre, das sehr arm an Epen ist. Ein Genre, das häufig nur einen Moment beschreiben will. Sicher, der Schrecken mag aus der weiten Vergangenheit drohen, doch an der eigentlichen Geschichte dazwischen ist Horror selten wirklich interessiert. McDowell mach hier ein Epos auf, dass es in seiner Spannweite bald mit Gabriel Garcia Marquez‘ ‚Hundert Jahre Einsamkeit‘ aufnehmen kann. Über Jahrzehnte verfolgen wir die Geschichte der Caskeys nach und auch hier kommt wieder McDowells große Stärke zum Tragen, wenn er die komplexen Verwicklungen zwischen den Charakteren mit spielerisch leichter Klarheit beschreibt und im Auge behält. Das bedeutet allerdings auch, dass das Buch lang ist. Wirklich lang. Ursprünglich erschien es über ein halbes Jahr als sechs einzelne Novellen.

Und es ist was man wohl einen „Slow Burn“ nennt. Ganze Kapitel können aus einer einzigen Konversation in Schaukelstühlen auf der Veranda bei Eistee bestehen. Allerdings sind McDowells Charaktere auch hier so rund, dass einem nicht langweilig wird. Insbesondere Mary Love ist ein grandios unsympathisch geschriebener Charakter. Doch McDowell sorgt dafür, dass man Sympathie für ein Monster empfinden wird. Und das am Ende der Abschied von den Charakteren, fehlerbehaftet wie sie sind, fast schmerzhaft wird. Auch hier schleicht sich der Horror auf leisen Sohlen an, bleibt jedoch anders als bei ‚The Elementals‘ stets wenigstens ein leises Hintergrundgeräusch, weil Elinor eben, aber nee, das könnt Ihr schön selbst rausfinden.

Die Themen die McDowell hier anreißt sind durchaus ernsthafte. Rassismus und Geschlechterungleicheit, die soziale Schere zwischen arm und reich sind nie direkt angesprochene aber stets vorhandene Themen. Überhaupt zeigt McDowell hier wie viel man darüber transportieren kann, was nicht direkt ausgesprochen wird, was nämlich auch ein Stück weit die Familienphilosophie der Caskeys zu sein scheint. Es wundert mich ehrlich gesagt, dass dieses Buch noch nicht zu einer Prestige-trächtigen Miniserie verarbeitet wurde. Das Format wäre, dank des ursprünglich seriellen Erscheinens ja schon quasi perfekt.

Auch hier ist meine Empfehlung wieder das englische EBook. Eine deutsche Version gibt es nicht und Soft- und Hardcover der originalen Version rufen lächerlich hohe Preise auf. Da das physische Buch aber auch ein ziemlicher Wälzer sein dürfte, ist die Ebook Version vielleicht ohnehin die beste Wahl.

Hier am Ende muss ich nun Herrn McDowell widersprechen. Ich kann natürlich nichts darüber sagen, ob sie für die Ewigkeit sind, aber über 30 Jahre später haben sie nichts von ihrer Faszination verloren. Für mich steht als nächstes sein ‚Cold Moon Over Babylon‘ auf dem Programm. Das soll ein „typischerer“ Horroroman sein. Aber wenn er nur halb so gut ist wie diese beiden, bin ich mehr als zufrieden.

Die 5 Besten am Donnerstag: die 5 schaurigsten Orte in Filmen

Willkommen bei den 5 Besten am Donnerstag! Heute fragt uns Gina nach den 5 schaurigsten Orten in Filmen. Soll das etwa heißen, dass jetzt auch bei den 5 Besten gruselige Zeiten anbrechen? Genau das! Reden wir also nicht lange drumherum, sondern legen direkt los!

5. Die Nervenheilanstalt aus ‚Session 9‘

Der reale Drehort, das Danvers State Hospital, ist sicherlich der Star dieses Films. Ein gothisch-viktorianischer Alptraum aus rotem Backstein, verwinkelten Erkern und ziselierten Türmchen, inspirierte schon Horrorautor H.P. Lovecraft Anfang des 20sten Jahrhunderts zu seinem fiktiven „Arkham Sanatorium“, welches später Eingang in die Batman-Mythologie gefunden hat. Hier vermischen sich labyrinthine Architektur, schreckliche Geschichte und furchtbar bedrückende Atmosphäre aufs unangenehmste. Und voll mit Asbest ist es auch noch!

4. Hårga aus ‚Midsommar‘

Sonnenschein, freundliche Schweden, gutes Essen und jede Menge Drogen klingt im ersten Moment vielleicht gar nicht sooo furchtbar. Aber ich weiß ganz genau, ich würde kein Auge zu tun, wenn es nachts nicht dunkel wird, schrecklich! Ach ja, und die ganze Kultsache ist halt auch nicht so toll.

3. Das Haus aus ‚Texas Chainsaw Massacre‘ (1974)

Es spricht für einen Film, wenn er, über Bild und Ton, Temperatur und Geruch eines Ortes zu transportieren weiß. Und man muss nur ein Bild aus dem Haus sehen um in Schweiß auszubrechen und das dringende Bedürfnis nach einer Dusche zu entwickeln. Und hat man gar den ganzen Film hier verbracht, hilft eigentlich nur noch ein langes Bad…

2. Das Overlook Hotel aus ‚The Shining‘ (1980)

Wie auch ‚Midsommar‘ widersetzt sich Kubrick in seinem Film den typischen Klischees des Horrors. In seinem Hotel dräuen nicht die Schatten an jeder Ecke, stattdessen ist es vollständig und perfekt ausgeleuchtet. So sehr, dass es quasi keine Schatten gibt. Und so, wenn sich das Hotel selbst langsam als malevolente Entität erweist, eben auch keinen Ort um sich zu verstecken.

1. Das Höhlensystem aus ‚The Descent‘

Ich leide nicht sonderlich an Klaustrophobie. Glaub ich wenigstens. Und dennoch werde ich, außer vielleicht unter Androhung von Waffengewalt, niemals eine Höhle so weit betreten, dass ich das Sonnenlicht nicht mehr sehe. Geschweige denn weit genug, dass mein dicker Hintern irgendwo stecken bleiben kann. Kannibalische Höhlenbewohner sind da nur noch die verrottete Kirsche auf dem fauligen Kuchen. Nein, DANKE!