Die 5 Besten am Donnerstag: die 5 besten Autoren

Wir bleiben bei Büchern, sind aber nicht mehr länger auf Kinderbücher festgelegt. Diese Woche möchte Gorana von uns unsere 5 liebsten Autoren wissen. Das ist eine Frage, die ich nicht leicht beantworten kann und sicherlich auch eine, die einiger Fluktuation unterworfen ist. Die folgenden 5 Autoren sind also mehr als Momentaufnahme zu sehen. Obwohl ich vermutlich niemanden von dieser Liste irgendwann nicht mögen werde.

  1. Cormac McCarthy

McCarthy ist vermutlich derjenige auf dieser Liste, von dem ich am wenigsten gelesen habe. Und ich habe so ein Gefühl, dass wenn wir uns jemals unterhalten sollten, wir uns über nicht eben viel in dieser Welt einig wären. Was ich nicht abstreiten kann ist, wie vollständig mich seine bewusst einfache, hemingwayesk knappe Prosa gefangen nimmt. ‚Blood Meridian‘ war wie ein böser Traum, aus dem ich nie so ganz aufwachen wollte und ‚The Road‘ ein ganz fieser Schwinger direkt auf die Seele. Ich brauche meine Pausen zwischen seinen Büchern aber es werden sicherlich noch mehr.

  1. Shirley Jackson

Als Horrorfilm-Fan fällt mir eines immer wieder auf: ich mag Horror-Literatur nicht besonders. Eine Ausnahme hiervon stellt Shirley Jackson dar. Jackson ist großartig darin ein stilles, ein beinahe alltägliches Böses zu beschreiben. Sie webt in einen völlig harmlos wirkenden Absatz eine Handvoll Anspielungen ein und verwandelt ihn in so viel mehr als die Summe seiner Teile. ‚Haunting of Hill House‘ ist eine Geisterhausgeschichte aber Jackson macht so viel mehr daraus, als diese Beschreibung leisten kann. Am Ende ist beinahe das Erschreckendste wie gewöhnlich das Hill House eigentlich ist. Wer sich nicht gleich einen Roman vornehmen will, dem sei die Kurzgeschichte ‚The Summer People‘ ans Herz gelegt, die das obige Prinzip ebenfalls perfekt auf den Punkt bringt.

  1. Friedrich Dürrenmatt

Dürrenmatt ist einer der wenigen Autoren, die mir selbst der Deutschunterricht nicht erfolgreich verleiden konnte. Mit ‚Der Richter und sein Henker‘ oder ‚Das Versprechen‘ schafft Dürrenmatt nicht nur rundum gelungene Kriminalromane, sondern gleichzeitig auch Abrechnungen mit dem Genre an sich. Die Idee der Detektivgeschichte, in der die Welt aus ihrer Ordnung geraten ist aber durch einen intelligenten, rationalen Menschen wieder in ihre Bahnen gebracht werden kann, führt Dürrenmatt ad absurdum. Auf zutiefst unterhaltsame Weise.

  1. Umberto Eco

Ich mag nicht alles, was ich von Eco gelesen habe. Aber das was ich mag begeistert mich. Seine Bücher sind dabei so intertextuell, er kann seinem Fachgebiet der Semiotik so wenig entkommen, dass auch bei jedem erneuten lesen etwas zu entdecken ist. ‚Der Name der Rose‘ ist clevere Metafiktion aber es macht einfach auch nur Spaß mit William von Baskerville das Geheimnis der Abtei zu ergründen. Mein Favorit ist aber vermutlich ‚Baudolino‘, eine Geschichte um einen Aufschneider aus einer Zeit, die keine Aufschneider kennt. Seine Literatur- und Kunsttheoretischen Texte sind ebenfalls lesenswert und sein Aufsatz zum „Urfaschismus“ sollte zu den Standardtexten der politischen Bildung gehören.

  1. Terry Pratchett

Wenn mich ein Autor seit Teenager-Tagen begleitet und nur sehr wenig seiner Faszination eingebüßt hat, dann sollte das wohl für ihn sprechen. Seine Scheibenwelt begann einmal als Persiflage auf die Fantasy Romane der 80er Jahre, wurde aber im Laufe ihrer Entwicklung zu so viel mehr. Pratchett war nicht nur ein großartiger Komiker, er war auch ein überzeugter Humanist. Dass er gerade den Tod der Scheibenwelt zum größten Erforscher der Probleme der menschlichen Existenz gemacht hat, ist vielleicht einer seiner cleversten Kniffe, die hinterher so offensichtlich scheinen. “What can the harvest hope for, if not for the care of the Reaper Man?” Zum Einstieg empfehle ich ‚Small Gods‘.

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‚Wild at Heart‘ (1990) – and weird on top

‚Wild at Heart‘ gehört zu den David Lynch-Filmen über die wenig geredet wird. Es ist vermutlich der Lynch-Film, den ich am wenigsten gesehen habe. Sogar ‚Dune‘ habe ich häufiger gesehen. Und den mag ich nicht mal. Nach einem erneuten Ansehen frage ich mich ein wenig warum. Die Verfilmung einer Romanvorlage von Barry Gifford (die ich nicht kenne) ist zwar sicher bei weitem nicht sein bester Film aber, auf gewisse Weise, sein „lynchigster“. Warum? Schauen wir mal!

Der aufbrausende Sailor (Nicolas Cage) und Lula (Laura Dern) sind verliebt. Das ist Lulas Mutter (Dianne Ladd) aus mysteriösen Gründen gar nicht recht und sie bezahlt einen Mann, um Sailor zu ermorden. Der schlägt dem Möchtegern-Assassinen aber mit bloßen Händen in Notwehr den Schädel ein. Dafür wandert er kurze Zeit ins Gefängnis. Doch kaum ist er wieder frei holt Lula ihn ab und das Paar macht sich auf zu einer wilden Reise durch die Südstaaten der USA. Von Georgia nach New Orleans bis Texas. Lulas Mutter schickt ihnen zunächst Johnnie Farragut (Harry Dean Stanton) hinterher, einen Detektiv „so gut, dass er einen ehrlichen Mann in Washington finden könnte“. Später noch den Gangster Marcello Santos (J.E. Freeman), der aber durchaus eigne Pläne verfolgt. Auf ihrer Fahrt begegnen Sailor und Lula allerlei bizarren Figuren, darunter der Prostituierten Perdita Durango (Isabella Rosselini) und Kleinganoven und kompletten Widerling Bobby Peru (Willem Dafoe).

Lynch hat einige wiederkehrende Themen, die in vielen seiner Filme zu finden sind. Eines davon ist das Heranreifen eines jungen Mannes bis er in der Lage ist Verantwortung zu übernehmen. Oder genauer gesagt wie jemand die Angst davor Verantwortung übernehmen zu müssen überwindet. In ‚Eraserhead‘ kristallisiert sich diese Angst in Gestalt des grotesken Babys, um das sich Henry plötzlich kümmern muss. In ‚Blue Velvet‘ muss sich Jeffrey der Realität hinter den beschaulichen, weiß getünchten Gartenzäunen stellen. Auch Sailor macht eine solche Entwicklung durch. Anfangs ist er neben Lula nur an einer Sache interessiert, seiner persönlichen Freiheit, repräsentiert durch seine Schlangenlederjacke, wie der Charakter selbst nicht müde wird zu erwähnen. Eines der Probleme der Struktur von ‚Wild at Heart‘ ist, dass diese Entwicklung fünf Minuten vor Ende passiert und vollkommen richtig als mit „eine Fee hat’s gemacht“ umschrieben werden kann.

Die Straße und die Bewegung darauf als Symbol für die Entwicklung der Charaktere ist ebenfalls ein typisches Lynch-Bild. In ‚Lost Highway‘ und ‚Mulholland Drive‘ hat es die Straße sogar in den Titel geschafft. Allerdings würde ich ‚Wild at Heart‘ neben ‚Straight Story‘ als Lynchs  einzigen „echten“ Roadmovie betrachten. Das führt uns direkt zum nächsten Bild, denn Lynch filmt hier sehr häufig den gelben Mittelstreifen der Straße und liefert somit einen Bezug zur „Yellow Brick Road“ und zu ‚Wizard of Oz‘. Ein Film, den er sehr häufig zitiert allerdings selten so offen wie hier. Nicht nur erwähnen Charaktere den Film und Charaktere daraus wieder und wieder, Lulas Mutter wird zur schuldgeplagten Version der „Wicked Witch“. Wo die allerdings ein grünes Gesicht hat schmiert Ladds Charakter ihres mit Lippenstift rot. Und am Ende taucht in einer Vision gar die oben erwähnte gute Fee auf, die nun endgültig direkt dem ‚Wizard of Oz‘ entsprungen scheint.

Auch seiner Liebe für die Musik der 50er Jahre frönt Lynch hier hemmungslos. Nicht nur das die als umfangreiche Ergänzung zu Angelo Badalamentis üblich elegantem Soundtrack dient, Sailor definiert seinen Charakter auch ein Stück weit über Elvis Songs. Eine der wunderbar bizarrsten Szenen des Films spielt auf dem Konzert einer Speed Metal Band, die, nach einer Auseinandersetzung, Sailor in einer Version von Elvis Presleys „Love Me“ begleitet – erstaunlicher Weise zur Begeisterung ihres Publikums.

Der Film enthält also Vieles, das Lynch ausmacht und ist vielleicht durch die Vielfalt seiner Bezüge der „lynchigste“, wirkt aber in seinem Ganzen, wie ein eher ungewöhnlicher Lynch-Film. Mehr als jeder andere Film des Regisseurs nähert sich dieser hier der Grenze des schlechten Geschmacks. Einerseits durch die allzu häufige Vermischung von Sex und Gewalt, andererseits durch seine Lust am bizarren Exzess im Erzählen. An einer Stelle erzählt Lula z.B. eine Geschichte über einen merkwürdigen Verwandten. Die beginnt damit, dass der Weihnachten etwas zu sehr mag und endet damit, dass er sich Küchenschaben in die Unterhose stopft. Oder wenn sie im Radio nach einem Musiksender sucht und zunächst nur Nachrichtensender findet, die sich dann in immer groteskeren Nachrichten über Vergewaltigung, Folter und Mord ergehen. In wieweit dieses, doch recht brutale Road-Märchen für die Welle an überstilisierten, mehr oder weniger brutalen „Liebende auf der Flucht“-Filmen der 90er verantwortlich ist, weiß ich nicht mit Sicherheit zu sagen, ein Stück weit kann man ‚Kalifornia‘, ‚True Romance‘ oder auch ‚Natural Born Killers‘ aber sicher auf Sailor und Lula zurückverfolgen.

Nicolas Cage ist als impulsiver Möchtegern-Elvis übrigens perfekt besetzt, was vermutlich nicht überrascht. Laura Dern darf hier eine für sie – gerade in ihrer Zusammenarbeit mit Lynch – ungewöhnliche Rolle spielen: eine Person, die sich, trotz erlebter Traumata, in ihrer Haut absolut wohlfühlt. Die Show stiehlt allerdings Dianne Ladd (übrigens auch im wahren Leben Derns Mutter). Ihre opernhafte Darstellung der Intrigen-spinnenden, bösartigen Mutter, die von ihrer Schuld eingeholt wird, hat ihr eine verdiente Oscar-Nominierung eingetragen. Daneben geben sich in Neben- und Kleinstrollen typische Lynch-Darsteller die Klinke in die Hand. Neben Harry Dean Stanton erzählt Jack Nance eine Geschichte von seinem bellenden Hund (nicht Toto!), Grace Zabriskie gibt Perdita Durangos mörderische Schwester und Sherylin Fenn stirbt bei einem Autounfall. Und das waren bei weitem noch nicht alle. Etwa der halbe ‚Twin Peaks‘ Cast dürfte hier sein.

Nach diesem Ansehen stehe ich ‚Wild at heart‘ deutlich positiver gegenüber. Es ist ein unterhaltsamer Film, mit vielen typischen Lynch-Elementen, allerdings mit einigen deutlichen Schwächen in der Erzählstruktur. Ein ‚Blue Velvet‘ oder ‚Mulholland Drive‘ wird er für mich wohl nicht mehr.

Die Tomaten faulen von der Wurzel her – mein Problem mir „RottenTomatoes.com“

Lasst uns über Tomaten reden! Ein Grundpfeiler der mediterranen Küche! Ein Problem ist, dass man im Supermarkt quasi nur noch die roten Wasserbomben aus niederländischen Treibhäusern bekommt, letztlich ist das aber nur passend, kommt der Name doch vom Mayawort Xitomatl, was so viel wie „dickes Wasser“ bedeutet. Ich überlege ja selbst Tomaten zu ziehen und… okay, die Filmlichtung hat sich nicht etwa zu einem botanisch-kulinarischen Magazin gewandelt, es geht natürlich nach wie vor um Filme. Dennoch soll es heute um Tomaten gehen. Verfaulte Tomaten nämlich, wenn wir einen Blick auf den Rezensions-Aggregator „Rotten Tomatoes“ werfen. Weiterlesen

Ich helfe Ben Affleck dem DC Universum zu entkommen!

https://theplaylist.net/ben-affleck-segue-dceu-20171113/

„You don’t do it forever, so I want to find a graceful and cool way to segue out of it“
– Ben Affleck im obigen Artikel über seine Rolle als Batman

Ben Affleck möchte „einen coolen Weg sich aus dem DCEU zu verabschieden“? Na da kann ich helfen! Hier mein Kurzfilm-Skript namens ‚The Dark Flight of Stairs of the Dark Soul of the Dark Protector of Dark Gotham City‘, speziell für Herrn Affleck:

Ein düsteres Treppenhaus, irgendwo im großen, finsteren, ökonomisch benachteiligten Bereich Gothams. Batman eilt Treppen nach oben, er scheint ein wenig außer Atem, die Aufschrift an der Wand verrät, dass wir uns im 23. Stock befinden. Von oben sind Geräusche eines Kampfes zu hören. Nach mehreren Minuten hat Batman endlich das oberste Stockwerk erreicht. Er tritt auf einen Rollschuh und fällt rückwärts die Treppen herunter. Cartoon-Geräusche sind zu hören, *Sproings*, *Doings*, *Klirren* und *Tröten*. Dazwischen Batmans Schmerzenschreie: „Aua, mein Schlüsselbein!“, „Argh, meine Bauchspeicheldrüse!“, „Oh Gott, mein allgemeiner Rumpfbereich!“ Dann Stille. Der Sturz scheint vorbei. Doch nach 10 Sekunden beginnt der Krach von Neuem. *Plumps*, *Watsch*, *Zack* und „Urks, meine Achillessehne!“, „Oh, voll auf die Hirnhaut!“, „Iaaaah, meine Seele!“

Endlich kullert Batman aus der Vordertür des Gebäudes. Drei Personen warten hier und halten Preisrichterschilder hoch. Commissioner Gordon gibt ihm 8.5. Alfred gibt ihm 10.0 (er weiß wer sein Gehalt bezahlt). Und Martha Wayne gibt ihm 0.0! Moment, Martha Wayne?? Da nimmt sie die Maske ab! Es ist der Joker! Er verprügelt den am Boden liegenden Batman mit dem Preisschild. Mühevoll kämpft sich Batman auf die Füße. Er packt den Joker am Kragen und knurrt „Wer hat Dir verra…“ In dem Moment fällt ihm ein großer Tresor auf den Kopf. Die Tür öffnet sich und heraus tanzen in einer langen (laaaaaangen) Polonaise alle Schurken mit denen es Batman je zu tun hatte. Ein schockierter Gordon gibt 2.4 Punkte. Alfred bleibt bei 10.0 (er weiß wer im Testament begünstigt ist). Der Joker lacht. Zur Überraschung aller kriecht Batman unter dem Safe hervor. Die Schurken haben sich inzwischen zu zwei langen Revueballet-Linien aufgestellt und treten den angeschlagenen Helden mit elegant geschwungenen Tanzbeinen hin- und her. Gordon gibt eine wohlwollende 7.8. Alfred eine 4.3 (er hatte die Erbschaft jetzt eigentlich schon fest eingeplant). Der Joker schickt dem Regieassistenten eine tote Ratte in einer Tupperdose.

Nach etwa 10 Minuten gelingt es Batman den fliegenden Tritten zu entgehen. Er nimmt die Maske ab und wirft sie auf den Boden. „Der ganze Scheiß hier ist mir echt zu blöd! Ich verschwinde!“ (Meta: wir wissen nicht, ob hier Bruce Wayne oder Ben Affleck spricht! #genial #Oscar) Als er ohne nach links und rechts zu Schauen auf die Straße geht überfährt ihn ein Bus.

*Schwarzblende*

‚Fin‘

(begleitet von trauriger Akkordeon-Musik und gelegentlichen Maultrommeln)

Nach-Credits-Szene: jemand versucht mühsam einem von Weinkrämpfen geschüttelten Matt Damon klarzumachen, dass nicht wirklich Ben Affleck überfahren wurde.

zweite Nach-Credits-Szene: der Joker nimmt nochmal eine Maske ab und entpuppt sich als… Martha Wayne! Gordon nimmt die Maske ab und ist… Thomas Wayne. Beide grinsen, zeigen auf Bruce und sagen „April, April! Reingelegt! Du hättest Dein Gesicht sehen sollen, als Du dachtest wir wären erschossen aber selbst wir hatten nicht erwartet, dass Du dich als Fledermaus verkleidest!“ und alle lachen und lachen und lachen bis selbst Alfred sich nicht mehr zusammenreißen kann.

Cooler geht nicht.

Die 5 Besten am Donnerstag: die 5 besten Kinderbücher

Wir bleiben in der Vergangenheit. Ging es letzte Woche um Filmhelden aus der Kindheit, schauen wir diese Woche auf unsere liebsten Kinderbücher. Die Wahrscheinlichkeit, dass ich diese Woche etwas vergesse dürfte (noch) höher als sonst sein, habe ich doch Kinderbücher (mit einer Ausnahme) lange nicht gelesen und zumindest bislang keinen eigenen Nachwuchs. Aber mal schauen, was ich zusammenbekomme:

  1. Die kleine Raupe Nimmersatt – Eric Carle (1969)

Das einzige Buch – neben Grimms Märchen – an das ich mich aus der Vor-Lesezeit noch erinnern kann. Die Geschichte ist so einfach wie charmant, eine Raupe frisst sich eine Woche lang durch allerlei Lebensmittel, symbolisiert durch Löcher in den Buchseiten bevor sie am Ende… aber ich will es ja niemandem verderben, der es nicht kennt! Biologisch übrigens völliger Blödsinn, Raupen sind sehr spezialisiert, was die Wahl ihrer Nahrung angeht, eine Vielfalt wie hier wäre nicht möglich. Wen das interessiert? Niemanden, nehme ich an!

  1. Emil und die Detektive – Erich Kästner (1929)

Das älteste Buch auf dieser Liste, obwohl es sich, zumindest laut meiner Erinnerung, nie „alt“ anfühlte. Emil Tischbein wird im Zug nach Berlin das Geld gestohlen, dass er seiner Großmutter bringen sollte. Zusammen mit ein paar Berliner Kindern und Cousine Pony Hütchen macht er sich auf, auf eigene Faust auf den Dieb zu stellen. Verbindet Märchenmotive, das Kind auf dem Weg zur Großmutter, mit typisch städtischen Situationen und fühlt sich vielleicht genau darum relativ zeitlos an.

  1. Die Brüder Löwenherz – Astrid Lindgren (1973)

Ich hätte diese ganze Liste mit Werken von Astrid Lindgren füllen können. Mit Ferien auf Saltkrokan, Ronja, Pippis, Maditas und Kalle Blomquists Geschichten. Aber da ich mich auf eines beschränken musste habe ich das genommen für das sie vermutlich am meisten kritisiert wurde. Tod sei ein Thema, dass nicht in ein Kinderbuch gehört sagten die einen, sie würde den Tod verharmlosen die anderen. Ich meine, Kinder können durchaus mit ernsthaften Themen umgehen und wenn mir als Kind jemand Akzeptanz für ein ebenso unausweichliches wie unangenehmes Thema wie den Tod näher bringen soll, dann gibt es dafür weit schlechtere Kandidaten als Frau Lindgren und nur wenig bessere.

  1. Die drei ??? (Serie) – Robert Arthur u.a. (seit 1968)

Durch diese Serie bin ich durch puren Zufall gekommen. Ein Freund von mir hatte sehr christliche Eltern. Die waren, scheint es, wenig amüsiert als ein wenig feinfühliger Verwandter ihrem Sohn eine Handvoll Bücher der Serie schenkte, darunter Titel wie ‚Der tanzende Teufel‘ oder ‚Die Teufelsinsel‘. Also musste er die Bücher dem Andreas (mir) schenken. Vermutlich weil aus dem eh nie ein guter Christ werden würde (stimmt). Wie dem auch sei ich war sofort Feuer und Flamme für die Serie und – heute kann ich es wohl sagen – mein Freund hat sie damals heimlich bei mir gelesen. Und die Hörspiele haben wir auch zusammen gehört! Ha, Rebellion!

  1. Die unendliche Geschichte – Michael Ende (1979)

Über die unendliche Geschichte habe ich an mindestens zwei Stellen auf diesem Blog schon geschrieben, weiß also ehrlich gesagt nicht, was ich noch groß sagen soll. Ein Buch, das ich auch heute noch mit ebenso großem Genuss lesen kann, wie als ich 10 oder 11 Jahre alt war. Ein Buch, in dem ich jedes Mal noch etwas Neues entdecke und das mich in meinem Leseverhalten arg geprägt haben dürfte. Ich mag es sehr und möchte es nicht missen. Die Tatsache, dass ich bei heutigem Lesen meiner Ausgabe 20 Jahre alte Schokokeksflecken finden kann trägt ihren Teil dazu bei.

Blogger Recognition Award

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Hey Leute, wisst Ihr was? Ich bin für den „Blogger Recognition Award“ nominiert worden! Ich meine, vermutlich wusstet Ihr das, wenn Ihr die Überschrift gelesen habt aber wusstet Ihr auch, dass ich zweimal nominiert wurde? Einmal vom Herrn Luziferian von Luziferians Medienecke und nochmal von Patrick von Der Stigler! Dafür möchte ich mich bei beiden natürlich ganz artig bedanken und sagen, dass ich mich durchaus darüber freue! Bei beiden Blogs handelt es sich um breit aufgestellte Medienblogs, die neben Filmen auch Themen wie Serien, westliche Comics oder Mangas behandeln und beide absolut lesenswert sind!  Der Blogger Recognition Award ist eine Aktion, bei der man Blogs, die man insbesondere hervorheben möchte erwähnt und verlinkt, sich selbst kurz vorstellt und ein paar Tipps für neue Blogger gibt. Hier sind die Regeln:

  1. Bedanke dich bei demjenigen, der dich nominiert hat und verlinke ihn.
    2. Schreibe einen Beitrag, um deinen Award zu präsentieren.
    3. Erzähle kurz, wie du mit dem Bloggen angefangen hast.
    4. Gib zwei Ratschläge für neue Blogger.
    5. Nominiere 15 andere Blogger für diesen Award.
    6. Kommentiere auf den nominierten Blogs, lass die jeweiligen Personen wissen, dass du sie nominiert hast, und verlinke deinen Beitrag zum Award.

Meine Anfänge

Ich habe mit dem Bloggen angefangen, weil ich bemerkt habe, dass ich ein wenig vom akademischen Schreiben „versaut“ wurde. Ewig lange Sätze und bloß keinen Hauch von eigenem Stil erkennen zu lassen führt zu Artikeln, die niemand lesen möchte, der nicht muss. Da ich gerne wieder besser im „normalen“ Schreiben werden wollte musste also ein Thema her. Und da ich mich gut genug kenne, um zu wissen, dass ich Fiktion niemals zu Ende bringe, sollte dann die Filmbesprechung herhalten. Ich für meinen Teil bin mit meiner Entwicklung zufrieden, was sich vor allem darin äußert, wie furchtbar ich meine frühen Artikel beinahe durchgehend finde. Woher die Idee zum Namen Filmlichtung kommt weiß ich ehrlich gesagt nicht mehr, es muss etwas mit Film -> Licht zu tun haben und dann kam halt das -ung dazu. Das Headerfoto ist übrigens das erste, was ich mit einer damals neuen Kamera gemacht hatte und ehrlich gesagt nicht sehr gut aber ich habe mich jetzt zu sehr daran gewöhnt um es zu ändern. Was Bäume mit Film zu tun haben? Öh… Cellulose -> Nitrocellulose -> Zelluloid, ist doch offensichtlich…

Ratschläge für neue Blogger

Zum ersten: (Ich spreche im Folgenden von „Rezensionen“, weil das der Großteil dessen ist, was ich schreibe, das ist aber alles auf beinahe jede Textart anwendbar)

Ihr wisst was Ihr auf Eurem Blog besprechen möchtet. Der erste Schritt ist selbst möglichst viel aus diesem Bereich zu lesen. Das tut Ihr vermutlich ohnehin schon, wenn Ihr selbst darüber schreiben möchtet aber nun gilt es unter anderen Gesichtspunkten zu lesen. Achtet nicht nur auf den Inhalt sondern auf die Konstruktion der Texte. Schaut was funktioniert und was nicht und warum. Dann probiert aus, was für Euch am besten funktioniert. Wollt Ihr analytisch schreiben? Schau- oder Kaufempfehlungen aussprechen? Unterhalten? Von allem etwas? Früher oder später werdet Ihr eine Form der Rezension gefunden haben, die für Euch funktioniert. Schreibt ein paar Besprechungen in dieser Form. Und dann schmeißt die Form an die Wand und klebt sie neu zusammen! Beginnt zu experimentieren und herumzuspielen, das verhindert Ermüdungserscheinungen sowohl bei Euch, als auch möglichen Stammlesern, die alles lesen, was Ihr schreibt. Das ist der mMn beste Weg einen eigenen Stil zu erreichen.

Addendum 1.a: wenn Ihr eine Rezension zu einem bestimmten Film (oder sonst was) schreibt lest vorher nicht zu viele Rezensionen zum selben Thema. Ein Anfängerfehler von mir war, dass ich ein paar Mal Rezensionen verfasst habe in denen viele interessante Gedanken standen, die aber letztlich nicht wirklich von mir stammten, sondern zu sehr von den anderen Texten beeinflusst waren. Da hat niemand was davon, weder Ihr noch Eure Leser.

Zum zweiten: Das Wort „Networking“ löst bei mir ein ähnliches körperliches Unbehagen aus, wie die Vorstellung eine Vogelspinne würde Ihre Eier in meiner linken Niere ablegen. Formulieren wir es also anders: Ihr wollt das Leute Euren Blog lesen. Dafür müssen sie wissen, dass es ihn gibt. Dafür habt Ihr verschiedene Möglichkeiten. Die Tags von WordPress z.B.. Das Nützlichste ist aber einfach sich auf anderen, thematisch ähnlichen Blogs zu Wort zu melden. Spammt nicht einfach einen Link zu Eurem Artikel, sondern gebt gute, ehrliche Kommentare ab. Und wenn es thematisch passt, dann könnt Ihr auch einen Link zu Eurem eigenen Blog setzen. Meine Erfahrung ist bislang, dass die WordPress Community, zumindest im Bereich Film, sehr viel angenehmer ist als an vielerlei anderen Orten in diesem großen, weiten Internet. Zusätzlich lohnt es sich an Blogaktionen teilzunehmen. Nicht nur weil das neue Leute auf Euren Blog bringt, sondern auch weil man so über Dinge schreibt, über die man ansonsten vielleicht nie geschrieben hätte und neue interessante Themen für sich entdeckt. Darüber hinaus lohnen sicherlich soziale Medien und SEO. Dafür bin ich aber der falsche Ansprechpartner.

Blog-Nominierungen

Ma-Go Filmtipps

Schreibt über Filme, gerne auch über älter, was ihn für mich besonders interessant macht. Hervorzuheben sind seine Bemühungen um die Community der Filmblogger!

moviescape.blog

bullion ist schon eine ganze Weile länger als ich beim Bloggen dabei, schreibt über Filme aber auch Familie und körperliche Ertüchtigung. Für mich besonders interessant: er ist Film*Sammler* (wie ich), was in den Zeiten des Streamens fast schon wieder etwas besonderes ist.

Cinematographic Tides

Morgen Luft schreibt einige der besten Filmbesprechungen, die ich auf wordpress lesen durfte! Die Seitennavigation op platt is dor man grad noch der Gratis-Aal opn Fischmahk bei (das war Hafen-Platt). Auf dem Blog ist es leider in letzter Zeit etwas ruhig geworden.

ergothek

Auf diesem Blog mag es ebenfalls etwas ruhiger geworden sein aber eines lässt sich Gorana trotz Stress, Krankheit oder sonstiger Unpässlichkeiten nie nehmen: die 5 Besten am Donnerstag zu veranstalten. Vielen Dank dafür!

Filmexe

Noch ein Kandidat, von dem ich gerne wieder mehr sehen würde. Filmbesprechungen verschiedener Autoren.

VERfilmt&ZERlesen

ainu89 ist nicht nur eine eifrige Kommentatorin, sie schreibt auf ihrem Blog auch lesenswerte Rezensionen nicht nur zu Filmen, auch zu Büchern und Serien.

The Gunslinger

Beschäftigt sich mit einem Potpourri an nerdigen Themen, darunter auch Star Trek Next Generation! Nicht nur deshalb lesenswert!

audio\visuell

Christian Neffe bespricht ältere und neuere Filme. Hat mir mit seiner „Filme gesehen“ Rubrik einen entscheidenden Punkt voraus: er kann sich kurz fassen.