Die 5 Besten am Donnerstag: die 5 besten Naschereien zu Weihnachten

Willkommen bei den 5 Besten am Donnerstag! Heute fragt uns Gina nach den 5 besten Naschereien zu Weihnachten. Aaah, die Vorweihnachtszeit. Ruhig. Gemütlich. Besinnlich. Und absolut mörderisch für Bauchumfang und Cholesterinwerte. Gerade diesen Dienstag hat wieder ein Bischof sorgfältig geputzte Kinderstiefel mit allerlei Süßkram befüllt. Was gäbe es da für eine bessere Zeit als über Süßigkeiten zu reden? Ist ja nicht so als könnt ich das jeden Tag.

5. Schokoweihnachtsmänner

Wenn Mütze und Kopf der Schokoladenhohlfigur zwischen den Kiefern bersten, kann man sich bei aller Gemütlichkeit für ein paar Sekunden wie ein Königstiger fühlen, der seine Beute reißt. Groar.

4. Walnüsse

Es ist hier ja nicht nur das Essen, das befriedigend ist, sondern auch die Tatsache, dass man dafür arbeiten muss. Dass man seine Narben präsentieren kann, wenn man sich die Finger vor lauter Gier zum zweiten Mal im Nussknacker klemmt.

3. Lebkuchen

Fraglos die weihnachtlichste aller Süßigkeiten. Wer hört nicht die Glöcklein süßlich bimmeln, wenn Lebkuchen in Herzchenform im späten August in den Supermärkten auftaucht? Aber ernsthaft, das Zeug ist lecker UND man kann Häuser draus bauen! Marzipan oder Zement können nur eins von beiden.

2. Dominosteine

Lebkuchen ist natürlich auch in DER Kaloriengranate unter den Weihnachtsleckereien enthalten. Und Fruchtgelee und Persipan/Marzipan (siehe unten) und Schokoladenüberzug. Wahnsinnig lecker, wäre da nicht dieser fade Beigeschmack von Schuldgefühl, dass man sich das Bröckchen auch gleich ans Stammfett hätte leimen können.

1. Marzipan

Ich liebe Marzipan! Aber als wahnwitzig verständnisvoller Mensch respektiere ich natürlich auch Leute, die kein Marzipan mögen. Respektieren? Nein, ich schätze Euch, ich mag Euch sehr! Denn mehr von Euch bedeutet, mehr Marzipan für mich! Muahahahaha!

Newslichter Ausgabe 219: Disney Comeback, Kinoflix und erstaunliche Verluste

Willkommen bei Ausgabe 219 des Newslichters. Beginnen wir heute mit einem kurzen, aber extrem wichtigen Nachtrag zum Thema neuer ‚Indiana Jones‘. Ich habe nämlich ein wenig gerechnet. Ich weiß, der neue Film wird in den späten 60ern spielen. Aber wenn Jones genauso schnell gealtert wäre wie sein Schauspieler, ergäbe sich eine interessante Situation. ‚Jäger des verlorenen Schatzes‘ erschien vor 41 Jahren und spielte im Jahr 1936. Das heißt, wäre die Zeit im Filmuniversum und Realität exakt parallel verlaufen, müsste der neue Film im Jahr 1977 spielen! Und Ihr wisst, was das bedeutet hätte? Dr. Jones hätte diesen neuen SciFi Film, von dem alle seine Studenten reden, im Kino sehen können. Der mit dem sexy, jungen Schmuggler und seinem pelzigen Kumpel. Schade, dass man sich bei Lucasfilm diese Chance entgehen ließ. Okay, kommen wir zu den News!

Hasiges Comeback

Manchmal hat man mit seiner Karriere einfach kein Glück. So erging es Oswald, dem lustigen Hasen. Die 1927 von Walt Disney und vornehmlich Ub Iwerks erdachte Tierfigur tauchte in einer Reihe damals für Universal erschaffenen Zeichentrickfilmen auf, die sich als ziemlich erfolgreich herausstellten. So wollte Disney von Universal Produzent Charles Mintz 1928 mehr Geld für die Produktion folgender Filme. Mintz eröffnete ihm, dass er stattdessen deutlich weniger als bisher bekäme. Disney beendete die Zusammenarbeit mit Universal, die die Rechte an Oswald behielten und ihrerseits weitere Filme produzierten, mit abnehmendem Erfolg. Aber Disney und Iwerks haben bekanntlich diese eine Maus entwickelt, die ohnehin zum absoluten Star am Cartoonhimmel werden würde. Oswald verschwand bei Universal in den frühen 40ern endgültig in der Schublade. Erst 2006 hatte sich der damals frische (und jetzt wieder) CEO von Disney, Bob Iger, in den Kopf gesetzt, den Hasen wiederzubekommen. Und so tauschte er den Sportkommentator Al Michaels von Disneys ABC zu Universals NBC, im Gegenzug für die Rechte an Oswald. Schnell erschienen die klassischen Cartoons auf DVD (ja, ich hab die im Schrank…) und 2010 tauchte Oswald im Videospiel ‚Epic Mickey‘ auf. Das Spiel floppte, bekam 2012 dennoch ein Sequel, erneut mit Oswald, das ebenfalls floppte. Das war es erst einmal wieder für den inzwischen vermutlich gar nicht mehr sooo glücklichen Hasen. Aber nun ist ein komplett handgezeichneter(!), einminütiger Oswald Cartoon veröffentlicht worden! Erschaffen von ‚Pocahontas‘ Regisseur Eric Goldberg. Der dreht sich um Oswalds versuchte Rückkehr auf die Leinwand, ganz im Stile seiner frühen Abenteuer. Und hier ist er:

So sehr ich auch über Euch meckern mag, gerne mehr davon, Disney…

Netflix und das Kino

In letzter Zeit muss sich der doch etwas gebeutelte Streaming Riese Netflix immer wieder auch Kritik und Hohn anhören, was seine Kino-Strategie für eigens produzierte Filme angeht. Denn es entsteht der, sicher nicht ganz falsche Eindruck, dass man da viel Geld liegen lässt. Sie es die ‚Knives Out‘ Fortsetzung ‚Glass Onion‘*, die in den USA nur in wenige Kinos kam, dort aber sagenhaft erfolgreich war, was aber keine erweiterte Veröffentlichung nach sich zog. Oder nun gerade die Musical Umsetzung von Roald Dahls ‚Matilda‘. Die kommt hier in Deutschland und in vielen anderen Ländern direkt in den Stream. Im Vereinigten Königreich kam sie ins Kino und zeichnete dort an ihrem ersten Wochenende verantwortlich für 50% aller verkauften Karten (und nähert sich 10 Millionen Dollar Einnahmen an). Ich verstehe Netflix‘ Dilemma ein Stück weit. Früher waren Kinoveröffentlichungen für sie die absolute Ausnahme und eigentlich nur dafür da, einen Film für den Oscar/BAFTA wählbar zu machen. Das Streaming war und ist das Kerngeschäft. Aber nun hat sich nach schwerster Krise das Kino als weit stabiler erwiesen, als man gedacht hätte und gleichzeitig zeigt der Streaming Markt, dass auch hier kein endloses Wachstum möglich ist und die Konkurrenz beißt auch noch immer größere Löcher in den Kuchen. Wenn man Filme hat, die im Kino gut laufen, insbesondere, wenn es Filme sind, die vom Blockbuster Einerlei abweichen, sagen wir mal, ein Musical oder ein Whodunnit, dann wird Netflix vermutlich früher oder später einsehen, dass das ein Geschäft ist, zu lukrativ, um es sich völlig entgehen zu lassen. Auch bezweifle ich, dass man sich damit ins eigene Fleisch schneidet. Es gibt inzwischen genug Leute, die Kinos komplett meiden und gerne einige Zeit länger auf den Stream warten. Und die sind sicherlich Netflix hardcore Abonnenten. Doch wenn die nicht so hardcore Abo-Zahlen einbrechen, muss man halt anderswo nach Möglichkeiten suchen. Was nicht schwer sein sollte, wenn Leute geradezu darum betteln, Dir Geld für Kinokarten zu geben (bzw. Kinobetreiber betteln Deine Filme zeigen zu dürfen). Und ganz ehrlich, Netflix, wenn Covid die Kinos nicht umbringen konnte, wird es Dir mit Sicherheit nicht gelingen.

* Das erste von zwei Sequels, für die Netflix, auf dem Höhepunkt ihres Größenwahns, 469 Millionen Dollar gezahlt haben! Fortsetzungen zu einem Film, der gerade im Kino super lief…

Blockbuster-Rechnungen

Dass Hollywood-Buchhaltung eigenen, hochkreativen Regeln folgt ist nichts Neues. Fragt man die Chefrechner bei den Studios, macht kein Film jemals Gewinn und ein jeder nagt in seiner Riesenvilla am Hungertuch. In letzter Zeit wird es aber wirklich abenteuerlich, wenn es um Blockbuster geht. Bei der Avatar-Fortsetzung war es vor kurzem kein Erbsenzähler, der verkündete, der Film müsse über 2 Milliarden einspielen um Gewinn zu machen, sondern James Cameron selbst. Und nun heißt es von Warner Discoverys ‚Black Adam‘, dass er gut 100 Millionen Verlust für das Studio einfahren wird. Und das nachdem man vom Größten Eröffnungswochenende in der Karriere von Dwayne „The Rock“ Johnson geschwärmt hatte. Was ist da los? Wie kann ein Film wie ‚Black Adam‘, der ca. 400 Millionen Dollar eingespielt hat derart Verlust machen? Immer angenommen hier liegt keine kreative Hollywood-Buchhaltung vor, um Johnson um eine Gewinnbeteiligung zu prellen, oder so. Das Kino hat sich, wie oben beschrieben, nach Covid erstaunlich gut erholt. Aber die Welt präsentiert sich für Hollywood-Megaproduktionen dennoch komplett anders. Die US-Beziehungen zu China kann man bestenfalls als eisig bezeichnen und bei weitem nicht jeder Blockbuster erscheint da noch/wird es in Zukunft tun (‚Way of the Water‘ aber offenbar schon). Russland als Markt ist ohnehin weggefallen. Und auch überall sonst sorgen steigende Lebenshaltungskosten und Inflation für weniger Kinobesucher. Oder vielleicht eher „überlegtere“ Kinobesuche. ‚Top Gun: Maverick‘ hat es dieses Jahr auf Platz 11 der erfolgreichsten Filme aller Zeiten geschafft. Der um die letzte Jahreswende veröffentlichte ‚Spider-Man: No Way Home‘ gar auf Platz 6. Es gibt ein Kinopublikum. Es gibt auch ein Kinopublikum für Blockbuster. Aber es gibt keine Gewissheit mehr, dass man mit einem kostümierten Helden allein eine lockere halbe Milliarde mitnimmt. Und das kann ein Problem werden. Denn Blockbuster sind eigentlich als „Tentpoles“ gedacht. Die Pfähle, die das Zelt aufrecht halten, während das Studio das sichere Geld in riskantere, aufregendere Produktionen investiert. Und genau bei dem letzten sind die großen Studios, wie Warner Discovery oder Disney sehr zurückhaltend geworden. Nein, ich rede jetzt nicht wieder den großen Untergang her, die Blockbuster/Superhelden-Zeit wird noch eine ganze Weile anhalten. Aber ein gewisses Bröckeln ist schwer zu übersehen, wenn der Gewinnbedarf sich in halber Milliardenhöhe (oder beim mindestens vierfachen im Fall von Avatar) bewegt. Das macht Blockbuster zur Risikoinvestition, wenn sie doch gerade ein sicheres Ding sein sollten.

‚Benny Loves You‘ (2019)

Manchmal kommen ja Fragen auf, wann man einen Film tatsächlich „Indie“ nennen kann. Nun, viel mehr Independent als ‚Benny Loves You‘ geht vermutlich nicht mehr. Der Film wurde geschrieben und gedreht vom Briten Karl Holt. Karl Holt hat den Film ebenfalls produziert. Der hat auch die Hauptrolle gespielt, dem Antagonisten seine Stimme geliehen, zeichnet für Schnitt, Spezialeffekte, Musik und, wenigstens teilweise, die Kameraarbeit verantwortlich. Sprich, Karl Holt hatte so viele Hüte auf, wie zuletzt vielleicht Anna Biller bei der Produktion von ‚The Love Witch‘. Viel mehr Unabhängigkeit geht kaum noch. Holt hat hier exakt den Film gedreht, den er wollte. Jedenfalls innerhalb seiner finanziellen Möglichkeiten. Ich muss zugeben nicht der größte Fan von Spielzeug-Horror zu sein. Konnte mich Herr Holt hier vom Gegenteil überzeugen? Finden wir es raus.

Jack (Holt) ist nie erwachsen geworden. Musste er auch nicht, lebte er doch ein gutes Leben im riesigen, abgelegenen Haus seiner Eltern. Doch als die beide an seinem 35sten Geburtstag bei bizarren Unfällen ums Leben kommen, sieht sich Jack mit der Erwachsenenwelt konfrontiert. 10 Monate später fressen ihn, trotz eines Jobs als Spielzeugdesigners, die Rechnungen auf. Als dann eine erhoffte Beförderung auch noch an einen Kollegen geht, bleibt Jack nur noch, das Haus zu verkaufen und seine kindischen Dinge hinter sich zu lassen. Darunter auch den Beschützer seiner Kindheit, Stoffbär Benny (der Film behauptet, Benny sei ein Bär, dabei ist er OFFENSICHTLICH ein Hund!). Doch kehrt der aus dem Müll zurück und verteilt zunächst Jacks andere Stofftiere grotesk verstümmelt über das Haus, bevor er den Bankangestellten, der für den Hausverkauf verantwortlich ist, ähnlich brutal ermordet und über Wände und Boden des Hauses verteilt. Jeder, der Jack im Weg steht, wird zum Ziel für Benny. Aber auch jeder, der ihm zu nahe steht. Und das wird ein Problem, hat Jack auf der Arbeit doch gerade Dawn (Claire Cartwright) kennengelernt.

Rein filmhandwerklich ist der Film durchaus gelungen. Holt versteht stimmungsvolle Bilder einzufangen und die Schauspieler machen ihre Sache ebenfalls nicht schlecht, auch wenn der eine oder andere gelegentlich ins allzu absurde Overacting verfällt. Aber das ist dem Material vermutlich angemessen. Wo der Film leider komplett versagt ist bei Story und Charakteren. Die Geschichte ist, durchaus gewollt, grotesker Blödsinn. Leider ist der einzige Weg, den Holt findet, um seine absurden Szenen aneinanderzukitten über ausufernde Montagen. Vermutlich hat er deren Häufung selbst bemerkt und versucht hier gelegentlich allzu kreativ zu werden. So zeigt eine Montage immer wieder, was in den nächsten paar Minuten geschehen wird, bevor sie zur derzeitigen Handlung zurückspringt. Eine Szene, in der sich der Film völlig verstolpert. Besonders platt ist aber leider immer wieder der Humor. So schafft Jack eine eigentlich ganz gelungene Toyline, aber er nennt sie in seiner grenzenlosen Naivität „A.I.D.S.“. Hahaha ha?

Und dann sind da die Charaktere. Am rundesten ist vielleicht noch Jack, aber die Idee von Benny „Bärsonifikation“ (siehste Film, ich kann auch platt!) seiner Entwicklungshemmung verwässert sich bis zum Ende des Films so stark, dass wenig davon übrig bleibt. Sein Chef (James Parsons) ist jedes Chefklischee in einer beschnauzbarteten Person vereinigt und sein Kollege Richard (George Collie) ein selbstverliebter Prince-Fan. Was umso seltsamer wirkt, da Prince in der Zeit zwischen den Dreharbeiten 2014/15 und der Veröffentlichung des Films 2019 (zur Erinnerung, Holt hat die gesamte Post-Production allein bestritten) verstorben ist. Und wenn mir irgendwer erklären kann, warum Dawn auf Jack steht, außer „weil das Drehbuch es halt so will, dann wäre ich wenigstens erstaunt.

Okay, soll also heißen, dieser Film, von dem Du, liebe lesende Person, vielleicht gerade in diesem Moment zum ersten Mal hörst, ist nicht besonders gut. Warum also halte ich mich damit auf, über diesen Film zu schreiben? Weil er mich, und das mag jetzt seltsam klingen, sehr gut unterhalten hat. Das hat exakt einen Grund und der heißt Benny.

„Toy-Horror“ funktioniert für mich sehr selten. Wenn Chucky plötzlich seine kindlich-harmlose Fassade aufgibt und in Charles Lee Rays Stimme wüste Beschimpfungen ausstößt, dann kann ich das nicht mehr wirklich ernst nehmen. Soll ich vielleicht auch gar nicht, aber diese Filme sind so oft mit der Idee beschäftigt ihre Mordspielzeuge „realistisch“ wirken zu lassen, dass die Absurdität darunter leidet. Und genau hier punktet ‚Benny Loves You‘. Nichts an Benny Erscheinen gibt sich den leisesten Anflug von Realismus. Er bewegt sich völlig schwerelos, wie von einer unsichtbaren Kinderhand bespielt, mit wild floppenden Ohren und schlackernden Armen und Beinen. Der Film gibt nicht für einen Moment vor, dass es irgendeinen Weg gibt, dass Benny mit seiner fingerlosen Pfote ein Messer oder sonstige Mordwerkzeuge halten könnte. Das Messer, oder die Eingeweide seiner Opfer, kleben halt einfach irgendwie ans einer Pfote. Und wenn er Jack ein Bier holt, dann verteilt er das vollständig auf dem Boden, weil eben sein gesamter Köper schlackert, sobald er sich bewegt.

Dazu kommt seine Stimme. Die verändert sich eben nicht vom kindlichen zum plötzlichen bösen, sondern bleibt bei den mit glockenheller Stimme vorgetragenen Phrasen wie „OH WOW!“ oder „Press my belly, to make me laugh!“ und natürlich „Benny loves you!“, die nur eben im neuen furchtbaren Kontext zusammen mit seinem ständigen glucksenden Lachen, völlig neue Bedeutung erhalten. Ich habe, ungelogen, bei jedem Auftritt von Benny gelacht, wie ein absoluter Idiot. Ich war nahe daran vom Sofa zu fallen. Selbst der nicht immer gelungene Humor war mir hier wurscht. Holt findet etwa einen getöteten Mops weitaus komischer als ich. Aber wenn Benny Jack seine blutige Arbeit mit einem nach Anerkennung heischenden „TA DAAA!“ präsentiert, konnte ich nicht mehr an mich halten. Es ist diese Absurdität, die den Film nicht einfach bloß rettet, sondern für mich sehenswert macht.

Das wird sicherlich nicht jeder von Euch so sehen. Und so fällt es mir nicht ganz leicht eine Empfehlung auszusprechen. Karl Holts Stärke liegt jedenfalls klar auf dem Gebiet der CGI Effekte. Wenn er gegen Ende einen Kampf zwischen einem Spielzeugroboter und Benny inszeniert, ist das großes Kino. Umso mehr, wenn man sich erinnert, dass er all das auf seinem heimischen PC gemacht hat, der teilweise ganze Wochenenden rendern musste. Wenn er das Buch nächstes Mal jemand anderem überlässt, oder sich wenigstens helfen lässt, dann muss ich sagen, bin ich gespannt was noch von ihm kommt. „OH WOW!“

Kurz & schmerzlos 51: ‚12:01 PM‘ (1990)

Diesen Fernsehfilm habe ich vor langer Zeit schon einmal in meinem Artikel über Zeitschleifenfilme erwähnt. Kurtwood Smith gibt einen Durchschnittstypen, der dieselbe Stunde, zwischen 12 und 1 Uhr Mittags, immer wieder erlebt. Hierbei ist interessant zu beobachten, welche Aspekte sich die bekannteren Filme, allen voran natürlich ‚Täglich grüßt das Murmeltier‘, hier herausgreifen und welche nicht. So wissen wir hier nicht von Anfang an, was mit dem Hauptcharakter los ist. Wir erfahren es zusammen mit einer zufälligen Parkbekanntschaft, der er seine Situation schildert. Und dann zeigt uns der Film schnell, dass es wahr ist. Smiths Charakter tut vieles von dem was Murray tut, verzweifelt, hilft, aber anders als er findet er einen Wissenschaftler, von dem er hofft er könne ihn helfen. Doch der Film endet hier durchaus finster.Einige Jahre später wurde der Film, eine Umsetzung der gleichnamigen Kurzgeschichte von Richard Lupoff, als TV Spielfilm umgesetzt. Doch der wurde, im Gegensatz zu diesem Oscar-nominierten Werk, eher schlecht besprochen und schenkte dem Ganzen ein Happy End.Ich muss zugeben, meine größte Schwierigkeit an dem Film ist Kurtwood Smith. Nicht weil der ein schlechter Darsteller wäre, ganz und gar nicht, aber immer wenn ich ihn sehe, habe ich Boddicker aus ‚Robocop‘ im Kopf. Liegt also an mir und nicht an ihm…

Die 5 Besten am Donnerstag: 5 Guilty Pleasure Filme

Willkommen bei den 5 Besten am Donnerstag! Heute fragt uns Gina nach 5 Guilty Pleasure Filmen. Ich bin fast sicher, das Thema gab es so ähnlich schon einmal. Denn ich habe hier sicherlich schon einmal darüber geschrieben, dass ich mit dem Begriff Probleme habe (und fangt bloß nicht von Internetlisten darüber an, wo dann Titel wie ‚Tremors‘ auftauchen! Wo und wie ist das denn ein Guilty Pleasure!?!?! Meine Güte, wollt Ihr den Begriff NOCH bedeutungsloser machen!!!!!???? Oh oh, die Vene auf meiner Stirn schwillt bedenklich…) Ich fühle mich nicht schuldig dafür einen Film zu mögen. Zumindest müsste er sich dafür einiges leisten. Ich werde hier nun keine Filme aufführen, die ich mag, die aber allgemein schlecht bewertet wurden (der wunderbare ‚Speed Racer‘, oder die spaßige Brendan Fraser ‚Mumie‘), sondern solche, bei denen ich anerkenne, dass der Film nicht gut ist, aber trotzdem Spaß dran habe. Und ein Beispiel, für ein echtes „Guilty Pleasure“.

5. ‚The Shining‘ (1980)

„Hä, sag mal spinnst Du? ‚The Shining‘ ist ein grandioser Film, das weiß doch jeder!“ Stimmt, es ist ein sehr, sehr guter Film. Aber für mich ein Beispiel dafür, wann ich mich beim Ansehen eines Films tatsächlich etwas „guilty“ fühle. Eben wenn ich weiß, dass Kubrick hier vor allem Shelly DuVall, aber auch Scatman Crothers, hinter den Kulissen reichlich übel behandelt und auch vom Rest der Crew verlangte sie zu ignorieren. Ziel war, sie in einen ähnlichen psychischen Zustand zu bringen, wie ihren Charakter. Was schwachsinnig ist, Frau DuVall war (und wird demnächst wieder sein) eine Schauspielerin. Damit ist es ihr Job die Rolle zu füllen, nicht der des übergriffigen, perfektionistischen Barthansels. Jetzt aber zum spaßigen Blödsinn!

4. ‚Road House‘ (1989)

Der Film erträumt eine Welt, in der Türsteher Berühmtheiten sind, die zwischen Lokalitäten wie Stars gehandelt werden. Und keiner ist größer als Patrick Swayzes James Dalton. Und ja, das ist dieser Film, in dem ein verschwitzter Swayze seinem Widersacher mit bloßer Hand die Kehle rausreißt. Der Regisseur heißt mit Vornamen „Rowdy“. Überrascht? Die Tatsache, dass dieser Film in Swayzes Karriere zwischen ‚Dirty Dancing‘ und ‚Ghost‘ lag, zeigt, wie viel wir mit ihm verloren haben.

3. ‚Tango & Cash‘ (1989)

89 war ein gutes Jahr für unterhaltsamen Quatsch. So auch für Kurt Russell und Sly Stallone als zwei gegensätzliche Supercops, die natürlich zu besten Freunden werden. Jack Palance overactet noch mehr als in ‚Batman‘ und Robert Z’Dar spielt einen Charakter namens „Face“. Noch Fragen?

2. ‚Stone Cold‘ (1991)

Den habe ich erst vor kurzem entdeckt und meine Güte, ist das eine Perle. Es war der misslungene Versuch von Footballer Brian Bosworth ins Filmgeschäft zu wechseln. Er spielt hier Detective Joe Huff (mit einer derart kunstvoll gestalteten Vokuhila, dass man sie einfach respektieren muss), der quasi exakt Stallones ‚City Cobra‘ entspricht. Er wird vom FBI in undercover in eine Nazi/Konföderierten Bikergang eingeschleust. Und hier bekommt er es mit dem eigentlichen Star des Films zu tun. Einem großartig aufgelegten Lance Henriksen als Biker Boss Chains. Er hat wohl alle seine Dialoge selbst umgeschrieben und den Charakter ausgearbeitet und was dabei rauskommt ist ganz groß. Das Ende des Films, wo die Biker ein Kapitol-Gebäude stürmen fühlt sich hingegen erschreckend aktuell an… endet aber derart over the top, dass es direkt wieder extrem albern wird!

1. ‚Anaconda‘ (1997)

Und das ist er, dieser Tier-Horror-Schrott, dem Kram wie ‚Sharknado‘ müde hinterherwitzelt. Der Witz ist ja gerade, dass ‚Anaconda‘ das ernst meint. Und wo es oben eine besonders gute Schauspielerleistung ist, die ‚Stone Cold‘ sehenswert macht, ist es hier eine sehr, sehr schlechte. Was John Voigt uns mit seinem Akzent und diesem Pferdeschwanz sagen will, weiß er vermutlich noch nicht einmal selbst.

Newslichter Ausgabe 218: marvelöse Filmstars, alter, junger Archäologe und MGMs Zukunft

Willkommen bei Ausgabe 218 des Newslichters. Und wieder etwas kurz, aber dafür hoffentlich interessant. Legen wir direkt los! (hab ich hier etwa schlicht die „Einleitung“ von letzter Woche übernommen?)

Marvel Stars oder Filmstars?

In einem Podcast Interview hat Quentin Tarantino gesagt, dass Marvel Stars keine Filmstars seien. Die Charaktere, die Rollen sind die Stars, nicht die Darsteller dahinter. Dies wird im Internet nun als eine wahnsinnig kontroverse Aussage gehandelt. Aber ist sie das wirklich?
Ich finde nicht. Sie ist richtig. Aber nicht sonderlich nuanciert. Natürlich gibt es Beispiele für Filmstars unter den Marvel Darstellern. Man möchte direkt auf den Anfang vom Ganzen deuten. Auf ‚Iron Man‘ und Robert Downey jr.. Wobei man ihm wohl argumentieren könnte, seine Post Marvel Karriere ist nicht die eines Filmstars. Da ist dieser scheußliche ‚Doolittle‘ Film und eine Dokumentation über Downeys Vater. Aer zwischendurch war Downey fraglos ein Star. Scarlett Johannson auch. Und natürlich viele, die nur mal eben bei Marvel reinschauen. Cate Blanchett oder Christian Bale etwa.
Aber in der Sache hat Tarantino Recht. Die Leute gehen wegen Captain America ins Kino, nicht wegen Chris Evans. Wegen Thor, nicht wegen Chris Hemsworth. Das bedeutet natürlich nicht, dass ein Darsteller nicht wichtig oder mit der Rolle verbunden wäre, siehe etwa Disneys eilige Ankündigung, die Rolle des T’Challa nach dem Tode Chadwick Bosemans nicht neu zu besetzen. Das steht aber immer im Dienste des Charakters und seiner Kontinuität. Und ist die natürliche Folge weg vom Themenkino hin zum Franchise Kino. Hier ist die Wiedererkennbarkeit der Charaktere und Welten entscheidend. Und eben nicht die Starpower der Darsteller.
Man könnte nun auch mit vollem Recht fragen, ob denn dieser Schritt weg vom Star unbedingt ein schlechter ist. Vielleicht wurden den Schauspielenden ja in den ersten Jahrzehnten des Films viel zu viel Aufmerksamkeit geschenkt. Schon Hitchcock wollte sie ja lieber als „Vieh“ behandelt sehen.
Insofern ist Tarantinos Aussage zwar ein wenig undifferenziert, im Kern aber fraglos wahr. Und bietet mMn. weit weniger Zündstoff als Scorseses berüchtigtes „Marvel ist kein Kino“. Aber hey, inzwischen weiß jeder, dass so ein ordentlicher Zoff zwischen Marvel-Fans und Cineasten halt für jede Menge zorniger Klicks sorgt. Und das ist bekanntlich das Wichtigste. Wenn sich dann noch Film-, äh Marvelstars einmischen, na, dann wird’s nur umso klickiger!

„Young“ Indiana Jones

Harrison Ford ist fraglos ein Filmstar, aber auch ein Darsteller, der auf gleich zwei Franchise Charaktere festgelegt ist. Wie festgelegt zeigt nun einmal wieder eine Ankündigung für den kommenden fünften Indiana Jones Film. Hier will man in der Eröffnungsszene einen digital verjüngten Jones zu Peitsche-schwingenden Höchstzeiten zeigen, bevor der Film in die späten 60er und zum aktuellen Ford/Jones springt. Warum kein jüngerer Darsteller? Warum muss es unbedingt Fords Gesicht sein, dass wir sehen? Auch hier kann ich wieder Scorsese hinzuziehen. Dessen ‚The Irishman‘ hat nämlich deutlich gezeigt, dass es eben nicht reicht, das Gesicht eines Darstellers zu verjüngen. Ein 75Jähriger bewegt sich anders, als ein 30Jähriger. Und da ändert auch kein Computer was dran. Mal ganz davon ab, dass die zeitlichen Abstände auch den alten Jones immer noch jünger machen, als den alten Ford. Mein Interesse für diesen Film ist, trotz James Mangold im Regie-Stuhl, schon seit längerem vollständig ironisch. Ich möchte Jones bloß noch als extrem mürrischen, alten  Mann sehen („Grabungsgenehmigung? Vor 30 Jahren wussten wir nichtmal, wie man das schreibt!“). Halt wie Ford.

Weiß Amazon endlich, was es mit MGM will?

Seit Amazon MGM gekauft hat, ist es reichlich ruhig geworden, um das früher oft genug gebeutelte Studio. Wusste man beim großen Online Händler eigentlich, warum man das gekauft hat? Okay, wegen Bond natürlich. Und um sich mit dem Katalog des Studios das Prime-Angebot auszukleiden. Aber ich meine jetzt eher für die Zukunft (außer Bond, natürlich). Schließlich hat MGM theatrical seit dem Weggang der alten Bosse keinen Chef mehr. Nun aber wird es deutlich, dass Amazon durchaus ins Kino strebt. Laut dem Magazin deadline strebt man bei MGM 8-10 Kinofilme pro Jahr, mit einem Gesamtbudget von etwa einer Milliarde. Das könnte ein Hinweis auf mittelgroße Produktionen sein. Vor allem aber ein Um denken bei Amazon, dass Streaming eben doch nicht die absolute Zukunft ist und auch im Kino noch was zu holen ist (wie das seinerseits gebeutelte Netflix derzeit unter höhnischen Bemerkungen lernen muss, weil sie die eigene Kinoveröffentlichung von ‚Glass Onion‘ allzu sehr beschnitten haben). Könnte also durchaus sein, dass aus dieser Richtung in nächster Zeit was Interessantes kommt!