Top 10 Filme von damals 1982 Platz 5 bis 1

Und weiter geht es mit den Top 10 der westdeutschen Kinocharts des Jahres 1982. Die Plätze 10 bis 6 könnt Ihr im Artikel der letzten Woche nachlesen. Hier folgen nun die Plätz 5 bis 1.

  1. ‚Robin Hood‘ (1973)

Dieses Mal schafft es die Disney Neuveröffentlichung nicht in die obersten Plätze, doch ist ein fünfter Platz für einen neun Jahre alten Film doch durchaus immer noch respektabel. Nicht mehr wirklich aus Disneys „Golden Age“ der Animation, das 1967 mit dem Tode Walts endete, ist der Film dennoch eine unterhaltsame Interpretation der englischen Volkssage, um den Vogelfreien aus dem Sherwood Forest. Clou der Sache ist, dass alle Charaktere in Tierrollen besetzt wurden. Doch zeigt sich hier auch, dass Disney erstmals Abkürzungen nahm. So erinnerte das Charakterdesign des Schlangenberaters Sir Hiss doch frappierend an Kaa aus dem Dschungelbuch. Auch wurde die Tanzszene zwischen Balu und King Louie hier mit Little John und einem Huhn einfach überzeichnet. Dennoch ist der Film flott genug, die von Heinrich Riethmüller eingedeutschten und von Reinhard Mey gesungenen Lieder eingänglich genug, dass ein toller Disney dabei herauskommt.

  1. ‚Conan – der Barbar‘

Krachend wie eine Breitaxt auf den Schädel landet Bodybuilder Arnold Schwarzenegger als neuer Actionstar in John Milius düster-epischem Fantasy-Film. Nach ersten filmischen Gehversuchen 13 Jahre zuvor in ‚Hercules in New York‘, in dem der Steiermärker noch im Original nachsynchronisiert wurde, sowie einigen Bodybuilding-Dokus in denen er durch interessante Thesen auffiel („Bodybuilding is like sex for me… like sex and cumming.“), scheint er als barbarischer Cimmerier in einer fiktiven Frühwelt der untergehenden Hochkulturen seine logische Heimat gefunden zu haben. Hier kann Schwarzenegger vollends mit seinen zwei Stärken, Körperlichkeit und Charisma punkten. Und er boxt betrunken ein Kamel. Ich mag den Film bis heute, weil er über seine gelegentlich schwachen Special Effects und spätestens heute albernen Frisuren mit absolutem Selbstvertrauen hinwegspielt und tatsächlich einige epische Szenen schafft. Das ist nicht zuletzt dem großartigen Soundtrack von Basil Poledouris geschuldet.

  1. ‚Der Gezähmte Widerspenstige‘

Tja, den habe ich meines Wissens nie gesehen… der deutsche Wikipedia-Artikel hält es allerdings für nötig den geneigten Leser in seiner Handlungszusammenfassung daran zu erinnern, dass der Film eine Komödie sei. Ob diese Tatsache nun gegen den Autor oder gegen den Film spricht, darüber mag ich kaum spekulieren. Der Film ist eine Version von Shakespeares „Der Widerspenstigen Zähmung“ mit Adriano Celentano und Ornella Muti in den Hauptrollen. Interessant ist vielleicht, dass es zwei deutsche Synchronfassungen gibt. Eine typische „Schnoddersynchro“ von Rainer Brandt und eine Version der DEFA, die in den Kinos der DDR zu sehen war. Zum Film weiß vielleicht jemand in den Kommentaren mehr…

  1. ‚Der Profi‘

Lange vor Leon gab es schon einen Profi. Regisseur Georges Lautner räumt hier auf mit der James Bond-Idee vom coolen Agenten, der die Welt rettet. Jean-Paul Belmondos Beaumont wird beauftragt einen afrikanischen Diktator zu ermorden. Als das jedoch politisch inopportun wird, wird er von seinen eigenen Leuten verraten und in einem Schauprozess vom Regime seines Beinahe-Opfers zu Zwangsarbeit verurteilt. Nach Jahren gelingt ihm die Flucht und… aber ich glaube der Film ist gut und heute unbekannt genug, dass der eine oder andere das vielleicht selbst herausfinden möchte. Anzusiedeln vielleicht irgendwo zwischen einem späten Beispiel der Paranoia-Thriller der 70er und einem sehr frühen Vorläufer von Jason Bourne. Erwähnt sei natürlich auch der Soundtrack von Ennio Morricone, der einmal mehr beweist, dass er auch anderes als Italo-Western kann. Am bekanntesten wahrscheinlich das Stück „Chi Mai“, das Ihr vermutlich kennt, auch wenn Ihr den Film nie gesehen habt. Das entstand übrigens eigentlich schon Jahre vorher für den Film ‚Maddalena‘ und einige Elemente daraus sind schon in Morricones Soundtrack zu Sergio Corbuccis ‚Leichen pflastern seinen Weg‘ (1968) zu hören. Aber erst nach dem Erfolg dieses Films fand es Verwendung in allerlei Werbung und allgemein als Hintergrundmusik.

  1. ‚E.T. – Der Außerirdische‘

Tja, was soll ich zu ‚E.T.‘ groß sagen? Meine Geschichte darüber wie ich den Film sehr jung zum ersten Mal gesehen habe und beim Anblick E.T.s eine derartige Panikreaktion hatte, dass ich beim Versuch aus dem Wohnzimmer zu fliehen voll mit dem Kopf an die Türklinke gerasselt bin, habe ich ja doch schon das ein oder andere Mal erzählt. Später mochte ich den Film lieber auch wenn der Gedanke daran mir immer noch einen leichten Kopfschmerz bereitet. Allerdings muss ich sagen so ganz erschlossen hat sich mir die allgemeine Verehrung für den Film nie. Es ist vielleicht der Spielbergischste Spielberg und alle seine wiederkehrenden Elemente, die kindliche Perspektive, die dysfunktionale Familie, die gesichtslose aber allgegenwärtige Autorität und ein Gefühl der Verlorenheit überkommen durch Freundschaft. Und ich muss sagen, in dieser Ballung wird mir das ein wenig zu viel. Das soll keinesfalls heißen, dass ‚E.T.‘ ein schlechter Film wäre. Im Gegenteil, seine Nummer 1 auf der Liste ist die am wenigsten überraschende Platzierung in diesem projekt seit ‚Das Imperium schlägt zurück‘. Erwähnenswert vielleicht noch die Tatsache, dass dies der Film war, bei dem Spielberg es seinem Freund George Lucas nachtun wollte und eine ‚Special Edition‘ zum 20sten Geburtstag veröffentlichte. Mit erneuerten Spezialeffekten und berüchtigterweise den mittels CGI zu Walkie Talkies umfunktionierten Shotguns der Polizisten. Anders als Lucas bedauerte Spielberg später öffentlich die Änderungen und sagte gar, sie hätten die Magie des Films zerstört. Die BluRay enthält folglich die Kinofassung und die Special Edition Szenen als Bonus. Das ist sicher ein besserer Umgang damit als so zu tun als habe die Neufassung nie stattgefunden.

 

Das ist in einer bestimmten Hinsicht eine ungewöhnliche Top 10. Weit und breit kein Bud Spencer oder Terrence Hill zu sehen. Na gut, „weit und breit“ ist übertrieben. Auf der 11 wäre ‚Der Bomber‘, auf der 19 ‚Banana Joe‘. Allerdings ist ihre ganz große Zeit in den Kino-Charts hier tatsächlich ziemlich vorbei. Dafür beginnt nun natürlich die ganz große Zeit im Fernsehen und auf VHS. Dafür kündigt sich mit Steven Spielberg ein anderer häufiger Gast an. Schon im letzten Jahr mit ‚Jäger des verlorenen Schatzes‘ vertreten, bringt er es diesmal auf die Nummer 1. Die Disney-Wiederholung zeigt sich diesmal schwächer, hat allerdings mit ‚Mrs. Brisby…‘ diesmal auch echte aktuelle Konkurrenz. Wie Disney es allgemein in den nächsten Jahren mit der Don Bluth Productions zu tun bekäme. Und auch mit Arnold Schwarzenegger ist ein neuer Chartstürmer angetreten. Dieses Jahr ist also ein größerer Fahnenwechsel als man das auf den ersten Blick annehmen würde. Denn die Zusammensetzung der Charts präsentiert sich auf den ersten Blick in bekannter Weise. Vier europäische Produktionen (diesmal kein deutscher Film dabei, die erste deutsche Produktion in der Liste ist ‚Piratensender Powerplay‘ auf der 14), eine australische und fünf US-Produktionen, davon zwei Zeichentrick.

Böse aber nicht wirklich überraschende Flops sind ‚Blade Runner‘ auf der 23 und #Das Ding aus einer anderen Welt‘ auf der 25. Beide Filme sind ja berühmt dafür, dass sie bei Veröffentlichung ziemlich missverstanden wurden und ihren Status erst später entwickelten. Wir sind jetzt jedenfalls offiziell in den 80ern angekommen. Produktionen, die noch in den 70ern geplant wurden, werden wir kaum noch sehen. Der Actionfilm wird brutaler, der Musikfilm zum Tanzfilm und beide werden verschwitzter. Waren das womöglich Andeutungen was in der nächsten Top 10 zu sehen sein wird. Ihr findet es hier heraus! Oder indem Ihr in eine beliebige Liste schaut. Aber das wäre ja langweilig, oder?

Die 5 Besten am Donnerstag: die 5 besten Apokalypse Filme

Willkommen bei den 5 Besten am Donnerstag. Aus gewissen Gründen, die vermutlich keiner umfassenden Erklärung bedürfen, fragt uns Gina heute nach unseren 5 liebsten apokalyptischen Filmen. Ich habe schon mal heimlich auf ihre Antworten gelinst und dabei festgestellt, dass die Apokalypse nicht zwangsläufig im Film stattfinden muss. Die meisten meiner Nennungen sind daher postapokalyptisch. Legen wir los!

  1. ‚Children Of Men‘

Das Ende der Menschheit bei Alfonso Cuarón kommt nicht mit einem Knall, sondern mit ohne Geschrei. Ohne Babygeschrei nämlich, die werden nicht mehr geboren. Cuarón inszeniert beeindruckende Szenen, die sich nach SciFi aber auch absolut zeitgemäß anfühlen.

  1. ‚Akira‘

Ungewöhnlich genau lässt sich das apokalyptische Ereignis in diesem Anime-Klassiker datieren. Am 16. Juli 1988 explodierte Tokio und der dritte Weltkrieg brach aus. Gut 20 Jahre später steht Neo Tokio zwar wieder, doch droht eine weitere Apokalypse. Und das ausgerechnet einige Monate vor den Olympischen Spielen 2020 in Tokio…

  1. ‚Snowpiercer‘

In Bong Joon-hos Klassenkampf-Allegorie ‚Snowpiercer‘ war es der Versuch der globalen Erwärmung mit Geo-Engineering beizukommen, der eine neue Eiszeit und das Ende der Menschheit herbeigeführt hat. Nun rast der Zug Snowpiercer in ewiger blinder Bahn durch den Schnee, die Reste der Menschheit wortwörtlich eingeteilt in die erste und zweite Klasse. Subtil? Nö. Muss aber auch nicht.

  1. ‚Melancholia‘

Schon blöd, wenn die eigne Hochzeit durch die Entdeckung eines neuen Planeten ruiniert wird. Umso mehr, wenn sich dieser Planet auf direktem Kollisionskurs mit der Erde befindet. Misanthrop Lars von Trier wird am Ende der Welt fürsorglich wie nie zuvor. Depression lautet das Thema des Films, dem er sich einfühlsam und mit typisch schrägem Humor annimmt.

  1. ‚Mad Max: Fury Road‘

Vermutlich der Film der 2010er, den ich am häufigsten gesehen habe. George Millers Film beginnt und endet dort, wo sich selbst andere Postapokalypsen nicht mehr hin trauen. Wenn von unserem Planeten nichts anderes mehr als Wüste und Matsch übrig ist. Wenn ein salbadernder Warlord die schwindenden Wasserressourcen kontrolliert. Dann treten Furiosa und Max das Gaspedal durch und lassen es nie wieder los.

Top 10 Filme von damals: 1982 Platz 10 bis 6

Und weiter geht es mit unserer wilden Reise durch die Top 10 Listen der Filmjahre. Im Moment nachwievor nur für Westdeutschland. Aber das ändert sich ja in nicht zu ferner Zukunft. Grundlage bildet, wie immer, die entsprechende Liste bei Chartsurfer.de. Wie üblich schreibe ich zu den jeweiligen Filmen was mir dazu einfällt, sei es persönlich oder popkulturhistorisch. Oder eben manchmal auch gar nichts. Aber dann dürft gerne Ihr in den Kommentaren einspringen. Zunächst schauen wir aber was 1982 außerhalb des Kinos so in der Welt passierte.

Am 2. April besetzen argentinische Truppen die britisch kontrollierten Falklandinseln. Nach anfänglichem Überraschungserfolg müssen sich die Truppen der argentinischen Militärdiktatur unter Leopoldo Galtieri bereits Mitte Juni den Briten ergeben. Galtieri tritt zurück, Argentinien kehrt zurück zum demokratischen System, zahlreiche Soldaten auf beiden Seiten leiden in Folge der hart geführten Kämpfe an posttraumatischem Stress und nehmen sich in den folgenden Jahren das Leben. Der Konflikt dauert offiziell noch bis 1989, wenn er durch spanische Intervention geschlichtet wird. Doch bereits im Folgejahr erhebt Argentinien erneut Anspruch auf die Inseln.

Im April wird das erste „Retortenbaby“ in Deutschland geboren.

Ein Besuch Ronald Reagans in Bonn sorgt für Großproteste der Friedensbewegung gegen die atomare Aufrüstungspolitik, die der amerikanische Präsident verkörpert.

Im September zerbricht die sozial-liberale Koalition in Deutschland. Kanzler Schmidt regiert bis 1. Oktober mit der SPD allein weiter. Dann wird ein Misstrauensvotum gegen ihn gestellt und Helmut Kohl (CDU) zum neuen Regierungschef ernannt.

Am Silvestertag findet ein angeblicher Anschlag des Ofenbauers Paul Eßling auf Erich Honecker statt. Tatsächlich erweist sich der „Anschlag“ später eher als unglücklicher Zufall. Der betrunkene und bewaffnete Eßling hat der Wagenkolonne des Generalsekretärs der SED die Vorfahrt genommen. Als ihn Polizisten (oder Personenschützer) zur Rede stellen wollen, eröffnet er in Panik das Feuer. Dabei stirbt er entweder durch eigene Hand, oder im Feuergefecht. Ein streng geheimer Bericht der Stasi stützt diese Version.

Nun aber schnell ins Kino!

  1. Am Anfang War Das Feuer

An Jean-Jaques Annauds Verfilmung des Romans ‚Kampf ums Feuer‘ (1909) von J.H. Rosny-aîné habe ich eine sehr direkte Erinnerung, die gar nicht so sehr mit dem Film zu tun hat. Wir haben den Film irgendwann in der frühen Oberstufe im Biounterricht geschaut. Unsere Lehrerin musste sich allerdings alle paar Minuten vor den Bildschirm stellen und vorspulen, „sonst rufen mich Eure Eltern wieder an“. Es ist vor allem das „wieder“ in der Aussage, das ich denkwürdig finde… Ansonsten ist der Film für Unterrichtszwecke vielleicht nicht ganz schlecht gewählt. Die Protagonisten sind drei Jäger eines Neandertaler-Stammes, denen nach einem Überfall ihr Feuer ausgegangen ist. Da sie nicht wissen, wie man selbst neues macht, suchen sie nun nach einer neuen Quelle. Dabei begegnen sie allerhand anderen Frühmenschen mit denen sie in nicht immer freundlichen Kontakt treten. Gesprochen wird dabei in einer unverständlichen Fantasie-Sprache (von ‚A Clockwork Orange‘ Autor Anthony Burgess entwickelt). Dabei hält sich der Film mit verstörenden Szenen nicht zurück, von Vergewaltigung bis zu einem kannibalistischen Stamm, der seine Opfer/Nahrung lebend verwahrt und nach und nach zerstückelt. Da macht es Sinn, dass sich unsere Lehrerin um böse Elternanrufe gesorgt hat, obwohl wir alle die 12 Jahre Altersempfehlung erfüllten.

  1. Mad Max II – Der Vollstrecker

Am anderen Ende der menschlichen Evolution, nämlich nach dem Zusammenbruch der Gesellschaft, spielt dieser Film und ist dennoch (oder gerade deswegen) nicht ganz unähnlich. Nachdem George Millers erster ‚Mad Max‘ zu einem Überraschungserfolg geworden war, konnte er hier zeigen, was er mit etwas mehr Geld, um nicht zu sagen mit vier Millionen Dollar (und damit den bis dato teuersten australischen Film), abliefern kann. Den Kampf um Öl und Benzin setzt Miller hier ganz in den Mittelpunkt der Handlung, als eine Art postapokalyptische Satire auf nachwievor aktuelle globale Politik. Nebenbei schafft er den typischen Look, den wir uns für die Postapokalypse denken und den nicht nur zahllose billigere, schlechtere Nachahmer vor allem die 80er über, quasi vollständig übernommen haben. Essentieller Road(warrior) Movie.

  1. Pink Floyd – The Wall

Die Verfilmung des 11. Studioalbums von Pink Floyd „The Wall“. Nun dürfte es nicht eben viele Albenverfilmungen geben, doch ein Konzeptalbum bietet sich dafür ja schon irgendwie an. Pink Floyd Bassist und Sänger Roger Waters hat das Drehbuch verfasst und auch große Kontrolle über die eigentlichen Dreharbeiten ausgeübt. Regie übernahm Alan Parker mit animierten Sequenzen von Gerald Scarfe. Im Zentrum der eher metaphorischen Handlung steht der Rockstar Pink (nein, nicht P!nk), verkörpert von Bob Geldof. Den erleben wir in Hotelzimmern und Trailern wie er eine mehr oder weniger metaphorische Wand um sich errichtet. Dabei geht es um Themen wie Drogen, Gewalt Faschismus und mentale Isolation. Waters, Parker und Scarfe konnten einander übrigens nicht ausstehen. Parker bezeichnete die Arbeit an dem Film später als die schlimmste Zeit seines Lebens, die er nur durch umfänglichen Scotch-Konsum überstanden hätte. Dieses durchaus dissonante aneinander Reiben merkt man dem Film auch an, was ihm allerdings nicht wirklich schadet. Ich habe ihn seit Ewigkeiten nicht gesehen, aber allein durch die kurze Recherche hierfür wieder ein wenig Lust drauf bekommen.

  1. Porky’s

‚Porky’s‘ darf wohl zu Recht als die amerikanische Antwort auf den Erfolg der israelischen ‚Eis am Stiel‘ Filme gesehen werden. Hier wie dort ist die Handlung in den 50er Jahren angesiedelt. Hier wie da steht eine Gruppe junger Männer mit dem Ziel ihre Unschuld zu verlieren im Mittelpunkt. Allerdings spielt es nicht am Mittelmeerstrand, sondern in und um den anrüchigen Nachtclub Porky’s in Floridas Everglades. Dessen Besitzer und sein Bruder, der örtliche Sheriff, nehmen die Jungen aber recht böse aus, wobei einer von ihnen krankenhausreif geschlagen wird. Was zu einem zusätzlichen Racheplot gegen Porky’s führt. Ich kann aber ehrlich gesagt nicht behaupten mich besonders gut an den Film erinnern zu können…

  1. Mrs. Brisby und das Geheimnis von NIMH

1979 waren die Disney-Animatoren Don Bluth, Gary Goldman und John Pomeroy frustriert. Neben ihrer Arbeit hatte sie einen eigenen animierten Kurzfilm geschaffen, den sie hofften über Disney veröffentlichen zu können. Doch keiner der Verantwortlichen wollte ihn auch nur ansehen. So gründeten sie kurzerhand ihr eigenes Studio „Don Bluth Productions“ um zu arbeiten woran sie wollten. Dabei darf dann wohl als fast erstaunlich gelten wie nahe ‚Mrs. Brisby und das Geheimnis von NIMH‘ einem typischen Disney kommt. Die Geschichte um anthropomorphe Tierfiguren, allen voran Feldmaus Mrs. Brisby, die ihren kranken Sohn aus ihrem Steinzuhause kriegen muss, bevor der Bauer das Feld abmäht, ist nicht weit von typischem Disney Stoff entfernt. Erstaunlicher ist vielleicht die Verbindung von magischen Elementen mit durchaus tragisch „realistischen“, kommt der Titel doch von einer Gruppe Ratten, die vor einem Experiment aus dem NIMH, dem National Institute of Mental Health geflohen sind. Doch das Rezept ging wunderbar auf, der klassische Stoff kam an, die Animation war mindestens so gut wie die damals aktueller Disneys und erregte gar die Aufmerksamkeit von Steven Spielberg. Mit dem gemeinsam wurde der nächste Film ‚Feivel der Mauswanderer‘ umgesetzt. Selbst beim Mäusemotiv blieb man Disney also nahe. Mit Filmen wie ‚Ein Land vor unserer Zeit‘ oder ‚Anastasia‘ hatte Don Bluth Productions jedenfalls die gesamten 80er und 90er hindurch einige Erfolge aufzuweisen. Mit ‚Dragon’s Lair‘ auch noch einen höchst ungewöhnlichen Ausflug in die Welt der Arcade Spiele. Bevor mit dem brutalen Flop von ‚Titan A.E.‘ (2000) das Ende der „Disneyalternative“ gekommen war. Schade.

Und das war es mit der unteren Hälfte der Top 10 von 1982. Was fehlt? Spencer und Hill, zum Beispiel, die bislang Dauergäste auf den Listen waren. Aber vielleicht kommen die noch. Dann erwarten wir natürlich die jährliche Disney Neuveröffentlichung. Und wer wird im Jahr 1982 mit Sicherheit auch nicht in den Charts fehlen? Ihr erfahrt es spätestens nächste Woche hier!

Die 5 Besten am Donnerstag: die 5 besten Mentoren aus Serien

Willkommen bei den 5 Besten am Donnerstag. Nachdem es letzte Woche um die besten mentoren in Filmen ging, fragt uns Gina heute, vielleicht nicht völlig überraschend, nach den 5 besten Mentoren aus Serien. Wie üblich fällt mir die Antwort ein wenig schwerer, wenn es um Serien geht, weil ich mich da schlicht weniger auskenne. Und diesmal nicht auf meinen Standard ‚Twin Peaks‘ zurückfallen konnte, denn wen würd ich da nehmen? Dennoch fiel es mir am Ende leichter als gedacht.

  1. Meister Splinter aus ‚Teenage Mutant Ninja/Hero Turtles‘

Er ist ne Ratte und lebt in der Kanalisation. Und nutzt seine Zeit um vier Schildkröten zu Ninjas auszubilden. Das mag bizarr klingen, ist aber bei genauerem Hinsehen durchaus eine erhebliche pädagogische Leistung. Vor allem, wenn er diese Schildkröten auch noch ausschickt, um dem Mann, der ihn einst aus seinem Ninjaclan gemobbt hat in die Suppe zu spucken.

  1. Edna Krabappel aus ‚Die Simpsons‘

Nun gut, Edna Krabappel mag an sich keine großartige Lehrerin sein. Sie ist unmotiviert, offen gelangweilt, raucht und trinkt gelegentlich während des Diensts und macht ihren Schülern nicht allzu viel Hoffnung für eine große Zukunft. Aber damit ist sie in gewisser Weise ein großes Vorbild für Bart, auch wenn der das nie zugeben würde…

  1. Dr. Percival Ulysses „Perry“ Cox, M.D. aus ‚Scrubs‘

Oh sicher, Dr. Cox macht Dich bei jeder sich bietenden Gelegenheit runter, macht sich über alles lustig was Dir wichtig ist. Und wenn er mal ein freundliches Wort findet, dann ist es fast beängstigend, weil die Situation wirklich düster sein muss. Aber wenn es drauf ankommt, steht er verlässlich in Deiner Ecke und das ist eine Qualität, die man nie unterschätzen sollte.

  1. Rupert Giles aus ‚Buffy – im Bann der Dämonen‘

Er bildet Buffy nicht nur zum Slayer aus und gibt ihr Hintergrund für allerlei übernatürlich fieses Gesocks, er steht auch an ihrer Seite, wenn eben die Institution, der er dient zum Problem wird.

  1. Captain Jean Luc Picard aus ‚Raumschiff Enterprise – Das nächste Jahrhundert‘

Okay, Picard ist nicht wirklich direkt Mentor für eine spezielle Person. Doch seine optimistische und grundanständige Weltansicht erhebt letztlich jeden, der ihm nahe genug kommt um sich in seiner Glatze zu spiegeln wenigstens ein bisschen. Picard verkörpert die Werte der Föderation oft genug besser als die Föderation selbst.

 

Die 5 Besten am Donnerstag: die 5 besten Mentoren aus Filmen

Willkommen bei den 5 Besten am Donnerstag. Heute fragt uns Gina nach den 5 besten Mentoren in Filmen. Und macht damit natürlich ein gigantisch weites Feld auf, das nicht ganz einfach auf 5 einzudampfen war. Ich hoffe viele andere, die hier keinen Platz mehr fanden, auf anderen Listen heut zu sehen.

 

  1. Terence Fletcher aus ‚Whiplash‘

Okay, seien wir ehrlich, Fletcher ist ein grauenhafter Mentor. Er ist jeder furchtbare Lehrer, den Du je hattest, jeder unerträgliche Chef, komprimiert in einem kahlköpfigen, weißglühenden Ball aus purem Zorn. Und, um noch Salz in die Wunde zu streuen, einem weißglühenden Ball aus purem Zorn, der auch noch verdammt genau weiß wovon er spricht. Sicher kein Mentor, den man jemals selbst haben möchte, aber einer der für den Zuschauer mindestens faszinierend ist.

  1. Keisuke Miyagi aus ‚Karate Kid‘

Mr. Miyagi und Daniel-san haben die ideale Mentor-Schüler Beziehung. Wo jeder dem anderen etwas geben kann. Daniel ist kein angenehmer Zeitgenosse, wenn wir ihm zum ersten Mal begegnen. Er braucht die Anleitung des weisen, stillen Miyagi. Der braucht geleichzeitig Daniels jugendliche Verve, will er nicht vollständig dem Alkohol und der Verzweiflung über seine tragische Situation verfallen. Und wenn sie nebenbei Fliegen mit Essstäbchen fangen, wer wollte sich beschweren.

  1. Robert „Rocky“ Balboa aus ‚Creed‘

Ich wollte eigentlich erst Mickey aus dem ersten ‚Rocky‘ nehmen. Habe mich dann aber doch für den Mann selbst entschieden. Nicht nur weil Sylvester Stallone in ‚Creed‘ seine beste darstellerische Leistung seit… langer Zeit abgeliefert hat, sondern weil er so ein unwahrscheinlicher Mentor ist. „See this guy staring back at you in the mirror? That’s your toughest opponent. I believe that in boxing and I believe that in life.“

  1. Mary Poppins aus ‚Mary Poppins‘

Sie hat uns allen beigebracht, dass ein Löffelchen voll Zucker bittre Medizin versüßt. Und das Singen beim aufräumen hilft. Und das Superkalifragilistisch expialigetisch zwar furchtbar (und synthetisch) klingen mag, doch wer es richtig aufzusagen weiß, weise und fast prophetisch wirkt. Und das Kindererziehung erheblich leichter wird, wenn man direkten Zugriff auf Magie hat. Und dem kann man nun unmöglich widersprechen!

  1. Yoda aus ‚Das Imperium schlägt zurück‘

Der beste Mentor er ist, wenn ein grammatikalisch eigenwilliger Muppet er sein darf. Wenn als Lichtschwert schwingender CGI-Frosch er taucht auf, gestohlen bleiben er mir kann. Froh ich war, wiederzusehen diesen Yoda in ‚Die Letzten Jedi‘. Tu es oder tu es nicht, aber auf Nummer 1 der Liste Yoda sein muss.

Die 5 Besten am Donnerstag: die 5 besten Tierfilme

Willkommen bei den 5 Besten am Donnerstag. Heute fragt uns Gina nach unseren 5 liebsten Tierfilmen. Dabei ist es egal, ob die Tiere echt oder animiert sind. Meine heutige Liste versteht sich ohne jede Reihenfolge, die Filme sind ohnehin zu unterschiedlich, um untereinander verglichen zu werden.

  1. Ratatouille

Wanderratte Rémy hat den, mindestens für Ratten, ungewöhnlichen Traum Koch zu werden. Schwierig, sind doch sämtliche Vertreter der Gattung Rattus in Küchen nicht unbedingt gern gesehene Gäste und noch seltener professionell dort beschäftigt. Rémy will sich davon nicht aufhalten lassen.

  1. Ein Schweinchen namens Babe

Schweinchen Babe hat den, mindestens für Schweine, ungewöhnlichen Traum Schäferhund zu werden. Okay, etwas komplexer ist die Motivation schon, ist er doch von Border Collie Fly adoptiert und möchte, nicht ganz nebensächlich, nicht geschlachtet werden. Bemerkenswert ist vielleicht vor allem, dass der Darsteller von Bauer Hogget, James Cromwell aufgrund seiner Zusammenarbeit mit den Schweinedarstellern zum Vegetarier geworden ist. „That’ll do, pig. That’ll do.“

  1. Der Weiße Hai

Weniger schöne Folgen hatte dieser Klassiker für weiße Haie, die nun für absolut bösartige Mörder gehalten und reihenweise umgebracht wurden. Macht ihn allerdings als Film nicht wirklich schechter.

  1. Jurassic Park

Und gleich nochmal Spielberg hinterher. Imposanter hat man die 65 Millionen Jahre ausgestorbenen Saurier vorher (und wenn man ehrlich ist auch hinterher) nie in Szene gesetzt gesehen. Oh sicher, wir wissen nicht, ob ein Dilophosaurus einen Halskragen hatte oder Gift spuckte, die Raptoren waren viel zu groß und ein Großteil des Personals müsste mehr (bzw. überhaupt) Federn haben. Alles wurscht, der Film ist trotzdem super.

  1. Der König der Löwen (1994)

Der Höhepunkt der Disney-Renaissance der 90er. Shakespeare-Elemente und das malische Sundiata-Epos durch die Linse von Animatoren in absoluter Höchstform. Und – zugegeben – ein reichlich offensichtlicher Abklatsch von Osamu Tezukas ‚Kimba‘, der… Moment, es klingelt an der Tür. Oh Gott, Disney-Agenten! Kimba? N-Nie gehört, ich kenne keinen Kimba!! Osamu Tez-wer? Nee, nee nie gehört. Puh, nochmal Glück gehabt. Von derart kleinlichen Kontroversen abgesehen, definitiv ein unvergesslicher Film. Da brauche ich sicher keine computeranimierte „Realversion“… Sekunde mal, es klingelt schon wieder…