Die 5 Besten am Donnerstag: die 5 besten Historienfilme

Willkommen bei den 5 Besten am Donnerstag. Heute fragt uns Gina nach den 5 besten Historienfilmen. Ich könnte jetzt wieder komplexe Regeln aufstellen für die Auswahl des Films, doch da mich heute meine 5 (oder 6) Kandidaten geradezu angesprungen haben, kann ich mir das zum Glück sparen. Legen wir los!

  1. ‚Master & Commander‘

Manchmal habe ich das Gefühl neben Peter Weir und Russel Crowe der Einzige zu sein, dem an dieser Verfilmung aus der Romanreihe um den Kapitän „Lucky“ Jack Aubrey etwas liegt. Dabei macht der Film etwas richtig, woran so viele andere Historienfilme scheitern. Anstatt einer existierenden Person Taten anzudichten, erfindet er eine neue und führt sie in ein vollkommen realistisches, historisches Szenario ein, in dem sie vollkommen glaubwürdig handeln darf. War es im Buch noch ein amerikanisches Kriegsschiff, mit dem Aubrey es aufnehmen musste, wurde es für den Film ein französisches, aus Sorge das US Publikum würde auf die Barrikaden gehen. Genützt hat’s nix, das Publikum wollte insgesamt lieber Jack Sparrow als Jack Aubrey sehen. Schade.

  1. ‚The Witch‘ und ‚Der Leuchtturm‘

Ich konnte mich nicht für einen Film von robert Eggers entscheiden, also landen beide auf der Liste. Sie stellen zwar unterschiedliche Epochen dar, doch gemeinsam ist ihnen, dass Eggers niemals gezielt auf die Zeit seiner Filme hinweist. Stattdessen fühlt man sich als Zuschauer zu gleichen Teilen in einer glaubhaften aber völlig fremden Welt wieder und mit Charakteren konfrontiert die für sich logisch, für uns aber ungewohnt handeln.

  1. ‚Barry Lyndon‘

Kubricks etwas ungeliebter Barry Lyndon ist das genaue Gegenteil. Kubrick besteht darauf, das wir wissen hier Historie zu sehen. Und lässt sie exakt so aussehen wie zeitgenössische Gemälde. Damals musste er sich, um bei Kerzenschein drehen zu können, noch von der Nasa mit Objektiven aushelfen lassen, aber es hat sich gelohnt. Kein anderer Film hat bislang wieder einen derart ambitionierten Versuch unternommen. Das bei Perfektionist Kubrick jede Gabel und jeder Knopf historisch korrekt ist, steht ja eh außer Frage.

  1. ‚The Favourite‘

Yorgos Lanthimos präsentiert seinen Historienfilm als einen ironisch-distanzierten Blick auf eine dekadente, intrigenspinnende Hofgesellschaft, in der sich zwei Frauen um die Gunst von Olivia Colmans grandioser Queen Anne streiten. Das die zu gleichen Teilen bemitleidenswert, unerträglich und furchteinflößend ist, ist für den historischen Film wenigstens ungewohnt. Ebenso, dass man einen nackten Torie mit Perücke zu sehen bekommt, der vom gesamten Hofstaat mit Granatäpfeln beworfen wird.

  1. ‚Porträt einer jungen Frau in Flammen‘

Céline Sciammas Film um eine Malerin, die eine junge Adelige heimlich malen muss, während sie vorgibt ihre Gesellschafterin zu sein ist nicht einfach nur technisch perfekt, großartig besetzt und sieht umwerfend aus. Sciamma will ganz nebenbei noch eine Diskussion über Bedeutung und Arten des Sehens, nicht nur im visuellen Medium Film, führen. Dabei wird es aber nie, was bei französischen Filmen nicht selbstverständlich ist, zum gefilmten Essay, sondern bleibt zu jedem Moment eine fesselnde Liebesgeschichte.

Die 5 Besten am Donnerstag: die 5 schlechtesten Buchverfilmungen

Willkommen bei den 5 Besten am Donnerstag. Heute fragt uns Gina nach den 5 schlechtesten Buchverfilmungen. Und daran bin ich womöglich nicht ganz unschuldig. Wie letzte Woche gilt, dass ich sowohl Buch als auch Film kennen muss und der Film nicht nur eine schlechte Adaption, sondern auch ein schlechter (oder wenigstens kein guter) Film sein darf.

 

  1. ‚Der Rasenmähermann‘

Miserable King-Verfilmungen gibt es viele. Aber nicht viele sind derartiger Etikettenschwindel. In Kings Geschichte ist der Rasenmähermann, ein dicker, haariger Gärtner, der anstatt zu mähen, nackt das Gras im Garten des Protagonisten isst. Wenn ich mich recht erinnere stellt er sich als der Gott Pan heraus. Im Film geht’s um irgendeinen dämlichen Cyberspace-Intelligenzerhöhungs-Kram. Frechheit! Ich will einen Danny DeVito-Pan, der Gras mampft, verdammt noch eins!

  1. ‚Dune‘ (1984)

Ich liebe David Lynch, aber der Film hier geht gar nicht. Das liegt zugegeben weniger an Lynchs Regie und mehr am Drehbuch. Hier werden keine Dialoge geführt, es wird Exposition herausgewürgt. Die Darsteller stehen herum und erklären sich gegenseitig den Film. Und nicht mal besonders gut, folglich muss eine extrem benebelt klingende Prinzessin Irulan am Anfang gefühlte fünfeinhalb Tage lang ein Referat über die würzige Lage im Universum halten.

  1. ‚Der Hobbit‘

Wo ‚Dune‘ erheblich zu viel Inhalt in einen Film pressen wollte, mühen sich die Hobbit-Filme am genauen Gegenteil ab. Ein kurzes Buch muss hier auf drei riesige Filme aufgebläht werden, weil es doch für den Herrn der Ringe auch funktioniert hat. Das Ergebnis ist zu viel von allem.

  1. ‚I, Robot‘

Isaac Asimov hat seine Roboter-Geschichten aus einem ganz bestimmten Grund geschrieben. Ihn langweilten die typischen SciFi Stories um Roboter, die Menschen töten. Also entwarf er seine berühmten drei Gesetze der Robotik, die es Robotern unmöglich machen Menschen zu schaden und wurde kreativ, was für Geschichten man mit dieser Ausgangssituation erzählen kann. Die Reaktion der Filmemacher darauf war offenbar „Der Scheiß ist öde, wir wollen Roboter, die Menschen töten! Und Product Placement! Jede Menge Product Placement!“

  1. ‚The Time Machine‘ (2002)

An dieser Adaption funktioniert nichts. Nicht die idiotische, erweiterte Geschichte. Nicht die miserablen 2002 CGI Effekte. Nicht Guy Pearce (den ich sonst sehr mag), der die gesamte Hauptrolle mit halb geöffnetem Mund spielt, als könne er selbst nicht fassen was er da tut. Und sicherlich nicht Jeremy Irons als Obermorlock-Ninjaturtle-Dingsbums, mit dem sich Protagonist in der Zeitmaschine prügelt. Der Film existiert aus genau einem Grund: weil Regisseur Simon Wells Autor H.G. Wells Urgroßenkel ist und sich das gut in Promomaterial machte. Absolut lächerlicher Murks.

Top 10 Filme von damals 1985 Platz 5 bis 1

Und weiter geht es, mit der oberen Hälfte der Top 10 westdeutschen Kinocharts von 1985. Die untere Hälfte findet Ihr hier.

 

  1. ‚Beverly Hills Cop – Ich Lös‘ Den Fall Auf Jeden Fall‘

Mitte der 80er war offenbar eine gute Zeit für Polizeikomödien. Im Vergleich zu ‚Police Academy‘ ist ‚Beverly Hills Cop‘ actionreicher und, wenn man mich fragt, ungleich besser. Eddie Murphy bekam hier nach ‚Nur 48 Stunden‘ und ‚Die Glücksritter‘ seine erste Chance als Solostar einen Film quasi allein zu stemmen. Und das macht er hervorragend in seiner Rolle als Axel Foley, Polizist von den rauen Straßen Detroits, der sich plötzlich im schnieken Beverly Hills zurecht finden muss. Oder vielleicht eher Beverly Hills mit ihm. Dabei hätte er die Rolle fast nicht bekommen. Eigentlich war sie Sylvester Stallone zugedacht. Ja, Sylvester Stallone, einem Mann, der in etwa so viel komisches Talent besitzt wie die durchschnittliche Flasche Rizinusöl. Das war ihm wohl selbst bewusst und er bestand auf mehr Action und noch mehr Action. Und irgendwann auf so viel Action, dass es das Budget gesprengt hätte. Dann bekam Murphy seine Chance. Zum Glück. Und natürlich kann man nicht über ‚Beverly Hills Cop‘ schreiben ohne AxelF zu erwähnen. Wahrscheinlich das herausragende Stück aus dem elektronischen Soundtrack des deutschen Harold Faltermeyer. Im Jahr zuvor hat der noch die Musik zu ‚Didi der Doppelgänger‘ gemacht. Ist aber irgendwie auf dem Radar von Giorgio Moroder gelandet, der ein großer Fürsprecher wurde. AxelF ist vermutlich sein am meisten gesampeltes, gecovertes und in Filmen verwendetes Stück. Vermutlich erkennt man es auch ohne je ‚Beverly Hills Cop‘ gesehen zu haben.

  1. ‚Rambo II – Der Auftrag‘

„Do we get to win this time?“ fragt John Rambo als er erneut nach Vietnam geschickt werden soll, um dort noch festgehaltene, amerikanische Kriegsgefangene zu befreien. Damit fasst er nicht nur diesen Film, sondern einen guten Teil des amerikanischen Actionkinos der 80er zusammen. Hier ballern Helden um sich, deren Brustmuskeln so gestählt sind, dass Kommunisten-Kugeln von ihnen abprallen als wären sie aus Watte. Und sie gewinnen immer, das geht gar nicht anders. So kann der Vietnamkrieg immerhin wieder und wieder nachträglich auf der Leinwand gewonnen werden. Oh sicher, man muss dafür den Charakter John Rambo um ca. 180° verbiegen, vom traumagebeutelten, verzweifelten Mörder zur muskelstarrenden Kampfmaschine, aber das ist es eben, was gewollt war. Das Augenzwinkernde eines ‚Phantom Kommandos‘ lässt man lieber auch gleich weg, denn Humor kann der Sylvester nicht, wie oben erwähnt. Die Action ist fraglos gut inszeniert, politisch liegt mir der Film eher schwer auf dem Magen. Das Buch haben übrigens Stallone und James Cameron gemeinsam geschrieben. Mann, das wäre ich zu gern Fliege an der Wand gewesen…

  1. ‚Zurück In Die Zukunft‘

Ist das einer dieser mythischen Filme, die wirklich jeder mag? Ich meine, vermutlich nicht, so etwas gibt es genauso wenig wie Einhörner, aber ich glaube nicht, dass ich schon mal jemanden getroffen habe, der ihn nicht mochte. Dafür gibt es viele Gründe. Nicht nur liefert Christopher Lloyd eine grandiose Performance als verrückter Wissenschaftler Doc Brown ab. Nicht nur war die Idee einen DeLorean als Zeitmaschine zu verwenden inspiriert (welches andere Auto hätte man in den 50ern auch für ein UFO gehalten?). Es ist vor allem die zentrale Idee, die eine Faszination ausübt. Wie waren die eigenen Eltern wohl so, als sie so alt waren wie man selbst? Das ist eine Frage, die nicht wenigen Jugendlichen wenigstens einmal durch den Kopf geistern dürfte. Robert Zemeckis und Bob Gale hatten das Drehbuch schon länger im Schreibtisch. 1980 hatte ihnen Disney noch gesagt, die Geschichte sei für Disney-Publikum zu „obszön“, wegen der ödipalen Aspekte des Films. Fünf Jahre später waren Universal und Spielbergs Amblin jedoch interessiert. Es ist ja relativ bekannt, dass Eric Stoltz für mehrere Wochen die Rolle des Marty McFly spielte, bis Zemeckis einen Schlussstrich zog, weil er ihm mit dem Humor des Films nicht kompatibel schien. Nun wurde Michael J. Fox verpflichtet, auf den absolut höllische, teilweise 20 Stunden lange Drehtage zukamen. Denn tagsüber drehte er die Fernseh-Sitcom ‚Familienbande‘, nachts ‚Zurück in die Zukunft‘ und am Wochenende am Tag spielende Außenaufnahmen für den Film. Nicht zuletzt wegen dieses harten Zeitplanes ist Stoltz für scharfe Augen im fertigen Film in einigen Szenen doch noch hinter dem Steuer des DeLorean zu sehen. Weniger bekannt ist, dass durch den Wechsel zu Fox auch Melora Hardin als Darstellerin von McFlys Freundin Jennifer durch Claudia Wells ersetzt wurde. Denn Hardin war mehrere Köpfe größer als Fox, was den Produzenten nicht gefiel…

  1. ‚Männer‘

Heiner Lauterbachs Erfolgsmensch bekommt mit, dass seine Frau ihn betrügt. Er tut das auch, aber das treibt ihn weniger um. Schlimmer noch, sie betrügt ihn mit einem bettelarmen Künstler-Hippietypen (Uwe Ochsenknecht). Unter falschen Namen mietet sich Lauterbachs Charakter in dessen WG ein und versucht einen Keil zwischen ihn und seine Frau zu treiben. Indem er ihn mehr wie sich selbst macht. Darüber freunden sich beide ‚Männer‘ langsam an. Doris Dörries unterhaltsamer Film war ursprünglich für das ZDF gedacht, gefiel der Produktionsfirma aber so gut, dass sie ihn ins Kino brachte. Zu Recht wie der Erfolg zeigt. Ich habe ihn ewig nicht gesehen, habe ihn aber als unterhaltsam, wenn auch tatsächlich eher als Fernsehfilm in Erinnerung.

  1. ‚Otto – Der Film‘

In den 80ern gab es so etwas wie ein Dreigestirn des deutschen Humors. Es bestand aus Didi Hallervorden, der bereits mehrere Filme verbuchen konnte, darunter den letztjährigen ‚Didi – der Doppelgänger‘ (mit Musik von Harold Faltermeyer), Loriot, dessen erster Film noch bis 88 auf sich warten ließe und Otto Waalkes. Unter den dreien ist Waalkes vielleicht am ehesten der Prototyp des aktuellen Stand Up Comedians. Und so ist sein Film auch vor allem eine wilde Aneinanderreihung von Gags und Sketchen mit einer sehr losen Rahmenhandlung. Bei weitem nicht jeder Gag um Otto, der aus Ostfriesland in die große Stadt (also nach Hamburg) geht zündet, aber das ist völlig egal, denn bis man sich drüber ärgern könnte sind eh drei neue rausgehauen und einer wird schon funktionieren. Da ist dann alles dabei von Plattheiten bis zu wunderbar grotesken Momenten, wenn sich etwa Heino-Zombies wie in Michael Jacksons  „Thriller“-Video aus ihren Gräbern erheben, „Schwarz-braun ist die Haselnuss“ intonieren und im Stechschritt davon marschieren. Fakt ist jedenfalls, dass der Film lange Zeit als der erfolgreichste deutsche Film nach dem zweiten Weltkrieg galt. Bis er von Bully Herbigs ‚Schuh des Manitu‘ abgelöst wurde. Zumindest nach gewissen Zählungen. Otto brachte etwa 8,8 Millionen Zuschauer in Westdeutschland ins Kino. Bully 11,7 im wiedervereinigten Deutschland. Wenn man bei Otto jedoch noch den Erfolg in der DDR mit 5,7 Millionen Zuschauern addiert, liegt er wieder deutlich vorne. Einem zumindest kann es wurscht sein: Sky du Mont. Der ist in beiden.

 

Und das war 1985. Ein Jahr mit einer guten Top 10. Vor allem aber mit einem, bislang in unserem kleinen Projekt noch nicht gesehenen, Erfolg für den deutschen Film. Drei Filme in den Top 10 darunter beide Spitzenplätze. Dazu kommt mit Bond dann nur noch eine halbe europäische Produktion, der Rest stammt aus Hollywood. Sechs Filme sind definitiv Franchises zuzuordnen, wobei zwei hier ihren Anfang nehmen. Wenn man Otto und Schimanski/Tatort als Franchises zählen möchte kommen noch zwei dazu. Disney ist auf dem zehnten Platz mit einem neuen Film vertreten, was die schwierige Lage des Studios recht gut abbildet. ‚Police Academy‘ hat sich als veritable Maschine zum Gelddrucken entpuppt, wenn auch der extreme Erfolg nach Teil drei enden wird. Und Otto? Otto konnte jetzt tun und lassen was er wollte und es würde ein Erfolg. Was dazu führte, dass er ein paar Jahre später beschloss, dass neue Pointen eigentlich nur überflüssiger Ballast seien.

Nächstes Jahr wird ein gutes um als Kind ins Kino zu gehen. Dazu Stallone im Doppelpack, unterhaltsame Propaganda für US Navy Flieger und eine Literatur-Verfilmung auf Platz 1. Wir sehen uns!

 

Die 5 Besten am Donnerstag: die 5 besten Buchverfilmungen

Willkommen bei den 5 Besten am Donnerstag. Heute fragt uns Gina nach den 5 besten Buchverfilmungen. Dafür habe ich mir eine, ziemlich offensichtliche, Bedingung gestellt. Ich muss natürlich beides, also Vorlage und Film kennen. ‚Jackie Brown‘ mag ein toller Film sein, aber da ich Rum Punch nicht gelesen habe, weiß ich nicht, ob er eine gute Buchverfilmung ist. Legen wir los!

  1. ‚Die Farbe aus dem All‘

Okay, der ist vor allem deswegen auf der Liste, weil ich ihn gerade letztens gesehen habe. Und weil es eine Verfilmung meiner liebsten Lovecraft- Kurzgeschichte ist. Und weil Richard Stanley die Verlegung in die Neuzeit sehr gut gelungen ist, ohne dabei den Geist der Vorlage zu beschädigen.

  1. ‚Tschick‘

Okay, der ist vor allem deswegen auf der Liste, weil ich gerade das Buch von Wolfgang Herrndorf lese. Bin also noch nicht ganz durch, traue mich aber dennoch schonmal zu behaupten, Fatih Akin hat bei der Adaption sehr gute Arbeit geleistet. Gewisse Anpassungen machen die Geschichte in einem visuellen Medium verständlicher oder wirken einfach besser, aber der grundlegende Ton der Erzählung bleibt erhalten.

  1. ‚Jurassic Park‘

Als ich das Buch gekauf habe, hieß es hier in Deutschland noch Dino Park. Spielberg hat für den Film die Handlung arg vereinfacht und macht etwa den im Buch recht heroischen Anwalt Genarro zum fiesen Blutsauger, der, immerhin erinnerungswürdig, vom T. rex direkt vom Plumpsklo gehapst wird. Aber meine Güte, wer würde behaupten wollen, der Film funktioniere nicht?!

  1. ‚Herr der Ringe‘

Peter Jackson ist sehr gut darin zu entscheiden, welche Teile von Tolkiens Werk für eine Verfilmung funktionieren, wo gekürzt und wo womöglich sogar erweitert werden muss. Man kann ihm vorwerfen, seine Filme seien eine Art Best Of der Bücher, aber ist das etwas was Schlechtes? Ich meine nicht. Der Hobbit hingegen… nun, reden wir nicht über den Hobbit.

  1. ‚Der Pate‘

Francis Ford Coppola bleibt Mario Puzos Vorlage erstaunlich treu und doch funktioniert der Film, zumindest für mich, in jeder Hinsicht besser. Es gibt nicht viele Verfilmungen, über die ich das sagen kann und somit ist der Pate für mich auf einem verdienten ersten Platz.

Top 10 Filme von damals 1985 Platz 10 bis 6

Die Mitte der 80er ist erreicht! In diesem Jahr werden Franchises geboren und etabliert. Ja, so wild ist diese Zeit, dass selbst der gestandene, stets verlässliche Konversationsstarter vom Sonntagabend Viertel nach Acht, der ‚Tatort‘, ins Kino wollte. Jetzt werden sie wild die 80er, und jeder Cent Gewinn, den ein Film einspielt wird von schmierigen Produzenten, die sich größte Mühe geben wie Crockett und/oder Tubbs auszusehen, direkt in Ferrari Testarossas (Testarossae?) und den extragroßen Beutel Koks investiert. Wie üblich nehme ich die westdeutschen Top 10 der Seite chartsurfer.de als Grundlage und ebenfalls wie üblich schreibe ich was mit zum jeweiligen Film einfällt. Selbst wenn das mal nicht viel ist. Doch zuvor schauen wir was sonst so los war im Jahr 1985.

Nach der kurzen Amtszeit als Generalsekretär der KPdSU des sehr alten und schwer kranken Konstantin Tschernenko, gelingt es dem Reformer Michail Gorbatschow seinen Konkurrenten, den Hardliner Grigori Romanow auszustechen. Der neue de-facto Herrscher der Sowjetunion führte alsbald die Konzepte Perestroika (Umstrukturierung) und Glasnost (Transparenz) ein. Offenheit und gesellschaftliche Erneuerung, nicht zuletzt durch die größte Anti-Alkoholismus-Kampagne der Sowjet-Zeit wurden zu den Schlagworten seiner Regierungszeit. Und die Öffnung zum Westen. Der Regierungsdirektor des Bundesamtes für Verfassungsschutz Hansjoachim Tiedge lief im Sommer in die DDR über. Bei seinem Deutschlandbesuch begleitete US-Präsident Reagan Bundeskanzler Kohl auch zu einem Besuch der Kriegsgräberstätte Bitburg-Kolmeshöhe, wo unter anderem Angehörige der SS beigesetzt wurden. Ein Schritt der ihm heftige Kritik in Deutschland, vor allem aber seiner Heimat einbrachte. Im Sommer hielt der südafrikanische Präsident Pieter Willem Botha eine viel beachtete in alle Welt übertragene Rede. Entgegen anderer Erwartungen ließ er kein Ende der Apartheid genannten brutalen Rassentrennung im Land erwarten. Kurz darauf wurden internationale Sanktionen gegen Südafrika verhängt, Investoren zogen Gelder ab und die Proteste im eigenen Land nahmen zu. Ohne es zu wollen, hatte Botha die Apartheid endlich untragbar gemacht. Ebenfalls im Sommer nahm der österreichische Glykolwein-Skandal seinen Lauf. Zahlreiche Winzer hatten ihren Wein mit dem Frostschutzmittel Diethylenglykol gepanscht. Dies geschah, da die Trauben sehr früh geerntet wurden. Das Diethylenglykol verlieh dem Wein eine fruchtige Süße, war mit damaligen Methoden aber kaum nachzuweisen. Wie schon Al Capone stolperten die Panscher letztlich über das allmächtige Finanzamt: ein Winzer hatte die brillante Idee Hektoliter an Frostschutzmittel von der Steuer abzusetzen. Obwohl er nur ein einziges Fahrzeug, einen alten Traktor, besaß…
Im Oktober wird das italienische Kreuzfahrtschiff Achille Lauro von palästinensischen Terroristen unter Abu Abbas gekapert und entführt. Es folgen angespannte Verhandlungen zwischen den Präsidenten von Ägypten, Italien und den USA über das weitere Vorgehen. Beinahe kommt es in Port Said, wo das Schiff schließlich anlegt zum Skandal, als sich italienische Carabinieri, die die Entführer festnehmen sollen, plötzlich illegal eingeflogenen Soldaten der US Delta Force gegenübersehen. Im Juli stellt die Firma Commodore mit dem (oder der?) Amiga ein Gerät vor, dass grafisch alle bisherigen Heimcomputer alt aussehen lässt und sicherlich die Zukunft in dieser Sparte darstellen wird. An der Moskauer Akademie der Wissenschaften programmiert Alexei Paschitnow zum Spaß ein albernes Blöckchen-Spiel namens „Tetris“. Das hingegen wird sicher in einer Schublade verschwinden und nicht einmal einer breiteren Öffentlichkeit bekannt werden… Nach derart hellsichtigen Zukunftsvisionen, nun aber lieber schnell ins Kino!

  1. ‚Taran Und Der Zauberkessel‘

Der Film, über den Disney nicht gerne spricht. Der Film, den Jeffrey Katzenberg höchstselbst beinahe in Stücke geschnitten hätte und von Michael Eisner höchstselbst gestoppt werden musste. Dazu habe ich hier deutlich ausführlicher geschrieben. Für Disney-Verhältnisse ist ein zehnter Chartplatz in Deutschland, wo sie ansonsten oft genug sogar mit Wiederaufführungen auf der Pole Position landen natürlich ein Schlag ins Gesicht. Aber wenigstens wurde er hier nicht wie in den USA von den Glücksbärchis geschlagen. Mann, das muss wehgetan haben. Beinahe wäre die Animationssparte Disneys geschlossen worden. Das wäre mal eine andere Popkultur heute…

  1. ‚Zahn Um Zahn‘

Horst Schimanski war der exakte Gegenentwurf zum ordentlichen Fernsehkommissar, wie man ihn bis dahin kannte. Kein Feingeist, sondern ein Prolet, der flucht, säuft, Affären hat und gar mit damals so genannten „Gastarbeitern“ befreundet war. Von Götz George mit einer Art stoischer Rebelligkeit gespielt, die sich eher in grau-beiger Schimanski-Jacke und Schnauzbart äußerte, als in großen Deklarationen. Wo anderswo Harry das neueste BMW Modell vorfuhr, erschien Schimanski im damals schon nicht mehr ganz neuen Citroen CX. Von den einen als dämlicher „Ruhrpott-Rambo“ verspottet, von anderen, ähnlich dämlich, zum deutschen James Bond verklärt, ahnt man wie sehr diese frische Brise in der staubigen ARD wie ein Wirbelsturm wirkte. Ich gebe zu, ich kann mich an genau diesen Fall nicht mehr wirklich erinnern, wenn ich ihn überhaupt gesehen habe, doch war es wohl kein Zufall, dass gerade er beliebt genug war, um einen Kinoauftritt zu rechtfertigen. Oder vielleicht mochte ich Schimanski als Kind einfach, weil es einer der damals seltenen Fernseh-Momente war, dass jemand mal „Scheiße“ sagen durfte. Fun (Wikipedia) Fact: als der Film zwei Jahre später als „normaler“ Tatort im Fernsehen lief, mussten einige Szenen geändert werden, in denen arg auffällig platzierte „Paroli“ Hustenbonbons den Schleichwerbungsvorgaben der öffentlich rechtlichen Sender widersprachen.

  1. ‚James Bond 007 – Im Angesicht Des Todes‘

In einem Kommentar unter den Top 10 von 1983 habe ich gesagt, ich könne mich an diesen Bond nur als „den mit Grace Jones und Christopher Walken“ erinnern. Und das stimmt auch. Roger Moore hatte nun wirklich keine Lust mehr. Bislang hatte er sich durch stetig steigende Gagen immer wieder überreden lassen, den Bond zu geben, doch hier machte er von Anfang an klar, dass es das letzte Mal sei. Später merkte er an, zu dieser Zeit „höchstens 400 Jahre zu alt für die Rolle“ gewesen zu sein. Die Handlung dreht sich um irgendwelche Supersoldaten und Computerchips. Auffällig ist höchstens, dass der Gegner mal nicht so sehr „die Russen“ sind. Mit denen wird sogar zusammengearbeitet. Es ist Walkens Geschäftsmann Zorin, der hier den Fiesling gibt. Dessen böser Plan ähnelt, man höre und staune, Lex Luthors aus dem ersten ‚Superman‘-Film, Kalifornien zu versenken. Es war absolut Zeit für eine Veränderung bei Bond. Und mit Moores Weggang war man nun endlich auch gezwungen sie anzugehen.

  1. ‚Police Academy 2 – Jetzt Geht’s Erst Richtig Los‘

Obwohl ‚Police Academy‘ ein ziemlicher Überraschungshit war, war man doch in der Lage gleich im nächsten Jahr nachzulegen und ziemlich gut an den Erfolg anzuknüpfen. Bei einem Budget unter 8 Millionen Dollar, brachte der Film gut 115 Millionen an Einnahmen. Da wundert es nicht wirklich, dass noch mehr hinterher kamen. Ich bin aber nachwievor nicht der Richtige um über die Reihe zu schreiben, weil ich sie allesamt nicht sonderlich mag.

  1. ‚Ghostbusters – Die Geisterjäger‘

So, hier ist er. Der Film, den ich in meinem Leben wohl am häufigsten gesehen habe. Der Film, der für meine Interessen wie etwa Horrorfilme oder Wissenschaft durchaus eine Grundlage geliefert haben könnte. Ich muss mich gerade sehr vorsehen, dass ich nicht tausende Worte über den Film schreibe. Denn ich habe vor demnächst wirklich sehr ausführlich über das Phänomen ‚Ghostbusters‘ zu schreiben. Der erste Film ist annähernd perfekt. Ein großartiges Drehbuch, hochmotivierte Darsteller (die eben jenes Drehbuch geschrieben haben), Regisseur Ivan Reitmann liefert die mit Abstand beste Arbeit seiner Karriere ab. Der heimliche Star des Films ist aber das Produktionsdesign. Von den Geistern über das Geisterjägerequipment bis hin zu Michael C. Gross‘ unsterblichem Logo! Das Buch ist so viel vielschichtiger als die grundlegende Story, gefeuerte Wissenschaftler werden zu Geisterjägern, irgendwo zwischen Feuerwehrleuten und Kammerjägern, bevor sie sich der sumerischen Gottheit Gozer (dem Gozerianer, Gozer dem Vernichter, Volguus Zildrohar, dem Reisenden, Herr der Sebouillia) stellen müssen und der kindische Stantz nicht umhin kann an das Maskottchen einer Marshmallow-Firma zu denken, vermuten lässt. Als kleines Beispiel sei etwa die völlige Verdrehung typischer RomCom Konventionen erwähnt. Da ist der sympathische Dussel Louis Tully (Rick Moranis) verknallt in die scheinbar unerreichbare Dana Barrett (Sigourney Weaver), die ihrerseits immer wieder vom furchtbar schmierigen Mistkerl Venkman (Bill Murray) genervt wird. In jedem anderen Film kämen Tully und Barrett vermutlich zusammen, hier stehen wir gar auf Seiten Venkmans, denn der ganze Film ist ein Experiment, wie eklig man den Charakter machen kann, damit ihn Murrays Charme dennoch trägt. Die Antwort ist ziemlich eklig. (Anmerkung: auf recht perverse Weise kommen Tully und Barrett natürlich doch zusammen, als sie von Schlüsselmeister Vinz Clortho und Torwächter Zuul, zwei Dienern Gozers, besessen werden und die Form von „Terrordogs“ annehmen). Wen das nun schon gelangweilt hat, der sei vor den langen, langen kommenden Artikeln gewarnt… cause bustin‘ makes me feel good!

Eine Schlussbemerkung sei mir noch erlaubt: ich finde es schade, dass es keine Titelmusiken mehr gibt, in denen der Name des Films gebrüllt wird. Eine verlorene popkulturelle Kunst*.

If there’s something weird,

In the MCU.

Who you gonna call?

AAAA-vengers!

 

Das war es für die unter Hälfte der Charts. Die obere folgt nächste Woche mit Zeitreisen und einer seltenen, deutschen Doppelspitze! Seid dabei!

 

*Wobei ich gestehen muss, dass mit ‚Mortal Kombat‘ vermutlich der absolute Zenit dieser Kunst erreicht wurde. Alles Weitere würde zwangsläufig zur blassen Imitation.

Die 5 Besten am Donnerstag: die 5 besten Herrenkostüme in Serien

Willkommen bei den 5 Besten am Donnerstag. Heute fragt uns Gina nach den 5 besten Herrenkostümen in Serien. Wie üblich musste ich in meiner limitierten Serienerfahrung kramen und bemerkte dabei, wie viel öder Herrenkostüme hier doch oft sind, verglichen mit Damenkostümen. Egal, hier meine 5:

  1. John Luther aus ‚Luther‘

Das Herrenkostüm in der TV Serie ist eine endlose See von Anzügen. Jede Menge maßgeschneiderte Anzüge. Anzüge aus den 20ern, 30ern, 60ern, aktuelle Anzüge. Anzüge, Anzüge, Anzüge. Ein Anzugträger musste also auch auf meine Liste. Und John Luther trägt wenigstens gleich immer denselben Tweedanzug mit Wollmantel, blaugrauem Hemd und rötlicher Krawatte. Aber Idris Elba schafft es irgendwie dieses Kostüm für sich arbeiten zu lassen. Mal drückt es suizidale Depression aus, dann wieder grimme Entschlossenheit. Und, es lohnt sich immer wieder das zu betonen, Elba gelingt es in diesem Aufzug mit den Händen in den Taschen zu rennen, ohne dabei wie ein kompletter Idiot auszusehen. Beeindruckend.

  1. Number Six aus ‚The Prisoner‘

Bei den Damen hatte ich auch schon eine Number Six, also muss der gute Herr McGoohan nun bei den Herren auch ran. Und er zeigt, nur weil man von einer Schattenorganisation in ein bizarres Dorf entführt wird, das von einem Wasserball bewacht wird, ist das kein Grund für modische Fehltritte. Das dunkle Sakko mit der weißen Bordierung würde ich schon beinahe als „ikonisch“ bezeichnen.

  1. Thomas Magnum aus ‚Magnum‘

Während sich Detektive anderswo in pastellfarbene Anzüge mit riesigen Schulterpolstern warfen und dann die Ärmel hochkrempelten, ging Magnum es simpler an. Hawaiihemd, Bluejeans und Basecap. Und Schnauzbart natürlich. Ja Magnum gilt gar als wesentlich dafür, dass die Basecap nicht mehr nur als Gebrauchsgegenstand für Baseballspieler und Trucker diente, sondern in die Mode überging. Ob man ihm dafür dankbar sein will, oder nicht, die Mütze hat sich als langlebiger erwiesen als das Hawaiihemd.

  1. Batman aus ‚Batman‘ (1966)

Dieser Batman benötig keinen Kevlaranzug mit falschen Bauchmuskeln drauf, vielen Dank! Er weiß sich auch so Respekt zu verschaffen. Sei es durch die strengen (aber nicht zu strengen) Augenbrauen auf seiner Maske, oder durch ein paar Biff!, Sock!, Pow!-Hiebe seiner Satin-glänzenden Handschuhe. Da macht ein kleiner Bauchansatz auch schon keinen Unterschied mehr. Tanzt den Batusi!

  1. Skeletor aus ‚Masters oft he Universe‘

Wenn man ein Skelett ist, dann hat man outfittechnisch nur noch zwei Möglichkeiten: schwarze Kutte oder nix und den Wind frei durch die Rippen heulen lassen. Hat man allerdings nur einen Schädel als Kopf und der Rest ist noch befleischt (was für ein grausiges Wort!), dann wird es schwieriger. Besucht man so regelmäßig und ausdauernd die Muckibude wie Herr Skeletor das offensichtlich tut, dann will man das natürlich auch zeigen. Er tut dies durch Lendenschurz und Lederriemen um den Torso. Eigentlich kleidet er sich sehr ähnlich, wie seine Nemesis He-man. Doch er beachtet die wichtigste Regel für Totenschädel-Köpfe: er trägt eine Kapuze! Ohne Kapuze sieht man mit Schädel nämlich aus wie ein Clown! Ich meine, fragt mal den Ghostrider wie es ohne Kapuze für ihn läuft. Nicht gut, sag ich Euch, nicht gut.