Kurz & schmerzlos 45: ‚Cottonmouth‘ (2020)

Heather Langenkamp ist ein Name, den man als Horrorfan vermutlich kennt. Sie war Nancy Thompson in Wes Cravens ‚Nightmare on Elm Street‘ und übernahm die Rolle noch einmal für ‚Freddy Krüger lebt‘, den dritten Film der Reihe. In Cravens Rückkehr zum Franchise 1994, mit ‚Freddys New Nightmare‘, spielte sie schließlich eine fiktionale Version von sich selbst. Nancy war, in gewisser Weise, der Prototyp zu Cravens ultimativem „Final Girl“ Sidney Prescott.

Ab Mitte der  90er wurden Langenkamps Auftritte in Filmen seltener. Das mag einerseits damit zusammenhangen, dass sie über 30 war und damit, für eine Hollywood-Darstellerin, „alt“. Mehr noch dürfte es aber damit zu tun haben, dass sie 1989 den Effekt-Make Up Künstler und zweifachen Oscar Gewinner (‚Der Verrückte Professor‘ und ‚Men In Black‘) David LeRoy Anderson geheiratet hat und seither ins einer Firma AFX Studio mitarbeitet. Gelegentlich bestreitet sie Cameo Auftritte in Projekten, an den AFX arbeitet, wie etwa ‚Star Trek Into Darkness‘. Irgendwie ist sie 2018 auch in ‚Hellraiser: Judgement‘ gelandet, dem neunten ‚Hellraiser‘ Sequel, das von vermutlich exakt neun Leuten geschaut wurde.

Zach Wincik, einer der beiden Regisseure unseres heutigen Kurzfilms, kannte jedenfalls ein paar Leute bei dieser Produktion und nutzte die Chance, um Langenkamp eine Rolle in seinem Kurzfilm vorzuschlagen. Sie erklärte sich einverstanden und so entstand mit Ko-Regisseur Danny Salemme, in einem einzigen Nachtdreh unter Pandemie-Bedingungen, dieser Ein-Frau-Film.

Langenkamp spielt hier eine Frau, die überzeugt ist, irgendjemand oder etwas schleiche in ihr Schlafzimmer und trinkt aus ihrem Wasserglas, während sie schläft. Wir als Zuschauer denken natürlich zunächst „Verdunstung“. Deswegen rückt sie der Frage mit Timer und Klebeband zur Wasserstandsmessung zu Leibe.

Der Film ist ein recht typischer „Youtube Horror Short“, die alle dem recht ähnlichen Schema folgen, aus einer eigentlich mondänen Situation Horror zu ziehen und mit einem gewissen Effektfinale aufzuwarten. ‚Cottonmouth‘ hat aber den Vorteil, dass Heather Langenkamp mitspielt. Auch wenn sie keinerlei Text hat.