‚White Star‘ (1983) – „Future!“

Ihr kennt das sicher auch: man erinnert sich dunkel-neblig an eine Filmszene, die man irgendwann irgendwo gesehen hat. Doch egal wen man fragt, in welchem Forum man Erkundigungen einholen möchte, keiner kennt sie. Schlimmer noch, Leute sind überzeugt man habe sie sich ausgedacht, weil sie einfach zu absurd klingt. So ging es mir knappe 2 Jahrzehnte lang. Die „Fakten“ der Szene, die durch meinen Geist waberte, gestalteten sich wie folgt: der Film spielt in Deutschland. Ein bekannter Hollywood-Darsteller (ich wusste nicht wer) wird auf einer öffentlichen Toilette von mehreren Angreifern zusammengeschlagen. Einer der Angreifer uriniert auf den am Boden liegenden Mann. Die ganze Zeit über ist im Hintergrund das Sterbegeräusch des Automatenspiels Pacman zu hören.

Ich gebe gern zu, diese Beschreibung machte es leicht mir nicht zu glauben. Als ich aber, völlig unabhängig von der Suche nach dem Film hinter der Szene, auf eine Beschreibung von Roland Klicks ‚White Star‘ stieß und dort die Worte „Dennis Hopper“, „Westberlin“ und „Punkszene“ aufeinander folgten, war ich sicher meinen weißen Wal gesichtet zu haben. Und tatsächlich hatte ich Recht. Sogar meine Erinnerung an die Szene war beinahe vollständig richtig. Die Pacman-Sterbegeräusche waren allerdings in der Szene vorher zu hören, als Hoppers Charakter vor seinen Angreifern auf die Toilette flieht. Höchste Zeit, den Film unter die Lupe zu nehmen!

Roland Klick ist kein Name, der in der Riege bekannter deutscher Regisseure allzu oft auftaucht. Aktiv von den 60ern bis in die 80er fällt seine Arbeit genau in die Hochzeit des Neuen Deutschen Films. Genau den empfand Klick jedoch als verkopft und publikumsfeindlich. Er wollte Action-orientierteres Kino machen, wie etwa seinen Neo-Western ‚Deadlock‘. Ironischerweise war es genau diese Publikumsorientiertheit, die es ihm beinahe unmöglich machte, seine Filme finanziert zu bekommen. Die Filmförderung wollte Wenders und Schlöndorffs und Fassbinders. Klick passte da nicht rein mit seiner oft groben Ästhetik und „flachen“ Geschichten. So wurde er zum Symbol des widerständigen Underground-Filmers.

Für ‚White Star‘ hatte er einen US-Koproduzenten aufgetan, der es ihm ermöglichte Dennis Hopper und Jane Birkin zu engagieren. Dieser Produzent konnte letztlich das Geld nicht aufbringen, woraufhin ein weiterer, deutscher Geldgeber absprang. So hatte Klick gerade noch genug Geld für Hopper. Für alle anderen Rollen engagierte er ein Berliner US-Militärtheater. Fast alle Darsteller außer Hopper waren also G.I.s. Und Hopper brachte ganz eigene Probleme mit sich. Doch bevor wir dazu kommen, schauen wir erst einmal auf die Handlung.

Im Westberlin der frühen 80er ist Kenneth Barlow (Hopper) ein ebenso schmieriger wie abgehalfterter Musikproduzent. In den 60ern hat er mal die Stones gemanagt, sagt er. Heute bleibt ihm nur ein reichlich farbloser Synthi-Pop Bursche, mit dem schönen Namen Moody Mudinsky (Terrance Robay). Um Mudinsky bekannt zu machen und ihn bei einem großen Label unterzubringen und damit seinen eigenen Stern wieder aufgehen zu lassen, würde Barlow alles tun. Da ist es kein Zufall, dass er den ersten Auftritt des Schönlings in einem finsteren Punkschuppen bucht. Hier wird er zunächst mit Bierdosen beworfen, dann hinaus gejagt, wo die Situation, dank eines von Barlow bezahlten Unruhestifters (David Hess) und gezielter Polizeianrufe, zu einer Straßenschlacht eskaliert. Derartige Medienaufmerksamkeit, so erklärt Barlow dem geschockten Mudinsky, sei wichtiger als alles andere im Musikbusiness. Allerdings wird es immer schwieriger in Barlows Vorgehen gezielte Provokation und nicht Selbstzerstörung zu sehen.

Dennis Hoppers Kokainabhängigkeit war schon seit ‚Eays Rider‘ ein ziemlich offenes Geheimnis. Spätestens nach seinem Aufenthalt auf den Philippinen für den Dreh von ‚Apocalypse Now‘ hatte sie aber eine neue Qualität erreicht. Laut Klick war Hopper nur etwa zwei Stunden am Tag in der Lage zu arbeiten. Ruhige Szenen mit ihm zu drehen war jedoch fast unmöglich. Selbst wenn er sich nicht aufregte, weil er seinen Text vergessen hatte, spielte er grundsätzlich mit absolutem Hochdruck. Natürlich sieht man das im Film. Hopper zittert und schwitzt, lacht oder schreit unmotiviert. Statisten lachen hinter seinem Rücken, Terrance Robay scheint gelegentlich wirklich Angst vor ihm zu haben. Das wirklich Merkwürdige aber ist, dass das funktioniert. Der Musikproduzent, der in den Abgrund schaut und sich einredet es wäre der Himmel, der nach jedem Fetzen Aufmerksamkeit geradezu giert, würde sich exakt so benehmen wie Hopper es hier an den Tag legt. Laut, bestimmend und letztlich peinlich. Vermutlich wäre er auch high auf Koks. Koks, das er von Geld finanziert, dass er Moody vorher abschwätzt.

Das Problem des Films sind dann tatsächlich die ruhigen Szenen. Klick und Kameramann Jürgen Jürges versuchten dem „Überdruck“ des Films entgegenzuwirken, indem sie atmosphärische Aufnahmen Berlins einfingen. Leere Straßen am Morgen, eine Bauruine im Nebel. Das war damals sicher ein etwas hilfloser Behelf, heute wirkt es wie eine schön fotografierte Zeitkapsel. Aber klar, der Film hat Löcher. Diese versucht Klick auch mittels eines Radio DJs, der das Geschehen kommentiert und von offensichtlich viel zu teuren Straßenschlachten berichtet, zu stopfen. Klick sagt aber ganz offen, der Film habe immer noch „Überdruck“, da nur die „lauten“ Szenen gedreht wurden. Und dennoch fängt er schöne Momente ein, wenn etwa Hoppers Barlow eine Geschichte über die Stones erzählt und Moody mal ganz schüchtern fragt, ob das denn bei ihm wohl auch mal so sein würde… so mit Groupies und so. Und ich bin fast sicher, dass Hopper hier improvisiert, wenn er antwortet, dass mit Prostituierten da vielleicht was zu machen sei. Interessant dabei ist, dass Klick seinen Barlow nie verurteilt. Oder überhaupt urteilt. Er scheint sich eher als rein beobachtender Erzähler zu sehen, wozu die stimmungsvollen Aufnahmen Berlins ebenfalls passen.

Da funktioniert es auch, dass alle anderen Darsteller, die zum größten Teil nie wieder in Filmen zu sehen waren, neben Hopper völlig untergehen. Natürlich reißt der Kerl alle Aufmerksamkeit an sich, wenn er mit seinem „Future!“ Slogan gegen die verhassten Punks und ihr „No Future!“ anbrüllt, während er selbst seine Zukunft erfolgreich absägt. Hopper selbst war hier auch an seinem Tiefpunkt. Im selben Jahr des Erscheinens des Films verschwand er für mehrere Tage nach einer besonders wilden Nacht. Danach machte er einen Entzug und fand einige Jahre später in David Lynchs ‚Blue Velvet‘ seine Zukunft, wo er den Fiesling Frank spielte, der Barlow wie einen Heiligen aussehen lässt und der ihm allerlei Schurkenrollen in zukünftigen Blockbustern (etwa ‚Speed‘) einbrachte. Klick hingegen fielen bei seinem nächsten Film ‚Schluckauf‘ wieder die Geldgeber weg. Der Film blieb unvollendet und Klick wandte sich der Filmtheorie zu.

Der Film kann auf vimeo über den Kanal der Filmgalerie 451 geliehen oder gekauft werden. Dabei liegt er in der englischen und deutschen Version vor. Ich würde zur englischen raten. In der deutschen haben Klick und Synchronsprecher Christian Brückner versucht Hoppers Darstellung in ein normaleres Maß zu bringen. Das ist erstens zum Scheitern verurteilt, zweitens tut es dem Film nicht wirklich gut.

Die DVD ist von der Bildqualität her absolut nicht zu empfehlen. Was sie jedoch mitbringt ist ein Audiokommentar von Klick. Der erzählt wunderbar aus dem Nähkästchen und beeindruckt mit seiner Kreativität. Einmal haben sie zu lange in die Abendstunden Szenen im Auto gedreht, es war sichtbar dunkler geworden. Da hat klick einfach zwei Szenen nachdrehen lassen. Eine in der das Auto in einen Tunnel hineinfährt, eine andere, wo es wieder herauskommt. Die dunklen Szenen wurden kurzerhand in diesen fiktiven Tunnel verlegt. Derartige Ideen beeindrucken mich meist mehr als teure Spezialeffekte.

Der Film lohnt sich, auch wenn man nicht über ein Jahrzehnt danach gesucht hat. Eine Performance wie die von Hopper kriegt man sicher nicht alle Tage zu sehen und der Blick in die finsteren Seiten Berlins der frühen 80er ist faszinierend. Ich werde weiter ins Kino von Klick einsteigen. Mehrere weitere Filme von ihm sind ebenfalls bei der Filmgalerie 451 verfügbar.

Ist der wirklich sooo schlecht? ‚Super Mario Bros‘ (1993)

Es ist 1993 und Videospielklempner Super Mario liegt in weltweiter Bekannt- und Beliebtheit irgendwo zwischen Superman, Micky Maus und Michael Jordan. Roland Joffé, Regisseur mehrerer respektabler Filme (u.a. ‚The Mission‘) und Chef der kleinen, britischen Produktionsfirma Lightmotive hat ein ‚Super Mario Bros‘ Skript auf der Hand. Da ist er sicherlich nicht der einzige, doch hat er das Glück, dass der Schwiegersohn von Hiroshi Yamauchi, dem Präsidenten von Nintendo, ihm ein Treffen mit diesem reichsten Mann Japans vermittelt. Joffé fliegt also nach Kyoto und Yamauchi lässt in warten. 10 Tage lässt er ihn warten, bis er ihn vorlädt. Joffé zeigt ihm die erste Fassung seines Skripts, dem Vernehmen nach eine lustige Geschichte, in der Mario und Luigi eine Prinzessin namens Hildy aus den Fängen des fiesen Koopa befreien, rückblickend häufig verglichen, mit dem Stil des späteren ‚Shrek‘. Dann geschieht das fast Unglaubliche: Yamauchi ist nicht nur überzeugt, er  überträgt temporär die Nutzungsechte für Mario an Joffés vergleichbar kleine Firma. Ein für Kontrollfreak Yamauchi außergewöhnlicher Schritt, den er und seine Nachfolger, aus offensichtlichen Gründen, bislang nicht wiederholt haben.

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Nutzen wir die Screenshots für die Suche nach meiner Lieblingsszene. Kandidat 1: Die Szene in der Marios Genitalien entlaust werden

Joffé versucht ‚Und täglich grüßt das Murmeltier‘ Regisseur Harold Ramis für das Projekt zu gewinnen – ohne Erfolg. Danny DeVito soll sowohl Regie führen, als auch die Hauptrolle spielen. Er sagt nein. Tom Hanks würde gern Mario spielen, will aber zu viel Geld. Arnold Schwarzenegger sagt nein zur Rolle des King Koopa, ebenso wie Michael Keaton. Schließlich wird Bob Hoskins für Mario engagiert, John Leguizamo für Luigi und Dennis Hopper als King Koopa. Als Regisseure werden Rocky Morton und Annabel Jankel angeheuert. Die beiden waren vorher für *schauder* ‚Max Headroom‚ verantwortlich. Das Skript wird mit jeder Fassung (und davon gibt mindestens vier) mehr Science Fiction und vor allem düsterer (nicht überraschend, siehe MMmmmmMax fucking HeadHeadHeadHeadroom). Einige Wochen vor Filmbeginn bricht im Produktionsstudio Panik aus: Wer mag Mario? Kinder! Wer mag düstere SciFi? Nicht Kinder!  Also werden schnell „komische“ Elemente in das Skript eingefügt. Die vertragen sich aber nicht mit den bereits fertigen Kulissen und Kostümen und nicht mit dem, was die Regisseure wollen. Und so nimmt das Unheil seinen Lauf.

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Kandidat 2: Die Szene in der ein Wachmann in einer Pfütze flüssiger Fäkalien ausrutscht

Der Meteorit vor 65 Millionen Jahren hat die Dinosaurier nicht etwa ausgelöscht, sondern in eine Parallelwelt transportiert, wo sie eine eigene Evolution durchmachten, die bei menschenähnlichen Wesen endete. Vor 20 Jahren hat Koopa die Herrschaft über die einzig bewohnbare Region dieser Parallelwelt, Dinohattan, von der Königsfamilie übernommen. Diese hat  die kleine Prinzessin Daisy in unserer Welt, in Manhattan, in Sicherheit gebracht. Dort leitet sie jetzt als Studentin eine Ausgrabung unter der Brooklyn Bridge. Durch diese Ausgrabung wird aber das Tor zwischen den Welten wieder geöffnet und Koopa schickt zwei idiotische Gefolgsleute, um Daisy zu entführen, bei der er das Geheimnis vermutet beide Welten wieder zu vereinen (unter Koopas Herrschaft natürlich). Seine Gefolgsleute sind aber zu doof, um Menschen zu unterscheiden und entführen daher eine ganze Reihe Frauen aus Brooklyn (unter anderem Marios Freundin), bevor sie die richtige Daisy erwischen, die inzwischen eine Beziehung mit Luigi hat. Mario und Luigi durchqueren das Weltenportal und werden verhaftet. Koopa will sie mittels einer Maschine „deevolutionieren“, doch die Brüder (die übrigens Mario mit Nachnamen heißen) können entkommen. Gemeinsam mit Helfern aus der Dinosaurierwelt (unter anderem dem Gitarristen Toad, der zu einem Goomba deevolutioniert wird) gelingt es den Klempnern Koopa im Moment seines Triumphes zu stoppen und ihn seinerseits zu einem primordialen Schleim zu deevolutionieren, bevor sie mit den befreiten Frauen aber ohne Daisy in unsere Welt zurückkehren.

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Kandidat 3: Die Szene mit Mario und dem Dekollete einer stämmigen Dame in SM-Montur

Kenner der Spiele werden sicher verwundert sein über Begriffe, wie Deevolution oder überhaupt eine sterbende, dystopische Parallelwelt. Hier gibt es Flammenwerfer, statt Feuerblumen, Mad Max Autos statt Karts und Yoshi ist ein realistisch aussehender Raptor, deprimiert und an die Wand gekettet (und am Ende in den Hals gedolcht, yay?). Die farbenfrohe Welt Marios wird eingetauscht gegen eine dreckige, finstere Zukunftsvision, mit King Koopa als gewähltem Präsidenten (was?).  Die, im Spiel als Extras sammelbaren, Pilze sind hier ersetzt durch schleimige Schimmelhyphen, die die gesamte Parallelwelt durchziehen und sich am Ende als der, von Koopa deevolutionierte, rechtmäßige König herausstellen. Wer die begleitenden Screenshots studiert hat wird merken: die Filmemacher interessieren sich keinen Deut für die Mario Atmosphäre.

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Kandidat 4: Die Szene, die in der letzten Minute des Films ein Sequel vorbereiten möchte: „Ihr werdet nicht glauben, was passiert ist!“ sagt Daisy, als sie bei den Brüdern auf der Matte steht. Wir werden es zum Glück nie erfahren

Von der berühmten Videospielmusik sind ganz am Anfang ein paar Takte zu hören, ansonsten gibt es Möchtegern-Danny-Elfman- Gedudel und Roxette. Wenn ihr zu jung seid, um euch an Roxette zu erinnern, schaut es nicht nach. Lohnt nicht. Nur so viel: die Anwesenheit Roxettes ist besser geeignet als jede C14 Probe, um den Film auf die frühen 90er zu datieren. Yeah, wer möchte schon einige der eingängigsten Melodien der Spielgeschichte hören, wenn man statt dessen eine  langweilige Schwedenpopband (also nicht ABBA) hören kann.

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„Hey Lady, ich hätte in ‚Jurrasic Park‘ sein können *seufz*“

Okay, Sets, Kostüme, Geschichte und Musik sind also unpassend zur Vorlage, zutiefst unsympathisch oder einfach schlecht. Aber Hoskins und Hopper und Co. sind immerhin talentiert, die können noch was retten, oder? Haha, nein Hoskins, normalerweise eine gute Laune ausstrahlende Charmekugel, spielt Mario Mario (ugh!) stets genervt, ungeduldig oder besserwisserisch. Wenn „Captain“ Lou Albano, Bob Hoskins bei der Darstellung eines Charakters überflügelt läuft irgendetwas ganz gehörig falsch. Hopper wirkt schlicht verwirrt. Und ich kann es ihm nicht übelnehmen. Sein Koopa hat eine Ansteckungsphobie/Sauberkeitsfimmel, was wohl im Kontrast zu den, den Umgang mit Exkrementen gewohnten Klempnern stehen soll und den tollen Satz motiviert, den er während eines Schlammbades äußert: „Weißt Du warum ich Schlamm liebe? Weil er sowohl dreckig als auch sauber ist.“ Profund, Herr Koopa, fast so sehr, wie die Ausführungen eines gewissen Anakin zum Thema Sand. Im späteren Film entwickelt sich ein Running Gag, dass Koopa auf die Lieferung einer Pizza wartet. Mir wurde erst beim dritten Mal, dass er fragte klar, dass das als Gag gedacht war, so unlustig ist es. John Leguizamo ist hier als sexy Leading Man Luigi fehlbesetzt und es soll noch bis (Ist der wirklich sooo schlecht-Kandidat) ‚Spawn‘ dauern, bis man seine eigentlichen Qualitäten entdeckt und ihn als widerlichen Clown besetzt. Samantha Mathis als Daisy ist anwesend.

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Bob Hoskins, wenn man ihn auf SMB ansprach

Aber hey, sollen sich ein paar Beteiligte selbst äußern. Bob Hoskins 2007 zu ‚The Guardian‘: „Die gesamte Erfahrung war ein Alptraum“ und „Das Schlimmste woran ich je mitgearbeitet habe“ Okay, das war deutlich.  Hatte Hopper Spaß? Er sagte 2008 zu AVClub: „Es war ein Alptraum, ganz ehrlich, das Regisseurteam war ein Ehepaar, beides Kontrollfreaks, die aber nicht miteinander redeten bevor sie Entscheidungen trafen. Wie auch immer, ich war für 5 Wochen gebucht, verbrachte da aber 17“ Hm, ich erkenne die Wiederholung eines bestimmten Wortes. Leguizamo seinerseits erzählt in seiner Biographie, wie er und Hoskins sich besoffen hätten, wissend, wie furchtbar der Film würde. Die Regisseure ihrerseits beschweren sich über das Studio und Dennis Hopper. Spaß hatte folglich niemand und man merkt es.

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Dennis Hopper hat seine Hände in Wachs getaucht. Warum weiss er selber nicht. Man beachte die Lisa Simpson Gedächtnis Frisur.

Um also die anfängliche Frage zu beantworten: ja, ‚Super Mario Bros‘ ist sooo schlecht, wenn nicht gar noch schlechter. Solltet ihr ihn euch ansehen? Wenn ihr irgendeine Affinität zu Mario habt und sei es nur Nostalgie würde ich sagen: ja, auf jeden Fall. Es ist faszinierend zu sehen, wie der Film alles missversteht oder verdreht, was den Charme der Hüpfspiele ausmacht und auf eine erstaunlich unkreative Dystopie aufpfropft. Und die mangelnde Kreativität ist hier eines der Hauptprobleme. Hätten die Macher die Spielhinterfründe ignoriert und etwas cleveres Neues geschaffen hätte ich kein Problem damit. Aber so. . . Wenn ihr keinerlei Affinität habt, dann sicherlich nicht. 100 Minuten weitgehend freudlose frühe 90er Jahre Lärmerei. Da kann man stattdessen auch zwei Roxette Alben hören während man den Kopf in einen Eimer „Slime“ steckt (nur echt von Mattel!).