Newslichter Ausgabe 159: Horror Reboots und Disney-Gründungen

Willkommen bei Ausgabe 159 des Newslichters. Hm. Letzte Woche habe ich einen ganz normalen Newslichter für diese Woche versprochen. Und was man verspricht muss man bekanntlich auch halten. Problem dabei ist, dass ich auch diese Woche wieder ernsthafte Schwierigkeiten hatte interessante/unterhaltsame Themen zu finden. Hab ich halt keinerlei Kontrolle drüber. Daher hier ein etwas magererer Newslichter als üblich. Hey, kann ich mal wieder ein paar wirklich bizarre Nachrichten haben? Was macht der ‚Tetris‘ Film (Verzeihung, die Trilogie!) zum Beispiel?!* Ach egal, legen wir los!

Victor Miller hält Rechte am originalen ‚Freitag der 13te‘

Seit dem mäßigen Remake von 2009 ist es erstaunlich ruhig geworden am Crystal Lake. Jason Vorhees (und seine Mutti) scheinen nicht länger umzugehen. Dass liegt an der US-Justiz. Aber anders als man vielleicht annehmen würde. Der Autor des ersten ‚Freitag der 13te‘, Victor Miller, hat auf Rückerhaltung seiner Rechte am Drehbuch geklagt, wozu, laut US-Recht, jeder Autor nach 35 Jahren berechtigt ist. Der Produzent der Reihe, Sean Cunningham, reagierte mit einer Gegenklage und verklagte gleich selbst noch mehrere Studios. Wenigstens der Miller Prozess scheint nun beendet und die Rechte am Buch zum ersten Film liegen wieder bei Miller. Die Frage ist, was der nun damit anfangen kann. Ein Remake vom ersten Teil? Eine Fortsetzung wäre nur mit den von ihm geschaffenen Figuren, nämlich Pamela Vorhees (die Mörderin in Teil 1, wie jeder außer Drew Barrymore weiß) und Jason als untotem Jungen, als der er in einer Traumszene zu sehen ist. Wobei Miller auch früher schon sehr deutlich gemacht hat, dass er Jason als erwachsenen Killer eh doof findet. Aber findet man Finanzen und Publikum für einen Freitag den 13ten ohne den müffelnden Meuchler? Ich meine, Jason Blum spechtet ja bereits auf ein Reboot, aber ohne den missmutigen Hockeyfan? Sehe ich jedenfalls nicht, dass das funktioniert.

Pinhead unter Aufsicht von Clive Barker zurück

Aber wo wir ohnehin gerade von zurückerhaltenen Rechten sprechen: Autor/Regisseur Clive Barker hat schon vor einiger Zeit die Rechte an ‚Hellraiser‘ zurückerlangt. Nachdem die Reihe über Jahrzehnte übel heruntergewirtschaftet wurde, darf man nun vielleicht eine Rückkehr zur eklig-atmosphärischen Qualität des Originals erwarten. Natürlich wird der neue Film ein Reboot. Regie führen wird David Bruckner (‚The Ritual‘), die Rolle von Pinhead übernimmt Jamie Clayton (‚Sense8‘). Die Story wird von David S. Goyer stammen, basierend auf Barkers ‚Hellbound Heart‘ Kurzgeschichte. Und vor allem wird Barker halt auch die Aufsicht über das Geschehen haben. Das klingt alles ziemlich gut, allein das Erscheinen bei Disney+ lässt eine besorgte Augenbraue in die Höhe schnellen als würde sie von einem Haken gezogen. Disney will seinen Streaming Dienst ja sehr familienfreundlich halten, ein guter ‚Hellraiser‘ ist aber von „familienfreundlich“ so weit entfernt wie ich vom Lösen eines Rubix Würfels (weswegen ich mir wohl auch nie Sorgen um die Hellraiser Puzzlebox machen müsste). Aber offenbar hat der Dienst ohnehin gerade eine an Erwachsene gerichtete Unterkategorie eingerichtet. Von daher kann es wohl auch dort was werden. Ich bin vorsichtig gespannt.

Film über die Gründung von Disneyland

Apropos Disney. Regisseur David Gordon Green weiß jetzt wohl schon, wo er hinfahren wird, sobald seine Arbeit in Haddonfield mit ‚Halloween Ends‘ abgeschlossen sein wird. Nach Disneyland. Beziehungsweise zur Gründung von Disneyland 1955. Um Walt Disneys großes Traumprojekt, das ihn mehr und mehr von den Zeichentrickfilmen ablenken sollte, wird es in einem Film unter seiner Regie gehen. Wer die Hauptrolle übernehmen wird ist noch nicht klar. Auch nicht wann genau der Dreh stattfindet. Wohl aber, dass der Film bei Disney+ exklusiv erscheinen wird. Womöglich muss er als Teil der neuen Initiative von Disney gesehen werden, ihre berühmten Freizeitparkattraktionen in andere Medien zu übertragen. Bislang hatte das ja nur mit den ‚Pirates of the Caribbean‘ funktioniert, doch ‚Jungle Cruise‘ dürfte nun sicher für mehr Nachschub sorgen.

Wir sehen uns nächste Woche. In welcher Form wage ich kaum vorherzusagen…

*die Antwort ist, dass man davon seit 2017 nix Neues gehört hat…

‚Devil’s Rain – Nachts, wenn die Leichen schreien‘ (1975)

Im Sinne der Genauigkeit möchte ich direkt darauf hinweisen, dass in diesem Film keinerlei Leichen schreien. Das haben die deutschen Titelgeber wohl auch gemerkt und ihn später in ‚Nachts, wenn die Zombies schreien‘ umbenannt. Doch auch von Untoten ist hier keine nächtliche Ruhestörung zu erwarten. Dies ist ein Film, der voll auf der okkulten Welle der 70er mitschwimmt. Aber ‚Nachts, wenn die Satanisten skandieren‘ hat vermutlich einfach nicht denselben Klang. Unter dem Titel der Überschrift taucht er heute auf Streaming-Plattformen auf (oder auch nicht, er ist nicht sooo leicht zu finden). Haben wir zur Falschaussage also immerhin auch den Originaltitel. Jetzt aber zum Film (es ist eigentlich immer ein Qualitätsmerkmal, wenn ein Film ca. vier verschiedene deutsche Titel hat, oder?).

‚Devil’s Rain‘ wurde, aus mir gänzlich unverständlichen Gründen, bislang noch nicht als Kultfilm (im wahrsten Sinne des Wortes…) wiederentdeckt. Dabei hat Regisseur Robert Fuest, bekannt für die beiden Dr. Phibes Filme, eine Art campy, 70er Jahre Vorläufer der ‚Saw‘-Filme, aber mit Vincent Price und daher 258% besser, hier einen absolut eindrucksvollen Cast zusammengetrommelt. Aber bekannt ist ‚Devil’s Rain‘ eigentlich nur für exakt eine Sache. Der Gesichtsabdruck von William Shatner, der für diesen Film erstellt wurde, diente auch als Vorlage für jene Captain Kirk-Halloween-Maske, die, erheblich modifiziert, das Gesicht von Michael Myers in John Carpenters ‚Halloween‘ verbergen sollte. Tatsächlich erinnert Shatner in der zweiten Filmhälfte hier, wenn seine obere Gesichtshälfte von einer prothetischen Maske bedeckt ist, frappierend an den Slasher. Aber wir wollen hier ja nicht über den einen bekannten Fakt reden, sondern den Film an sich.

Mark Preston (Shatner) und seine Mutter (Ida Lupino) warten während eines Unwetters auf Marks Vater. Doch als der auftaucht kann er nur noch einige kurze Sätze Exposition herausbringen, bevor er in eine wächserne Substanz zerfließt, scheinbar vom Regen geschmolzen. Kurz darauf wird Marks Mutter entführt. Hinter all dem steckt der satanische Kultführer Corbis (Ernest Borgnine), der ein Buch erpressen will, dass seit Jahrhunderten im Besitz der Prestons ist. Als Mark in die Wüsten-Geisterstadt Red Sand fährt, um nach Corbis und seiner Mutter zu suchen, verschwindet auch er. Nun macht sich sein älterer Bruder Tom (Tom Skerrit), ein Wissenschaftler, der das Paranormale untersucht, auf die Suche, begleitet von seiner Frau Julie (Joan Prather) und seinem Kollegen Sam Richards (Eddie Albert). Womöglich wird ein Jahrhunderte alter, satanischer Familienzwist hier sein Ende finden.

‚Devil’s Rain‘ hält sich gar nicht erst mit einem ersten Akt auf, in dem wir die Charaktere kennen lernen. Quasi sofort sprechen die Charaktere mit großer Selbstverständlichkeit über „das Buch“, „Corbis“ und den Satan. Keine Sorge, scheint Fuest sagen zu wollen, ihr versteht das schon früher oder später. Und falls nicht ist es auch nicht so schlimm. Denn nach 15 Minuten sind wir in der Wüste und die Teufelei geht ohnehin los. Und, ganz ehrlich, das kann ich respektieren. Gerade bei einem 70er Jahre Horrorfilm. Vergleicht man das nämlich mit einem Film wie ‚Rabbits‘/‘Night of the Lepus‘ mit Shatners Enterprise Kollegen DeForest Kelley, einem Film um bösartige Riesenkaninchen(!), wird der Unterschied klar. Jeder, der den Film sieht wartet nur auf Karnickel mit Ketchup am Maul, die „bedrohlich“ um Miniaturhäuschen hoppeln. Doch bevor er seine wunderbar irrsinnige Prämisse einlöst, hat der Film unerträglich ernsthafte Laborszenen und ewige Dialoge gesetzt. ‚Devil’s Rain‘ hingegen weiß genau was wir sehen wollen: satanische Kultisten, die Vanille- und Waldmeisterpudding bluten, Ernest Borgnine, der in hervorragend gemachter, aber wahnsinnig alberner Ziegenmannmaske augenrollend den Hohepriester gibt und schließlich der titelgebende Devil’s Rain selbst, der eine Satanistenmassenschmelze auslöst, die auch heute noch ein durchaus effektiver, praktischer Effekt ist.

All das soll übrigens keineswegs bedeuten ‚Devil’s Rain‘ würde sich nicht ernst nehmen, im Gegenteil. Genau das macht nämlich einen guten Teil des Spaßes aus. Das Robert Fuest hier einen erstaunlichen Cast versammelt hat, der das Thema „Satanisten in einer Western-Geisterstadt“ mit völligem Ernst angeht. Keiner tanzt hier aus der Reihe. Der sonst oft so joviale Borgnine gibt seinen Corvis reichlich bedrohlich, Shatner gibt mal nicht den Helden, sondern eines der Opfer und selbst ein Hollywood Urgestein wie Ida Lupino spielt hier einen Gutteil des Films mit einer augenlosen Maske mit völliger Ernsthaftigkeit. Ach ja, und ein gewisser John Travolta hat hier seinen ersten Kinofilmauftritt, der fast nur darin besteht von Tom Skerrit vermöbelt und eine Treppe runtergeworfen zu werden. Aber mit aufs und abs kennt er sich ja aus. Allerdings ist es Jahrzehnte nach der „satanic panic“ sehr schwer (oder fast unmöglich) diese geballte Ernsthaftigkeit nachzuvollziehen und nicht komisch zu finden. Insbesondere bei einem Film, der Anton Szandor LaVey, Gründer der „Church of Satan“ als „technischen Berater“ (und für eine Minirolle) anheuert. Es ist schwer nicht zu grinsen, wenn man sich vorstellt, wie ihn jemand am Set fragt, ob das so „satanisch korrekt“ ist, während Borgnine in voller Maskerade herumläuft.

Obwohl ich hier nun die „trashigen“ Elemente des Films deutlich in den Vordergrund stelle (weil sie der Grund sind, warum ich immer wieder mal zu ihm zurückkehre), soll das nicht heißen, dass Fuest und Kameramann Alex Phillips nicht durchaus stimmungsvolle Bilder gelingen. Die Silhouetten schwarzberobter Gestalten vor einem Sonnenuntergang in der Wüste etwa wissen durchaus zu gefallen. Und die zerfließenden Menschen am Ende haben schon etwas von einem Hieronymus Bosch-Gemälde. Die Maskenbildner lassen an ihrer Kunst ohnehin keinen Zweifel. Es ist bedauerlich, dass der totale Flop dieses Films Fuests Kinokarriere quasi (abgesehen von ‚Aphrodite‘, einem Erotikfilm mit Horst Buchholz) beendete.

Diese Mischung aus Okkultismus und Gothic-Ästhetik in einem Westernsetting ist durchaus ziemlich einmalig, so wenig gruselig das letztliche Produkt auch sein mag. Es würde mich wundern, wenn der Film nicht ein erheblicher visueller Einfluss auf meinen liebsten 90er Jahre Shooter ‚Blood‘ gewesen wäre. Vielleicht mag ich ihn auch deshalb so gern. Würde ich ihn empfehlen? Tja, wollt Ihr Ernest Borgnine als Ziegenmann sehen? Shatner, der aussieht wie Michael Myers? Die Captains Kirk der Enterpise und Dallas der Nostromo als Brüder? Gelungene Maskeneffekte und jede Menge schmelzendes Wachs vor preisgünstiger Kulisse? Wenn Ihr auch nur eine dieser Fragen mit ja beantwortet und ca. 80 Minuten Zeit habt, haut rein! Was habt ihr zu verlieren? Außer Eurer Seele! Mwahahaha!

Newslichter Ausgabe 158: Buuuhslichter

Willkommen bei Ausgabe 158 des Newslichters. Weil der gar gruuuselige Monat Oktober angefangen habe, präsentiere ich Euch heute den Buuuhslichter. Wenig Informationsgehalt, aber viel Grusel! Und das hat wirklich nur mit dem Oktober zu tun und überhaupt nichts damit, dass ich größte Schwierigkeiten hatte interessante News zu finden und keinerlei Lust hatte schon wieder die Klatschspalte zu machen. Nur um das Konzept kurz zu verdeutlichen: die eigentlich News stimmt (soweit ich weiß), nur meine Erklärung ist gruUuseliger Unsinn (hoffentlich…)! Rennen wir weg!

‚Meisterdetektiv Pikachu 2‘ gekippt

Studio Legendary hatte die Fortsetzung schon angekündigt bevor der erste ‚Meisterdetektiv Pikachu‘ überhaupt im Pokemon Universum ermittelte. Auch ein Drehbuch soll es bereits geben, doch die Verantwortlichen bei der Nintendo-Tochter The Pokemon Company haben die Lizenz nun wohl überraschend anderweitig vergeben. An Netflix. Hier soll eine dem Film thematisch sehr ähnliche Serie entstehen.

Erklärung: Nun, hier ist recht eindeutig, was passiert ist. Gestaltwandelnde Aliens haben die Entscheidungsträger bei der Pokemon Company ersetzt. Und die wollen lieber zu Hause Fernsehen schauen als ins Kino gehen. Denn dort ist die Wahrscheinlichkeit geringer, dass jemand bemerkt, dass sie weder die Uvula noch den linken, kleinen Zeh glaubhaft nachformen können. Wegen ersterem weigern sie sich auch AAAHHH zu sagen. Darauf sollten Ärzte achten! Die Tatsache, dass ihre unvollkommene Nachbildung eines kleinen Zehs einen Durcmesser von etwa 30 cm hat wird ebenfalls von Experten als „auffällig“ bezeichnet!

Daniel Craig schlägt nächsten Bond vor

Auch Daniel Craig kann sich der Spekulation um seinen Nachfolger im Agenten-Smoking nicht entziehen. Im Gespräch mit Sky Sports gab der überzeugte FC Liverpool Fan einen in diesem Zusammenhang  bislang nicht so häufig gehörten Namen ins Spiel: Jürgen Klopp.

Erklärung: Klopp braut einen herausragenden Wunschpunsch.

‚Gladiator 2‘ kommt

Seit ziemlich genau 20 Jahren gibt es Gerüchte um eine Fortsetzung zu Ridley Scotts Römertopf ‚Gladiator‘. Von einer irrsinnigen Reinkarnationsgeschichte, die Maximus jeden Krieg bis zur Invasion des Irak miterleben lässt bis hin zum Standard-Sequel. Und was Scott jetzt ankündigt klingt eher nach letzterem. Der Film soll 25 Jahre nach dem letzten spielen und Lucius, den Sohn von Lucilla (Connie Nielsen) aus dem ersten Teil zum Hauptcharakter haben.

Erklärung: Okay, hier ist die Erklärung weit weniger simpel! Römische Totengeister, oder Larvae, ziemlich übellaunig, weil sie seit mehr als tausend Jahren keine Opfergaben mehr bekommen haben, haben versucht die Leichen römischer Zenturionen wiederzubeleben, um grausige Rache zu nehmen. Bloß war von denen nix mehr übrig. Das waren quasi kleine Erdhaufen, die sich kurz aufrichteten. Doch was ist das? Die Leiche vom Gladiator ist erst 20 Jahre alt! Da lässt sich doch noch was machen! Und nun planen sie diesen Film ins Gesicht des ahnungslosen Publikums abzufeuern, wie eine Manuballista! Also mit viel Kurbeln zwischendurch!

Simpsons Staffel 32 bei Pro7 und Disney+

Die 32ste Staffel der gelben Familie läuft bei Pro7 und dem deutschen Disney+ an.

Erklärung: Zombies.

So, das war es. Ich hoffe Ihr bekommt keine Alpträume. Wir sehen uns nächste Woche wieder. Zu einem ganz normalen Newslichter! Alles andere wär ja ein billiger Jump Scare.

‚Psycho Goreman‘ (2020) – „I’m the frigging best!“

Ich war dem ‚Psycho Goreman‘ gegenüber ja zuerst ziemlich skeptisch eingestellt. Sicher, der Trailer sieht schon sehr cool aus, aber das tat der Trailer zu Indie-Filmteam Astron 6 Film ‚The Void‘ auch. Und da hat mich der Film dann letztlich enttäuscht. ‚Psycho Goreman‘ hat mich nicht nur nicht enttäuscht, er hat mich sogar ziemlich begeistert. Mehr als ich je von einem Retro-Kitsch Gummianzug Gespladdere erwartet hätte. Weil er wunderbar albern ist. Und Herz hat. Verdrehtes, finsteres, herausgerissenes Herz, aus dem irgendeine verdächtige Flüssigkeit suppt. Also los, graben wir den Psycho Goreman (ab jetzt PG) aus!

Die Geschwister Mimi (Nita-Josee Hanna) und Luke (Owen Myre) entdecken beim Spielen einen merkwürdigen Kristall. Dieser Kristall versiegelte das Gefängnis eines Wesens (Matthew Ninaber), das alles Leben im Universum auslöschen wollte, aber von einer Allianz von Aliens unter Führung der fanatischen Templars hier eingesperrt wurde. Mini-Tyrannin Mimi nimmt den Kristall natürlich an sich und befreit damit nicht nur den allmächtigen Warlord, sondern zwingt ihn auch unter ihre Kontrolle. Sie tauft ihn PG und lässt ihn allerlei ebenso alberne wie schreckliche Dinge tun, vor allem aber natürlich ihren Bruder piesacken. Doch PG hat inzwischen seine früheren Verbündeten, die Obsidian Paladine, gerufen, die den Kristall von Mimi zurückholen sollen, damit er sie, die Menschheit und schließlich das ganze Universum seiner grausamen Rache unterziehen kann. Doch auch die Templars haben PGs Befreiung registriert. Und die fanatische Pandora (Kristen MacCulloch) ist auf dem Weg ihn endgültig zu zerstören… und nebenbei die Menschheit der absoluten Herrschaft der Templars zu unterwerfen.

Über das Budget von ‚PG‘ gibt es unterschiedliche Angaben, von gut 600.000 Dollar bis 1,5 Millionen. Welche Angabe auch immer richtig ist, was zu allererst auffällt ist wie weit der Film über sein Budget hinauswächst. Der Film ist eine alberne Hommage an 80er/90er Cartoons mit der Kind/Monster-Freundschaft eines ‚Monster Squad‘ oder auch ‚Terminator 2‘. Aber damit gibt er sich nicht zufrieden, sondern spannt auch noch ein galaktisches Panorama, mit einer beeindruckenden Alien und Landschaftvielfalt, auf. All das mit praktischen Effekten, die einerseits beeindruckend sind, andererseits natürlich oft genug als die Latex-Anzüge erkennbar sind, die sie sind. Doch spielt der Film diesen Monster-Aspekt mit vollkommenem Ernst aus. Nie zwinkert er dem Publikum zu, was Situationen oder Figuren angeht. Die Absurdität erwächst aus dem Dargestellten selbst, spätestens natürlich, wenn man die zehnjährige Mimi in das Geschehen verwickelt.

Mimi, so scheint es in anderen Rezensionen, ist für viele ein Problem am Film. Das geht mir überhaupt nicht so. Sie ist natürlich ein Charakter, der völlig „over-the-top“ ist. Sie ist das Kernbeispiel dafür, wie der Film mit Erwartungen spielt. Natürlich erwartet man, dass sie im Laufe des Films eine Lektion lernt, sich ändert, versteht, dass sie ihre Umgebung nicht terrorisieren sollte, die Welt nicht einfach nach ihrem Willen formen kann und womöglich sogar PG zwingt gut zu sein und der es auch letztlich versteht. Ich hoffe ich spoilere nicht zu viel, wenn ich sage, dass das wahre Ende des Films ist deutlich verdrehter ist. Und Mimi lernt keinerlei Lektion. Sie singt ein Lied über sich selbst mit dem Titel „I’m the frigging best“ (das Hintergrundmusik für die Szene ist, in der sie neue Outfits für PG auswählt…) und meint das vollumfänglich ernst. Okay, und sie bringt ihren Bruder nicht um. Der einzige Unterschied zwischen Mimi und PG sind ihre körperlichen Fähigkeiten. Ehrlich gesagt hätte ich vor Mimi vermutlich mehr Angst…

Aber dieses Spiel mit Erwartungen betrifft nicht nur Mimi. So verwandelt PG einen Jungen, in den Mimi verknallt ist, in einen schleimigen Blob. Keiner der anderen Charaktere, einschließlich seiner Eltern, nimmt das in irgendeiner Art zur Kenntnis. Und auch Mimi mag ihn immer noch. Die Beziehung von Lukes und Mimis Eltern (Alexis Hancey und Adam Brooks) beginnt wie eine typische Sitcom Beziehung mit dem faulen, verrückten Ehemann und der vernünftigen Frau verändert sich dann über den Film hin aber langsam zu einer realistischen, finsteren Darstellung einer solchen Beziehung (die womöglich einige Antworten liefert, warum Mimi ist wie sie ist). Und natürlich die Tatsache, dass die „guten“ Templars wenig besser sind als der „böse“ PG.

Aber gut, der Hauptgrund warum man einen Film mit einem Titel wie ‚Psycho Goreman‘ schaut sind natürlich die praktischen Effekte. Und die sind grandios. Ganzkörperanzüge, Puppen und gelegentlich sogar Stop-Motion kommen zum Einsatz und zeigen eine unfassbare Kreativität. Der Film ist nicht einfach nur Hommage an alte Monsterfilme, er schafft es, wenigstens in mir, das Gefühl auszulösen als wäre man wieder zwölf und würde einen seltsamen Monsterfilm im Fernsehen schauen, wenn die Eltern irgendwo eingeladen sind und man eigentlich längt im Bett sein sollte. Da ist ein lebendes Fass voller Leichenteile, das Blut verspritzt. Eine merkwürdige Schamanin mit Puppenkopf. Und das verstörende Engeldesign der Templars. PG selber mit seinen Stacheln und Venen könnte vermutlich auch als Monster bei den ‚Power Rangers‘ (den alten) durchgehen. Und meine Güte, das Schicksal eines Polizisten (das ich hier nicht spoilern möchte) ist derart finster, aber derart perfekt albern gespielt, dass ich vor Lachen fast auf dem Boden lag. Zum Ende hin drohen die wiederholten Kämpfe zwischen den Monstern, die natürlich mit reichlich Kunstblut einhergehen, etwas eintönig zu werden. Doch auch hier durchbricht der Film dann auf wunderbar alberne Weise die Erwartungen, wenn er eine andere Art von Duell stattfinden lässt. Tricktechnisch vielleicht am beeindrucktesten sind aber die Rückblenden, wenn PG von seinen alten Schlachten berichtet, bei denen er ganze Planeten in Schutt und Asche gelegt hat und die jedes Mal nach einigen Sekunden von Mimi als öde unterbrochen werden.

Ich hoffe es ist deutlich geworden, dass ich mit dem Film sehr viel Spaß hatte. Würde ich ihn grundsätzlich jedem weiterempfehlen? Sicherlich nicht. Aber falls irgendwas im Text interessant klang, oder der Trailer interessant aussieht, dann gebt ihm auf jeden Fall eine Chance. Der Film hält ziemlich exakt was der Trailer verspricht. Falls der aber in Euren Augen blöd aussieht, wird Euch der Film auch nicht mehr positiv überraschen.

Mir jedenfalls hat er gut genug gefallen, dass ich fast ‚The Void‘ nochmal ne Chance geben möchte. Vielleicht war ich bloß schlecht gelaunt, als ich den gesehen habe.

Der Oktober ist da! Gruselfilm-Monaaat!!!

Man mag von importierten Halloween-Bräuchen halten was man will. Man muss nicht daran glauben, dass die Grenzen zur Geisterwelt gerade im frühen Herbst besonders dünn werden. Man muss nicht mal unbedingt an eine „Geisterwelt“ glauben. Aber wenn mir die Welt schon einen Vorwand liefert einen Monat lang nur gruselige Filme zu schauen, dann nutze ich den auch. Nicht dass ich ihn unbedingt bräuchte, aber wenn er halt nun mal schon da ist…

Doch dieses Jahr soll es hier auf der Filmlichtung nicht nur um gruselige Filme gehen. Dieses Jahr möchte ich auch einmal über Grusel in anderen Medien schreiben. Manche offensichtlich, andere, vielleicht, überraschend.

Falls sich Leute, die hier schon länger lesen fragen, wo denn bloß der Herr Legosi ist, vormals schließlich Oktober-Stammgast, dann muss ich sagen, ich weiß es nicht. Er ist nicht an seinem Platz im Schrank. Und das bereitet mir ein wenig Sorge. Ich habe schon unter dem Bett nachgesehen, aber das wäre wohl zu offensichtlich für ihn. Naja, ich werde die nächsten Tage einfach mal die Ohren offen halten, ob ich irgendwo empörtes Murmeln höre.

Na schön, und damit ist der gruseligste Monat des Jahres offiziell eröffnet! Fangen wir doch direkt mit Isaac Ruths Kurzfilm ‚It Crawled in Through The Window‘ an. Der zeigt, dass auch nur zwei Minuten schon ziemlich gruselig sein können!

Ich wünsche uns allen einen schönen Oktober!

MWAHAHAHAHA! Der Narr Filmlichter ahnt nichts von meinen finsteren Machenschaften! Nicht nur habe ich seinen Tomatensaft bis auf den letzten Tropfen leergetrunken, ich werde heute Nacht auch Klemmbausteine an strategischen Positionen in seinem Schlafzimmer platzieren, auf die er morgen früh zwangsläufig barfuß treten muss! Derart grausige Strafe über jeden, der nicht zollt den gebührenden Respekt, dem großen, dem furchtbaren, dem herrlichen GRAF Legosi!

Die 5 Besten am Donnerstag: die 5 besten Serien, die an warmen Orten spielen

Willkommen bei den 5 Besten am Donnerstag! Heute fragt uns Gina nach den 5 besten Serien, die an warmen Orten spielen. Ziemlich eindeutige Aufgabenstellung aber gar nicht sooo leicht. Legen wir los!

5. ‚Veronica Mars‘

Neptune in Kalifornien ist ein offensichtlich warmes Küstenstädtchen. Deswegen hatte ich es auch schon in der Strandfrage verwendet, aber mir fiel hier nicht genug Neues ein. Zu ehrlich? Vielleicht…

4. ‚Arrested Development‘

Die Serie spielt in und um L.A., manchmal in Mexiko und Michael Bluth würde gern nach Arizona, darf aber den Staat nicht verlassen (von den Minipalästen, die die Bluth Company möglicherweise für Saddam Hussein im Irak gebaut hat gar nicht zu reden). Alles ganz schön warm!

3. ‚The Prisoner‘

Wo genau das seltsame Küstenstädtchen liegt, in das ehemalige Agenten entführt werden, erfahren wir nie wirklich. Aber es hat durchaus den Charme eines altmodischen Badeortes. Also dürfte es dort auch durchaus warm sein. Der Drehort war ein Dorf in Wales, von daher vermutlich nicht so warm, aber hier hat die Realität ja nicht unbedingt was mit der Fiktion zu tun.

2. ‚Rom‘

Die Serie spielt hauptsächlich in Italien (in Rom halt) und in anderen Mittelmeeranrainern. Von daher ist es die meiste Zeit natürlich auch ordentlich warm.

1. ‚Carnivale‘

Okay, während des Dustbowls war es vor allem reichlich trocken, aber lange Trockenperioden gehen zumeist ja auch mit Hitze einher. Und die wird hier auch oft genug dargestellt.