Newslichter Ausgabe diese Woche nicht

Willkommen bei keinem Newslichter diese Woche. Der fällt diese Woche nämlich aus. Das hat nix mit den öfters erwähnten Bauarbeiten zu tun, der laute Teil davon ist offenbar vorbei, das hat auch nix mit technischen Problemen zu tun. Es gab dieser Tage schlicht keine News, bei denen ich das Gefühl hatte, irgendwas Schlaues oder Lustiges dazu sagen zu können.

Darauf reagiere ich normalerweise damit, dass ich das Niveau noch einige Stufen weiter absenke und eine „Klatsch“-Folge bringe. Aber, meine Fresse, war da mal überhaupt nix Witziges dabei. Alles war traurig, oder auf eine Weise bizarr, die Humor schon eher unpassend wirken lässt. Ich habe das Gefühl, das schreibe ich in letzter Zeit immer, wenn ich eine solche Folge plane, hmm.

Was bleibt? Naja, nehmen wir doch einfach mal ein paar Newslichter Standardmeldungen und Textversatzstücke und falls Ihr diese Woche was Entsprechendes seht, könnt Ihr das einfach für Euch einfügen.

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[80er/90er Jahre Franchise] erhält [Remake, Legacy-Sequel, Rebootquel, Spin Off oder wasauchimmer]

Oha, na also wirklich, ob [80er/90er Jahre Franchise] das gebraucht hätte? Ich meine, es kann funktionieren, ich sehe nur nicht, dass es wirklich nötig ist. Aber hey, wie sage ich immer so wahnwitzig clever? Kein Franchise wird jemals wieder sterben dürfen!

[Seltsames Videospiel] wird verfilmt

[Ich stelle jenes Videospiel ein wenig zu ausführlich vor] Und daher bin ich mir nicht sicher, ob ein Film über ein Spiel, indem man einen Joystick hin- und herwackelt um ein Männchen von rechts nach links laufen zu lassen wirklich allein eine Filmtrilogie tragen kann. Aber was weiß ich schon?

Disney!

Disney, wa? Boah, Disney! Nee ey, Disney! Monopol!

Warner?

Irgendwer weiß vermutlich warum Ihr tut, was Ihr tut…

Sony

Öh… Morbius?

VFX Künstler

Hey Hollywood, habt Ihr mal versucht, diese Leute wie Menschen zu behandeln?

Streaming, tot oder Zukunft?

Die Antwort liegt irgendwo dazwischen!

So, damit seid Ihr bestens ausgestattet, falls überraschend eines der Themen angesprochen wird und Ihr keinen Newslichter dazu lesen konntet. Nächste Woche gibt es aber wieder einen. Und wenn ich ihn mir aus den Fingern saugen muss!

Newslichter Ausgabe 208: Constantine zurück, Tom Cruise besiegt und Autorenn-wish-fullfillment

Willkommen bei Ausgabe 208 des Newslichters. „Good news, everyone!“, so verkündet Professor Farnsworth aus ‚Futurama‘ zumeist ziemlich schlechte Nachrichten. Ich habe aber tatsächlich gute. Bei mir ist kein Baulärm! Das liegt aber nicht etwa daran, dass die Arbeiten fertig wären, es ist schlicht kein Arbeiter aufgetaucht. Aber immerhin ist es leise. Also legen wir schnell los, bevor doch noch wer zu Schleifen beginnt!

‚Constantine‘-ische Wende

Discovery Warner bleiben ihrem Pfad der erstaunlichen Entscheidungen offenbar treu. Doch dieses Mal kommt dabei eine, zumindest für mich, erfreuliche, erstaunliche Entscheidung heraus. ‚Constantine‘ bekommt nach 17 Jahren ein Sequel! Der Film, in dem Keanu Reeves den okkultistischen John Constantine gab, der die Welt vor dem Zugriff von Dämonen schützt, nicht zuletzt um seine eigene, fraglos verdammte Seele zu retten, fiel bei der Kritik komplett durch und stieß auch beim Publikum auf nicht eben überwältigende Liebe. Aber wir ‚Constantine‘-Fans existieren (es gibt Dutzende von uns! Dutzende!!)! Ich bin jemand, der gerne zugibt, dass der Film aus einer Reihe von Stereotypen bestand, die sich in schlechten Dialogen unterhalten haben. Aber Darsteller wie Rachel Weisz, Tilda Swinton oder Peter Stormare hatten erkennbaren Spaß an der Sache, der sich auch auf mich als Zuschauer überträt. Und Keanus John Constantine mag wenig mit seiner Comicvorlage gemein haben, charismatisch war er trotzdem. Überhaupt entwickelte der Film eine sehr eigene Stimmung, die ich so nirgendwo anders wiedergefunden habe. Keanu Reeves war auch einer der wenigen, der seit Jahren schon ein Sequel wollte, geradezu darum gebettelt hat. Warum es gerade jetzt dazu kommt, wer weiß. Vielleicht weil späte Sequels gerade im Trend sind, vielleicht dank der von ‚John Wick‘ losgetretenen „Reevessaince“. Oder eben weil Discovery Warner halt machen was sie wollen und es besser ist, gar nicht zu versuchen, die Entscheidungen nachzuvollziehen. Neben Reeves kehrt auch Regisseur Francis Lawrence zurück, der mit ‚Constantine‘ sein Debüt hatte, inzwischen aber mit Filmen der ‚Tribute von Panem‘-Reihe einigen Erfolg verbuchen konnte. Das Drehbuch übernimmt, anders als beim Vorgänger, Akiva Goldsman (‚Batman & Robin‘, ‚Rings‘, ‚Der Dunkle Turm‘). Das verspricht wieder ein eher mäßiges Buch. Hoffentlich wird es aber erneut so unterhaltsam präsentiert wie beim ersten Mal. Ich freu mich jedenfalls einfach mal drauf!  

MÄH-ssion: Impossible?

Der erste Teil des Zweiteilers ‚Mission: Impossible – Dead Reckoning‘ war berüchtigterweise der Hollywoodfilm, der vermutlich am kältesten von der Covid-Pandemie erwischt wurde. Die Dreharbeiten in Venedig mussten im Februar 2020 abgebrochen werden und auch danach kam es immer wieder zu Unterbrechungen, die nicht nur das Budget auf fast 300 Millionen Dollar hochtrieben, sondern auch für Ausraster von Star Tom Cruise am Set sorgten. Da kann man nur hoffen, dass die Produzenten des zweiten Teils, der sich derzeit in Arbeit befindet, Schaf kalkuliert haben. Denn im Lake District, im Nordwesten Englands, bewies eine Herde von über 100 Schafen die alte Weisheit, dass das Gras auf der anderen Seite immer grüner ist. Sie brachen durch ein Tor, das ihre Futterwiese vom Set des Blockbusterfilms trennte und verteilten sich, unter Missachtung deutlicher Aufforderung und zum Amüsement der Darsteller um Cruise, zwischen Crew und Gerät. Freiwillig würden die Wiederkäuer, so viel war deutlich, keinen Mähter dieser aufregenden, neuen Wiese wieder aufgeben. Die Lektion für Superspion Ethan Hunt ist jedenfalls offensichtlich: du kannst es vielleicht mit globalen Terrororganisationen aufnehmen, aber krieg dich mit Shaun in die Wolle und du kannst dir das Schäfchenzählen sparen! Berichte, dass die bockigen Ruminanten letztlich von einem heroischen, Hollywood-affinen Schweinchen zurück auf ihre Wiese getrieben wurden, konnten bislang nicht bestätigt werden und wurden vermutlich soeben von mir erfunden.

‚Gran Turismo‘-Verfilmung

Ich wundere mich hier ja in letzter Zeit häufiger, über die Titel, die Studios als Kandidaten für Videospielverfilmungen auswählen. So war das vor einiger Zeit auch bei Sonys ‚Gran Turismo‘ der Fall. Die Rennspiel-Reihe ist für das relativ realistische Abbilden von Fahrzeugverhalten und Steuerung bekannt und bringt eigentlich nichts mit, was als Story in einem Film dienen könnte. Tatsächlich bedient man sich für die Story auch bei der Realität. Es soll nämlich eine fiktive Variante eines realen Geschehens erzählt werden. 2011 ermöglichten Sony und Nissan einem besonders talentierten, aus 90.000 Bewerbern ausgewählten Spieler von ‚Gran Turismo‘ den Einstieg in die Welt des echten Rennsports. Genau das soll auch im Film geschehen. Die erstaunliche Wahl als Regisseur für diesen Film, ohne jegliche SciFi Elemente, ist Neill Blomkamp. Den glücklichen Teenager und Rennneuling gibt Archie Madekwe (‚Midsommar‘), während David Harbour einen alten Rennveteranen mimt und Orlando Bloom den Marketing Menschen, der für das Ganze verantwortlich ist gibt. Das Ganze ist immerhin ein neuer Ansatz für eine Videospielverfilmung. Eine bei der das Spiel im Mittelpunkt steht, anstatt, dass der Film in der Welt des Spiels spielt.  

Wir sehen uns für die nächste Runde in einer Woche wieder!

Newslichter Ausgabe 207: Pixar, Filmlichtungen und Tarantino NFTs

Willkommen bei Ausgabe 207 des Newslichters. Hrrrgh, immer noch Baulärm! Hirn nicht mehr Pudding, eher Eintopf! Entschuldige mich für potentiell schlechtere Qualität der News. Aber *Stimme des Doktors aus ‚Batman‘, der Joker sein neues Gesicht zeigt* sehen Sie sich doch an, womit ich arbeiten muss! Also legen wir einfach los!

Quo Vadis, Pixar?

Der Output von Pixar hat sich im letzten Jahrzehnt spürbar geändert. Sequels und Prequels und Spin Offs überwiegen originelle, neue Projekte deutlich. Ich werde mir Fingerzeige auf Disney an dieser Stelle ersparen, aber der Wandel ist schwer zu übersehen. Da wird groß versprochen, dass mit ‚Toy Story 4‘ die Marke endgültig gemolken ist, nur um dann mit ‚Lightyear‘ als „cleverem“ Spin Off um die Ecke zu kommen. Das soll allerdings keinesfalls heißen, dass die allgemeine Qualität eingebrochen sei. Gerade die originellen Filme Pixars waren und sind nachwievor sehenswert. Und mein Favorit aus den 2010ern war hier fraglos ‚Alles steht Kopf‘. Nicht nur weil ich den sehr unterhaltsam, kreativ und wunderhübsch fand, sondern auch weil er seiner Hauptzielgruppe, Kindern, einen nützlichen Bezugsrahmen gab, um über Gefühle zu sprechen, die durchaus reichlich komplex sein können. Und jetzt ist ein ‚Alles steht Kopf 2‘ angekündigt. Denn alles muss ein Franchise werden, es gibt nichts, was nicht noch gemolken werden könnte. Es gibt nix mehr zu erzählen? Egal, ‚Lightyear‘! Alles was ‚Alles steht Kopf 2‘ liefern könnte ist eine Variation der ersten Geschichte. Wir können uns in einem anderen Kopf befinden und auf neue Ereignisse reagieren, aber etwas wirklich Neues lässt sich aus dem, zugegeben cleveren, Konzept einfach nicht rausholen. Ich weiß nicht, warum es mich genau bei diesem Film derart ärgert, aber es ist so. Ugh. Vielleicht weil der Regisseur des ersten Teils, Pete Docter, SEHR deutlich gemacht hat, dass es kein Sequel geben wird. Und nun wird er halt ersetzt, es geht ja nicht um irgendeine künstlerische Vision, Du idealistischer Naivling, sondern um Knete. Darum haben sich auch schon einige der Original-Sprecher zu Wort gemeldet, dass sie für das Sequel nicht zurückkommen, weil Disney ihnen nicht genug zahlen wolle. Sollte ich im Zuge des Discovery Warner Mergers versehentlich etwas Positives über Disney geschrieben haben, so entschuldige ich mich gern dafür…

Echte „Filmlichtungen“ in Spanien

Akvaro Longoria, Produzent bei der spanischen Filmgesellschaft Morena Films, hat gemeinsam mit der Regierung der autonomen Gemeinschaft Kantabrien, im Norden Spaniens einen interessanten Plan zur Reduktion des ökologischen Fußabdrucks von Filmproduktionen gefunden. Kantabrien stellt 40 Hektar Land bereit, auf dem letztlich 34.000 Bäume gepflanzt werden sollen. Diese können etwa 19.000 Tonnen CO2 aufnehmen, was ungefähr dem Ausstoß von 320 Filmproduktionen entspricht. Und die sollen sich für je etwa 6.000€ in das Projekt einkaufen können. Plaketten im zukünftigen Wald werden dann nicht nur die örtliche Ökologie erklären, sondern auch den finanziellen Schirmherren des jeweiligen Abschnitts benennen. Dieser „Bosque de Cine“ (Filmwald) soll biodivers und an die Ökologie Kantabriens angepasst werden. Erster Investor werden die Filmfestspiele Santander. Man hofft in Zukunft aber nicht nur auf spanische, sondern internationale Teilnehmer. Natürlich ist das mit der einfachen „Abfinanzierung“ des ökologischen Fußabdrucks so eine Sache. Und bei weitem nicht jedes Baumpflanzprojekt der letzten Jahre hat gehalten, was es versprochen hat. Aber ein naturbelassener Wald wäre per se eine sehr gute Sache, selbst wenn da ein paar Werbeplaketten drinstehen. Und hey, in einem Filmwald muss es natürlich auch Filmlichtungen geben. Deswegen stehe ich der Sache selbstverständlich erst einmal positiv gegenüber.

Einigung zu ‚Pulp Fiction‘ NFTs

Hey, erinnert Ihr Euch an die Story über die ‚Pulp Fiction‘ NFTs, die Quentin Tarantino letztes Jahr verkauft hat, woraufhin Miramax ihn verklagt hat, weil sie selbst digitale Bildrecht-Geldanlagen-Wasauchimmers zu ihren Filmen verhökern wollten? Nein? Verständlich. Erinnert Ihr Euch an NFTs, diese digitalen Bildrecht-Geldanlagen-Wasauchimmers, die letztes Jahr der heißeste Scheiß seit Sammelkarten waren? Nein? Verständlich. Denn der NFT Markt ist so schnell in sich zusammengestürzt, wie die Blase aufgepumpt wurde. Sein erstes NFT wurde Herr Tarantino noch für 1.1 Millionen Dollar los, alle anderen Auktionen wurden jedoch bereits aufgrund „extremer Marktvolatilität“ abgebrochen. Kein Wunder also, dass Tarantino und Miramax sich nun außergerichtlich einigen. Die Sau ist nicht einfach bloß schon durchs Dorf getrieben, sie ist hinter dem Horizont bereits nicht mehr zu sehen. Aber hey, manche Leute sitzen jetzt auf überteuerten, digitalen Bildchen. Mögliche zukünftige NFTs wollen beide Parteien nun gemeinsam auf den Weg bringen. Vielleicht. Irgendwann. Kommt ja alles wieder.

Vor allem kommt der Newslichter nächste Woche wieder. Ist aber eine miserable Geldanlage, kann ich Euch versichern! Bis dann.

Newslichter Ausgabe 206: Filmverbot und Studiotrennung

Willkommen bei Ausgabe 206 des Newslichters. Dieser Newslichter ist kürzer als sonst. Schuld sind bauliche Maßnahmen und damit verbundener Lärm, der derzeit mein Hirn in Pudding verwandelt. So habe ich gerade die News gelesen, dass die September-Neuveröffentlichung von ‚Spider-Man: No Way Home‘ „mehr Garfield-Szenen“ enthalten soll. Und habe mich gefragt, was der wohlbeleibte, orangefarbene Kater in einem Spider-Man Film tun soll. Odie von einem Hausdach kicken? Es dauerte definitiv zu lange, bis mein Pudding-Hirn erfolgreich den Vornamen Andrew zu Garfield hinzufügte… Von daher beschränke ich mich lieber auf das, was ich schon geschrieben habe. Wobei, Doc Ock vs. Nermal wäre ein Kampf, den ich schon sehen wollte…

Filmen bei den Filmfestspielen

Filmnews über Filmnews, auch mal was Neues. Während die Filmfestspiele in Venedig die üblichen teils herzerwärmenden (standing ovations für Brendan Fraser), teils „skandalösen“ (Florence Pugh bleibt ‚Don’t Worry Darling‘ Pressekonferenz fern) Nachrichten produziert, ist dieses Jahr doch etwas geschehen, was man als „beispiellos“ bezeichnen darf. Sämtliche internationale Pressedienste und Sender dürfen Pressekonferenzen nicht mehr filmen. Das darf nur noch der italienische Sender RAI TV. Von „roter Teppich“ Events dürfen maximal 90 Sekunden gefilmtes Bildmaterial pro Event verwendet werden. Die großen Pressedienste AP, Getty und Reuters, die international Sender mit Bildmaterial versorgen, haben einen gemeinsamen Brief veröffentlicht, in dem sie behaupten, von diesen neuen Regeln das erste Mal am ersten Tag der Festspiele erfahren zu haben und hier sogleich eine, nur auf Italienisch vorliegende, Erklärung unterzeichnen mussten, mit der sie sich an die neuen Regeln banden, um überhaupt ihre Akkreditierung zu erhalten. Das heimische Sender gewisse Vorteile genießen, ist auch bei Filmfestspielen nicht unerhört. So darf etwa einzig France Televisions die Anfangs- und Abschlussveranstaltungen in Cannes filmen. Aber ausgerechnet die Möglichkeit zum Filmen bei einer Pressekonferenz, einer Veranstaltung, die, man sieht es am Namen, für die Presse abgehalten wird zu verbieten ist… erstaunlich. Angeblich sollen die Veranstalter in Venedig auf Nachfragen mit dem Hinweis reagiert haben, man könne das Bildmaterial ja von RAI kaufen. Worauf die Presse wiederrum mit der Frage reagierte, was sie denn dann überhaupt auf dem Festival sollten. Um 90 Sekunden rote Teppich Aufnahmen zu erstellen lohnt sich die Reise nach Venedig vermutlich nicht. Diese 90 Sekunden beziehen sich offenbar auf europäische Gesetzgebung für Medienzugang. Dort ist festgelegt, dass man bei Großveranstaltungen von öffentlichem Interesse nicht die Medien ausschließen darf, oder ein komplettes Monopol vergeben darf. Mindestens 90 Sekunden müssten allen Medien zugänglich gemacht werden. Und das ist hier ja nun geschehen. Man darf 90 Sekunden lang Leute beim Aussteigen aus Limousinen filmen. Aber halt nicht die Pressekonferenz. Bisschen seltsam und fragwürdig das Ganze. Wenn die großen Pressedienste nächstes Jahr tatsächlich wegbleiben, hat man sich hier in Venedig vermutlich eher selbst in den Kanal geworfen.

(PS: die originale Überschrift dieses Beitrags war „RAI in der Tube“, ich war mir aber unsicher, ob die Anspielung noch irgendwer versteht)

Legendary Pictures und Warner Trennung?

Angeblich sucht das Produktionsstudio Legendary Pictures nach dem Chaos bei Warner (der Newslichter berichtete) nach neuen Deals mit anderen Studios. Das 2000 gegründete Studio hat lange mit Warner gearbeitet. Die ‚Dark Knight‘ Trilogie oder ‚Watchmen‘ entstanden hier. 2014 wandte man sich dann Universal zu und konnte auch hier etwa mit ‚Jurassic World‘ Erfolge einfahren. Aber Filme wie ‚Warcraft‘ enttäuschten und Produktionen großer Regisseure wie ‚Blackhat‘ oder ‚Crimson Peak‘ wurden nicht oder falsch beworben. So kehrte man schon 2019 zu Warner zurück und feiert mit den Godzilla „Monsterverse“ Filmen und derzeit ‚Dune‘ erneut große Erfolge. Doch nun spricht man ganz offen mit Sony und Paramount über künftige Kollaborationen. Inwieweit nun wirklich die Umstrukturierungen durch den Discovery-Merger dahinterstecken, oder doch der Ärger noch tief sitzt, darüber dass man bei Warner Filme wie ‚Dune‘ oder ‚Godzilla vs. Kong‘ mitten in ihrem Kinoerfolg, ohne Absprache mit Legendary, auf HBOMax veröffentlicht hat und so ihren Erfolg womöglich beschädigt, man weiß es nicht. Ob das Studio ‚Dune Part II‘ und ein bereits in Produktion befindliches Godzilla/Kong Sequel wirklich zu einem neuen Verleih mitnehmen könnte ist noch viel unklarer. Man darf nur hoffen, dass gerade ‚Dune Part II‘ nicht zu einem Spielball im Firmenstreit wird.  

Wir sehen uns nächste Woche wieder!

Gedanken zur Warner Übernahme

Ich bin ja oft genug sehr offen darin, dass ich marktwirtschaftlich nicht wahnsinnig bewandert bin. Und so hält der große Kapitalismus immer noch ein paar Überraschungen für mich bereit. Meistens schlechte. Die Warner Übernahme durch Discovery ist hässlich, öffentlich und vermutlich ein Warnsignal für die Zukunft. Aber sie ist auch überraschend.

Ich zumindest war überrascht, dass Discovery Warner (quasi) kauft. Discovery? Die Firma hinter dem Discovery Channel? Die hätte ich mir als mittelgroßes Ding vorgestellt, definitiv nicht als eine Marktmacht, die sich eines der dienstältesten Hollywoodstudios einverleiben könnte. Eher umgekehrt. Aber gut, Warner wurde 2018 vom Telekommunikationskonzern AT&T erworben, im Versuch ein vertikal integriertes Medienkonglomerat zu werden. Nun aber bot Discovery eine Zusammenlegung ihrer Firma und Warners an. AT&T bekam einige Dutzend Milliarden, AT&T Aktionäre halten die Mehrheit an dem neuen Discovery Warner, aber David Zaslav CEO von Discovery wird CEO von Discovery Warner. Es ist eine Übernahme in allem außer dem Namen und natürlich zahllosen Business-Funktionen, weil es sich ja um eine „brandneue“ Firma handelt. Eine brandneue Firma mit einem Berg an Schulden. Denn nicht nur musste Discovery ordentlich Geld aufnehmen, um Warner aus AT&T rauszuzkaufen, sie haben auch die noch nicht abgegoltenen Schulden mitgekauft, die AT&T für ihren Kauf Warners aufgenommen hatte.

Überraschend ist auch, dass nicht nur ich Ahnungsloser, sondern auch sonst kaum jemand diese Vorgänge so wirklich auf dem Schirm gehabt zu haben scheint. Es geschah mehr oder weniger im Hintergrund und ohne die große Medienaufmerksamkeit, die solche Übernahmen (oder „Merger“ wie hier) sonst mit sich bringen.

Und in diesem Sommer begann dann das Blutbad. Die offensichtlichsten Opfer waren die Streaming Großproduktionen ‚Batgirl‘ und ein ‚Scooby‘ Weihnachtsfilm. Doch nachdem was man liest, verschwanden zahllose Serien und Produktionen aus den Streaming-Angeboten von Discovery Warner, sei es weil man eine zukünftige Produktion als nicht mehr lohnend ansah, oder, bei älteren Produktionen, schlicht keine Tantiemen mehr zahlen wollte. Ausgerechnet animierte Projekte wurden zum vornehmlichen Ziel. Bei Warner, einem Studio, welches mit ‚Merry Melodies‘ und ‚Loony Tunes‘ eine derart tiefe Geschichte in der Animation hat, die höchstens noch von Disney geschlagen wird.

Im Fokus steht ganz offensichtlich die brutale Verschlankung auf lukrative Kernmarken. Und was mir tatsächlich ziemlich quer im Hals sitzt, ist, dass genau das nun offenbar auch direkt belohnt und bekräftigt wird. Denn mittenrein in dieses Blutbad kommt nun ‚House of the Dragon‘, Prequel zum erfolgreichen ‚Game of Thrones‘. Und nach allem was man hört, wird es nicht einfach zum Erfolg, sondern zum hypder-dyper-Erfolg. Also, alles richtig gemacht, weg mit dem Kleinscheiß und lieber sechs weitere ‚GoT‘ Spin Offs lostreten. Nur damit wir uns nicht falsch verstehen: das ist keine Kritik an Euch, falls Ihr ‚House of the Dragon‘ schaut und mögt. Marktwirtschaftliche Überlegungen sollten bei der Medienauswahl keine große Rolle spielen…

Was ist mit den Stream-eigenen Produktionen, die nun verschwunden sind und noch verschwinden werden? Das weiß keiner so wirklich, aber wie es sich derzeit darstellt ist der einzige Weg da noch heranzukommen mit Yohoho und Buddeln voll Rum verbunden, um es mal zu verklausulieren. Gruselig ist auch der Gedanke, was Discovery Warner nun mit Warners Jahrzehnte umfassenden Katalog anstellen wird. Mit derartigem „altem Scheiß“ lässt sich doch kein Geld mehr verdienen! Im Vergleich mit ‚Batman‘ oder ‚Harry Potter‘ Filmen ist der Kram doch wertlos. Ich habe so eine gewisse Sorge, dass wir an einer Gefahrenstelle für „Lost Media“ stehen, wie seit der Umstellung auf den Tonfilm nicht mehr.

Die zweite wirkliche Überraschung ist vielleicht, dass eben diese Zusammenlegung mit genau jenem erbsenzählerischen Zusammenstreichen einhergeht, das viele, so auch ich, bei der Übernahme von FOX durch Disney befürchtet haben. Doch im Vergleich lief das ja annähernd sanft ab. Vielleicht gerade weil so viele Augen darauf gerichtet waren? Disney brachte quasi alles auf den Markt, was bei FOX noch an Projekten gestartet wurde. Wobei der Umgang mit Katalog-Titeln wohl auch hier schwieriger geworden ist. Was ich damit wohl sagen will ist, dass ein pures Disney-Monopol vielleicht doch gut für den Film wäre… Nein, das will ich definitiv nicht sagen!

Eher dass wir die FOX Übernahme nicht zum typischen Bild erklären dürfen. Mal ganz davon ab, dass jede Verschmälerung des Angebots schlecht ist, egal wie sanft die Übernahme vonstattengeht. Aber der Discovery Warner Merger dürfte das realistischere Bild einer Zukunft sein. Studios werden ihrer großen Marken wegen gekauft, alles andere kann quasi in den Restmüll. Der Grund, dass Amazon MGM gekauft hat heißt schließlich auch einzig Bond, James Bond. Nur gab es bei MGM schon nicht mehr allzu viel anderes, was man hätte wegschneiden können.

Düstere Aussichten? Scheint so. Aber wisst Ihr, was Ihr geschafft habt, Discovery? ‚Batgirl‘ reiht sich direkt neben Roger Cormans berüchtigtem ‚Fantastic Four‘ Film ein, den dieser 1993 fertigte, damit Bernd Eichinger die Filmrechte an der Marke behalten könnte und der nie veröffentlicht werden sollte. Die Qualität des Films ist nun völlig wurscht, Nerds werden geleakte Kopien bis in alle Ewigkeit tauschen und bei jedem zweiten Superheldenfilm, den ihr veröffentlicht, wird es irgendwo eine Ecke im Internet geben, die vernehmbar raunt „naja, ‚Batgirl‘ war besser…‘. Und Ihr könnt nichtmal was dagegen tun, denn ihr dürft, dank Steuertricks, mit dem Film keinen Cent verdienen. Ich hoffe das ärgert euch. Und ich hoffe ihr tretet barfuß auf LEGO-Steine!

Newslichter Ausgabe 205: ‚Star Trek 4‘, Horror-Remake und neue, rote Sonja

Willkommen bei Ausgabe 205 des Newslichters. Manchmal geht es hier ja um die ganz großen News, wie etwa das grausige Blutbad der Übernahme von Warner durch Discovery. Dazu habe ich auch durchaus noch etwas zu sagen, doch habe ich das in einen Extra-Artikel für diesen Samstag ausgegliedert. Heute geht es hier um News die etwa 20 Nummern kleiner sind. Sind sie dennoch interessant? Ich finde schon, deswegen hab ich sie ja hier aufgeschrieben. Für Euch kann ich das natürlich nicht entscheiden, also finden wir es direkt heraus!

To Trek the Stars, or to not Trek the Stars, that is the question

Vor inzwischen recht langer Zeit habe ich beschlossen über den vierten ‚Star Trek‘ Film der modernen Reihe nicht mehr zu schreiben. Weil der fast wöchentlich auftauchte mit immer neuen News darum, warum es hier oder dort wieder Personalwechsel gab, dass er doch nicht erscheint und prompt wiederbelebt wurde. Eine Weile kreiste gar Quentin Tarantinos Name um das Projekt und Leute sorgten sich, ob Spock „fuck“ sagen würde. Dann war der Film wieder tot und dann wieder nicht, wie ein Vampir, dem man in unregelmäßigen Abständen Knoblauchpillen verschreibt. Letzten Juli jedenfalls wurde Matt Shakman offiziell zum neuen Regisseur des Projekts. Der ist vor allem für seine Arbeit bei fast sämtlichen großen „Prestige Television“ Serien bekannt, von ‚Six Feet Under‘ bis ‚Game Of Thrones‘. Zuletzt vor allem für ‚WandaVision‘. Ein Sprung auf die Kinoleinwand scheint da der logische nächste Schritt. Die Verhandlungen um die Rückkehr der Enterprise Crew um Chris Pine liefen seit Februar dieses Jahres. Aber nun rief offenbar Shakmans alter Arbeitgeber Marvel und bot ihm die Regie bei ‚The Fantastic Four‘. Und das will er offenbar annehmen und ist somit bei ‚Star Trek 4 – der ungedrehte Film‘ auch schon wieder raus. Ob der ‚Star Trek‘ Film damit direkt erst einmal wieder tot ist, ich weiß es nicht. Ich frage mich, wie oft Pine und Co. seit 2016 neue Verträge für ihre Rollen unterschrieben haben, nur um dann zu hören „öööh, nee doch nicht…“. So langsam aber sich wird es zum Witz. Und damit komisch und damit wieder im Newslichter berichtenswert! Ist doch auch was wert, oder Paramount?

Gute Nacht Mutti!

Während ich diese News schreibe, stelle ich mir ja häufiger mal die Frage „für wen ist das?“. Zuletzt lautstark und ein wenig zornig bei dem idiotischen Spencer/Hill Requel. Aber üblicherweise entsteht diese Frage bei einem besonders seltsamen Hollywood-Remake. Und genau so eines steht heute wieder an. ‚Ich seh, ich seh‘ der Österreicher Veronika Franz und Severin Fiala war 2014 ein gelungener, verstörender Horrorfilm rund um zwei Zwillinge in einem abgelegenen Haus, die überzeugt sind, dass die Frau, die da von einer OP zurückkam nicht ihre Mutter ist. Der Film feierte unter dem Titel ‚Goodnight Mommy‘ auch internationale Erfolge. Und nun erhält er unter eben diesem Titel ein Remake für Amazon Prime mit Naomi Watts in der Rolle der Mutter(?). Wozu? Der Film war gekonnt und modern inszeniert, die Rollen sehr gut besetzt und, mit den Alpen, vor faszinierendem Hintergrund gefilmt. Es gibt keine komplexen visuellen Effekte, die man mit einem deutlich höheren Budget verbessern könnte. Bleibt also die Frage, „für wen ist das?“. Schauen Amerikaner den Film eher wenn Naomi Watts statt Susanne Wuest die Hauptrolle spielt? Vielleicht, ich weiß es nicht. Der Rest der Welt auch? Oder ist das bloß Wasser auf die Content-Mühlen eines Streaming-Anbieters? ‚Ich seh, ich seh‘ mir das jedenfalls vermutlich nicht an…

Sonja ist wieder Rot

Manche erinnern sich vielleicht noch an den nicht sonderlich gelungenen Brigitte Nielsen ‚Red Sonja‘ Film von 1985. Der diente vornehmlich als Vehikel, damit Arnold Schwarzenegger aus seinem Vertrag mit Dino DeLaurentiis für einen dritten ‚Conan‘ Film entkommen konnte. Der Rest des Films war… nicht sonderlich gut. Nun steht eine Neuverfilmung um die Figur der Red Sonja an, die Autor Roy Thomas in den 70ern im Zuge der Comicumsetzungen des Robert E. Howard ‚Conan’ Stoffs kreierte. Für die Hauptrolle ist die Italienerin Matilda Lutz besetzt und alle, die ‚Revenge‘ gesehen haben, werden ahnen, dass die Rolle damit hervorragend belegt ist. Über die Story ist noch nicht viel bekannt, aber solche Sword & Sorcery Sachen leben ja nun eher nicht von einer komplexen Handlung. Ich vermute ein fieser Magier macht irgendwas Fieses mit Magie und der Rest der Welt ist überzeugt, dass er dafür dringend Bedarf an einer drastisch applizierten, scharfen Klinge hat. Besser als der Nielsen Film muss der hier ja fast werden. Und wenn er zum Erfolg wird, darf Arnie vielleicht endlich seinen ‚King Conan‘ Film drehen.

Definitiv vor ‚King Conan‘ sehen wir uns hier wieder. In sieben Tagen nämlich schon! Bis dann…