„Beep, Beep Richie!“ – ‚Stephen Kings Es‘ (1990)

Ich weiß nicht, ob wir es dem Zufall oder einem Produzenten, der extremer Fan des Materials ist, zu verdanken haben, dass wir es exakt 27 Jahre nach der ersten Adaption nun mit einer neuen Inkarnation von Stephen Kings unsagbar Bösem zu tun bekommen. Entspricht das doch dem Zyklus, in welchem das Wesen das Städtchen Derry in Maine heimsucht. Aber egal was dahintersteckt, Grund genug sich die alte Version noch einmal vor Augen zu führen ist es allemal.

1960: Nachdem sein kleiner Bruder Georgie auf ebenso mysteriöse, wie brutale Weise ermordet wurde freundet sich der stotternde Außenseiter Bill Denbrough mit einigen anderen Underdogs, dem übergewichtigen Ben Hanscomb, der armen, unter ihrem übergriffigen Vater leidenden, Beverly Marsh, dem hyperaktiven Klassenclown Richie Tozier, dem Asthmatiker Eddie Kaspbrack, dem wissenschaftsbegeisterten Pfadfinder Stan Uris und dem geschichtsinteressierten, schwarzen Mike Hanlon. Gemeinsam erklären sie sich zum „Losers Club“ und beginnen sich gegen den 2 Jahre älteren, 14jährigen Schulschläger Henry Bowers und seine Kumpanen zu wehren. Bald stellen sie fest, dass jeder von ihnen Kontakt mit einer bösartigen Wesenheit hatte, die genau auszunutzen wusste wovor sie Angst haben. Dieses Wesen, dieses „Es“ nutzt als seinen liebsten Avatar Pennywise, den Tanzenden Clown (Tim Curry) und sucht die Stadt Derry seit undenklichen Zeiten heim. Es taucht aber nur alle 27 Jahre für ein paar furchtbare Monate auf. Dank ihrer Freundschaft und kindlichen Kreativität können die „Loser“ das Wesen zumindest vorerst stoppen. 6 von ihnen ziehen bald aus Derry fort und leben erfolgreiche, wenn auch nicht eben glückliche Leben. Sie haben „Es“ und Derry bald völlig vergessen. Bis Mike Hanlon sie 27 Jahre später anruft und sie auffordert zurückzukommen. „Es“ ist wieder da.

Was habe ich diese Miniserie als Jugendlicher geschaut. Ich konnte manche Dialoge mitsprechen, so oft habe ich sie gesehen. Das lag vor allem daran, dass sie Teil meiner damals sehr schmalen VHS Sammlung war. Zumindest beim ersten Mal fand ich die Serie auch durchaus gruselig. Das hat sich bei heutigem Neuansehen definitiv geändert. Fast etwas zu sehr musste sich die Serie aufgrund ihrer Fernsehherkunft was physische aber auch verbale Gewalt angeht zurücknehmen, um Kings sadistischer Vision wirklich gerecht zu werden. Ich halte sie dennoch nach wie vor für sehenswert. Insbesondere der erste Teil, der sich auf die Erlebnisse der Kinder konzentriert funktioniert recht gut. King ist sehr gut darin nostalgische Kindheitserinnerungen mit finsteren Untertönen zu durchsetzen (siehe auch ‚Stand By Me‘). Das mag daran liegen dass er hier autobiografische Elemente einbringen kann und die ganze Situation dadurch wahrhaftiger wirkt als die übrigen Teile seines Schaffens. Die Kinderdarsteller machen ihre Sache auch durch die Bank sehr gut, hervorheben möchte ich den viel zu früh verstorbenen Jonathan Brandis (’seaQuest‘) als Bill, die stets hervorragende Emily Perkins (‚Ginger Snaps‘) als Beverly und einen jungen Seth Green als Richie (für meine Leser in Hollywood (höhö): wäre es nicht inspiriertes Casting Seth Green als erwachsenen Richie im neuen, zweiten Teil zu besetzten?).

Im zweiten Teil bei den Erwachsenen fällt leider alles ein wenig auseinander. Die Charaktere bleiben hier sehr blass, keiner der Schauspieler fällt besonders auf und selbst die Auftritte vom „Es“ funktionieren nur noch teilweise und gehen ansonsten auch mal völlig schief. Beispiele für Letzteres sind für mich der „Dober-Clown“ (wuff, wuff Richie?) bei der Befreiung von Henry Bowers oder (leider entscheidend) die wahre Form des Wesens. Eine ziemlich doofe Puppenspinne, die die „Loser“ umschmeißen und mit ein paar De Niro-Tritten ins Jenseits befördern.

Aber wo ich gerade beim „Es“ bin, bin ich wohl beim Hauptgrund für den Erfolg der Miniserie angelangt: Tim Curry als Pennywise. Nicht nur ist die Figur des Clowns sehr geschickt gewählt, für den kleinen Georgie ist er noch ein vertrauenswürdiger „Verführer“, der mit Ballons, Popcorn und Papierboot lockt, für die 12ährigen ist er ein typisches Angstbild und die Erwachsenen sucht er von hinter der Maske mit Beleidigungen heim, die auch heute noch den durchschnittlichen Internet-Troll vor Neid erblassen lassen. Entscheidend ist hier aber Tim Curry selbst, der die Rolle mit derart sadistischer Begeisterung spielt, den Spagat zwischen komisch und furchterregend so elegant hinlegt, dass er Pennywise zu einer Rolle macht, die man nicht so leicht vergisst. Vorwürfe er würde zu sehr overacten finde ich übrigens reichlich albern. Er spielt einen interdimensionalen, kinderfressenden Angst-Clown. Das ist nicht eben bodenständiges Material… Nein, es ist einer Rolle, der meiner Meinung nach die Zeit nichts anhaben kann. Und auch nicht die fortschreitende Technik. Sicherlich, dank BluRay sieht man nun sehr deutlich wo die falsche Glatze beginnt und kann sogar feststellen, dass Curry an zumindest einem Drehtag schlecht rasiert war (blöd fürs Make-Up), doch das schadet ihm überhaupt nicht.

Ohne Tommy Lee Wallace (‚Halloween III‘), dem Regisseur der Miniserie, zu nah treten zu wollen, es wäre sicherlich interessant gewesen zu sehen, was George A. Romero aus dem Material gemacht hätte. Der war eigentlich als Regisseur geplant musste aus terminlichen Gründen aber abspringen. Was bleibt ist für mich, neben (dem deutlich besseren) ‚Brennen muss Salem‘ die einzige King Fernsehminiserie, die ich noch mit einigem Vergnügen schauen kann. Obwohl sehr viel Luft nach oben besteht. Und da die neue ‚IT‘ Verfilmung auf dem Weg zum erfolgreichsten Horrorfilm aller Zeiten ist besteht da wohl eine gute Aussicht. Nach allem was ich gesehen habe, hat Bill Skarsgård auch einen sehr eigenen Zugang zu Pennywise gefunden. Ich hoffe nur hier tritt nicht der ‚Dark Knight‘-Effekt ein, als jeder meinte Nicholsons Joker Darstellung runtermachen zu müssen, um Ledgers zu loben. Es ist möglich zwei Darstellungen derselben Figur parallel wertzuschätzen, Internet! Es muss nicht immer eins das Beste und das andere das Schlechteste sein. Soviel zu meinem Wort zum Montag. Hat irgendwer Interesse an ’nem Luftballon?

Wer derzeit übrigens mehr zu King-Verfilmungen lesen möchte, der sollte sich die Aktion von ainu89 und Der Stigler ansehen, wo die beiden sich durch Höhen und Tiefen adaptierten Materials des Meisters schauen!

Trailer! Diesmal mit höherem Budget!!

Vielen Dank, an diejenigen, die Luc Besson mit 170 Millionen Euro ausgestattet haben, um eine Verfilmung der franko-belgischen Comicserie „Valerian & Veronique“ zu drehen. Da habe ich früher einige Bände gelesen und meine einige Designs wiedererkannt zu haben. Ästhetisch scheint Besson aber eher da weiterzumachen , wo er vor 20 Jahren mit „Das fünfte Element“ aufgehört hat. Ob es sich für die Investoren lohnen wird, weiß man noch nicht aber Schauwerte wird’s haben. Meine einzige Sorge ist, dass die Hauptcharaktere hier im Trailer in jeder Hinsicht blass sind. Aber auch das würde wohl franko-belgischen Traditionen entsprechen, Tim war schließlich auch immer das Ödeste an „Tim & Struppi“.

 

Na, das sieht doch schon mal ganz gut aus. So wie ich das verstanden habe, soll der erste Film das Auftauchen von „Es“ in der Kindheit der Protagonisten zeigen und, falls der Film ein Erfolg wird, ein Zweiter die Auseinandersetzung als Erwachsene. Das kann gut funktionieren, da beide Teile mehr oder weniger abgeschlossen sind. Und der Kindheitsteil hat mir in der alten Miniserie ohnehin immer besser gefallen. Ich habe die Fernseh-Miniserie seit Jahren nicht gesehen, daher bin ich nicht sicher, aber mir scheint als wären hier im Trailer einige Szenen Einstellung für Einstellung übernommen worden. Auffällig auch, dass die Macher vorsichtig sind nicht zu viel von „Es“ zu zeigen. Kein Wunder, dürfte doch die wunderbar überzogene Vorstellung von Tim Curry als Pennywise, dem tanzenden Clown, genau das sein, was dem Zuschauer auch nach Jahren noch im Gedächtnis ist. Versehen wir den Trailer erst mal mit einem Fragezeichen?

 

Ich mag fast alle der alten „Affen“-Filme. Ja, sogar den, wo ein unterirdischer Kult eine Atombombe anbetet. Deshalb war ich nicht wenig überrascht, wie gut mir die neuen „Planet der Affen“-Filme bislang gefallen haben. Und „War“ scheint da weiter zu machen, wo der Letzte aufgehört hat. Die Auseinandersetzung eskaliert. Ich hoffe Charlton Heston sitzt schon in seinem Raumschiff.