Newslichter Ausgabe 35: Cannes, Mutanten und ein Ende

Willkommen zurück beim Newslichter! Heute ist es soweit! Heute endet die am längsten laufende Storyline dieser Beitragsreihe mit einer faustdicken Überraschung! Und natürlich wisst Ihr was das bedeutet: damit endet Phase I des Newslichters und Phase II beginnt! Ich kann Euch allerdings beruhigen, Phase II stellt eine direkte Fortsetzung und nicht etwa einen weichen, oder gar harten Reboot oder ein Remake dar. Die Regeln des Newslichter-Verse bleiben die exakt gleichen, genau genommen werdet Ihr nicht den geringsten Unterschied wahrnehmen. Ihr müsst nur verstehen, dass ab jetzt alles neu und sensationell, aber dennoch genauso wie Ihr es kennt und mögt ist! Hyyyyype! So, jetzt aber los, der Gag hat sich schon nach einem Satz totgelaufen.

 

James Gunn zurück im Regiestuhl von ‚Guardians 3‘

https://www.moviepilot.de/news/guardians-of-the-galaxy-3-disney-holt-james-gunn-als-regisseur-zuruck-1116951

Was soll ich sagen? Die intensive, aber stets faire Berichterstattung des Newslichters hat Erfolg gezeigt. Mediengigant Disney hat Regisseur James Gunn für ‚Guardians oft he Galaxy 3‘ wieder angeheuert. Wir erinnern uns: im letzten Sommer brachten einige Trolle eine Reihe geschmackloser Witze, die James Gunn fast ein Jahrzehnt zuvor auf Twitter gemacht hatte, zur Kenntnis von Disney. Gunn hatte diese Witze gelöscht und sich dafür entschuldigt, bevor er je von Disney angeheuert wurde. Dennoch gab sich Disney Präsident Alan Horn als höre er zum ersten Mal von der Sache und entließ Gunn quasi auf der Stelle. Das löste Proteste von Fans, anderen Filmemachern und nicht zuletzt dem ‚GotG‘ Cast aus. Doch Disney blieb hart. Freuen konnte sich DC/Warner, die den arbeitslosen Gunn stante pede für ‚Suicide Squad 2‘ anheuerten.

Doch nun hat Horn verkündet, er wäre von Gunns Entschuldigung beeindruckt gewesen (von welcher, der Jahre alten, oder einer neuen?). So groß war offenbar sein Vertrauen in Gunn die ganze Zeit, dass Disney nie auch nur mit einem anderen Filmemacher als Ersatz für Gunn gesprochen hätte. Was genau mag nun wirklich passiert sein? Meine Theorie ist, dass Horn überreagiert hat und dann exakt genug Zeit verstreichen lassen wollte, dass ein Wiederanstellen von Gunn nicht nur nicht wie das Eingestehen eines Fehlers aussieht, sondern wie ein toller Erfolg, als den Disney das jetzt verstanden wissen möchte. Für unwahrscheinlich halte ich hingegen, dass es ein inszenierter Medienrummel rund um die Verschiebung von ‚GotG 3‘ (schließlich muss Gunn jetzt erst mal ‚Suicide Squad 2‘ fertig machen) gewesen ist. Disney kann nicht wirklich glücklich sein, dass Gunn  jetzt einen weiteren Job für die Konkurrenz hat.

Wie auch immer, die Gunn-Saga hat nun (vermutlich) ihr glückliches Ende gefunden und der Newslichter kann sich anderen Dingen zuwenden, über die es zu maulen gilt.

 

Angst bei FOX um ‚Dark Phoenix‘

https://screenrant.com/dark-phoenix-disney-deal-hurting-fox-execs/

Bei FOX fürchtet man, die Zusammenlegung mit Disney könnte zu einem Problem für den neuen X-Men Film ‚Dark Phoenix‘ werden. Beim Marketing weiß man nicht genau, wie man den Film bewerben soll, ist doch schließlich zu erwarten, dass Disney/Marvel etwas völlig anderes mit den X-Men vorhat. Der einzige FOX-Mutant, dessen Zukunft bei der Maus garantiert ist, ist bislang ‚Deadpool‘.

Mit dem Folgenden mache ich mir vielleicht nicht viele Freunde bei Fans des X-Men-Franchises (zu denen ich mich auch zähle): das Problem ist nicht das Marketing, das Problem ist der Film. Und das weiß man bei FOX auch ganz genau. Nicht umsonst ist er schon mehrfach verschoben worden und einige Nachdrehs geordert worden. Ich habe ein wenig das Gefühl, der Film wurde mehr oder weniger aufgegeben, nachdem ‚Apocalypse‘ weder die Kritiker wirklich überzeugen konnte, noch wirklich genug Leute ins Kino gelockt hat. Wie sonst ist es zu erklären, dass Simon Kinberg, Autor von ‚X-Men: Der letzte Widerstand‘, der allgemein als der schwächste des Franchises gilt, erneut angeheuert wurde, um die exakt gleiche Geschichte noch einmal zu erzählen. Nur diesmal eben auch noch als Regisseur. Ist Jennifer Lawrence wirklich ein so großes Zugpferd für die Serie, dass man ihr ein weit geringeres (und im Trailer reichlich albern aussehendes) Make-Up anbieten musste, damit sie zurückkehrt? Zumindest für mich macht das alles den Eindruck von „ist doch alles egal, Marvel machen eh was sie wollen“ und zwar nicht nur im Marketing.

 

Netflix auch dieses Jahr nicht in Cannes

https://www.cinemablend.com/news/2468575/looks-like-netflix-wont-be-at-cannes-again-this-year

Zum zweiten Mal in Folge wird Streaming-Anbieter Netflix den Filmfestspielen in Cannes fernbleiben. Als 2017 ‚Okja‘ und ‚The Meyerowitz Stories‘ in den Wettbewerb um die Palme D’Or aufgenommen wurden, kam es zu Protesten von französischen Kinobetreibern. Denn in Frankreich gilt, dass 36(!) Monate vergehen müssen, bevor ein Kinofilm in den Stream gehen darf. Daher zeigt Netflix seine Filme dort nicht im Kino. In Cannes stellte man sich auf die Seite der Kinobetreiber und schloss Netflix-Filme, die nicht im Kino waren, zukünftig vom Wettbewerb aus. Netflix entschloss sich seinerseits dann auch keine Filme außerhalb des Wettbewerbs in Cannes mehr zu zeigen. Beide Seiten versichern zwar sich hinter den Kulissen in freundlichen Gesprächen zu befinden, doch zu einer Einigung ist es bislang nicht gekommen. Cannes ist das bislang größte Filmfestival, das sich mit Netflix überworfen hat. Ob es bei der Oscarverleihung zu Regeländerungen kommen wird, zu Ungunsten von Streaming-Diensten, das entscheidet sich in diesem April. Wie berichtet hat ein solcher Vorschlag von (angeblich) Steven Spielberg aber nicht eben viel positives Echo gefunden.

 

Und das war es, das sagenumwobene Ende von Phase I. Habt Ihr die subtilen Hinweise entdeckt, worum es in Phase II gehen wird? Ob Ihr Recht hattet merkt Ihr nächste Woche, wenn es weiter geht als wäre nichts gewesen!

Newslichter Ausgabe 34: Nochmal Netflix, König Conan und James Gunn

Willkommen zurück beim Newslichter. Heute beginne ich mal mit einer Ankündigung in eigener Sache: weil sich in letzter Zeit die Newslichter mit einem einzelnen extremen Schwerpunktthema ziemlich gehäuft haben, habe ich beschlossen, solche umfangreicheren Themen in Zukunft auf einen gesonderten Artikel (üblicherweise am Samstag) auszugliedern. Im Newslichter wird es allerdings einen Hinweis und, sobald der Artikel da ist, auch einen Link geben, so dass Ihr auch weiterhin alle (von mir für interessant befundenen) News an einem Ort finden könnt. Nun aber auf in die (beinahe) Schwerpunkt-freie Ausgabe 34!

 

Oscar vs. Netflix Nachtrag

https://www.hollywoodreporter.com/live-feed/jeffrey-katzenberg-steven-spielberg-isnt-get-netflix-1193263

https://screenrant.com/jason-blum-netflix-spielberg-controversy/

Der Schwerpunkt der letzten Woche lag darauf, dass die Academy und allen voran Steven Spielberg Netflix-Filme (und Streaming Filme im allgemeinen) in Zukunft von den Oscars ausschließen wollen. Der langjährige Mitarbeiter und Freund Spielbergs, Jeffrey Katzenberg (regelmäßige Filmlichter Leser erinnern sich an ihn, als den Mann, der beinahe ‚Taran und der Zauberkessel‘ in Stücke geschnitten hätte), sagt nun Spielberg habe eigentlich gar nichts gesagt. Es habe eine Presseanfrage bei seinem Sprecher gegeben, deren Beantwortung allerdings im extremen verfälscht worden wäre. Weder habe Spielberg ein Problem mit Netflix, noch Pläne im April die Regeln der Verleihung zu ändern. Schwer zu sagen, ob das nun alles ein aufgeblähter Presse-Tornado war, oder nicht. Spielbergs Meinung zu hohen Bedeutung von Kino ist jedenfalls bekannt, ebenso seine Meinung zu Netflixfilmen, die er mit Fernsehfilmen gleichsetzt. Sicherlich sind aber Ideen wie die, dass Spielberg persönlich dafür verantwortlich zeichnet, dass ‚Green Book‘ gegen ‚Roma‘ den Oscar als bester Film gewonnen hat in die tiefste Gerüchteküche zu verbannen.

Egal wer nun was gesagt hat, Tatsache ist, dass die Anti-Netflix-Idee nicht viele Anhänger fand. Weder unter Zuschauern, noch unter Filmemachern. Beispielhaft sei hier Jason Blum vom kleinen aber erfolgreichen Produktionsstudio Blumhouse, dass mit ‚BlacKkKlansman‘ auch bei den letzten Oscars vertreten war, genannt. In einem Interview mit Variety nannte Blum Netflix „die Zukunft wie wir Filme sehen werden“ und sagte, dass könne man auch nicht mehr stoppen. Das sieht er aber keineswegs negativ, weist er doch darauf hin, dass Netflix toll für Leute ist, die sich regelmäßige Kinobesuche schlicht nicht leisten können. Dann setzt er Netflix in eine Reihe mit cinematischen Innovationen wie Ton und Farbe, die zu ihrer Zeit ebenfalls heftig umstritten waren. Sicher kann man argumentieren, dass Blumhouse ein Studio ist, dass auf kleine Produktionen spezialisiert ist und daher mehr von Netflix profitiert als die „Großen“. Dennoch teile ich Mr. Blums Einschätzung ziemlich uneingeschränkt, abgesehen vielleicht von der Einreihung in die großen Innovationen.

 

WGA und Netflix uneins über Zahlungen an Autoren

https://www.cinemablend.com/news/2468217/netflix-and-the-wga-are-disputing-over-how-much-its-writers-are-paid

Und nur um direkt klarzumachen, dass auch in einer Netflix Zukunft keineswegs alles rosig ist, reden wir über den Konflikt der Writers Guild of America, sprich der Gewerkschaft der Film- und Fernsehautoren, und Netflix. Die Gewerkschaft ist nämlich der Meinung Netflix zahle ihren Mitgliedern zu wenig. Es geht um die Berechnung von „Residuals“ (gibt es da ein passendes, deutsches Wort), sprich die Vergütung für mehrfache Aufführungen und Wiederholungen, gerade auch in Anbetracht der zunehmenden Aufführung von Netflixfilmen im Kino. Die WGA hat nun ein Schiedsverfahren eröffnet, welche Folgen das für Netflix und andere Streaming-Anbieter haben wird, bleibt erst einmal abzusehen.

 

Schwarzenegger wäre gern noch einmal Conan

http://www.thearnoldfans.com/news/2019/3/3/exclusive-arnold-talks-t6-fate-of-conan-brings-comic-con-pop.html

Ein Geheimnis hat Arnold Schwarzenegger nie daraus gemacht, dass er gern noch einmal die Rolle des cimmerischen Fantasy-Barbaren Conan übernehmen würde. Und tatsächlich halten sich seit Jahren Gerüchte (an deren Streuung der Schauspieler nicht ganz unschuldig sein dürfte), dass es einen Film geben würde, in dem Schwarzenegger als alternder König Conan zu sehen sein wird, der, von den administrativen Aufgaben gelangweilt, in ein letztes Abenteuer aufbricht (Realweltbezüge zum „Governator“ darf jeder selbst ziehen). Zuletzt hieß es wohl sogar, haltet Euch fest, dass der Film ein CINEMATISCHES UNIVERSUM rund um die Charaktere von Pulp-Autor Robert E. Howard, dem Schöpfer von Conan, aufbauen sollte. Nun hat Schwarzenegger aber in einem Interview erklärt, dass der derzeitige Rechteinhaber von Conan kein allzu großes Interesse an dem Projekt zeigt, weil wohl gerade Verhandlungen zu einer Conan TV Serie im Sande verlaufen sind und eine gewisse Frustration zu dem Thema besteht. Die Hoffnung hat er aber noch nicht aufgeben. Schade, der Ansatz klingt interessant und mit dem richtigen Regisseur könnte womöglich ein tolles Projekt daraus werden. Ich drücke dem 71Jährigen jedenfalls die Daumen, dass er bald wieder den Lendenschurz anlegen darf. Er würde darin immer noch eine weit bessere Figur machen als ich…

 

James Gunn und die ‚Suicide Squad‘

https://www.ign.com/articles/2019/03/07/suicide-squad-2-team-lineup-reportedly-revealed-dave-bautista-rumored-for-role

Wenden wir unser Auge doch mal einem Dauergast der frühen Newslichter Ausgaben zu: James Gunn. Nachdem der von Disney aus doch recht fadenscheinigen Gründen gefeuert wurde, hat ihn Warner für sein DCEU erfreut an Bord geholt. Sein ‚Suicide Squad 2‘ scheint weniger Fortsetzung des umstrittenen David Ayer Films und mehr ein weicher Reboot zu werden. Mir einer Menge neuer Charaktere und alten Charakteren mit neuen Darstellern. So wird etwa Will Smith als „Deadshot“ vermutlich durch Idris Elba ersetzt. Auch möchte Gunn Dave Bautista, den Drax-Darsteller in Gunns ‚Guardians oft he Galaxy‘ Filmen und wohl lautstärkster Kritiker seiner Entlassung, als Charakter Peacemaker für ‚Suicide Squad 2‘ anwerben. Sollte diese Besetzung stattfinden, darf man die wohl als mehr oder weniger dezenten Mittelfinger in Richtung des alten Arbeitgebers werten.

Währenddessen scheint sich ‚GotG 3‘ bei Disney nicht nur zur heißen, sondern zur nuklearen Kartoffel entwickelt zu haben. Keiner will das Projekt auch nur mit der Kneifzange anfassen. Sei es aus Respekt vor Gunn, oder aus Sorge vor den unvermeidbaren „Gunn war aber besser“ Rezensionen. Da fragt man sich langsam, ob die Guardians den nächsten Avengers Film wohl überhaupt überleben…

 

Und das war er auch schon, der Newslichter für diese Woche. Doch heute ist nicht alle Tage, ich komm‘ wieder keine Frage! Warum habe ich das Ende der ‚Rosarote Panther‘ Serie im Kopf? Glaubt mir, darauf habe ich auch keine gute Antwort.

Newslichter Ausgabe 5: teurer Monopoly-Betrug, schlechte Ratschläge und (k)ein neuer Bond?

Herzlich willkommen zur fünften Ausgabe des Newslichters. Diese Woche begeben wir uns tief in die Gerüchteküche. Also bitte schenkt den merkwürdigen Dämpfen, die Eure Augen zum Tränen bringen nicht allzu viel Aufmerksamkeit, die Hälfte davon existieren ohnehin nicht wirklich. Wir beschäftigen uns mit Betrug, mit schlechten Ratschlägen und – natürlich –  mit James Gunn, über den und Disney gab es in der letzten Woche mehr Neues denn je. Und er wird uns wohl noch eine Weile begleiten.

 

Bieterkrieg nach Monopoly-Betrug

https://screenrant.com/mcdonalds-monopoly-movie-bidding-record-hollywood/

Normalerweise ist die einzige Folge eines Betrügens bei Monopoly, dass jemand mit großer Geste das Spielbrett leerfegt. Bei dem Monopoly-Spiel der Fast Food Kette McDonalds, bei der Gewinnplättchen auf allerlei Gerichten und Getränken kleben, sieht das anders aus. Der ehemalige Polizist und Wachmann Jerry Jacobson, ausgerechnet der Verantwortliche für den sicheren Ablauf der Werbeaktion in den USA, hat den Konzern in den 90ern um etwa 24 Millionen Dollar in Sach- und Geldpreisen betrogen. Mittels gefälschter Gewinnmarken und einem Netz falscher Gewinner. Zunächst die eigene Familie dann eine gigantische Gruppe aus ehemaligen Häftlingen, Stripklubbesitzern und „Hellsehern“. Schließlich klopfte eine weitere Gruppe bei ihm an, die einen Teil vom Kuchen wollte, die Mafia. Warum habt Ihr oder ich von dieser sensationellen Geschichte noch nie gehört? Weil der Prozess gegen Jacobson am 10. September 2001 begann. Die Terroranschläge in New York und ihre Folgen drängten das Thema völlig aus den Medien.

Erst letzten Monat erschien ein lesenswerter Artikel, der umfänglich berichtet und löste sofort einen „bidding war“ um die Filmrechte aus. Daran beteiligt waren unter anderem Warner Bros., Netflix und Martin Scorcese und Steven Spielberg persönlich. Schließlich zahlten Fox und Ben Afflecks und Matt Damons Studio Pearl Street Films die Rekordsumme von 350 Tausend Dollar mit Aussicht auf eine weitere Million, sollte der Film tatsächlich gemacht werden. Der höchste Preis, der je für die Filmoption auf einen Nachrichtenartikel gezahlt wurde. Damon soll die Hauptrolle übernehmen, Affleck Regie führen. Das Drehbuch schreibt das ‚Deadpool‘ Duo Reese und Wernick.

 

Möge die Macht mit Arnold sein

https://screenrant.com/mark-hamill-arnold-schwarzenegger-terrible-advice/

Mark Hamill ist fraglos eine Science Fiction Ikone und ein brillanter Voice Actor. Was er jedoch nicht ist, ist ein fähiger Karriereberater. Ein junger Arnold Schwarzenegger fragte in den späten 70ern einen jungen Mark Hamill, der soeben über Nacht mit ‚Star Wars‘ zum Star geworden war, nach Karrieretipps. Hamill antwortete überzeugt, Arnie müsste auf jeden Fall den Akzent loswerden, das gehe gar nicht. Und dann der Name! Schwarzenegger? Wer kann das denn aussprechen? Der muss geändert werden. Wie Hamill heute sagt: „Er tat das exakte Gegenteil und wurde zum Superstar.“ Dazu sage ich dann mal: „Do or do not. There is no try!“

 

Idris Elba wird James Bond! Nein! Doch! Nein! Doch! Doch! Nei… hey!

https://screenrant.com/idris-elba-bond-casting-rumors-response/

Seit zehn Jahren geht das Gerücht um, dass Idris Elba die Rolle des britischen Superagenten übernehmen könnte. Mal lehnt er es rundheraus ab, mal freundet er sich mit dem Gedanken an. Von offizieller Seite war aber bislang selten etwas zu hören. Doch nun hat Produzentin Barbara Broccoli, früher in diesem Jahr, verkündet der Nachfolger von Daniel Craig müsse nicht zwangsläufig weiß oder ein Mann sein, um eine weitere Modernisierung des Charakters zu ermöglichen. Da war Idris Elba natürlich sofort wieder im Gespräch. Und hatte ein wenig Spaß auf Twitter. „My Name is Elba, Idris Elba“ twitterte er. Nach der Aufregung (und dem obligatorischen Hass), folgte aber schon 4 Stunden später „Don’t believe the hype!“ Ich bin ein großer Freund der Idee Elbas als James Bond, allerdings fürchte ich, es wird an seinem Alter scheitern. Der letzte Craig Bond kommt nächstes Jahr ins Kino. gehen wir von drei weiteren Jahren für den nächsten aus, wäre Elba beinahe 50. Da gehen andere Doppelnullen in Ruhestand (Craig wird nächstes Jahr 51).

 

Gunn, Gunn und noch mehr Gunn

(wieder ohne Links – immer noch zu viele)

Jetzt bemühen sich nicht nur die ‚GotG‘ Darsteller um eine Rückkehr des Regisseurs, auch die Marvel Studios unter Kevin Feige haben Kontakt zu Disneyspitze aufgenommen und möchten eine Rückkehr für Gunn ermöglichen. Geschieht das aus Loyalität zu dem Filmemacher oder steckt etwas anderes dahinter? Schauen wir für die Antwort rüber zu Disney. Dort steht nämlich für Gunn, der entlassen wurde, obwohl er seinen Vertrag nie gebrochen hat, die geschmacklosen Witze waren ja Jahre vor seiner Disneyzeit gemacht und lange gelöscht, eine wohl recht dicke Abfindung an. Bei den Verhandlungen dazu hat er auch noch einen weiteren Trumpf in der Hand. Das Drehbuch zu ‚GotG 3‘, der Anfang nächsten Jahres mit Dreh beginnen soll, stammt von ihm.

Als genau das bekannt wurde, kam das Gerücht auf, Disney wolle sein Drehbuch nun doch nicht mehr verwenden. Das würde aber einen Drehbeginn Anfang nächsten Jahres unmöglich machen. Das wiederrum würde Kevin Feiges exaktes Uhrwerk aus Marvelfilmen böse aus dem Takt bringen. Und da ist wohl auch der Grund verborgen, warum er nun dringend an einer Rückkehr Gunns interessiert ist. Disney hingegen ließ durchsickern, man könne sich vorstellen Gunn für einen anderen Marvelfilm zu verwenden, was, angesichts der Tatsache, dass keiner seiner üblen Witze irgendetwas mit den Guardians zu tun hatte, wohl irgendwo zwischen sinnlos und dumm verortet werden kann.

Auch ist fraglich, ob Gunn überhaupt Zeit hätte. Denn einige andere Studios sind bereits daran interessiert ihn anzuheuern. Darunter auch Disneys großer Superhelden-Konkurrent Warner Bros. Dort heißt es man „wartet nur, bis die Sache mit Disney zu 100% geklärt ist“.

Disney macht selten Fehler. Doch in dieser Sache sind der Maus – in vollem Lauf – ihre kurzen, roten Hosen heruntergerutscht und nun kugelt sie, mit blankem Hintern und schlackernden Ohren, einen langen, laaangen Hügel herunter. Lustig ist es schon.

 

Diese Newslichter Ausgabe entstand unter erheblichen technischen Schwierigkeiten. Ich bitte also mögliche Flüchtigkeiten und Fehler – noch mehr als sonst- zu entschuldigen.

Newslichter Ausgabe 4: neuer Streamingservice, alter Picard und ein verbotener Bär

Neue Woche, neue Newslichter! Dieses Mal war es materialtechnisch ein wenig dünn, es gab vor allem zahllose, weitgehend uninteressante Neuigkeiten zu allerlei Superheldenfilmen. Superhelden-Afficionados gehen aber auch hier nicht leer aus und bekommen ein umfangreiches Update zur James Gunn Situation (siehe Newslichter 2). Die anderen Nachrichten, die ich kommentiere, mögen nicht viele sein, dafür sind sie inhaltlich um so interessanter, so präsentiere ich Euch unter anderem einen neuen gratis Streaming-Dienst. Ich frage mich ob überhaupt jemand diese Einleitungen liest, oder ob Ihr alle schon unten bei den News seid… wie auch immer, die News:

 

‚Christopher Robin‘ darf nicht nach China

https://www.moviepilot.de/news/aus-diesem-bizarren-grund-darf-christopher-robin-nicht-in-china-laufen-1109846

Die Überschrift stimmt nicht ganz, Christopher Robin selbst hätte wohl kein Problem. Winnie Puuh hingegen ist in China nicht gern gesehen. Auch das ist nicht ganz richtig: er wird nur von der chinesischen Regierung nicht gern gesehen. Denn er ist in China zu einer Art politischem Meme geworden, das den gemütlich wirkenden Staatspräsidenten Xi Jinping mit dem pummeligen Honigjunkie vergleicht. So werden seit längerem alle Puuh Bilder in chinesischen sozialen Netzwerken gesperrt oder gelöscht. Auch HBO wurde gesperrt nachdem John Oliver in seiner ‚Last Week Tonight‘ Show einen solchen vergleich angestellt hat. Da wird man bei Disney jetzt ganz stark sein müssen und sich vielleicht erst mal einen Topf Honig genehmigen. Und ich hoffe jemand hat ein Auge auf I-Aah, den trifft das sicherlich. Aber, da ich erst mal keine Chinareise plane, kann ich es ja sagen: der Herr Jinping sieht schon ein bisschen nach Winnie Puuh aus…

 

„Make It So!“

https://www.heise.de/newsticker/meldung/Comeback-fuer-Star-Trek-Patrick-Stewart-wird-wieder-zu-Captain-Jean-Luc-Picard-4129437.html

Dafür bin ich gerne bereit mal einen Ausflug in Fernsehnews-Regionen zu unternehmen: Sir Patrick Stewart wirft sich für eine neue Serie ein weiteres Mal in die unbequeme Starfleet-Uniform und verkörpert seine Paraderolle Captain Jean-Luc Picard der USS Enterprise. Ob er allerdings noch Kapitän der Enterprise ist, ob er überhaupt noch Teil der Starfleet ist, all das ist offen. Ist mir aber auch egal, er ist Captain Picard, meinetwegen kann er Steine sammeln, ich schau es trotzdem. „Schauen Sie Nummer 1, eine Grauwacke! Die muss ich Mr. Data zeigen!“

 

Nicolas Winding Refn präsentiert das Bahnhofskino unter den Streamingdiensten

Sein letzter Film, ‚The Neon Demon‘, ist bei mir ja nicht eben wahnsinnig gut weggekommen. Allerdings kann und will ich Nicolas Winding Refn seine Liebe für den Film nicht absprechen. Und zwar gerade für die Art von Film, die sonst nicht eben viel Liebe bekommt: B-Movies, Exploitation oder alles man sonst so kurz als „Schund“ zusammenfasst. Genau das will Refn jetzt auf seiner eigenen, kostenlosen Streamingplattform präsentieren. Da er sich selbst mindestens ebenso sehr wie Filme liebt, heißt die natürlich byNWR, damit wir bloß nicht vergessen, wem wir das zu verdanken haben. Ich konnte bislang nur kurz reinschauen und da sah es für mich aus, als ob die Filme in bestmöglicher Qualität vorliegen und liebevoll präsentiert werden. Ich bin gespannt, was es da, fernab von allen „Wenn Du diesen Hollywoodblockbuster mochtest, dann wird Dir auch dieser Hollywoodblockbuster gefallen“ Algorithmen, zu erstöbern gibt, es scheint zumindest im Moment monatlich Nachschub zu geben.
Ihr findet den Dienst unter byNWR.com und müsst einen kostenlosen Account erstellen.

 

Putin macht Steven Seagal zum Sondergesandten für kulturelle Beziehungen zu den USA

http://www.spiegel.de/panorama/leute/steven-seagal-wladimir-putin-macht-filmstar-zum-sondergesandten-a-1221754.html

Ist das eine Filmnews? Nein, nicht wirklich. Aber es könnte eine werden, denn das ganze riecht derart nach einer politischen Farce, dass ein Film darüber beinahe nur komisch sein kann, außer Seth Rogen bekommt das Thema in die Finger, aber malen wir den Teufel nicht an die Wand. Ich zumindest würde nur zu gerne einen guten Film darüber sehen, mit Mads Mikkelsen als Putin und (nachdem ich aktuelle Fotos gesehen habe) John Goodman als Aikido-Seagal. Für die Regie schweben mir die Coen Brüder vor.

shaouldtakentheleftatalbuquequi

 

Update zur Gunn-Situation

(ohne Links, das wären zu viele)

Die spürbarste Folge der plötzlichen Entlassung des ‚Guardians of the Galaxy‘ Regisseurs, ist das einige Disney-verbundene Kreative ihre Präsenz in sozialen Medien aufgegeben haben (z.B. Scott Derrickson) oder zahlreiche Tweets gelöscht haben (z.B. Rian Johnson). Einen anderen Weg wählte Schauspieler/Regisseur Bobcat Goldthwait (‚World’s Greatest Dad‘). Der schrieb Disney einen offenen Brief, in dem er sie aufforderte seine markante Stimme als „Pech“, aus dem Disney ‚Hercules‘ Film, aus Vergnügungsparkattraktionen zu entfernen. Er habe viele unpassende Witze in seinem Leben gemacht und sei nun offen Trump-kritisch. Es wäre ihm daher sehr unangenehm Disney Unannehmlichkeiten zu bereiten. Auch rät er ihnen einen Blick auf aktuelle, keineswegs scherzhaft gemeinte Tweets seines ‚Hercules‘-Kollegen James Woods zu werfen.
Einen offenen Brief veröffentlichten auch die ‚Guardians‘ Darsteller gemeinsam. Darin kritisieren sie Gunns Entlassung und fordern Disney auf ihn wieder anzustellen. Man merkt allerdings jeder Zeile die anwaltliche Beratung an, um ja nicht die Disney Verträge zu brechen. Sorgloser gibt sich da nur Dave Bautista, der auf die Frage wie er die Arbeit am nächsten ‚Guardians‘ Film nun sehe, antwortete er würde tun wozu er sich vertraglich verpflichtet habe, doch die Arbeit für Disney sei ihm unter diesen Umständen widerwärtig („nauseating“).
Apropos ‚Guardians 3‘. Man hat bei Disney immer noch keinen Nachfolger benannt, was überrascht, nicht nur nach der sehr eiligen Entlassung, sondern auch wenn man bedenkt, dass die Dreharbeiten an dem sicherlich umfangreichen Projekt bereits Anfang nächsten Jahres starten sollen. Wartet man vielleicht doch nur auf einen passenden Moment Gunn wieder anzustellen und gleichzeitig das Gesicht zu wahren? Oder sind die ‚Guardians‘ ohnehin auf der Disney-Abschussliste, wie manche Stimmen, nach dem Umgang mit den Charakteren in ‚Infinity War‘ (den ich nicht gesehen habe) behaupten?
Im Internet hat man in einer viralen Aktion jedenfalls schon einen Nachfolger für Gunn gefunden: Jimmy Gunnbergo. James Gunn mit luxuriösem Photoshop-Schnauz.

 

Wir sehen uns in einer Woche an dieser Stelle wieder, wenn wir bis dahin nicht alle zu schnell im trockenen Boden versickernden Pfützen geworden sind. Oder?

Newslichter Ausgabe 2: Sonnen, Flops und tödliche Tweets

Interessant, bizarr und vor allem: neu! Zeit für eine neue Ausgabe vom Newslichter, auch wenn es diesmal weniger lustig wird, als mir lieb ist.

 

Eine einzige Sache in ‚Star Wars‘ ist wissenschaftlich korrekt

https://screenrant.com/neil-degrasse-tyson-star-wars-scientific-accuracy/

Neill DeGrasse Tyson ist ein amerikanischer Astrophysiker, der sich auf die Fahnen geschrieben hat der Öffentlichkeit Wissenschaft näher zu bringen. Sein liebster Ansatz hierfür ist physikalisch Unmögliches in aktuellen, populären Filmen aufzuzeigen. Ob das ein guter Ansatz ist, lasse ich mal dahingestellt. Jedenfalls hat er in der ‚Star Wars‘ Reihe nun etwas ausnahmsweise wissenschaftlich Korrektes gefunden. Allerdings nur genau eine Sache: den doppelten Sonnenuntergang, den Luke ganz am Anfang von Episode IV beobachtet. Das war’s. Wenn Ihr also mal früher ins Bett wollt, dann könnt Ihr den „Scientifically Correct Cut“ aller Star Wars Filme schauen und er dauert keine 5 Minuten. Ist doch toll!

 

Erster chinesischer Big Budget Flop

https://screenrant.com/chinese-box-office-bombs-asura/

China gilt ja seit etwa einem Jahrzehnt als das Land, das einen internationalen Blockbuster zum Megaerfolg macht, oder eben nicht. Hollywoodfilme werden aufwändig umgeschnitten und mit zusätzlichen Szenen ausgestattet, um dem chinesischen Geschmack zu entsprechen. Da überrascht es nicht, dass die heimische Filmindustrie auch ein Stück vom Blockbusterkuchen abhaben möchte. So entstand ‚Asura‘, der erste chinesische Film mit einem Budget über 100 Millionen Dollar. Und wohl auch direkt der erste Big Budget Flop, denn die Filmfirma hat ihn nach einem ernüchternden ersten Wochenende, bei dem er nur gut 7 Millionen Dollar einnahm, wieder vom Markt genommen. Angeblich um Veränderungen vorzunehmen und ihn danach wieder zu veröffentlichen. Auch das wäre ein erstes Mal… Die Macher behaupten hinter dem Misserfolg stünde eine Trollkampagne, wie es sie auch gegen ‚Black Panther‘ und ‚Die Letzten Jedi‘ (die Nummern 9 und 10 auf der Liste der finanziell erfolgreichsten Filme, übrigens) gegeben hat. Beobachter hingegen sagen miserables Marketing sei schuld. Ich bin gespannt, ob der Film in veränderter Version jemals wieder auftaucht und ob er China verlässt. Monumentale Flops haben irgendwie was.

 

Disney feuert James Gunn

http://www.filmstarts.de/nachrichten/18520053.html

Disney hat per sofort sämtliche Verbindungen zu ‚Guardians Of The Galaxy‘ Regisseur James Gunn aufgelöst. Wie kam es dazu? Anscheinend hat Gunn auf Twitter dem orangefarbenen-Scheißegolem-In-Chief* nicht die geforderte Huldigung gezeigt. Daraufhin haben „konservative“ „“Journalisten““ 8 bis 10 Jahre alte, gelöschte Tweets von ihm ausgegraben und an Disney weitergeleitet. Lasst mich eines gleich klarstellen: Gunns alte Tweets waren, ohne jede Frage, vollkommen geschmacklos bis geradezu widerlich. Hätte Disney ihn derentwegen nie engagiert, hätte ich damit kein Problem. Aber er hat sie vor langer Zeit gelöscht, öffentlich Reue gezeigt und in den letzten Jahren bewiesen, dass er ein anderer Mensch ist. Mir geht es allerdings auch weniger um die Person Gunn, als um die Sache an sich.

Ich verstehe, dass Disney sein blitzsauberes Image wahren möchte. Aber sie haben mit James Gunn einen Mann angeheuert, der durch Troma (TROMA!) ins Filmgeschäft gekommen ist. Der eine Reihe kurzer Parodien auf Pornofilme auf Youtube zu seinem Werk zählt. Dessen letzte beiden Werke vor Disney ‚Slither‘ und ‚Super‘ waren, die beide auch mehr als einmal breit grinsend unter die Grenze des guten Geschmacks tauchten. All das wusste Disney nicht? Niemand hat Gunns Social Media mit Lupe und allerfeinstem Kamm überprüft, bevor sie ihm mehrere hundert Millionen Dollar und eine Superhelden-Franchise in die Hand gedrückt haben? Schwachsinn. Die einzige Erklärung, die für mich funktioniert ist, dass jemand bei Disney James Gunn ohnehin loswerden wollte und hier eine Chance sah.

Gunns „Witze“ mögen widerlich gewesen sein, doch er hat niemanden belästigt oder auch nur persönlich angegriffen, weder online noch offline, anders als etwa Pixars John Lasseter, dem „vulgäres“, „unprofessionelles“ Verhalten am Arbeitsplatz vorgeworfen wird, den Disney allerdings nicht gefeuert hat, sondern der die Firma Ende des Jahres selbstständig verlassen darf. Die Idee, dass uralte, dumme (eklige) Bemerkungen, die man gelöscht und öffentlich bereut hat, auf derart brutale Weise zurückkommen können, ist für mich erschreckend. Wenn ich mehr Argumente gegen soziale Medien bräuchte, hier sind sie.

Noch einmal: es geht mir bestimmt nicht um eine Sorge um Gunns finanzielle Sicherheit (sein Privatvermögen wird auf 40 Millionen geschätzt). Und ich bin sicher er wird kein Problem haben abseits von der Maus Arbeit zu finden. Ausserdem mag ich zwar die beiden ‚Guardians‘ Filme sehr gern, kann aber auch gut ohne einen dritten leben. Aber, dass man die Entwicklung eines Menschen einfach so wegwischen kann, weil es gerade opportun ist/das Image gefährden könnte, das ist einfach nur unheimlich für mich.

 

Tut mir leid, falls es im dritten Artikel etwas zu ernst wurde. Ich hoffe nächstes Mal wird wieder unterhaltsamer. Hier zum Ausgleich noch ein schlechtes Wortspiel: Neil Bloomkamp soll den neuen Robocop drehen. Das wird wohl ein Robo Sharlto COPley. Hehe. Bis dann

* Der übrigens derzeit damit beschäftigt ist Kriegsverbrechen auf Twitter anzukündigen, manchmal wünscht man sich ein Sommerloch

Horrortipps: HaHa-Horror? Missverstandene Horrorkomödien

Horror und Komödie stellen eine Symbiose dar, die fast so alt ist, wie die beiden Filmgenres selbst. Die frühesten Horrorfilme arbeiteten immer auch mit bewusst komischen Elementen. Was macht diese Kombination so reizvoll? Ist es nur der typische „comic relief“, der auch in anderen Genres zu finden ist oder geht es darüber hinaus? Ist es mit der Tragikomödie verwandt und Schreckliches und Lächerliches liegen einfach sehr nah beieinander? Man könnte darüber sicher eine interessante psychologische Ausführung schreiben, doch ist dies sicher nicht der Ort dafür.

legosi-port-klHerr Legosi meint: Oder Sie der Mann dafür! Ah ah ah!

Warten Sie bitte bis Sie dran sind! Jede Zeit bringt gelungene Horrorkomödien hervor jedoch werden viele Vertreter abseits der großen Namen, wie ‚Shaun of the Dead‘ oder ‚Cabin in the Woods‘ in den letzten Jahren missverstanden. Gerade über die beiden folgenden Filme habe ich mehrfach die Spekulation gehört, sie nähmen sich grundsätzlich ernst und jeder Humor sei nur mangelnder Umsetzung geschuldet. Das ist natürlich Quatsch. Beide Filme wollen, dass über sie gelacht wird. Tut Euch also keinen Zwang an.

‚Drag me to Hell‘ (2009)

Sam Raimi hat einige der besten Horrorkomödien überhaupt abgeliefert. Je nachdem welche Mischung der beiden Genres man bevorzugt ist ‚Evil Dead 2‘ oder ‚Armee der Finsternis‘ der ideale Vertreter des Genres.  Dann riefen aber die Superhelden und er drehte zwei gelungene Spider-Man Filme. Und dann noch einen. Dann riefen die Superhelden nicht mehr und er kehrte zu dem Genre zurück, dass ihn bekannt gemacht hat.

Christine Brown ( Alison Lohman) ist eine junge Bankangestellte in Los Angeles. Als sie eines Tages, in Hoffnung auf eine Beförderung, der älteren, unheimlichen Sylvia Ganush einen Aufschub ihrer Hypothekenzahlung verweigert, wird sie prompt von der Frau verflucht. Der Dämon Lamia wird sie nun drei Tage verfolgen und mit allerlei finsterem Schabernack quälen, mal lustig, mal schrecklich. Am Ende der Frist wird er sie mit in die Hölle nehmen, es sei denn sie findet bis dahin eine Lösung.

Die ein oder andere Szene, der ein oder andere Gag kommt dem aufmerksamen Zuschauer zwar schon aus den ‚Evil Dead‘ Filmen bekannt vor, doch findet sich hier genug Neues und Lohmans Rolle ist derart anders angelegt als Bruce Campbells Ash, dass hier ein absolut lohnenswerter Film herauskommt. Eine Seancenszene samt Ziegenbock allein macht den Film schon sehenswert. Das alte Niveau erreicht Raimi zwar nicht mehr (und , wenn ‚Die fantastische Welt von Oz‘ als Hinweis dienen darf, wird er es auch nicht mehr erreichen) doch der Film macht jede Menge Spaß.

legosi-port-klHerr Legosi meint: Zu meiner Zeit hätte ein finsterer Dämon sich nicht drei Tage Zeit genommen, für irgendwelchen Blödsinn, wie Fliegen in Kuchen zu backen oder was auch immer dieser Typ hier macht. Da  ging’s direkt in die Hölle! Außerdem: die arme Katze!!

 

‚Slither‘ (2006)

Für den Regisseur von ‚Slither‘, James Gunn, stand der Ruf der Superhelden noch bevor, als er diesen Film gemacht hat. Mit ‚Guardians of the Galaxy‘ würde er 2014 einen der unterhaltsamsten Filme dieses Genres abliefern. Doch stand ‚Slither‘ noch sehr im Lichte seines Karrierebeginns bei Troma. Einem US-amerikanischem Independent Studio, dessen Gründer Lloyd Kaufman stolz darauf ist niemals eine Geschmacklosigkeit auszulassen und das zum Motto seiner Firma gemacht hat. ‚Slither‘ hat zwar offiziell mit Troma nichts zu tun, Geschmacklosigkeiten sind aber reichlich vorhanden und Gunn würdigt seinen ehemaligen Arbeitgeber mit einem Stan Lee-esken Cameo Auftritt als Betrunkenem.

Ein Meteorit schlägt nahe einer amerikanischen Kleinstadt ein. Auf dem Meteoriten befand sich ein nacktschneckenartiger, intelligenter Parasit, der den lokalen Autohändler und Unsympathen Grant Grant (Michael Rrooker) infiziert. Der gibt die folgenden körperlichen Veränderungen gegenüber seiner Frau als Folgen einer allergischen Reaktion auf einen Bienenstich aus, plant jedoch heimlich die Infizierung der ganzen Stadt. Grants Frau Starla (Elizabeth Banks) bleibt misstrauisch und wendet sich an Sherriff Bill Pardy (Nathan Fillion), der nur zu bereit ist die Vermutungen seiner Jugendliebe zu verfolgen – zum Glück.

Die Handlung mag aus zahllosen 50er Jahre Filmen oder David Cronenbergs Oeuvre bekannt erscheinen, doch schafft es Gunn sie sich ganz und gar zu eigen zu machen. Mit allerlei Widerlichkeiten, sympathischen Charakteren und lustigen Dialogen bevölkert er seine Kleinstadt und arbeitet hier schon mit zahlreichen gut aufgelegten Schauspielern, denen wir auch in ‚Guardians‘ wieder begegnen. Eine völlig unterbewertete Genre-Perle, bestens geeignet für Leute, die typische Zombiefilme satt haben.

legosi-port-klHerr Legosi meint: Igitt, dass Ihnen solcherart Geschmacklosigkeit zusagt sollte mich wohl nicht überraschen Herr „Filmlichter“. Ah ah ah!

 

 

Wissen Sie, statt „Ah ah ah“ könnten Sie auch „lol“ tippen!

legosi-port-klHerr Legosi meint: Oh, wirklich, kann ich das? Und was kann ich anstelle eines eiskalten Blicks voller Verachtung tippen? Haben Sie da auch einen weisen Rat? Oh bitte, sagen Sie es mir, ich bin soo gespannt!

 

Okay, Schluss für Heute.