Newslichter Ausgabe 74: Fortsetzungen, lange Filme und erfolgreiche Königinnen

Willkommen zur Ausgabe 74 des Newslichters. So richtig dicke sprießen die News so früh im Jahr immer noch nicht. Vor allem wenn man nicht an den Golden Globes oder dem neunten Star Wars interessiert ist. Doch natürlich habe ich etwas gefunden, dass hoffentlich auch Euer Interesse wecken wird. Legen wir also direkt los!

 

Sequels 2020

https://www.moviepilot.de/news/von-james-bond-bis-top-gun-alle-fortsetzungen-2020-im-kino-1123004

Auf MoviePilot gibt es die oben verlinkte Liste sämtlicher geplanter Sequels, die im Jahr 2020 einen Kinostart in Deutschland haben werden. 41 Sequels zählt die Liste. Dazu 8 Filme irgendwo zwischen Reboot, Fortsetzung und Spin Off, sowie 3 Prequels. Macht 52 Filme, die sich auf Vorhergegangenes beziehen. Ohne dass da Filme aus dem reinen Streaming eingerechnet wären. Im Vorjahr waren es (laut MoviePilots letztjähriger Liste) 55. Statistisch also kein großer Unterschied. Für dieses Jahr sind darunter Erwartetes, wie etwa der nächste Bond, der nächste Fast & Furious oder die Wonder Woman Fortsetzung. Mit FreshTorges ‚Kartoffelsalat 3‘ aber auch eine Erinnerung, dass man in Deutschland, warum auch immer, noch an der Idee des „Youtuber-Films“ festhält. Dazu wird auch Älteres in Fortsetzungen wieder aufgekocht, vor allem natürlich ‚Top Gun 2‘, ‚Bill & Ted Face The Music‘ oder ‚Bad Boys For Life‘.

Das klingt auf den ersten Blick erst einmal nach furchtbar viel. Doch wenn man davon ausgeht, dass 2018 576 Filme in deutschen Kinos angelaufen sind und man annehmen darf, dass es für das letzte Jahr (für das ich auf die Schnelle keine Zahlen gefunden habe) nicht dramatisch weniger geworden sind und sich das auch dieses Jahr nicht allzu groß ändert, dann wären es „nur“ etwa 10% Fortsetzungen. Aber die tauchen halt auch gerne unter den erfolgreichsten Filmen auf. Von daher wird uns die Sequelitis (und die nahe verwandte Cinematic Universitis) vermutlich noch sehr lange erhalten bleiben. Und ich müsste auch lügen, würde ich behaupten, dass mich zumindest ein paar der Fortsetzungen nicht interessieren.

 

Bob Dylan Biopic

http://www.filmstarts.de/nachrichten/18529069.html

Musiker Biopics sind derzeit beliebter und erfolgreicher denn je. ‚Bohemian Rhapsody‘ hat bewiesen, dass sie sowohl Geld als auch Prestige einbringen können, für die Studios also eierlegende Wollmilchsäue (die auch noch Musik verkaufen!!!) darstellen. Nach Elton John ist nun ein weiterer großer Name an der Reihe: Bob Dylan bekommt mit ‚Going Electric‘ sein eigenes Biopic. James Mangold (‚Logan‘) übernimmt die Regie und Timothée Chalamet die Hauptrolle.

Einige werden nun womöglich einwerfen, dass es doch bereits 2007 mit ‚I’m Not There‘ ein Dylan Biopic gab. Das stimmt zwar, allerdings war Todd Haynes Film, der sich auf die Wandlungsfähigkeit Dylans bezog und ihn daher mit sechs verschiedenen Darsteller(inne)n besetzte, die ihn zu unterschiedlichen Momenten in seinem Leben spielten, vielleicht etwas zu abgedreht um zum riesigen Publikumserfolg zu werden. Wie Dylan selbst, möchte man sagen, aber ich will James Mangold vielleicht doch erst einmal eine Chance geben. Mindestens unterhaltsam sind seine Filme meistens.

 

Es waren einmal vier Stunden in Hollywood

https://screenrant.com/once-upon-time-hollywood-tarantino-4-hour-directors-cut-maybe-next-year/

Falls Ihr Tarantinos ‚Once Upon A Time in Hollywood‘ gesehen habt und Euch nach zwei Stunden und vierzig Minuten gedacht habt „ich wünschte der wäre noch 80 Minuten länger“, dann könntet Ihr jetzt Glück haben. In einem Interview mit dem Magazin Collider erzählte Tarantino vom ursprünglichen vierstündigen Cut. Als der mit ihm interviewte Brad Pitt nachhakte, ob man den zu sehen bekommen würde, sagte Tarantino er sei vollständig und er könne sich vorstellen, dass da in einem Jahr etwas käme. Eine echte Ankündigung ist das natürlich nicht. Vor allem weiß man nicht in welcher Form ein solcher „Directors Cut“ erschiene. Tarantinos offizieller Zusammenschnitt von Kill Bill 1 + 2 existiert auch, allerdings kann man den nur im New Beverly, Tarantinos eigenem Kino, sehen. Ich drücke Tarantinofans mit ausreichend Sitzfleisch jedenfalls die Daumen. Ich für meinen Teil muss immer noch die Kurz(HA!)fassung sehen.

 

‚Die Eiskönigin 2‘ erfolgreichster Animationsfilm aller Zeiten

https://screenrant.com/frozen-2-highest-grossing-animated-movie-ever/

Disneys ‚Die Eiskönigin 2‘ hat den Staffelstab als erfolgreichster Animationsfilm aller Zeiten mit 1,325 Milliarden Dollar erfolgreich von Disney/Pixars ‚Die Unglaublichen 2‘ (1,243 Milliarden) übernommen. Moooment mal, mag der geneigte Zahlenfan jetzt einwerfen, hat nicht Disneys ‚Der König der Löwen‘ (2019) 1,657 Milliarden Dollar gemacht und damit beide im Savannenstaub zurückgelassen? Das stimmt, doch laut Disney handelt es sich dabei um einen „Live Action“ Film. Obwohl er vollständig aus dem Rechner kommt (abgesehen von einem Sonnenaufgang am Anfang). Ob Disney das anders sehen würde, wenn es nicht ohnehin den erfolgreichsten Animationsfilm im eigenen Haus hätte ist sicher eine gute Frage, aber eine die ich nicht beantworten kann. Und eine die immer unwichtiger wird, weil sich Disney ohnehin jede einzelne Kategorie von erfolgreichster ___Film sichert. Zumindest Fragen, ob es eine dritte Eiskönigin geben wird sollten durch den Erfolg wohl beantwortet sein.

 

Und das war es auch schon wieder für heute. Wir sehen uns nächste Woche!

Newslichter Ausgabe 73: Neujahrsgruß

Willkommen zur Ausgabe 73 des Newslichters, der ersten von 2020. Und da in den neun Stunden, die dieses neue Jahr und diese neue Dekade nun alt ist (hoffentlich, ich schreibe das natürlich im Voraus) noch nicht so viel passiert ist, wird dieser Newslichter eher die Rolle eines freundlichen Neujahrsgrußes und kleinen Klönschnacks spielen. In diesem Sinne: ein Frohes Neues Jahr!

So, worüber könnten wir sprechen? Auf Newsseiten gibt man sich derzeit überrascht, dass Universal ‚Cats‘ aus seiner Liste möglicher Oscar-Kandidaten gestrichen hat. Ist das wirklich überraschend bei einem Film, der dem Studio vermutlich Verluste von über 70 Millionen Dollar einfahren wird? Bei einem Film, bei dem sich Publikum und Kritik mit Häme zu überbieten versuchen. Einem Film, der als mögliches Karriereende für Regisseur Tom Hooper gehandelt wird? Ich würde eher behaupten es zeugt von einer gewissen Vernunft diesem Film keine großen Oscar-Chancen auszurechnen. Vielleicht Chancen auf Goldene Himbeeren, aber für die muss man sich nicht bewerben… (sehen will ich ihn immer noch)

Simon Pegg behauptet übrigens Quentin Tarantinos ‚Star Trek‘ Film könnte durchaus immer noch Realität werden und deutet gar an, dass er vor dem neulich angekündigten vierten Kelvin-Star Trek kommen könnte. Damit haben die Star Trek Filme mein erträgliches Maß an Hick Hack endgültig überschritten und dürfen daher nicht erwarten weiterhin im Newslichter besprochen zu werden. Sie werden es überleben, da bin ich fast sicher (obwohl, so unvorhersehbar de Entwicklungen da sind…).

Martin Scorseses Tochter Francesca hat die Weihnachtsgeschenke für ihren Vati in Marvel-Geschenkpapier verpackt. Hohoho, ich hoffe der Scorsesische Haussegen hat’s überstanden.

Der neue Star Wars, huh? Als der [Spoiler] mit dem [Spoiler], da dachte ich wirklich jetzt würde [Spoiler] und [Spoiler] gleich [Spoiler]. Aber als dann [Spoiler] seinen [Spoiler] und [Spoiler] auch noch ihren[Spoiler], da wurde dann klar, dass [Spoiler] und [Spoiler] mit [Spoiler] wohl nicht [Spoiler]. Also im Großen und Ganzen war es reichlich [Spoiler] und ich bin froh wenn [Spoiler]. Und wie seht [Spoiler] das (bitte keine [Spoiler])?

So, das soll es aber auch schon gewesen sein. Nun könnt Ihr Euren eventuellen Kater auskurieren, Euch um die Umsetzung Eurer guten Vorsätze kümmern und Euch auf ein neues Jahr voller Newslichter freuen.

 

 

 

Newslichter Ausgabe 71: Star Wars Whopper, Star Trek Klopper und VFX Künstler sind auch Menschen!

Willkommen zur Ausgabe 71 des Newslichters. Heute gibt es ein Hauptthema, in dem es um eine Meldung geht, die erstaunlich wenige der großen Nachrichtenportale für berichtenswert hielten. Und das ist genau einer der Punkte, die es so wichtig machen. Hollywoods Umgang mit seinen VFX-Künstlern ist irgendwo zwischen bizarr und ekelhaft. Sie sind der absolut wichtigste Teil fast aller Blockbuster, werden aber behandelt wie… aber ich will nicht vorgreifen. Daneben wollen wir auch über bizarre Werbung und  Star Trek reden. Legen wir also los!

 

VFX Studio hinter ‚König der Löwen‘ entlässt hunderte Angestellte

https://www.cartoonbrew.com/business/breaking-mpc-studio-behind-the-lion-king-shuts-down-vancouver-studio-183671.html

Hollywood muss seinen Umgang mit computergenerierten VFX komplett überdenken! Das ist keine neue oder revolutionäre Ansage, doch kommt sie von meiner Seite ausnahmsweise mal aus einer anderen Richtung. Die Mitarbeiter der Technicolor-Tochter MPC in Vancouver haben am Donnerstag letzter Woche bei einer morgendlichen Besprechung erfahren, dass ihre Jobs per sofort nicht mehr existieren. Diese Nachricht erfolgt am Ende eines Jahres an dem das Studio an finanziellen Großerfolgen wie ‚Der König der Löwen‘, ‚Meisterdetektiv Pikachu‘ oder ‚Dumbo‘ wesentlich beteiligt war. Besonders übel: sie erfolgt nach einigen Monaten brutalster Überstunden, in denen die CGI der ‚Sonic‘ Verfilmung komplett überarbeitet werden mussten. Unbestätigte Aussagen von Mitarbeitern sprechen von Arbeitstagen bis zu 17 Stunden.

Ob es uns gefällt oder nicht, VFX Künstler sind integraler Bestandteil des aktuellen Blockbusterkinos. Ihre Aufgabe ist längst nicht mehr das Retuschieren einiger Stuntkabel, oder eine Handvoll Spezialeffekte, die praktisch nicht umsetzbar waren, herzuzaubern. Heute bestimmen VFX Künstler wie ein Film aussieht. Ihre Leidenschaft entscheidet darüber ob Figuren funktionieren oder nicht. Ganze Charaktere entspringen einzig ihrer Kunst. In typischen Blockbustern kann man Frames in die nicht wenigstens ein Partikeleffekt eingefügt wurde wohl an den Fingern zweier Hände abzählen. Und es ist eine gnadenlos undankbare Aufgabe. Regisseure und Studios wollen billige VFX. VFX Studios unterbieten sich gegenseitig, einige Manager schöpfen ihre Gewinne ab, schieben die finanzielle Belastung an ihre Angestellten weiter und wenn es nicht mehr geht wird das Studio dichtgemacht. Beispiel: 2012 beschwerte sich Regisseur Ang Lee mehrfach in Interviews wie teuer die Spezialeffekte für ‚Life of Pi‘ seien. Das verantwortliche VFX Studio Rythm & Hues ging kurz nach Vollendung des Films in den Bankrott. Mehr als 200 Mitarbeiter verloren ihren Job (was sie in einem Anruf am Sonntagabend erfuhren, der ihnen mitteilte sie bräuchten am Montag gar nicht erst zur Arbeit zu kommen!!). Dies sorgte dafür, dass über 500 VFX Künstler vor der Oscar-Verleihung 2013 protestierten. Die Presse ignorierte sie zum größten Teil. Als Effects Supervisor Bill Westenhofer von Rythm & Hues seinen Oscar für ‚Life of Pi‘ entgegennahm wurde ihm das Mikro abgedreht und die Musik lautergestellt, als er das Thema ansprechen wollte. Ang Lee hat nie wieder ein Wort über die Situation verloren.

Ich will Herrn Lee hier gar nicht als ein besonders schlimmes Beispiel hinstellen, das ist er nämlich nicht. Die ganze Industrie hat mit den VFX-Künstlern eine weitgehend namens- und gesichtslose Klasse geschaffen, denn wer wartet schon 15 Minuten Abspann ab und versucht sich die Liste von hunderten Namen zu merken. Diese Klasse wird auch noch von Kritik und Publikum oft genug noch mehr verachtet, als von den Studios selbst. Wie oft schreiben, lesen oder denken wir (und ich nehme mich selbst da explizit nicht aus!) über „seelenloses CGI“. Es ist gar nicht so sehr diese Beurteilung, die ich kritisieren will, sondern, dass wir vergessen, dass immer noch Menschen und keine Computer hinter diesen Effekten stecken. Effekte die wir (und offenbar die Filmemacher) immer mehr als gegeben hinnehmen, die uns nur noch dann auffallen, wenn sie unseren Ansprüchen nicht genügen und deren erhebliche Leistung wir weniger würdigen, weil sie nicht praktisch, sondern eben nur digital existiert.

Es ist genau dieses Denken (und die Tatsache, dass Gewerkschaften auf dem nordamerikanischen Kontinent ein Witz oder nicht existent sind), das so etwas wie die derzeitige MPC Vancouver Situation möglich macht. Da hat ein Studio mit ‚König der Löwen‘ integralen Anteil an einem Film, der 1,66 Milliarden Dollar einspielt und dann werden 2 Wochen vor Weihnachten hunderte Leute von einem auf den nächsten Tag nach hunderten unbezahlter Überstunden entlassen. Das ist ein Raubtierkapitalismus, der nicht einmal mehr den Anstand hat sich in ein Schafsfell zu hüllen. „König der Löwen“, in der Tat. Widerwärtig. Absolut niemand verdient das, egal was man vom Film selbst halten mag!

Ich für meinen Teil gelobe jedenfalls, zukünftig mehr an die Menschlichkeit der Macher hinter computergenerierten VFX zu denken und sie in Rezensionen großzügiger zu bedenken. Irgendjemand muss das ja tun, wenn ihre Arbeitgeber es so offensichtlich verweigern.

 

„Whopper“ für Star Wars Spoiler

https://www.derwesten.de/wirtschaft/burger-king-gratis-star-wars-krieg-der-sterne-id227891469.html

Eine reichlich bizarre Werbeallianz sind Burger King und Disney in Deutschland eingegangen. Liest man beim Bestellen eines Whoppers einen „Spoiler“ für die kommende neunte Episode von ‚Star Wars‘ aus einer speziellen App vor, dann bekommt man ihn umsonst. Ob das Strafe oder Belohnung ist, muss jeder selbst entscheiden. Es ist ein Spiel mit der extremen Spoiler-Angst, die Fans von allen großen Blockbuster-Reihen umtreibt. Da hier natürlich alles in Absprache mit Disney passiert, darf man den tatsächlichen „Spoiler“-Gehalt vermutlich anzweifeln. Aufmerksamkeit erregt es allemal. Und wer kein Problem damit hat sein Handy mit der „Spoiler-App“ vollzumüllen kann immerhin nen Burger abgreifen. Fraglich ob die Aktion nicht Idioten ermutigen wird tatsächliche Spoiler in Burger Kings rauszuposaunen. Mal sehen, ob die Polizei in den nächsten Tagen und Wochen vermehrt wegen Schlägereien zu der Kette bestellt wird…

 

Zwei neue Star Trek Filme, aber keiner von Tarantino

https://screenrant.com/star-trek-movie-quentin-tarantino-update/

Da sah es nun lange Monate so aus, als gäbe es keinen weiteren Film in der Kelvin-Zeitlinie mehr, dann wurde nicht nur der vierte Film verkündet, nein nun ist noch ein weiterer in Produktion. In welcher Zeitlinie und zu welcher Zeit der spielt ist hingegen noch überhaupt nicht klar. Wahrscheinlich ist jedoch, dass es nicht der gern gesehene Gast in der Gerüchteküche ist, der Star Trek Film von Quentin Tarantino. In einem Interview hat der nun gesagt, sein zehnter und womöglich letzter Film wird nicht Star Trek sein. Ein wenig frage ich mich schon, ob es da jemals konkrete Pläne gab, oder ob das immer nur so eine Idee war. Denn einen Haufen Ideen, was er als nächstes drehen könnte trägt Tarantino ja immer mit sich herum. Sei es ein Film über die Vega-Brüder, ein dritter ‚Kill Bill‘, oder ein Django/Zorro Crossover. Dann dreht er etwas völlig anderes.

 

So, das war es auch schon wieder. Denkt daran, in einer Woche ist es so weit! Der neue Newslichter erscheint! Und noch irgend so ein anderes kleines Fest über das kaum jemand redet. Bis dann!

Newslichter Ausgabe 70: Mad Max fährt bald wieder, Kinder schrumpfen und Adam Sandler dreht einen schlechten Film???

Willkommen zur Ausgabe 70 des Newslichters. Ganz leicht war es mal wieder nicht in dieser Woche kommentierenswerte News zu finden. Langsam aber sicher verlegt sich alles auf Sternenkriegsberichterstattung aus einer weit entfernten Galaxie. Um die soll es hier aber nicht gehen, weshalb wir uns heute ein wenig auf (trotzdem oder gerade deswegen interessante) Randthemen verlegen. Fangen wir an!

 

Adam Sandler droht mit schlechtem Film

https://screenrant.com/adam-sandler-uncut-gems-oscar-bad-movie-threat/

Glaubhaft klingt diese Überschrift ohne jede Frage. Aber natürlich war es ein Scherz. In einem Interview in der Howard Stern Show sagte Sandler, wenn er keinen Oscar für seine vielgelobte Rolle in ‚Uncut Gems‘ der Safdie Brüder (verantwortlich etwa für den gelungenen ‚Good Time‘) gewänne, dann würde er mit Absicht einen richtig schlechten Film drehen. Ein kleiner Gag, den man mit einem Schmunzeln abtun könnte. Wenn bei Sandler nicht zwei Dinge zusammenkämen: erstens eine Filmografie voll von unsäglichem Schrott, zweitens immer wieder Hinweise, dass er es eigentlich besser könnte (‚Punch-Drunk Love‘). So unterstützt dieser kleine Gag die Idee, dass Sandler einfach nur das Mindestnötige abliefert und vor allem daran interessiert ist für sich und seine Freunde eine gute Zeit zu haben. Ich verurteile aber weder das, noch Leute, die seine Filme mögen, ich habe für mich einen genialen Weg gefunden, um mit seinen Filmen umzugehen: ich schaue sie einfach nicht. Erstaunlich, ich weiß! Aber ernsthaft: Sandler droht mit einem schlechten Film, das ist so als würde ich in ostenglischen Gemeinden mit einer Hochwasserwarnung anrufen, weil ich in St. Peter Ording in die Nordsee gepinkelt habe. Oder weniger eklig ausgedrückt: einer mehr fällt schon nicht mehr auf.

 

Liebling, ich habe ein Franchise rebootet

https://variety.com/2019/film/news/honey-i-shrunk-the-kids-reboot-josh-gad-joe-johnston-1203425344/

In der unendlichen Queste aber auch wirklich jeden einzelnen Film der 1980er Jahre an den sich noch irgendjemand erinnern kann zu rebooten, ist die Reihe nun an ‚Liebling, ich habe die Kinder geschrumpft‘. Immerhin, verantwortlich dafür ist der Regisseur des originalen Films Joe Johnston, der es geschafft hat Disney für seine Idee zu begeistern. Den Hauptcharakter soll hier Josh Gad geben. Er spielt den inzwischen erwachsenen Sohn von Rick Moranis kinderschrumpfenden Wissenschaftler aus dem Original. Und offenbar schrumpft er seine Kinder ebenfalls. Und nennt seine Frau „Liebling“. Um Karl Marx einmal vollkommen falsch zu zitieren: „Geschichte wiederholt sich. Erst als Komödie, dann als dritte Fortsetzung bzw. weiches Reboot.“ Apropos, ob der Film die beiden bereits vorhandenen Fortsetzungen ‚Liebling, jetzt haben wir ein Riesenbaby‘ und ‚Liebling, jetzt haben wir uns geschrumpft‘ an denen Johnston nicht beteiligt war anerkannt werden, oder ala ‚Halloween‘ nicht mehr Kanon sind, ist mir nicht bekannt. Wohl aber das Stuart Gordon und Brian Yuzna nicht für die Geschichte verantwortlich zeichnen. Schade.

 

Vier gegen vier

http://www.filmstarts.de/nachrichten/18528610.html

Keanu Reeves ist ein gefragter Mann in Hollywood. Derzeit vielleicht mehr als je zuvor. Im Moment vor allem für Fortsetzungen. ‚Bill & Ted face the Music‘, ‚John Wick 4‘ und ‚Matrix 4‘ stehen auf dem Programm. Und genau wegen der letzten beiden könnte es eng werden. Die Bill & Ted Fortsetzung scheint bereits abgedreht, die ‚Matrix 4‘ Dreharbeiten sollen Anfang nächsten Jahres beginnen. Und danach ist er erst einmal für Pressearbeit für Bill & Ted eingespannt. Das heißt ‚John Wick 4‘ könnte eine geraume Zeit auf sich warten lassen. Der angestrebte Termin im Mai 2021 scheint im Moment jedenfalls recht optimistisch geschätzt. Herrn Reeves wird es freuen, gibt es doch wahrlich schlimmere Probleme als zu gefragt zu sein.

 

The (Fury) Road goes ever on and on

https://deadline.com/2019/12/george-miller-mad-max-fury-road-sequel-superhero-movie-debate-start-date-three-thousand-years-of-longing-interview-1202802441/

Zwar hat es vom dritten Mad Max Film bis zu ‚Fury Road‘ mal eben 30 Jahre gedauert (die sich aber fraglos gelohnt haben), doch sah es zuletzt so aus, als könnte diese späte Fortsetzung auch die letzte gewesen sein. Denn die Produktionsfirma von Regisseur George Miller und Studio Warner drohten in eine gerichtliche Auseinandersetzung um 7 Millionen Dollar ausgebliebene Bonuszahlungen zu geraten. In einem Interview mit dem Magazin Deadline klingt es aber nun so, als hätte man sich geeinigt, anstatt durch die Tore Walhallas, bzw. des Gerichtssaals zu düsen. Mad Max Fortsetzungen stehen wieder auf dem Programm. Und wie. Bücher für zwei ‚Fury Road‘ Sequels und ein Imperator Furiosa Spin Off sollen quasi fertig sein. Im Moment ist Miller allerdings mit den Dreharbeiten zu ‚Three Thousand Years of Longing‘ beschäftigt. Allzu viel möchte Miller zu dem Film nicht verraten, nur dass es um einen Dschinn geht, Idris Elba und Tilda Swinton Hauptrollen haben und er den Film, der „zahlreiche Innenszenen“ haben soll, quasi als „Anti-Fury Road‘“ beschreiben würde. Was alles und nichts bedeuten kann.

Und weil er ein Filmemacher jenseits der 70 ist, musste er natürlich, ich glaube das inzwischen gesetzlich vorgeschrieben, auf seine Meinung zu Superheldenfilmen angesprochen werden. Er hat eine lange, bedächtige Antwort gegeben, hier meine Übersetzung seines zentralen Punkts:
„Ich schaue die [Superheldenfilme] alle. Um ehrlich zu sein, hinsichtlich dieser ganzen Debatte, Kino ist Kino und das ist ein sehr weites Spektrum. Die Frage ist letztlich, was es dem Publikum bedeutet. Es gibt ein wunderbares Zitat, das ich gelesen habe, das sich auf alles anwenden lässt was wir tun. Es stammt von Swahili Geschichtenerzählern. Sie beenden ihre Geschichten mit ‚Die Geschichte ist erzählt. War sie schlecht, ist es meine Schuld, denn ich war ihr Erzähler. War sie gut, dann gehört sie uns allen.‘“

 

Ein schönes Zitat, auch wenn Disney sicher andere Ansichten dazu hat, ob etwa ‚Avengers‘ uns allen gehört. Was, ist jemand überrascht, dass ich den letzten Moment für eine billige Polemik gegen Disney nutze? Ist das Euer erster Newslichter? Falls ja, dann solltet Ihr wissen, dass nächste Woche ein neuer kommt. Und falls es nicht Euer erster Newslichter war, kommt nächste Woche trotzdem ein neuer. Tut mir leid!

 

Newslichter Ausgabe 69: das Problem mit Trailern und eine Verteidigung blöder Ideen

Willkommen zur Ausgabe 69 des Newslichters. Auch diese Woche wird es wieder einmal monothematisch. Denn wirklich viele kommentierenswerte News gab es diese Woche nicht. Ich habe wenig Lust darüber zu spekulieren wie doof die Rückkehr von Sheev Palpatine in Episode IX wohl werden wird oder darüber zu diskutieren ob Batman wirklich ein Superheld ist, obwohl er keine Kräfte, nur ein Cape hat. Auch das ‚Die Eiskönigin 2‘ nicht einfach nur viel Geld, sondern gleich alles Ged einspielt sollte wohl kaum jemanden ernsthaft überraschen. Also reden wir diese Woche doch einmal über etwas ganz anderes. Über Hässlichkeit und warum die manchmal ganz toll sein kann. Legen wir los!

 

Das (neue) Problem mit Trailern

https://screenrant.com/cats-musical-movie-cgi-trailer-backlash/

In unserer neuen, sozialmedialen Gesellschaft haben wir als Publikum weit mehr Zugang zu den Machern von Filmen als je zuvor. Das erscheint zunächst als etwas Gutes. Direktes, ehrliches Feedback und ein Austausch über Ideen ist doch wunderbar. Dass es sich dann oft genug in „Shitstorms“ (ich bin immer noch für den deutschen Begriff „Kackgewitter“) ergeht ist ein Thema für sich, das wir hier gar nicht behandeln wollen. Nein, mir soll es heute um grundsätzlich ehrlich gemeintes Feedback gehen und wie selbst das, in meinen Augen, negative Folgen haben kann.

Dass Trailer zu viel über die Handlung des Films den sie repräsentieren verraten ist nichts Neues. Neu ist allerdings, dass Macher und Studios auf die Reaktionen auf einen Trailer ihrerseits wieder reagieren können. Wir haben das etwa mit dem Trailer zur Verfilmung der ‚Sonic‘ Videospiele gesehen. Derart negativ waren quasi sämtliche Reaktionen auf das CGI des schnellen, blauen Igels, das alsbald verkündet wurde, der Charakter würde noch einmal vollständig überarbeitet.

In geringerem Maße (und als Anlass für diesen Text) sehen wir es gerade mit der Verfilmung des Musicals ‚Cats‘. Die Reaktionen auf die Mensch/Katze CGI Hybriden des ersten Trailers waren negativ bis schockiert. Auch ich selbst habe einen Artikel dazu geschrieben, in dem ich mit, hoffentlich erkennbarem, Augenzwinkern über das „Grauen“ geschrieben habe. Am Ende lasse ich allerdings durchblicken, dass ich den Film durchaus sehen will. Und das hat wenig mit ‚Cats‘ zu tun und sehr viel mit dem außergewöhnlichen CGI. Gerade weil es „falsch“ aussieht, ist es interessant.

Glaubt irgendjemand wirklich, dass ‚Sonic‘ nun ein besserer Film wird, weil Sonic eben ein klein wenig weniger furchtbar aussieht? Bedenkt, dass dieselben Leute, die das erste Sonic-Design abgenickt haben auch für alle anderen kreativen Entscheidungen im Film, Plot, Dialoge, Charaktere, Musik etc. verantwortlich sind. Ich sehe hier eher die Wahrscheinlichkeit, dass man den Film jetzt von einem potentiellen „so schlecht, dass es gut ist“ Kandidaten zu einem mittelmäßigen, sofort vergessenen Irgendwas gemacht hat.

Und auch bei ‚Cats‘ fürchte ich, dass er, ohne das gänzlich herausstechende CGI, weniger interessant als vorher sein könnte. Genau da liegt meine Befürchtung. Das diese Art von Feedback noch weit schlimmer für den Film sein könnte als die gefürchteten Testvorführungen. Lasst die Studios ihre Fehler machen. Lasst sie hässliche, dumme Filme produzieren. Lasst die Macher, umdunstet von selbstzufriedener Überzeugung, in die „Auteurs“falle tappen. Die Ergebnisse sind allemal interessanter als der Blockbustereinheitsbrei, in dem kein Bissen zu heiß oder zu kalt sein darf, für niemanden zu salzig oder zu süß.

Das Problem ist, ich weiß selbst nicht wie das gehen soll. Trailer werden im Internet gepostet und Leute werden ehrlich darauf reagieren. Auch ich werde darauf nicht gänzlich verzichten. Und wenn sich eine behebbare Kritik dabei herausschält, was sollen die Studios anderes tun als zu versuchen sie zu beheben? Aber dieses sorgfältige Abschmirgeln aller Ecken und Kanten, nicht nur auf ‚Sonic‘ oder ‚Cats‘ und sicherlich nicht nur auf CGI bezogen, ist etwas, das sich noch einmal rächen wird. Denn Film, der gar nicht mehr überrascht oder herausfordert, ist irgendwo direkt überflüssig. Lasst Filme außergewöhnlich sein! Auch wenn es doof scheint!

 

Und das war es für diese Woche. Nächste Woche gibt es vermutlich wieder mehr, was (womöglich doofe, aber genau deswegen unterhaltsame) Kommentare von mir verdient. Bis dann!

 

Newslichter Ausgabe 68: CGI-Konkurrenz, Kelvin-Trek und Oscar-Muppets

Willkommen zur Ausgabe 68 des Newslichters. Heute gibt’s  zur Abwechslung einmal News. Über Filme und Filmnahes. Wer hätte gedacht, dass CGI-James Dean nur zweite CGI-Wahl war? Wer hätte gedacht, dass der vierte Kelvin Star Trek (vermutlich) doch noch kommt? Wann bekommt Miss Piggy endlich die Rolle, die ihr von Rechts wegen zustehen sollte? Diese und andere Fragen beantwortet der folgende Newslichter. Legen wir also los!

 

James Dean nur zweite Wahl

https://screenrant.com/james-dean-cgi-new-movie-elvis-presley/

Ein Nachtrag zum Thema CGI-James Dean im Film ‚Finding Jack‘. Wie Ihr Euch vielleicht erinnert, haben die Macher des Films, Anton Ernst und Tati Golykh, mit einiger Überraschung und Enttäuschung auf die negativen Reaktionen auf ihr „Casting“ einer CGI-Version von James Dean reagiert. Sie versicherten nie ein Gimmick im Sinn gehabt zu haben und schlicht keinen lebenden Schauspieler gefunden zu haben, der die Rolle so gut hätte ausfüllen können wie Dean. Diese Aussage bekommt nun noch mehr Löcher als sie eh schon hatte. Denn vor Dean hatten die Macher die Benutzung von jemand anderem angefragt. Vom King höchstpersönlich, von Elvis Presley. Dessen Nachkommen sagten allerdings nein.

Nun würde es mir niemals in den Sinn kommen die musikalische Größe des King in irgendeiner Weise in Frage stellen zu wollen. Wenn mir allerdings jemand erzählen will, er fände keinen besseren lebenden Schauspieler als Presley, dann muss ich ehrlich gesagt ein Lachen unterdrücken (Entschuldigung an die Fans). Mal ganz davon abgesehen, dass Presley und Dean durchaus unterschiedliche Typen waren. Damit sollte die Frage geklärt sein, ob es sich bei dieser Besetzung um ein Gimmick handelt und die Antwort ist ein eindeutiges JA. Und natürlich ein gewisses Austesten der Reaktionen auf das „Reanimieren“ verstorbener Schauspieler via CGI. Wie es im Moment aussieht, ist diese Reaktion, von Ausnahmefällen wie Oliver Reeds Tod während der Dreharbeiten von ‚Gladiator‘ abgesehen, ziemlich negativ. Aber das gilt für Leute die interessiert genug sind um Filmnews zu lesen. Ob es den durchschnittlichen Kinogänger überhaupt tangiert wird sich noch zeigen müssen.

 

‚Star Trek 4‘ lebt… vermutlich

https://screenrant.com/star-trek-4-director-noah-hawley/

J.J. Abrams Reboot von ‚Star Trek‘, das eigentlich gar kein Reboot ist, sondern mit der „Kelvin-Zeitlinie“ ein Paralleluniversum eröffnet hat, ist durchaus nicht unumstritten. Für mich funktionierte es zum ersten Mal wirklich mit Justin Lins ‚Beyond‘. Natürlich war das dann genau der Film, der kein Erfolg wurde. Kirk-Darsteller Chris Pine war daraufhin nicht bereit, eine geringere Gage für den nächsten Film zu akzeptieren, der ein Zeitreiseabenteuer werden sollte, in dem er seinen eigenen Vater trifft. Damit war im Januar dieses Jahres der vierte Kelvin Star Trek gestorben. Parallel geistern immer mal wieder Gerüchte um einen Star Trek Film von Quentin Tarantino durchs Netz. Mal klingen die sehr konkret, dann wieder ziemlich theoretisch. Unabhängig vom Tarantino-Film ist nun aber der vierte Kelvin Film zurück. Inklusive Pine. Ob der nun weniger Geld nimmt oder doch mehr bekommt ist mir nicht bekannt. Auch der Rest der Besatzung scheint weitgehend an Bord. Einzig John Cho als Sulu scheint noch unsicher. Und Chekov soll nach dem tragischen Unfalltod von Anton Yelchin nicht neu besetzt werden. Regie soll der bislang vor allem für Serien bekannte Noah Hawley (‚Fargo‘) übernehmen. Ob Zeitreisen immer noch auf dem Programm stehen, weiß ich ebenfalls nicht. So ein bisschen ist dieser Film wie Schrödingers Star Trek. Man weiß nur ob er noch produziert wird oder schon wieder tot ist, wenn man aktiv nachschaut.

 

Wer soll die Oscars moderieren?

https://www.hollywoodreporter.com/news/hollywood-reporter-reader-poll-who-should-host-oscars-2020-1257587

Der „Hollywood Reporter“ stellt seinen Lesern die schwierige Frage, wer die nächste Oscar-Verleihung moderieren soll. Hier wären meine drei Vorschläge:

  1. Niemand
  2. Wenn 1. Aus irgendeinem Grund nicht möglich ist: die Muppets
  3. IHR HABT MICH GEHÖRT: DIE MUPPETS, IHR FEIGLINGE

Ich meine, mal ehrlich, die sind doch wie dafür gemacht. Und all die Modifikationen, die dafür nötig wären, kosten bestimmt immer noch weniger als so‘n „Superstar“. Waldorf & Statler im Publikum! Ich sag’s nur… (außerdem gehören die Muppets inzwischen Disney und die wollen doch bestimmt eh die Oscars kaufen)

 

Das war es für diese Woche. Schaltet auch nächste Woche wieder ein, wenn es heißt: Newslichter! Selbe Bat-Zeit, selber Bat-Ort!