Newslichter Ausgabe 227: Oscars, Unfälle und amazonische Verwirrung

Willkommen bei Ausgabe 227 des Newslichters. So, heute habe ich mal wieder gar keine Einleitung… Reichlich komisches Wetter zurzeit, was? Weiß man gar nicht, was man anziehen soll. Tja… und sonst so? Habt Ihr irgendeinen guten Film gesehen in letzter Zeit? Was soll‘s, legen wir einfach los!

Oscars und Nominierungen und Genre

Sagt mal, riecht Ihr das auch? Dieses leichte Aroma in der Luft von tiefer Selbstverliebtheit und erstaunlich glaubhaft gespielter Demut? Das kann nur eines bedeuten, die Oscar-Nominierungen sind da! Und eine Kategorie sorgt dieses Jahr direkt für besonders viele Schlagzeilen. Die für die beste Hauptdarstellerin. Hier ist nämlich unter anderen Andrea Riseborough nominiert. Für den Film ‚To Leslie‘, den zwar nur wenige gesehen haben, der aber kritisch sehr gut besprochen wurde. Offenbar hat der Regisseur des Films, Michael Morris, eine Art Telefonlawine bei ihm bekannten Hollywoodstars gestartet, die, mit erstaunlich ähnlich klingenden Nachrichten, auf Sozialen Medien Reklame für den Film und Wind für Riseboroughs Nominierung machten. So weit, so problemlos, aber offenbar wurden dabei auch Mails an Mitglieder der Academy geschrieben und direkt versucht diese zu einer Nominierung von Riseborough zu überreden. Ob das wider die Regeln ist, wird derzeit noch geprüft. Riseborough selbst wusste von der ganzen Sache offenbar gar nichts (wobei ich das an ihrer Stelle wohl auch sagen würde…). In vielen Medien wurde so aus der Nominierung einer etablierten und fähigen Darstellerin eine „Schock Nominierung!!!“. Nach der letztjährigen Backpfeife braucht es wohl die große BILD-Geige für Oscar Überschriften.
Gleichzeitig wurde Mia Goth gefragt, ob sie sich durch ihre Nicht-Nominierung für ihre Rolle in ‚Pearl‘ übergangen fühle und ob die Academy ein Problem mit Horror habe. Beide Fragen beantwortete sie durch die Blume mit „ja“. Ich habe ‚Pearl‘, das Prequel zu ‚X‘ (noch) nicht gesehen und kann so nicht beurteilen, ob Goths Darstellung preiswürdig ist. Aber, dass die Academy Horror so gar nicht mag, ist wohl mehr als augenfällig. Ich könnte eine Reihe Beispiele nennen, beschränke mich aber auf das wohl schmerzhafteste du offensichtlichste, als die Oscars in ihrer „In Memoriam“ Schau auf verstorbene Vertreter der Industrie den 2017 verstorbenen Tobe Hooper „vergessen“ haben. Den Mann, der in den 70ern mit ‚Texas Chainsaw Massacre‘ das gesamte Horrorgenre revolutionierte.
Aber, wer weiß, vielleicht wird Andrea Riseboroughs Nominierung gekippt und Mia Goth nachnominiert. Und vielleicht regnet es morgen Kartoffelchips. Alles möglich!

Gerard Butlers blutige Spur

Gerard Butler scheint eine Person zu sein, die man nicht unbedingt als Kollegen haben möchte. Nicht etwa, weil unkollegial oder auch nur unfreundlich wäre, im Gegenteil, er wird meist sehr positiv beschrieben, sondern weil er zu bizarren Unfällen neigt. Nun hat er in einem Interview beschrieben, wie er im Film ‚PS: ich liebe Dich‘ in einer Szene in Boxershorts und Strapsen für Hilary Swank tanzt (bzw. sein Charakter für ihren). Dabei verhakte sich der Krokodilclip der Strapse so unglücklich an einem Monitor, dass er wie ein Geschoss durch den Raum zischte und Swank eine heftig blutende Wunde im Gesicht zufügte. Es fehlten ein paar Zentimeter und sie hätte blind sein können. Butler fühlte sich, nach eigener Aussage und wenig überraschend, natürlich furchtbar. Das ist allerdings gar nichts, verglichen mit dem Blutbad, das er im Film ‚Copshop‘ anrichtet. Also nicht im Film selbst, sondern bei den Dreharbeiten. Zwei Stuntleute trugen schwer blutende Kopfverletzungen davon, als sie Szenen mit Butler drehten. Und Ko-Star Ryan O’Nan bekam die Nadeln einer Taser Pistole von ihm in den Bauch geschossen, weil dessen Schutz verrutscht war. Das soll allerdings nicht den Eindruck erwecken, dass Gerard Butler vor Gerard Butler sicher ist. Bei den Dreharbeiten zu ‚Plane‘ schmierte er sich selbst Phosphorsäure in Gesicht und Augen. Ich frage mich, ob Filme eine spezielle Butler-Versicherung abschließen müssen, wenn er am Set ist. Vielleicht aber auch nur alles geschickte, virale Werbung für ein Buster Keaton Biopic mit Butler. „Gerard hat fünf Schauspieler ausgeknockt, als er ein Brett auf der Schulter trug und mehrfach überraschend angesprochen wurde. Jetzt steckt er gerade mit dem Kopf im Cola-Automaten fest…“

Amazonische Grabräuberei

Okay, normalerweise laufen diese News ja auf eine ganz bestimmte Weise ab, ich erzähle von einer Nachricht und gebe meinen Senf dazu ab. Aber diese hier verstehe ich nicht so ganz, also vielleicht kann sie mir einer von Euch erklären. Im letzten Sommer, nachdem klar wurde, dass MGM keine weitere ‚Tomb Raider‘ Filmadaption mehr produzieren würde, verlor das Studio die Film-Rechte an der Videospielserie, nach neun Jahren. Die Rechte fielen an die Embracer Group, die gerade im wilden Kaufrausch unter vielem anderen Teile der Firma Square Enix, darunter die Rechte an der ‚Tomb Raider‘ Videospielserie, gekauft hatten. Um diese Filmrechte entspann sich alsbald ein Bieterstreit, der teilweise als „Blutrausch“ beschrieben wurde. Gewonnen hat den offenbar Amazon, die nun eine ‚Tomb Raider‘ Serie und vielleicht auch neue Filme produzieren. Und hier beginnt meine Verwirrung. Denn MGM gehört doch auch Amazon. Warum nicht das geplante Sequel mit Alicia Vikander drehen, die Rechte behalten und dann damit machen, was man will? Das wäre vermutlich auch nicht teurer gekommen, als die Rechte komplett neu zu erwerben. Oder gibt Amazon einfach gerne dreistellige Millionensummen an Embracer (siehe ‚Ringe der Macht‘)?

Newslichter Ausgabe 226: ‚Rust‘-Anklagen und Soundmix

Willkommen bei Ausgabe 226 des Newslichters. Heute steht mit dem Unfall am Set des Westerns ‚Rust‘ wieder einmal ein ernsteres Thema im Mittelpunkt, weswegen im Folgenden deutlich weniger Albernheit als üblich zu finden sein wird. Als zusätzliches Thema habe ich endlich eine Sicherheit, dass mein Soundsystem nicht kaputt ist und es auch nicht an meinen Ohren liegt. Dialoge in Filmen werden tatsächlich schlechter verständlich. Legen wir los!

‚Rust‘

Kommen wir mal wieder zurück, zum tödlichen Unfall am Set des Indie Westerns ‚Rust‘, bei dem Darsteller Alec Baldwin im Herbst 2021, beim Umgang mit einer angeblich sicheren Requisiten-Schusswaffe, bei Drehproben Kamerafrau Halyna Hutchins erschoss und Regisseur Joel Souza schwer verletzte. Die Staatsanwaltschaft von New Mexico hat nun Anklage wegen fahrlässiger Tötung, sowohl gegen Baldwin als auch gegen die Waffenmeisterin der Produktion erhoben. Damit drohen beiden Haftstrafen bis zu fünf Jahren. Die Anklage der Waffenmeisterin scheint offensichtlich. Sie hatte sich zuvor beklagt, dass die Produktion ihr zu viele andere Aufgaben auferlegt hätte, als dass sie sicher ihren Job hätte ausführen können, aber das ist etwas, das das Gericht klären muss. Als Waffenmeisterin würde sie wohl immer in der Verantwortung stehen. Für etwas mehr Aufregung sorgte die Anklage gegen Baldwin. Als Schauspieler könne es doch nicht seine Aufgebe sein, die Sicherheit einer Schusswaffe zu überprüfen, insbesondere, wenn ihm versichert wird, sie wäre nicht scharf geladen, heißt es. Zudem habe er mit der Waffe nicht herumgealbert sondern ist in einer Probe den direkten Anweisungen eines der Geschädigten gefolgt. Dem würde ich zumindest absolut folgen. An einem Filmset gibt es so viele Dinge, die gefährlich sein können, die man aber der Kontrolle von Experten überlassen muss, nicht der von Darstellern. Niemand käme etwa auf die Idee zu behaupten, Ellen Burstyn hätte am Set von ‚Der Exorzist‘ den Sitz ihres Stuntharnisches selbst überprüfen müssen, ihre permanente Wirbelverletzung, infolge der Szene, in der sie von der besessenen Reagan durch den Raum geschleudert wird, sei also ihre eigene Schuld. Warum sollte das ausgerechnet bei einer Schusswaffe anders aussehen? Und wenn es diese Verantwortung gäbe, müsste sie glasklar formuliert und durch eine entsprechende Ausbildung ermöglicht werden.
Es folgt ein wichtiges Aber: Baldwin war eben nicht nur Darsteller, er war auch Produzent des Films und als solcher mit für die Sicherheit am Set verantwortlich. Am Set einer Produktion, wo es wiederholt Beschwerden über Sicherheit und Behandlung der Crew gab. Wo das Kamerateam am Vortag der Tragödie das Set im Protest verlassen hat. In dieser Rolle verstehe ich die Anklage absolut, muss mich dann aber fragen, warum die anderen vier Produzenten nicht auch angeklagt werden. Wer frühere Artikel im Newslichter über den Fall gelesen hat, wird die Abwesenheit einer zentralen Person bemerkt haben. Der Regieassistent, der die Waffe, angeblich ohne Wissen der Waffenmeisterin, an sich genommen hat und sie, laut eigener Aussage, ohne die Patronen zu prüfen, Baldwin als „sicher“ übergeben hat. Dieser hat einen „Deal“ mit der Staatsanwaltschaft geschlossen. Er sagt gegen die anderen Angeklagten aus, im Gegenzug für eine Bewährungsstrafe von 6 Monaten. Davon darf man wohl halten was man will.
Ärgerlicher finde ich aber eher noch, dass es den Behörden nicht gelungen ist, herauszufinden, wie überhaupt scharfe Munition an das Filmset gelangen konnte. Eine der vielleicht zentralsten Fragen des ganzen Falls. Mit einer zynischeren Weltsicht, hätte ich wohl den Eindruck, das Ziel der Staatsanwaltschaft ist es, hier den bekanntesten beteiligten Namen vor Gericht zu stellen. Warum sonst sollte man dem Regieassistenten, der ja quasi mehr oder weniger eine Hauptschuld eingestanden hat, einen Deal anbieten? Warum sonst sollte man die anderen, unbekannteren Produzenten ignorieren? Die Medienaufmerksamkeit ließ nicht auf sich warten.
Ich halte eine Verurteilung von Baldwin zwar für sehr unwahrscheinlich, aber sollte sie erfolgen, hätte das erhebliche Folgen für die amerikanische Filmindustrie. Mindestens was Produktionen in New Mexico angeht, vermutlich aber, was die Verwendung echter Schusswaffen am Set allgemein betrifft. Ich würde mich als Darsteller jedenfalls strikt weigern, eine in die Hand zu nehmen.

Warum brauchen wir auf einmal Untertitel?

Ich weiß nicht, wie es Euch geht, aber ich fummele in den letzten Jahren häufiger verzweifelt an meinem Soundsystem herum, in der festen Überzeugung, ich muss irgendwas ganz übel verstellt haben. Aber immer wieder stellt sich heraus, nein, der Dialog ist tatsächlich so schwer verständlich, dass ich Untertitel brauche. Dass es nicht an meiner Anlage liegt, merke ich spätestens, wenn ich einen älteren Film schaue und sämtliche Dialoge glasklar verstehe. Das Magazin Vox hat eine Twitter Umfrage gestartet, bei der sich herausstellte, dass von den über 100.000 Teilnehmern 57% Filme/Fernsehserien grundsätzlich mit Untertiteln schauen. In einem kurzen und informativen Video haben sie nun die Gründe dafür zusammengefasst, von veränderter Art der Darstellung bis zum Soundmix.

Die deutsche Synchro scheint mir üblicherweise verständlicher, nicht bloß weil ich Muttersprachler bin, sondern weil die im Soundmix meist prominenter platziert scheint. Die „dynamic range“ des originalen Mixes scheint immer wieder das Problem. Ja klar, Explosionen sind lauter als gesprochener Dialog, aber eine solche Idee von „Realismus“ im Soundmix ist doch idiotisch. Da müsste das Publikum, dass gerade einen Schusswechel gesehen hat ja „realistisch“ erst mal taub sein. Ich glaube kaum jemand wird sich über verständliche Dialoge beschweren, selbst wenn die auf Kosten von „Realismus“ gehen. Zumindest in Filmen, in denen das gesprochene Wort wichtiger als der Rumms ist.

Newslichter Ausgabe 225: kein fröhlicher Todestag, Gladiator 2 und ein Langzeitprojekt

Willkommen bei Ausgabe 225 des Newslichters. Hey, erinnert Ihr Euch noch an diesen Spinner, der vor einigen Wochen an dieser Stelle behauptet hat, das Jahr 2023 sei „fake“. Stellt sich raus, das war ein anderer Newslichter aus einer parallelen Dimension, von wegen Multiversum und so. Die ist fast genau wie unsere Welt, bloß gibt es kein 2023, der Himmel ist Magenta-farben (die Farbe der Telekom ist dafür Himmelblau, das aus unerklärlichen Gründen auch da so heißt) und „vorwärts“ bedeutet „rückwärts“. Wir sind derzeit noch dabei übereinzukommen, wer von uns beiden der Böse ist. Das war jetzt weniger eine Einleitung und mehr ein Retcon. Legen wir stattdessen mal mit den News los.

Vermutlich kein weiterer ‚Happy Death Day‘

Christopher Landons Zeitschleifen-Slasher ‚Happy Death Day‘, getragen nicht zuletzt von einer hervorragenden Hauptdarstellerin mit Jessica Rothe, war ein ordentlicher Überraschungserfolg. Machte bei einem Budget von runde 9 Millionen gut 125 Millionen Dollar Gewinn. Da war bei Blumhouse ohnehin klar, dass eine Fortsetzung hermusste und Geldgeber Universal stimmte zu. ‚Happy Death Day 2U‘ machte nun den mutigen Schritt das Genre zu wechseln, die Horrorelemente weitgehend zurückzulassen und ganz zur SciFi Komödie zu werden. Ein Schritt der, für die meisten Leute, die den Film kennen, erstaunlich gut funktionierte, aber einer der sich schlecht vermarkten ließ. Und so kamen nur noch gut 60 Millionen bei gleichem Budget heraus. Sicher kein Flop, aber Landon geht in einem Interview mit der Seite Slashfilm davon aus, dass man ihn und sein Projekt bei Universal schlicht vergessen hat. Eine Weile war wohl noch ein kleinerer Streaming-Film im Gespräch, jetzt gibt es keine Gespräche mehr. Das ist schade, weil ich beide Filme gerne mochte, es ist aber irgendwo bezeichnend für den prekären Zustand „kleinerer“ Filme. Da versechsfacht ein Film sein Budget und das ist nicht genug? War die Zielmarke erneut die 100 Millionen und alles drunter wird zum Flop verklärt? Ich zumindest empfinde das, als eine beachtliche Summe Geld. Diese Blockbusterfixierung kann einfach nicht gesund sein. Landon kann es vermutlich wurscht sein, der hat genug Eisen im Feuer, aber für Rothe tut es mir echt leid.

‚Gladiator 2‘

Wer glaubt, dass Ridley Scott mit Mitte 80, es  in irgendeiner Weise langsamer angehen wollte, irrt sich sehr offensichtlich. Nach dem diesjährigen ‚Napoleon‘ wird er nun offenbar eine Fortsetzung zu seinem ‚Gladiator‘ aus dem Jahr 2000 angehen. Gerüchte über eine mögliche Fortsetzung gibt es schon lange. Seit 2001, um genau zu sein, wo ein Sequel angedacht war, 15 Jahre nach dem ersten Film, in dem die prätorianische Garde Rom regiert. Am bekanntesten ist wohl das Nick Cave Drehbuch aus Mitte der 2000er, in dem Russel Crowes Maximus von den römischen Göttern nach seinem Tod zu einer Art ewigem Krieger gemacht wurde, der an jedem größeren Konflikt, zuletzt der US Invasion im Irak beteiligt wäre. 2006 verkaufte Dreamworks, unter anderem, die Rechte an ‚Gladiator‘ an Paramount. Hier sollte es gut 10 Jahre dauern, bis wieder etwas von einer Fortsetzung zu hören war. Diese sollte sich nun auf den 20 Jahre älteren Lucius, den kleinen Sohn Lucillas aus dem ersten Teil konzentrieren. Letztes Jahr brachte sich Chris Hemsworth hier selbst ins Gespräch, nun  aber sieht es so aus, als wäre mit (dem mir unbekannten) Paul Mescal ein Lucius gefunden. Dass irgendwer außer Scott Regie führen würde, war wohl nie ernstlich angedacht. Letztendlich ist es ein guter Zeitpunkt. „Legacy Sequels“ sind derzeit schließich voll im Trend.

Nochmal Mescal

Wo wir gerade über Paul Mescal sprechen. Der Mann hat neben ‚Gladiator 2‘ gerade auch einen, für die Schauspielerei ungewöhnlich stabilen, Job bekommen. Richard Linklater will seinem ‚Boyhood‘ Langzeitprojekt ein weiteres folgen lassen. In ‚Merrily We Roll Along‘ will Linklater die Karriere eines fiktiven Broadway Komponisten, der nach Hollywood geht, um Filme zu produzieren über 20 Jahre Echtzeit verfolgen. Ich nehme mal an, Jobsicherheit für 20 Jahre gibt es bei Schauspielern nicht alle Tage. Tatsächlich dreht Linklater schon seit 2019 Szenen, der Film soll frühestens 2040 in die Kinos kommen. Wenn es die dann noch gibt. Linklater wäre dann 82 Jahre alt, Mescal 46. Mescal ersetzt Blake Jenner, den Linklater, nach Vorwürfen häuslicher Gewalt, 2019 aus dem Projekt entlassen hat.

Er ist der Böse, erschieß ihn! Nein, nein, ER ist der Böse, erschieß ihn!!! Oder wisst Ihr was, wir erschießen halt gar keinen. Wir machen den Newlichter jetzt zusammen, Multiversen sind ja eh gerade voll im Trend. Bis nächste Woche! (und keine Sorge, der Newslichter bekommt keine Kontinuität und wir keine Crossover mit anderen Veröffentlichungen erleben)

Newslichter Ausgabe 224: Nepo Babies, Megalopolis und blau

Willkommen bei Ausgabe 224 des Newslichters. Eine der besten Nachrichten, die ich in den letzten Tagen bekommen habe ist die, dass Arnold Schwarzenegger grauenhafte Imitationen seines steirisch- amerikanischen Akzents ausdrücklich gutheißt. „Yah, haha, dis is de böst nuhs Ei hörd in long deim!“ Thomas Dannenberg ist fraglos ein grandioser Synchronsprecher und man könnte sicherlich argumentieren, dass er Arnies Schauspiel teilweise aufwertet, aber dennoch verliert ein Schwarzeneggerfilm in der Synchro immer etwas. Die Absurdität seines Vortrags ist, für mich jedenfalls, ein ganz großes Element. Und die Tatsache, dass er damit humorvoll umzugehen weiß freut mich umso mehr. Aber kommen wir zu den News.

Reden wir über „Nepo Babies“

Alle paar Jahre fällt Leuten auf, dass eine ganze Menge Hollywooddarstellern aus Hollywoodfamilien stammen. Ihre Eltern waren bereits Schauspieler und ihre Großeltern womöglich auch. Und weil wir im Zeitalter von tiktok und Twitter leben, wo alles ein catchy Schlagwort benötigt, heißen diese Kinder berühmter Eltern nun „nepo babies“, kurz für nepotism babies. Der Ablauf ist aber dennoch gleich, wie bei all den letzten Malen. Der Zorn richtet sich gegen die „nepo babies“ und ihre Eltern. Und die Hollywooddarsteller reagieren etwas hilflos auf die absolut nicht von der Hand zu weisenden Vorwürfe. Sicher, liest man dann gerne, habe man mit bereits bekannten Eltern einen Vorteil, aber man brauche schließlich immer noch Talent. Klar, das braucht man, aber dutzende, wenn nicht hunderte mit gleichem oder mehr Talent, aber eben ohne Star-Eltern schauen in die Röhre.
Ich denke nur immer, der Zorn richtet sich hier gegen die falschen. Kann man Eltern vorwerfen, dass sie versuchen ihren Kindern einen Vorteil zu verschaffen? Ich denke nicht. Ich glaube, das ist einfach ziemlich menschlich. Natürlich führt es die ewig vorgekaute Idee der „Leistungsgesellschaft“, in der die besten und fleißigsten belohnt werden, ad absurdum. Aber das, sowie Nepotismus, sind nun kaum Probleme, die auf Hollywood beschränkt wären, die finden sich überall und teilweise sicherlich noch brutaler. Niemand würde bezweifeln, dass es ein Kind mit einem Zahnarzt als Mutter oder Vater leichter hat, in diese medizinische Richtung einzusteigen als ein Kind aus einer Arbeiterfamilie. Aber Hollywood ist eben weithin sichtbar und ist vermutlich gerade für viele junge Menschen das erste Mal, dass ihnen eine solche Ungerechtigkeit gewahr wird, was einer der Gründe ist, warum diese Diskussion alle paar Jahre neu aufkommt. Dennoch sollte sich der Zorn, mMn., weniger gegen die Nutznießer richten, als gegen das System, dass diese Vetternwirtschaft überhaupt zulässt. Oder Nepotismus direkt als ein gesamtgesellschaftliches Problem begreifen und bekämpfen. Auch wenn das nun wahrlich kein kleiner Anspruch ist.

‚Megalopolis‘ in Schwierigkeiten

Man möchte fast meinen, mit seinem (vermutlich) letzten Film will es der 83jährige Francis Ford Coppola noch mal allen richtig zeigen. Und zumindest das Produktionschaos scheint an alte Werke zu erinnern. ‚Megalopolis‘ erzählt die fiktive Geschichte eines Architekten, der nach einer Katastrophe New York als eine Art Utopia neu errichtet. Wie in ‚Apokalypse Now‘ ist der Film seinem 90tägigen Drehplan wohl bereits weit hinterher, musste den ursprünglichen Plan der virtuellen Produktion a la ‚The Mandalorian‘ aus Kostengründen aufgeben und auf klassischen Greenscreen ausweichen. Die 120 Millionen Dollar Budget reichen, anscheinend, trotzdem nicht und Coppola muss, wie bei ‚One From The Heart‘, sein eigenes Vermögen in den Film stecken. Anderen Gerüchten zufolge hat er, wie bei ‚Bram Stokers Dracula‘, sein gesamtes Effektteam gefeuert. Die entsprechende Gewerkschaft, die Art Directors Guild, untersucht, nach eigener Aussage, derzeit die Situation. Chaotische Sets scheinen bei Coppola-Produktionen eher die Norm als die Ausnahme, dennoch hätte ich seinem ersten Film seit mehr als einer Dekade doch etwas mehr Ruhe gegönnt. Hoffen wir, dass eher ein ‚Apokalypse Now‘ als ein ‚One From The Heart‘ rauskommt. Wobei ich persönlich mit einem ‚Dracula‘ durchaus zufrieden wäre.

 Blau oder Feierabend

In einem Interview mit dem Magazin Variety, hat sich Regisseur Baz Luhrmann kürzlich über seine Zukunft geäußert. Er spekulierte dort über eine vierstündige Fassung seines letzten Films, ‚Elvis‘, und darüber den Film als Ausgangspunkt für eine theamtische Trilogie zu nutzen. Die „blue curtain trilogy“, parallel zu seiner „red curtain trilogy“ (‚Strictly Ballroom‘, ‚Romeo + Julia‘ und ‚Moulin Rouge!‘). Andernfalls stellt der 60Jährige einen baldigen Ruhestand in Aussicht. Das scheint zwar noch etwas jung für den Ruhestand, doch bei den langen Zeitabständen zwischen seinen Filmen, wäre er am Ende einer neuen Trilogie vermutlich tatsächlich recht bejahrt.
Mit dieser Wahl zwischen einer blauen Thematik oder aber dem Ende der Karriere folgt Luhrmann auf seltsame Weise James Cameron, der auch entweder weitere Avatar Filme oder seinen Rückzug aus dem Filmgeschäft in Aussicht stellt. Bei dieser neuen Entdeckung der Farbe Blau in Hollywood (und Australien), können sich womöglich Eiffel 65 auf ein gigantisches Comeback* freuen (sollten die, wider sämtlicher Wahrscheinlichkeiten, Protagonisten von einem von Luhrmanns „blauen“ Filmen werden, dann hättet Ihr das hier zuerst gehört!!!). Daba dee, daba daa.

* Blue Man Group brauchen kein Comeback, Les Bleus hatten ihres gerade und andere blaue fallen mir gerade nicht ein.

Falls Ihr jetzt einen 25 Jahre alten Ohrwurm habt, tut es mir überhaupt nicht leid! Wir lesen uns nächste Woche wieder.

Newslichter Ausgabe 222: kleiner Jahresrückblick

Willkommen bei Ausgabe 222 des Newslichters. Und da sind wir wieder einmal, in jenem Limbo-artigen Zustand mit dem Namen „zwischen den Jahren“. Wirklich kommentierenswerte News gibt es deswegen heute auch nicht, wenn ich nicht die fünfhundertdrölfzigste Stelle werden will, die den finanziellen Erfolg vom neuen Avatar minutiös beobachtet. Und das will ich bestimmt nicht. Legen wir also einfach mal ein wenig die Füße hoch und schauen, was dieses Jahr so passiert ist.

Ehrlich gesagt, so ganz wilde News gab es im Jahr 2022 gar nicht. Das sagt vermutlich niemand außer mir und das gilt natürlich auch nur in der Filmwelt. Bei den echten Nachrichten gab es so EINIGES. Und wenig davon Gutes. 

Was war das größte beim Film? Wohl mit ziemlicher Sicherheit die Fusion von Warner und Discovery, die erhebliche Umstrukturierungen mit sich brachte, die immer noch nicht abgeschlossen sind. Sowie natürlich den absolut ungewöhnlichen Fall, dass ein fertiger Film, der bereits nicht katastrophale Testvorführungen hinter sich hatte, komplett gestrichen wird. ‚Batgirl‘ ist in den Discovery Warner Archiven verschwunden, und wenn die Gerüchte stimmen, dass das Steuergründe hat, wird er da auch nie wieder rauskommen dürfen. James Gunn war der erste, der nicht klug genug war, sich wegzuducken, als ihm das Angebot gemacht wurde, neuer Kreativchef beim DC Filmuniversum zu werden. Quasi die kreative Hälfte eines DC Kevin Feige. Den Eindruck kann man jedenfalls gewinnen, gab es doch direkt Stimmen aus der Warner Discovery Ecke, die betonten, dass er nicht erste Wahl war. Was auch schön zeigt, was für ein reibungslos und friedlich funktionierender Laden das ist. Damit hat er nun nicht nur eine titanische Aufgabe vor sich, das DC Universum im Kino komplett neu aufzustellen, er sieht sich auf sozialen Medien auch dem Hass jener… übermotivierten Zack Snyder Fans ausgesetzt, die nun dieses Universum am Ende sehen. Bleiben viele Fragen. Wie lange bis Gunn frustriert hinschmeißt? Wie lange bis Warner erneut verkauft wird? Wird Disney der neue Käufer sein?

Aber auch im Haus der Maus war nicht alles eitel Sonnenschein. Es gab eine durchaus bemerkenswerte Palastrevolution, in der CEO Bob Chapek an einem Sonntagabend gestürzt wurde und durch den alten Boss Bob Iger ersetzt wurde. Iger hatte schon länger aus dem „Ruhestand“ gegen seinen Nachfolger, den er ausgewählt hatte, geätzt. Aber der Clash gigantischer Egos an der Spitze von Disney ist ja nun wahrlich nichts Neues. Das haben in den 90ern bereits Michael Eisner und Jeffrey Katzenberg vorgemacht. Letzterer schuf, nachdem er geschasst wurde, ‚Shrek‘ mit Lord Farquart als direkte Parodie auf Eisner. Mal schauen, ob sich Chapek derart grandios rächt.

Der Playstation Store führte die Gefahren von digitalen Käufen recht eindrucksvoll vor. Nachdem Sony bereits letztes Jahr verkündete, aufgrund veränderter Marktbedingungen keine Filme und Serien in ihrem Store mehr anzubieten, stellte sich in diesem Sommer heraus, dass es für deutsche und österreichische Kunden deutlich schlimmer kommt: hier sind viele Serien und Filme nicht mehr verfügbar, obwohl sie gekauft wurden. Über 300 Titel des Verleihs Studio Canal betrifft das, für die Lizenzen ausliefen.

VFX Künstler meldeten sich in diesem Jahr mehrfach zu Wort und beklagten ihre Arbeitsbedingungen und den mangelnden Respekt, den der Rest der Filmwelt ihrer Arbeit entgegenbringt. Obwohl diese für Blockbuster quasi allgegenwärtig geworden ist. Insbesondere Disney bekamen hierbei ihr Fett weg. Gerade die Arbeit an Marvel Filmen soll insbesondere undankbar sein, da sich hier Wünsche oft genug kurz vor Abgabe ändern und ohnehin Dinge gewollt sind, die kaum möglich sind. Aber natürlich ist ein Michael Bay, der die Effekte in seinem Film ‚Ambulance‘ als „scheiße“ beschreibt, auch nicht unbedingt hilfreich.

Ansonsten hat sich die scheinbar unausweichliche, zukünftige Herrschaft von Streaming Plattformen als gar nicht mal so unausweichlich erwiesen. Netflix verliert tonnenweise Abonnenten. Das wird natürlich mit dem „Ende“ der Pandemie zu tun gehabt haben, sorgte aber natürlich dennoch für eine allgemeine Panik in der Branche und eine erneute Konzentration auf Blockbusterkino, die aber durch die weltweit angespannte politische Situation auch nicht eben begünstigt wurden. Womöglich werden die nächsten Jahre erneute große Umwälzungen in der Programmgestaltung der großen Studios sehen.

Und Will Smith hat Chris Rock auf der Oscar Bühne vor laufenden Kameras eine saftige Ohrfeige verpasst. Das war die Reaktion Smiths auf einen Witz Rocks über den kahlrasierten Kopf von Smiths Ehefrau Jada Pinkett Smith, den diese als Folge einer Alopecia Erkrankung so trägt. Smith wurde anschließend nicht nur nicht des Saals verwiesen, er durfte sogar noch einen Oscar in Empfang nehmen. Die Oscars waren seit langer Zeit mal wieder in aller Munde. Doch bei der Academy bekam man schnell kalte Füße, ob des Skandals und erklärte den Moment zum schlimmsten in der Geschichte der Oscars. Smith trat aus der Academy aus, bevor er ausgeschlossen oder für mehrere Jahre gesperrt werden konnte. Er darf für 10 Jahre keine Veranstaltungen der Academy, sprich vor allem die Oscar-Verleihung, besuchen. Die Academy ihrerseits sah sich für ihr Vorgehen und die Aussagen über die angebliche Schwere des Geschehens einiger Kritik ausgesetzt, war doch ihr Umgang mit bekannten, deutlich schlimmeren Sexualstraftätern zumindest bis zum Weinstein Skandal immer eher zögerlich. Um nicht zu sagen reichlich ekelhaft.

Der tödliche Unfall im Herbst 2021, am Set des Independent Westerns ‚Rust‘, bei dem Darsteller Alec Baldwin mit einer fälschlich scharf geladenen Schusswaffe Kamerafrau Halyna Hutchins tötete und Regisseur Joel Souza verletzte, hat in diesem Jahr erstaunlich wenig Konsequenzen gehabt. Damit meine ich weniger für die Beteiligten und die Produktion selbst, als die angekündigten Industrieweiten Konsequenzen, von denen gar nichts zu sehen ist. Vom anfangs wild angekündigten Verzicht auf echte Waffen bei Filmdrehs, den ich bei entsprechenden Sicherheitsmaßnahmen eh blödsinnig finde, ist nichts mehr zu hören. Auch eine Debatte um mangelnde Reaktion auf wiederholte Hinweise der Crew über Gefahrensituationen, bevor es zu der tödlichen Situation kam, ist nicht zu vernehmen. In den Medien findet eigentlich nur noch Alec Baldwin statt, der sich selbst bemitleidet, weil er, laut eigener Aussage, in Folge des Vorfalls einige Rollen nicht bekommen habe.

Ansonsten Remakes, Reboots, Legacy-Sequels, (Video-)Spielverfilmungen, Spielzeugverfilmungen und Superheldenfilme. Aber das sind Themen, die uns im Jahr 2023 ebenfalls begleiten werden, da bin ich fast sicher. Und in eben jenem Jahr werden wir uns auch wiedersehen. Bis dahin, kommt gut rüber!

Newslichter Ausgabe 221: wissenschaftliche Türen, Luft anhalten und Hypno Hustler

Willkommen bei Ausgabe 221 des Newslichters. Vorletzter Filmlichter des Jahres 2022. Alle Zeichen stehen auf Weihnachten. Daher will ich mich erneut gar nicht lange mit einer Einleitung aufhalten und stattdessen direkt zu den News kommen.

James Camerons wichtigster Film erscheint im Februar

Klar, derzeit schauen allzu viele Menschen, ob nun genug Leute in 3D IMAX Vorstellungen von James Camerons neuestem Ausflug nach Pandora, ‚Avatar – jetzt wird’s nass‘ rennen, um den dritten Teil zu rechtfertigen. Indessen verspricht Cameron eine weit bedeutendere Frage endgültig, abschließend und nicht zuletzt wissenschaftlich zu klären: war da genug Platz auf der Tür, für Leos Charakter am Ende von ‚Titanic‘? Camerons Antwort darauf war schon immer ein entschiedenes „NEIN!“, aber da Autoren bekanntlich tot sind und so nicht unbedingt das Recht auf das letzte Wort haben, genügte das Vielen bislang nicht. Nun will Herr Cameron in einer wissenschaftlichen Studie mit einer exakten Nachbildung der Tür und einem Wassertank ein für alle mal geklärt haben, ob der Charakter wirklich ertrinken musste. Eine Dokumentation darüber wird im Februar erscheinen. Und wie zum Beweis, dass Cameron nicht bloß wissenschaftlich interessiert ist, sondern auch eine One Man Marketing Maschine, ist das auch der Zeitpunkt, wenn seine ‚Titanic‘ wieder einmal ins Kino kommt. Und sollte da nun jemand am Ende allzu laut schluchzen, kann man nun lautstark „Ruhe! Das ist wissenschaftlich völlig korrekt!!“ brüllen und das ganze Kino wird einen lieben. Wobei mich noch mehr interessiert, ob das „Klonk“, wenn die eine arme Socke auf die Schraube dotzt wissenschaftlich korrekt ist. Wäre aber vermutlich aufwändiger zu testen…

UPDATE: Auf-der-Tür-Sitzerin Kate Winslet hat nun ebenfalls einen, nicht so wahnsinnig begeistert klingenenden Einwurf über die Nutzbarkeit der Tür als Rettungsfloß für zwei geliefert. Im „Happy Sad Confused“ Podcast sagte sie: „I don’t fucking know. That’s the answer. I don’t fucking know.“ Und machte dann ihr weitgehendes Unwissen in Sachen Wasserphysik deutlich. Scheint als würde auch sie es erst im kommenden Februar abschließend erfahren.

Kate Winslet bricht Cruise Rekord

Apropos Kate Winslet, Wasser und Cameron. In einem Interview mit dem Magazin Insider bemerkte Winslet, dass Tom Cruise, den sie noch nie getroffen hat, derzeit vermutlich ein wenig satt hat ihren namen zu hören. Denn sie hat seinen Rekord als Schauspielerin, die vor der Kamera und unter Wasser die längste Zeit ohne Luft auskam, bei den Dreharbeiten ‚Way of the Water‘ gebrochen. Sie kam hier für sieben Minuten und 14 Sekunden ohne zugeführte Luft aus. Cruises Rekord in ‚Mission: Impossible – Rogue Nation‘ lag knapp über sechs Minuten. Winslet sagt, sie war selbst überrascht, wie gut sie darin war und wurde im Laufe der Dreharbeiten immer besser. Ich bin sicher, Cruise wird erwachsen damit umgehen und keiner der nächsten ‚Mission: Impossible‘ Filme enthält eine Szene, in der er Kopfüber unter einem Harrier Jet hängt, der ihn zehn Minuten ins Wasser tunkt. Überraschen tät mich das allerdings auch nicht.

 SONY und ‚Spider-Man‘ ohne ‚Spider-Man‘

SONY befinden sich in einer recht merkwürdigen Position. Sie halten die Filmrechte an allem, was im Marvel Comic Universum mit Spider-Man zu tun hat. Außer an Spider-Man selbst (zumindest in der Realfilm Version, Animationsfilme, wie ‚Spider-Man: A New Universe‘ können sie machen), den SONY derzeit bekanntlich mit einigem Erfolg gemeinsam mit Marvel Films in deren MCU produziert. Das führt zu den etwas bizarren Filmen, die SONY ungeachtet dessen produziert. Filme um Spidey-Schurken, ohne den Helden selbst. Das funktioniert mal besser, mit an sich schon ikonischen Charakteren wie ‚Venom‘, und manchmal gar nicht, nicht mal als Witz, mit Charakteren wie dem allseits unbekannten ‚Morbius‘. Nun will man bei SONY einen Film mit Donald Glover in der Hauptrolle produzieren. „Ah ja, Glover hat ja den Prowler in ‚Spider-Man: A New Universe‘ gesprochen, also ein Realfilm um diesen Charakter? Okay, der ist auch eher aus der dritten Reihe, aber immerhin kennen ihn die Leute aus dem Animationsfilm und da war er ziemlich cool.“ Das könnte man jetzt denken. Aber dann würde man nicht annähernd so morbig denken wie SONY. Denn Glover soll den „Hypno-Hustler“ spielen… So, das ist mal ein Charakter, den selbst ich als langjähriger Spider-Man Comicleser gar nicht kenne. Bravo. Da hat man sicherlich nach suchen müssen. Ich bin sicher, der wird mindestens so gut laufen wie ‚El Muerto‘, ‚Kraven The Hunter‘ oder ‚Madame Web‘ (und nein, ich habe mir keinen davon ausgedacht). Mein Vorschlag, SONY: macht einen Film um den Schurken „The Wall“. Der ist auch völlig unbekannt (und wahnwitzig albern) und damit lockt ihr zumindest verwirrte Pink Floyd Fans ins Kino.