Newslichter Ausgabe 208: Constantine zurück, Tom Cruise besiegt und Autorenn-wish-fullfillment

Willkommen bei Ausgabe 208 des Newslichters. „Good news, everyone!“, so verkündet Professor Farnsworth aus ‚Futurama‘ zumeist ziemlich schlechte Nachrichten. Ich habe aber tatsächlich gute. Bei mir ist kein Baulärm! Das liegt aber nicht etwa daran, dass die Arbeiten fertig wären, es ist schlicht kein Arbeiter aufgetaucht. Aber immerhin ist es leise. Also legen wir schnell los, bevor doch noch wer zu Schleifen beginnt!

‚Constantine‘-ische Wende

Discovery Warner bleiben ihrem Pfad der erstaunlichen Entscheidungen offenbar treu. Doch dieses Mal kommt dabei eine, zumindest für mich, erfreuliche, erstaunliche Entscheidung heraus. ‚Constantine‘ bekommt nach 17 Jahren ein Sequel! Der Film, in dem Keanu Reeves den okkultistischen John Constantine gab, der die Welt vor dem Zugriff von Dämonen schützt, nicht zuletzt um seine eigene, fraglos verdammte Seele zu retten, fiel bei der Kritik komplett durch und stieß auch beim Publikum auf nicht eben überwältigende Liebe. Aber wir ‚Constantine‘-Fans existieren (es gibt Dutzende von uns! Dutzende!!)! Ich bin jemand, der gerne zugibt, dass der Film aus einer Reihe von Stereotypen bestand, die sich in schlechten Dialogen unterhalten haben. Aber Darsteller wie Rachel Weisz, Tilda Swinton oder Peter Stormare hatten erkennbaren Spaß an der Sache, der sich auch auf mich als Zuschauer überträt. Und Keanus John Constantine mag wenig mit seiner Comicvorlage gemein haben, charismatisch war er trotzdem. Überhaupt entwickelte der Film eine sehr eigene Stimmung, die ich so nirgendwo anders wiedergefunden habe. Keanu Reeves war auch einer der wenigen, der seit Jahren schon ein Sequel wollte, geradezu darum gebettelt hat. Warum es gerade jetzt dazu kommt, wer weiß. Vielleicht weil späte Sequels gerade im Trend sind, vielleicht dank der von ‚John Wick‘ losgetretenen „Reevessaince“. Oder eben weil Discovery Warner halt machen was sie wollen und es besser ist, gar nicht zu versuchen, die Entscheidungen nachzuvollziehen. Neben Reeves kehrt auch Regisseur Francis Lawrence zurück, der mit ‚Constantine‘ sein Debüt hatte, inzwischen aber mit Filmen der ‚Tribute von Panem‘-Reihe einigen Erfolg verbuchen konnte. Das Drehbuch übernimmt, anders als beim Vorgänger, Akiva Goldsman (‚Batman & Robin‘, ‚Rings‘, ‚Der Dunkle Turm‘). Das verspricht wieder ein eher mäßiges Buch. Hoffentlich wird es aber erneut so unterhaltsam präsentiert wie beim ersten Mal. Ich freu mich jedenfalls einfach mal drauf!  

MÄH-ssion: Impossible?

Der erste Teil des Zweiteilers ‚Mission: Impossible – Dead Reckoning‘ war berüchtigterweise der Hollywoodfilm, der vermutlich am kältesten von der Covid-Pandemie erwischt wurde. Die Dreharbeiten in Venedig mussten im Februar 2020 abgebrochen werden und auch danach kam es immer wieder zu Unterbrechungen, die nicht nur das Budget auf fast 300 Millionen Dollar hochtrieben, sondern auch für Ausraster von Star Tom Cruise am Set sorgten. Da kann man nur hoffen, dass die Produzenten des zweiten Teils, der sich derzeit in Arbeit befindet, Schaf kalkuliert haben. Denn im Lake District, im Nordwesten Englands, bewies eine Herde von über 100 Schafen die alte Weisheit, dass das Gras auf der anderen Seite immer grüner ist. Sie brachen durch ein Tor, das ihre Futterwiese vom Set des Blockbusterfilms trennte und verteilten sich, unter Missachtung deutlicher Aufforderung und zum Amüsement der Darsteller um Cruise, zwischen Crew und Gerät. Freiwillig würden die Wiederkäuer, so viel war deutlich, keinen Mähter dieser aufregenden, neuen Wiese wieder aufgeben. Die Lektion für Superspion Ethan Hunt ist jedenfalls offensichtlich: du kannst es vielleicht mit globalen Terrororganisationen aufnehmen, aber krieg dich mit Shaun in die Wolle und du kannst dir das Schäfchenzählen sparen! Berichte, dass die bockigen Ruminanten letztlich von einem heroischen, Hollywood-affinen Schweinchen zurück auf ihre Wiese getrieben wurden, konnten bislang nicht bestätigt werden und wurden vermutlich soeben von mir erfunden.

‚Gran Turismo‘-Verfilmung

Ich wundere mich hier ja in letzter Zeit häufiger, über die Titel, die Studios als Kandidaten für Videospielverfilmungen auswählen. So war das vor einiger Zeit auch bei Sonys ‚Gran Turismo‘ der Fall. Die Rennspiel-Reihe ist für das relativ realistische Abbilden von Fahrzeugverhalten und Steuerung bekannt und bringt eigentlich nichts mit, was als Story in einem Film dienen könnte. Tatsächlich bedient man sich für die Story auch bei der Realität. Es soll nämlich eine fiktive Variante eines realen Geschehens erzählt werden. 2011 ermöglichten Sony und Nissan einem besonders talentierten, aus 90.000 Bewerbern ausgewählten Spieler von ‚Gran Turismo‘ den Einstieg in die Welt des echten Rennsports. Genau das soll auch im Film geschehen. Die erstaunliche Wahl als Regisseur für diesen Film, ohne jegliche SciFi Elemente, ist Neill Blomkamp. Den glücklichen Teenager und Rennneuling gibt Archie Madekwe (‚Midsommar‘), während David Harbour einen alten Rennveteranen mimt und Orlando Bloom den Marketing Menschen, der für das Ganze verantwortlich ist gibt. Das Ganze ist immerhin ein neuer Ansatz für eine Videospielverfilmung. Eine bei der das Spiel im Mittelpunkt steht, anstatt, dass der Film in der Welt des Spiels spielt.  

Wir sehen uns für die nächste Runde in einer Woche wieder!

Newslichter Ausgabe 207: Pixar, Filmlichtungen und Tarantino NFTs

Willkommen bei Ausgabe 207 des Newslichters. Hrrrgh, immer noch Baulärm! Hirn nicht mehr Pudding, eher Eintopf! Entschuldige mich für potentiell schlechtere Qualität der News. Aber *Stimme des Doktors aus ‚Batman‘, der Joker sein neues Gesicht zeigt* sehen Sie sich doch an, womit ich arbeiten muss! Also legen wir einfach los!

Quo Vadis, Pixar?

Der Output von Pixar hat sich im letzten Jahrzehnt spürbar geändert. Sequels und Prequels und Spin Offs überwiegen originelle, neue Projekte deutlich. Ich werde mir Fingerzeige auf Disney an dieser Stelle ersparen, aber der Wandel ist schwer zu übersehen. Da wird groß versprochen, dass mit ‚Toy Story 4‘ die Marke endgültig gemolken ist, nur um dann mit ‚Lightyear‘ als „cleverem“ Spin Off um die Ecke zu kommen. Das soll allerdings keinesfalls heißen, dass die allgemeine Qualität eingebrochen sei. Gerade die originellen Filme Pixars waren und sind nachwievor sehenswert. Und mein Favorit aus den 2010ern war hier fraglos ‚Alles steht Kopf‘. Nicht nur weil ich den sehr unterhaltsam, kreativ und wunderhübsch fand, sondern auch weil er seiner Hauptzielgruppe, Kindern, einen nützlichen Bezugsrahmen gab, um über Gefühle zu sprechen, die durchaus reichlich komplex sein können. Und jetzt ist ein ‚Alles steht Kopf 2‘ angekündigt. Denn alles muss ein Franchise werden, es gibt nichts, was nicht noch gemolken werden könnte. Es gibt nix mehr zu erzählen? Egal, ‚Lightyear‘! Alles was ‚Alles steht Kopf 2‘ liefern könnte ist eine Variation der ersten Geschichte. Wir können uns in einem anderen Kopf befinden und auf neue Ereignisse reagieren, aber etwas wirklich Neues lässt sich aus dem, zugegeben cleveren, Konzept einfach nicht rausholen. Ich weiß nicht, warum es mich genau bei diesem Film derart ärgert, aber es ist so. Ugh. Vielleicht weil der Regisseur des ersten Teils, Pete Docter, SEHR deutlich gemacht hat, dass es kein Sequel geben wird. Und nun wird er halt ersetzt, es geht ja nicht um irgendeine künstlerische Vision, Du idealistischer Naivling, sondern um Knete. Darum haben sich auch schon einige der Original-Sprecher zu Wort gemeldet, dass sie für das Sequel nicht zurückkommen, weil Disney ihnen nicht genug zahlen wolle. Sollte ich im Zuge des Discovery Warner Mergers versehentlich etwas Positives über Disney geschrieben haben, so entschuldige ich mich gern dafür…

Echte „Filmlichtungen“ in Spanien

Akvaro Longoria, Produzent bei der spanischen Filmgesellschaft Morena Films, hat gemeinsam mit der Regierung der autonomen Gemeinschaft Kantabrien, im Norden Spaniens einen interessanten Plan zur Reduktion des ökologischen Fußabdrucks von Filmproduktionen gefunden. Kantabrien stellt 40 Hektar Land bereit, auf dem letztlich 34.000 Bäume gepflanzt werden sollen. Diese können etwa 19.000 Tonnen CO2 aufnehmen, was ungefähr dem Ausstoß von 320 Filmproduktionen entspricht. Und die sollen sich für je etwa 6.000€ in das Projekt einkaufen können. Plaketten im zukünftigen Wald werden dann nicht nur die örtliche Ökologie erklären, sondern auch den finanziellen Schirmherren des jeweiligen Abschnitts benennen. Dieser „Bosque de Cine“ (Filmwald) soll biodivers und an die Ökologie Kantabriens angepasst werden. Erster Investor werden die Filmfestspiele Santander. Man hofft in Zukunft aber nicht nur auf spanische, sondern internationale Teilnehmer. Natürlich ist das mit der einfachen „Abfinanzierung“ des ökologischen Fußabdrucks so eine Sache. Und bei weitem nicht jedes Baumpflanzprojekt der letzten Jahre hat gehalten, was es versprochen hat. Aber ein naturbelassener Wald wäre per se eine sehr gute Sache, selbst wenn da ein paar Werbeplaketten drinstehen. Und hey, in einem Filmwald muss es natürlich auch Filmlichtungen geben. Deswegen stehe ich der Sache selbstverständlich erst einmal positiv gegenüber.

Einigung zu ‚Pulp Fiction‘ NFTs

Hey, erinnert Ihr Euch an die Story über die ‚Pulp Fiction‘ NFTs, die Quentin Tarantino letztes Jahr verkauft hat, woraufhin Miramax ihn verklagt hat, weil sie selbst digitale Bildrecht-Geldanlagen-Wasauchimmers zu ihren Filmen verhökern wollten? Nein? Verständlich. Erinnert Ihr Euch an NFTs, diese digitalen Bildrecht-Geldanlagen-Wasauchimmers, die letztes Jahr der heißeste Scheiß seit Sammelkarten waren? Nein? Verständlich. Denn der NFT Markt ist so schnell in sich zusammengestürzt, wie die Blase aufgepumpt wurde. Sein erstes NFT wurde Herr Tarantino noch für 1.1 Millionen Dollar los, alle anderen Auktionen wurden jedoch bereits aufgrund „extremer Marktvolatilität“ abgebrochen. Kein Wunder also, dass Tarantino und Miramax sich nun außergerichtlich einigen. Die Sau ist nicht einfach bloß schon durchs Dorf getrieben, sie ist hinter dem Horizont bereits nicht mehr zu sehen. Aber hey, manche Leute sitzen jetzt auf überteuerten, digitalen Bildchen. Mögliche zukünftige NFTs wollen beide Parteien nun gemeinsam auf den Weg bringen. Vielleicht. Irgendwann. Kommt ja alles wieder.

Vor allem kommt der Newslichter nächste Woche wieder. Ist aber eine miserable Geldanlage, kann ich Euch versichern! Bis dann.

Newslichter Ausgabe 206: Filmverbot und Studiotrennung

Willkommen bei Ausgabe 206 des Newslichters. Dieser Newslichter ist kürzer als sonst. Schuld sind bauliche Maßnahmen und damit verbundener Lärm, der derzeit mein Hirn in Pudding verwandelt. So habe ich gerade die News gelesen, dass die September-Neuveröffentlichung von ‚Spider-Man: No Way Home‘ „mehr Garfield-Szenen“ enthalten soll. Und habe mich gefragt, was der wohlbeleibte, orangefarbene Kater in einem Spider-Man Film tun soll. Odie von einem Hausdach kicken? Es dauerte definitiv zu lange, bis mein Pudding-Hirn erfolgreich den Vornamen Andrew zu Garfield hinzufügte… Von daher beschränke ich mich lieber auf das, was ich schon geschrieben habe. Wobei, Doc Ock vs. Nermal wäre ein Kampf, den ich schon sehen wollte…

Filmen bei den Filmfestspielen

Filmnews über Filmnews, auch mal was Neues. Während die Filmfestspiele in Venedig die üblichen teils herzerwärmenden (standing ovations für Brendan Fraser), teils „skandalösen“ (Florence Pugh bleibt ‚Don’t Worry Darling‘ Pressekonferenz fern) Nachrichten produziert, ist dieses Jahr doch etwas geschehen, was man als „beispiellos“ bezeichnen darf. Sämtliche internationale Pressedienste und Sender dürfen Pressekonferenzen nicht mehr filmen. Das darf nur noch der italienische Sender RAI TV. Von „roter Teppich“ Events dürfen maximal 90 Sekunden gefilmtes Bildmaterial pro Event verwendet werden. Die großen Pressedienste AP, Getty und Reuters, die international Sender mit Bildmaterial versorgen, haben einen gemeinsamen Brief veröffentlicht, in dem sie behaupten, von diesen neuen Regeln das erste Mal am ersten Tag der Festspiele erfahren zu haben und hier sogleich eine, nur auf Italienisch vorliegende, Erklärung unterzeichnen mussten, mit der sie sich an die neuen Regeln banden, um überhaupt ihre Akkreditierung zu erhalten. Das heimische Sender gewisse Vorteile genießen, ist auch bei Filmfestspielen nicht unerhört. So darf etwa einzig France Televisions die Anfangs- und Abschlussveranstaltungen in Cannes filmen. Aber ausgerechnet die Möglichkeit zum Filmen bei einer Pressekonferenz, einer Veranstaltung, die, man sieht es am Namen, für die Presse abgehalten wird zu verbieten ist… erstaunlich. Angeblich sollen die Veranstalter in Venedig auf Nachfragen mit dem Hinweis reagiert haben, man könne das Bildmaterial ja von RAI kaufen. Worauf die Presse wiederrum mit der Frage reagierte, was sie denn dann überhaupt auf dem Festival sollten. Um 90 Sekunden rote Teppich Aufnahmen zu erstellen lohnt sich die Reise nach Venedig vermutlich nicht. Diese 90 Sekunden beziehen sich offenbar auf europäische Gesetzgebung für Medienzugang. Dort ist festgelegt, dass man bei Großveranstaltungen von öffentlichem Interesse nicht die Medien ausschließen darf, oder ein komplettes Monopol vergeben darf. Mindestens 90 Sekunden müssten allen Medien zugänglich gemacht werden. Und das ist hier ja nun geschehen. Man darf 90 Sekunden lang Leute beim Aussteigen aus Limousinen filmen. Aber halt nicht die Pressekonferenz. Bisschen seltsam und fragwürdig das Ganze. Wenn die großen Pressedienste nächstes Jahr tatsächlich wegbleiben, hat man sich hier in Venedig vermutlich eher selbst in den Kanal geworfen.

(PS: die originale Überschrift dieses Beitrags war „RAI in der Tube“, ich war mir aber unsicher, ob die Anspielung noch irgendwer versteht)

Legendary Pictures und Warner Trennung?

Angeblich sucht das Produktionsstudio Legendary Pictures nach dem Chaos bei Warner (der Newslichter berichtete) nach neuen Deals mit anderen Studios. Das 2000 gegründete Studio hat lange mit Warner gearbeitet. Die ‚Dark Knight‘ Trilogie oder ‚Watchmen‘ entstanden hier. 2014 wandte man sich dann Universal zu und konnte auch hier etwa mit ‚Jurassic World‘ Erfolge einfahren. Aber Filme wie ‚Warcraft‘ enttäuschten und Produktionen großer Regisseure wie ‚Blackhat‘ oder ‚Crimson Peak‘ wurden nicht oder falsch beworben. So kehrte man schon 2019 zu Warner zurück und feiert mit den Godzilla „Monsterverse“ Filmen und derzeit ‚Dune‘ erneut große Erfolge. Doch nun spricht man ganz offen mit Sony und Paramount über künftige Kollaborationen. Inwieweit nun wirklich die Umstrukturierungen durch den Discovery-Merger dahinterstecken, oder doch der Ärger noch tief sitzt, darüber dass man bei Warner Filme wie ‚Dune‘ oder ‚Godzilla vs. Kong‘ mitten in ihrem Kinoerfolg, ohne Absprache mit Legendary, auf HBOMax veröffentlicht hat und so ihren Erfolg womöglich beschädigt, man weiß es nicht. Ob das Studio ‚Dune Part II‘ und ein bereits in Produktion befindliches Godzilla/Kong Sequel wirklich zu einem neuen Verleih mitnehmen könnte ist noch viel unklarer. Man darf nur hoffen, dass gerade ‚Dune Part II‘ nicht zu einem Spielball im Firmenstreit wird.  

Wir sehen uns nächste Woche wieder!

Newslichter Ausgabe 205: ‚Star Trek 4‘, Horror-Remake und neue, rote Sonja

Willkommen bei Ausgabe 205 des Newslichters. Manchmal geht es hier ja um die ganz großen News, wie etwa das grausige Blutbad der Übernahme von Warner durch Discovery. Dazu habe ich auch durchaus noch etwas zu sagen, doch habe ich das in einen Extra-Artikel für diesen Samstag ausgegliedert. Heute geht es hier um News die etwa 20 Nummern kleiner sind. Sind sie dennoch interessant? Ich finde schon, deswegen hab ich sie ja hier aufgeschrieben. Für Euch kann ich das natürlich nicht entscheiden, also finden wir es direkt heraus!

To Trek the Stars, or to not Trek the Stars, that is the question

Vor inzwischen recht langer Zeit habe ich beschlossen über den vierten ‚Star Trek‘ Film der modernen Reihe nicht mehr zu schreiben. Weil der fast wöchentlich auftauchte mit immer neuen News darum, warum es hier oder dort wieder Personalwechsel gab, dass er doch nicht erscheint und prompt wiederbelebt wurde. Eine Weile kreiste gar Quentin Tarantinos Name um das Projekt und Leute sorgten sich, ob Spock „fuck“ sagen würde. Dann war der Film wieder tot und dann wieder nicht, wie ein Vampir, dem man in unregelmäßigen Abständen Knoblauchpillen verschreibt. Letzten Juli jedenfalls wurde Matt Shakman offiziell zum neuen Regisseur des Projekts. Der ist vor allem für seine Arbeit bei fast sämtlichen großen „Prestige Television“ Serien bekannt, von ‚Six Feet Under‘ bis ‚Game Of Thrones‘. Zuletzt vor allem für ‚WandaVision‘. Ein Sprung auf die Kinoleinwand scheint da der logische nächste Schritt. Die Verhandlungen um die Rückkehr der Enterprise Crew um Chris Pine liefen seit Februar dieses Jahres. Aber nun rief offenbar Shakmans alter Arbeitgeber Marvel und bot ihm die Regie bei ‚The Fantastic Four‘. Und das will er offenbar annehmen und ist somit bei ‚Star Trek 4 – der ungedrehte Film‘ auch schon wieder raus. Ob der ‚Star Trek‘ Film damit direkt erst einmal wieder tot ist, ich weiß es nicht. Ich frage mich, wie oft Pine und Co. seit 2016 neue Verträge für ihre Rollen unterschrieben haben, nur um dann zu hören „öööh, nee doch nicht…“. So langsam aber sich wird es zum Witz. Und damit komisch und damit wieder im Newslichter berichtenswert! Ist doch auch was wert, oder Paramount?

Gute Nacht Mutti!

Während ich diese News schreibe, stelle ich mir ja häufiger mal die Frage „für wen ist das?“. Zuletzt lautstark und ein wenig zornig bei dem idiotischen Spencer/Hill Requel. Aber üblicherweise entsteht diese Frage bei einem besonders seltsamen Hollywood-Remake. Und genau so eines steht heute wieder an. ‚Ich seh, ich seh‘ der Österreicher Veronika Franz und Severin Fiala war 2014 ein gelungener, verstörender Horrorfilm rund um zwei Zwillinge in einem abgelegenen Haus, die überzeugt sind, dass die Frau, die da von einer OP zurückkam nicht ihre Mutter ist. Der Film feierte unter dem Titel ‚Goodnight Mommy‘ auch internationale Erfolge. Und nun erhält er unter eben diesem Titel ein Remake für Amazon Prime mit Naomi Watts in der Rolle der Mutter(?). Wozu? Der Film war gekonnt und modern inszeniert, die Rollen sehr gut besetzt und, mit den Alpen, vor faszinierendem Hintergrund gefilmt. Es gibt keine komplexen visuellen Effekte, die man mit einem deutlich höheren Budget verbessern könnte. Bleibt also die Frage, „für wen ist das?“. Schauen Amerikaner den Film eher wenn Naomi Watts statt Susanne Wuest die Hauptrolle spielt? Vielleicht, ich weiß es nicht. Der Rest der Welt auch? Oder ist das bloß Wasser auf die Content-Mühlen eines Streaming-Anbieters? ‚Ich seh, ich seh‘ mir das jedenfalls vermutlich nicht an…

Sonja ist wieder Rot

Manche erinnern sich vielleicht noch an den nicht sonderlich gelungenen Brigitte Nielsen ‚Red Sonja‘ Film von 1985. Der diente vornehmlich als Vehikel, damit Arnold Schwarzenegger aus seinem Vertrag mit Dino DeLaurentiis für einen dritten ‚Conan‘ Film entkommen konnte. Der Rest des Films war… nicht sonderlich gut. Nun steht eine Neuverfilmung um die Figur der Red Sonja an, die Autor Roy Thomas in den 70ern im Zuge der Comicumsetzungen des Robert E. Howard ‚Conan’ Stoffs kreierte. Für die Hauptrolle ist die Italienerin Matilda Lutz besetzt und alle, die ‚Revenge‘ gesehen haben, werden ahnen, dass die Rolle damit hervorragend belegt ist. Über die Story ist noch nicht viel bekannt, aber solche Sword & Sorcery Sachen leben ja nun eher nicht von einer komplexen Handlung. Ich vermute ein fieser Magier macht irgendwas Fieses mit Magie und der Rest der Welt ist überzeugt, dass er dafür dringend Bedarf an einer drastisch applizierten, scharfen Klinge hat. Besser als der Nielsen Film muss der hier ja fast werden. Und wenn er zum Erfolg wird, darf Arnie vielleicht endlich seinen ‚King Conan‘ Film drehen.

Definitiv vor ‚King Conan‘ sehen wir uns hier wieder. In sieben Tagen nämlich schon! Bis dann…

Newslichter Ausgabe 204: Wolfgang Petersen, obskure Videospiele und neue Ringherren

Willkommen bei Ausgabe 204 des Newslichters. Kein Warner diese Woche. Juchhe! Okay, eine kurze Bemerkung vielleicht… Einer der ‚Batgirl‘ Regisseure hat womöglich eine implizite Bestätigung dafür geliefert, dass der Film aus Steuergründen in dem Müll geworfen wurde. Denn von sämtlichen internen Servern bei Discovery Warner soll jede Spur des Films, jede Arbeitsdatei verschwunden sein. Und da man für das Steuermodell nicht aber auch gar nichts von dem Film veröffentlichen darf, ist das vielleicht ein guter Hinweis. Nun aber zum Aktuellen. Ganz fröhlich wird es heute nicht, es ist wieder mal ein Nachruf dabei, diesmal auf Wolfgang Petersen. Werden irgendwie immer mehr in letzter Zeit. Legen wir direkt los!

Zum Tode Wolfgang Petersens

Am 12. August starb Regisseur Wolfgang Petersen in seinem Haus in Brentwood, Los Angeles an Bauchspeicheldrüsenkrebs, im Alter von 81 Jahren. Am 14. März 1941 in Emden geboren, zog seine Familie nach Hamburg, als er neun Jahre alt war. Hier begann er 1965 ein Studium der Theaterwissenschaft, bevor er ein Jahr später nach Berlin zur Deutschen Film- und Fernsehakademie wechselte.
Erstes Aufsehen erregte er 1977 mit der Verfilmung von Alexander Zieglers Roman ‚Die Konsequenz‘. Mit Jürgen Prochnow in der Rolle eines Schauspielers, der eine homosexuelle Beziehung mit einem 17Jährigen hat. Der Film war noch vor Kinoauswertung in den öffentlich rechtlichen Sendern zu sehen, hier brach der Bayerische Rundfunk die Übertragung allerdings aus Protest gegen das Thema mitten im Film ab. Der große Durchbruch Petersens erfolgte vier Jahre später mit ‚Das Boot‘, dem vermutlich berühmtesten U-boot Film, der auch internationale Bekanntheit erreichte. Es folgten die bis dahin teuerste deutsche Produktion mit ‚Die unendliche Geschichte‘ und die deutsche/US Koproduktion ‚Enemy Mine‘, die bereits andeutete, wo es für Petersen hingehen würde. Er wurde „unser Mann in Hollywood“. Und auch wenn das ein Titel ist, den man vielleicht subversiv lesen könnte, hat ihn Petersen sicherlich nie so verstanden.  Er liebte das amerikanische Blockbusterkino, er genoss es diese Filme zu machen und wetterte laut und offen und gerne gerade gegen deutsche Kritiker des „oberflächlichen Films“. Mit ‚Outbreak‘ etwa hat er einen Film geschaffen, der mit dem Ausbruch der Covid Pandemie in den letzten Jahren großes, neues Interesse erfuhr. Mit ‚Air Force One‘ bewies er, wie „unser Mann in Hollywood“-Kollege Roland Emmerich mit ‚Independence Day‘, dass Deutsche mindestens so rot weiß blau-patriotisch wie gebürtige Amerikaner sein können. Nach Effektfeuerwerken wie ‚Der Sturm‘ oder ‚Troja‘ wurde es dann ruhig um Petersen. Sein letzter Film ‚Vier gegen die Bank‘ von 2016 war ein Remake seines gleichnamigen Fernsehfilms von 1976 und auch wieder eine deutsche Produktion. Aus heutiger Sicht wirkt Petersen wie ein Vertreter eines Hollywoods, das es nicht mehr gibt. Des typischen Blockbusterkinos der 90er, mit großen Themen, großen Stars und großen Effekten. In der neuen Welt der charakterbasierten Franchises scheint sich der Mann, der nie eine Fortsetzung gedreht hat, nicht wirklich eingefunden zu haben. Ob er nicht konnte oder nicht wollte, wer weiß. Für eine ganze Weile aber hat „unser Mann in Hollywood“ mitbestimmt, wie internationales Hitkino auszusehen hat. Und das ist eine Hinterlassenschaft, die durchaus stolz machen kann.

Tanz und Kloppe in obskuren Videospielverfilmungen

Ist da jetzt jemandem der ‚Sonic‘ Erfolg zu Kopf gestiegen? Bei Videospielproduzent SEGA hat man offenbar tief in der Kiste gebuddelt, auf der Suche nach verfilmbaren Videospieltiteln. Und hat hierbei nun recht Obskures zu Tage gefördert. In ‚Channel 5‘ für die unterschätzte letzte SEGA Konsole Dreamcast übernahm der Spieler die Rolle von Reporterin Ulala. Die war in einem von feindlichen Aliens überlaufenen 60er Jahre retro-futuristischen Universum unterwegs und gab sich nicht damit zufrieden nur über die Aliens zu berichten, sie tanzte sie mit Hilfe des – hoffentlich – rhythmisch begabten Spielers auch weg. ‚Comix Zone‘ war ein typischeres Prügelspiel mit interessanter Prämisse. Hauptcharakter war Comicautor/-zeichner Sketch Turner, der von einem Bösewicht in seinen eigenen Comic gehext wurde. Das Spiel stellte Interessantes mit den Zwischenräumen zwischen Panels des Comics an, durch die man Gegner etwa durchboxen konnte. Das sind beides interessante Konzepte, die ungewöhnliche Filme ergeben könnten. Allerdings dürften die Namen deutlich weniger Leuten geläufig sein, als der des flinken, blauen Igels. Aber ich beschwere mich hier gewiss nicht über eine experimentierfreudige Firma!

Die Ringe haben einen neuen Herrn

Die Rechtelage um den gesamten Mittelerdestoff von J.R.R. Tolkien ist seit Jahren mindestens komplex. Den Großteil der Rechte hält die Firma Middle Earth Enterprises. Aber bei Amazon liegen die Rechte an einigen Ausschnitten aus dem ‚Silmarillion‘, die sie nun für ihre Serie ‚Rings Of Power‘ nutzen werden. Nun aber stand Middle Earth Enterprises zum Verkauf. Und so ziemlich jeder hat erwartet, das Amazon hier zuschlägt, um sämtliche mögliche Rechteverwirrung zu vermeiden. Haben sie aber nicht. Und niemand weiß warum. Vielleicht kein Interesse, vielleicht wurden sie schlicht überboten, vielleicht bekam Jeff die Nachttischschublade mit den Milliarden drin nicht auf, weil schlicht zu viele Scheine drin waren. Zugeschlagen hat nun die schwedische Firma Embracer Group. Gamern vielleicht besser als Nordic Games und, bis 2019, THQ Nordic bekannt. Ganz konkrete Pläne scheint man hier für die teure Neuerwerbung (man munkelt von etwa 2 Milliarden Dollar) noch nicht zu haben, allerdings wird man sicherlich am Profit der kommenden Amazon Serie und des Warner Animationsfilms beteiligt. Embracer spekuliert aber öffentlich über Filme zu bekannten Figuren, wie Gandalf, Galadriel, Argorn oder Eowyn. ‚Gandalf Begins‘ scheint da schon fast etwas offensichtlich. Wie wäre es mit ‚Badfellas‘ rund um Morgoth und Sauron? Oder ein Drama im Stile von ‚The Wrestler‘ um Tulkas? Mein Favorit wär aber, natürlich, ‚Teleporno‘! Hey, keine schmutzigen Ideen hier! Das ist, selbstverständlich, der Name von Celeborn, Ehemann von Galadriel, auf Telerin (einer der Elfensprachen). Und wurde von Herrn Tolkien selbst so festgelegt. Also, nicht blöd lachen, gebt mir ‚Teleporno‘, Embracer!

Wir sehen uns nächste Woche wieder. Oder vielleicht auch nicht, nach meinen Filmideen im letzten Artikel. Ich würd’s verstehen. Für alle anderen: bis dann!

Newslichter Ausgabe 203: noch mehr Warner, ‚Heat 2‘?, Spencer/Hill Remake?!

Willkommen bei Ausgabe 203 des Newslichters. Wir sind noch nicht ganz durch mit Discovery Warner und ihrer aufsehenerregenden Neuausrichtung. Soll aber nicht das einzige Thema bleiben. Und nicht einmal dasjenige, über das ich mich diese Woche aufrege… Legen wir los!

Wohin rennst Du, ‚The Flash‘?

Bei Warner liest man, ich habe es immer geahnt, aufmerksam den Newslichter. Denn nun sind „Insiderinformationen“ an das üblicherweise hervorragend informierte Magazin Hollywood Insider durchgedrungen, wie man mit der unsicheren Zukunft des DC-Films ‚The Flash‘ umgehen will. Unsicher vor allem aufgrund des kriminellen Verhaltens von Flash Ezra Miller, wie letzte Woche berichtet. Nun scheint man bei Warner drei Szenarien für möglich zu halten.

1. Miller gibt sein kriminelles Treiben auf, leistet Abbitte und Wiedergutmachung und sucht Hilfe. Der Film erscheint ganz normal, Miller leistet die übliche Pressearbeit eines Blockbusters.

2. Weiter wie bisher. Man hofft Millers Treiben bleibt weiterhin unter dem großen Radar der Medien. Pressearbeit müssen Nebendarsteller wie Sasha Calle oder Michael Keaton leisten. Man hofft ganz fest, dass sich keine Journalistin nach Miller erkundigt.

3. Ein Scheitern von Plan 2. Millers Handeln akkumuliert sich zum Skandal, oder es erfolgt ein großer Knall. In dem Fall wandert der 200+ Millionen Dollar Film ins exakt selbe Aus wie ‚Batgirl‘. Und CEO David Zaslav hat bewiesen, dass er da wenig Skrupel kennt.

Plan 1 erscheint unwahrscheinlich. Neben den zahlreichen kriminellen Handlungen hat Miller nämlich, offenbar pünktlich und professionell, im Sommer an Nachdrehs für den Film teilgenommen. Das deutet zumindest an, dass es sich hier nicht um erratisches, sondern durchaus geplantes Handeln dreht. Bleibt also Plan 2. Fraglich, wie lange man dann noch auf Plan 3 umschalten kann, bevor der Werbevorlauf so umfangreich geworden ist, dass eine Absage des Films zur erneuten PR Katastrophe würde. Tönerne Füße also für das DCEU. Und nicht sonderlich gut gebrannter Ton noch dazu.

Update 16.08.: Ezra Miller hat öffentlich um Entschuldigung gebeten und verkündet eine Therapie anzutreten. Also doch Plan 1…

Ist das alles bloß n Steuerdings

Selbst erfahrene Industriekollegen schienen erschüttert als vor knapp 2 Wochen das Aus für den DCEU Film ‚Batgirl‘ feststand. Hauptdarstellerin Leslie Grace, Bösewichtdarsteller Brendan Fraser, J-J- Simmons und Batman Darsteller Michael Keaton wurden ähnlich kalt erwischt, wie die Regisseure  Adil El Arbi und Bilall Fallah (‚Bad Boys For Life‘). Glaubt man den Angaben von Discovery Warner CEO David Zaslav fiel der Film gerade durch alle Register. Für den Stream zu groß, fürs Kino zu klein würde er bei jedem Publikum falsche Erwartungen wecken. Nur so recht glauben mag das niemand. Ebenso wenig den ähnlichen Fall des neuen Scooby Doo Films. Was steckt also sonst dahinter? Waren die Filme einfach nur schlecht? Wäre vermutlich in der langen Historie Hollywoods das erste Mal, dass das der Grund wäre Filme zu kippen.
Eine sinnvolle Antwort, wenn auch pure Spekulation, wäre eine Steuerersparnis. Die durch die Fusion „neu gegründete“ Firma Discovery Warner könnte die Kosten der Filme komplett von der Steuer abschreiben, wenn sie damit keinerlei Geld verdienen. Und womöglich erscheint das Zaslav und seinem Team lukrativer als die Veröffentlichung. Das würde vermutlich bedeuten, dass wir nie auch nur einen Schnipsel der Filme offiziell zu sehen bekommen. Denn wenn Discovery Warner die Filme abschreibt, und danach auch nur einen Cent mit ihnen verdient, dann tritt ihnen die US-Steuerbehörde auf die Zehen. Und das kann wehtun. Das würde also eine tatsächliche „damnatio memoriae“ der Filme bedeuten. Reichlich übel für alle beteiligten Kreativen, aber wenn sich so ein paar Dollar mehr rausholen lassen… Wobei vielleicht ist das notwendig. Denn Discovery Warner ist eine Firma, die mit 40 Milliarden Schulden startet. Discovery hat AT&Ts Schulden für deren Übernahme von Warner mitgekauft und Warners Teilhaber ausbezahlt, um auf diesen beeindruckenden Betrag zu kommen. Mich lässt das ein wenig befürchten, dass das Studio so immer mehr zu einem obskuren Investitionsobjekt wird, aus dem sich irgendwie noch Geld schlagen lässt, bis es derart toxischer Ramsch ist, den absolut niemand mehr anfassen will.

‚Heat 2: Thriller‘

Habt Ihr mitbekommen, dass dieser Tage ‚Heat 2: Thriller‘ erscheint? Nicht eben der kreativste Titel, aber von Michael Mann. Und Ko-Autorin Meg Gardiner. Ko-Autorin? Genau, ‚Heat 2: Thriller‘ (ich weiß echt nicht, bei dem Titel) ist ein Roman. Der erscheint im Imprint „Michael Mann Books“ von Harper Collins. Man darf also vermutlich noch mehr Romane von Herrn Mann erwarten. Aber auch eine Verfilmung? Das Buch soll gleichzeitig die Jahre vor und einige nach der Handlung von ‚Heat‘ beleuchten. Wenn es eine Verfilmung geben sollte, und Mann scheint daran interessiert, dann sicherlich nicht mehr mit derselben Besetzung von damals. Ich bleibe gespannt ob ‚Heat 3: Crimedrama‘ und ‚Heat 4: Gangstermovie‘ als nächste Fortsetzungen anstehen.

‚Zwei wie Pech und Schwefel‘ zum zweiten

Bereits im März erschien in Italien ‚Altrimenti ci arrabbiamo‘ mit viel Brimborium. Die Kinos blieben jedoch weitgehend leer. Nun erscheint auf Netflix auch international ‚Zwei wie Pech und Schwefel‘ mit  Edoardo Pesce und Alessandro Roja. Moment mal, ‚Zwei wie Pech und Schwefel‘, wie der Bud Spencer/Terence Hill, rote Strandbuggy-Würstchenfress-Film von 1974? Exakt. Das ist ein Legacy Sequel. Nun zankt sich die nächste Generation immer noch um den Besitz des Buggys.
Schon im März waren zahlreiche erzürnte Stimmen zu vernehmen, die sich echauffierten, wie man es wagen könne, einen Spencer/Hill Film ohne Spencer oder Hill zu drehen (Hill hat wohl auch keinen Cameo Auftritt im neuen Film). Ich gebe zu, zornig macht es mich nicht, nur extrem verwundert. Manche Filme leben absolut von ihren Darstellern. Du kannst keinen Schimanski ohne Götz George drehen, ein Hulot geht nicht ohne Jacques Tati. Du kannst nicht irgendeinen Muskelbuben hinstellen und sagen, der sei doch genauso gut wie der olle Schwarzenegger. Und Du kannst ganz sicher nicht Spencer & Hill ersetzen! Die beiden haben sich ob ihrer grandiosen, humorigen Chemie in den 70er ihr ganz eigenes Genre erkloppt. Und ganz ohne Pesce oder Roja beleidigen zu wollen, die machen hier immerhin einfach einen Job, das kann doch nix werden. Für wen soll das überhaupt sein? Altfans regen sich, wie oben erwähnt, auf, oder reagieren desinteressiert und junge Leute lockst Du sicher nicht, indem Du fünfzig Jahre alte Filme, von denen ihnen ihre Eltern und Großeltern vorgeschwärmt haben neu aufkochst. Das hier ist die Nostalgie-Seuche des Kinos, nur das nicht einmal die verdammte Nostalgie bedient wird! Was soll das?! Für wen ist das!?!? Mist, jetzt hab ich mich doch aufgeregt…

Bis nächste Woche bin ich aber wieder die Ruhe selbst. Bis dann!