Newslichter Ausgabe 80: Lange Haare, schnelle Igel und untote Bräute

Willkommen bei Ausgabe 80 des Newslichters. Windig, warm und wässerig, so präsentiert sich dieser Februar. Da ist es doch schön, es sich gemütlich zu machen mit einer heißen Tasse Irgendwas und den Newslichter zu lesen. Und wer aus dieser nichtssagenden Einleitung folgern möchte, dass mir nichts Besseres eingefallen ist, ist ein Schelm, wenn nicht gar ein Schlingel. Und was soll das überhaupt heißen, nichtssagend? Nun, wie auch immer es folgen, wie üblich, einige kommentierte Filmmeldungen, die mir bedeut- oder unterhaltsam erschienen (okay, das IST nichtssagend…). Wie auch immer, legen wir los!

 

Dark Universe: „It’s alive! It’s ALIVE!!!“

https://screenrant.com/bride-frankenstein-movie-reboot-happening-dark-universe-failure/

Zumindest scheint es, als wäre das von Universal totgesagte Dark Universe wenigstens untot. Und dafür brauchte es nicht einmal ein Labor mit diesen Blitzdingern und 30er Jahre Hebeln, für die man beide Hände braucht um sie umzulegen und die dann das Labor in die Luft jagen. Nicht nur läuft bald ‚The Invisible Man‘ an und nicht nur ist Paul Feigs mysteriöses ‚Dark Army‘-Projekt immer noch in Gang, nein jetzt soll es auch tatsächlich noch ein Remake von ‚Frankensteins Braut‘ geben. Wenn auch nicht mehr das ursprünglich geplante Großprojekt mit Angelina Jolie als Braut und Javier Bardem als Monster. Beide scheinen beinahe sicher nichts mit dem neuen Projekt zu tun zu haben. Im Gespräch für die Regie ist allerdings Sam Raimi. Der, wie letzte Woche berichtet, ebenfalls in Gesprächen mit Disney für ‚Doctor Strange 2‘ ist. Ich meine, ich ahne welcher Gehaltsscheck erheblich höher sein dürfte, ich weiß aber auch welchen Film ich von ihm lieber sehen würde. James Whales augenzwinkerndes, campy Original gehört zu meinen Favoriten unter den ursprünglichen Universal Monsters und ich glaube Raimi wäre bestens in der Lage diesen Ton modernisiert einzufangen. Jedoch sollten wir vermutlich erst einmal abwarten ob der ‚Invisble Man‘ überhaupt ein Erfolg wird. Denn wenn der auch wieder komplett floppt, dann dürfte Universal wohl endgültig die Nase vollhaben von dunklen Universen.

 

‚Sonic‘ rennt an die Spitze der Videospielverfilmungen

https://screenrant.com/sonic-hedgehog-movie-box-office-opening-weekend/

Für nicht-Franchise Filme mit animierten Tierwesen endete 2019 schlecht mit ‚Cats‘ und 2020 startete nicht viel besser mit ‚Die fantastische Reise des Dr. Dolittle‘. Welche Chancen hat da ein blauer Videospieligel, dessen Trailer bereits übel verrissen wurde? Erstaunlich gute, wie sich zeigt. ‚Sonic‘ legt den finanziell besten Kinostart einer Videospiel-Verfilmung überhaupt hin. Woran liegt es? An den Rezensionen, die sich hauptsächlich irgendwo zwischen „besser als erwartet“ und „okay“ bewegen wohl eher nicht. Liegt es an der derzeit mangelnden Blockbusterkonkurrenz? Gemäß dem alten Sprichwort „Im Land der Blinden rennt der einbeinige Igel schnell“. Vielleicht. Aber womöglich war auch tatsächlich die ganze Trailerschelte und die anschließende Verbesserung der CGI Darstellung maßgeblich. Womöglich hat genau das mehr Leute aufmerksam auf den Film gemacht. Sicher, bei ‚Cats‘ spielte sich Ähnliches ab, allerdings waren da die Verbesserungen am kritisierten CGI bestenfalls marginal. Ich möchte diese Spekulation noch einmal nutzen, um auf den Umgang mit den CGI Künstlern, eben genau jenen die jetzt Sonics Erfolg ermöglichen, hinzuweisen, die 2 Wochen vor Weihnachten von heute auf morgen ihren Job verloren. Davon ab frage ich mich, ob das in Zukunft dazu führen wird, dass wir frühe Trailer mit absichtlich hässlichem CGI sehen werden, damit große Versprechungen gemacht werden können hier nachzubessern. Ich vermute, dass ist ein Trick, den man nur einmal durchziehen kann. Und dafür muss man schnell sein. Und vermutlich ein blauer Igel. Oder es liegt an Jim Carrey. Ich meine, könnte doch sein, oder?

 

Live Action Rapunzel vom Haus der Maus

https://screenrant.com/disney-rapunzel-tangled-live-action-movie/

Disney arbeiten sich mit geradezu beängstigender Geschwindigkeit durch ihr sehr tiefes Archiv an animierten Klassikern, um sie als „Realfilmen“ (mit jeder Menge CGI) neu umzusetzen. Mit gigantischem Erfolg an den Kassen, aber mäßiger Kritikerantwort. Erst letztens habe ich die Theorie gelesen, Disney bestünde darauf, dass ‚König der Löwen‘ ein Realfilm sei, weil sie ihn nicht ins Rennen um den Animations-Oscar schicken wollten. Weil sie Sorge hatten nicht zu gewinnen. Ganz unglaubwürdig klingt das nicht, aber vielleicht wollten sie ihrem eigenen Pixar-Film ‚Toy Story – Alles hört auf kein Kommando‘ (der deutsche Titel ist immer noch… Ihr wisst schon) auch einfach keine hauseigene Konkurrenz machen. Klingt fast plausibler. Wie auch immer, jetzt sind sie bei der Remakerei schon beim ersten CGI Film angekommen. ‚Rapunzel – neu verföhnt‘ war nicht nur sagenhaft teuer, er wurde auch ein gigantischer Erfolg und leitete vor 10 Jahren das Ende der klassischen Animation bei Disney ein. Bald darauf wurde er beinahe vollständig von ‚Die Eiskönigin‘ überschattet und ist seitdem ein wenig vergessen. Vielleicht nicht zuletzt deswegen steht jetzt bei Disney eine Realfim Rapunzel (Realpunzel?) auf dem Programm. Ob die sich allerdings an „neu verföhnt“ orientiert, oder das klassische Märchen komplett neu interpretiert ist noch nicht ganz klar. Aber falls es Letzteres ist, dann gibt es doch noch so viele Grimmsche Märchen, die auf eine Verfilmung warten. Warum immer wieder dieselben fünf. Rotkäppchen ist ein Grimm-„Superstar“ ohne Disneyfilm oder auch die Bremer Stadtmusikanten. Und Frau Holle etwa wartet sicher auch auf ihren Moment. Oder Der Teufel mit den drei Goldenen Haaren (ein Favorit von mir als Kind). Von den Sieben Schwaben ganz zu schweiga…

 

Das war‘s. Nächste Woche geht es weiter, dann sicher auch mit (marginal) besserer Einleitung.

Newslichter Ausgabe 69: das Problem mit Trailern und eine Verteidigung blöder Ideen

Willkommen zur Ausgabe 69 des Newslichters. Auch diese Woche wird es wieder einmal monothematisch. Denn wirklich viele kommentierenswerte News gab es diese Woche nicht. Ich habe wenig Lust darüber zu spekulieren wie doof die Rückkehr von Sheev Palpatine in Episode IX wohl werden wird oder darüber zu diskutieren ob Batman wirklich ein Superheld ist, obwohl er keine Kräfte, nur ein Cape hat. Auch das ‚Die Eiskönigin 2‘ nicht einfach nur viel Geld, sondern gleich alles Ged einspielt sollte wohl kaum jemanden ernsthaft überraschen. Also reden wir diese Woche doch einmal über etwas ganz anderes. Über Hässlichkeit und warum die manchmal ganz toll sein kann. Legen wir los!

 

Das (neue) Problem mit Trailern

https://screenrant.com/cats-musical-movie-cgi-trailer-backlash/

In unserer neuen, sozialmedialen Gesellschaft haben wir als Publikum weit mehr Zugang zu den Machern von Filmen als je zuvor. Das erscheint zunächst als etwas Gutes. Direktes, ehrliches Feedback und ein Austausch über Ideen ist doch wunderbar. Dass es sich dann oft genug in „Shitstorms“ (ich bin immer noch für den deutschen Begriff „Kackgewitter“) ergeht ist ein Thema für sich, das wir hier gar nicht behandeln wollen. Nein, mir soll es heute um grundsätzlich ehrlich gemeintes Feedback gehen und wie selbst das, in meinen Augen, negative Folgen haben kann.

Dass Trailer zu viel über die Handlung des Films den sie repräsentieren verraten ist nichts Neues. Neu ist allerdings, dass Macher und Studios auf die Reaktionen auf einen Trailer ihrerseits wieder reagieren können. Wir haben das etwa mit dem Trailer zur Verfilmung der ‚Sonic‘ Videospiele gesehen. Derart negativ waren quasi sämtliche Reaktionen auf das CGI des schnellen, blauen Igels, das alsbald verkündet wurde, der Charakter würde noch einmal vollständig überarbeitet.

In geringerem Maße (und als Anlass für diesen Text) sehen wir es gerade mit der Verfilmung des Musicals ‚Cats‘. Die Reaktionen auf die Mensch/Katze CGI Hybriden des ersten Trailers waren negativ bis schockiert. Auch ich selbst habe einen Artikel dazu geschrieben, in dem ich mit, hoffentlich erkennbarem, Augenzwinkern über das „Grauen“ geschrieben habe. Am Ende lasse ich allerdings durchblicken, dass ich den Film durchaus sehen will. Und das hat wenig mit ‚Cats‘ zu tun und sehr viel mit dem außergewöhnlichen CGI. Gerade weil es „falsch“ aussieht, ist es interessant.

Glaubt irgendjemand wirklich, dass ‚Sonic‘ nun ein besserer Film wird, weil Sonic eben ein klein wenig weniger furchtbar aussieht? Bedenkt, dass dieselben Leute, die das erste Sonic-Design abgenickt haben auch für alle anderen kreativen Entscheidungen im Film, Plot, Dialoge, Charaktere, Musik etc. verantwortlich sind. Ich sehe hier eher die Wahrscheinlichkeit, dass man den Film jetzt von einem potentiellen „so schlecht, dass es gut ist“ Kandidaten zu einem mittelmäßigen, sofort vergessenen Irgendwas gemacht hat.

Und auch bei ‚Cats‘ fürchte ich, dass er, ohne das gänzlich herausstechende CGI, weniger interessant als vorher sein könnte. Genau da liegt meine Befürchtung. Das diese Art von Feedback noch weit schlimmer für den Film sein könnte als die gefürchteten Testvorführungen. Lasst die Studios ihre Fehler machen. Lasst sie hässliche, dumme Filme produzieren. Lasst die Macher, umdunstet von selbstzufriedener Überzeugung, in die „Auteurs“falle tappen. Die Ergebnisse sind allemal interessanter als der Blockbustereinheitsbrei, in dem kein Bissen zu heiß oder zu kalt sein darf, für niemanden zu salzig oder zu süß.

Das Problem ist, ich weiß selbst nicht wie das gehen soll. Trailer werden im Internet gepostet und Leute werden ehrlich darauf reagieren. Auch ich werde darauf nicht gänzlich verzichten. Und wenn sich eine behebbare Kritik dabei herausschält, was sollen die Studios anderes tun als zu versuchen sie zu beheben? Aber dieses sorgfältige Abschmirgeln aller Ecken und Kanten, nicht nur auf ‚Sonic‘ oder ‚Cats‘ und sicherlich nicht nur auf CGI bezogen, ist etwas, das sich noch einmal rächen wird. Denn Film, der gar nicht mehr überrascht oder herausfordert, ist irgendwo direkt überflüssig. Lasst Filme außergewöhnlich sein! Auch wenn es doof scheint!

 

Und das war es für diese Woche. Nächste Woche gibt es vermutlich wieder mehr, was (womöglich doofe, aber genau deswegen unterhaltsame) Kommentare von mir verdient. Bis dann!

 

Newslichter Ausgabe 42: hässlicher Sonic, erfolgreiche Avengers und neuer Hellraiser

Willkommen bei der 42sten Ausgabe des Newslichters. Heute gilt es mit einer traurigen Nachricht zu eröffnen, dem Tod von „Chewbacca“ Darsteller Peter Mayhew. Mayhew hatte nie vor Schauspieler zu werden. Er war Anfang 30 und Krankenpfleger, als er aufgrund seiner extremen Körpergröße von 2,21 Metern von Produzenten des britischen Fantasyfilms ‚Sindbad und das Auge des Tigers‘ vom Fleck weg als Bronze-Minotaurus besetzt wurde. Ein Jahr später war er beim Casting eines Science Fiction Films namens ‚Star Wars‘, für die Rolle des Außerirdischen Chewbacca. Der Legende nach musste er nur aus seinem Stuhl aufstehen und Regisseur George Lucas wusste, dass er seinen Wookie gefunden hatte. Zuletzt wurde Mayhew von immer schwereren Gesundheitsproblemen geplagt und übergab die Rolle des Chewbacca während der Dreharbeiten zu ‚Das Erwachen der Macht‘ an Joonas Suotamo. Blieb aber in beratender Position bei allen folgenden Filmen. Am 30. April dieses Jahres starb er im Alter von 74 Jahren, im Kreise seiner Familie, Zu den genauen Umständen ist bislang nichts bekannt.

Desweiteren werde ich heute meine, erst vor wenigen Wochen aufgestellte Regel brechen, längere Beiträge auszugliedern. Ich habe keine Lust, dem Sonic Film einen eigenen Artikel zu widmen, dennoch muss einiges gesagt werden. Legen wir deshalb mal schnell los.

 

‚Sonic‘ ist zu hässlich

https://deadline.com/2019/05/sonic-the-hedgehog-character-redesign-paramount-jeff-fowler-1202607644/

Am 30.04 veröffentlichte Paramount den Trailer zur kommenden Videospielverfilmung ‚Sonic‘. Die Reaktion war recht einstimmig und ebenso vernichtend. Die Kritik bezog sich vor allem auf das merkwürdige Design des CGI Sonics, der im Film mit echten Schauspielern interagiert. Und das nicht zu Unrecht. Die Figur ist merkwürdig übertexturiert, mit für eine Cartoonfigur seltsamen, weil anatomisch „korrekten“ Muskeln ausgestattet und hat wahrlich verstörende Kinderzähne im Mund. In meinen Augen war aber das Figurendesign nicht einmal das größte Problem. Da ist der zahnschmerzerregende „Humor“, die Tatsache, dass das Gezeigte nichts mit Sonic, dem Videospiel zu tun hat und eine erstaunlich schwache Leistung von Jim Carrey als Dr. Robotnik, Sonics Widersacher, wobei zumindest das mit dem Schnitt des Trailers zu tun haben könnte. Auch technisch ist Sonic wahnsinnig schwach. Seht Euch mal die Szene im Auto an, wo Sonic keinen Schatten wirft und sich die Sichtlinien von ihm und dem menschlichen Darsteller nicht einmal treffen. Dann ist da noch die Verwendung von Coolios „Gangsta’s Paradise“ durch den gesamten Trailer. Hat der Song irgendwas mit Sonic zu tun? Oder hat man sich von einem anderen Film, in dem ein animierter Waldbewohner mit echten Schauspielern interagiert „inspirieren“ lassen? Alte Songs haben schließlich auch für ‚Guardians oft he Galaxy‘ und Rocket funktioniert…

Nun sind negative Reaktionen auf Trailer wahrlich nichts Ungewöhnliches. Ungewöhnlich war aber die Reaktion der Macher. Regisseur Jeff Fowler (‚Sonic‘ wird sein Debut, bislang war er für visuelle Effekte verantwortlich) verkündete zwei Tage später auf Twitter, dass man die Kritik gehört habe und dass das Sonic Design nun grundsätzlich überarbeitet werde. Und hier habe ich eine Frage, die ich nicht rhetorisch meine: wisst Ihr irgendein Beispiel, wo ein Film nach der Reaktion auf einen Trailer grundlegend umgearbeitet wurde (Antworten bite in die Kommentare)? Ich nicht. Und das einzige Beispiel für ein grundlegendes Redesign eines CGI Charakters, das mir einfällt ist ‚Monster Trucks‘ und der ist dennoch gefloppt. Tatsächlich wittern einige gar bereits eine Verschwörungstheorie: der Sonic im Trailer sah absichtlich schlecht aus, damit der Trailer mehr (wenn auch negative) Aufmerksamkeit bekommt und das „echte“ Design ist längst im Kasten. Ich glaube das zwar nicht, hoffe aber es stimmt. Denn andernfalls müssen jetzt viele Animatoren bis November, wenn der Film erscheinen soll, brutale Überstunden schieben, um ein Design auszubessern, dass vermutlich jeder einzelne von ihnen auf den ersten Blick als Mist identifiziert hat. Und meine Voraussage ist, dass der Film auch mit gutaussehendem Sonic weder gut noch erfolgreich wird.

 

‚Avengers: Endgame‘ arbeitet sich Richtung Weltspitze

https://deadline.com/2019/05/avengers-endgame-second-weekend-china-global-international-box-office-1202607401/

Knapp 2,2 Milliarden Dollar hat der Höhepunkt der Marvel-Saga bereits eingespielt. Einige Schlägereien, aufgrund von Spoilern ausgelöst und ein südkoreanischer Soldat wurde als Deserteur festgenommen, nachdem er seinen Posten verlassen hat, um den Film zu schauen. Mit einem derart fanatischen Publikum ist es vielleicht kein Wunder, dass es dem Film gelungen ist James Camerons Doppelspitze der finanziell erfolgreichsten Filme aller Zeiten zu brechen. ‚Titanic‘ ist auf Platz drei verdrängt. ‚Avatar‘ steht mit knapp 2,8 Milliarden Dollar zwar noch recht sicher auf Platz 1, aber auch das kann sich durchaus noch ändern. In vielen Märkten ist ‚Endgame‘ bereits der erfolgreichste Film, die größten darunter sind China und Indien. Die Eröffnung lief beinahe überall bombastisch ab, was vermutlich daran liegt, dass derzeit wenig bis keine Blockbuster-Konkurrenz läuft. Auch sinken die Besucherzahlen weniger schnell, als das bislang bei anderen Marvelfilmen der Fall war. Es würde mich nicht wundern, wenn wir hier bald die neue Nummer 1 vor uns hätten.

 

Fede Alvarez unterstützt Doug Liman bei ‚Chaos Walking‘ Nachdrehs

https://www.hollywoodreporter.com/heat-vision/fede-alvarez-working-chaos-walking-reshoots-1207350

Ich habe vor kurzem in einem langen Artikel über die chaotische Historie der Young Adult Verfilmung ‚Chaos Walking‘ geschrieben. Darüber, dass Tom Holland die ‚Endgame‘ Premiere verpassen musste, weil er mit Doug Liman an Nachdrehs arbeitete. Nun sieht es so aus, als arbeite Liman nicht mehr allein an diesen Nachdrehs, sondern mit der Hilfe von Regisseur Fede Alvarez (‚Don’t Breathe‘). Offiziell heißt es, dass Liman selbst ihn um Hilfe gebeten habe, für mich wirkt es so als habe Lionsgate das Vertrauen in Liman verloren, den Film selbst in einen „veröffentlichbaren“ Zustand bringen zu können. Zumindest offiziell führt Alvarez keine Regie, sondern ist nur beratend tätig. Auch beeilte er sich, sich als großen Fan von Limans Arbeit zu bezeichnen und dass es eine Ehre sei, mit ihm arbeiten zu dürfen. Aber dennoch, die Tatsache, dass man einen zweiten Filmemacher an Bord holt spricht für sich und ist vielleicht nach dem (angeblichen) kreativen Chaos am Set von ‚Hellboy‘ ein Hinweis, dass sich bei dem Studio grundlegend etwas ändern muss.

 

‚Hellraiser‘ Reboot kommt von (man ahnt es) Blumhouse

https://screenrant.com/hellraiser-reboot-movie-writer/

Ich habe ein spätes ‚Hellraiser‘ Sequel auf meine Lister der 10 schlechtesten Filme (an die ich mich erinnere) gesetzt. Das ist eine Serie, bei der ich mit einem Reboot also wahrlich kein Problem hätte. Und nachdem es bereits seit 2006 Gerüchte um ein eben solches gab, wird es nun konkret. David S. Goyer, bekannt für seine Bücher für die ‚Dark Knight‘ Trilogie soll es schreiben und Scott Derickson (‚Doctor Strange‘) gilt als wahrscheinlicher Regisseur. Erscheinen soll das Ganze bei Jason Blums Blumhouse, einem Studio, dass für allerlei Reboots und späte Fortsetzungen (bestes Beispiel ist wohl ‚Halloween‘) bekannt ist. All das klingt durchaus gut, nur scheint es als wäre der Autor der literarischen Vorlage und Regisseur des originalen Films Clive Barker in keiner Weise involviert. Ob er nur nicht erwähnt wird, oder aber mit den Plänen nicht einverstanden ist (in der Vergangenheit hat er sich zumindest gegen ein Reboot ausgesprochen), ist allerdings unklar.

 

Und das war es auch schon wieder für diese Woche. Aber keine Sorge, der nächste Mittwoch ist schneller da, als ein durchschnittlicher Igel Ringe einsammelt.