Newslichter Ausgabe 3: Wünsche, Wissenschaft und Steroide

Und hiermit sind sie zurück, heißer als jede Hitzewelle und garantiert in keinem Sommerloch (naja…): die allseits geliebten Filmnews. Die interessanten, die bizarren und natürlich die blöden. Liebevoll kuratiert und kommentiert von mir. Aber das Prinzip sollte inzwischen klar sei, legen wir also direkt los:

 

Listen up, Hoopleheads! ‚Deadwood‘ Film kommt!!

http://www.filmstarts.de/nachrichten/18520160.html

Yeeehaw, doggie! ‚Deadwood‘ soll endlich (endlich!) mit einem Film mit dem Originalcast und vom Originalschöpfer sein würdiges Ende finden. Zwar nicht im Kino, sondern „nur“ auf HBO, aber lieber so, als so etwas wie den kommenden ‚Sopranos‘-Film. Es stellt sich derzeit wohl noch etwas schwierig dar alle Terminpläne aufeinander abzustimmen, aber was soll’s. Vermutlich wird man nicht glaubhaft  direkt am Ende der Serie ansetzen können, sind doch alle eine gute Dekade älter geworden, aber lassen wir uns überraschen.

 

„‚Meg‘ ist ‚Der weiße Hai‘ auf Steroiden“

http://www.filmstarts.de/nachrichten/18520203.html

Das heißt, ‚Meg‘ hat eine kaputte Leber, erhöhten Blutdruck, atrophierte Hoden und einen pickligen Rücken? Wird Jason Statham die veränderten Blutfettwerte des riesigen Plattenkiemers nutzen um ihn gezielt mit einem Herzinfarkt auszuschalten? Oder werden sie gar eine Lösung ihrer Differenzen auf persönlicher Ebene finden, da auch der Hai, aufgrund seines Medikamentenmissbrauchs, mit erhöhtem Haarausfall zu kämpfen hat? Man kann nur hoffen, dass der Meg seine Steroide noch nicht im jugendlichen Alter eingenommen hat, führen sie dort doch gerne zur Verknöcherung von Knorpelstrukturen, was gerade als Knorpelfisch vermutlich relativ blöd sein dürfte. Okay, damit habe ich meine eine Pointe wohl mehr als weit genug ausgerollt…

 

„Ach wie gut, dass niemand weiß, dass ich Tyrion Lannister heiß“

https://www.rollingstone.de/peter-dinklage-rumpelstilzchen-1534485/

Peter Dinklage soll in einer Sony Verfilmung den Urvater aller Anonymousse spielen. Den Stroh zu Gold Spinner und erstgeborene Kinder Habenwoller Rumpelstilzchen. Das Drehbuch soll „Sieben Minuten nach Mitternacht“ Autor Patrick Ness liefern. Seien wir gespannt, ob wir dem bekannten selbstzerstörerischen Choleriker oder einem besonneneren Rumpelstilz begegnen werden.

 

Superman will James Bond werden

https://www.focus.de/kultur/kino_tv/henry-cavill-will-der-neue-james-bond-werden_id_9316812.html

Henry Cavill als James Bond? Kurz gesagt: nö. Aber das wird der Sache nicht gerecht, erlaubt mir also etwas weiter auszuholen, ähem: neeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeee-

eeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiii etc.

 

Die Wissenschaft hat festgestellt…

https://www.moviepilot.de/news/wissenschaftler-haben-die-formel-fur-einen-erfolgreichen-film-gefunden-1109499

Ich kann jedem, der eine außergewöhnliche Liebe für Allgemeinplätze hegt, nur raten diese Nachricht anzuklicken. An der Cornell University Library hat man 6000 Drehbücher auf der Suche nach der „Formel für den erfolgreichen Film“ ausgewertet. Und dabei Dinge festgestellt, die bereits jeder wusste. Eine Geschichte muss Konflikt enthalten. Eine gute Geschichte sollte Emotionen beim Zuschauer auslösen. Man sollte das Produktionsbudget aufs Genre anpassen. Man sollte diese wichtigen Erkenntnisse aber auf gar keinen Fall eindimensional betrachten und man habe nicht vor „die Filmindustrie zu töten“, was auch immer das nun bedeuten soll. Naja, ich nehme an, nun schauen wir auf jeder Reise, Filme kinoweise, oder so.

 

Carrie Fisher in ‚Episode IX‘

https://screenrant.com/star-wars-9-carrie-fisher-return-confirmed-explained/

Bei Disney hatte man sich ja zum Glück schnell festgelegt Carrie Fisher im neunten Hauptteil der Weltraumsaga nicht durch eine CGI Figur ersetzen zu wollen. Worüber man sich allerdings gezielt ausschwieg war die Möglichkeit eine neue Schauspielerin zu besetzen. Nun wurde allerdings bekannt, das genug ungenutztes, gefilmtes Material aus ‚Die Letzten Jedi‘ von Frau Fisher vorliegt, um Leia, im wohl letzten Teil der sich mit den Skywalkers beschäftigt (aber natürlich bei weitem nicht dem letzten Film) einen würdigen Auftritt zu ermöglichen. Das freut nicht nur den Rest des Casts, sondern auch mich, der fürchtete, es hieße am Anfang des nächsten Films, Leia wäre an den Spätfolgen ihres Raumausflugs gestorben.

 

Und das war es diesmal mit semi-aktuellen überhaupt gar nicht sommerlöchrigen Filmnews. Und ich habe diesmal nichts über die Disney-Fox Verschmelzung geschrieben, obwohl ich Material gehabt hätte. Hat Überwindung gekostet, aber ich habe das Gefühl, das interessiert niemanden außer mir…

 

Newslichter Ausgabe 2: Sonnen, Flops und tödliche Tweets

Interessant, bizarr und vor allem: neu! Zeit für eine neue Ausgabe vom Newslichter, auch wenn es diesmal weniger lustig wird, als mir lieb ist.

 

Eine einzige Sache in ‚Star Wars‘ ist wissenschaftlich korrekt

https://screenrant.com/neil-degrasse-tyson-star-wars-scientific-accuracy/

Neill DeGrasse Tyson ist ein amerikanischer Astrophysiker, der sich auf die Fahnen geschrieben hat der Öffentlichkeit Wissenschaft näher zu bringen. Sein liebster Ansatz hierfür ist physikalisch Unmögliches in aktuellen, populären Filmen aufzuzeigen. Ob das ein guter Ansatz ist, lasse ich mal dahingestellt. Jedenfalls hat er in der ‚Star Wars‘ Reihe nun etwas ausnahmsweise wissenschaftlich Korrektes gefunden. Allerdings nur genau eine Sache: den doppelten Sonnenuntergang, den Luke ganz am Anfang von Episode IV beobachtet. Das war’s. Wenn Ihr also mal früher ins Bett wollt, dann könnt Ihr den „Scientifically Correct Cut“ aller Star Wars Filme schauen und er dauert keine 5 Minuten. Ist doch toll!

 

Erster chinesischer Big Budget Flop

https://screenrant.com/chinese-box-office-bombs-asura/

China gilt ja seit etwa einem Jahrzehnt als das Land, das einen internationalen Blockbuster zum Megaerfolg macht, oder eben nicht. Hollywoodfilme werden aufwändig umgeschnitten und mit zusätzlichen Szenen ausgestattet, um dem chinesischen Geschmack zu entsprechen. Da überrascht es nicht, dass die heimische Filmindustrie auch ein Stück vom Blockbusterkuchen abhaben möchte. So entstand ‚Asura‘, der erste chinesische Film mit einem Budget über 100 Millionen Dollar. Und wohl auch direkt der erste Big Budget Flop, denn die Filmfirma hat ihn nach einem ernüchternden ersten Wochenende, bei dem er nur gut 7 Millionen Dollar einnahm, wieder vom Markt genommen. Angeblich um Veränderungen vorzunehmen und ihn danach wieder zu veröffentlichen. Auch das wäre ein erstes Mal… Die Macher behaupten hinter dem Misserfolg stünde eine Trollkampagne, wie es sie auch gegen ‚Black Panther‘ und ‚Die Letzten Jedi‘ (die Nummern 9 und 10 auf der Liste der finanziell erfolgreichsten Filme, übrigens) gegeben hat. Beobachter hingegen sagen miserables Marketing sei schuld. Ich bin gespannt, ob der Film in veränderter Version jemals wieder auftaucht und ob er China verlässt. Monumentale Flops haben irgendwie was.

 

Disney feuert James Gunn

http://www.filmstarts.de/nachrichten/18520053.html

Disney hat per sofort sämtliche Verbindungen zu ‚Guardians Of The Galaxy‘ Regisseur James Gunn aufgelöst. Wie kam es dazu? Anscheinend hat Gunn auf Twitter dem orangefarbenen-Scheißegolem-In-Chief* nicht die geforderte Huldigung gezeigt. Daraufhin haben „konservative“ „“Journalisten““ 8 bis 10 Jahre alte, gelöschte Tweets von ihm ausgegraben und an Disney weitergeleitet. Lasst mich eines gleich klarstellen: Gunns alte Tweets waren, ohne jede Frage, vollkommen geschmacklos bis geradezu widerlich. Hätte Disney ihn derentwegen nie engagiert, hätte ich damit kein Problem. Aber er hat sie vor langer Zeit gelöscht, öffentlich Reue gezeigt und in den letzten Jahren bewiesen, dass er ein anderer Mensch ist. Mir geht es allerdings auch weniger um die Person Gunn, als um die Sache an sich.

Ich verstehe, dass Disney sein blitzsauberes Image wahren möchte. Aber sie haben mit James Gunn einen Mann angeheuert, der durch Troma (TROMA!) ins Filmgeschäft gekommen ist. Der eine Reihe kurzer Parodien auf Pornofilme auf Youtube zu seinem Werk zählt. Dessen letzte beiden Werke vor Disney ‚Slither‘ und ‚Super‘ waren, die beide auch mehr als einmal breit grinsend unter die Grenze des guten Geschmacks tauchten. All das wusste Disney nicht? Niemand hat Gunns Social Media mit Lupe und allerfeinstem Kamm überprüft, bevor sie ihm mehrere hundert Millionen Dollar und eine Superhelden-Franchise in die Hand gedrückt haben? Schwachsinn. Die einzige Erklärung, die für mich funktioniert ist, dass jemand bei Disney James Gunn ohnehin loswerden wollte und hier eine Chance sah.

Gunns „Witze“ mögen widerlich gewesen sein, doch er hat niemanden belästigt oder auch nur persönlich angegriffen, weder online noch offline, anders als etwa Pixars John Lasseter, dem „vulgäres“, „unprofessionelles“ Verhalten am Arbeitsplatz vorgeworfen wird, den Disney allerdings nicht gefeuert hat, sondern der die Firma Ende des Jahres selbstständig verlassen darf. Die Idee, dass uralte, dumme (eklige) Bemerkungen, die man gelöscht und öffentlich bereut hat, auf derart brutale Weise zurückkommen können, ist für mich erschreckend. Wenn ich mehr Argumente gegen soziale Medien bräuchte, hier sind sie.

Noch einmal: es geht mir bestimmt nicht um eine Sorge um Gunns finanzielle Sicherheit (sein Privatvermögen wird auf 40 Millionen geschätzt). Und ich bin sicher er wird kein Problem haben abseits von der Maus Arbeit zu finden. Ausserdem mag ich zwar die beiden ‚Guardians‘ Filme sehr gern, kann aber auch gut ohne einen dritten leben. Aber, dass man die Entwicklung eines Menschen einfach so wegwischen kann, weil es gerade opportun ist/das Image gefährden könnte, das ist einfach nur unheimlich für mich.

 

Tut mir leid, falls es im dritten Artikel etwas zu ernst wurde. Ich hoffe nächstes Mal wird wieder unterhaltsamer. Hier zum Ausgleich noch ein schlechtes Wortspiel: Neil Bloomkamp soll den neuen Robocop drehen. Das wird wohl ein Robo Sharlto COPley. Hehe. Bis dann

* Der übrigens derzeit damit beschäftigt ist Kriegsverbrechen auf Twitter anzukündigen, manchmal wünscht man sich ein Sommerloch

Mehr Film-News lesen mit dem Filmlichter

Wisst Ihr was? Wir drehen durch! Außerdem lesen wir weiter aktuelle Film-News.

 

Samuel L. Jackson wird Jules Winnfield Jahre jung

https://screenrant.com/captain-marvel-samuel-l-jackson-digitally-de-age/

Für Marvels 90er Superheldenfilm ‚Captain Marvel‘, eine Rolle in der Brie Larson übrigens fraglos marvellös sein wird, wird Col. Fury und damit Samuel L. Jackson digital verjüngt. Damit wäre er wieder im besten ‚Pulp Fiction‘ Alter. Es wird interessant sein zu sehen, ob sein digitales Alter Ego ebenso schön „mit Grimm strafen“ und „leckere Burger“ essen kann, wie das Original. Und ob Fury in den 90ern noch Haare hatte. Und ’ne Brieftasche, auf der… naja, das vermutlich nicht. Ich habe das Gefühl, wenn ich diese Rubrik weiterführe, dann werde ich meinen „digitales Schauspiel“ Artikel noch sehr häufig verlinken können und dies selbstverständlich auch schamlos tun!

 

Nick Tschiller is not amused

http://www.filmstarts.de/nachrichten/18519798.html

Til Schweiges ‚Tatort‘ Ausflug ins Kino ‚Tschiller: Off Duty‘ darf mit etwa 280.000 verkauften Karten als veritabler Flopp gelten. Ob es daran liegt, dass die ARD die Fernsehpremiere des Films ins Sommerloch gelegt hat, wo sonst überhaupt keine Tatort-Erstaustrahlungen stattfinden? Und dann auch noch in Konkurrenz zur Fußball-WM (wobei am Sonntag kein Spiel stattfand)! Immerhin beachtliche 5 Millionen sahen den Film, dennoch handelt es sich um die schwächste ‚Tatort‘-Premieren-Quote seit über 7 Jahren. Nill Tschicker Darsteller Schweiger war natürlich sauer, dass sein Film „verheizt“ wurde. Natürlich hat er diesen Unmut in dem zeitungsähnlichen Abfallprodukt mit vier Buchstaben kundgetan. Natürlich hat er gleichzeitig auch einen „selbstironischen“ Werbespot für die Veröffentlichung bei der ARD gedreht. Wie auch immer, ich bin nur froh, dass mich Tatorte eh erst interessieren, wenn deren Reiniger auftaucht.

 

Rambo kommt wieder wieder (vermutlich)

https://screenrant.com/rambo-5-sylvester-stallone-updates/

In Rambo 5 könnte der geriatrische Vietnamsuperveteran gegen ein mutiertes Monster aus einem Regierungslabor antreten. Ernsthaft. Ich hoffe es ist ein missglückter Klon von Col. Trautman, den alle „das Trautmonster“ nennen. Aber mal ehrlich, wenn ihr schon so weit geht, warum nicht gleich ‚Rambo gegen Predator‘ (der kommt übrigens auch wieder)? Für mehr saublöde Crossover! Ich bin gespannt, ob Stallone sich diesmal einen ganzen Stier in den Körper einnähen lässt, um auch mit 72 noch die nötige Rambo-Körperlichkeit zu erreichen und natürlich, wie lang sein Messer diesmal ist, das mit jedem Film länger und länger wurde. Ich frage mich echt, wie lange es dauert, bis wir ‚Rambo in Space‘ bekommen…

 

Lando landet in Episode IX

https://www.moviepilot.de/news/star-wars-9-billy-dee-williams-kehrt-als-lando-calrissian-zuruck-1109024

War es in den letzten Wochen noch Spekulation, weil Billy Dee Williams Auftritte auf Conventions abgesagt hat, herrscht nun Gewissheit: Lando Calrissian kehrt in Episode IX zurück. Ich hatte in meiner ‚Die Letzten Jedi‘ Besprechung also Recht und Nien Nunb, sein Copilot beim Angriff auf den zweiten Todesstern, hat aus einem guten Grund die Episoden VII und VIII überlebt. Sehr schön!

PS: wenn man so sehr Star Wars Nerd ist, dass man einen Absatz über Star Wars schreibt, ohne einmal Star Wars zu sagen…

 

Ein kurzer Nachtrag zu ‚Deadpool‘ Erfinder Rob Liefeld, den ich letztes Mal als talentlos aber „freundlich und umgänglich“ beschrieben habe. Da waren meine Informationen falsch, oder zumindest unvollständig. Liefeld soll Geld unterschlagen haben, eine furchtbare Zahlungsmoral gegenüber Angestellten und Freelancern aufweisen, Streit gerne in dramatischster Öffentlichkeit austragen und durch die eine oder andere homophobe Bemerkung aufgefallen sein. Ich ändere mein Fazit also zu „Russell, schnapp ihn Dir!“

Und zum Abschluss keine News, sondern eine Frage: wenn ich das in Zukunft häufiger mache, brauche ich einen besseren Namen als „Film-News lesen mit dem Filmlichter“, oder? Ideen oder Widerspruch gerne in die Kommentare!

Star Wars Spin Off Wünsche und Ideen

Nun wird SOLO der erste Star Wars Film, den ich nicht im Kino sehen werde. Denn Star Wars ist nichts Besonderes mehr. Ich fühle derzeit keinen besonderen Bedarf an Star Wars. Könnte aber vielleicht jemand, der oder die den Film gesehen hat bestätigen, was mir jemand erzählt hat? Ist die Herkunft von Hans Nachnahmen wirklich so augenrollend idiotisch wie sie mir beschrieben wurde? Ich werde nicht mehr ins Detail gehen, weil es womöglich ein Spoiler ist. Stattdessen spekuliere ich über zukünftige SW Spinoffs. Weiterlesen

Eigentlich ist alles gesagt: ‚Star Wars: Die letzten Jedi‘ (2017)

ACHTUNG! Der folgende Text enthält umfassende Plotspoiler für den Film. Wer ihn noch nicht gesehen hat und ihn für sich selbst erleben möchte, sollte also nicht weiterlesen (ich freue mich aber, wenn Ihr zurückkommt nachdem Ihr ihn geschaut habt). Wer nur meine Meinung wissen möchte, ob der Film sehenswert ist: ja, absolut! Der bislang mit einigem Abstand beste der neuen Disney Star Wars Filme.

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Digitales Konserven-Schauspiel

Jeder, der über längere Zeit amerikanische Superheldencomics liest weiß, dass Zeit dort ein sehr relatives Konzept ist. Bruce Wayne wird (von Spezialausgaben ausgenommen) immer ein athletischer Mann in seinen Dreißigern sein, der sich nachts in schwarzes Leder kleidet und Verbrecher verprügelt. Das war er 1939 und das ist er heute immer noch. Anderswo vergeht Zeit, aber beinahe unmerklich langsam. Peter „Spider-Man“ Parker hat die Schule beendet, ein Studium abgeschlossen und eine Stelle als Dozent angetreten (nach meinem nicht mehr ganz frischen Wissensstand). Das heißt, für ihn sind seit 1962 gut 10 Jahre vergangen und damit dürfte er schon am extremen Ende liegen. Wie kann Marvels Filmuniversum damit umgehen? Wird man hier akzeptieren, dass Captain America alt wird und ihm der Schild irgendwann zu schwer? Wird Iron Man einen Erben benennen? Sicher, es gibt viel Spekulation um die Tatsache, dass nicht alle Helden den ‚Infinity War‘ überstehen werden, doch wissen Leser von Superheldencomics ebenso, dass „Tod“ dort ein sehr relativer Zustand ist. Die Frage nach dem Umgang mit dem Altern der Protagonisten gilt natürlich nicht nur für Marvel, sondern auch für alle anderen lukrativen Filmuniversen. Kann der Auftritt von CGI „Peter Cushing“ als Grand Moff Tarkin in ‚Rogue One‘ womöglich als ein erster Testballon betrachtet werden? Nähern wir uns womöglich einer Zeit an, in der die digitalen Klone von Schauspielern ihre Rollen bis in alle Ewigkeit spielen können, wie in Ari Folmanns Film ‚The Congress‘?

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