‚The Happiness Of The Katakuris‘ (2002)

Ich gebe es gleich mal zu, ich kenne mich in Takashi Miikes Filmografie nicht sonderlich gut aus. Das ist aber auch schwierig, hat der Mann doch seit Beginn seiner Karriere 1991 weit über hundert Filme gedreht. Um die Jahrtausendwende herum drehte er durchaus um die sieben Filme im Jahr. Inzwischen „nur“ noch so 2-3. Wer ihn nicht direkt mit seinem bekanntesten Film, dem Horrorfilm ‚Audition‘, in Verbindung bringt, wird bei ihm vermutlich an comichaft überzogene Gewalt, oder annähernd absurdes Blutvergießen denken. Häufig im Samurai- oder Yakuzathema. Die gibt es zwar, allerdings dreht er durchaus auch auf Familien und Kinder zugeschnittene Filme. Was aber allen seinen Filmen gemein ist, ist eine fast schon manische Kreativität. Warum erzähle ich das alles? Weil es vermutlich hilfreich ist, für das Verständnis von ‚The Happiness of the Katakuris‘ (im Folgenden ‚THotK‘). Denn der Film fühlt sich gelegentlich an, als wären da drei bis sieben Filme in einen gestopft, der unter dem Druck an den Nähten aufzuplatzen beginnt.

Im Film ist Masao Katakuri (Kenji Sawada) kurz vor der Rente gekündigt worden. Da er einen geheimen Tipp erhält, dass bald eine neue Schnellstraße gebaut werden soll, eröffnet er mit seiner Familie ein Gasthaus in der abgelegenen, romantischen Bergregion, wo sie entstehen soll. Doch die Straße lässt auf sich warten und damit auch die Gäste. Masaos Frau Terue (Keiko Matsuzaka) steht in vollstem Vertrauen zu ihrem Mann, doch ihren Kindern, der alleinerziehenden Mutter Shizue (Naomie Nishida) mit ihrer kleinen Tochter Yurie (Tamaki Miyazaki) und dem ehemaligen Kleinganoven Masayuki (Shinji Takeda) geht die Geduld aus. Masaos rüstiger Vater Jinpei (Tetsurō Tamba) ist zu allem bereit, so lang es nur genug zu essen gibt. Doch als endlich der erste Gast auftaucht, geschieht die Katastrophe. Er begeht in der Nacht Selbstmord. Der Skandal könnte das Gasthaus ruinieren, bevor es je eine Chance hatte. Also beschließen die Katakuris, oder eher vor allem Masao, die Leiche im Wald zu vergraben. Leider soll der Mann bei weitem nicht der letze bleiben, der einen merkwürdigen Tod in dem Gasthaus stirbt.

Es dauert durchaus eine Weile, bis man merkt, was für eine Art Film ‚THotK‘ eigentlich sein will. Er beginnt mit einer Mischung aus Realfilm und Knet-Stop-Motion, die Jan Švankmajer vermutlich froh machen würde. Eine Frau entdeckt in ihrer Suppe ein merkwürdiges kleines, geflügeltes Wesen. Das verliebt sich in ihr Zäpfchen, reißt es ihr aus dem Rachen und fliegt damit davon. Dann wird es von einem Vogel gefressen, wiedergeboren und erneut von einem Vogel gefressen, den Opa Katakuri mit einem erstaunlichen Wurf eines Holzscheites aus der Luft holt. Der Film führt dann eine erwachsene Version der 5jährigen Yurie als Erzählerin ein, die er direkt, bis zum Ende wieder vergisst. All das passiert in den ersten 3 Minuten.

Neben der Handlung um das Verschwindenlassen von allerlei Gästeleichen, verliebt sich Shizue auch noch in den megacoolen Richard Sagawa (Kiyoshirō Imawano). Der ist nicht bloß Pilot für die britische Royal Navy und britischer Geheimagent, nein, er ist auch ein Neffe von Queen Elizabeth II.. Und spätestens hier wird es wohl Zeit zu erwähnen, dass der Film ein Musical ist.

Die Songs sind dabei häufig albern, gehen aber ins Ohr. Mögliche Choreographien sind nicht bis ins letzte einstudiert, sondern wirken durchaus gewollt etwas amateurhaft. Und oft genug schauen sich die Charaktere nach dem Song bedröppelt um, wie genau sie jetzt eigentlich da hingekommen sind, wo sie sich jetzt finden.

Insofern ja, der Film zerrt in allerlei verschiedene Richtungen und bedient sich dabei allerlei verschiedener Tonarten. Einerseits die absurden Tode der Gäste und ihr „Verschwinden“, andererseits die durchaus emotionale erzählte Handlung rund um den Zusammenhalt der Familie Katakuri. Die gut beobachteten inneren Konflikte und Misstrauensprobleme der Familie, die sich sämtlich an den verzweifelten Plan Masaos gehängt hat, ein Gasthaus zu eröffnen, das keine Gäste bekommt. Das funktioniert für mich für den Großteil des Films auch sehr gut, auf dem Weg zum Finale hin führt Miike dann aber noch einen Charakter ein, der der eine zu viel für mich ist. Hier schien die Überlegung, ob man denn nun wirklich jedes Genre bedient hat. Das Finale selbst ist dann wieder grandiose Knet-Animation und rundum gelungen.

Das ist aber kein großes Problem für mich und ich kehre dennoch gern immer wieder mal zu dem Film zurück. Ich kann mich kaum dem Charme von Miikes förmlich überkochender Kreativität entziehen. Auch wirkt es so, als hätten alle Beteiligten Spaß an dem Projekt gehabt. Wenn die Beleuchtung plötzlich ins Überdramatische wechselt und die Charaktere überzeichnete Anime-Posen einnehmen, bevor sie zu singen beginnen und in einer eher schlecht als recht eingeübten Choreografie tanzen, dann bin wenigstens ich zutiefst amüsiert und mindestens ebenso happy wie die Katakuris. Ich bin mir aber auch bewusst, dass das kaum für jeden sein wird. Wie Miike im Allgemeinen.

Mein Fazit würde also lauten, gebt ihm halt einfach mal eine Chance. Leider ist genau das aber gar nicht so einfach. Denn weder streamt der Film irgendwo bei den großen Anbietern, noch ist eine Heimmedienversion im deutschen Raum neu erhältlich. Immerhin kann man die alte DVD noch hier und da gebraucht für nen schmalen Taler erwerben. Und wenn Ihr die Gelegenheit habt, dann gebt ihm auf jeden Fall eine Chance.

Wenn Filme die Wahrnehmung von Songs verändern

Ich sag es mal gleich am Anfang: diesen Artikel schreibe ich vor allem, weil ich Beispiele von Euch haben möchte. Wenn Ihr im Folgenden also siedend heiß an ein Lied denken müsst, dann lasst  es mich bitte in den Kommentaren wissen.

Ein Film kann fraglos grundlegend verändern, welche Assoziationen wir zu einem Lied haben. Hat man einmal ‚Reservoir Dogs‘ gesehen wird man vermutlich immer, und sei es unbewusst, an sein Ohr fassen, falls einmal „Stuck in the middle with you“ von Stealers Wheel im Radio läuft. Das funktioniert gelegentlich sogar, wenn man den Film gar nicht kennt. Ich habe etwa ‚Lockere Geschäfte‘ nie gesehen, aber wenn ich mal Bob Segers „Old Time Rock and Roll“ höre, dann denke ich automatisch an diese Szene in der Tom Cruise in Oberhemd und Unterhose in einem Türbogen dazu tanzt. Oder an eine der ca. 500.000 Parodien und Hommagen an diese Szene. Manchmal parodiert man diese Szenen sogar selbst. Wer schon mal mit mehreren Leuten in einem Auto gesessen hat und plötzlich ertönt Queens „Bohemian Rhapsody“ aus den Lautsprechern und es gehen nicht alle ab wie bei ‚Waynes World‘, ja, dann will ich gar nicht wissen, was da schief läuft. Natürlich ist der Effekt am stärksten, wenn man das Lied erst durch den Film kennen lernt. Höre ich „Goodbye Horses“ von Q Lazzarus, dann denke ich an Buffalo Bill und ‚Das Schweigen der Lämmer‘. Und manchmal muss man nicht einmal das Lied hören. Sehe ich am Flughafen eines von diesen automatischen Laufbändern, dann höre ich vor meinem inneren Ohr „The Sound of Silence“ von Simon & Garfunkel. Wegen ‚Die Reifeprüfung‘. Schauen wir uns mal ein paar Beispiele für Songs an, die für mich durch Filme verändert wurden.

Fangen wir mit „I Got You Babe“ von Sonny & Cher an. Der wird in ‚Und täglich grüßt das Murmeltier‘ für Phil Connors ja quasi zu einer beständigen Erinnerung seiner Gefangenschaft. Jeden Morgen wacht er zu diesem Song auf. Er verliert alles Romantische und wird in seiner ständigen Wiederholung zu einer fast schrecklichen Banalität. Eine Art emotionaler Folter. Tatsächlich hören wir immer nur die letzten Noten des Liedes wenn Phil aufwacht, bevor das belanglose Geplänkel der Radio DJs beginnt.

Und dann ist da Roy Orbisons „In Dreams“. Dean Stockwell bewegt zu dem Song die Lippen in eine Baustellenlampe als Mikrofon in David Lynchs ‚Blue Velvet‘. Kyle MacLachlans Jeffrey ist zu diesem Moment endgültig in der Unterwelt der nur scheinbar heilen Kleinstadtwelt gelandet, was dieser Song wunderbar unterlegt. Überhaupt haben sich mit Orbison und Lynch zwei gefunden, die mehr auf Ton und Atmosphäre als auf den tatsächlichen, wörtlichen Inhalt ihrer Werke bedacht sind. Natürlich verleiht Lynch hier Orbisons „candy colored clown they call the Sandman“ eine weit düsterere, bedrohlichere Note als er zuvor je besessen hätte.

Und hier ein Beispiel dafür, dass die Musik nicht einmal direkt gespielt werden muss. In Yorgos Lanthimos ‚Dogtooth‘ hält ein Elternpaar seine Kinder im eigenen Haus gefangen, erzählt ihnen von einer angeblich feindseligen Welt, die draußen lauert. Doch die ältere Tochter bekommt Videos in die Hände. Von Hollywoodfilmen. Darunter ‚Flashdance‘. Das sorgt dafür, dass sie am Hochzeitstag der Eltern einen anderen Tanz als erwartet aufführt. Und für eine der vermutlich unangenehm-schmerzlich-peinlichsten Szenen der Filmgeschichte. Wie  halt nur Lanthimos das kann. Ich werde jedenfalls „What A Feeling“ nie wieder hören, ohne an diese Szene zu denken, in der der Song gar nicht vorkommt.

Und hier einfach mal ein Beispiel für perfekten Musikeinsatz, wenn in ‚Manhunter‘ Will Graham Francis Dollarhyde zu „In A Gadda Da Vida“ von Iron Butterfly stellt. Gibt’s gar nicht viel dazu zu sagen (außer, dass ich gelegentlich bei dem Song auch an die Szene aus den Simpsons denke). Und vielleicht, dass die Szene vor allem deswegen aussieht wie sie aussieht, weil Michael Mann sämtliches Geld ausgegangen war. Aber dank des Songs funktioniert sie!

Okay, wisst Ihr was, jetzt seid aber wirklich Ihr dran. Ich habe einige offensichtliche Beispiele ausgelassen (Ich sag nur „Johnny B. Goode“, „Eure Kinder werden es lieben!“), aber ich bin sicher es gibt hunderte, wenn nicht tausende Beispiele. Gebt mir ein paar!

Die 5 Besten am Donnerstag: die 5 besten Filme, die in Kleinstädten spielen

Willkommen bei den 5 Besten am Donnerstag! Heute fragt uns Gina nach den 5 besten Filmen, die in Kleinstädten spielen. Die Kleinstadt ist ja gerade im Hollywoodfilm ein gern genommenes Setting, sei es um einen allgemeinen, oftmals verklärten Schauplatz zu schaffen, ein Anyville, USA, sozusagen, oder aber auch um einen Ort der Repression und der Langeweile dazustellen. Die Auswahl möglicher Filme war also mal wieder nicht leicht. Hier meine, nicht wirklich wertende Liste.

5. ‚Und Täglich Grüßt Das Murmeltier‘ (1993)

Dieser Film treibt das Klischee der Alltagslangeweile auf die absolute Spitze, wenn sich für den Fernsehmoderator Phil Connors derselbe Tag stets wiederholt, bis er fast zu einem Sinnbild des buddhistischen Samsara wird. Nur eben lustig. Nicht zuletzt dank Bill Murray.

4. ‚The Fog‘ (1980)

Ich hab‘s hier ja schon häufig gesagt, in Antonio Bay würd ich schon wohnen wollen, tödlicher Nebel hin oder her.

3. ‚Spring‘ (2014)

Zur Abwechslung mal eine italienische Kleinstadt, in diesem wunderbaren Film von Benson und Moorehead, den jemand viel schlaueres als ich mal sehr treffend als „‚Before Sunrise‘ mit Monstern“ beschrieben hat.

2. ‚Blue Velvet‘ (1986)

Bevor David Lynch mit ‚Twin Peaks‘ (und erneut Kyle MacLachlan) die beste Serie um eine Kleinstadt schuf, ging er in diesem Film mit dem US-Ideal der heilen Welt der Kleinstadt deutlich härter ins Gericht. Um nicht zu sagen, er klatscht es auf den Seziertisch und setzt das Skalpell an.

1. ‚Fargo‘ (1996)

Ist ja fast schon peinlich, ‚Fargo‘ erneut auf die 1 zu setzen, aber was soll ich denn machen? Spielt nunmal in ner Kleinstadt.

Newslichter Ausgabe 141: Seemannsgarn, Regisseur im Vorruhestand und Zombie-Munsters

Willkommen bei Ausgabe 141 des Newslichters. Manche kommen (vermutlich) wieder, manche gehen (vielleicht) früher als erwartet und auch Covid schaut mal wieder im Newslichter vorbei. Na Hurra. Wenigstens Letzteres hätte wohl nicht sein müssen, aber seit wann interessiert sich das blöde Virus dafür, ob es erwünscht ist? Legen wir los!

Master & Commander könnten bald wieder in See stechen

Wer diesen Blog regelmäßig liest, weiß vermutlich, dass ich ‚Master & Commander‘ (2003) sehr schätze. Leider ging der an der Kinokasse etwas unter (höhö) und Russel Crowes jahrelange Versuche eine Fortsetzung anzustoßen haben nicht gefruchtet. Nun also wird die Reihe rebootet. Diesmal will man chronologisch am Anfang der langen Buchreihe von Patrick O’Brian um Captain Jack Aubrey und Schiffsarzt/Naturforscher/irischen Freiheitskämpfer Maturin beginnen. Peter Weirs Film bediente sich in mehreren Büchern und veränderte die Geschichte, auf Geheiß des Studios. Aus Aubreys amerikanischem Gegner wurde so ein napoleonischer, aus Sorge, dass in den USA sonst keiner ins Kino ginge.
Wenn ich ganz ehrlich sein soll, sonderlich begeistern tut mich die Nachricht eines Reboots nicht. Der originale Film funktionierte aufgrund der Chemie der beiden Hauptdarsteller (Crowe und Paul Bettany) und vor allem Weirs ungewöhnlicher Regie. Wäre Weir an Bord (nochmal höhö), dann sähe es ganz anders aus. Bis jetzt ist aber nur bekannt, dass Patrick Ness die Adaption des ersten Films/Buchs anfertigen soll. Ness ist bislang für Adaptionen seiner eigenen Romane (‚Sieben Minuten Nach Mitternacht‘, ‚Chaos Walking‘) bekannt und hat wenigstens mich bislang eher nicht überzeugt. Natürlich hoffe ich der Film wird so gut wie der von 2003, allein ich glaub nicht recht dran.

Vorruhestand für Quentin Tarantino?

Quentin Tarantino hat ja nie ein Geheimnis daraus gemacht, dass er nicht mehr als 10 Filme drehen will. Und wenn wir beide ‚Kill Bill‘ Teile als einen rechnen und seine Regie-Beteiligung bei ‚From Dusk Til Dawn‘ außen vor lassen, dann wären wir nun mit ‚Once Upon a Time in Hollywood‘ bei 9. Nun hat er aber dem Magazin Entertainment Weekly gesagt, er könne sich vorstellen, mit dem Film aufzuhören. Allzu viele „letzte Filme“ von Regisseuren seien miserabel („fucking lousy“) und da hätte es schon etwas auf einer positiven Note zu enden.
Es ist schwer zu sagen, wie ernst zu nehmen das ist. Tarantino verspinnt sich in Interviews gern in Ideen für zukünftige Projekte, die niemals existieren. So könnte das ein momentaner Plan sein, der sich alsbald ändert. Oder es stimmt, denn dass sich Tarantino nicht dem typischen Hollywood-Karriereweg hingeben will hat er ja schon ganz am Anfang deutlich gemacht, als er nach ‚Reservoir Dogs‘ Angebote für Filme wie ‚Speed‘ oder ‚Men In Black‘ ablehnte, um stattdessen ‚Pulp Fiction‘ zu drehen. Nun hat er vor einigen Jahren mit Mitte 50 Sängerin Daniella Pick geheiratet und ist Vater geworden. Ist also alles andere als unvorstellbar, dass er sich seiner Familie widmen möchte. Und ehrlich gesagt, ‚Once Upon a Time in Hollywood‘ wäre ein elegantes Karriereende.

‚Mission: Impossible 7‘ Drehstopp wegen Covid

Vielleicht erinnert Ihr Euch, letzten Dezember (oder, in Lockdown Zeit, vor etwa 15 Jahren) tauchte eine Audioaufnahme im Internet auf, in der Tom Cruise offenbar Crewmitglieder des neuesten ‚Mission: Impossible‘ Films mit, sagen wir mal deutlichen, lautstarken Worten zur strikteren Einhaltung der Hygieneregeln aufforderte. Nun, die Standpauke hat wohl nicht viel geholfen. Nach einem positiven Coronatest Ende Mai wurde das Set für zwei Wochen stillgelegt, während Crew und Darsteller in Quarantäne gingen. Diesmal müssen wir uns das, fraglos filmreife, Geschrei des Stars aber vorstellen. ‚Mission: Impossible 7‘ ist einer der Filme, die am meisten von der Covid Pandemie gebeutelt wurden, mit einem Drehstart, ausgerechnet, im Februar 2020.

Rob Zombies ‚The Munsters‘

Rob Zombie dreht ein Reboot der 60er Jahre Sitcom ‚The Munsters‘. Die lief in Deutschland zum ersten Mal 1991 auf Südwest 3, sagt jedenfalls die allwissende Tante Wiki. Ich erinnere mich nur an sie als so eine dieser Serien, bei denen ich schon als Kind umgeschaltet habe. Wenn nicht gar abgeschaltet, um raus zum Spielen zu gehen. Naja, in der Rob Zombie Version sind jetzt vermutlich alle grotesk fluchende Hillbillies und mindestens einer trägt Clown-Makeup. Aber so ein verlaufenes, damit gleich klar ist, das ist ein böser Clown (als gäb‘s andere). Anders als bei ‚Halloween‘ wird es aber vermutlich weniger Fan-Protest geben, weil… naja, machen wir mal ein Experiment: HAAALLLOOO, GESUCHT WERDEN FANS VON ‚THE MUNSTERS‘! FANS VON ‚THE MUNSTERS‘, BITTE MELDEN! Niemand. Seht Ihr, genau das hab ich mir gedacht. Oha wartet, da ist doch einer! Ach so, nee, der hat das mit ‚Addams Family‘ verwechselt, wie vermutlich jeder, der schon mal ‚The Munsters‘ eingeschaltet hat. Nein, hier dürfte Zombie vor Anfeindungen ziemlich sicher sein.

Ich entschuldige mich vorsorglich bei allen Fans von ‚The Munsters‘*… und dem Mottenmann, der mindestens ebenso real ist wie diese Fans, HA!

Wusstet Ihr eigentlich, dass Herman Munster-Darsteller Fred Gwynne der alte, biertrinkende „Sometimes dead is bettah!“ Typ aus ‚Friedhof der Kuscheltiere‘ (1989) war? Das ist sämtliche mir bekannte Munsters Trivia und als solche höchstens mäßig unterhaltsam. Wir sehen uns nächste Woche, außer meine Munsters-Ignoranz macht Euch wütend genug, dass Ihr nächste Woche nicht wieder kommt. Aber, hey, vielleicht mecker ich dann über die arrogante Addams Family…

*und Clowns. Also, nicht den Fans von Clowns (als ob’s die gäbe), sondern Clowns selbst. Ich möchte halt nicht irgendwann nachts schweißgebadet aufwachen und in 5 kalkweiße Gesichter unter roten Perücken starren, die sich über mich beugen. Nicht nochmal, jedenfalls…

‚Tatis Herrliche Zeiten‘/‘Playtime‘ (1967)

Das letzte Mal, als ich Jacques Tati hier auf dem Blog besprochen habe, war für seinen großen Durchbruch mit ‚Die Ferien des M. Hulot‘. Nun bespreche ich den Film, der dafür gesorgt hat, dass er als kommerzieller Filmemacher am Ende war. Wie viele Filme hat er in der Zwischenzeit gedreht? Einen, ‚Mon Oncle‘. Natürlich hat er auch vor den Ferien Filme gedreht und würde auch nach ‚Playtime‘ mit ‚Trafic‘ noch wenigstens einen bedeutenden Film abliefern. Doch sind die drei Filme fraglos die Höhe seines Schaffens, was den brutalen Flop von ‚Playtime‘, in den Tati auch den größten Teil seines persönlichen Vermögens investiert hatte, umso tragischer macht.

War in ‚Mon Oncle‘ schon eine gewisse Modernismuskritik zu entdecken, so würde diese in ‚Playtime‘ ihren Höhepunkt erreichen. Tati wollte ein Paris zeigen, dass scheinbar nur noch aus Wolkenkratzern, aus Beton, Glas und Plastik besteht. Eine graue Stadt, durch die sich graue Menschen in schwer nachzuvollziehenden und maschinell vorgeschriebenen Bahnen bewegen. Dafür konstruierte er, unter großer Medienaufmerksamkeit, einige Kilometer von Paris entfernt „Tativille“. Eine riesige Filmstadt, eben aus Glas, Beton und Plastik. Entworfen wurde sie von Jacques Lagrange, der später die ersten Entwürfe für „La Défense“ erstellte, das Hochhausviertel von Paris und bis heute das größte Büroviertel Europas. Kurz, ‚Playtime‘ wurde recht fix von der Realität eingeholt.

Eine wirkliche Handlung gibt es in ‚Playtime‘ kaum. Wir begleiten sowohl Tatis M. Hulot, als auch eine Gruppe amerikanischer Touristen etwa 24 Stunden durch jenes futuristische Paris. Dabei gibt es mehrere ausführliche Szenen. Die Ankunft am Flughafen. Hulot, der ein wichtiges Treffen mit einem M. Giffard hat, doch durch allerlei Zufälle verpassen sie sich immer wieder. Sowohl Touristen als auch Hulot geraten auf eine Messe. Der Höhepunkt und quasi die gesamte zweite Filmhälfte spielen in einem Nobelrestaurant.

Dialoge sind meist schwer verständliches französisch-englisches (gelegentlich deutsches) Genuschel. Szenen in einem Appartementkomplex filmt Tati gar von der Straße aus, so dass wir gar nichts mehr verstehen, schafft allerdings eine Reihe gelungener Gags aus der scheinbaren Interaktion zweier getrennter Wohnungen. Und treffen sich Hulot und Giffard dann spät am Abend endlich zufällig auf der Straße, blendet der Film auf eine Baustellenszene um.

Nun aber stehe ich vor einem Problem. Man kann die Hintergründe von ‚Playtime‘ erklären. Man kann Tatis Modernismuskritik beschreiben, das bewusste Fehlen einer stringenten Handlung. Doch wie beschreibt man wie sich ‚Playtime‘ anfühlt? Kennt Ihr diesen Versuch, in dem Wissenschaftler Probanden ein Video zeigen, in dem sich mehrere Leute einen Ball zuwerfen? Die Probanden erhalten den Auftrag die Anzahl der Ballwürfe zu zählen. Am Ende werden sie gefragt, ob ihnen in dem Video etwas Besonderes aufgefallen sei. Den meisten Probanden ist entgangen, dass im Hintergrund ein Mann in einem Gorillakostüm umhergeturnt ist, weil sie auf den Ball fixiert waren. In ‚Playtime‘ hat man das Gefühl zu jedem Zeitpunkt eine ganze Affenbande zu übersehen.

Tati hat in riesigen 70-mm Bildern gedreht. Seine Szenen sind Wimmelbilder, oft gibt es drei oder vier Handlungsebenen in einem Bild, in denen etwas geschieht. Tati spielt dabei mit unseren Erwartungen. Natürlich wird dort etwas Wichtiges geschehen, wo ein Dialog stattfindet, so belanglos und unverständlich er auch ist, oder? Auch weiß er natürlich, dass wir am Anfang nach dem schlaksigen Mann mit dem langen Pfeifenstiel, Hulot, Ausschau halten. Mehrere Doppelgänger lässt er am Flughafen auftauchen. Einem Mann fällt weit im Hintergrund lautstark ein Regenschirm herunter. Hulot? Wer weiß. Auch im weiteren Film bleibt die Verwechslung Hulots ein stetiges Element. Auch mit dem Mangel seiner Mittel weiß Tati noch etwas anzufangen. Bei den späteren Dreharbeiten konnte er sich nicht mehr genug Statisten leisten, um alle verglasten Gebäude im Hintergrund zu besetzen. So benutze er lebensgroße Fotografien. Natürlich war ihm klar, dass seine Zuschauer beim Absuchen der Wimmelbilder irgendwann darauf stoßen mussten und machte sich einen Gag daraus. Teilweise platziert er unbewegliche Darsteller bei den Fotografien, die sich dann unvermittelt doch bewegen.

 Die Modernismuskritik Tatis ist unübersehbar. Die Touristen laufen durch die Glasblöcke von Paris machen Fotos die so überall entstehen könnten. Sprichwörtlich überall, denn Torismusplakate für andere Orte werben alle mit denselben Hochhäusern nur einige örtliche Klischees um sie herum drapiert. Auch die „Klischees“, die Sehenswürdigkeiten von Paris, Eiffelturm, Sacre-Coeur oder Triumphbogen tauchen höchstens mal als Reflexionen in einer Glastür auf. Die Touristengruppe begegnet anderen, exakt gleichen Touristengruppen, etwa aus Japan. Die Welt, die Tati hier entwirft ist gleichgemacht. Die griechische Säule ist hier nurmehr ein Mülleimer mit verstecktem Knopf zum öffnen, elegantes(?) Accessoire in der Welt aus Plastik und Glas. Und es ist eine Amerikanisierte Welt. Man geht zum Drugstore oder in die Bar.

Manche wollen in dieser Kritik einen Zorn Tatis gesehen haben. Eine Wut auf das Moderne, auf kulturelle US-Hegemonie. Ich muss sagen, ich sehe das nicht. Hulot ist ganz und gar keine Figur, die sich für Zorn eignet. Er ist ein höflicher, zurückhaltender Mann, der versucht alles richtig zu machen und oft genau dadurch Chaos anrichtet. Nein, das hier ist eher ein leichter Hackentritt für allzu Fortschrittsgläubige. Ein versehentlicher Hackentritt, bien sur, man will ja nicht unhöflich sein. Tati stellt klar, dass man die Welt so sehr vereinheitlichen kann wie man will, solange das chaotischste Element von allen, der Mensch selber, in ihr umgeht, lebt auch der menschliche Geist.

Das Nobelrestaurant am Ende ist derart nobel, dass es noch gebaut wird, als die ersten Gäste eintreffen. Menschenfeindliche Architektur und Pfusch am ach so eleganten Bau drohen zur Katastrophe zu werden. Hulot selbst zertrümmert, versehentlich die gläserne Eingangstür. Der Portier hält nun den Türgriff in die Luft und öffnet den Gästen eine imaginäre Tür. Doch kommen so auch immer mehr „unerwünschte“ Gäste ins Restaurant. Die Innenarchitektur beginnt sich aufzulösen und der menschliche Geist, fröhlich singend und reichlich besoffen, bricht sich letztlich in einer kleinen Revolution Bahn. Dabei kommen sich dann auch der stets auf Abwegen laufende Hulot und die US-Touristin Barbara, die auch von ihrem Reiseführer stets wieder eingefangen werden musste, näher.

Und wenn sich dann am Ende der endlose Verkehr zur Karussellmusik einer Dampforgel durch einen Kreisverkehr dreht, dann ist das für mich nicht das Ende des Films eines zornigen Ewiggestrigen und entschlossenen Antiamerikaners. Es ist ein äußerst elegantes Nasedrehen, ein notwendiges Hinterfragen kaiserlicher Kleider eines freundlichen Mahners. Wenn nicht gar das Entsecken einer Utopie in der Dystopie.

Das Problem des Films war zum einen, dass ihn nicht viele sehen wollten. Die Kritiken überschlugen sich. Alle sahen Tatis Kritik, manche entdeckten seine Utopie in der Dystopie. Doch ist es vor allem die Form, die begeisterte. Truffaut beschrieb den Film als von einem anderen Planeten, wo man andere Filme dreht. Und es ist korrekt, es ist Tatis absolut eigene Vision, eine Vision, die Filmemacher so unterschiedlich wie Loriot und David Lynch inspiriert hat. Aber es ist eben auch, wenn schon kein Experimentalfilm, so doch ein filmisches Experiment. Mit verdammt hohem Budget. Und dann kam dazu, dass Tati sich strikt weigerte andere Kopien als 70-mm Kopien zu ziehen. Einem Maler sage man doch auch nicht, er solle sein Bild nochmal halb so groß malen, empörte der sich. Naja und es gab halt nicht so viele Kinos die mit 70-mm Projektoren ausgestattet waren. Der Flop war ein Stück weit auch hausgemacht.

Lohnt sich ‚Playtime‘ heute noch? Da es nichts gibt, was dem Film auch nur ähnlich wäre, ist die Antwort ein offensichtliches Ja. Gerade heute in Zeiten des qualitativen Heimmediums (auch wenn es natürlich keine 70-mm Kopien sind) kann man dem Film das häufige Ansehen, das er verdient zukommen lassen. Auch wenn das ein Film ist, den ich unbedingt mindestens einmal auf der großen Leinwand sehen will. Tati hat hier ein Loblied auf den Stolperer statt den entschlossenen Schritt geschaffen, auf den ungeraden Weg. Vielleicht war es so nur folgerichtig, dass der Film floppen musste. Vielleicht hätte es ihn seiner Wirkung beraubt, wäre er ein Riesenerfolg geworden. Und doch hätte ich diesen Riesenerfolg Tati nicht nur gegönnt, ich frage mich, was wir sonst noch von ihm zu sehen bekommen hätten.

Lustiges Taschenbuch Sonderedition Film – 3

Und damit sind wir schon beim dritten von vier Bänden zum Thema Film aus der Welt von Entenhausen. Hier ist die Besprechung zum ersten zu finden und hier die zum zweiten.

Showdown in Cybertown

Autor: Rune Meikle
Zeichner: Fecchi

Dagobert Duck staunt nicht schlecht, als er plötzlich in eine merkwürdige Welt gebrizzelt wird. Eine Welt, wie er mit Schrecken feststellt, in der sein Geldspeicher verschwunden ist. Diese Welt, so stellt sich heraus, ist die Zukunft. Die von Dagobert verlegte Anti-Viren Software McDuckintosh hat sich zu einer KI namens EGO entwickelt, die, wie Dagobert mit dem Sammeln von Geld beschäftigt ist. Da die Menschheit damit wenig glücklich war, wurde sie kurzerhand durch Roboter ersetzt. Nur ein paar Widerständler wehren sich noch. Klar, dass Dagobert die Sache wieder ins Lot bringen muss, nicht zuletzt, weil EGO mit Bargeld nichts anfangen kann und sämtliches zerstört hat.
Ein bisschen ‚Matrix‘, ein bisschen ‚Terminator‘ und ein bisschen ‚Tron‘ stecken in dieser Geschichte. Dagobert lernt Quack-Fu, wie einst Neo Kung-Fu, bevor er sich EGO und den Folgen seiner Gier stellen muss. Eine nett gemachte Geschichte.

Die Geschichte Des Films: Eine Kolossale Gefahr

Autor: Roberto Gagnor
Zeichner: Valerio Held

Micky Keaton ist ein Star der Stummfilmzeit. Mit seinem stets stoisch ruhigen Gesichtsausdruck lockt er die Leute für die Filme von Regisseur Goofy Griffith und Produzent Karlo K. Maier ins Kino. Nur für seine Nebendarstellerin Minnie Bow hat er kaum einen zweiten Blick übrig. Doch Karlo hat den arroganten Darsteller satt und plant das Studio zu betrügen.
Eine interessant gemachte Geschichte. Schwarz-weiß in den „Filmszenen“, farbig bei allem dazwischen. Statt Sprechblasen gibt es Zwischentitel wie beim Stummfilm. Jedenfalls bis Goofy Griffith den Tonfilm erfindet. Schöne Anspielungen auf die Stummfilmzeiten, nicht nur auf Buster Keaton, sondern auch Kollegen wie Harold Lloyd. Die Geschichte selbst ist reichlich simpel, gewinnt aber ungemein durch ihre Form.

Gehen Wir Ins Kino? Roadmovies

Autor: Marco Bosco
Zeichner: Giuseppe Zironi

Die Art dieser Geschichten ist inzwischen bekannt. Hier ist es Micky der im Zentrum einer typischen Roadmovie Geschichte steht, als er für seinen allzu langweiligen Job in eine andere Stadt geschickt wird. Unterwegs erlebt er mit Herumtreiber Goofy allerlei Abenteuer und kann sich am Ende in die Enge der „normalen“ Welt nicht mehr einfügen und macht so weiter mit seinem neuen Freund allerlei Entdeckungen. Hübsch gemacht, wie eigentlich immer.

Enten im Kino: Der Cineastenfilm

Autor: Marco Bosco
Zeichner: Ottavio Panaro

Daisy schleppt Donald in einen unerträglich langweiligen Kunstfilm von „Keke Karismäkko“. Während Donald sich tödlich langweilt, interpretiert Daisy auch in die ödesten Bilder noch Gewaltiges hinein.
Okay, mit dieser Geschichte habe ich ein echtes Problem. Ich mag die Idee nicht, die hier vermittelt wird, dass es eine Art von Kunstfilm gibt, auf den sich einzulassen von Anfang an unerträglich öde und nutzlos ist. Und Leute die behaupten ihn zu mögen, wie hier Daisy, finden ihn in Wirklichkeit auch zum Einschlafen öde, tun aber so als würden sie ihn mögen, um sich intellektuell erhaben zu fühlen. Natürlich gibt es Leute wie Daisy hier, die einen cineastischen Geschmack vorschützen um sich selbst zu erhöhen. Es gibt aber auch Leute, die solche Filme einfach sehr interessant und gut finden. Und wenn hier Kindern vermittelt wird, solche Filme seien grundsätzlich doofe, pseudointelektuelle Selbstbeweihräucherung, dann finde ich das reichlich ungut. Außerdem: ist Aki Kaurismäki, der hier offensichtlich für den fiktiven Namen Pate stand, wirklich ein gutes Beispiel für den undurchschaubaren Kunstfilmer? Ich finde ihn mit seinem lakonischen Sinn für Humor eigentlich recht zugänglich.

Donald In Geheimer Mission

Autor: Carlo Chendi
Zeichner: Giovan Battista Carpi

Ganove Goldfinger… Verzeihung, Colt Finger hat einen brillanten Plan erarbeitet, um Fort Knox… Verzeihung, den Duckschen Geldspeicher auszurauben. Um dem auf die Schliche zu kommen heuert Dagobert natürlich den günstigsten Spion an, den er finden kann. Donald alias IQ 001. Mit allerlei Trickgerät von Daniel Düsentrieb entwickelt, versucht sich Donald in die Kreise des Ganoven einzuschleichen. Doch auch die Panzerknacker wollen bei der Sache mitmischen.
Eine gelungene ‚Goldfinger‘ Parodie, die 1966 also kurz nach dem Film entstanden ist. Damit gehört sie definitiv zu den älteren Geschichten, die hier abgedruckt werden, funktioniert aber dennoch ganz wunderbar. Mit direkten Anspielungen auf den Film, so Colt hat zwar keinen Assistenten mit Wurfhut, ist aber selbst sehr zielsicher mit seinem eisenbeschwerten Schuh, aber letztlich eine durchaus eigene Erzählung. Und Donald macht in der Bond Rolle natürlich eine ganz wunderbar unelegante Figur.

Daisy Superstar

Autor: Caterina Mognato
Zeichner: Guido Scala

Daisy ist in Filmstar Leo Di Duckio verknallt. Was für ein Glück, dass Dagobert den neuen Film mit ihm produziert. Denn als Daisy ihm kostenlose Mitarbeit anbietet, kann er natürlich nicht ablehnen. Leider gelingen Daisys Annäherungen an ihren Schwarm nicht ganz so, wie sie sich das vorgestellt hat.
Eine nette Gagstory mit einer Reihe von Missgeschicken. Nichts herausragendes, aber unterhaltsam erzählt.

Das Spukschloss im Nebel

Autor: Nino Russo
Zeichner: Corrado Mastantuono

Den Panzerknackern mag so gar nichts mehr gelingen. Nicht einmal Eiswagen oder Kaugummiautomaten können sie noch erfolgreich überfallen. Doch eine Dokumentation im Fernsehen bringt neue Hoffnung. Ein Dorf wird da beschrieben, ohne jede Technik. Keine Kameras, keine Alarmanlagen, keine Autos zur Verfolgung. Und das Beste, zur Grenze ist es nicht weit, man muss nur durch ein seltsames Nebelgebiet fahren. Was sie darin finden und welcher Film hier parodiert wird, müsst Ihr aber selber rausfinden. Ich kann Euch ja nicht alles erzählen.
Schön die Panzerknacker mal als Protagonisten zu sehen. Die Anlehnung ans Vorbild ist hier wieder sehr lose, aber durchaus erkennbar. Interessant, dass die thematisch eigenständige Vorgeschichte aber fast den Großteil der Geschichte einnimmt.

Einfach Außerirdisch

Autor: Frank Gordon Payne
Zeichner: Sergio Asteriti

Micky wartet auf Gamma, seinen Kumpel aus der Zukunft. Der hat aber einen Unfall, bei dem er das Gedächtnis verliert. Er landet bei einer Familie und wird dort wegen seines seltsamen Aussehens für ein Alien gehalten.
Klar, hier stand ‚E.T.‘ Pate. Gamma musste ich tatsächlich nachschauen, der ist ein Mann aus der Zukunft, bekleidet nur mit einer schwarzen Hose, in deren Taschen er aber alles Mögliche aufbewahren kann. Die ‚E.T.‘ Nacherzählung ist nett, vor allem da die Protagonisten sich der Existenz des Films und der Parallelen dazu durchaus bewusst sind. Dadurch wirkt das Ganze aber auch etwas belanglos.

Donalds Unendliche Geschichte

Autor: Caterina Mognato
Zeichner: Giuseppe Dalla Santa

Mal wieder auf der Flucht vor Gläubigern versteckt sich Donald auf dem Dachboden seines Hauses. Hier entdeckt er ein altes Buch und beginnt zu lesen. Der Zerfall ist ins Comicland gekommen und seine Bewohner hoffen auf die Prinzessin. Die schickt Micky aus, um dem Zerfall Einhalt zu gebieten. Doch am Ende ist es an Donald als Leser des Buches das Comicland zu retten.
Die Disney-Version von ‚Die Unendliche Geschichte‘. Und für die LTB Version besann man sich auf die erhebliche Bandbreite an Disneyfiguren. So sind hier Auftritte aus allen möglichen Disneyklassikern zu sehen. Little John, Mogli, einer der sieben Zwerge, Bambi und so weiter. Das macht dann auch den hauptsächlichen Reiz der etwas müden Nacherzählung aus. Unterhaltsam wird es hier vor allem zum Schluss, wenn sich herausstellt, dass Donald zu faul ist, um als Retter des Comiclandes wirklich aktiv zu werden. ABER: wie könnt ihr es wagen, mir auf der ersten Seite Basil, den Großen Mäusedetektiv in Aussicht zu stellen und dann ist den ganzen Comic über von Basil nix zu sehen?! Frechheit! 0/10 Punkten. Mehr Basil!

Und das war der dritte Band. Der zweite ist für mich immer noch der Beste. Aber dieser hier war sehr konsistent. Alles war mindestens gut, ohne große Ausreißer nach unten oder oben. Die Cineastenfilm Geschichte mochte ich zwar nicht, aber das hatte eher philosophische als qualitative Gründe. Ich bin gespannt auf Band vier. Vor allem muss da dann ja endlich die versprochene ‚Ghostbusters‘ Geschichte kommen. Wir werden sehen.

Die LTB Sonderedition erscheint bei Egmont Ehapa Media GmbH und ist für 8€ pro Band mit ca. 300 Seiten erhältlich.