Die 5 Besten am Donnerstag: 5 zuletzt gesehene Serien-Staffeln

Während sich Gorana letzte Woche eine kleine Auszeit gegönnt hat geht es diesen Donnerstag wieder 5ertechnisch zur Sache. Nach unseren 5 zuletzt gesehenen Serien-Staffeln fragt sie uns diese Woche. Mal sehen, ob ich das zusammenbekomme, dafür muss ich recht weit zurückgehen, ich habe in letzter Zeit nicht viele Serien gesehen. Ohne besondere Reihenfolge:

  1. + 4. ‚Robin Hood‘ Staffel 1+2 (1984/1985)

Ich weiß nicht genau wann ich die Serie zum ersten Mal gesehen habe aber sie hat sich mir auf ewig als „meine definitive Robin Hood Version“ eingeprägt. Und sie funktioniert heute immer noch ganz großartig. Sei es das ordentliche Maß an historischer Genauigkeit, das in die Serie einfließt, so verliert Richard Löwenherz hier sein übliches Robin-Hood-Strahlemann Image und wird zu dem machthungrigen Kriegstreiber der er war. Die gelungene Einbindung von mystischen Elementen, der „Hooded Man“ ist der Auserwählte des angelsächsischen Waldgottes Herne und somit ein Ehrentitel und nicht an eine Person gebunden, was der Serie am Ende von Staffel 2 aus einem Dilemma half, als der Hauptdarsteller nicht mehr wollte. Aber was die Serie wirklich trägt sind die Charaktere. Robin, Marion und ihre Kumpanen sind eine glaubhafte Gemeinschaft, die (dank echter Außenaufnahmen) in einem glaubhaften Wald wohnen, was mein über 30jähriges Ich nicht mehr ganz so beneidenswert findet wie mein 10jähriges aber immerhin immer noch beeindruckend. Und der Sheriff von Nottingham und Guy of Gisburne sind wunderbar übertriebene Mistkerle, die aber auch selbst immer in der harschen Struktur des Feudalwesens gefangen sind. Immer noch eine tolle Serie!

  1. ‚Ash vs Evil Dead‘ Staffel 1 (2015)

Es war sehr schön Bruce Campbell in seiner Paraderolle als Ash wiederzusehen. Die Folgen waren lustig, gelegentlich eklig aber meist unterhaltsam. Allerdings fand ich das Ganze doch ein wenig substanzlos. Bin gespannt was die zweite Staffel bringt, die ich mir endlich mal ansehen sollte.

  1. ‚Jonathan Strange & Mr. Norrell‘ (2015)

Okay, Miniserie. Ich zähle sie aber trotzdem. Susanna Clarkes Buch war natürlich besser, allerdings sind nicht nur die Hauptfiguren mit Bertie Carvel und Eddie Marzan sehr treffend besetzt, auch die Nebenrollen funktionieren sehr gut. Ich könnte mich jetzt über Veränderungen an der Figur des „Gentleman with the thistledown hair“ beschweren aber so sehr gestört hat es mich nicht. Und für eine Fernsehserie gelingt es die rein physische Weite der Ereignisse von Yorkshire über Belgien und Portugal bis Venedig sehr gut zu vermitteln.

  1. ‚Fargo‘ Staffel 2 (2016)

Die neueste Staffel auf meiner Liste ist ironischer Weise für mich am längsten her. Sie spielt zeitlich lange vor der ersten Staffel und nimmt bestimmte Elemente, die in dieser erwähnt wurden wieder auf. Für mich eine ziemlich perfekte Serie. Erzählerisch komplex, recht düster, gelegentlich absurd und mit einem wunderbar trockenen Sinn für Humor. Ich freue mich sehr auf Staffel 3.

Klassiker nachgeholt: ‚Stand By Me‘ (1986)

Jeder hat sie vermutlich, diese Lücken im Filmwissen, die immer wieder deutlich werden, wenn sich andere wie selbstverständlich auf einen Film beziehen, den man selbst nicht kennt. So ein Fall war für mich ‚Stand By Me‘. Mein Wissen über den Film begann und endete mit „Coming of Age Film aus den 80ern“. Da der Film allerdings immer wieder mal auf den Donnerstags Top Listen von Bloggerkollegen (allen voran bullion) auftauchte, wurde ich doch neugierig. Als ich dann noch herausfand, dass er auf der Stephen King Kurzgeschichte „Die Leiche“ basiert, eine der wenigen King Stories, die mir auch Jahre nach dem Lesen noch im Gedächtnis ist, war klar, den muss ich endlich sehen!

Der Autor Gordie Lachance wird durch einen Zeitungsartikel über den Tod seines Jugendfreundes Christopher Chambers an den letzten Sommer seiner Kindheit, den er zusammen mit seiner Clique in der Kleinstadt Castle Rock verbracht hat, erinnert. Damals, im Sommer 1959 belauscht der zwölfjährige Vern (Jerry O’Connell) seinen großen Bruder und erfährt so, dass der und ein Freund die Leiche eines vermissten Kindes bei den Bahngleisen ein gutes Stück entfernt von der Stadt gefunden haben, das aber nicht der Polizei gemeldet haben. Aufgeregt berichtet er seinen Freunden Gordie (Wil Wheaton), Chris (River Phoenix) und Teddy (Corey Feldman) davon. Obwohl die den naiven Vern nicht ganz ernst nehmen beschließen sie die Leiche zu finden und zu melden und so zu Helden zu werden. Es beginnt eine zweitägige Wanderung die Bahngleise entlang, die sie als Kinder beginnen aber gereift beenden werden. Oder auch gar nicht, denn der Anführer der örtlichen Gang Ace (Kiefer Sutherland) weiß auch von der Leiche und ist nicht glücklich über die Neugier der Jungen…

Ich war mir ehrlich gesagt eingangs unsicher, ob dieser Film ohne Nostalgiebonus funktionieren könnte. Darüber hätte ich mir rückblickend keine Sorgen machen müssen aber interessanterweise ist Nostalgie ein ganz zentrales Thema des Films. Was wir in der Rückblende sehen ist sicherlich nicht die Realität sondern Gordies nostalgisch verklärtes Bild von Castle Rock. Das idyllische, sonnendurchflutete Kleinstädtchen inmitten saftig grüner Wälder scheint fast zu schön um wahr zu sein. Das vermischt Regisseur Rob Reiner hier allerdings gekonnt immer wieder mit realistischen, erdenden Momenten. Alle vier Jungen kommen aus mehr oder weniger zerrütteten Familien, soziale Unterschiede zwischen den Jungen werden entweder direkt angesprochen, wie in Chris‘ „Du bist einer von diesen Typen die aufs College gehen, wir drei nicht“ Ansprache an Gordie oder auch geschickt angedeutet, wie die prekäre finanzielle Situation von Verns Familie, die sich vor allem in seiner Besessenheit für Pennies äußert. All das soll aber nicht ablenken vom zentralen Element, das zum Gelingen des Films absolut wesentlich ist: der glaubwürdigen Darstellung einer Jungenfreundschaft.

Und ganz wesentlich dafür sind die Darsteller. Nun lobe ich Kinderdarsteller eher selten, hier ist es aber nötig. Wil Wheaton gibt Gordie die intelligente Empfindsamkeit, die nötig ist, um den Charakter als späteren Autor glaubhaft zu machen. Wie der Rest seiner Familie hadert er mit dem Tod seines großen Bruders Denny (John Cusack) während er gleichzeitig versuchen muss aus dessen Schatten zu treten. Was den Film hier außergewöhnlich macht ist auch die Geschichte die Gordie den anderen Jungen am Lagerfeuer erzählt. Ein schwächerer Film hätte ihm hier vermutlich etwas in den Mund gelegt, das weit über den Horizont eines Zwölfjährigen hinausgeht, um ihn als späteren, großen Autor zu präsentieren. Gordie aber erzählt eine Geschichte von einem Außenseiter, der eine ganze Stadt zum Kotzen bringt. Das ist klug von ihm, weil sich seine Freunde darin wiederfinden, aber gleichzeitig auch so zwölfjährig wie es nur geht. Bravo!

River Phoenix als Chris Chambers ist das Fundament und der Zement der Gruppe. Phoenix‘ natürliches Charisma und die Art wie er geschrieben ist, als jemand der perfekt erfühlen kann, wer gerade etwas Spott oder echten Zuspruch braucht machen ihn auch für den Zuschauer direkt zu einer zentralen Figur. Wir alle kennen so jemanden, das stetig schlagende Herz einer Gruppe. Tatsächlich erleben wir ihn aber auch von Anfang an als tragische Figur, erfahren wir doch in der ersten Minute des Films, dass er sterben wird.

Jerry O’Connell hier in seiner ersten Rolle als Vern ist zumeist die Zielscheibe des Spotts der anderen, vor allem Teddys. Im Gegensatz zu anderen 80er Jahre Filmen ist Reiner allerdings sehr darauf bedacht ihn hier nie zur Witzfigur des „Dicken“ verkommen zu lassen. Vor allem ist er es der die zentralen Ereignisse des Films erst auslöst.

Ich muss gestehen nie ein großer Fan von Corey Feldman gewesen zu sein. Etwas an seiner Darstellung von Kindern wirkte auf mich immer falsch und unglaubwürdig. Aber hier als Teddy Duchamp ist er perfekt besetzt. Er spielt die Rolle des körperlich misshandelten Sohnes eines psychisch kranken Veteranen des 2ten Weltkriegs mit einem stets unter der Oberfläche brodelnden, kaum zu unterdrückenden Zorn, der sich immer wieder einmal Bahn bricht und ihn beinahe suizidal erscheinen lässt. Hier ist es also nur allzu passend, wenn Feldman ein wenig neben der Spur wirkt.

Ich könnte das hier noch viel weiter führen, John Cusack und Kiefer Sutherland hätten sicherlich auch ein paar Worte dafür verdient in recht wenigen Szenen sehr runde Charaktere zu schaffen. Aber es ist wohl sinnvoller langsam zum Punkt zu kommen.

Mit „Coming of Age“ Film ist ‚Stand by Me‘ tatsächlich perfekt umschrieben. Das Auffinden der Leiche wird zu einer Art rituellen Handlung, die den Weg vom Kind zum Manne weist, die Abkehr von der Unschuld. Der Akt an sich ist natürlich mehr oder weniger unwichtig und es ist definitiv der Weg das Ziel. Und auf diesem Weg warten unerwartete Gefahren in der Form von Zügen und der Idee eines Wachhundes. Aber manchmal muss man auch einfach vom geraden Weg der Schienen abweichen und den Weg durch den Wald finden und – in einem Tümpel voller Blutegel – womöglich auch sich selbst.

Ein hervorragender Film, der sich problemlos in die, nicht allzu lange, Liste der großartigen King Verfilmungen einreihen kann. Da erzähle ich vermutlich Niemandem etwas Neues aber nun weiß ich es wenigstens auch.

Trailer mal wieder

Wow, die letzten Trailer gab es hier im April, da wird es mal wieder dringend Zeit!

Nach ‚The Lobster‘ hätte ich mir Yorgos Lanthimos‘ nächsten Film so oder so angesehen. Und dann wird es mit ‚The Killing of a Sacred Deer‘ auch noch ein psychologischer Horrorfilm? Ja bitte! Der Trailer bestärkt mich nur noch in meiner Vorfreude, da sind einige fantastische Sequenzen drin:

PS: Ach ja, Colin Farrell scheint endlich einen Regisseur (neben Martin McDonagh) gefunden zu haben, der seine Talente zu nutzen weiß

 

Was für einen Film könnte man über die Nachwirkungen des Todes von Joseph Stalin drehen? Die Antwort von ‚Death of Stalin‘ ist eine Farce, eine schwarze Komödie. Das kann ganz hervorragend funktionieren oder aber böse schiefgehen. Aber mit Leuten wie Jeffrey Tambor, Jason Isaacs und Steve Buscemi an Bord gehe ich zumindest von einigen gelungenen Lachern aus.

 

Darren Aronofsky ist noch so jemand von dem ich schlicht alles schauen würde. Ja, sogar ‚Noah‘. Die Tatsache, dass der jetzt mit ‚Mother!‘ auch einen Horrorfilm dreht, mit Jennifer Lawrence und Javier Bardem auch noch toll besetzt (und ich freue mich immer Michelle Pfeiffer zu sehen) sollte größte Vorfreude bei mir auslösen. Leider lässt mich der Trailer vollständig kalt. Wüsste ich nicht das Aronofsky dahintersteckt wirkt das auf mich wie Horror Stangenware. Achselzuck.

 

Und zum Abschluss noch eine Blockbuster-Trailer-Bau-Anleitung:

 

Filmrätsel Runde 20 – Neuigkeiten und Ankündigung

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Hallo Filmrätselfreunde. Die nächste Runde wirft bereits ihre langen Schatten voraus, doch diesmal soll sich einiges ändern. Leser von Ma-Gos Blog wissen es bereits, das Filmrätsel hat ab jetzt einen zentralen Veranstaltungsort! Ob Ihr Euer eigenes Blog habt oder nicht spielt von nun an keine Rolle mehr, denn jeder Sieger kann es dort selbst veranstalten. Ausführlicheres dazu könnt Ihr in Ma-Gos Artikel lesen. Das Wichtigste für Euch ist jedenfalls, dass ihr dem neuen Rätselblog folgen solltet, wenn Ihr teilnehmen wollt!

http://dasfilmraetsel.wordpress.com/

Das Thema der Runde 20 lautet: Oktober im August! Ja, dieses Mal wird es gar gruuuuselig, wenn ich Euch zehn unheimlich harte Rätselnüsse aus dem Bereich des Horrorfilms vorsetze! Es wird vom 21.08. täglich eine Frage bis zum 30.08. geben. Zeit bis zur Lösung habt ihr bis zum 31.08. 24.00 Uhr (Geiiiisterstunde!). Danach werde ich zeitnah die Auswertung und Sieger bekanntgeben. Wer noch nie teilgenommen hat kann die Regeln hier auf der handlichen, neuen Seite finden aber bedenkt, dass Nerven wie Drahtseile diesmal wichtiger sind denn je und dass…

legosi-port-kl…Auch ich diesmal dabei bin! Ahahahah!

Herr Legosi? Ich dachte Sie seien fortgeflattert?

legosi-port-klReden Sie keinen Unsinn, Sie wissen genauso gut wie ich, dass Sie mich die letzten 10 Monate in ihrem Regal da drüben haben verstauben lassen!

Ja, weil Sie beim letzten Mal niemand lustig fand. Ich bezweifle, dass sich das geändert hat.

legosi-port-klRuhe Unwissender! Zusätzlich zu Ihren nutzlosen 10 Fragen werde ich Ihren Teilnehmern diesmal ein Rätsel von solcher Boshaftigkeit stellen, wie Sie es nie gesehen haben! In Ihren dümmlichen Fragen werde ich ein Lösungswort verstecken! Wer dieses errät kann einen weiteren Punkt erlangen, so dass diesmal 11 Punkte möglich sind! Dieses Lösungswort kann jederzeit mit dem Hinweis „Legosis Lösungswort“ als Kommentar unter ein beliebiges der 10 Rätsel geschrieben werden.

Toll, vielen Dank dass Sie meine Auswertung direkt mal komplizierter gemacht haben und… Herr Legosi? Wo isser denn? Ahhh Fledermaus!

fleder1*flatter* *fleder*

Oh Mann… Wie auch immer, insbesondere herausfordern möchte ich noch:

thegunslinger82

benixde

Zeigt uns Euer ganzes Filmwissen! Davon ab freue ich mich natürlich über absolut jeden Teilnehmer! Bis Montag auf der neuen Seite!

Das Wort im Bild verdreht: Autoren, die mit der Verfilmung Ihrer Bücher unglücklich sind

Buch und Film sind zwei Medien, die unterschiedlicher kaum sein könnten. Ein Buch arbeitet rein über das Wort, über die Beschreibung, über seine Prosa. Film ist ein optisches Medium, ein Film zeigt, er muss zeigen, dass macht ihn aus. Literarische Stilmittel sind unmöglich 1 zu 1 auf den Film übertragbar, die Verfilmung eines Buches kann also stets nur versuchen die Essenz der Vorlage einzufangen. Ein weiterer wichtiger Unterschied, der uns hier beschäftigen wird ist, dass ein Buch üblicherweise der Ausdruck der künstlerischen Vision einer einzelnen Person ist, ein singuläres Werk. Selbst der größte Vertreter der Auteur-Theorie wird aber wohl zugeben, dass ein Film fast immer ein kollaboratives Werk ist. Manche Regisseure oder Produzenten können einem Film sicherlich gut sichtbar ihren Stempel aufdrücken, doch am Ende kommen auch sie nie ohne Darsteller, Kameraleute, Beleuchter oder Komponisten aus. Dass Autoren gelegentlich ihre eigene, singuläre Vision in einem Film nicht mehr wiederfinden überrascht also nicht. Heute will ich mir mal einige herausragende Fälle ansehen. Und um Missverständnissen vorzubeugen: Die im Folgenden wiedergegebenen Ansichten der Autoren sind nicht die meinen. Weiterlesen

Top Ten Al Pacino Rollen

Weil sich beim letzten Mal so viele Leute beklagt haben, dass ich Herrn Pacinos Teufel übersehen habe (jemand hat gar ein Mic gedropt!!) hier nun eine Liste speziell für Euch Pacino-Puristen. Denn wenn es keinen Pacino hat, steht es nicht auf dieser Liste (sein Teufel taucht aber auch hier wieder nicht auf…).

Al Pacino ist natürlich ein großartiger Schauspieler aber spätestens seit den späten 90er Jahren scheint er sich in seinen Rollen IMMER ÖFTER AUF REINE LAUTSTÄRKE ZU VERLASSEN! Die „Pacino Explosion“ ist schon zu einem Klischee geworden. In einem Interview sagte er einmal er sieht die Hauptaufgabe eines Regisseurs darin ihn zurückzuhalten. Das ist zum Glück vielen Regisseuren auch in der neueren Zeit noch gelungen und so war gar nicht so einfach mich hier auf zehn zu begrenzen. Mal sehen was ich diesmal ausgelassen habe: Weiterlesen