‚Ghostbusters‘ Nachklapp

So, das war es. Mehr zum Thema ‚Ghostbusters‘ als irgendjemand jemals wirklich gebraucht hätte. Ich habe diesen Monat annähernd 23.000 Worte zum Thema ‚Ghostbusters‘ veröffentlicht und mehr davon (neu-)geschrieben als eigentlich geplant war. Und zum ersten Mal erlebe ich etwas, das ich nie für möglich gehalten hätte. Da ist eine leise Stimme in meinem Kopf, die sagt: „das ist jetzt aber genug ‚Ghostbusters‘“.

Selbstverständlich fügt sie kleinlaut „für den Moment“ hinzu, nachdem ich bedeutungsschwer in Richtung Schlagbohrmaschine geblickt habe… Ich möchte jedenfalls allen danken, der sich Zeit genommen hat, den einen oder anderen Artikel zu lesen. Ich hoffe Ihr hattet Spaß dabei. Ich hatte jedenfalls Freude sie zu schreiben. Und an die Leute, die wirklich alles gelesen habe: ich zumindest verstehe Euch! Und für diejenigen unter Euch, die sich überhaupt nicht für ‚Ghostbusters‘ interessieren, seid versichert, ich habe jetzt alles gesagt, was ich zu sagen habe. Wenigstens bis nächstes Jahr, wenn der neue Film kommt. Oder Ihr den Fehler macht, mir gezielte Fragen zu stellen.

Hier nochmal eine Aufschlüsselung der Themen der ‚Ghostbusters‘-Geschichte Teile. Denen Aussagekräftige Namen zu geben, wäre halt zu schlau gewesen:

Teil 1 ‚Ghostbusters‘

Teil 2 dito

Teil 3 dito

Teil 4 ‚The Real Ghostbusters‘

Teil 5 ‚Ghostbusters II‘

Teil 6 ‚Extreme Ghostbusters‘ und ‚The Video Game‘

Teil 7 ‚Ghostbusters‘ (2016)

Teil 8 ‚Ghostbusters: Afterlife‘

‚Galaxy Quest‘ (1999) – „By Grabthas Hammer!“

Moment mal, höre ich Euch jetzt sagen, ‚Galaxy Quest‘ ist aber definitiv nicht ‚Ghostbusters‘. Das stimmt. Eigentlich wollte ich hier über Ivan Reitmans ‚Evolution‘ schreiben, den ich damals sehr unterhaltsam fand. Der hat aber einem neuen Ansehen nicht wirklich standgehalten und ich hätte nicht viel drüber zu sagen. Also warum nicht einen Film nehmen, den David Mamet als „perfekt“ beschrieben hat? Und gewisse Verwandtschaft zu ‚Ghostbusters‘ hat er auch, wie ich später zeigen werde. Aber erst einmal zu ‚Galaxy Quest‘.

Die Darsteller der in den frühen 80ern abgesetzten Science Fiction Serie ‚Galaxy Quest‘ schlagen sich 17 Jahre später mit Auftritten bei Fan-Conventions durch. Als eine Gruppe merkwürdig gekleideter und sich seltsam benehmender Personen um Mathesar (Enrico Collantoni) auf Jason Nesmith (Tim Allen), den Darsteller des heroischen Commander Taggart zutreten und um Hilfe gegen den schurkischen General Sarris bitten, vermutet Nesmith einen Fanfilm-Auftritt, den er am nächsten Tag verkatert und desinteressiert absolviert. Allerdings muss er schnell feststellen, dass es sich bei Mathesar und den Thermianern um tatsächliche Außerirdische handelt, die die Serie für historische Aufzeichnungen hält und dass sein Handeln katastrophale Folgen hatte. Er sammelt seine ehemalige Mannschaft um sich, deren Darsteller ebenso wenig mit ihren Charakteren gemein haben wie er selbst und versucht den Thermianern zu helfen.

Der Film funktioniert auf mehreren Ebenen. Zunächst mal erwächst der Humor daraus, dass sich die Fernsehdarsteller plötzlich in der realen Situation wiederfinden, die sie ansonsten nur gespielt haben. Dazu komme die Unterschiede zwischen den Darstellern selbst und ihren Charakteren. Taggart ist ein Held, Nesmith ein arrogantes, versoffenes Großmaul mit sehr empfindlichem Ego. Tawny Madisons einzige Aufgabe war die Computeransagen zu wiederholen und zu tun was man ihr sagt, Gwen DeMarco (Sigourney Weaver) ist eine selbstbewusste, resolute Frau. Dr. Lazarus ist ein ebenso weiser wie kämpferischer Außerirdischer, Alexander Dane (Alan Rickman) ist ein klassisch ausgebildeter Darsteller, der diese Rolle und ihren dämlichen Catchphrase (siehe Überschrift) zutiefst hasst. Sgt. Chen ist ein technisches Genie, Fred Kwan (Tony Shalhoub) ein schüchterner Trottel. Lt Laredo war ein kindliches Pilotengenie, Tommy Webber (Daryl Mitchell) ist ein ehemaliger Kinderstar, der als Erwachsener jede Richtung verloren hat. Crewman 6/Guy (Sam Rockwell) ist vor allem seiner eigenen Dreistigkeit wegen dabei und ist überzeugt als namenloses Crewmitglied zuerst sterben zu müssen.

Dann ist der Film natürlich eine ‚Star Trek‘ Parodie. Aber eine tatsächliche Parodie und nicht wie diese furchtbaren ‚… Movie‘ Filme von Friedberg und Seltzer, die einfach bekannte Szenen um plumpeste Pointen anreicherten. ‚Galaxy Quest‘ zitiert bekannte Handlungsmomente von ‚Star Trek‘ Filmen/Serien, macht aber etwas komplett Eigenes damit. Etwa die häufige „Raumschiff fliegt aus Space Dock“ Szene. Webber vermasselt das „ein wenig“ und es funktioniert als Parodie, ich bin mir aber sicher es ist nur marginal weniger lustig, wenn man noch nie einen ‚Star Trek‘ Film gesehen hat.

Vor allem nimmt der Film bei aller Parodie und allem Humor sein Genre ernst. Und hier kommen wir zur Verwandtschaft mit ‚Ghostbusters‘. Hier wie da geht es um etwas. Steht etwas auf dem Spiel. Sowohl für die Charaktere selbst, als auch für das größere Wohl. Sarris ist kein komischer Gegner, kein Trottel. Er ist ein brutaler, kluger Warlord, der foltert und mordet um seine Ziele zu erreichen. Anders als bei ‚Ghostbusters‘ machen die Charaktere allerdings durchaus eine Wandlung durch. Sie werden nicht unbedingt zu ihren Seriencharakteren, aber sie lernen das Beste beider Welten zu verbinden. Die Charaktere und sich selbst als eigene Personen zu begreifen und das Streben nach dem Besten ihrer Charaktere als Ideal zu verstehen. Das zeigt sich etwa in der Szene, in der der Thermianer Quellek stirbt und Alexander aus seiner albernen Catchphrase einen berührenden Abschied macht. Das der einem beinahe die Tränen in die Augen treibt, liegt natürlich vor allem am stets brillanten Spiel Rickmans.

Damit sind wir bei einem weiteren zentralen Thema des Films: Fandom. Und da dieser ganze Monat aus reinem Fandom entstanden ist, passte der Film hier eben hin. Dabei betont der Film vor allem die positiven Seiten des Fandoms. Auf der Erde bringt es Leute zusammen und für die Thermianer ist die Verehrung der Heroen aus den „historischen Archiven“ gar die Grundlage ihrer gesamten Gesellschaft. Die negativen Seiten, vor allem für die Darsteller spart der Film aber auch nicht aus. Ständig bekannte Phrasen und bekannte Charaktere zu wiederholen, von Fans bis aufs Klo verfolgt zu werden, technische Diskussionen mit Leuten, die in die Idee der Serie so viel mehr investiert haben, als man selbst das je könnte. Wobei genau Letzteres vom Film auch in ein Positives verkehrt wird.

Was den Film aber am Laufen hält ist, ähnlich wie bei ‚Ghostbusters‘, das brillante Ensemble. Tim Allen und Sigourney Weaver (die die Rolle vermutlich auch wegen ‚Ghostbusters‘ bekommen hat) stehen zwar ein wenig im Mittelpunkt, aber auch alle anderen bekommen ihre Momente um zu glänzen. Alan Rickman stiehlt eh jede Szene in der er auftaucht und für Tony Shalhoub und Sam Rockwell war dies quasi der Durchbruch, der zu ‚Monk‘ für den einen und jeder Menge Hauptrollen für den anderen geführt hat. Da überrascht es ein wenig, dass (Achtung, echte ‚Ghostbusters‘ Connection!) eigentlich Harold Ramis Regie bei dem Film führen sollte, aber mit einigen Casting-Entscheidungen unzufrieden war. Insbesondere fand er Allen in der Hauptrolle so furchtbar, dass er das Projekt verließ. Das ist schwer zu verstehen, wenn man den fertigen Film sieht (und Ramis hat später eingestanden, sich geirrt zu haben), aber wenn man Allens Filme direkt davor betrachtet, ‚Aus dem Dschungel, in den Dschungel‘ und ‚Zum Teufel mit den Millionen‘, dann kann man ihn vielleicht ein wenig verstehen. Nicht genug Erwähnung erfährt meiner Meinung nach Enrico Collantoni (mir vor allem als der Vater von ‚Veronica Mars‘ bekannt) als in jeder Hinsicht nicht wiederzuerkennender Mathesar.

Geschrieben wurde der Film von David Howard, der exakt zwei Credits auf imdb besitzt. Einen für ‚Galaxy Quest‘ und einen für ‚Trek: The Movie‘, mit weit schlechteren Kritiken. Überarbeitet wurde das Buch von Robert Gordon, der ansonsten auch eher schwache Credits aufweist, etwa ‚MIB 2‘. Die Regie übernahm Dean Parisot, der vor allem für das Fernsehen arbeitet (derzeit zeichnet er allerdings für den dritten ‚Bill &Ted‘ Film verantwortlich). Sie alle haben mit ‚Galaxy Quest‘ einen Höhepunkt ihrer Karrieren hingelegt. Insbesondere Parisot, der sich für seine Komödie nicht bloß auf Lacher verlässt, sondern auch durchaus cinematisch zu überzeugen weiß.

Das Erstaunliche an diesem Film, den ich nach deutlich über 10 Jahren mal wieder gesehen habe, ist, dass man ihm seine 20 Jahre quasi nicht anmerkt. Oh sicher, einige Effekte sind etwas gealtert, aber der Film an sich hätte gestern herauskommen können und würde genauso gut funktionieren. Womöglich funktioniert er heute sogar noch besser als damals, haben doch Fandom und Conventions und Cosplay und all sowas heute einen viel wichtigeren Platz in der Popkultur, als das vor 20 Jahren der Fall war. Insofern ist der Film schon fast ein wenig hellseherisch.

Falls es nicht deutlich geworden sein sollte: ‚Galaxy Quest‘ ist die beste Art von Feel Good Film. Einer für den man zu keiner Sekunde sein Hirn abschalten muss, der einen im Gegenteil noch belohnt, wenn man es anlässt. Ein Film der liebevoll SciFi und Trek Klischees aufs Korn nimmt, sich selbst, seine Charaktere und vor allem seine Zuschauer absolut ernst nimmt. Wenn es bei Euch auch schon viel zu lange her ist, dass Ihr ihn gesehen habt, dann holt ihn unbedingt mal wieder nach, das ist ein Film der nicht schlechter geworden ist. Und wenn Ihr ihn noch nie gesehen habt: BEI GRABTHAR’S HAMMER, WORAUF WARTET IHR!?

‚Ghostbusters‘ Krims und Kram

Hier präsentiere ich exakt, was die Überschrift verspricht. Einige Kleinigkeiten, die anderswo im Ghostember (den wir so nicht nennen) keinen Platz gefunden haben.

Fangen wir mit einem echt tollen Stück Kram an. Einem kurzen Clip, in dem Dan Aykroyd und Bill Murray versuchen die Betreiber von Independent-Kinos bei einer Convention in Las Vegas davon zu überzeugen ‚Ghostbusters‘ ins Programm zu nehmen. Es ist eindeutig, dass ihnen niemand Text dafür vorgeben hat. Man beachte Murrays Ironie, wenn er Columbia loben muss „what a bunch of good sports they are!“. Besonders interessant: der Clip ist offenbar entstanden, bevor Ray Parker jr. Song verfügbar war. Man kann hier also einen früheren ‚Ghostbusters‘-Song hören! „Never mess with Ghostbusters!“

Man mag an der Professionalität des Clips zweifeln, seine Wirkung verfehlt hat er dennoch nicht, wenn man sich den Erfolg von ‚Ghostbusters‘ anschaut.

Ich liebe dieses Behind-the-Scenes Foto von Harold Ramis und seiner Tochter Violet.

Leider habe ich keine Ahnung wer es aufgenommen hat. Wenn es während der New Yorker Dreharbeiten entstanden ist, vielleicht Set Photograph Michael Ginsburg. Oder in L.A. Virgil Mirano, der einen Trümmer des explodierenden Gozer-Tempel-Sets an den Kopf bekommen hat, aber das mit Humor zu nehmen scheint. Natürlich kann es auch einfach Ramis‘ damalige Ehefrau Anne Plotkin, oder ein sonstiger Freund oder Bekannter geschossen haben.

Wer heute ‚Ghostbusters‘ schaut und auch sonst gern ins Kino geht, wird vermutlich hellhörig, wenn Ray Stantz seinen Gedanken an den Stay Puft Marshmallow Man, der den Zerstörer in die Welt bringt,  mit nostalgischen Erinnerungen an das Ferienlager „Camp Wakonda“ (oder Wakaunda) begründet. Hat Dr. Stantz hier etwa Wakanda, die fiktive, afrikanische Heimat von Marvels ‚Black Panther‘ erfunden? Nein. Erstens wurde Wakanda bereits 1966 in den Comics eingeführt. Zweitens gibt es wenigstens zwei Pfadfinderlager und sogar einige Kleinstädte mit dem Namen Wakonda/Wakaunda. Dabei handelt es sich um einen Begriff der Lakota Sioux, für ihr religiöses Konzept des höchsten Heiligen. Dan Aykroyd hat vermutlich tatsächlich ein Ferienlager mit diesem Namen als Kind besucht, bei Marvel hingegen bediente man sich bei Edgar Rice Burroughs Roman „The Man-Eater“ von 1915, wo er den Namen einem fiktiven, afrikanischen Stamm gab. Ob Burroughs seinerseits vom Sioux-Begriff inspiriert war, weiß ich nicht, vermute es aber.

Harvey Comics, die Inhaber der Rechte an Casper, dem freundlichen Geist, verklagten Columbia, da ihrer Meinung nach, der Geist in Michael C. Gross ‚Ghostbusters‘-Symbol zu große Ähnlichkeit zu Casper Charakter Fatso habe. Das Gericht entschied, man könne die visuellen Rechte an einem völlig generischen Geist nicht schützen und es gebe halt nur eine begrenzte Anzahl Möglichkeiten, wie man einen Geist zeichnen könne.

Der Name „Gozer“ bedeutet im niederländischen Slang „Typ, Kerl“. Inspiration für den paranormal interessierten Aykroyd war aber wohl eher der „Enfield Poltergeist“. Eine angebliche Poltergeist-Sichtung im, man ahnt es, britischen Enfield, in den späten 70ern. Hier soll, neben allerlei Möbelgerücke, der Name „Gozer“ an den Wänden aufgetaucht und dann wieder verschwunden sein. Der Vorfall bildete eine entscheidende Vorlage für den Film ‚Poltergeist‘ und wurde von den realen Geisterjägern (bzw. Betrügern) Ed und Lorraine Warren untersucht, die nun die Helden der ‚Conjuring‘ Reihe sind. Ein cinematisch erstaunlich bedeutsamer Geist.

Der Schurke im zweiten Teil heißt mit vollem Namen Vigo von Homburg-Deutschendorf, was man allerdings nur kurz auf einem Computermonitor sieht. Einerseits nach Wilhelm von Homburg, dem Künstlernamen von Darsteller Norbert Grupe, und dem Nachnamen der Zwillinge, die Danas Sohn Oscar/Donald spielten. Die waren Neffen von Henry John Deutschendorf jr., besser bekannt unter seinem Künstlernamen John Denver.

Von ‚Ghostbusters II‘ sind inzwischen auf einer neuen BluRay ein paar neue Outtakes zu sehen. Etwa wie sich Louis als Geisterjäger auf die Jagd nach Slimer macht, was den ansonsten völlig unzusammenhängenden Szenen mit dem Fressgeist beinahe so etwas wie einen Bogen verschafft. Eine alternative Szene wie die Geisterjäger Peter in die Kanalisation abholen wollen und das Ende des Bürgermeistergehilfen.

Die berühmt-berüchtigtste Szene fehlt aber immer noch: Vigos Gemälde hypnotisiert Ray bei der ersten Besichtigung und versucht ihn dazu zu bringen das Ecto-1A auf der Rückfahrt in einen mörderischen Unfall zu fahren. Winston muss ihn ausknocken. Gefilmt ist das wenigstens teilweise. In einer Montage im fertigen Film ist zu sehen, wie sich Peter besorgt zu Ray am Steuer umdreht. Aber gesehen wurde es, soweit ich weiß, noch nie.

Aber gut, wenn wir über Ray und geschnittene Szenen sprechen, dann müssen wir jetzt auch (man entschuldige den phraseologischen Anglizismus) den Elefanten im Zimmer ansprechen. Den Geisterblowjob im ersten Film. Wenn Ihr jetzt fragt „welcher Geisterblowjob?“, dann habt Ihr entweder ‚Ghostbusters‘ lange nicht gesehen oder habt ihn erfolgreich verdrängt. In einer Montage träumt Ray, dass ihm eine unsichtbare Kraft Gürtel und Hose öffnet, Umblende auf sein schielendes Gesicht und Ray fällt aus dem Bett, Traum vorbei. Das war Teil einer größeren Szene, die sich eigentlich bei der Untersuchung des historischen (fiktiven?) Fort Dettmering abspielte. Dank neuer Deleted Scenes ist diese Szene jetzt in unfertiger Weise anschaubar.

Es war vermutlich klug sie zu schneiden. Nicht so sehr wegen des Geisterblowjobs, der ja auch im Film blieb, sondern weil sich Ray völlig uncharakteristisch unprofessionell verhält. Da untersucht er das Fort, zieht sich plötzlich ne Uniform an, ein Buch aus dem Regal und legt sich schlafen? Das wäre wohl eher ein Peter-Ding. Aber immerhin haben wir jetzt Kontext für den Geisterblowjob. Und ich habe jetzt ca. vier Mal häufiger das Wort „Geisterblowjob“ geschrieben, als ich das je in meinem Leben erwartet hätte. Danke ‚Ghostbusters‘…

Und damit genug des Krims und auch des Krams.

‚Ghostbusters‘-Geschichte letzter Teil: „Whoa, killer replica!“

Fortsetzung zu Teil 7

Ich warne hier schon einmal vor, dass der Großteil des Artikels aus Rumgegeeke über einen 9 Monate alten Trailer besteht. Dabei „spoile“ ich natürlich, was in diesem Trailer zu sehen ist. Ihr seid gewarnt.

Der Versuch die ‚Ghostbusters‘ Marke wiederaufleben zu lassen war mit dem Flop des Reboots gescheitert. Columbias stille Hoffnung, hier ihr eigenes ‚Star Wars‘ oder Marvel aus dem Overall-Ärmel zu ziehen hinüber. Schnell wurden alle anderen geplanten Projekte gestrichen. Was hilft, wenn in Hollywood gar nichts mehr zu gehen scheint? Guter, alter Nepotismus, natürlich. Ivan Reitmans Sohn Jason soll einen neuen Film drehen, wie im Januar 2019 bekannt wurde. Jason dürfte ‚Ghostbusters‘-Fans als der Junge bekannt sein, der Ray im zweiten Film erklärt „My dad says you guys are full of crap!“

Oder wir versuchen es ein wenig weniger zynisch. Jason Reitman, durchaus selbst als Regisseur verdient (schaut ‚Young Adult‘!), hatte eine gute Idee für einen ‚Ghostbusters‘ Film. Vor allem hatte er eine Idee für einen ‚Ghostbusters‘ Film, so Dan Aykroyd, der nicht die Welt kosten würde. Nicht die Welt bedeutet in diesem Fall weniger als 100 Millionen Dollar. Und genau so etwas brauchte Ghost Corps wohl ganz dringend nach dem Reboot-Flop, wenn sie von Columbia/Sony noch eine weitere Chance bekommen wollten. Und die bekamen sie. Naja und geschadet wird der Name Reitman auch nicht haben…

Die Dreharbeiten fanden an 68 Tagen zwischen dem 12. Juli und 18. Oktober 2019 statt. Alle lebenden Darsteller der alten Filme, mit Ausnahme von Rick Moranis, werden erneut Auftritte haben. Ob es sich wieder um komplett im Sitzen gedrehte Cameos handeln wird, oder etwas mehr dahinter steckt, wird sich erweisen müssen. Im Dezember 2019 erschien ein Trailer.

Und dieser Trailer macht mich vorsichtig optimistisch. Ich erkenne natürlich, was er ist. Geballte Sentimentalität, mit dem Ziel mir voll in die Nostalgie zu boxen. Das Casting von ‚Stranger Things‘ Finn Wolfhard ist schon fast ein wenig zu offensichtlich. Das Venkman Zitat allzu wohlplaziert. Und dennoch, hier sind die Gründe warum mir der Trailer gefällt:

Der beste Weg um mit Harold Ramis Tod umzugehen. Egon ist tot. Das macht der Trailer ganz klar. Ich hatte wirklich Angst, Ramis würde der ‚Rogue One‘ Peter Cushing Behandlung unterzogen und was ich von der halte, habe ich ja schon das eine oder andere Mal deutlich gemacht. Interessant ist, das der etwa 15jährige Charakter Wolfhards sein Enkel sein soll. Wenn Egon kurz nach ‚Ghostbusters II‘, also 1990, dessen Mutter oder Vater gezeugt hat (ich nehme mal stark an, nicht mit dem Schleim, dem einzigen „Charakter“ der beiden Filme, mit dem Egon bestätigten Verkehr hatte), dann hätte sein Kind  Wolfhards Charakter mit 15 bekommen müssen… Womöglich war Egon auch vor dem ersten Film verheiratet und hatte Kinder und seine Frau hat einfach seine Schimmelsammlung nicht mehr ertragen und sich scheiden lassen. Mehr als möglich. Oder, aber das ist unwahrscheinlich, ich denke einfach zu viel darüber nach.

Der Film fühlt sich nicht im Geringsten nach ‚Ghostbusters‘ an! Und das soll gut sein? Ehrlich gesagt ja. Wir haben jetzt zwei Versuche gesehen, die Formel des ersten Film nachzukochen und zweimal ist das nicht wirklich gelungen. Da ist es nur vernünftig einen gänzlich anderen Ansatz zu versuchen, wenn man denn unbedingt noch ein Sequel produzieren will. Die ersten beiden ‚Ghostbusters‘ Filme lebten sehr von ihrer sehr mächtigen Location: New York in den 80ern. Und arbeiteten mit Kameraleuten, die genau wussten, wie sie diesen Ort in Szene setzen können. Sowohl László Kovács als auch der kürzlich verstorbene Michael Chapman hatten da allerlei Erfahrung drin, nicht zuletzt aus Kollaborationen mit Martin Scorsese. Jason Reitman arbeitet für diesen Film mit seinem Langzeit-Kameramann Eric Steelberg, der genau weiß wie man Vororte und Kleinstädte inszeniert und hier quasi alles mit einem goldenen Sonnenlichtschimmer unterlegt, was von der schneematschigen Schmierigkeit eines New Yorks der 80er kaum weiter weg sein könnte. Ein wenig mehr beunruhigt mich hingegen die Tatsache, dass im Trailer mal so gar nichts lustig war. Naja, wir werden sehen.

Der Trailer wirft natürlich mehr Happen für ‚Ghostbusters‘-Nostalgiker aus, als Martin Brody Fleischbrocken für Haie. Es gibt aber Hinweise, dass der Film direkt an den ersten Film anschließt. So sehen wir ein Schild für die Shandor Mine. Man darf also annehmen, dass Ivo Shandor hier die ungewöhnlichen Materialien für seinen Hochhausbau in New York abgebaut hat. Ich spekuliere mal ein bisschen und vermute, Egon ahnte, dass Shandor hier eine Art Hintertür für Gozer geschaffen hat und ist deshalb aufs Land gezogen, um ein Auge darauf zu haben. Da wir eine vielsagende Klaue sehen, können wir, ex ungue terrordogem, wohl darauf schließen, dass er Recht hatte. Außerdem sehen wir einen älteren Mann in einem Hardware Store mit einer ganzen Wand voll Schlüssel. Keymaster? Ich hoffe und erwarte allerdings, dass uns ein gigantisches CGI-Finale erspart wird. Zumindest gibt es nichts in Jason Reitmans Filmografie, das sowas erwarten ließe. Auch ist ziemlich eindeutig, dass das Herz des Films die Spenglersche Familie und ihre Beziehungen sind. Dabei fällt mir übrigens auch auf, dass es sich um das Ecto-1 handelt, dass die Jugendlichen finden, nicht das Ecto-1A. Ist das eine dieser späten Fortsetzungen, bei der nur der erste Film zählt? Wird man sehen. Und Egon hat eine Feuerwehrstange (und sie funktioniert noch!), die zu einem unterirdischen Labor (und seiner Sammlung  „spores, molds and fungus“) führt? Und Slimer(?) wird gejagt. Und ein symmetrischer Bücherstapel! Und…

Aber genug der Spekulation und des Trailer-Guckens. Ich freue mich, dass ich diese Historie mit einem Blick in die Zukunft beenden kann. Der Ritt ist nicht vorbei, der Geist noch nicht gefangen. Vielleicht erweist sich dieser günstigere Film als genau der richtige Schritt, wie nebenan bei Universal der günstige ‚Der Unsichtbare‘ zeigt, dass es auch ohne „Cinematic Universe“ Pläne gute Filme geben kann. Womöglich sogar bessere. Ich bin gespannt und Ihr werdet hier über den Film lesen, sobald er erschienen ist.

‚Ghostbusters‘-Geschichte Teil 7: „We just gave a ghost a nuke. We should probably run!“

Fortsetzung zu Teil 6

Über die Entstehung des Reboots weiß ich nicht nur grundsätzlich deutlich weniger als über die der anderen Filme, man findet auch weniger drüber. Was nicht zuletzt am finanziellen Fehlschlag liegt. Dennoch, schauen wir mal, was wir so zusammenbekommen.

Die Idee Paul Feig einen ‚Ghostbusters‘-Film inszenieren zu lassen stand spätestens im August 2014 und damit nur wenige Monate nach dem Tod von Harold Ramis. Feigs Vorschlag eines Reboots mit weiblicher Besetzung bestand wohl schon seit 2012, doch da trug sich Sony noch mit der Idee einer Fortsetzung, die jedoch durch Bill Murrays strikte Weigerung und schließlich Ramis Tod unmöglich wurde. Irgendwann im späten 2014 kam Melissa McCarthy als erste Darstellerin an Bord. Für den Rest der Hauptdarstellerinnen bediente man sich beim Fernseh-Comedy Urgestein Saturday Night Live, ähnlich wie beim ersten Film, wo Aykroyd und Murray auch ihre Anfänge dort hatten. Das ehemalige SNL Mitglied Kristen Wiig, sowie die aktiven Castmitglieder Leslie Jones und Kate McKinnon kamen ins Projekt.

Doch wenn wir über das Casting sprechen, dann brennt natürlich vor allem eine Frage auf der Zunge: wie zur Hölle hat man Bill Murray zu einem ausgedehnten Cameo-Auftritt überredet? Als Antwort gibt es zum einen, was Murray dazu gesagt hat und zum anderen was ich vermute. Beides widerspricht sich nicht, von daher erlaube ich mir zu spekulieren. Murray sagt er hat es als Freundschaftsdienst für McCarthy und McKinnon getan. Auch betonte er erneut, dass seine Ablehnung von Projekten nichts mit seinen Kollegen zu tun hatte, sondern immer nur mit Columbia/Sony und seiner Ablehnung von Sequels. Ich persönlich vermute Murray hatte die stille Hoffnung, wenn der Film ein Erfolg würde, hätte er endlich Ruhe vor der Frage, ob er wieder Peter Venkman spielen wolle. Vermutlich deshalb fliegt sein neuer Charakter im Film auch aus dem Fenster. Um die Möglichkeit seiner Rückkehr für ein mögliches Sequel direkt auszuschließen. Aber das ist, wie gesagt, pure Spekulation. Auch alle anderen wesentlichen Darsteller der alten Filme absolvierten Cameo-Auftritte (was ich von denen halte, ist meiner Rezension des Films zu entnehmen). Der einzige, der ablehnte, war Rick Moranis, der seiner Schauspielpause treu blieb. 

Im März 2015, nach dem Rückkauf aller Rechte an ‚Ghostbusters‘ von Reitman und den Darstellern, gründete Sony „Ghost Corps“ mit hochfliegenden Plänen für allerlei neue ‚Ghostbusters‘ Produktionen. Weil 2015 war stand selbstverständlich ein „Cinematic Universe“ auf dem Plan. Sprich ein Film um mindestens ein weiteres Team und entsprechende Crossover. Eine Zeichentrickserie, die im Jahr 2050 spielen sollte und mehrere Teams von Geisterjägern begleitete. Eine weitere Zeichentrickserie aus Sicht der Geister. Und irgendeine nicht näher benannte Produktion zum 35sten Geburtstag des Franchises 2019.

Im Juni 2015 begannen die Dreharbeiten am neuen Film. Gedreht wurde in New York und Massachusetts. Ein Problem dabei war, dass die Co-Vorsitzende von Sony, Amy Pascal, aufgrund von Bemerkungen über US-Präsident Obama, die im Zuge des Sony-Hacks ans Licht kamen, Anfang 2015 entlassen wurde. Ihr Nachfolger Tom Rothman teilte ihre Begeisterung für eine Neubelebung der ‚Ghostbusters‘-Marke deutlich weniger und kürzte das Budget des Films kurz vor Start um 15 Millionen auf 154 Millionen Dollar. Dan Aykroyd, der als Vorsitzender von Ghost Corps eine Produzentenrolle innehatte, bat Feig, nach eigenen Aussagen, mehrfach darum bestimmte Szenen zu drehen, die dieser aber als überflüssig ablehnte. Erst durch desaströse Testscreenings wurde deutlich, dass nachgearbeitet werden musste, was Nachdrehs genau der von Aykroyd verlangten Szenen nötig machte. Aykroyd gibt dafür aber nicht nur Feig die Schuld, er sagt, es war auch seine Unerfahrenheit als Produzent, die dafür gesorgt hat, dass er nicht mehr auf den Tisch gehauen hat.

Die Effekte waren zum größten Teil CGI, mit Versuchen auch praktische Effekte zu nutzen. Für „menschliche“ Geister wurde am Set mit Darstellern gearbeitet, die mit LEDs besetzte Kostüme trugen, um das Leuchten der Geister zu imitieren. Wo das nicht möglich war, wurde mit Drohnen als Referenzpunkt für die Geister gearbeitet. Slimer (jetzt mit Slimerine) und der Stay Puft Marshmallow Man als Paradenballon erhielten ebenfalls Cameoauftritte, die sogar, anders als die der Darsteller, für die Handlung marginal bedeutsam waren. Mein persönlicher Lieblingseffekt ist wenn der Timesquare quasi durch New Yorks Geschichte fliegt und sich die Häuser und Plakate ständig verändern.

Anfang März 2016 wurde der erste Trailer zum neuen ‚Ghostbusters‘ auf Youtube veröffentlicht. Zu annähernd vernichtenden Reaktionen. Bis heute hat der Trailer über 1 Million „dislikes“ gesammelt, gegenüber etwa 300.000 „likes“. Von Reboot-Müdigkeit, Nostalgie für den alten Film und Ärger über das „Gimmick-Casting“, verschob sich der Tenor der Kritik sehr schnell jedoch zu misogynen (und im Falle von Jones rassistischen) Angriffen auf die Darstellerinnen. Dies löste recht schnell eine Gegenreaktion aus, die jede Kritik an Trailer und Projekt als frauenfeindlich brandmarkte. Meine Meinung zu dem ausbrechenden „Shitstorm“ habe ich in „Fandom und ‚Ghostbusters‘ dargelegt. Problem war jedoch, dass quasi nicht mehr über den Film gesprochen wurde, sondern nur noch über den gigantischen Shitstorm. Feig nutzte die notwendigen Reshoots, um einige Szenen in den Film einzubauen, die direkt auf negative Kommentare im Internet eingingen. Ob das wohlüberlegt war ist fraglich, ich kann die Reaktion aber immerhin nachvollziehen.

Dabei stand im Hintergrund ein viel größeres Problem. Eines über das nie jemand zu reden scheint. Ob man für den Misserfolg des Films nun mit dem Finger auf Feig und seinen schlechten Film, Sony, die die Zugkraft der Marke gnadenlos überschätzten, oder doch lieber Internetrolle zeigen möchte, eine Tatsache darf nicht übersehen werden: der Film wurde im zweitwichtigsten Markt für Hollywood, in China, nicht aufgeführt. Sämtliche großen Verleihe lehnten ab, aus zwei Gründen. In China hat man ein anderes Verhältnis zur Idee von Geistern. Beim jährlichen Quinming-Fest etwa, werden den Vorfahren Essen und geliebte Gegenstände ans Grab gebracht, Totengeld für sie verbrannt, auf das sie ihren Nachfahren wohlgesonnen bleiben. Die Idee Geister zu fangen, oder wie im neuen Film gar zu zerstören, käme hier unverständlich wenn nicht geschmacklos an. Daraus resultiert denn auch der zweite Punkt, dass in China kaum jemand die alten Filme kennt. Die Marke dort also keinerlei Zugkraft hat. So lief der Film in einer Handvoll Kinos in Hongkong, ansonsten gar nicht.

Natürlich ist es dennoch peinlich, wenn sich ein Paul Feig hinstellt und verkündet „ein Film wie dieser“ müsse mindestens eine halbe Milliarde Dollar einspielen und der Film dann mit ach und krach 230 Millionen einspielt. Dank Hollywoodbuchhaltung und Werbung hätte es übrigens 300 Millionen gebraucht, um verlustfrei für Sony zu bleiben. Es bleibt aber der Verdacht, dass niemand bei Sony mal ein Telefon zur Hand genommen hat, irgendwen in China angerufen und gefragt, was man dort eigentlich so von ‚Ghostbusters‘ hält. Und das ist nicht allein Feigs Schuld, das ist ein allgemeines Versagen.

Schuldlos an allem und weit besser als ihr Ruf ist die Arbeit der vier Hauptdarstellerinnen und Chris Hemsworth als nicht eben kluger Vorzimmermann Kevin. Es ist schade, dass diese Leistungen im Gemecker und Geschrei um den Film quasi vollkommen untergegangen sind. Ja, es wird etwas zu viel improvisiert, ja die Massentanzszene ist idiotisch (und selbst im Film nur dazu da Zeit zu füllen), nein, der Wonton Running Gag funktioniert nicht (herrje, ich habe erst beim zweiten Ansehen gemerkt, dass das ein Running Gag sein soll), aber es sind die Darsteller, die mich irgendwie bei der Sache halten. Und eine gute Darstellung in einem mittelmäßig-schlechten Film ist fast beeindruckender als in einem guten.

Im Laufe von 2016 wurde dann deutlich, dass es ein Sequel zu dem Film nicht geben würde. Geschweige denn ein Cinematic Universe. Überhaupt wurde offenbar der Status von ‚Ghostbusters‘ und Ghost Corps intern komplett neu bewertet. Die geplanten Serien lösten sich in Luft auf, ebenso das 35-Jahr-Special. Damit sind wir aber natürlich immer noch nicht in der Gegenwart angekommen. Denn wäre 2020 nicht eines der größten Scheißjahre überhaupt, hätten wir diesen Sommer ja einen neuen ‚Ghostbusters‘-Film im Kino sehen können. Jetzt halt nächstes Jahr. Wie es dazu gekommen ist und ein kurzer Blick in die Zukunft erwartet uns im letzten Teil der gar nicht mehr so historischen ‚Ghostbusters‘-Geschichte.

The future is now, im letzten Teil

Die 5 Besten am Donnerstag: die 5 besten deutschen Darstellerinnen

Willkommen bei den 5 Besten am Donnerstag. Heute fragt uns Gina nach unsere 5 liebsten deutschen Darstellerinnen. Wie schon letzte Woche, bei den Darstellern, habe ich mir die unausgesprochene Regel auferlegte, dass die Darstellerin, wenigstens das erste Mal, als ich was mit ihr gesehen habe, noch am Leben gewesen sein muss, um die Auswahl etwas einzugrenzen. Legen wir los!

5. Sibel Kekilli

Machmal braucht es nur eine Darstellung einen Film, um in so einer Liste aufzutauchen. Und ‚Gegen die Wand‘ ist so ein Film und Kekillis Darstellung eine solche. Als aktiver ‚Game of Thrones‘ und ‚Tatort‘ Nichtschauer habe ich sie allerdings in den letzten Jahren etwas aus den Augen verloren.

4. Franka Potente

Auch ‚Lola Rennt‘ könnte so ein Film sein, der einem quasi automatisch einen Platz auf so einer Liste sichert. Aber potente liefert immer gute Arbeit hat und hat sogar einen ansehnlichen Sprung nach Hollywood geschafft. Sie ist niemand derentwegen ich in einen Film rennen würde, aber ich bin immer froh sie zu sehen.

3. Diane Kruger

Hätte man mir vor etwa 10 Jahren erzählt, ich würde Kruger auf so eine Liste setzen, hätte ich vermutlich gelacht. Ihre Darstellung der Helena in Troja etwa war hölzerner als die CGI-Schiffsrümpfe. Aber in den letzten Jahren hat sie sich immer mehr gemacht und spätestens mit ihrer absoluten tour de force in ‚Aus dem Nichts‘ (huh, schon wieder Akin) an die Spitze der deutschen Schauspielerinnenschaft gearbeitet.

2. Sandra Hüller

Zum ersten Mal im anti-Exorzismus-Film ‚Requiem‘ aufgefallen, überzeugt sie seitdem überall wo ich sie zu sehen bekomme. Das ist zugeben nicht oft aber immer erinnerungswürdig. Mit ‚Toni Erdmann‘ schaffte sie es dann auch zu internationaler Bekanntheit.

1. Marlene Dietrich

Zu meiner eigenen Überraschung erfüllt Marlene Dietrich meine obige Bedingung. Wenn es jemanden gibt, der mit dem Begriff „ikonisch“ höchstens unzureichend beschrieben ist, ist das wohl die Dietrich. Mit einer Karriere, die sich von den 1910ern bis zu den 1980ern zieht. Vom Stumm- bis weit in den Tonfilm. Arbeiten mit Sternberg, Lubitsch, Lang, Wilder, Hitchcock, Welles und einigen Leuten, deren Namen nicht in Lehrbüchern stehen, finden sich in ihrer Karriere. Aber auch abseits vom Film eine beeindruckende Persönlichkeit. Ihre antifaschistischen Aktivitäten, ihr Fonds mit Billy Wilder um Juden die Flucht aus Europa während des Zweiten Weltkriegs zu ermöglichen.

(außer Konkurrenz weil zu jung: Helena Zengel. Ihre Benni in ‚Systemsprenger‘ hat bei mir einigen Eindruck hinterlassen. Jetzt dreht sie einen Film mit Tom Hanks, muss also auch anderen so gegangen sein.)

(außer Konkurrenz weil Franko-Schweizerin: Ella Rumpf. ‚Raw‘ ist einer meiner liebsten Filme der letzten Jahre, nicht zuletzt wegen Rumpf. Auch in ‚Tiger Girl‘ hat sie mir sehr gut gefallen.)