Vorerst keine regelmäßigen Beiträge

Aus privaten Gründen wird es, wenn überhaupt, in der nächsten Zeit keine regelmäßigen Beiträge geben. Ich hoffe, dass sich das bald wieder ändert.

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‚All Is Lost‘ (2014)

Robert Redford hat inzwischen schon mehrfach verkündet, dass sein letzter Film auch sein letzter Film wäre und er in den Ruhestand geht. Zuletzt sagte er das über ‚Ein Gauner & Gentleman‘, danach tauchte er allerdings bereits wieder in ‚Avengers: Endgame‘ auf. Zum ersten Mal ließ er einen möglichen Ruhestand bei ‚All Is Lost‘ vermuten. Das ist nicht ganz überraschend, erhält der Film doch durch seinen Aufbau eine sehr persönliche Note und einen würdigen Karriereabschluss hätte er ebenfalls bedeutet.

Die Geschichte ist schnell erzählt. Irgendwo auf dem Indischen Ozean wird ein älterer Mann (Redford) auf seiner Segelyacht jäh aus dem Schlaf gerissen, als Wasser in die Kabine strömt. Der Segler ist mit einem auf See treibenden Frachtcontainer havariert. In mühevoller Arbeit gelingt es dem Mann sein Schiff vom Container zu befreien und das Leck zu flicken. Allerdings sind Kommunikations- und Navigationsgerät durch das eingedrungene Salzwasser zerstört. Bald droht ein aufziehender Sturm Schiff und Segler den Rest zu geben.

In der heutigen Zeit der Origin-Stories, wo jeder Charakterzug begründet sein will, ist es beinahe schon außergewöhnlich, mit wie wenigen Strichen Autor/Regisseur J.C. Chandor hier seinen Hauptcharakter skizziert, der nicht einmal einen Namen bekommt. Den Großteil seines Textes absolviert der Charakter in den ersten Minuten in einem kurzen Monolog, vermutlich ein Ausschnitt aus einer Nachricht, die er später schreibt. Dort wird deutlich, dass er sich für etwas schuldig fühlt. Er trägt einen Ehering, ist aber allein auf dem Schiff. Überhaupt unternimmt er als Spätsiebziger hier eine Reise, die gefährlich genug scheint, dass alles was passiert nicht völlig überraschend kommen kann.

Das muss als Information ausreichen, denn der Rest des Films lässt kaum Platz für Charakterentwicklung. Es ist ein Ein-Mann-Katastrophenfilm, der fast völlig im Moment funktioniert. Es ist ein unaufhörlicher Kampf gegen die Elemente (okay, ein Element im Speziellen). Der Charakter löst ein tödliches Problem, nur um von einer gleichgültigen Welt mit drei neuen, noch schlimmeren konfrontiert zu werden. Es ist eine geriatrische Version von ‚Gravity‘, die auf dem Meer statt im Weltall spielt (und auf George Clooney als Mut zusprechendem Buzz Lightyear-Verschnitt verzichtet). Alles Mitgefühl, das wir für die Figur empfinden entspringt daher weniger dem weitgehend undefinierten Charakter selbst, sondern dem Spiel Redfords. Und das sorgt dafür, dass die Grenzen zwischen Schauspiel und Wirklichkeit ein wenig verschwimmen.

Wie viel ist noch Schauspiel, wenn Redford bis zu den Schultern im Wasser steht und vor Anstrengung stöhnend versucht zu retten, was aus dem Schiffsrumpf zu retten ist, während seine Finger blau vor Kälte werden? Hat sich der alte Mann vor der Kamera (der laut den Filmemachern mehr seiner Wasserstunts selbst gemacht hat als ihnen lieb war) ähnlich übernommen wie der auf dem Schiff? Wie kann das sein? Das ist doch Bob Woodward, dessen scharfe Feder Nixon stürzen ließ. Johnny Hooker, dem immer noch ein Betrug einfiel. Etwas Wasser kann doch Jeremiah Johnson nicht umbringen! Himmel, Sundance Kid, Du bist alt geworden! Und ich bin mir sicher, auf genau solche Assoziationen legt der Film es auch voll an.

Ich könnte jetzt Vergleiche ziehen, etwa zu dem anderen One Man Show Film ‚No Turning Back‘, zu dem thematisch ähnlichen ‚Life of Pi‘ oder dem oben erwähnten ‚Gravity‘. ‚All Is Lost‘ wirkt aber grundlegend anders als irgendeiner dieser Filme, was tatsächlich weniger an den Bildern als am Ton liegt. Es ist beinahe ein Stummfilm, so wenig gesprochener Text kommt darin vor. Es ist für die Hörgewohnheit heutiger Filme ein bewusst anderes Sounddesign. Der Anfang wird definiert vom Knirschen der geborstenen Bordwand an der Ecke des Containers. Die kurze Zeit, wenn der Trip wieder in eine gute Richtung zu laufen scheint vom Schlagen der Wellen an den Rumpf und sanften Windgeräuschen. Wenn dann aber der Sturm zu heulen beginnt, der Rumpf knirscht, das Segel schlägt, dann brauchen wir gar keinen Dialog um zu wissen was los ist. Und falls wir es doch nicht verstehen genügt ein Blick in Redfords Gesicht.

Dieses exakte Sounddesign wird durch den Soundtrack von Alex Ebert nur unterstützt. Weitgehend Ambient mit wenigen erkennbaren Melodien, lässt er stets dem Sound den Vortritt. Ich wage zu bezweifeln, ob er abseits des Films in irgendeiner Weise funktioniert, aber im Film erfüllt er voll seine Funktion.

‚All Is Lost‘ ist ein faszinierender, kleiner Film mit einem faszinierenden, großen Darsteller, der hoffentlich noch viele „letzte Filme“ drehen wird. Ich vermute, dass ‚All Is Lost‘ um so besser funktioniert, je mehr Redford „Vorbildung“ man mit hineinbringt. Das wirklich Überraschende ist, dass J.C. Chandor, nach diesem gelungenen Film, die hochkonzentrierte Langeweile geschaffen hat, als die ich ‚A Most Violent Year‘ erlebt habe…

 

PS: ich möchte kurz auf die extreme Zurückhaltung hinweisen, die es erforderte auf spaßige(?) Überschriften wie „Der alte Mann und das Meer“, oder „Schiffbruch mit Container“, oder „Gravity: jetzt auch unter Wasser“ zu verzichten. Doch ich bin mir sicher, damit im Sinner aller gehandelt zu haben. Danke.

Die 5 Besten am Donnerstag: die 5 besten, weiblichen Schurken aus Serien

Willkommen zu den 5 Besten am Donnerstag. Letzte Woche hatte uns Gina nach den 5 besten, männlichen Schurken aus TV Serien gefragt. Man braucht wohl nicht die deduktiven Fähigkeiten eines Professor Moriarty, um darauf zu kommen, dass sie diese Woche die 5 besten, weiblichen Schurken aus TV Serien von uns wissen möchte. Legen wir also direkt los:

 

  1. Number Six aus ‚Battlestar Galactica‘

Um genau zu sein, die Version in Gaius Baltars Kopf. Von Tricia Helfer mit verführerischer Bedrohlichkeit gespielt, ist man sich als Zuschauer lange nicht einmal klar, was sie eigentlich ist. Eine Halluzination, Manifestation Baltars Schuld für die Auslöschung eines Großteils der Menschheit? Oder möglicherweise eine kybernetische Kontrollinstanz die genau diese Apokalypse ausgelöst hat? Am Ende ist sie mehr, sicherlich auch mehr als eine Schurkin, aber einen Platz auf dieser Liste verdient sie dennoch.

  1. Atia von den Julii aus ‚Rome‘

Julius Caesars Nichte, Mutter von Octavian und weitgehend moralbefreite, römische Matriarchin. Eine großartige Schurkin, nicht nur weil sie wunderbar überheblich und herablassend ist, sondern vor allem ihrer Fehler wegen. Sie ist clever, aber nicht so clever wie sie glaubt. Sie ist rücksichtslos, aber nicht so rücksichtslos wie sie gern wäre. Man sieht sie gern verlieren, nimmt es ihr aber sicher nicht übel, wenn sie mal gewinnt. Denn alle um sie herum sind mindestens genauso schlimm.

  1. Mom aus ‚Futurama‘

Diese Milliarden-schwere Unternehmerin ist exakt so clever wie sie glaubt und vermutlich noch etwas rücksichtsloser. Öffentlich gibt sie sich das Image der liebevollen Großmutter, in Wirklichkeit lässt sie den letzte Woche erwähnten Mr. Burns aussehen wie einen harmlosen Schuljungen!

  1. Felicia „Snoop“ Pearson aus ‚The Wire‘

Snoop und ihr Kollege Chris betreten das Pflaster Baltimores im Gefolge von Marlo Stanfield, einem Drogendealer, der irgendwie noch rücksichtsloser ist als die Barksdales. Und am Anfang von Staffel 4 kauft Snoop eine Nagelpistole. Bald werden leer stehende Häuser zu regelrechten Friedhöfen. Bei der Suche nach Snoops richtigem Namen habe ich gelesen, dass Stephen King sie als die furchterregendste Schurkin, die je in einer TV Serie aufgetaucht ist bezeichnet. Wer bin ich dem Meister des Horrors zu widersprechen.

  1. Judy/Jowday aus ‚Twin Peaks‘ (Staffel 3)

„I’m not gonna talk about Judy! In fact we’re not gonna talk about Judy at all! We are gonna leave her out of this.“

Newslichter Ausgabe 58: Fußball, Finsternis und Funko Pops

Willkommen zu Ausgabe 58 des Newslichters. Heute wird es, wie die Tage, ein wenig herbstlich und damit kürzer. Wahnsinnig viel Berichtenswertes ist mir diese Woche nämlich nicht begegnet. So werden wir auf die Jeremy Renner 2.0 App wohl noch eine Weile warten müssen. Dennoch, zwischen einer spannenden Adaption, einem fragwürdigen Spielzeugfilm und einem „was soll das denn werden?“ ist heute wieder einiges zusammengekommen. Legen wir also los!

 

Taik Waititi adaptiert ‚Next Goal Wins‘

https://www.empireonline.com/movies/news/michael-fassbender-taiki-waititi-next-goal-wins/

Laut meiner Suchfunktion (und die funktioniert offenbar besser als mein Hirn), habe ich hier noch nie über den brillanten Fußball-Dokumentarfilm ‚Next Goal Wins‘ geschrieben. Unfassbar, ist das doch mein Favorit zu dem Thema. Darin geht es um die damals „schlechteste Fußballnationalmannschaft der Welt“. Die von American Samoa nämlich. Nach einer brutalen 31-0 Niederlage gegen Australien, macht sich der Fußballverbund American Samoas auf die Suche nach einem Trainer, der die aus Amateuren bestehende Mannschaft aufmöbeln kann. Sie finden ihn im Niederländer Thomas Rongen, der allerdings schnell feststellt, dass seine üblichen Methoden hier nicht funktionieren. Am Ende lernt er ebenso viel von American Samoa, wie sie von ihm.
So gut ist der Film, dass ich normalerweise in Frage stellen würde, was eine Spielfilmadaption hier für einen Zugewinn bringen soll. Da hinter dieser Adaption allerdings Taika Waititi (‚What we do in the Shadows‘, ‚Wo die wilden Menschen jagen‘) steckt, gehe ich doch mit gewisser Spannung an die Sache heran. Dass Michael Fassbinder die Rolle des Thomas Rongen übernehmen soll, macht das Ganze sicher nicht weniger interessant.
Was auch immer draus werden sollte, bis dahin lege ich Euch ‚Next Goal Wins‘ ans Herz, ganz egal, ob Ihr Euch für Fußball interessiert oder nicht.

 

Paul Feig dreht ‚Dark Army‘ fürs „Dark Universe“?

https://deadline.com/2019/09/paul-feig-monster-movie-dark-army-universal-pictures-classic-monster-universe-1202732738/

Ach ja, Universals „Dark Universe“. Der verzweifelte Versuch ein cinematisches Universum a la Marvel zu entwickeln, basierend auf den klassischen universal-Monstern. Ob das jemals eine gute Idee war ist sicherlich mehr als fraglich, aber nach zwei Fehlstarts (‚Dracula Untold‘ und die Tom Cruise-‚Mummy‘) war das Projekt tot. Nun scheint sich aber doch wieder Leben im schaurigen Kadaver zu regen. Nicht nur ist ‚The Invisible Man‘ nach wie vor in Entwicklung (durch Blumhouse), wenn auch mit deutlich kleinerem Budget. Nein, nun wurde auch noch verkündet, dass Paul Feig (‚Bridesmaids‘, ‚Ghostbusters‘ (2016)) einen Film namens ‚Dark Army‘ drehen wird, der „irgendwas“ mit dem Dark Universe zu tun haben soll. Denn nichts Genaues weiß man nicht. Mit einem Titel wie ‚Dark Army‘ hätte ich vermutet, das sei die ‚Avengers‘ Variante dieses Universums, wo alle Monster in positiver oder negativer Weise aufeinander treffen. Aber das würde wohl wenig Sinn machen, wenn es die übrigen Monsterfilme gar nicht erst gegeben hat. Ein bei dem Titel zu befürchtendes Remake von ‚Armee der Finsternis‘ darf wohl ebenfalls ausgeschlossen werden, da es zumindest explizit hieß, dass klassische Universal-Monster in dem Film vorkämen. Und ich nehme mal an, Ash geht nicht als klassisches Monster durch. Ich habe keine Ahnung, was ich hiervon erwarten soll, aber mich würde einfach mal eine gute Nachricht aus dem Dark Universe erfreuen. Naja, die Hoffnung stirbt zuletzt. Und dann wird sie von einem irren Wissenschaftler mittels Blitzschlag wiederbelebt…

 

Funko Pop Film

https://screenrant.com/funko-animated-movie-warner-bros/

Kennt Ihr Funko Pops? Diese Plastik Sammelfiguren zu beinahe jedem halbwegs erfolgreichen Franchise? Sie zeichnen sich durch kleine Körper und große Quadratschädel aus. Und wenn die Charaktere keine sehr wiedererkennbaren Kostüme haben, kann zumindest ich kaum entziffern, wen sie darstellen sollen. Ich bin mal so ehrlich und sage direkt, dass ich Probleme damit habe, in diesen Dingern irgendwas anderes als zukünftigen Plastikmüll zu sehen. Das kann aber durchaus daran liegen, dass ich alt und griesgrämig werde.

Wie dem auch sei, jetzt bekommen die Funko Pops einen eigenen Film. Denn der ‚LEGO Movie‘ war erfolgreich und da darf man nicht zurückstehen. Oh sicher, der Playmobil Film wurde gerade von der Kritik verrissen und ging im Kino ziemlich unter, aber das bedeutet doch nicht, dass dasselbe für unsere [Marke hier einsetzen] passiert! Das scheint die Einstellung von allerlei Spielzeugherstellern zu sein, wenn es um Filmproduktion geht. Dabei ignorieren sie vollkommen, wie exakt die ‚LEGO Movie‘ Macher analysiert haben, was dieses Spielzeug ausmacht. Das man damit „nach Anleitung“ bauen kann und so tolle, beeindruckende Dinge schaffen kann, oder das man nach der eigenen Fantasie verrückte, alberne Dinge basteln kann. Und das dazwischen kein Konflikt herrschen muss, sondern beides wunderbar nebeneinander funktioniert. Was macht Funko Pop aus? Was für eine Geschichte kann man mit tausenden Popkulturfiguren mit großen Köpfen erzählen? Wer weiß, vielleicht gelingt es dem Film meinen Zynismus zu widerlegen. Ich bezweifle es, lasse mich aber gern eines Besseren belehren. Mal sehen wann ‚Bauklötze: der Film‘ kommt.

 

Und das war es auch schon für diese Woche. Wir sehen uns an dieser Stelle in sieben Tagen wieder!

Ist der wirklich sooo schlecht? ‚Aliens vs. Predator 2‘ (2007)

Ich mochte ‚Aliens vs. Predator‘ nicht wirklich. Dieser ganze „Ancient Alien“-Pyramide am Südpol Kram und die etwas zu heldenhaft gezeichneten Predatoren, die wenig mit dem kichernden Mistkerl, der sich am Ende vom Arnie-Film in die Luft jagt, zu tun hatten, plus ziemlich öde Action-Szenen, ließen ihn mir in keiner guten Erinnerung bleiben. Und so kam ich auf die einzig mögliche Weise in den Genuss von Teil 2: ich angelte ihn tief vom Grund einer Ramschkiste im örtlichen Elektro-Markt. Und die BluRay hielt exakt, was der Herkunftsort versprach: Bonusmaterial ist Fehlanzeige, ja es gibt nicht einmal ein Menü, Ton/Untertiteleinstellungen werden während des Films geändert. Wurscht, auf den Film der Brüder Strause kommt es schließlich an. Falls Euch die Namen Colin und Greg Strause etwas sagen, dann hat das vermutlich weniger mit ihrem filmemacherischen Erfolg zu tun. Denn die beiden betreiben vor allem ein Computer FX Studio. Als solches arbeiteten sie 2010 an den Effekten für den Sony Film ‚Battle: Los Angeles‘, indem L.A. von Aliens überfallen wird. Sony war wenig erfreut, als die Brüder Strause die zeitgleiche Veröffentlichung ihres eigenen „Aliens überfallen L.A.“ Films ‚Skyline‘ verkündeten. So wenig erfreut, dass sie die Brüder wegen des Verdachts verklagten, FX Gelder des Sony Films für ihr eigenes Projekt verwendet zu haben. Man einigte sich schließlich außergerichtlich. Daher kannte zumindest ich vor diesem Film (auch wenn der natürlich früher entstanden ist…) den Namen Strause. Und zu diesem Film wollen wir jetzt endlich mal kommen.

Der Film beginnt dort, wo der letzte aufgehört hat. Ein Chestburster platzt aus der Brust des Hauptpredators des ersten Films. Das daraus entstehende „Predalien“ (laut Wikipedia) macht sich eilig daran die Predatoren Crew zu ermorden und das Schiff direkt zurück auf die Erde stürzen zu lassen. Hier entkommt es mit einigen Facehuggern in den Wald nahe des Ortes Gunnison in Colorado. Schnell fallen den Facehuggern ein Vater und ein Sohn auf der Jagd, sowie einige Obdachlose zum Opfer. Das Predalien trägt nicht nur den breiten Klappkiefer und schnieke Dreadlocks seines ehemaligen Wirtes zur Schau, sondern ist auch in der Lage mit seinem „Kiefer im Kiefer“ Leute mit Aliens zu infizieren. Anders als ein Facehugger legt er dabei gleich mehrere Chestburster ab. Der Xenomorph-Nachwuchs ist also gesichert. Ein sterbender Predator konnte allerdings noch einen Notruf absetzen. Und so kommt ein erfahrener Predator auf die Erde, erstens um die Aliens zu jagen und zweitens um alle Spuren sowohl von Aliens als auch Predatoren zu beseitigen. Sein Name (der im Film nie genannt wird) ist denn auch Wolf, nach Harvey Keitels „Cleaner“-Charakter aus ‚Pulp Fiction‘. Tatsächlich entsorgt dieser Wolf Leichen mit Chestburster Loch in der Brust, tote Facehugger und später ganze Aliens sehr effektiv mit hochwirksamer Säure. Da er allerdings aus seiner Predator Haut nicht heraus kann, kommt er nicht umhin einen Hilfssheriff, den er umbringt, weil der ihn beobachtet hat, nicht einfach verschwinden zu lassen, sondern er hängt seine gehäutete Leiche in einen Baum. Weil das die Predatoren in ihren Filmen das halt auch so gemacht haben. Wenig überraschend sorgt das dafür, dass die Ermittlungswut des örtlichen Sheriffs Morales (John Ortiz) steigt, anstatt zu sinken. Wer hätte das gedacht? Überhaupt sollte ich wohl ein paar Worte über die öden, menschlichen Charaktere sagen.

Da wäre Ex-Knacki Dallas (Steven Pasquale), frisch aus dem gefängnis nach Hause zurückgekehrt. Aber der sieht gut aus und der Sheriff mag ihn, also wissen wir, dass der kein Schlechter ist. Sein minderjähriger Bruder Ricky (Johnny Lewis) muss sich mit Pizzaaustragen und Bullies herumschlagen, aber immerhin mag ihn die Schulschönheit Jesse (Kristen Hager). Ebenfalls zurück kehrt Kelly O’Brien (Reiko Aylesworth). Allerdings nicht aus dem Knast, sondern dem Krieg. Ihre kleine Tochter Molly steht ihr sehr entfremdet gegenüber. All das wird aber in jener Nacht egal, als die Aliens das örtliche Kraftwerk ausschalten und zu aberdutzenden aus der Kanalisation hervorbrechen. Damit beginnt für die Menschen von Gunnison ein Kampf ums überleben.

Filmisch versagt ‚Aliens vs. Predator 2‘ ehrlich gesagt beinahe in jeder Hinsicht. Der Film ist hässlich. Wirklich hässlich. Die Helligkeit wurde extrem herausgenommen, damit die meist finsteren und oft recht heftigen Action- und Horrorszenen nicht zu einer höheren Altersfreigabe führen. Das sorgt dafür, dass in hellen Szenen die Farben „falsch“ wirken und selbst vor Ort, etwa im Wald, gedrehte Szenen wie von einem billigen Set wirken. Und bei längeren Szenen im Dunkeln tun einem fast die Augen weh, so muss man sich anstrengen um etwas zu sehen.

Die Handlung beginnt quasi als Slasher (mit nem mörderischen Predator als Doktor Loomis-Ersatz) und wird zu einem Invasionsfilm. Viele Überraschungen bietet das nicht, ist aber völlig okay. Die Dialoge hingegen sind annähernd schmerzhaft. „You are too stupid to talk, Dale! So shut up!“ Ist da beinahe schon ein Satz, der einen Funken Selbsterkenntnis enthält. Die Charaktere sind absolut flache Abziehbildchen, verkörpert von Darstellern, die mit „mittelmäßig“ freundlich umschrieben würden. Ausnahme ist John Ortiz, der seinen Sheriff, der vom Drehbuch irgendwo zwischen der Nutzlosigkeit von ‚Aliens‘ Lt. Gorman und dem Bürgermeister aus ‚Der Weiße Hai‘ verortet wurde, mit erstaunlich viel Pathos ausstattet. Ironisch.

Und dann sind da die Anspielungen. Oh, die Anspielungen. Dallas heißt nicht nur einfach Dallas (wie Tom Skerritts Charakter in ‚Alien‘), nein er sagt auch noch wortwörtlich in einer Szene „Get to da Choppa!“ (im Gegensatz zu mir versucht er sich dabei wenigstens nicht an einer Arnie-Imitation!), natürlich wie Dutch in ‚Predator‘. Manches funktioniert aber auch, wie der kurze Blick auf die Predatoren Heimatwelt, von der ich gern mehr gesehen hätte.

Nach alledem ist der Film also sooo schlecht wie sein Ruf? Tja… Nö. Ich hatte ehrlich gesagt weit mehr Spaß mit diesem Film als mit seinem Vorgänger. Die Idee die beiden Weltraummonster in einer Umgebung agieren zu lassen, die ansonsten irdischen Slashern vorbehalten ist, funktioniert für mich ganz erstaunlich gut. Die Kampfszenen zwischen Predator und Aliens (wenn man sie denn erkennen kann) haben ordentlich Wumms dahinter, vor allem weil Darsteller in Kostümen und nicht CGI-Monster verwendet werden. Die Szenen wenn das Predalien (ein erstaunlich doofes Wort) Patienten im Krankenhaus, hier vor allem eine werdende Mutter, infiziert, sind tatsächlich recht grausig (im positiven Sinne) inszeniert. Und wenn die Aliens das Kraftwerk überfallen, dann gelingen dem Film sogar recht beeindruckende Aufnahmen. Vor allem habe ich selten so gegrinst, wie wenn ein Alien durch eine Western-Saloon-Schwingtür kommt. Auch wenn sich daran direkt eine unnötige Anspielung auf die Küchenszene aus ‚Alien 3‘ anschließt…

Ein wenig zum Stillstand kommt der Film immer dann, wenn wir zu viel von den menschlichen Charakteren sehen. Eben auch wie bei einem Slasher. Aber irgendwann habe ich dann halt über die doofen Dialoge doch lachen müssen (‚Do you look at me, or the clock?“). Ich mag bekanntlich den Begriff „Guilty Pleasure“ nicht, denn wenn ich aus etwas Vergnügen ziehe und es niemandem schadet, dann fühle ich mich nicht „schuldig“. Der Einfachheit halber könnte man diesen Film für mich aber als genau solchen bezeichnen. Es ist ein bisschen so, als würde man einen Hamburger in einem heruntergekommenen Restaurant bestellen. Obwohl das Salatblatt nicht ganz frisch scheint und der extra bestellte Käse fehlt, schmeckt er deutlich besser als erwartet, wird aber nicht gerade zum neuen Lieblingsessen werden. Und ‚AvP2‘ ist wenigstens nicht so fettig, dass man nachts um 3 mit Sodbrennen aufwacht. Das ist doch auch was.

So, aus dieser verwirrenden Essensmetapher müsst Ihr nun selbst entschlüsseln, ob ich den Film empfehle oder nicht. So ganz sicher bin ich mir da nämlich selbst nicht.

Die 5 Besten am Donnerstag: die 5 besten, männlichen Schurken aus Serien

Willkommen bei den 5 Besten am Donnerstag. Diese Woche fragt uns Gina nach den 5 besten, männlichen Schurken aus Serien. Fraglos ein weites Feld, das es hier zu bestellen gilt. Ich habe mich zwar für 5 entschieden, bin mir aber sicher auf den anderen Listen jede Menge Schurken zu finden, die ich vergessen habe.

  1. Number 2 aus ‚The Prisoner‘

Natürlich steht Number 2 nur symbolisch für das perfide System des „Dorfes“. Jenen Ort an den ehemalige Spione gegen ihren Willen verbracht werden, um „Informationen“ aus ihnen herauszuholen. Aber auch Number 2 ist stets nur ein kleines Rad im Getriebe und sobald die neue Number 2 am Widerstand von Number 6 gescheitert ist, wird sie ersetzt. So wird Number 2 in keiner (okay, kaum einer) Folge vom selben Darsteller gespielt. Diese Beliebigkeit und Austauschbarkeit macht die Figur aber nur umso effektiver.

  1. Charles Montgomery „Monty“ Burns aus ‚Die Simpsons‘

Wie immer, wenn ich über die Simpsons schreibe, meine ich die Staffeln der 90er. Als die Serie ihre gelben Finger am Puls der Zeit hatte und noch keine lebende Leiche war. Und da war Mr. Burns, neben Sideshow Bob (aber ein Bob ist schon auf meiner Liste), am ehesten, was man einen Schurken nennen könnte. Dank geradezu perversem Reichtum und der stetigen Unterwürfigkeit von Speichellecker Smithers, war Burns fast vollständig der Realität der Welt entrückt, existierte in seiner eigenen Welt, die irgendwann im frühen 20ten Jhdt. endete. Und konnte sich nie Homers Namen merken. Buuh-urns!

  1. Al Swearengen aus ‚Deadwood‘

Swearengen wurde zwar ab Mitte der zweiten Staffel nach und nach von Cy Tolliver und später natürlich Hearst als Schurke abgelöst und wurde mehr zur grauen, manchmal fast heldenhaften Figur. Allerdings ist es für mich immer seine absolute Rücksichtslosigkeit der ersten Staffel an die ich mich erinnere, wenn ich an Deadwood denke.

  1. Killer BOB aus ‚Twin Peaks‘

Einer der größten Schurken der Fernsehgeschichte entstand beinahe aus Zufall. Weil sich Requisiteur Frank Silva während einer Aufnahme in einer Scheibe gespiegelt hat und David Lynch beim abendlichen Schnitt einen ordentlichen Schreck versetzte. Eine passendere Geburt kann es für ein interdimensionales Böses wohl kaum geben.

  1. Tony Soprano aus ‚Die Sopranos‘

Hey, nur weil er der Protagonist ist, heißt nicht, das er nicht der Schurke des Stücks ist. Bei Tony ist es wohl einfacher über die Verbrechen nachzudenken, die er nicht begangen hat. All die Leben die er im Laufe der Serie ausgelöscht oder zerstört hat bekommt wohl kaum noch jemand zusammen. Doch dank des brillanten Spiels von James Gandolfini konnte man sich des Charismas dieser Figur nie ganz entziehen.

Newslichter Ausgabe 57: Ned Kelly, Jeremy Renner und Tank Girl

Willkommen bei Ausgabe 57 des Newslichters. Mein Gott, waren diese Woche viele Clowns in den Nachrichten. Der Hobby-Polit-Satiriker kichert nun leise und fragt „ist das denn sonst anders?“, wir ignorieren diese Frage aber mal ganz aggressiv und wissen natürlich, dass ich über ‚ES Kapitel II‘ und den ‚Joker‘ spreche. Beide kommen im heutigen Newslichter nicht vor. Dafür aber mindestens ein Witz, der doof genug ist, dass die meisten Clowns wohl so zornesrot würden, dass es durch das Makeup glüht. Nun kann keiner von Euch mehr sagen, Ihr wäret nicht vorgewarnt worden. Legen wir also los!

 

‚True History oft he Kelly Gang‘ von Justin Kurzel

https://deadline.com/2019/09/true-history-of-the-kelly-gang-director-justin-kurzel-interview-toronto-film-festival-1202710763/

Manch einer erinnert sich vielleicht noch an meinen Artikel über den ersten Langfilm der Welt. Der kam aus Australien und handelte vom Mythos des Bushrangers Ned Kelly. Das führte zu umfangreichen Verboten, die eine aufkommende australische Filmkultur direkt wieder im Keim erstickten. Seitdem gab es einige weitere Verfilmungen des Kelly-Stoffes. Und wer durch meinen Artikel Lust darauf bekommen hat diese australische Robin Hood Figur auf der Leinwand zu sehen, hat jetzt Gelegenheit dazu. ‚True History Of The Kelly Gang‘ stammt ebenfalls wieder aus Australien. Regie führte Justin Kurzel, der mich mit seiner ‚Macbeth‘ Verfilmung voll überzeugt hat. Natürlich hat er danach ‚Assassins Creed‘ gedreht… das ist wohl auch der Grund, warum er jetzt wieder in Australien und nicht in Hollywood dreht. Aber hoffen wir das Beste. Das verlinkte Interview klingt nicht danach, als wäre Kurzel vornehmlich an historischer Genauigkeit interessiert, er adaptiert hier einen Roman von Peter Carey, sondern mehr an der Untersuchung der Legende Ned Kellys. War er ein Held oder ein Ganove? Wie viel hat die eigentliche Person mit der Legende zu tun? Das klingt, zumindest für mich, nach einem faszinierenden Ansatz.

 

Jeremy Renner musste seine App schließen

https://screenrant.com/jeremy-renner-app-shut-down-trolling/

Ja, in dieser Überschrift sind einige erstaunliche Informationen versteckt. Nicht nur, dass Jeremy Renner eine eigene App hat(te), sondern auch, dass diese geschlossen wurde. Und das wegen böser Internettrolle. Dabei klingt die App wahnwitzig sinnvoll. Man konnte die neuesten Jeremy Renner-Bilder ansehen, Jeremy Renner-Videos schauen und natürlich hochaktuelle Jeremy Renner-News als erster lesen. So weit so Jeremy Renner (Hawkeye (der Typ mit Pfeil und Bogen) aus ‚Avengers‘, für Leute, die ihre Informationen nicht direkt aus der App bezogen haben). Aber wo der Jeremy nun wirklich zu rennen anfing war wohl in der Chatfunktion der App. Dort bestand nämlich ein Problem, das einzigartig für diese App sein dürfte: zu viele Leute haben sich als Jeremy Renner ausgegeben, ohne dabei Jeremy Renner zu sein. Und ebenso wie Rudi Völler, gibt’s halt nur einen Reremy Jenner! Und so war das Ende der App des Typen, der Hänsel in ‚Hänsel & Gretel: Hexenjäger‘ gespielt hat, besiegelt. Ein Jeremy Renner-förmiges Loch im Appstore ist alles was bleibt. Hoffen wir, dass die Jeremy Renner App bald verbessert zurückkehrt. Mit Jeremy Renner Authentifizierungsfunktion zum Beispiel. Bis dahin übernehme ich mal den Job der App. Wusstet Ihr, dass Jeremy Renner dieses Jahr eine Gesangskarriere unter dem Namen Jeremy Renner gestartet hat? In Zusammenarbeit mit einer Werbekampagne für Jeep? Japp, genauso hab ich auch geguckt.

 

Ben Wheatley dreht ‚Tomb Raider‘ Sequel

https://deadline.com/2019/09/tomb-raider-sequel-ben-wheatley-director-alicia-vikander-lara-croft-mgm-march-19-2021-release-1202710550/

Nun ist Ben Wheatley (‚Kill List‘, A Field in England‘, ‚Free Fire‘) auch unter die Franchise-Regisseure gegangen. Er dreht die Fortsetzung zum ‚Tomb Raider‘ Film mit Alicia Vikander. Ich könnte jetzt spekulieren, wie viel von seinem typischen Stil bei diesem Film übrig bleibt, aber ich freue mich einfach mal für ihn, dass er nach diesem Film vermutlich ein Haus oder zwei mit seiner Gage wird kaufen können, anders als mit seinen bisherigen Filmen. Außerdem bin ich gespannt, wie er seine Stammdarsteller wie Alice Lowe (‚Prevenge‘) oder Michael Smiley in den Film schmuggelt. Und natürlich schreibt seine Frau wie üblich das Drehbuch. Und einen besseren Namen für eine ‚Tomb Raider‘-Autorin als Amy Jump kann es wohl kaum geben. Vielleicht noch, wenn sie mit Mary Shoot zusammenarbeiten würde. Hauptsache sie halten Karl-Heinz Nerviges-Kistenschieberätsel vom Buch fern… Nein, ich schäme mich nicht für diesen grottigen Witz!

 

‚Tank Girl‘ kommt wieder

https://screenrant.com/tank-girl-comics-movie-reboot-margot-robbie/

Erinnert Ihr Euch an ‚Tank Girl‘? Eine der zahllosen Postapokalypsen der 90er? Mit Lori Petty als Tank Girl? Malcolm McDowell als Bösewicht mit Hologramm-Kopf? Känguru-Supersoldaten (Ice-T spielte einen!)? Jedenfalls war es eine Comicverfilmung, bevor die Blaupause entwickelt war, wie Comicverfilmungen zu funktionieren hatten. Und das macht ihn irgendwie sympathisch, wenn auch nicht unbedingt gut. Wie auch immer, ‚Tank Girl‘ dürfte demnächst wiederkommen! Die Produktionsfirma von Margot Robbie hat die Rechte an dem Comicstoff gekauft. Damit ist wohl davon auszugehen, dass Robbie, wie in dem gelungenen und von ihr produzierten ‚I, Tonya‘, die Hauptrolle spielen wird. Vielleicht bekommt Lori Petty einen Cameo Auftritt. Ihr damaliger Co-Star Naomie Watts wohl eher nicht, die erwähnt in Interviews gern mal, dass ihr der 1995er Film peinlich sei (Wirklich Frau Watts, der ist Ihnen peinlich und nicht ‚Diana‘?).

 

Und das war es schon wieder für heute. Wir sehen uns nächste Woche wieder, selber Newslichter-Ort, selbe Newslichter-Zeit (vermutlich…)!