Lasst uns über Filme klönen: Warum Horror?

Teil 1: Theater, Mord und Politik

Im Herbst des Jahres 1962 schloss das Pariser „Théâtre du Grand Guignol“ seine Pforten. Das mit weniger als 300 Plätzen für Pariser Verhältnisse winzige Theater war 1897 gegründet worden. Ein Abend bestand aus einer Handvoll kurzer Vorstellungen. Waren anfangs vor allem derbe Komödien erfolgreich, zeigte sich schnell, dass sich das Publikum vor allem für die Horror-Stücke begeisterte. Grausamkeiten aller Art, Mord, Folter, Vergewaltigung, brutale Rache aber auch Krankheit und Krieg wurden dem Publikum hier in möglichst blutigem Detail präsentiert. Schauspielerin Paula Maxa schätzt, dass sie zwischen 1917 und 1930 etwa 10.000 mal auf mindestens 60 verschiedene Arten ermordet wurde1. Den Grund für das Anfang der 60er Jahre schwindende Interesse suchte Charles Nonon, der letzte Direktor des „Grand Guignol“, im 2. Weltkrieg und im Holocaust. Nichts könne diesen wahren Schrecken gleichkommen, meinte er. Da hat er sicherlich Recht. Doch da war noch etwas Anderes, etwas dem sein nicht sehr altes und nicht sehr ehrwürdiges Theater nichts entgegenzusetzen hatte. Der Unterhaltungsmoloch des 20ten Jahrhunderts hatte zu ihm aufgeschlossen: der Film. Auch die Filmemacher, ebenso wie das Publikum hatten die unfassbaren Schrecken des Krieges gesehen, hatten gesehen, was Menschen bereit sind einander anzutun. Nach einer Pietätsphase von 15 Jahren tauchten diese Schrecken nun im Film auf. Die Schreckgestalten wurden Menschen, wie Du und ich. ‚Psycho‘ (1960) aus den USA, ‚Peeping Tom‘ (1960) aus Großbritannien, ‚Les Yeux sans Visage‘ (1960) aus Frankreich oder ‚Onibaba‘ (1964) aus Japan. Die Täter waren Menschen, wie die Opfer und die Taten erreichten eine neue Qualität blutiger Grausamkeit, z.B. in ‚Blood Feast‘ (1963), der allgemein als erster Splatterfilm gilt. Diese Filme schienen förmlich hervorzubrechen, der Zeitgeist nach ihnen zu verlangen. Es war eine kleine Revolution im Horrorfilm und nicht die erste.

Der früheste Horror im Film war Ausdrucksmittel für die deutschen und skandinavischen Expressionisten. Er schöpfte seine Inspiration aus der Begeisterung für alles Okkulte, die in den 10er und 20er Jahren in Europa vorherrschte. ‚Der Golem‘ (1915) oder ‚Nosferatu‘ (1922) sind gute Beispiele. In den 30er Jahren übernahmen dann die USA das Zepter, das Okkulte wurde mit „Wissenschaft“ angereichert und kristallisierte bald in den noch heute bekannten Monsterfranchises, wie ‚Dracula‘, ‚Frankenstein‘ oder ‚Der Unsichtbare‘. Durch ihre Formelhaftigkeit wurden diese Monster aber bald schon zu Witzfiguren, traten in den späten 40er Jahren mit dem Komiker-Duo Abott und Costello auf. In den 50er Jahren kam der Schrecken aus dem Weltraum, in Form von außerirdischen Invasoren, eine deutliche Metapher für die Angst des Westens vor der Sowjetunion. ‚War of The Worlds‘ (1953) oder ‚Der Blob‘ (1958) zum Beispiel. Eine andere Quelle der Angst war eine außer Kontrolle geratene (Atom) Wissenschaft, die mutierte Menschen oder riesige Tiere hervorbringt. ‚Godzilla‘ (1954) oder ‚Tarantula!‘ (1955) als Beispiele.

In den 60ern kamen dann die bereits eingangs erwähnten menschlichen Mörder. Daneben erlebten aber auch die klassischen Monster wie ‚Dracula‘ und klassischer, gotischer Horror im Allgemeinen, eine Renaissance in den Händen der britischen Hammer Studios. Die 70er Jahre waren dann geprägt vom Konflikt zwischen konservativer und (vor allem jugendlicher) progressiver Politik. Eltern verstanden ihre Kinder nicht mehr, was sich in Filmen, wie ‚Der Exorzist‘ (1973) oder ‚Das Omen‘ (1976) widerspiegelt. Die politischen Fronten waren verhärtet, die jeweils andere Seite erschien, wie eine Horde hirnloser Schreihälse. So erlebte der Zombiefilm seinen ersten Höhepunkt, vor allem in George Romeros ‚… of the Dead‘ Filmen.

In den 80ern hielt dann, dank des Durchbruchs der VHS-Heimvideos, das Franchise Einzug in den Horror, wie man es seit den 40ern nicht gesehen hatte. Film um Film mussten erfolgreiche Reihen, wie ‚Freitag der 13.‘ oder ‚Nightmare on Elmstreet‘ dem scheinbar nimmersatten Publikum präsentieren. Das sorgte für eine typische Formelhaftigkeit dieser „Slasher“ Filme, die spätestens in den frühen 90ern beinahe jeder Zuschauer verstanden hatte. Da kam Wes Craven mit seinem cleveren Metakommentar ‚Scream‘ (1996) fast zu spät aber doch genau richtig. Wir konnten uns – mit dem Film – über alberne Klischees amüsieren, während wir gleichzeitig einen effektiven Horrorfilm erlebten. Und uns dann an Dutzenden Nachahmern deutlich weniger erfreuen. 1999 wiesen zwei junge Filmemacher mit minimalem Budget dann einen Weg in die Zukunft. ‚Blair Witch Project‘ etablierte die Begriffe „Found Footage“ und „virales Marketing“, die in den 00er Jahren sehr wichtig werden sollten.

Ebenfalls in den 00er Jahren beschlossen die USA, im Namen der „Verteidigung der westlichen Werte“, alle zivilisatorischen Werte über Bord zu werfen und Folter zu einem adäquaten Mittel der Kriegsführung zu machen. Die neue öffentliche Auseinandersetzung mit dieser barbarischen Praxis brachte eine ganze Reihe von Horror-Folterfilmen hervor, allen voran die ‚Saw‘ Serie, die oft unter dem herabwürdigenden Titel „torture porn“ zusammengefasst wurden. Die politischen Fronten verhärteten sich wieder und der Zombiefilm war zurück. Und heute? In den 10er Jahren des 21. Jahrhunderts? Da zeigt uns die beständige Flut an Information (und Desinformation) durch das Internet, wie wenig Kontrolle wir eigentlich über die Welt und unser Schicksal haben. Das kann zu existenziellen Ängsten oder dem Wunsch nach einer guten, alten Zeit, die es nie gab führen. Im Kino machen uns währenddessen Geister und Dämonen unser letztes, sicheres Refugium, unser Zuhause, streitig. In Filmen wie ‚Sinister‘ (2012) oder ‚The Conjuring‘ (2013).

Wozu dieser – notwendigerweise oberflächliche – Parforce-Ritt durch die Geschichte des Horrorfilms? Das hat doch nichts mit dem Warum, der Faszination von Horror zu tun. Das ist richtig, allerdings wollte ich bevor ich zum Warum komme klären, dass Horror ein beständiges Genre ist. Anders als der Western, das Musical oder der Fantasyfilm, die kommen und gehen ist Horror immer da. Er ist, wie gezeigt, natürlich dem Zeitgeist unterworfen aber die Faszination scheint allgegenwärtig. Wie Drama oder Komödie ist Horror beständig. Selbst in der Sowjetunion, wo Film der Belehrung und Erbauung dienen sollte und Horror politisch nicht erwünscht war gab es Versuche, wie z.B. ‚Wij‘ (1967) oder ‚Valerie – Eine Woche voller Wunder‘ (1970) aus der tschechoslowakischen Volksrepublik. Und das ist natürlich eine reine Reduktion auf den Film. Bezieht man Literatur und andere Kunst mit ein, wird umso deutlicher, dass der Horror ein menschliches Bedürfnis zu sein scheint. Nachdem das geklärt können wir uns nun dem Warum zuwenden.

 Teil 2: Teufel, Neugier und Adrenalin

Die Frage nach dem Warum ist ein Alleinstellungsmerkmal des Horrors unter den anderen großen Genres. Niemand würde jemand anderen Fragen, warum dieser gern Komödien schaut. Die Antwort „weil ich gern lache“ wäre zu offensichtlich. Das einzig vergleichbare Genre wäre die Tragödie. Warum etwas schauen, dass traurig oder ängstlich macht? Sind dies doch durchaus negative Emotionen. Beim Horror kann da schnell der Eindruck entstehen, es stünde eine sadistische Freude am gezeigten Leid der Opfer dahinter. Das kann ich natürlich nicht für jeden Horrorfreund ausschließen, möchte das aber in meinen folgenden Überlegungen nicht annehmen. Grundsätzlich gelten für eine gute Horrorgeschichte natürlich dieselben Grundsätze, wie für alle anderen. Charaktere, Immersion, Struktur, Katharsis, all das ist auch im Horror notwendig. Aber wir wollen uns ja seine Besonderheiten anschauen und dafür möchte ich einmal mich selbst, als einfach verfügbares Anschauungsbeispiel, nehmen und erklären, was mich am Horror fasziniert und dann versuchen allgemeingültigere Antworten daraus abzuleiten.

Meine erste Begegnung mit Horror war (so blöd es klingt) ‚E.T.‘. Ich war etwa 4 Jahre alt, als meine Eltern den Film mit mir im Fernsehen schauen wollten. Beim ersten Auftauchen des Außerirdischen sprang ich vom Sofa auf und rannte in blinder Flucht aus dem Wohnzimmer. So blind, dass ich den Griff der Zimmertür übersah und mir eine mächtige Beule am Kopf einfing. Die nächste Zeit verbrachte ich heulend unter dem Küchentisch. An all das kann ich mich kaum erinnern, es stammt aus Erzählungen meiner Eltern. Allerdings nehme ich an, dass es die Grundlage für die nächste Anekdote gelegt hat, an die ich mich sehr gut erinnere. 1 oder 2 Jahre später waren meine Eltern abends nicht da, mein Babysitter (sprich meine Oma) wohl schon im Bett. Im dunkeln schlich ich zum Fernseher und schaltete ihn an. Trieb mich eine Neugier, die aus dem ‚E.T.‘-Erlebnis resultierte? Ich begann die Kanäle durchzuzappen, als plötzlich das hier passierte:

Tja, Tim Curry in vollem ‚Legend‘-Make-Up ist für einen 5- oder 6Jährigen, allein im dunklen Wohnzimmer durchaus Horror. Allerdings folgte diesmal keine wilde Flucht. ich schaltete den Fernseher wieder ab und ging zurück ins Bett. Da war also etwas im Fernsehen hinter ‚Der Sendung mit der Maus‘ oder ‚Löwenzahn‘. Etwas offenbar Schreckliches. Aber auch etwas, das tiefe Neugier weckt. Das ich einige Jahre später, immer noch viel zu jung, bei einem Freund ‚Alien‘ auf VHS gesehen habe war sicherlich schon eher ein Symptom dieser Neugier, als ein Auslöser. Monster (und monströse Handlungen) stoßen einerseits ab, machen andererseits aber oft genug auch neugierig. Man möchte wissen, was dahintersteckt, was passiert ist, um das übliche Weltbild so aus den Fugen zu heben. Grusel der sich an Jüngere richtet, bedient diese Neugier immer sehr direkt. Sei es ‚Scooby Doo‘ oder ‚Die Drei Fragezeichen‘ (in Form der Bücher/Hörspiele), es ist sehr wichtig, dass das „Monster“ am Ende erklärt oder direkt demaskiert wird. Die Katharsis, der Triumph ist das Verstehen des Monströsen, die Befriedigung der Neugier. Auch bei Horrorfilmen für Erwachsene unterscheiden sich hier gute von hervorragenden Filmen. Sind die Antworten die der Film gibt gut, kreativ, nicht klischeehaft? Ist der Film weise genug manche Dinge direkt unbeantwortet zu lassen? Diese Fragen ziehen uns, ebenso wie eine gelungene Handlung, durch den Film. Sind die Antworten enttäuschend, spricht das nicht für den Film. Und die Neugier endet nicht auf dieser direkten Ebene. Jedes wirklich gute Filmmonster repräsentiert eine weit basischere Furcht. Bei meinem ersten Ansehen fand ich den Xenomorph aus ‚Alien‘ schrecklich, weil er nur aus Zähnen, Klauen, Stacheln und Widerhaken zu bestehen scheint und dann noch Säure als Blut hat. Bei späteren Ansichten fiel mir dann die beständige Penetrations-Symbolik auf und die phallischen Designs von H.R. Giger. Der Subtext von ‚Alien‘ ist sexuelle Gewalt. Die Tatsache, dass die einzig Überlebende eine Frau ist erhält plötzlich eine ganz neue Bedeutung, die Neugier hat zu neuen Deutungs-, zu neuen Erkenntnisebenen geführt, wofür sich der Horrorfilm ganz hervorragend anbietet.

Ist Neugier also die ganze Antwort? Ich denke nicht. Wenn das Ansehen eines Horrorfilms bedeutete, dass wir den Anblick scheußlicher Dinge nur akzeptieren, um unsere Neugier am Ende befriedigt zu sehen, dann wäre der oft erhobene Vorwurf ein Film sei „nicht unheimlich genug“ ja geradezu widersinnig. Wir akzeptieren das Furchtbare nicht, wir wollen es, wir erwarten es. Am besten sollte uns ein Horrorfilm in eben jenen Zustand versetzen, den ich als 4Jähriger beim Anblick von E.T. hatte. Das gelingt zwar nur selten (eine Szene aus David Lynchs ‚Mulholland Drive‘ war nahe dran, wer den Film gesehen hat weiß welche) ist aber das erklärte Ziel.

Ab einem gewissen Alter quälen uns keine Ängste vor Vampiren, Geistern und Hexen mehr. Wir sehen ein, dass eine Begegnung mit einem Kettensägen-schwingenden Mörder, mit einer Maske aus Menschenhaut zwar möglich aber weit unwahrscheinlicher ist, als vom Bus überfahren zu werden. Wenn wir in den finstersten Stunden der Nacht einmal wach liegen sollten, quält uns die widerwärtige Stimme in unserem Hinterkopf nicht mehr mit Fragen, was wohl unter dem Bett lauert, sondern mit weit perfideren Fragen, wie „hast Du alles was möglich war aus Deinem Leben gemacht?“. Die Ängste, die uns treiben werden diffus, sind nicht mehr greifbar. Zukunft, Vermögen, Gesundheit, Glück, Familie. Wünsche und Ängste liegen ganz nahe beieinander. Das sind keine Ängste, denen man mit einem Kampf- oder Fluchtreflex beikommen kann. Das sind Ängste, denen wir uns jeden Tag stellen aber am nächsten Tag sind sie immer noch da. Da kann der Wunsch nach einer einfachen, „greifbaren“ Angst aufkommen. Jenem plötzlichen Adrenalinschock, den unser Steinzeitvorfahr erlebt haben mochte, wenn er im hohen Gras einem Säbelzahntiger begegnete. Den Moment würden wir gerne nacherleben aber nach Möglichkeit ohne dabei Leib und Leben aufs Spiel zu setzen. Und da kommt der Horrorfilm genau richtig. Der Schrecken, dem sich der Protagonist dort stellt kann zwar durchaus abstrakt sein, doch kann er immer besiegt werden – oder am Ende selbst siegreich sein. Die Gefahr darf dabei nicht völlig irreal sein, wenn sie vollständig von unserem Leben und Erleben losgelöst ist kann sie nicht wirken. Zumindest auf metaphorischer Ebene sollte ein Horrorfilm etwas bieten, dass eine reale Angst in uns anspricht. Wenn ihm das gelingt wird er zu einer erstaunlichen Mischung, die kaum ein anderes Genre bietet. Er ist nicht nur fantastischer Eskapismus, er ist auch ein Stück weit eine Möglichkeit der Auseinandersetzung mit ganz basalen Ängsten, die uns beim Umgang mit den diffuseren Ängsten unserer täglichen Realität helfen kann.

Sicher ist jedenfalls, dass der Wunsch nach Horror, der Wunsch nach dem Erleben virtueller Ängste etwas zutiefst menschliches ist. Etwas, dass uns mit den Zuschauern des Grand Guignol verbindet, die, nach den im finsteren Theatersaal erlebten Schrecken, zurück in die lauten, lebendigen Gassen der Pigalle strömten. Und vielleicht auch mit unseren weiter entfernten Vorfahren, die im flackernden Feuerschein, irgendwo zwischen Träumen und Wachen, die Wandmalerei einer Begegnung mit dem Säbelzahntiger betrachteten. Und vielleicht gehört auch dazu, dass diese Ängste im hellen, skeptischen Licht der Rückschau, wie E.T. oder Currys Teufel, ein wenig albern wirken.

Schließen möchte ich mit einer Literaturempfehlung. Wer eine ebenso fundierte wie (teilweise erschreckend) ehrliche Antwort auf die Frage nach dem Warum des Horrors möchte, dem sei das Buch „House of Psychotic Women“ der Kanadierin Kier-La Janisse empfohlen. Das Buch ist eine autobiografische Ausführung ihres Lebens mit direkten  Bezügen zur Darstellung von „psychotischen“ Frauen im Horror- und Exploitation-Film. Etwa 1/3 Autobiografie und 2/3 umfassende Besprechung von Horrofilmen ist es durchgehend unterhaltsam geschrieben und hält sich bewusst von allzu akademischen Betrachtungen der Filme fern. Nicht nur hat Janisse ein bewegtes Leben geführt, sie weiß vermutlich auch mehr über Horrofilme als Ihr (sicherlich mehr als ich) und bietet hier eine ebenso ungewöhnliche wie spannende Perspektive auf das Thema.

Jetzt aber zum Wichtigsten: zu Euch. Findet Ihr Euch in  meinen Ideen zur Faszination von Horror wieder? Seht Ihr es ganz anders? Mögt Ihr überhaupt Horror? Gibt es Sub-Genres, die Ihr besonders oder gar nicht mögt? Woran liegt’s? Wollt Ihr eine Lanze brechen für Genres, die ich hier gar nicht erwähnt habe, wie den Giallo? Hattet Ihr auch Kindheits- oder sonstige Horrorerlebnisse mit Filmen, die eigentlich gar kein Horror sind? Habt ihr sonst etwas über Horror zu sagen? Tut Euch bitte keinen Zwang an, alle Kommentare, kurz oder lang, sind hochwillkommen, auch kritische!

Wer mag kann auch gerne noch über „Knarren und Gewalt m Film“ diskutieren!

 

1 http://www.grandguignol.com/nytmag.htm

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42 Gedanken zu “Lasst uns über Filme klönen: Warum Horror?

  1. „E.T.“ als Horror-Auslöser. Spannend! Ich wäre als 5-6-jähriger bei „Legende“ wohl gestorben. Mein Erweckungserlebnis kam erst mit 14 als ich einerseits „Alien“ in Ausschnitten gesehen hatte und kurz darauf noch „Das Schweigen der Lämmer“. Hat mich beides traumatisiert, wobei ich mit „Alien“ besser klargekommen bin.

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  2. Hi,

    obwohl mich das Thema Horrorfilme eigentlich mehr interessiert als das mit den Waffen, lädt der Artikel irgenwie weniger zum Klönen ein, als der erste Beitrag der Reihe. Allerdings kann ich dir nicht genau sagen, woran das liegt.
    Trotzdem habe ich auch dieses mal wieder ein paar Punkte, die ich gerne einbrigen möchte. 🙂

    „Sicher ist jedenfalls, dass der Wunsch nach Horror, der Wunsch nach dem Erleben virtueller Ängste etwas zutiefst menschliches ist.“
    Ich konnte deiner Herleitung dieser These durchaus folgen. Und doch gibt es in meinem engeren Bekanntenkreis in etwa genauso viele Menschen, die Horrorfilmen (egal wie gut sie auch sein mögen) überhaupt nichts abgewinnen können. Ganz so sicher finde diesen Wunsch dann also nicht.

    Der Frage warum Menschen eigentlich freiwillig Horrorfilme schauen und sich dabei im Kino übrigens überdurchschnittlich häufig daneben benehmen, bin ich übrigens auch schon mal mit einigen Kollegen nachgegangen. Dabei kam dieses kleine Gespräch heraus:
    https://magofilmtipps.wordpress.com/2015/09/20/0horrorfilme-ein-genre-fuer-die-geistig-schwachen/

    Ich persönlich mag Horrorfilme, kann aber mit den meisten „Torture Porn“, „Splatter“ oder sogar „Exploitationsfilme“ nichts anfangen. Allerdings würde ich „Saw“ da nicht dazu zählen, auch wenn dort wirklich einige ziemlich abartige Folterszenen zu sehen sind. „Hostel“ finde ich übrigens auf Grund seiner Sozialkritik (wenn man das so nennen möchte…) auch nicht übel.

    Ohne jetzt den Superchecker raushängen zu lassen, würde ich einfach mal behaupten, dass ich nicht sehr schreckhaft bin oder es schnell mit der Angst zu tun bekomme. Bei Filmen wie „The Conjuring“ oder „Die Frau in Schwarz“ habe ich mir trotzdem fast in die Hose gekackt. Und das nicht, weil man sich auf Grund von nervigen Jump-Scares ständig erschrickt. Es gibt einen großen Unterscheid zwischen „Erschrecken“ und „Gruseln“. Leider scheinen das viele Filmemacher und auch Fans mittlerweile vergessen zu haben oder zu verwechseln. In den genannten Beispielen ist es die gesamte Atmosphäre des Films, die einen frösteln lässt.

    In anderen Filmen ist es weniger die Atmosphäre als viel mehr die konkrete Angst vor etwas, die man selbst vielleicht mit den Figuen teilt und die einen Film X deshalb so intensiv erleben lässt. Home Invasion Filme wie zum Beispiel „The Strangers“ oder den meiner Meinung nach viel besseren „Them“ wären hierfür Beispiele. Letzteren habe ich übrigens auch schon mal vorgestellt.

    https://magofilmtipps.wordpress.com/2017/02/13/streng-geheime-filmtipps-folge-7/

    Zum Abschluss meines Kommentars werfe ich jetzt einfach mal ein paar Titel in den ring, die ich für sehr gute Horrorfilme halte. Vielleicht schafft es ja einer daraus ein paar allgemeingültige Qualitätsmerkmale abzuleiten 🙂

    Alien
    Sinister
    The Shining
    Misery
    Them
    Funny Games
    The Conjuring
    The Descent (wobei ich den zweiten Teil irgenwie besser fand…)
    It Follows (!)
    Saw

    Und der vielleicht sogar beste überhaupt:

    Der Babadook, zu dem ich schon seit längerem einen eigenen Artikel verfassen möchte. 🙂

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    • Hi Mago, danke für den ausführlichen Kommentar! Ich hoffe alle anderen, die sich auch weniger zum Klönen animiert fühlen nehmen sich an Dir ein Beispiel! 😉

      Naja, wenn Du „etwas ist menschlich“ auf das Individuum anwendest wird es schwierig. Ich halte es für absolut legitim z.B. zu sagen, dass Religion etwas zutieftst menschliches ist, auch wenn in meinem Bekanntenkreis wirklich religiöse Menschen eine Minderheit darstellen. Das bedürfnis ist nicht allegemeingültig aber doch im Laufe der Geschichte immer da.
      Das Gespräch auf Deiner Seite muss ich nochmal in Ruhe lesen. Aber warum sich so viele daneben benehmen? Ich würde denken, das ist ein Teenager Ding. Irgendwer will seinem Date oder seinen Kumpels beweisen, dass er der Macker schlechthin ist und ihm son dämlicher Horrorscheiß überhaupt keine Angst einjagen kann.
      Mit Torture Porn kann ich auch nix anfangen, wobei ich für mich zumindest den ersten Saw ausnehmen würde. Bis zu Hostel bin ich gar nicht mehr gekommen, bevor ich entschieden habe, dass ich das nicht brauche.
      Das mit Erschrecken auf der einen und echtem Horror auf der anderen Seite ist wahr. Es gibt nix Schlimmeres als Filme die sich nur auf ihre leise, leise, leise BUÄÄÄÄRGGHHAHA Jumpscares verlassen, bei denen man genauso gut zu einem lauten Ton ein Bild von Kermit einblenden könnte, da ohnehin nur der Schreckeffekt Wirkung zeigt (das soll nicht heißen, dass Jumpscares nicht durchaus sinnvoll und wirkunsvoll einsetzbar sind!).
      Charaktere und Atmosphäre sind fast immer das Wichtigste. Ich glaube Roger Ebert hat mal gesagt, dass es im Film nicht so sehr darauf ankommt was erzählt wird, das wie ist wichtig!
      Conjuring funktionierte für mich gar nicht, bei Sinister waren die Homevideos genial aber alles was sich um diesen Dämon drehte („Sie haben ein Baggabuh Problem“) ging gar nicht. Und ich fand Descent 1 und The Strangers besser. Bei It Follows und vor allem dem Babadook bin ich aber ganz bei Dir (und wenn dir der gefiel, gib unbedingt Under the Shadow ne Chance!).
      Klassiker-Ergänzungen von mir:
      Texas Chainsaw Massacre
      Wenn die Gondeln Trauer tragen
      Rosemarys Baby
      Re-Animator
      Return of the Living Dead
      The Others
      Fast alles von Carpenter
      jede Menge Hammer Kram

      okay, wer es schafft daraus gemeingültige Regeln abzulesen, dem dürfte ein Millionenvertrag in hollywood sicher sein! 🙂

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      • „Ich halte es für absolut legitim z.B. zu sagen, dass Religion etwas zutieftst menschliches ist, auch wenn in meinem Bekanntenkreis wirklich religiöse Menschen eine Minderheit darstellen.“
        Ich will jetzt keine Definitionsdiskussion führen. Aber ich glaube, dass auch unreligiöse Menschen (wie ich) an ETWAS glauben. Und das ist dann schon menschlich. Ich persönlich kenne kaum jemanden, der nicht an irgendetwas glaubt. Sei es an das Schicksal, die Vorsehung oder den magischen Dudschigodu aus der Wasserpfeife 🙂 Von daher ist meiner Meinug nach „Glauben“, im Gegensatz zum Wunch nach Horror auf jedem Fall grundlegend menschlich 🙂

        Carpenters „The Ward“ auch? 😉

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  3. Schöne Kategosierung der Geschichte des Horrorfilms, auch wenn einige Brocken aussen vorgelassen würden, wie z.B. Giallo, Kannibalen- Filme etc.
    Mein Trauma- Film??? Ich habe eigentlich keinen. Früh mit Evil Dead konfrontiert und nichts davon getragen. War aber auch früh Fan von John Sinclair. Dazu habe ich einen älteren Bruder, der keine Rücksicht auf mich genommen hat.
    Das größte Trauma hatte ich dann eher mit 2 Hörspiel- MCs:
    Larry Brent- Marotsch, der Vampir- Killer
    Die ??? Fragezeichen und der grüne Geist

    Und der BADABOCK ist mit IT FOLLOWS die beiden besten Horror- Filme der letzten Jahre.

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  4. Horrofilme, also. Ein Genre, das ich ebenso liebe, wie ich es zu hassen gelernt habe. Gefühlt sind mehr als 80% der erscheinenden Horrorfilme nichts anderes als schnell hingerotzter Müll, der mit ein Paar schrillen Sounds für Furcht und Schrecken sorgen will.

    Zunächst wundert es mich, das der Babadook hier so gut wegkommt, denn ich fand den einfach nur furchtbar und nicht gruselig. Die Mutter ging mir auf den Geist, das Kind hätte gerne nach Saw-III-Manier… aber egal. Das zeigt vielleicht nur, dass jeder Horror anders erlebt. Sei es aus Vorerfahrung im Leben oder im Film, oder aus ganz anderen Gründen, die man nicht so einfach erklären kann.

    Schöner Artikel jedenfalls und lädt auch wieder zum Klönen über den Inhalt ein. (Findet diese hervorragenden Artikel irgendjemand bei Google?)

    Bezüglich der Neugier, bei der du wohlwissend zwischen Kinder- und Erwachsenenmedien unterscheidest, empfinde ich für mich eine Auflösung in so gut wie allen Fällen dem Horror als abträglich.Ich möchte nicht wissen, was Michael Myers zu dem gemacht hat, was er ist (ach, Rob Zombie, warum nur…), ich wollte bei Jeepers Creepers kein Monster mit gewöhnungsbedürftiger Maske sehen, mich haben bei Saw die Hintergründe Jigsaws nicht interessiert. Sobald der Horror eine Erklärung angeheftet bekommt, dann verliert er (fast immer) sofort seinen Schrecken und das sogar rückblickend auf den Anfang des Filmes.
    Jüngstes Beispiel: Get Out. Die Auflösung war noch nichtmal schlecht (wenn auch übernommen aus einem Film, den ich hier nicht nennen werde), aber alle Figuren, die davor creepy und undurchschaubar waren, waren nurmehr (auch das Wort spare ich aus spoilergründen aus) – aber sie waren jedenfalls nicht mehr schrecklich, gruselig, monströs oder sonstwas.

    Das mag jetzt durchaus daran liegen, dass ich vor dem Unbekannten mehr Angst habe, als vor jeder visualisierten Bedrohung.sollte aber auch durch unsere Angst davor, durch den dunklen Wald zu laufen, erklärt werden können. Genau das, was wir eben nicht erklären können, macht uns Angst. Weswegen früher Horror anders funktioniert hat als heute. Monsterfilme wirken nicht mehr so sehr (obwohl sie trotzdem für weltlichen Horror Pate stehen), da man heutzutage darum weiß, dass es keine Monster und Unnatürliche Wesen gibt. Oder das zumindest annimmt.
    Also für mich persönlich darf es beim Horrorfilm keine weltliche Auflösung geben, damit er durchgehend funktioniert und seinen Schrecken verliert. Am besten auch kein Happy End. Denn es geht weniger darum, dass die Figuren den Horror überleben, es geht vielmehr darum, dass ich als Zuschauer den Horror (sprich: den Film) „überlebe“, also bis zum bitteren Ende aushalte. Danach kann ich den Fernseher ausmachen oder das Kino verlassen und habe im besten Fall zwar noch ein mulmiges Gefühl, aber weiß, dass ich es geschafft habe. Die Gefahr (die es heutzutage in der westlichen Welt so nicht mehr gibt) habe ich psychologisch erfahren und überstanden. Ohne Säbelzahntiger, Piraten, Kriege (bei uns in der EU), etc. hole ich mir den Horror auf die Leinwand.

    Das mit dem Subtext ist zwar interessant (Zombies = Konsumsucht), aber macht das einen Horrorfilm wirklich gruseliger? Man könnte jetzt sagen, dass es unterschwellig wirkt, oder wie bei Vertretern à la It Follows überschwellig, aber durch die mehr und mehr aufgeklärte Zeit finde ich Angstmacherei vor Geschlechtskrankheiten je nach Standort nicht mehr praktikabel. Das erste Mal (u.a. Freitag der 13.) verliert nach dem richtigen ersten Mal ebenfalls seinen Schrecken. Ich genieße Subtext wie bei Get Out, aber für mich schwingt dadurch nicht mehr Horror mit. (Bin übrigens auf die Horrorwelle gespannt, die sich um das Thema Flüchtlinge kümmert)

    Was mich persönlich umtreibt, ist die Frage, wie Horrorfilme funktionieren und bin auf diesem Gebiet ein Verfechter der Spannung im Vergleich zum (für mich billigen) Schockmoment.
    Musik bleibt aus, Kamera schwenkt um den Protagonisten herum. Plötzlich ein schriller Ton, von dem wir uns alleine schon erschrecken und irgendetwas taucht aus dem Nichts auf. Das ist in meinen Augen eine zu einfache Methode, gehört aber in die DIskussion, wie viel Filmmusik gebraucht wird, um Emotionen hervorzurufen. Ich halte es da mit Hanneke und sage: grundsätzlich keine.
    Jedenfalls gehört viel mehr dazu, eine wirklich spannende, bzw. gruselige Szene mit Suspense zu drehen, die nicht auf den einfachen Schocker aus ist. Das gibt es leider nur noch selten, was mich zusammen mit dem Verlust von Horror in unserer wirklichen Welt zu der Aussage mit den 80% brachten. Allerdings funktioniert Horror für jeden etwas anders.

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    • Danke für den Kommentar!
      Sturgeons Law, sprich „90% von allem ist Schrott“ hat zumindest im Horror sicherlich ihre Daseinsberechtigung. Aber, Mann, die übrigen 10% können schon verdammt gut sein. Wobei ich gerade mit den letzten Jahren sehr zufrieden bin. Babadook, It Follows, You’re Next, The VVitch, Spring, Housebound (wenn wir die Horrorkomödie dazunehmen), Starry Eyes, Under the Shadow und wenn ich nachdenke bestimmt noch mehr. Und ich glaube (hoffe) das liegt nicht daran, dass mein Geschmack verfällt, sondern, dass es wirklich besser wird (wenn auch vor allem etwas abseits des Mainstream). Ich sehe jedenfalls zuversichtlich in die nähere Horrorzukunft.

      Und ja, die Auflösung der Hintergründe ist wirklich häufig ein Problem. „Es war der alte Murray, der den Vergnügungspark in den Ruin treiben wollte“ ist einfach zu sehr Scooby Doo, um im richtigen horror akzeptabel zu sein. Auch die Idee Geister oder Dämonen klassifizieren zu wollen ist ihrer Wirkung meist abträglich (Vampire kann ich also mit einfachen Haushaltsgegenständen oder Gewürzen besiegen oder gar nicht erst reinlassen). Ring hat das clever gelöst, wo alles auf den typischen ruhelsoen Geist hinauszulaufen schien bis… Aber ja, auch in unserer Zeit der „Origin Story“ sollten Filmemacher den Mut haben manches nicht zu beantworten!

      Bei dem (un-)happy End bin ich zwiegespalten. Ich sage eigentlich immer, dass ich keinen Nihilismus mag, und wenn am Ende alle tot sind läuft das häufig auf einen gewissen Nihilismus hinaus, andererseits würde ich keine Sekunde zögern Return of the Living Dead als meinen liebsten zombiefilm zu benennen. Und es ist schwierig ein nihilistischeres Ende als das zu finden. Aber da passt es zur Punk-Attitüde des ganzen Films. Scheint für mich also wirklich filmabhängig zu sein.

      Weir ich weiter oben schon gesagt habe, Filme die sich nur auf leise, leise, leise BUÄÄÄÄRGGHHAHA Jumpscares verlassen fallen für mich in den unteren Bereich der 90%! Atmophäre, Charaktere und wenige, gezielt eingesetzte Schockmomente (die sind nicht mal unbedingt nötig) machen den guten Horrorfilm. Wenn ich den Hauptfiguren nach 5 Minuten ein möglichst fieses Ende wünsche ist das auch eher abträglich. Aber, wie man an unseren Meinungen zum Babadook sieht, gibt es auch hier keine Allgemeinformel.

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      • Ich wollte nur noch mal eben anmerken, dass der Junge im Babadook nur deshalb so furchtbar nervig ist, weil wir ihn aus Sicht der Mutter sehen, die ihn eben so erlebt. Es ist Teil des psychichen Verfalls der Mutter, dass sie (und damit wir) das Kind als lästiges und lebenskraftsaugendes Balg wahrnimmt.

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        • Hm… das ist ein interessanter Gedanke, allerdings interessiert mich das als Konsument, der in erster Linie unterhalten werden möchte, zunächst nicht. Wenn eine Figur wie in Ghostbusters (Remake) als grenzdebil dargestellt wird, dann verstehe ich auch den Sinn dahinter, aber es regt mich trotzdem auf.
          Könnte auch an der deutschen Synchro gelegen haben, hab ihn mir nicht im Original angeschaut.

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      • Von denen die du explizit nennst, und die ich auch gesehen habe
        Babadook, It Follows, You’re Next und Housebound fand ich selbst leider keinen gut und bis auf It Follows die anderen drei sogar sehr dürftig bis nervig. Die beiden letztgenannten konnten sich mal so gar nicht zwischen Horror und Komödie entscheiden, was in so gut wie allen Fällen für mich schief ging. Scream als die Ausnahme schlechthin, der es tatsächlich schafft, beide Gefühlslager zu bedienen.
        Aber um mal einen Eindruck in meine Horror(film)welt zu geben, gebe ich gerne preis, was mir ganz gut gefallen hat in den letzten Jahren (übrigens kein Hinweis auf das kommende Quiz):

        Sinister (bis zur Auflösung)
        Eden Lake
        The Strangers
        I Saw the Devil (aber das ist eher ein brutaler Thriller)
        Don’t Breathe (bis auf das Ende)
        Cloverfield Lane (bis auf die Auflösung)
        Life (die ersten 30 Minuten)

        Kann man vielleicht schon einen Trend zu einer bestimmten Art von Film herauslesen, wer weiß.
        Jedenfalls kann ich diesen Trend für mich so leider nicht bestätigen, aber hab auch noch gut was nachzuholen.

        Grundsätzlich mag ich zwar sehr zynisch eingestellt sein, denn ich finde, dass sich die Figuren es sich verdienen müssen, dass ich ihnen ein Happy-End wünsche. Dass ich will, dass sie am Ende zusammenkommen, bzw. überleben. Und dazu müssen sie lebensnah geschrieben und mir ans Herz gewachsen sein. Das schaffen die meisten Filme leider nicht so sehr, wie ich mir das wünschen würde.
        Und was Return of the Living Dead of the Living Dead anbelangt stimme ich dir vollkommen zu. Hab auf einer früheren Seite mal ein Special über die 10 besten Filmenden gemacht und da war der, meine ich, auf Platz 7. Düster und happig.

        „leise, leise, leise BUÄÄÄÄRGGHHAHA“
        Danke, da werd‘ ich dich in Zukunft zitieren, wenn ich das beschreiben will 😉

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        • The Strangers fand ich auch sehr gut, Cloverfield Lane war ein weiterer Beweis, dass John Goodman immer positiv überraschen kann (und ja, das Ende war blöd), bei Sinister fand ich eigentlich nur die Homevideo-Sequenzen wirklich gelungen. Den Rest habe ich (noch) nicht gesehen. Bei den Nennungen hätte ich wetten können, dass Dir You’re Next gefällt, aber so ist das mit Geschmäckern. Gar nicht so leicht einzuschätzen.

          Heißt das es geht in der nächsten Quizrunde um Horror? Dann hätte ich ja sogar mal wieder ne Chance! hast Du Dein blog eigentlich dicht gemacht? habe gesehen dass das aus meinen Abos verschwunden ist.

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          • You’re Next hatte einen coolen Beginn, aber danach wurde er stellenweise sehr hell und in meinen Augen lächerlich überzeichnet (Mixer). Schwierig, sowas vorherzusehen. Das Rasenmäher-Video aus Sinister ist mir auch am besten in Erinnerung geblieben.

            Ne, das sollte eigentlich gerade das Gegenteil heißen. Es geht nicht um Horror. Ma-Go dürfte es bereits wissen, wenn er die Mail bekommen hat. Tut mir Leid für dich. Allerdings solltest du trotzdem eine reelle Chance haben, prophezeie ich mal.

            Der oder das Blog ist gecancelt, jopp. Das nächste Quiz markiert dann wirklich das Ende meiner Karriere als FilmkritikenOD. Bis dahin nerve ich Ma-Go noch mit meinen Kommentaren und gebe hier meinen Senf dazu.

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          • Ich seh, ich seh
            muss ich zu meiner obigen Liste aus aktuellem Anlass noch hinzufügen.
            Keine Ahnung, warum den Österreichern regelmäßig solche Kracher gelingen, aber der hat mich stellenweise kalt erwischt und da muss ich jetzt erstmal gescheit einschlafen können.

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          • *High Five* Da sind wir absolut einer Meinung, siehe auch hier https://filmlichtung.wordpress.com/2016/03/13/gestern-gesehen-ich-seh-ich-seh-2014/

            Und Österreich ist im Bereich Horrorfilm wirklich erstaunlich gut aufgestellt, bzw. im Bereich Genre-Film allgemein, war doch z.B. ‚Das finstere Tal‘ ein ganz gekonnter Western.
            Naja, wir haben eigene Genres. Und mit „hui, Didi Hallervorden ist aber alt geworden“ sogar ein neues erfunden… 😉

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          • Auf „Mein letztes Rennen“ lass ich nichts kommen. (Allerdings gehöre ich auch zu den wenigen Besitzern der Hallervorden-Collection mit fast all seinen Film)

            Das beruhigt mich etwas, im Netz sind viele enttäuschte Stimmen zu lesen, die besonders die Langatmigkeit und das vorhersehbare Ende kritisieren. Aber allein die Szene mit der Zahnseide hätte mir schon ausgereicht für eine gute Bewertung (bei dir war’s ja anscheinend der Sekundenkleber). Allerdings hat mir damals auch „In drei Tagen bist du tot“ gar nicht so schlecht gefallen.

            Ich bin schon wahnsinnig auf den neuen Haneke gespannt. Kann mich dagegen an keinen deutschen Film erinnern, zu dem ich mal hingefiebert habe.

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          • Oh, das sollte gar nix gegen Hallervorden sein, im Gegenteil, ich bin sehr froh, dass er ein Comeback hat. Mir scheint nur, dass er jetzt sehr auf eine bestimmte Rolle festgelegt wird (wobei ich natürlich einsehe, dass wir keine Slapstick-Stunts mehr von ihm sehen werden).

            Und als Riesenfan von Hotel bin ich der letzte der sich über „Langatmigkeit“ beschweren würde. 😉
            Vorhersehbares Ende, naja, der Film gibt sich ja als etwas verdrehtes Märchen, da macht das nicht viel aus. Ist mehr ein Stimmungsstück als überraschende Handlung.
            In 3 Tagen… war dieser Film, der mit Laiendarstellern gedreht wurde, oder? Den hab ich gar nicht gesehen, muss ich vielleicht mal nachholen.
            Und meine erste Reaktion auf Dein „noch nie auf einen deutschen Film higefiebert“ war, dass es für mich einen geben muss. Bislang ist mir aber keiner eingefallen. Sollte sich das ändern trag ich ihn nach.

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          • Japp, das ist genau der. Weiß nicht, ob man den unbedingt sehen muss. Ich mag den Dialekt, der im Film gesprochen wird, das hat damals auch einiges ausgemacht. Viel erwarten würde ich besser nicht, falls du ihn dir wirklich anschaust. Spannender als „Schrei – denn ich werde dich töten!“ (der Abitur-Scherenmörder) ist er aber allemal

            „hinfiebern“ tut dem deutschen Film natürlich auch keinen großen Gefallen, denn da kommt es schwer auf den Zuschauer selbst an und weniger auf den Film, den man zu diesem Zeitpunkt ja noch gar nicht gesehen hat. Wer „Fack Ju Göhte“ so richtig abgefeiert hat, der dürfte auch auf den zweiten Teil (oder jetzt den dritten) hingefiebert haben. Wer Fan der Serie „Türkisch für Anfänger“ war, der hatte wahrscheinlich ein Glückstränchen in den Augen, als der Film angekündigt wurde.
            Daher muss ich zumindest einen teilweise deutschen Film nennen, denn auf „Cloud Atlas“ habe ich mich nach voriger Buchlektüre und mit den Wachowskis in der halbierten Regierolle richtig gefreut. Und am Ende waren sogar die Teile, die Tom Tykwer gedreht hat, die besseren.

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          • Einen dritten Fack Ju Göhte? Wow. Das einzige, was ich vom ersten erinnere ist das wahnwitzig dreiste Product Placement von diesem PickUp Kekskram. Verdammt, Werbung zieht bei mir! 😉
            ‚Cloud Atlas‘ war ein absolut geniales Buch, das weit besser als ich das erwartet hatte umgesetzt wurde, stimmt.
            Oh, auf den Stromberg-Film hatte ich mich, trotz einiger schwächerer Staffeln, wirklich gefreut! Juhu, mir ist was eingefallen! 🙂

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    • „Das mit dem Subtext ist zwar interessant (Zombies = Konsumsucht), aber macht das einen Horrorfilm wirklich gruseliger?“
      Nein 🙂

      Und genau deshalb habe ich das Thema Sex/Geschlechtskrankheiten bei „It Follows“ auch konsequent ausgeblendet. Der Film funktiert auch ohne (oder vor allem ohne) Subtext viel besser. Aus irgendeinem Grund wird der vom einem Wesen verfolgt, der unwissentlich mit der falschen Person Sex hatte. Das hätte genauso gut ein Video-tape sein können, dass man sich unwissentlich angeschaut hat. Moment, da war doch was…

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      • Echt? Gerade bei It Follows finde ich den Subtext (okay der ist so aufdringlich, dass er eigentlich schon Text ist) eigentlich sehr wichtig. Teenager-Hedonismus, sprich Sex und Drogen, sind seit jahrzehnten ein Todesurteil im Horror-Film, womit It Follows ganz bewusst spielt, nicht zuletzt weil er sich auf keine Zeit festlegen lässt.
        Ich glaube bei vielen meiner Favoriten der letzten Zeit sind Monster und Metapher ganz eng miteinander verwoben. Sei es Babadook oder It Follows oder Under the Shadow https://filmlichtung.wordpress.com/2017/04/18/gestern-gesehen-under-the-shadow-2016/

        Gruseliger macht die Metapher einen Film auf den ersten Blick vielleicht nicht aber sie unterstützt Genuß und Verständnis des Films.

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        • An der Stelle würde ich Filmlichter recht geben, dass es schon einen Unterschied macht, ob die jugendlichen wegen der Neugier nach einem Videoband oder der Neugier nach dem ersten Mal vor die Hunde gehen. Wobei es sehr viele Parallelen zwischen den beiden Filmen gibt. Wie z.B. dass man sich für jemanden opfert, um den Fluch weiterzugeben. Für die Interpretation auch das Verständnis macht es mE einen großen Unterschied. Und früher hatte diese Sex-Geschichte durchaus Relevanz. Dass sie heute an Bedrohung verloren hat, nimmt ihr zwar das Gruselige, aber für den Unterhaltungszweck per se kann der Grund für den Horror eine wichtige Rolle spielen.

          Gebe Ma-Go insofern recht, dass es den Grusel so lange nicht unterstützt, wie es nicht um einen Horror geht, den wir in der realen Welt noch erleben. Dann ist der Horror austauschbar, denn in der FIlmlogik muss nur erkenntlich sein, warum es für die Protagonisten zum Horror führt. Und da kann man Videoband und erstes Mal beide sehr gut verweben. Nur habe ich persönlich vor beiden keine Angst (mehr!), weswegen es für mein Gruselempfinden egal ist. Somit spielen dann, wie von Filmlichter bereits angesprochen, Charaktere und die generelle Machart eine sehr wichtige Rolle.

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