Die 5 Besten am Donnerstag: meine 5 liebsten (Film-)Musiker aus Deutschland

Willkommen bei den 5 Besten am Donnerstag. Heute fragt uns Gina nach unseren 5 liebsten Musikern aus Deutschland. Ich habe mir mal die Freiheit herausgenommen, das für die Filmlichtung auf meine 5 liebsten Filmmusiker aus Deutschland umzumünzen. Legen wir los!

5. Edmund Meisel

Man könnte sich streiten, ob Meisel überhaupt auf diese Liste gehört, denn geboren wurde er in Wien. Aber aktiv war er vor allem in Berlin und er hat es verdient einmal genannt zu werden, ist er doch zu einem guten Teil vergessen. Meisel komponierte 1926 einen neuen Soundtrack zu Sergej Eisensteins ‚Panzerkreuzer Potemkin‘. War der in Russland zunächst ein eher moderater Erfolg, wurde mit Meisels Soundtrack zu einem unerwarteten Erfolg nicht nur in Deutschland und wurde weiterhin mit diesem Soundtrack gezeigt. Eisenstein warb Meisel denn auch direkt für ‚Oktober‘ 1928 an. Er gilt als entscheidender Einfluss in der Entwicklung des Filmsoundtracks allgemein. Warum kennt man Meisel also kaum? Weil er 1930 eine Blinddarmentzündung verschleppte und mit nur 36 Jahren bei der Not-OP starb.

4. Tangerine Dream

Die Electronica-Pioniere um Edgar Froese haben in den Späten 70ern und 80ern einige beeindruckende Synthie-Soundtracks abgeliefert. Michael Manns ‚Thief‘ und William Friedkins ‚Sorceror‘ seien genannt. Bei Ridley Scotts ‚Legende‘ gab es den bizarren Fall, dass wir hier in Europa einen Soundtrack von Jerry Goldsmith zu hören bekamen, während in den USA Tangerine Dream die in Testvorführungen verrissene Musik ersetzten.

3. Hans Zimmer

Hollywoods König der Blockbuster-Musik. Manchmal ist man überrascht, dass er schon seit den späten 80ern Filmmusik macht und schon 1994 für den ‚König der Löwen‘ den Oscar gewonnen hat. Heute prägt er die US-Filmmusik wie kaum ein anderer. Aber der wichtigste Verdienst seiner Karriere war ohne jeden Zweifel, dass er im ersten Video auf dem US-MTV dabei war. Im Video zu Video Killed The Radio Star von den Buggles spielte er Modular Synthesizer.

2. Franz Wachsmann/Waxman

In den frühen 30ern bekam Franz Wachsmann bei der UFA einen ersten Fuß als Dirigent und für kleine Kompositionen in die Tür. Als Jude verließ er jedoch 1934 Deutschland und kam 1935 in den USA an. Hier stellte ihn direkt Universal als Komponist für James Whales ‚Frankensteins Braut‘ an. Es folgten Kooperationen mit Hollywood-Neuling Alfred Hitchcock und Billy Wilder. Hier sei vor allem ‚Sunset Boulevard‘ genannt. Letztlich konnte er auf eine Arbeit an mehr als 150 Filmen zurückblicken.

1. Max Richter

Irgendwo zwischen Ambient und Kammermusik bewegen sich Richters Scores, die ich zu den interessantesten der kontemporären Filmmusik zählen würde. Vor Ari Folmans ‚Waltz with Bashir‘, über Cate Shortlands ‚Lore‘, Haifaa Al Mansours ‚Das Mädchen Wadjda‘ bis hin zur Verwendung seiner Kompositionen in ‚Shutter Island‘ oder ‚Arrival‘ (die Verwendung in Letzterem hat übrigens die Oscar Nominierung für Jóhann Jóhannsson versaut). Gerne arbeitet er auch experimentell, wenn er etwa für den Neo-Western ‚Hostiles‘ das „Yaybahar“, ein Unikat des Türken Görkem Şen, verwendet. Ein Streich- und Zupfinstrument, das ziemlich einzigartige Töne hervorbringt und das er verwendet um „der Landschaft selbst eine Stimme zu geben“.

8 Gedanken zu “Die 5 Besten am Donnerstag: meine 5 liebsten (Film-)Musiker aus Deutschland

  1. Oh, du hast dich komplett auf Filmmusiker beschränkt. Das ist natürlich spannend. Wobei ich sagen muss, dass ich bis auf Zimmer und Richter niemanden kenne. (Ja, okay Tangerine Dream schon, aber eher am Rande.)

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  2. Tangerine Dream werden bei mir auch dabei sein, wenn es denn hoffentlich auch zu Bands (vielleicht sogar nach Genre gestaffelt?) kommt.

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